Wir und unsere Monster - Geschichten über Depression

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  • Vielleicht hast du in letzter Zeit, einfach zu viel um die Ohren gehabt.
    Ich kann mir an Beiträge von dir erinnern (wenn ich mich recht erinnere),


    :hae::hae::hae: Hm, das frage ich mich selber gerade, ob Du da was verwechselst. ^^


    Aber egal. Natürlich gibt es die letzte Zeit gehäuft Probleme in meinem Leben, da hast Du Recht.
    Wovon ich spreche hier im thread, das sind jedoch Dinge, die ich schon mein ganzes Leben an mir beobachte.
    Es hört sich jetzt eingebildet an, so meine ich das nicht. Aber ich finde es in dem Spruch etwas wieder, was ich versuche zu beschreiben.


    "Ein guter Charakter kann zuweilen den Erfolg im Leben außerordentlich behindern."


    Hier ist zwar primär wirklich Erfolg, materiell, gemeint. Aber ich deute den Spruch auch so, daß ein schönes und erfülltes, glückliches Leben auch Erfolg ist. Und das kann einem durch "Melancholie", weil man die Missstände der Welt intensiv wahrnimmt, auch verwehrt sein.

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen lernt,

    muß die Gegend verlassen, wo sie gelten.

    (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Auch bei Depressionen ist es doch die eigene Bewertung, die die Diagnose macht - ich musste auf jeden Fall Fragebögen ausfüllen ... findet man sich in Melancholie oder Hochsensibilität, ist das die persönliche Einschätzung und wer will einem die denn absprechen?
    Ich finde, es kann sehr entlastend sein, sich in einem Konstrukt wieder zu finden - ich fühle mich dadurch nicht mehr so einsam, so außergewöhnlich, so unverstanden. Bei den HS-Büchern habe ich immer gedacht: Ja! Ja! Und habe danach angefangen, mich mit mir auszusöhnen. Endlich einige meiner Kindheitserfahrungen einzuordnen - und zwar dann weder mich als total bekloppt noch meine Eltern als völlig schlecht ...


    Gereizt sein, unzufrieden sein, kenne ich von mir auch, wenn ich zu viel Stress habe. Wobei es bei mir erst durchbricht, seit ich mich "gesünder" fühle.


    Vielleicht, Nele, nimmst du dich ja einfach wahr? Machst nicht mehr zu und dicht, schaltest ab, sondern irgendwie kommen Bedürfnisse durch, die gar nicht so Recht wissen, was sie wollen und sollen, weil sie bisher wenig Raum hatten?
    Nur eine Idee ...


    Vielleicht möchte das Kind in dir bocken, weil es das nie durfte, vielleicht möchtest du einfach mal einen Flunsch ziehen, anstatt nett zu lächeln, vielleicht?


    Vielleicht ist die Melancholie bei dir auch der Anfang der Depression gewesen und nun kehrst du wieder in die Melancholie zurück, kannst einen "anderen" Weg finden, damit umzugehen (nicht in die Depression?)


    Ich hoffe auf jeden Fall, dass du dich mit diesen Gefühlen aussöhnen kannst!

  • um mir rum ist die welt dunkel.


    ich zitter und hab schon wieder geweint.


    ich versuche aufzustehen, aber mein koerper ist viel zu schwer.


    in meinem kopf dreht es sich,
    seit tagen hab ich das gefuehl das mich meine beine nicht mehr tragen koennen.


    ich versuche zu ordnen, ruhig zu bleiben, nicht alle schritte auf einmal zu machen, was bleibt ist die leere.
    kraftlosigkeit.
    muede vom leben.


    wieso kann ich nix geniessen, nicht sehen was ich hab und nicht wissen, das ich schon soviel geschafft hab.


    komm steh auf, steh auf und mach den naechsten schritt und sei er doch so klein.
    aber alles in mir bleibt. bleibt so wie es ist.


    ich schliesse die augen. weil sie brennen.
    weil alles schmerzt.


    weil ich schreien koennte........


    aber ich bin mutig, ich zieh mir schuhe an, werde um den block laufen, gedanken sammeln, gefuehle ordnen, kraft schoepfen.........

    Kinder die geliebt werden, werden erwachsene die liebe schenken koennen.


    [font='Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif'] "In meinem Leben habe ich unzählige Katastrophen erlitten. Die meisten davon sind nie eingetreten."

  • Marzipan :knuddel

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • wieso kann ich nix geniessen, nicht sehen was ich hab und nicht wissen, das ich schon soviel geschafft hab.

    was du nicht fühlen kannst mußt du dir immer wieder sagen - bis du es glaubst! es ist oft zuviel zu tun damit man glück wirklich greifen kann - fühl dich mal gedrückt, solche momente habe ich zeitweise auch :troest .

    Stell dir vor, du wärst verzaubert.

    How to be an Artist-SARK

  • Liebe Marzipan,
    ja, du bist mutig.
    Und du gehst weiter, einen Schritt nach dem anderen.
    Du weißt, dass du im Moment mühsam durch die Dunkelheit tappst, aber dass die Welt für dich auch wieder heller werden wird und deine Schritte wieder sicherer und kraftvoller. Du hast das schon mehrmals erlebt - und geschafft!
    Du kannst das Schöne und das Gute im Moment nicht fühlen, aber du weißt, dass es da ist.
    Es ist schwer hinzunehmen und auszuhalten, das Schöne nicht zu fühlen, denn es ist ja irgendwie unser Lebenselixier, das uns Kraft gibt.
    Ich kenne diesen Zustand, in dem man sich wie abgeschnitten fühlt. Der Kopf weiß, dass die Welt da draußen hell, warm und schön ist, aber das Herz kann es nicht fühlen.
    Die Verdunkelung wird vorübergehen, auch wenn du es dir jetzt gerade nicht vorstellen kannst.
    Ich schicke dir eine handvoll Licht :knuddel

  • Sonne, du hast das wirklich sehr schön und sehr treffend geschrieben!
    Marzipan, du bist auf genau dem richtigen Weg! Du schaffst das! Sei stolz auf diese ersten Schritte, denn sie sind die schwersten und die wichtigsten!

    Ich bin eine Mutter - und was ist deine Superkraft?

  • Wenn es MIR so schlecht geht, dann versuche ich es auf diese Weise: Ich denke an meine Migräneanfälle. Es ist furchtbar, aber da bin ich mir zu 100 % sicher, daß es vorüber geht. Dann lieg ich im Bett und bete es mantraartig runter "es geht vorbei, es geht vorbei, es geht vorbei".


    Ich konzentriere mich nur auf diesen Gedanken. Und es läßt mich besser durch diese Zeit kommen. Denn ich WEISS, daß es besser werden wird. Wisst Ihr auch warum? Weil wir denen es so geht es VERDIENT haben!!!!!


    Ganz viel Liebe und Umarmung und Zuversicht für Euch :love:bigkiss:bet

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen lernt,

    muß die Gegend verlassen, wo sie gelten.

    (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Also erstmal
    Danke für die das ich diese vielen Erlebnisse lesen darf& an die ts, die die im März so beschreibt , wie es mir nun ergeht.


    Ja das ist es, alleine mit dem Kind, die Kraft raubt mich aus.
    Zudem kann ich kaum beschreiben wie ich es sich anfühlt.


    Ich weiss wohl dass ich schon wegen Depression 2008 in Therapie war, die ich durch Psychot. "Relativ" in Griff bekam.
    Damals war es wegen meines Exes.
    Sprich: Ich hab Probleme Verlassen zu werden, nage meinem Selbstwert& u an mein Vertrauen an mich versagt,
    Dennoch sieht man mich als starke tolle Frau.
    Immer wieder verschlägt mich mein Gefühl von zu tode betrübt& glücklich.
    2012 wurde ich schwanger(ungeplant). Der Vater meines Kindes, lehnte dieses Geschenk ab, mit den Worten, treib es ab,& wenn du aus moralischen Gründen nicht möchtest, kannst du abtreiben.
    In der 18sw landete ich wieder ich bei der Therapie mit Ängsten& starke Hormonschwankungen seitens der Sw kamen dazu.
    2013 kam mein Sohn, als Schreibaby.
    Mit kiss syndrom.
    Mit Gerichtsterminen. Unterhalts probleme u absoluten Babychaos.
    Mein Sohn schrie schrie schrie.
    Dank manueller Therapie, wurde es besser bei dem Kleinen, ich entpuppte mich zu einer "ultramama"
    Stillte meinen Sohn bis 18lbm. Denn das wollte er. Ich wollte es ihm geben, ich trug, denn wollte nur getragen werden& Kinderwagen hasste er.


    Ich landete dann bei der Mutterkindkur. Zudem arbeitete ich wieder mit 14 Monaten gab ich ihn 2 tage an meine Eltern.
    Bei der Mutterkindkur, hatte ich Höhen u Tiefen erleben durfen& doch ging es mir besser als ich zurückkam..
    Ich hab schnell eine neue Psy.th gefunden.
    Sie half mir, dass ich das das Kind als Segen sehen sollte& mich erfreuen soll.


    Zeitgleich lernte ich im babyjahr ein neuen Mann, er gab mir Kraft. Jedoch scheiterte es im August 2015.
    Wieder bin ich allein, meine Eltern wollten ihr Rentner leben( was ich verstehen kann)& zeitgleich ging mein Sohn in die Kita.
    Erneut sucht ich die Psy.


    Wieder half sie mir ohne Antidep. Aus meinen Loch.
    Nun im Mai steh ich wieder da. Mein Sohn ist nun 3.5jahre.
    4 Jahre nun erlebe ich seit der sw meine höhen u Tiefen.
    Ich lehne ihn fast schon ab, er stört mich in meiner Ruhe,& dazu arbeite ich 4 Tage.


    Ich hab schrittweise immer weniger Freunde.Zuvor war ich offen u herzlich& nun.
    Kämpfe ich jeden Morgen u frag mich wann 18-19h damit ich wieder Ruhe hab.


    Ich fühl mich komm nicht mehr weiter.
    Am fr hab ich nach knapp 2 Jahren einen psyc. termin. Ich glaub ich komm aus dem Loch nicht mehr raus.
    Also ich bin raus& ich geh mit ihm überall hin, aber es erfreut mich nicht.
    U wenn er schläft tut mir es so leid..
    Das ich so bin wie ich bin..
    U er spürt es nun auch immer mehr.
    Ich mecker& bin wütend.
    Morgen ist er beim Kv..
    Dann kann ich wenigstens für den Sonntag Kraft tanken.


    Ich wünsche mir so sehr dass es mal besser wird..☀️

    Einmal editiert, zuletzt von Emiha17 ()

  • hallo ihr lieben,


    CoCo, danke fuers druecken...........


    Nele64 danke fuer deine tipps und die lieben wuensche


    Frasp danke fuers mut machen und zuversicht geben


    Sonne danke fuer deine tollen und treffenden worte, die so voller kraft sind. ein gutes gefuehl verstanden zu werden........


    frisko danke dir fuers druecken, hoffe das klappt.


    ihr lieben, es tut gut nicht allein zu sein, danke fuer eure zeilen und fuers druecken........


    ich sende euch auch ganz viel kraft, zuversicht, einen guten weg und alles liebe..........

    Kinder die geliebt werden, werden erwachsene die liebe schenken koennen.


    [font='Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif'] "In meinem Leben habe ich unzählige Katastrophen erlitten. Die meisten davon sind nie eingetreten."

  • Ich bin zwar noch recht neu hier im Forum und es fällt mir gerade auch nicht leicht, aber auch ich leide an dem Monster der Depression.
    Seid drei Jahren bin ich deswegen erst in Behandlung, aber angefangen hat es schon in meiner Kindheit.


    Ich habe immer wieder Tage an denen es meiner Seele schlecht geht, nun sitze ich seid einer Woche wieder in meiner Wohnung und frage mich was ich hier eigentlich noch soll. Es gibt noch nicht mal einen generellen Auslöser für dieses Tief, es ist einfach da.


    Ich zweifel an mir selber, nichts bekomme ich hin, weder mein Körper wird gesünder, so das ich Arbeit finden könnte und raus aus dieser Einsamkeit komme, noch bekomme ich Termine hin die mich nicht belasten.
    Allen um mich herum geht es besser, so mein Eindruck, meine Schwester prahlt mit Ihrer Arbeit, Sie hat sich gerade ein neues Auto gekauft, und ich sitze hier und frage mich warum ich das nicht kann.
    Durch so etwas frage ich mich, was kriegst Du hin, was kannst Du? Wozu lebst Du und was willst Du hier noch?
    Ich weiß Materielle Dinge sind nicht im Leben entscheidend, trotzdem macht es mich fertig das ich nichts alleine hin bekomme. Ich habe auch Wünsche die ich mir erfüllen möchte, aber ich sitze in diesem Kreislauf fest und weiß das ich nichts hin bekomme.


    Und ich bin ehrlich, wenn ich meinen Sohn nicht hätte, dann wäre ich wahrscheinlich nicht mehr hier. Ich weiß das ich Verantwortung für ihn, für uns habe, und dennoch bin ich nicht glücklich. Nach außen bin ich die Starke aber hinter der Fassade ist ein Loch.


    [Blockierte Grafik: http://data8.blog.de/media/238/6753238_e2bb2441ec_m.png]



    So geht es mir wenn mich jemand fragt.


    Meine Ärztin weiß wie es in mir aussieht und Sie ist die einzige, denn ich kann mich ihr anvertrauen und ich bin so dankbar bei ihr gelandet zu sein. Ich nehme drei Medikamente gegen mein Monster ein und dennoch habe ich oft, einfach zu oft, dieses Gefühl.


    Ich traue mich auch nicht einem Mann davon zu erzählen, ich habe das Gefühl das die Männer das nicht versehen wie man sich fühlt, egal ob Therapeut oder einen Mann den man privat kennen lernt. Ich verschweige mein Monster weil ich Angst vor der Reaktion habe.
    Das kennt Ihr vielleicht auch.


    Und ich werde weiter kämpfen um mein Monster klein und kleiner zu bekommen

    Unmöglich - sagt deine Angst, zu viel Risiko - deine Erfahrung, sinnlos - dein Zweifel, versuchs - flüstert dein Herz.

  • Ich verschweige mein Monster weil ich Angst vor der Reaktion habe.
    Das kennt Ihr vielleicht auch.



    Monster machen Angst, weil sie im dunkeln leben, sind gruselig weil wir sie nicht richtig sehen können.


    Sie raus ans Licht zu holen, in die Sonne zu stellen und genau hin zu sehen, kann sehr helfen. :knuddel


    lg von overtherainbow :rainbow:

  • Marion, bist Du denn sicher, dass es die richtigen Medikamente sind? Wenn Du drei Präparate einnimmst und keine Besserung verspürst? :knuddel

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • overtherainbow.........das kann sein, nur raus holen ist sehr schwer.


    CoCo.......ich denke schon, ich vertraue da meiner Ärztin. Ich habe ja nicht nur das Problem, es steckt noch mehr dahinter wodurch es mit ausgelöst wird, das möchte ich hier aber nicht erläutern.

    Unmöglich - sagt deine Angst, zu viel Risiko - deine Erfahrung, sinnlos - dein Zweifel, versuchs - flüstert dein Herz.

  • Hallo Emiha,
    ich kann mir das ganz gut vorstellen, wie es dir geht, denn ich hatte auch eine ähnliche Phase als mein erstes Kind klein war. Von Anfang an keine Unterstützung vom Vater, von meinen Eltern auch nicht in den ersten Jahren, ich fühlte mich schrecklich allein und immer wieder auch überfordert, denn ich war noch ziemlich jung und oft einsam in der fremden Stadt...mein eh schon geringes Selbstwertgefühl total im Keller nach der schlimmen Erfahrung mit dem Kindsvater...


    Ich habe nur leider damals nicht begriffen, dass ich eigentlich Hilfe gebraucht hätte, dass ich mir Hilfe hätte suchen müssen.
    Da bist du einen großen Schritt weiter! Du hast dir schon Unterstützung gesucht und du hast in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass Medikamente und Therapie dir helfen können, aus so einem Loch wieder herauszukommen.
    Und daran solltest du dich festhalten, dass du bei dem nächsten Gesprächstermin erstmal das, was dich bedrückt, loswerden kannst, und dann gemeinsam einen Weg finden kannst, wie das Leben für dich wieder leichter wird - für dich und deinen Sohn.
    Ich kenne dieses Genervtsein, den Wunsch, einfach nur seine Ruhe zu haben, und vor allem das schlechte Gewissen, sein Kind ungerecht zu behandeln und die Angst, ihm Schaden zuzufügen damit - das alles ist aber eine Begleiterscheinung der Depression.
    Das bist nicht du! Das ist nur ein Zerrbild von dir in einer dunklen Phase, die du überwinden kannst.
    Du solltest dich also möglichst nicht selbst verurteilen deshalb, sondern deine restliche Kraft dafür nutzen, um wieder herauszukommen aus diesem Loch, mit therapeutischer Unterstützung. Und ich bin froh, dass du bald den Termin hast.
    Gib nicht auf, es kommt auch wieder eine bessere Zeit! :knuddel

  • Hallo Marion,
    ich finde es sehr mutig von dir, uns von deinen wahren Gefühlen zu erzählen, obwohl dir das Angst macht.
    Weiterzumachen und seinen Alltag zu bewältigen, wenn man in diesem Kreislauf von Selbstzweifeln und empfundener Unzulänglichkeit steckt, frisst enorm viel Kraft. Aber es frisst zusätzlich Kraft, wenn man eine Fassade aufrechterhalten muss, wenn man immer stark erscheinen muss und sich niemandem anvertraut.
    Ich verstehe deine Angst davor, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr befreiend ist, wenn man damit aufhört. Ich habe bis Mitte 30 mit niemandem offen über all meine Ängste, Selbstzweifel und düsteren Gedanken und Gefühle geredet, denn ich dachte, dass mich dann erst recht niemand mehr mag. Ich wollte so sein wie die Anderen, gut drauf und ohne Probleme.
    Aber so war ich nicht. Irgendwann war der innere Druck so groß, dass ich die Flucht nach vorne angetreten habe und mich geöffnet habe - und tatsächlich habe ich bei einigen Menschen damit offene Türen eingerannt.
    Denn auch die Anderen sind nicht so gut drauf, so ohne Probleme und so glücklich, wie es den Anschein hat. Auch sie tragen oft ihre dunklen Geheimnisse mit sich herum und verbergen alles, was sie für nicht gesellschaftsfähig halten. Und einige von ihnen sind dann sehr erleichtert, wenn man den Anfang macht und von sich erzählt, denn dann dürfen auch sie endlich mal offen reden.
    Genau diesen Effekt hast du doch auch hier gespürt und uns von dir erzählt.
    Seitdem muss ich nicht mehr meine kostbare Energie dafür aufwenden, mich zu verstellen oder zu verstecken.
    Sicher gibt es Leute, die mit solchen Dingen nichts anfangen können oder nicht damit umgehen können - aber da habe ich inzwischen genug Selbstbewusstsein um mir zu sagen: Das sind oberflächliche Leute, mit denen ich nichts anfangen kann, die brauche ich nicht in meinem Leben.
    Dafür sind andere Leute in mein Leben getreten, mit denen ich mich sehr ehrlich austauschen kann - und diese Freundschaften sind umso intensiver und wertvoller.
    Und außerdem hilft es, sich mit sich selbst zu versöhnen, wenn man sich nicht mehr verstecken muss. Ich bin so, wie ich bin.
    Und du bist so, wie du bist - und du darfst so sein, wie du bist!

  • Liebe Sonne, danke schön für deine tollen und wahren Worte!!


    Den Schritt zu tun, sich zu öffnen, zu sich zu stehen, auch mal nicht "gut" zu antworten, wenn man gefragt wird, wie es einem geht, ist schwer, denn so lange handelte man anders und hat es so verinnerlicht, dass einem die anderen Möglichkeiten fast unschaffbar erscheinen.
    Doch wen macht es glücklich?


    Ich erzählte meinem Therapeuten in der letzten Sitzung von einer Bekannten, die mich fragte, ob es denn auch möglich sei, die richtige, die wahre Jul kennenzulernen. Diese Bekannte ist generell sehr offen, sagt sehr klar, was sie denkt oder von den Sachen hält, fragt nach, wenn sie etwas nicht versteht.
    "Mögen Sie das?", fragte er mich.
    Ich sagte: "Ja, ich finde das ganz toll, denn es macht das Zusammensein so viel einfacher."
    "Und warum geben Sie das dann den anderen Leuten nicht?"


    Warum tue ich das nicht? Da ist Angst, da ist eine Schranke, ein Automatismus, den ich insbesondere wenn ich mich mit anderen Menschen konfrontiert sehe, nicht überdenken kann, weil ich mit zu vielen anderen Dingen beschäftigt bin (zum Beispiel nicht negativ aufzufallen). Aber ich arbeite dran.
    Es ist ein Weg. Ein ausprobieren, wie hier. Merken, dass es einem nicht die Luft zum atmen nimmt, wenn man offen sagt, wie es einem geht. Positive Resonanz bekommt. Und dann sucht man sich einen Menschen im Umfeld aus, der vertrauenswürdig erscheint, mit dem man sprechen kann.


    Und dann gibt es Menschen, die nach wie vor sagen: Stell dich nicht so an! Weil sie nicht damit umgehen können oder wollen oder selber nicht so weit sind, offen über sich zu reden. Und man erkennt, dass es einem gar nichts machen muss.


    "Wie wollen Sie denn erfahren, ob es wirklich Sie sind, die gemocht wird, wenn Sie sich nicht zeigen?"
    Keine Ahnung. Gar nicht, klar.


    Ich wünsche es allen hier und auch mir selber, die Offenheit sich selber gegenüber zu erlangen, sich endlich so annehmen zu können, wie man ist.
    "Heute bin ich richtig mies drauf. Und das ist in Ordnung so" oder "Heute war ich unfair einem anderen Menschen gegenüber, der eigentlich gar nichts dafür konnte. Aber ich verzeihe mir das, denn ich bin auch nur ein Mensch"


    Ein bisschen Licht und Luft und Sonnenstrahlen, die in die Herzen gehen und von innen warm machen.
    "Heute geht es mir nicht gut. Und trotzdem bin ich ein toller und liebenswerter Mensch. Weil es so ist."
    All die Rückschläge sind so blöd. Aber es ist ein Prozess. Zu dem gehört das anscheinend dazu.


    Alles Liebe euch allen!

  • Sonne das hasst Du sehr schön geschrieben und ich hoffe das ich auch solche neuen Freunde für mich finden kann. Nur zwanghaft suchen tue ich nicht, dann kommen die falschen zu mir, s war es bis jetzt

    Unmöglich - sagt deine Angst, zu viel Risiko - deine Erfahrung, sinnlos - dein Zweifel, versuchs - flüstert dein Herz.

  • "Wie wollen Sie denn erfahren, ob es wirklich Sie sind, die gemocht wird, wenn Sie sich nicht zeigen?"
    Keine Ahnung. Gar nicht, klar.


    Genau das ist die entscheidende Frage.
    Ich habe früher immer gedacht, dass man mich für langweilig hält - und womöglich stimmte das ja auch, weil ich einen großen Teil von mir verborgen habe.
    Ich möchte um meiner selbst willen gemocht werden, also muss ich mich auch offenbaren.
    Ich kann ja auch andere Leute nur dann wirklich mögen und ihnen vertrauen, wenn sie echt sind und mich teilhaben lassen.




    @ Marion
    Richtig, suchen kann man die Leute nicht gut, meist entsteht eine neue Verbindung eher zufällig durch ein Gespräch, jedenfalls bei mir.
    Das müssen aber nicht neue Leute sein, einige kannte ich schon länger, aber eben nur oberflächlich. Erst nachdem ich den ersten Schritt gemacht habe konnte ich sehen, ob da eine persönlichere Ebene möglich ist oder nicht.


    Manchen Leuten bin ich damals bestimmt auch auf die Nerven gegangen, indem ich sie vollgequatscht habe. Denn nachdem ich einmal angefangen hatte zu reden, ist so viel aus mir herausgesprudelt, was ich so viele Jahre unterdrückt hatte, dass ich wohl öfter mal über's Ziel hinausgeschossen bin... Macht nichts, denn auch das war "ich" zu der Zeit, und geschadet hat es mir nicht. Im Gegenteil.

  • :-D Hallo Sonne,
    Auch ich danke dir für deine zutreffenden Wörter.


    Ps und ja ich bin auch 35& trau mich nun auch darüber zu reden& auch vor anderen.


    Wenn dann schäme ich mich nachwievor vor dem alleinerziehend sein, hab das gefühl alle gucken durch mich hindurch..


    "Das bist du nicht... Etcpp


    Ja da geb ich dir recht.
    Ich hatte heut den Tag für mich& ich war frei. Frei vom Balast& ich hab endlich Sport gemacht u war mit meiner ebenfalls alleinerziehenden Freundin essen.
    Es tat sooo gut sich auszutauschen" face to face"
    Ich bin nicht allein& ihr geht es mit der kleinen oft wie mir&
    Ja das kleine Monster kommt und schaut und öfter blieb er einfach da& wartete und lauerte. Bis er wieder meinte zu gehen.
    Nein Medis hatte ich noch nie, nur Psy. Gespräche.
    Deswegen werde ich Freitag zu einem gehen, da ich dieses auf u abs nach 4 Jahren nicht mehr verkrafte.
    Ich empfand es früher als schlimm, aber jetzt nicht mehr.
    Wenn mir Antidep. Helfen meine Stimmungen nicht zu sehr zu erdrücken u die ständigen
    " was wäre wenn" hätte hätte fahrradkette" aufhören& ich nach vorne sehen kann& so meine ich gibts für mich u meinen Sohn der nun mal erst 3 Jahre ist, ein positives Lichtblick mich u das Leben zu akzeptieren& es zu leben das ist es wie es ist.
    Und vor allem darf ich mich nicht mehr zu erniedrigen& ich vermute sogar, es wäre so gar besser wenn ich mehr Std für mich hab& wenn ich nur mal um Block jogge...


    Hoffe das mich der heutige Tage länger positiv stimmt, meistens sieht es nämlich morgen wieder anders aus.
    & dss ist meine Angst..

    2 Mal editiert, zuletzt von Emiha17 ()