AD(H)S und nächtliche Inkontinenz

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  • Mein Sohn, 8 Jahre, hat seit ein paar Jahren Verdachtsdiagnose AD(H)S. Vor ca. 3-4 Jahren ist er tagsüber trocken geworden. Vor 2,5 Jahren ist er auch nachts trocken geworden. Seit einem Zwischenfall in einem Freizeitpark (Schwester war für ca. 30 min nicht auffindbar) ein halbes Jahr später ist er nachts nass. Späte Toilettengänge, nachts wecken oder Belohnungssystem... alles ohne Wirkung. Auch Nächte lang im Sommer ohne Windel lassen, bringt nichts bisher. Er ist stolz wie Oskar, wenn er mal trocken ist, wird gelobt, aber es wird nichts mit Regelmäßigkeit.
    Tagsüber geht auch sporadisch mal Stuhl oder kleine Mengen Urin in die Hose, wenn er zu sehr in eine Tätigkeit vertieft ist. Windeln kaufen sind nicht so dass problem, weil die ja schon auf Rezept bekommen.
    Aber schämt sich ja selber dafür und er möchte auch mal gerne "ohne" beim Freund übernachten.
    Habt ihr Erfahrungen, was man noch machen kann?
    Liebe Grüße
    Megarichie

  • Ja. Kinderärztin hat schon mehrmals daruf geschaut.
    Was ich halt auch komisch finde, es stört ihn selber kaum, wenn es nass ist oder er Stuhlgang in der Hose hat. Er wird nur selten wach, wenn es nass ist und Bremsspuren sind manchmal schon richtig angetrocknet.

  • Ihr seid nicht alleine - das kommt relativ häufig vor - mir hat diese Websitesehr geholfen
    Gerade in der Grundschule sind es noch 2-4 Kinder pro Klasse
    Ganz wichtig fand ich diese Ansätze da wird
    sogar zum einem Auswärtsversuch geraden, ich glaube je weniger das Thema ein Thema ist, desto schneller schleicht es sich aus -
    der Schlüssel liegt wahrscheinlich im Alltag - die Situation im Freizeitpark wird nicht vergessen werden, aber langsam in den Hintergrund rutschen

  • Ja. Kinderärztin hat schon mehrmals daruf geschaut.
    Was ich halt auch komisch finde, es stört ihn selber kaum, wenn es nass ist oder er Stuhlgang in der Hose hat. Er wird nur selten wach, wenn es nass ist und Bremsspuren sind manchmal schon richtig angetrocknet.


    Sind es nur Bremsspuren oder eher etwas mehr? Geht er regelmäßig auf die Toilette, hat keine Verstopfung?

  • Es ist schon mehr. Es bleibt nur meistens in Windel oder Unterhose kleben... zurück bleibt die Bemsspur beim ausziehen. Er geht regelmäßig... eigentlich täglich... auf jeden Fall wenn er bei mir ist.

  • Es ist schon mehr. Es bleibt nur meistens in Windel oder Unterhose kleben... zurück bleibt die Bemsspur beim ausziehen. Er geht regelmäßig... eigentlich täglich... auf jeden Fall wenn er bei mir ist.


    Ich frage deshalb, weil mein Sohn das Problem jahrelang hatte, allerdings ohne Einnässen. Ihn hats vielleicht in 5% aller Fälle gestört, wenn die Hose voll war, ansonsten war ihm das ziemlich egal. Bei ihm lag das Problem darin, dass er seinen Stuhlgang so lange zurückgehalten hat, bis der steinhart war und sich der "neue" Stuhl daran vorbeigedrückt hat und in die Hose ging. Dadurch haben sich Taschen in seinem Enddarm gebildet, die voller Stuhl waren und in der Uniklinik stationär über mehrere Tage mit Einläufen (Erwachsenengröße bei einem 3jährigen) geleert wurden. Ab und an hat er heute auch noch leichte Probleme damit, wenn er nicht häufig genug auf die Toilette geht.


    Wenn dein Sohn aber sogar schon Windeln auf ärztliche Verordnung bekommt, würde ich mal einen Spezialisten aufsuchen, manchmal ist der Kinderarzt da einfach überfordert.

  • manchmal ist der Kinderarzt da einfach überfordert.

    Ich finde es kommt erschreckend oft vor, dass Kinderärzte Wesentliches übersehen.
    Eine gute Portion elterliches Bauchgefühl ist oft hilfreich.


    Megarichie
    Worauf würdest Du als erstes tippen ?

  • manchmal ist der Kinderarzt da einfach überfordert.


    Das seh ich genauso, ich seh es im Job immer und immer wieder wie viele Mäuse mal einem Orthopäden vorgestellt werden müssten auf Grund von Fehlstellungen und der Arzt meint das verwächst sich noch. :-(

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Hi!


    Kleine Urinmengen kommen eher vom Einhalten. Die Blase ist voll bis zum Anschlag, der Reiz wird quasi verdrängt und der Urin kann irgendwann nicht mehr gehalten werden. Dann geht ein bisschen was in die Hose, das Kind merkt dass es nun wirklich muss und geht dann auf Toilette.
    Bei meinem Sohn ist es z.B. so dass er spielt/liest/sich intensiv beschäftigt und es nicht merkt dass er muss bis es nass wird, dann geht er. Wenn er aber gerade lacht oder sich körperlich anstrengt, geht alles in die Hose. Durch das ständige bewusste Einhalten ist der Blasenmuskel so stark dass der Reiz nur noch wahrgenommen wird wenn er extrem stark ist. Dann ist es aber meist zu spät.
    Jungs und Mädchen sind da recht wenig unterschiedlich, wobei meine Tochter nach Urin riecht wenn sie sich nicht vernünftig abwischt (die ist knochentrocken sonst aber erst 5) und mein Sohn (11) eben durch das Einhalten.


    Bei uns kann man das nächtliche Einnässen vom täglichen gut trennen. Das nächtliche geschieht im Tiefschlaf, das tägliche macht er "bewusst", also er verdrängt absichtlich. Das tagsüber "Vorpinkeln" hat auch was mit der Hemmschwelle zu tun, wenn man immerzu etwas feuchte Unterhosen hat und nach Urin riecht, stört einen das nicht mehr so akut als wäre es nur einmal im Monat oder so.


    Helfen tut bei uns ein Trinktraining. 7 Becher a 250ml bis 17 Uhr, also alle 1 1/2 - 2h ein Becher. Abends maximal noch etwas Milch, sonst keine Flüssigkeit, kein Obst, kein Gemüse.
    Macht er beim Trinken gut mit dann ist er nach einiger Zeit nachts trocken und tagsüber grösstenteils auch.


    Unser Problem ist dass er zu in den Sommerferien hin schafft komplett trocken zu sein. Dann geht er 3 Wochen am Stück zum Vater wo das Trinken nicht mehr regelmässig passiert. Danach lässt er es extrem schleifen und ich kann mich da schlecht durchsetzen weil sein eigener Druck da hinterher zu sein fehlt. Über den Herbst zieht die Blasenvergrösserung noch (das passiert ja beim Trinktraining automatisch, das Volumen steigt, es kann mehr gehalten werden), im Winter ist er wieder nasser und nach den Weihnachtsferien (beim Vater.....) ist er wieder regelmässig nass.
    Im Frühling (also quasi jetzt) geraten wir dann wieder oft aneinander deswegen und führen Endlosdisskussionen darüber dass er eigenständiger trinken muss (3 Becher in der Schule, da kann ich nicht viel machen), dann klappt das Trinken wieder, bis zu den Sommerferien... Ein ewiger Kreislauf. Man muss also dran bleiben, es wird nicht von alleine besser...


    Bei meinem Sohn wird das nächtliche Einnässen verursacht durch ein fehlendes Hormon bzw einen Botenstoff. Das kann man zwar in Tablettenform geben aber da es ja auch so klappt mache ich das nicht. Ausserdem ist es möglich dass es mit den grossen Hormonschüben (Pubertät, sie winkt hier schon) noch mitkommt, ich warte lieber und scheuche ihn zum trinken...


    Mein Sohn war in regelmässiger Behandlung im SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum) deswegen, vielleicht gibt es das ja bei euch auch? Gerade wenn auch A(D)HS im Raum steht würde ich mir mehr Hilfe suchen als nur beim Kinderarzt...

  • Mein Sohn ist in Behandlung beim Kinderarzt und einmal im Monat bei einer Psychologin von AMEOS... daher kommt auch der ADHS-Verdacht. Aber ich glaube beide haben nicht wirklich den Plan, was die Inkontinenz betrifft.


    Das Trinken ist auch ein Problem... das meiste trinkt er abends... egal was wir versuchen. Vormittags wenn es hoch kommt 200-300 ml und dann den Rest zum Abend hin.
    Aufhalten von Urin ist eigentlich nicht... er mag zwar nicht in der Schule auf die Toilette. Aber im Stehen pinkelt er und Stuhlgang hat er meist nachmittags bis abends... wenn es morgens kommt, hält er auf oder es landet halt in der Hose.


    Die Probleme am Tag sind für mich eher nebensächlich, weil man sie wirklich gut einschätzen kann... irgendwie kann man sie immer mit irgendwas sonstigen im Umfeld in Verbindung bringen. Nachts hält sich irgendwie nicht an Regeln... es gab trockenen Nächte, wo es ruhig war, wo es stressig war, kurze Nächte, lange Nächte und bei Wiederholungen war dann wieder alles nass. Ok. Meine Möglichkeiten sind begrenzt. Bin halt nur der Elternteil, wo er alle 2 Wochen ist und in den halben Ferien. Laut der Mutter kommt bei ihr der Wunsch von ihm nicht, es mal wieder ohne Windel zu probieren... bei mir hingegen so alle 2 Monate, dass er abends sagt, er will die Windel mal zur Probe weglassen.


    Kinderurologie... ich komme so aus dem Dreieck Hannover-Hildesheim-Hameln... aber wenn ich Google frage, ist das nächste Braunschweig, Bielefeld oder noch weiter weg. Oder kennt jemand eine Webseite, wo man nochmal genauer schauen kann? http://www.initiative-trockene-nacht.de/arztsuche.html zeigt mir überwiegend normale Urologen an... gehen die auch?

  • Mein Sohn ist 6 und hat ebenfalls Probleme mit Einnässen und Einkoten. Adhs steht auch im Raum.


    Was mich etwas stutzig macht ist das "Einkoten" was du erwähnst.
    Uns wurde z.B. Überall gesagt das Einkoten ab 4 als pathologisch anzusehen ist und das auf alle Fälle vor dem Einnässen zu behandeln ist.


    Wir sind auch im SPZ immer gut beraten.
    Von dort wurden wir zu bestimmten Fachabteilungen weiter überwiesen ( Kinder Gastrologie, etc ) und eine ADHS Testung ist auch möglich.


    Fürs SPZ braucht ihr vom Kinderarzt eine Überweisung.
    Laut Google gibt's in Hannover z.B. ein SPZ