Wieviel Technik ist für Kinder ein gutes Maß? Oder ist neues Denken angesagt?

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  • Tochter (14) schreibt oft mit Freundinnen per Whatsapp. Wir haben in dem Alter ständig am Telefon gehangen mit Freundinnen. Von daher kann ich das verstehen. Es ist ja nichts schlimmes dabei mit Freundinnen zu kommunizieren. Ich fände es eher bedenklich, wenn sie das nicht machen würde. Im Alter von 8/9 hatte sie noch ein altes Tastenhandy um mal anrufen zu könnne, wenn etwas ist und konnte ab und zu mal an meinen damaligen Laptop um zu spielen. Das war damals neu für sie und ich finde es ist normal, wenn die Kinder das mal ausprobieren. Ein Nintendo bekam sie in dem Alter auch und hat sich eine ganze Weile damit beschäftigt. Das war aber nur eine Phase. Glücklicherweise fand sie viele Spiele nach einer Weile langweilig und sie ging noch anderen Hobbies nach. Grenzen setzen muss man aber schon. Es geht einfach nicht, dass Kinder den ganzen Tag nur mit Handy und Nintendospielchen beschäftigt sind. Zeitbegrenzungen habe ich noch nie gesetzt. Das empfinde ich als Unterdrückung und es führt nur zu Streit und Machtspielchen. Ich habe eher auf Einsicht gesetzt, dass es jetzt mal gut ist nach einer Stunde oder so und sie mal was anderes machen soll. Da sie nicht schon vom Kleinkindalter an damit anfing weiss sie sich noch anderweitig zu beschäftigen.

    Glaube an Wunder, Liebe und Glück. Schau nach vorn und nicht zurück. Tu was du willst, und steh dazu, denn dein Leben lebst nur Du.
    (altes Sprichwort)


    Es ist viel dunkler, wenn ein Stern erlischt als es sein würde, wenn er nie erstrahlt hätte (In Trauer und in Erinnerung an meinen Kater Otto)

  • Das halte ich absolut für normal...Teenies müssen sich austauschen, das gehört zur Entwicklung dazu...gab es in dem Zusammenhang bei euch schon Probleme mit Mobbing? Also, dass eure Kinder Täter oder Opfer waren? Hier gab es tatsächlich mal das Problem, dass die Große ( damals 10 ) sowohl Opfer als auch Täter war...und in der Zeit hing sie verstärkt am Handy...einmal aus Sorge, was alles geschrieben wird und der Angst, dass erst recht geschrieben wird, wenn sie nicht dabei ist und dann plötzlich in der Machtposition, wo sie diejenige war, die jemanden anderen versucht hat fertig zu machen.


    Oder sind eure Kinder ausgregrenzt worden, weil sie ohne Smartphone und Co. durchs Leben ziehen "müssen"?


    Muss man da mehr mit dem Zeitgeist gehen und die Kinder dort aus der Schussbahn holen indem man ihnen eigene Geräte zur Verfügung stellt oder ist dort eine behütete Abschottung ( bis 12 Jahre ) danach Stück für Stück für Stück die Leine lockern besser?


    Ich kenne nur die beiden Extreme...meine Geschwister haben erst mit den oberen Schuljahren ( ab 15, 16 ) ein eigenes Telefon bekommen, meist Überbleibselhandys aus alten Verträgen und die funktionieren auch nur mit Prapaid, was sie selber zahlen, die jüngeren besitzen keine...oder unsere Patchworktruppe, wo die Kinder schon in der 3. Klasse ein Handy bekamen. Das kam von uns und sollte den Kindern ermöglichen, jederzeit mit beiden Elternteilen Kontakt zu haben. Das waren Tastenhandys, weil Kinder ja gerne mal was verlieren ;) und ebenfalls auf Prepaidbasis, ohne Internet. Der Schuss ging nach hinten los...was eine einfache Kommunikation für die Kinder werden sollte, ist irgendwie eine Geisel geworden, die die Kinder schwer am "reellen" Leben teilhaben lässt! Ist das veraltetes Denken?


    Ich versuche da zu reflektieren, weil meine Sicht der Dinge ist nicht die Messlatte für alles, aber im Umgangsalltag sind die Differenzen oft groß und die Stellschraube liegt ja immer im eigenen Handlungsbereich...muss man als Erwachsener, der man ja doch anders aufgewachsen ist, dort mehr mit der Zeit gehen? Oder sollten Kinder vor dieser Flut an Möglichkeiten bewahrt werden, bis eine gewisse geistige Reife da ist? Und wo wird die festgesetzt? Jedes Kind ist ja anders...


    Ich selber hatte vor ca. 8 Jahren mir das tollste Smartphone sehr blauäugig mit einem teuren Vertrag zugelegt, um "dazuzugehören"...das Ende der Geschichte war, dass ich so von Facebook und Co. gefesselt war, dass ich es keine Sekunde mehr aus der Hand legen konnte und förmlich süchtig nach der Internetwelt war...mit den Folgen, dass das echte Leben an mir vorbeirannte und ich das nicht bemerkt habe. Selbst im Job konnte ich es kaum weglegen und das kam bis zur Abmahnung...dann habe ich einen radikal Schnitt gemacht, alle Verträge aufgelöst, Technik verkauft und hab eine Zeit lang völlig ohne Smartphone und Co. gelebt. Und das war eine tolle Zeit. Ich habe mich wieder ganz klassisch verabredet, konnte nicht spontan absagen, mir konnte nicht spontan abgesagt werden und irgendwie war mein Leben viel reicher als mit Smartphone. Seit 2 Jahren besitze ich wieder ein Smartphone, aber das hat nicht mehr den Reiz wie früher, Facebook und Co. habe ich gar nicht mehr...


    Ich frage mich, wenn ich sehe, dass es den Kindern genauso geht, dass sie ständig an den Dingern hängen, ob sie nicht auch schnell in diese "Sucht" rutschen können, immer erreichbar und online sein zu müssen. Und ob man Kinder nicht davor bewahren sollte...

  • Mein Mädchen ist diesen Monat 11 geworden.


    Sie hat freien Zugang zu jeglicher Technik im Haus und auch ein eigenes Tablet sowie Smartphone. Ich schrenke sie nur dann ein, wenn ich merke es nimmt Überhand. Ist bisher aber nur sehr selten vorgekommen.


    Meine geht 2 mal die Woche reiten, spielt nach wie vor gerne mit ihren Schleich Pferden und liebt es zu malen und zeichnen. Und das obwohl ich so gar nichts mit letzterem anfangen kann, bin da völlig talentfrei.


    Im Sommer geht meine noch freiwillig raus und würde auch am liebsten nicht mehr rein müssen. Sie hat Handy dann zwar bei, aber genutzt wird es dann eher nicht.


    Ich denke, dass liegt sehr viel am jeweiligen Kind und wie es gelernt hat mit Technik umzugehen und je weniger Verbote hinter stehen, desto eher wird es uninteressant.


  • So war das mit 11 bei uns auch noch .....



    Seufz ....

  • Junior hat sein Smartphone seit Oktober. Er ist 15 und hat sich vorher nie ausgegrenzt gefühlt.


    Mein Großer hat sein erstes Smartphone erst in Klasse 11.2 bekommen, da war er 17. Auch er war vorher nicht mehr oder weniger integriert als mit dem Ding. Er trinkt übrigens auch keinen Alkohol, war auf den letzten Schulfahrten der einzig nüchterne Schüler und ist immer akzeptiert worden.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Also Sohnemann (6) darf einen Nintendo 2DS sein Eigen nennen. Ich selbst besitze einen Laptop und ein Smartphone. Gemeinsam haben wir einen XBOX.


    Auf meinem Smartphone sind weder Spiele noch Facebook installiert - kommen auch nicht drauf. XBOX (mit Kinect) spielen wir fast immer gemeinsam, aber auch nicht so oft. Eine Zeitbegrenzung vor Spielbeginn gibt es da nicht, aber meist ist nach spätestens 60 Minuten Schluß.


    Seinen Nintendo hat er jetzt seit mind. 2 Wochen schon nicht mehr genutzt. Am Laptop sitze ich meist Abends nach der Arbeit, am Wochenende oder wenn ich frei habe auch mal zu anderen Zeiten. Zocken tu ich am Laptop gar nicht. Den nehme ich nur fürs surfen, Schreiben erstellen usw.


    Wir haben hier noch ein altes Tablet, da sind noch paar Kinderspiele installiert. Das Tablet nutze ich selbst nicht mehr, da es nicht mehr wirklich gut funktioniert zwecks sufen im Internet, aber mein Sohn darf die Spiele damit spielen.


    Wann mein Kind mal ein Smartphone bekommt, darüber habe ich mir noch keine Gedanekn gemacht. Es gab aber schon Zeiten wo ich meiner Meinung nach zu nachgiebig war und er viel zu oft und lange am Tablet gespielt hat. Da wurde er dann echt aggressiv wenn ich mal "nein" sagte. Daher passe ich jetzt schon auf das es keine Überhand nimmt.

  • meiner ist 4 und er darf am Tag ca. 45 Min TV/Tablet schauen.
    Morgends wennich in die Dusche gehe ist die erste 1/4 Stunde TV (Kika) in derzeit frühstückt er auch abends dann sandmännchen und was davor kommt.
    Wahlweise auch IPad bzw. Youtube.
    Am We ist es manchmal anders aber auch eher selten und auch nur wenn König Langeweile mit eiserner Faust regiert ;)

  • ich persönlich fand 10 einfach zu jung für ein Smartphone und Zugang zu sozialen Netzwerken. Ich glaube das ist auch die anfälligste Zeit für Sachen wie Mobbing und ähnliches. Meine Jungs haben mit 13 ihr erstes Handy bekommen. auch hier ist von wegen Ausgrenzung überhaupt nichts gewesen. Im Gegenteil. Sie nutzen ihre Handys jetzt noch kaum und sind in den sozialen Netzwerken so gut wie gar nicht unterwegs. Sie benutzen Facebook z.b. nur als Chat-Kommunikation unter Freunden.

  • Aywa,


    Technik usw. habe ich nie in den Vordergrund gestellt. Wir hatten früher schlicht und einfach nur einen kleinen Fernseher und meinen PC, mehr konnte ich mir nicht leisten. Als ich mein erstes Handy gekauft habe, waren die meisten Leute schon seit mind. 2 Jahren damit ausgestattet.


    Mir waren und sind andere Dinge wichtiger und da lass ich mich auch nicht beirren. Das hat meine Söhne sicher geprägt. Mein Großer steht übrigens auf alte Technik. Sein schönstes Weihnachtsgeschenk ist eine Radioröhre, die ihm mein Vater vermacht hat.


    Irgenwann löten wir uns vielleicht wieder eine Eisenbahnanlage zusammen. Meine Loks und Wagen sowie den Schienenbus hab ich ja noch.

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  • Sowas finde ich ja auch toll...ich bin gerne krativ...malen, basteln, nähen...und halt nicht so Technikbegeistert....klar, Nintendo hab ich auch gerne gespielt, hatte nur nie einen eigenen...
    Wir haben den Kindern viele Dinge geschenkt, wo sie kreativ werden können, aber wenn ich nicht auffordere, liegt es nur rum. Seifen selber machen, Serviettentechnik, Schmuckbastelkram, Backzubehör...da sind die Kinder echt ausgestattet...selbst Nähzeug für Kinder liegt hier rum...die Kids haben Kurse geschenkt bekommen ( Schauspiel, Musikunterricht, Sportkurse...) alles wird irgendwann abgelehnt und sie hängen wieder an den Dingern...selbst die Wunschlisten für Geburtstage sind gefüllt mit Zubehör für das was sie bereits haben...und mich belastet tatsächlich, dass sie dann so unausgeglichen und auch aggressiv sind, wenn sie mal was anderes machen sollen/dürfen. Wir haben auch Haustiere, die sie sich mal gewünscht haben und nun bestenfalls lästig sind...sowas finde ich halt sehr schade und daher auch mein Interesse an den Erfahrungen anderer ;)

  • Zwingen wirst du sie nicht können, aber vorleben. Wie gesagt, legt eine Technikfastenzeit ein und du machst dann etwas Kreatives, z.B. Seifen. Wenn sie mitmachen wollen - gut - wenn nicht, lass sie sich langweilen. Aggressionen kann man mit Hausarbeit begegnen. Staubsaugen, Gemüse schnibbeln...je blöder sie es finden, um so besser. :D


    Meine sind gewohnt, dass ich stundenlang mit einer Sache beschäftigt sein kann. Früher hab ich gern gepuzzelt, heute nutze ich die Zeit lieber, um u.a. Rohre (Mundstücke) für die Oboe zu bauen. Eine schöne Fummelei. Oder ich mach die Planung für das nächste Gartenjahr - das kann Tage dauern.

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  • Ich schätze, dass der Umgang mit der Unterhaltungstechnik zum Teil auch Charaktersache ist, manche Kinder/Menschen sind mehr technikaffin als andere. Und zum anderen Teil ist es natürlich auch die Orientierung an Vorbildern, erst Eltern und später Freunde.


    In meiner Kindheit und Jugend gab es zwar schon die ersten Computerspiele oder Konsolen, aber echtes Interesse hatte ich daran nicht. Auch Fernsehen war bei uns zuhause sehr begrenzt, ich kenne viele der "Klassiker" von damals gar nicht.
    Aber mit mitte 20 habe ich mir dann so ein kleines Dings gekauft, mit dem man Tetris spielen konnte (ähnlich wie Gameboy) - und bin da monatelang heftig dran kleben geblieben. :rotwerd Da habe ich den Suchtfaktor kennengelernt.
    Sohn hat sich irgendwann einen Gameboy besorgt, ist aber nicht süchtig geworden. Als er mit 14 seinen ersten Computer bekam, hat er sicher auch gespielt, mehr noch aber Musik gemacht mit den ersten schrottigen Musikprogrammen, die es damals gab. Heute, 15 Jahre später, produziert er Musik, die tatsächlich gekauft wird.
    Tochter ist da ganz anders, sie hat von Anfang an diese Affinität gehabt, klebte vor der Glotze und jetzt an ihrem Smartphone.
    Deshalb habe ich ihr lange keine Geräte geschenkt, erst mit 14 dieses Jahr das erste Smartphone. Einen Nintento hatte sie mal, damit war sie 1-2 Jahre beschäftigt :rolleyes2: und ich konnte das Ding nicht einkassieren, war ja Geschenk von Oma...


    Ich besitze kein Smartphone, wir haben keine PS oder sonstigen Spielkram, allerdings habe ich ne Glotze, die seit meinem Singledasein auch abends meist läuft, und ich habe seit 6 Jahren einen Laptop, der auch täglich in Gebrauch ist. Meist viel zu lange... So gesehen bin ich nicht das beste Vorbild.
    Allerdings sind wir beide kreativ, ich kann bei Glotzenbeschallung hervorragend stricken oder basteln oä, sie zeichnet und bastelt auch gern. Nur mit dem Rausgehen hat sie es nicht mehr so seit diesem Jahr...lieber tagelang im Bett oder auf dem Sofa rumgammeln und am Handy spielen...


    Ich finde es erschreckend, wie viele Kinder schon in zartem Alter Zugang zu jede Menge Technik haben, und wieviele tatsächlich auch über eigene Geräte verfügen! Ich kann mir nicht vorstellen, dass das gut ist für kleine Gehirne, die sich noch vernetzen, und für noch nicht ausgereifte Persönlichkeiten, die sich noch finden müssen.


    Hoch lebe die Langeweile, die der Nährboden der Phantasie und der Kreativität ist!

  • Hallo,
    nachdem ich selber sehr, sehr gerne alles mitnehme was der Markt so hergibt, hat mein Sohn (fast 16) auch viel!
    Ich habe: Smartphone, Laptop, Tablet, alles relativ neu...nehme immer die Vorgängerversion, stehe auf Apfel
    Sohn hat: Smartphone, Laptop, Tablet...meine abgelegten Versionen. Dazu hat er seit seinem 8. Geburtstag einen Nintendo, den liebt er heute noch heiß und innig (best Invest ever, 8 Jahre Glück für 80 Euro)
    Nie gehabt: Spielekonsolen a' la Wii, Playstation etc., völlig uninteressant für uns Beide.
    Laptop und Smartphone bekam er mit ca. 13 Jahren, Tablett gab es zum 15. Geburtstag


    Der Fernseher läuft hier so gut wie nie, kommt nix was Familie Lotta braucht. Wir hängen Beide an unseren Spielzeugen...wenn es die anderen Interessen und die Zeit zulassen! Und das ist der Knackpunkt!
    Der Sohn macht viel Sport, ergo wenig Zeit für Tablet und Co
    Ich arbeite Vollzeit, schmeiße den Haushalt (mit Unterstützung vom Sohn), habe Freunde mit denen ich um die Häuser ziehe...hin und wieder kümmere ich mich um mein Meerwasser-AQ und siede Seifen.
    Also viel Technik, wenig Zeit (bis auf Urlaub, so wie jetzt).


    Für mich ist das ok so. Manchmal wird es mir zu bunt...dann muss er abliefern! Macht er auch (sogar gerne). Im Großen und Ganzen passt es aber.
    Wir nutzen unsere Spielzeuge auch viel zur Beschaffung für Infos (sei es Sport, Nachrichten, Videos etc.), das finde ich völlig genial.


    Ich bin süchtiger als der Sohn, ich spiele Pokemon Go :nixwieweg und habe mir da schon öfter einen Rüffel vom Sohn anhören müssen.


    LG Lotta

    edit: Rechtschreibfehler gefunden und korrigiert


    Nur wer einen Schatten hat, steht auf der Sonnenseite des Lebens!

  • Wenns mal nen Tag Handyverbot gibt wird in der Ecke gehockt und sich gelangweilt... Dabei mangelt es eigentlich nicht an Alternativen, Haustiere, jede Menge Spielzeug... alles vorhanden.


    Ich glaube, da musst du ein bisschen mehr Geduld haben. Einfach aushalten, dass sie sich langweilen und schlechte Laune kriegen.
    Wenn es für dich das größere Problem ist, dass sie sich langweilen, dann haben sie dich ja schon am Wickel ;-)


    Ich denke, es liegt an den Eltern, worauf die Kinder abfahren. Wenn man sich mit seinem Kind beschäftigt, hat man die von dir erwähnten Probleme nicht. Wem die Kinder lästig sind, der setzt sie vor den Fernseher oder die Spiele-Konsole und hat seine Ruhe.


    Das glaube ich nicht. Kinder sind da viel zu verschieden. Und in der Pubertät haben viele Kinder wenig Lust auf ihre Eltern.
    Man kann sie dann auch nicht mehr irgendwo "parken" und hat seine Ruhe... ;-)



    inwieweit der "freie" Konsum gut ist und ob Kinder von alleine das Zeug weglegen um spielen zu gehen oder ob die Fülle der Möglichkeiten nicht die Kreativität unterbinden durch "einfache und schnelle" Ablenkung.


    Die meisten Erwachsenen können mit diesem "freien" Umgang nicht umgehen. Wie sollen Kinder das dann schaffen?!
    Natürlich gibt es Kinder (und Erwachsene), die das selbst regulieren können. Ich glaube aber, dass das eher Ausnahmen sind.
    Auch das Umfeld außerhalb des Elternhauses spielt mit zunehmendem Alter eine zunehmende Rolle. Da wird es wichtiger, was Freunde machen und denken.



    Damit hätte ich dann auch direkt zwei Punkte, an denen ich bei meinen Kindern die Nutzung festmachen würde (und werde):
    1. Hat das Kind noch andere Hobbys, Freunde, Interessen? Wenn ja: Soll es doch die andere Zeit nutzen, wie immer es mag.
    2. Spielt es aus wirklichem Interesse, oder nur, weil es sonst nix mit sich anzufangen weiß?


    Finde ich gut. Und so lange man die beiden Punkte mit "ja" beantworten kann, ist alles in Ordnung. Problematisch wird es erst, wenn die beiden Punkte nicht mehr zutreffen. Noch problematischer wird es, wenn das Kind alle Alternativen ablehnt. Bzw. der Jugendliche...
    Ich habe bei meinen Kindern die Erfahrung gemacht, dass es bis zu einem gewissen Alter völlig unproblematisch war, sie für andere Dinge als Pc etc. zu begeistern. Bei uns gab es allerdings auch nur Pc. Fernseher gibt und gab es nicht, Spielekonsolen auch nicht, Smartphones auch nicht...


    Irgendwann nabeln sie sich aber ab. Da haben sie keine Lust mehr, Spiele zu spielen und mit den Eltern in den Wald zu gehen.



    Ich frage mich, wenn ich sehe, dass es den Kindern genauso geht, dass sie ständig an den Dingern hängen, ob sie nicht auch schnell in diese "Sucht" rutschen können, immer erreichbar und online sein zu müssen.


    Ich denke schon, dass die Gefahr da ist. Smartphones sind die Pest unserer Zeit...


    Und ob man Kinder nicht davor bewahren sollte...


    Ja, sollte man.
    Ich glaube, das geht aber nicht mit Verboten. Nur mit Überzeugung. Und das ist halt nicht einfach und wird mit zunehmendem Alter auch schwieriger.


    Ich kann eigentlich nur meine Erfahrung mit Teenagern mitteilen. Als unsere Kinder kleiner waren, war das alles noch gar kein Thema.


    Mittlerweile lebt nur noch die 16 jährige Tochter bei uns. Die beiden Jungs sind schon ausgezogen.
    Bei unserer Tochter ist maßlose Handynutzung immer wieder ein Problem. Sie hat das selbst nicht im Griff und kann das Ding nicht ausschalten oder weglegen. Wir reden viel darüber. Überzeugt ist sie aber nicht...
    Als wir - in Absprache mit ihr - die online-Zeit per Fritz Box beschränkt haben, hat sie sich nach ein paar Tagen heimlich eine Internet-Flat besorgt und so die Einschränkung umgangen...


    Mein Sohn hat eine interessante Erfahrung gemacht: als er gemeinsam mit seiner Freundin in eine eigene Wohnung gezogen ist, gab es dort Probleme mit dem Internet-Zugang. 3 1/2 Monate hatten sie keinen Internet-Anschluss und auch keinen Fernseh-Anschluss (sie haben das übrigens überlebt... ;-) ).
    Eine Internetflat auf seinem Smartphone hat er nicht.
    Er hat erzählt, dass es am Anfang ganz schön shice war. Dass er sich ausgeschlossen fühlte, irgendwie abgetrennt vom Rest der Welt. Und dass er vor allem Probleme hatte, sich zu verabreden (telefonieren über Festnetz ist ja sowas von retro...).
    Auf der anderen Seite hatte er plötzlich Zeit. So viel Zeit! Die beiden haben die Zeit gefüllt mit reden und diskutieren, mit lesen, mit kochen (lernen), mit Radion hören, mit spazieren gehen, mit tagelangem wildcampen, sie haben Freunde eingeladen die plötzlich ebenfalls stundenlang kommunizieren konnten, ohne ständig ihre Smartphones vor den Schädel zu halten - für viele völlig vergessene oder gar unbekannte Möglichkeiten...


    Seit ein paar Wochen haben sie nun den Zugang. Und siehe da - sie haben trotzdem keine Lust (mehr), ihre Zeit mit dem Pc, Smartphone oder Fernseher zu verschwenden. Vielleicht braucht es manchmal so eine Zwangspause...

    *********************************
    Ihr kennt bestimmt auch diese eine Person, die ihr bei einer Zombie Apokalypse sofort erschießen würdet.
    Egal ob Zombie oder nicht...

  • Ganz schön schwieriges Thema ..... meine Tochter mit 12 hat das gut im Griff, hat mit 11 ihr Smartphone bekommen ( vom Vater, hätte erst mal noch gewartet ) aber nach anfänglichem Hurra ist das zu einem guten Maß abgeflaut. Da mein Sohn mit 10 am Computer spielt oder Youtube Videos anschaut und den Ausschaltknopf nicht findet, gibt es jetzt eine Halbstundenregelung für Spielen oder Vierzig Minuten für Schauen für Beide.
    Ihm kann ich auch die Verantwortung für das ausschalten nicht übertragen, da muß ich genau kontrollieren und auch ganz hart bleiben .... allerdings gehts jetzt los - er schreibt an einer Geschichte am PC und baut sich eine virtuelle Gleisanlage ..... ist ja auch am PC aber weder Film noch Spiel .... wir verhandeln halt.


    Seit ich die Verantwortung für das Ausschalten wieder komplett übernommen habe ist es wieder gut, wir probieren es halt später wieder ....

    Das Leben passiert jetzt :rainbow:

  • Meine Tochter bekommt von mir keine Vorgaben gemacht wie oft und wie intensiv sie ihre Geräte nutzt.
    Wir haben nur die Abmachung dass beim Essen keinerlei Technik genutzt wird und dass die Schule nicht darunter leiden darf, zudem muss sie zwei Mal in der Woche zum Sport in einem Verein weil ich persönlich finde dass viele Jugendliche in ihrem Alter auf Grund mangelnder Bewegung einfach nur fett sind und/oder über keinerlei motorische Fähigkeiten mehr verfügen, zudem leidet das Sozialverhalten.
    Teilweise hat meine Tochter Netflix/Amazon Video und auch das Tablet/Handy sehr exzessiv genutzt, jedoch war das schnell vorbei als ich zu Nikolaus/Weihnachten Sachen von Lego für uns gekauft habe, daran sieht man dass die Gerätschaften nur ein Füllkörper für eine Art von mangelnder Auslastung sind.
    Ich gehe aber auch davon aus dass sie im Alter wieder etwas Neues für sich entdeckt da sich die Gesellschaft und der Lebensstil so schnell entwickeln; ich mag mir gar nicht anmaßen zu wollen beurteilen zu können wie das richtige Verhalten mit diesen Medien auszusehen hat, zu Zeiten von meiner Mutter gab es das gar nicht und zu meiner Zeit nicht in dieser Form.

  • Ich möchte meinen Beitrag vor ein paar Tagen ergänzen:


    Also ich bin die letzten Tage absoluter Fan des TipToi Stiftes geworden. Wir haben den hier schon seit 2 Jahren zuhause rumliegen (damals Kinder 4 und 2 Jahre alt) und nun beschäftigen sich meine Kinder damit. Meine Tochter hat das Buch 1. Klasse Deutsch bekommen. Sie wurde im August eingeschult und hat in 45 min mal eben den Lernstoff der letzten 4 Monate wiederholt/gefestigt. Das Buch arbeitet auch mit der Anlauttabelle und die Übungen sind in etwa genau so aufgebaut wie die Übungsblätter, die meine Tochter bekommen hat (Anlaute zuordnen, Reimwörter erkennen, Laute am Anfang, Ende und in der Mitte eines Wortes,...)


    Und mein Sohn hat die Spielewelt Polizeirevier bekommen und muss dort schlussfolgern und kombinieren, um Fälle zu lösen. Andere Bücher, die wie vorher schon hatten, werden nun auch ausprobiert.



    Und wenn ich an meiner Jugend denke, habe ich auch relativ viel am PC gespielt, aber dabei auch viel gelernt.


    Mein Papa ist 65 und in seiner Jugend gab es kaum Medien. Aber er hat stundenlang mit seinem Schachcomputer und seinem Taschenrechner gespielt :-D . Und als es dann die ersten stationären Rechner gab, hat er sich das Programmieren beigebracht.

  • Wir haben in unserem Haushalt bei fünf Personen jeder ein Smartphone, zusätzlich insgesamt einen Fernseher ( ohne Kabel, ohne Schüssel ), einen PC, einen Laptop und ein Tablet - und das funktioniert gut so.


    Jüngstes Kind mit 13 muss fragen, wenn er technische Geräte ( außer Smartphone) benutzen will, die größeren Kinder hatten früher Zeitvorgaben.


    Smartphone bekamen die Kinder erst mit 19, 14 und 13. Kind mit 19 hat es sich übrigens erst zum Studium angeschafft.


    Vor der Einschulung war PC und Laptop tabu, es sei denn wir haben uns zusammen etwas angeschaut.


    Ich muss sagen, ich bin überrascht, wie sich das mittlerweile geändert hat, ich sehe Zweijährige die schon an Mutterns Smartphone rumspielen, dass sie ruhig sind, Vierjährige, die lang am Tablet daddeln



    Aywa
    Euer Haus, eure Regeln.
    Hier gab es früher auch Probleme, was die Kinder beim KV durften und bei mir nicht. In der Regel gewöhnen sie sich daran :)



    LG Jona

  • So, willkommen im neuen Jahr.


    Den Tiptoi haben wir auch, mit dazu passenden Spielen, das Interesse ist sehr schnell verflogen, da die neuen Spiele nicht in dem Tempo folgen können, wie eins ausgespielt ist. Kann aber auch am Alter liegen, denn meine Neffen im Vorschulalter spielen leidenschaftlich damit;)


    Ja, das Kinder im Kleinkindalter wie selbstverständlich am Tablet/Smartphone hängen finde ich auf der einen Seite verständlich, da Kinder nachmachen, was sie sehen und erschreckend,da es zeigt, dass ihnen kaum Alternativen geboten werden. So sollte es nicht sein!


    Mein Haus meine Regeln führt über kurz oder lang dazu, dass die Kinder den Weg wählen, der ihren Interessen am meisten entspricht, was bedeutet, dass sie seltener kommen wollen...also steht man immer im Konflikt, entscheiden zu müssen, wie sehr man gegen eigene Überzeugungen handelt, damit die Kinder freiwillig kommen oder durchsetzt, dass es auch noch andere Dinge gibt. Eine der Überlegungen, die mich zu meinem Thread inspiriert haben.