Einsamkeit

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  • Hallo an alle,



    vor einem knappen Jahr habe ich mich von meinem Mann getrennt, nachdem ich mithilfe des örtlichen Frauennotrufs erkannt habe, dass meine drei Kinder und ich seit Jahren subtiler
    psychischer Gewalt, vermutlich aufgrund einer Persönlichkeitsstörung meines Mannes, ausgesetzt waren.


    Ich habe viele Jahre verdrängt, dass etwas mit ihm nicht stimmt, seine Gefühlskälte und fehlende Empathie versucht zu kompensieren und sein zunehmendes Desinteresse an jeder Art von emotionaler und körperlicher Nähe zu verdrängen versucht.


    Nun bricht das alles immer stärker über mich herein, was ich all die Jahre vermisst habe ... und ich fühle mich innerlich oft so leer und einsam.


    Vor einigen Monaten habe ich online mehr oder weniger unbeabsichtigt einen Mann kennen gelernt, und er war so unglaublich aufmerksam und liebevoll, hat mir wunderbare Dinge geschrieben und gesagt, dass er mir das alles geben möchte, was ich so lange vermisst habe. Seine Nähe hat sich wie eine Heilung all meiner seelischen Wunden angefühlt. Doch bereits nach einigen Wochen zog er sich plötzlich immer mehr zurück; ich war zuerst völlig ratlos und sehr unglücklich, mittlerweile hat er mir nach langem Bitten endlich erklärt, dass er die Beziehung beenden möchte, weil ihm die Verantwortung für drei Kinder doch zu viel sei. Er wusste von Anfang an, dass ich drei Kinder habe, er hatte sie noch nicht mal persönlich kennen gelernt, weil mein Mann darauf bestanden hat, das Trennungsjahr im eigenen Haus durchzuziehen und erst im kommenden August ausziehen will. Daher war das Zusammensein mit diesem Mann heimlich ... ich weiß, dass es wohl viel zu früh war, doch er hatte sich trotz meines Zögerns so sehr bemüht, mich für sich zu gewinnen, und ich dachte wirklich, ich hätte in ihm ein neues Glück gefunden, das wir gemeinsam leben könnten, wenn ich bald offiziell frei bin. Ich habe ihn niemals bedrängt und ihm auch gesagt, dass er selbst entscheiden kann, wieviel Nähe er möchte, und dass er auf keinen Fall
    meinen Kindern den Vater ersetzen muss...


    Nun, da er mich trotz seiner anfänglichen großen Verliebtheit so schnell wieder aufgegeben hat, fühle ich mich noch leerer und wertloser als ohnehin schon.


    Ich sehne mich so sehr nach Liebe, Nähe und Zärtlichkeit, dass es manchmal weh tut; der Alltag allein mit Arbeit und drei Kindern ist so hart, und nun habe ich noch weniger Hoffnung, mit drei Kindern jemals wieder einen Partner zu finden, der es wirklich ernst meint, als zuvor ...


    Manchmal denke ich, ich melde mich gleich morgen wieder in einer Partnerbörse an ... meine Psychologin meinte, ich solle das tun, sobald mein Noch-Mann demnächst ausgezogen ist ... aber diese neue negative Erfahrung verunsichert mich zutiefst.


    Wie überwinde ich dieses Gefühl des inneren Alleinseins und diese quälende Sehnsucht nach Nähe, danach, einfach einmal in den Arm genommen und festgehalten zu werden?


    Ich möchte so gern mit jemandem neu anfangen, die letzten zehn Jahre waren emotional gesehen so unendlich leer ... aber wann und wie kann ich einen Neuanfang wagen, ohne diese neue Angst vor einer weiteren Enttäuschung?


    Ich bin im Moment so ratlos, was das Richtige ist.


    Würde mich über jeden Gedanken und Rat dazu freuen.


    Danke und liebe Grüße
    Piana

  • Hallo Piana,


    Ja ich kann dir das nachfühlen., mir ging es mit meiner (Noch-)Frau ähnlich.... . Mir hat Nähe, Zärtlichkeit und Emotionalität auch über Jahre gefehlt. Das war dann auch der Grund, warum wir uns vor 3 Monaten getrennt haben. Wir waren aber beide so schlau, das ohne Stress und Rosenkrieg hinzubekommen, schon wegen der Kinder, auch wenn die etwas älter sind, als deine Großen.


    Wir haben uns räumlich sofort getrennt, wobei die KM hier in "Sichtweite" wohnt, somit haben die Kinder kurze Wege. Ich habe seit einigen Wochen eine neue Partnerin, die auch AE ist, ihre Kinder sind noch älter, als meine. Wir haben uns auch über ein online Portal gefunden...und es passt, ja es passt perfekt... . Meine ersten Kontaktversuche im online Bereich liefen auch suboptimal, bzw. z.T. Enttäuschend. Aber ich habe die Hoffnung nicht so schnell aufgegeben und konnte zusehends besser mit Ghosting etc. umgehen. Dass es nun doch so schnell ging...., das war eben Glück und Fügung.


    Von daher möchte ich dir auch Mut machen..., ich weiß wie es sich anfühlt.... und die Belastungen mit Vollzeitjob, Haus und Garten und Kindern, die noch in Schule und Ausbildung sind nicht ohne.... . Wenn man sich Ziele setzt und es nicht auf Biegen und Brechen erzwingen möchte..., klappt das schon... :engel


    LG Mike

  • Hallo Piana,


    ich kann dir auch nachfühlen, was deinen Freund betrifft, der erst so verliebt schien und sich dann doch trennte..
    Der Vater meiner Tochter ist meine große, große Liebe gewesen. Er hat mich auf Händen getragen, mir die Sterne vom Himmel geholt, Briefe und Karten geschrieben, war immer für mich da...
    4 Monate nach unserer Trennung lebt er nun wieder mit seinen Kindern, seiner Exfrau und ihrem Neuen zusammen und ist glücklich.
    Ich habe auch erst gedacht - wie soll ich nach dieser großen Liebe denn wieder jemanden finden?
    Und momentan sehe ich es so: großer Mist mit Liebe des Lebens und dem ganzen Gedöns - ich wünsche mir einen realen Mann, keinen Traumprinz. Einen mit Ecken, Kanten und Schwächen. Einen, der vielleicht auch schon die Liebe seines Lebens gefunden hatte. Aber einen, mit dem der Alltag funktioniert, der keine Briefe schreibt, aber der verlässlich ist. Der wenig verspricht aber das alles hält.
    Ich sage zu mir: ich hoffe nicht auf die Liebe meines Lebens, sondern auf den Mann meines Lebens.
    Und da bin ich echt optimistisch!


    Auch wenn es noch dauern wird. Meine Tochter ist noch klein, ich könnte noch nicht mal abends ins Kino gehen. ..


    Und ich bin eben auch der Überzeugung, dass man trotz aller Sehnsucht erstmal selber mit sich ins Reine und wieder glücklich werden muss - dein Glück darfst du nicht von jemandem anderen abhängig machen.


    Ich hoffe, ich konnte dir etwas Mut machen.


    Liebe Grüße

  • Hallo Mike, hallo Svea,


    vielen Dank für eure Antworten.


    Ja, es macht Mut zu hören, dass man bereits relativ kurz nach der Trennung wieder jemanden finden könnte, bei dem es sich richtig anfühlt ...


    Als Ghosting würde ich das Verhalten meines Freundes gar nicht bezeichnen, ich glaube, er war schon richtig verliebt und hat es auch ernst gemeint ... dann aber Angst vor seiner eigenen Courage bekommen. Er hatte auch eine recht schlimme Trennung hinter sich, unter der sein Kind sehr leidet, und ist mittlerweile in Therapie, weil er eine Depression hat. Als Grund für seine so schnell wieder verschwundene Liebe hat er aber die Angst vor der Verantwortung genannt und tausend Mal betont, dass es nicht an mir liegt ... Leider hilft mir das nicht wirklich, denn es tut trotzdem weh, ein neues Glück so schnell wieder zu verlieren und einfach gar nichts dagegen tun zu können.
    Aber ich bin darüber hinweg, denke ich, denn ich spüre seit Monaten, dass es im Grunde keine Hoffnung mehr gibt.


    Das mit dem Traumprinzen sehe ich genau wie du, Svea. Zwar ist es am Anfang sicher schön, sich auf Händen getragen zu fühlen, und ein wirklich verliebter Mann wird das auch ein wenig tun ... aber auf lange Sicht geht es um etwas anderes. Ich hatte einen Mann, der intelligent, humorvoll, gebildet, naturverbunden und unternehmungslustig war, was ich immer wollte ... aber er hatte seit zehn Jahren keine Gefühle mehr für mich und ein Persönlichkeitsproblem. Mittlerweile denke ich, bestimmte Eigenschaften sind gar nicht so wichtig, solange ein Partner mich wirklich lieb hat und mich das auch spüren lässt. Wie du schreibst, letzten Endes geht es um Alltagstauglichkeit und Verlässlichkeit und Verantwortung, gerade mit drei Kindern.
    Wobei ich ohnehin ratlos bin, ob man von einem Partner überhaupt erhoffen kann, dass er sich in diese Rolle begibt? Drei Kinder sind schon etwas anderes als eines ... Ich werde das gemeinsame Haus übernehmen ... aber wer möchte einfach so zu einer Frau und ihren drei Kindern ziehen und da quasi die Rolle des Papas und Ehemanns übernehmen, die zuvor ein anderer hatte? Tausend Fragen ... aber vielleicht sollte ich einfach abwarten und sehen, was die Zukunft bringt.


    Ich weiß, dass man sein Glück nicht von anderen abhängig machen sollte, und ich habe auch schöne Momente mit meinen Kindern und Freunden.
    Dennoch ist da ständig das Gefühl, so gern jemanden an meiner Seite haben zu wollen, eine Schulter zum Anlehnen, jemanden, mit dem man alles teilen kann, jemanden, dem ich all die Liebe schenken kann, die ich in mir fühle und die so viele Jahre lang niemand wollte.
    Das wird nicht weggehen, fürchte ich; ich bin nicht für das Alleinsein gemacht.
    Aber man darf das bei der Partnersuche nicht ausstrahlen, denke ich, sonst wird man wahllos und fällt vielleicht auf jemanden herein, der nur ein schnelles Abenteuer sucht?


    Das mit dem Weggehen würde auch bei mir schwierig werden ... wenn es in der Nähe oder tagsüber wäre, könnte es klappen, aber abends auch kaum. Ich möchte auch auf keinen Fall auf meinen Ex als Betreuung zurückgreifen, wenn ich ein Date habe ... der sollte das lieber erst mal gar nicht wissen.


    Alles so kompliziert im Moment ... aber vielen Dank für eure Antworten und Ratschläge, und alles Gute.


    Liebe Grüße
    Piana

  • Hallo Piana,


    wenn ich lese was Du schreibst, erkenne ich mich selbst wieder. Ich hab auch neben einem Eisklotz hergelebt und als dann mein Freund auf der Bildfläche meines Lebens auftauchte, war ich vollkommen innerlich verhungert und so glücklich, dass mich jemand WILL, mich jemand in die Arme nimmt und mir sagt, dass er mich lieb hat. In der Zwischenzeit haben wir uns immer mal wieder wegen meiner Eifersucht böse in die Haare bekommen und auch ich habe in solchen Momenten bereut ihm meinen Sohn bereits vorgestellt zu haben (nach etwa 4 Monaten erstmalig). Bis jetzt bin ich immer noch ziemlich verknallt und bin mir zugleichermaßen bewusst, dass er mir den Stoß ins Verderb geben kann, denn man ist schon sehr bedürftig (ich zumindest) und ohne dieses Gefühl, dass da wer an meiner Seite ist, fühle ich mich leer und einsam und traurig und hoffnungslos. Helfen kann ich Dir auch nicht aber ich möchte dich wissen lassen, dass du mit diesen Gefühlen nicht allein dastehst. :knuddel

    2 Mal editiert, zuletzt von Ratsuchend37 ()

  • Ja, es macht Mut zu hören, dass man bereits relativ kurz nach der Trennung wieder jemanden finden könnte, bei dem es sich richtig anfühlt ...



    Vorsicht, sowas nennt man "Leiter Beziehung".....um drann hoch zu klettern, gut fürs Ego.



    Pass auf dich auf, setze dich hin und finde dich erst einmal selber, dann wird der Rest auch kommen.


    Nur wer gutes ausstrahlt wird gutes bekommen.........ich drücke dir die Daumen und vor allem, nimm dir die Zeit.

  • Hallo idefixx,


    das ist eine berechtigte Warnung, vielen Dank ...


    Genau das verunsichert mich auch, denn es ist wohl exakt das, was mein neuer und schon wieder Ex-Freund laut seinem Therapeuten gemacht hat ...


    Andererseits hat meine Therapeutin (zu der ich leider nur sporadisch gehen kann, da ich sie aus eigener Tasche bezahlen muss) gemeint, nachdem ich nun so lange in einer Beziehung ohne Liebe und Nähe gelebt habe, sollte ich mich unbedingt "ausprobieren", wie sie es nannte, auch wenn es nicht gleich zu einer neuen Langzeitpartnerschaft führt. Irgendwie weiß ich nicht, ob das was für mich ist, denn ich möchte ja wieder was Richtiges finden und nicht nur eine Affäre, genau das hatte ich ja quasi jetzt ...


    Sie meinte, ich sei bereit für eine neue Beziehung, da ich mit der alten innerlich schon vor Jahren abgeschlossen habe und meinem Noch-Mann auch in keinster Weise mehr nachtrauern werde, wenn er weg ist.


    Woran merkt man, dass man sich selbst wieder gefunden hat?


    Ich habe in den letzten Monaten so vieles über mich herausgefunden ... was ich vermisst habe, und dass das zu Recht war, was ich ausgehalten habe, was ich wirklich will und was ich nicht will.
    Auch das Leben allein mit den Kindern werde ich hinbekommen, letzten Endes bin ich schon lange allein erziehend, da mein Mann stets sein Hobby an erster Stelle gelebt hat und wir immer nur seine Launen aushalten mussten, wenn wir seine Erwartungen nicht erfüllt haben.


    Aber ich weiß, dass ich gut aufpassen muss, nicht wahllos in den Erstbesten tiefe Gefühle zu investieren, nur damit es mir wieder gut geht ... die erste schmerzliche Erfahrung dazu habe ich wohl bereits hinter mir, obwohl es damals gar nicht mein Ziel war, jemanden kennen zu lernen ...


    Danke auf jeden Fall für den guten Rat.


    Liebe Grüße
    Piana

  • Sorry aber was für eine Art Therapeutin hast Du den da ?


    Du bist so verletzt hechelst so nach dem Erlöser, das noch zu unterstützen :kopf


    @Ratsuchend. lies Dir doch mal Deine Eifersuchtsbeiträge durch.Da von gesunder und toller Liebe zu sprechen, hüstel


    @TS
    Komme doch einfach mal ein wenig zu Dir.Such Dir eine anerkannteund dann auch von der KK bezahlte Therapeutin.
    Ich findeso ein wenig Luftholen zwischen der letzten und einer neuen Bezuehung sinnvoll.
    Einen selber aber auch dem neuen Partner gegenüber.Ein Trostpflaster zu sein ist nicht das wasman sich wünscht.


    Liebe Grüße


    Ute

  • Hi!


    Also ich hatte zwischen 16 und 36 Jahren ständig Beziehungen. Lange zwar ( 10 jahre, 4 Jahre, etc.) aber dazwischen mir kaum Zeit gelassen. Mal 6 Monate, höchstens mal 9 Monate). die Frage: Wie bin ich eigentlich allein, wie bin ich, wenn wirklich solo bin, wie wohne ich allein? blieben unbeantwortet. Und ich habe mich auch immer wieder mal gefragt, ob ich wirklich allein klarkomme. Emotional, finanziell, in einfach allen Belangen. Nun bin ich 6 Jahre allein und weiß es: Ich kann es. Ich kann beruflich auf eigenen Beinen stehen, mein Kind und mich gut versorgen und es uns schön machen.


    Bei Männern komme ich allerdings nicht mehr gut an. Nur noch optisch. Wenn, dann bekomme ich nur noch Komplimente für mein Äußeres. Also interessant als Frau oder Mensch bin ich nicht mehr für sie. Früher war ich noch etwas unsicherer als heute, habe auch noch geraucht und hatte beruflich auch noch befristete Stellen. Anders als heute. Das kam irgendwie besser an.


    Ich mag mich heute gern und ich mag auch mein Leben gern. Auf mich passt die Theorie, dass man anziehend wirkt, wenn man sich selbst näher ist, überhaupt nicht. Eher ist das Gegenteil der Fall. Aber Ausnahmen bestätigen ja die Regel ;-)

  • [quote='Ratte',index.php?page=Thread&postID=2101412#post2101412]Sorry aber was für eine Art Therapeutin hast Du den da ?



    @Ratsuchend. lies Dir doch mal Deine Eifersuchtsbeiträge durch.Da von gesunder und toller Liebe zu sprechen, hüstel


    Mach ich doch gar nicht - heute auf schlechtem Fuß aufgestanden? K.M.A.

    Einmal editiert, zuletzt von Ratsuchend37 ()

  • Liebe Ratsuchende


    Ich habe dann mal K.M.A gego...
    Da sage ich nur, lieber mal nen schlechten Tag, den ich übrigens nicht habe, als sowas :kopf




    Ich empfehle noch mal die Netiquette des Forums durchzulesen.


    Honey B in Stein gemeißelt ist natürlich nichts.Jeder hat da sicher auch ein eigenes Tempo.
    Aber von einem zum Nächsten damit man sich nicht einsam fühlt und der neue soll all das richten ,was der alte zerstört hat u.ä.
    Ich weiß ja nicht :frag
    Eine Freundin von mir ist gerade kläglichl mit dem Versuch gescheitert.
    Der geht es schlechter als zu vor.







    Liebe Grüße


    Ute

  • Hallo und danke für eure Antworten!


    @ Ratte,
    ja, es stimmt, dass ich verletzt bin ... aber nach dem Erlöser hecheln tue ich, denke ich, nicht, obwohl das echt ein plastisches Bild ist :-) .
    Letzten Endes habe auch ich selbst die Trennung von diesem neuen Freund herbeigeführt, weil ich sein zunehmend distanziertes Verhalten, das er immer mit Stress erklärt hat, nicht mehr hinnehmen wollte; er hätte das Ganze wahrscheinlich noch eine ganze Weile weiterdümpeln lassen, weil ich immer sehr verständnisvoll und bemüht gewesen bin.
    Und du hast recht, dass man nicht aus reiner Einsamkeit von einer direkt in eine neue Beziehung gehen sollte, in der der Neue dann alles richten soll. Das geht zwangsläufig schief.
    Den Fehler, über die vergangene Beziehung überhaupt groß zu sprechen, werde ich auch nicht wieder machen.
    Das mit der Therapie ist schwierig mit der Kasse, da ich (noch) privat mit Beihilfe versichert bin und man da einen Wust an Anträgen und Papierkram erledigen muss, um Psychotherapie erstattet zu bekommen. Das würde mein Noch-Mann alles mitbekommen, und das möchte ich nicht. Daher zahle ich es im Moment selbst und hoffe auf eine Therapiemöglichkeit, nachdem ich die Versicherung gewechselt habe.


    Dennoch suche ich nach wie vor nach Strategien, dieses Gefühl des Verlassenseins und Nichtgewolltseins zu bewältigen, nach fünfzehn Jahren Ehe mit dem ersten und einzigen Mann im Leben, die seit zehn Jahren nur noch eine Zweckgemeinschaft war, ohne Nähe und Zärtlichkeit.
    Mein Selbstwertgefühl ist mittlerweile wieder deutlich besser, seltsamerweise auch durch diese neue gescheiterte Beziehung, da ich da trotz allem erleben durfte, mich als Frau einfach wieder begehrt zu fühlen. Das hat mich vorher wirklich fertig gemacht.
    Ich habe grundsätzlich kein Problem mit dem Alleinsein, habe auch wieder meine alten Hobbys neu angefangen, treffe mich mit Freundinnen ... trotzdem ist da die Sehnsucht nach einem Partner, nach starken Armen und Vertrautheit und Nähe, die manchmal so überhand nimmt, dass ich vormittags allein zu Hause eine Stunde heule. Dann fühle ich mich so erbärmlich. In anderen Momenten wieder denke ich, ich werde nie wieder mit jemandem so schnell eine Partnerschaft eingehen, sondern mir Zeit lassen, genau nachspüren, ob wirklich alles passt, und auch deutlich machen, was ich wirklich will und was ich nicht will. Dann kommt wieder die Frage in mir hoch, ob ich nicht zu hohe Ansprüche stelle ...


    Im Moment denke ich darüber nach, mich einfach mal auf einer regionalen Kontakt-Plattform anzumelden und dort nach Kontakten zur Freizeitgestaltung zu suchen, und erst mal nicht nach einer Beziehung. Es wäre schön, andere alleinerziehende Mütter oder Väter oder auch Singles mit Familiensinn kennen zu lernen; neue Freundschaften würden mir gut tun, da ich einige alte durch die Trennung verloren habe bzw. sich einige gemeinsame Freunde sehr verunsichert verhalten. Und mit befreundeten Familien findet fast gar nichts mehr statt, seit wir offiziell getrennt sind ...
    Was meint ihr; habt ihr damit Erfahrungen?

  • Hallo Piana7


    Dein Post hier zu lesen( also hier auf Formentera)
    stimmt mich nachdenklich.


    Denn ich kenn das Gefühl;-(


    Im
    August 2015 bin ich auch dem Grund verlassen worden.
    Erst war alles toll..damals 2 jährige Sohn& und danm zog er sich mehr und mehr zurück.


    Es hiess:"ich bin mir nicht sicher ob dem gewachsen bin"
    Letzten endes macht er am letzten Tag in meinem Urlaub auf Mallorca via Whats app Schluss.
    Tja, damals war er 36.& wir waren mit on/ off 1.5 Jahre zusammen


    Habe lange lange sehr lange gelitten.
    Hatte unmittelbar danach einen alten Schulfreund.
    Es fühlte sich gut an. Er hatte ein Kind& ich auch..
    Aber wir redeteten nur über seine ex& ich über meinen.


    Es scheiterte, da er Angst hatte und seine Tochter vorging! Hab meinen Sohn auch immer an 1. Stelle.
    Daher empfand ich es als Ausrede..
    Denn wer will findet einen Weg.
    Der 3. im Bunde war auch ein emotional gescheiterte Mann.
    Meinetwegen beruflich top, aber was Frauen anging. So wollte er Affären.
    Herz öffnen in dem Alter lassen sich wohl schwer.


    Ich möchte gar nicht über KV oder KM reden.
    Möchte dass der jenige sich für mich interessiert& auch zuhört.


    Männer reden reden reden und wissen gar nicht mehr wie Frauen eigentlich ticken.
    :(
    Auch bin mittlerweile abwesend.
    Sehe Paare/ Paare mit Kind.
    Früher hat mich das tangiert.


    Heut bin ich stolz.& ich schau nicht drauf.
    Es ist ok dass wir zu 2. sind
    Es lst ok dass ich keinen an meiner Seite habe.


    Ich fühle so gesehen keine Liebe oder die Sehnsucht danach.
    Wie vor 2 Jahren zb.
    Es ist weg..
    Wie bei den Omas die 80 sind und ohne Mann.
    Fühle diese geballte Leidenschaft nicht meh

  • ... bei Deinen Ausführungen musste ich spontan an die Predigt vom Sonntag denken. Ein Satz unseres Pfarrers ließ mich aufhorchen: ... wir dürfen unser Glück und die Zufriedenheit nicht von anderen Menschen abhängig machen bzw. es von Ihnen erwarten. Ja, gerade die Erwartungshaltung macht es uns im Leben oft schwer: wie viel "Last" muss ein Partner (wunschgemäß vom anderen) oft tragen und auch noch für Glück und Zufriedenheit sorgen.


    Ich habe ja nun seit einigen Wochen auch einen Partner, er hat 6 Kinder, die allerdings schon groß sind (1 Kind ist noch zuhause) - wären sie noch klein und im Haushalt gewesen - ganz ehrlich - :rotwerd mir wäre das auf jeden Fall zu viel gewesen. Ich habe die letzten Jahre viel gelitten und bin auch nicht mehr so "belastbar".... :nixwieweg


    3 Kinder sind auch für einen Partner nicht "einfach" mitzutragen, sicher gibt es hier einige Beispiele, wo Patchwork mit vielen Kindern gut klappt, für mich wäre es nichts... :respekt

    Alles, was Ihr also von anderen erwartet, dass tut auch Ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten Mt 7,12

  • Männer reden reden reden und wissen gar nicht mehr wie Frauen eigentlich ticken.


    Wissen denn die Frauen, wie die Männer eigentlich ticken? Und dürfen denn die Männer überhaupt noch so ticken, wie sie es "von Natur aus" tun? Oder wird ganz oft erwartet, dass sie genauso ticken wie wir, damit es funktionieren kann? Tun sie nunmal in der Regel nicht. Du weißt schon - Mars - Venus und so... ;)

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Vielen lieben Dank an alle für eure Antworten.



    Ja, da stimme ich absolut zu, dass man das persönliche Glück nicht von einem anderen Menschen abhängig machen darf oder diesem Menschen / Partner gar das Gefühl geben, dass man ohne ihn nicht sein kann.


    Ich denke nicht, dass ich das bei meiner neuen gescheiterten Kurzbeziehung getan habe, wenn, dann vielleicht unbewusst? Er hat mich trotz meiner Zweifel, ob es nicht viel zu früh für was Neues ist, mit allen Mitteln zu erobern versucht. Und als er mich dann erobert hatte, zog er sich zurück, klagte zunehmend nur noch über sich und seine Sorgen und Probleme, und ich kam mir vor wie seine Therapeutin, weil ich immer versucht habe zu trösten und zu verstehen ... und mich insgeheim gequält habe, warum er niemals mehr fragt, wie es mir gerade geht.


    Naja, wie gesagt, es ist vorbei, es war sicher ein Fehler, aber dennoch eine wertvolle Erfahrung. Ich möchte ihm nicht unterstellen, dass er mich nur ins Bett bekommen wollte; so schätze ich ihn nicht ein, aber die Diskrepanz zwischen seinem Eroberungs- und seinem Beziehungsverhalten ist mir nach wie vor unbegreiflich. Als er mich unbedingt für sich gewinnen wollte, ging es mir emotional sehr schlecht ... und je besser es mir ging, desto mehr zog er sich zurück. Vielleicht nur Zufall.




    Dennoch: Letzten Endes kann der Wunsch und die Sehnsucht nach Nähe ja nur durch einen anderen Menschen erfüllt werden, was immer eine Art von Abhängigkeit schafft? Ich denke, da gilt es die richtige Balance zu finden.




    Die Frage danach, wie Männer und Frauen ticken, habe ich mir in den letzten Jahren während meiner Ehe bestimmt tausend Mal gestellt ... und nicht nur das Buch über Mars und Venus dazu gelesen.
    Letzten Endes hilft es wohl nicht, für die Unterschiede, die eigentlich eine Bereicherung sein könnten, Verständnis zu haben, wenn sich nicht beide mit einem gewissen Humor darauf einlassen.
    Mein Bald-Ex hatte mir wiederholt gesagt, Männer ab 40 hätten einfach kein großes Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Sexualität mehr, und ich müsste halt damit leben. Nun mag es sein, dass er so tickt, ich aber leider nicht. Da das noch das geringste unserer Probleme war, ging es einfach nicht mehr.


    Aber ich bin auf jeden Fall der Meinung, wenn eine Frau erwartet, dass ein Mann weiß, wie sie tickt, muss sie das umgekehrt auch bei ihm wahrnehmen und akzeptieren. Und es ist ok, dass Männer anders ticken - und dazu gehört wohl auch, dass sie manchmal einfach nicht verstehen, wie Frauen ticken :-), und umgekehrt. Solange man es schafft, trotzdem im Gespräch zu bleiben, kann es funktionieren, denke ich. Oder zumindest hoffe ich es für die Zukunft.

  • Mein Bald-Ex hatte mir wiederholt gesagt, Männer ab 40 hätten einfach kein großes Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Sexualität mehr, und ich müsste halt damit leben. Nun mag es sein, dass er so tickt, ich aber leider nicht. Da das noch das geringste unserer Probleme war, ging es einfach nicht mehr.


    .


    :hm...:hä also mein Partner ist Ü50 und in diesem Bereich ist es MIR manchmal fast schon zu VIEL, da gewöhne ich mich gerade nach jahrelanger Abstinenz ein, er kann die Hände nicht von mir lassen....


    Ihr seid da einfach nicht Bbedürfnis-kompatibel... fürchte ich.... 8|

    Alles, was Ihr also von anderen erwartet, dass tut auch Ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten Mt 7,12

  • Dennoch: Letzten Endes kann der Wunsch und die Sehnsucht nach Nähe ja nur durch einen anderen Menschen erfüllt werden, was immer eine Art von Abhängigkeit schafft? Ich denke, da gilt es die richtige Balance zu finden.


    Was das betrifft, habe ich gerade mit ganz vielen Menschen zu tun, die die Meinung vertreten, dass man sich alles selbst geben kann (können sollte), um eben nicht mehr von anderen (einem Partner) abhängig zu sein. Dann sei der Partner eben "die Kirsche auf der Torte", man selbst aber auch ohne glücklich und zufrieden. Ich bin mir für mich selbst nicht sicher, ob ich da je ganz hinkommen werde. Es gibt für mich immer auch noch Dinge, die mit dem richtigen Menschen einfach schöner sind. Sexualität gehört ganz sicher dazu und küssen kann man halt auch nicht alleine.
    Was ich aber unterschreibe ist, dass man sich selbst auch genug sein sollte; also unbedingt gut mich selbst allein sein kann. Und ich merke bei vielen Dingen, dass ich, je mehr ich "innere Arbeit" betreibe, gelassener damit umgehen kann; Mann auch mehr Mann sein lassen kann und nicht verlangen, dass er genau so reagieren muss, wie ich das jetzt in dem Moment getan hätte...


    Letzten Endes hilft es wohl nicht, für die Unterschiede, die eigentlich eine Bereicherung sein könnten, Verständnis zu haben, wenn sich nicht beide mit einem gewissen Humor darauf einlassen.


    Das ist wohl wahr...


    Mein Bald-Ex hatte mir wiederholt gesagt, Männer ab 40 hätten einfach kein großes Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Sexualität mehr,


    Tut mir leid - aber das ist totaler Unfug.

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Männer ab 40 hätten einfach kein großes Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Sexualität mehr :rolleyes2:
    So ein Quatsch.... dass es einzelne betrifft mag möglich sein.
    Wird dann auch viele verschiedene Gründe dafür geben.

    Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist,

    habe ich beschlossen glücklich zu sein


    Voltaire

  • Männer reden reden reden und wissen gar nicht mehr wie Frauen eigentlich ticken.


    "mehr"? :hae:
    wann war denn die Zeit, zu der sie das wussten?
    also ich hab noch nie davon gehört :D

    Männer ab 40 hätten einfach kein großes Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Sexualität mehr,


    ähm.... eine Einzelmeinung :lgh

    und küssen kann man halt auch nicht alleine.


    naja-
    aber die Frage ist, ob die Beziehung "klassisch" sein muss, oder halt auch anders sein kann, als sie von der Mehrheit gelebt wird :brille

    Lieber Gruss


    Luchsie


    Dein Denken kann aus der Hölle einen Himmel und aus dem Himmel eine Hölle machen.


    Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug. (Epikur)