Wie viel ist(noch)normal?...

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  • Das ist dann wirklich blöd. Die Anwandlung "alle anderen sind schuld" hatte er auch ab und an. Wurde aber besser. Aber ich musste auch gebetsmühleartig wiederholen, dass es ganz und allein seine verantwortung ist


    Zum Glück hat bei meinem Sohn im Rahmen des Hirnumbaus auch eine Veränderung in Sachen ADS eingesetzt. Er ist jetzt 15 und seit 4 Jahren ohne Medis unterwegs.


    Und schulisch habe ich ihn tatsächlich vor die Wand laufen lassen. Es hat mir zwar unheimlich weh getan den Abstieg mitanzusehen. Aber er brauchte es wohl. Und er geht eben jetzt den härteren Weg. Aber er weiss halt jetzt warum und er sieht von Woche zu Woche mehr, dass das Hauptschulniveau sehr vie unter seinem eigentlichen Wissen liegt (gut, damit fällt er derzeit den Lehrern auf die Nerven) und dass er mehr erreichen will. Ich denke zwar immer wieder, warum hat er das nicht vor 2 Jahren kapiert. Warum musste er erst vom Gymmi runter? Aber es ist wohl sein Weg und letztendlich wird er irgendwann stolz auf das sein, was er nun aus eigener Kraft und Willem schafft. (auch wenn ich innerliche koche)

  • Was heißt denn "Konsequenzen" konkret?

    Beispiel Süßkrampapier. Drei mal habe ich das Zeug aus irwelchen Ecken in seinem Zimmer gezogen. Beim letzten mal Ermahnen meinte ich, passiert das nochmal stehen deine Süßigkeiten unten bei mir. Dann kannst du hier unten essen und ich kann dich schneller dran erinnern wo der Mülleimer zu finden ist.


    Jetzt steht sein Süßkram hier unten. Nur holen tut er sich nichts. Da geht er lieber zur Schwester. Und die teilt gerne...



    Wenn ich x mal erklärt habe, warum wieso weshalb ich es so möchte, erkläre ich es bestimmt nicht noch x mal. Dann kann er gerne alleine überlegen wie das war.
    Seine Zeit, nicht meine.


    Nur, steht er lieber Stundenlang und wartet das ich irwann sage, morgen ist wieder Schule, ab ins Bett. Machst dann morgen weiter. Den nächsten Tag steht er dann weiter und sitzt es aus...
    Es ist schwer Vorstellbar. Aber so ist es. Es können wirklich Kleinigkeiten sein. Aber diese Kleinigkeiten können sehr Nervtötend werden wenn sich diese häufen und in Dauerschleife laufen.


    "Denken ist wie GOOGLEN,...nur krasser!!"

  • Luchsi, es stört ihn nicht wenn er stinkt. Das hatten wir schon. Da bin ich kurz ins Bad weil ich etwas holen wollte(habe aber vorher gefragt ob ich kurz rein kann)er war halb ausgezogen und ich murmelte nur, hättest wenigstens mal das Fenster öffnen können nach deinem Toilettengang. ...Der war gar nicht auf Klo!!


    Beschwert sich aber, dass seine Mitschüler meinen er riecht komisch und ob er nur zwei Pullis hat.
    Der Jung könnte sich 14 Tage jeden Tag obenrum neu anziehen. Jeans hat er 6 Stück. Aber alleine drauf kommen??
    Leg ich ihm die Sachen aber am Vorabend raus, fühlt er sich wie ein kleines Kind. Ja, was denn nun?!


    "Denken ist wie GOOGLEN,...nur krasser!!"


  • Sorry, aber das ist für mich auch eine unnötige Baustelle... Sein Zimmer - seine Sache, wo die Papiere rumliegen, solange die nicht ein Eigenleben entwickeln und von alleine rausgelaufen kommen... Wie mag sich ein 13-jähriger fühlen, der wie ein 3-jähriger beim Muttern antanzen muss, um sich seinen Süßigkeiten abzuholen? Da ist es kein Wunder, wenn er das umgeht und stattdessen zur Schwester geht...


    Wie ist es denn eigentlich so allgemein mit der Schwester? "Funktioniert" die mehr so, wie Du das möchtest, mit all den Kleinigkeiten?

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Sehe ich anders. Sein Zimmer befindet sich in meinem Haus. Und ich halte es gerne sauber.
    Würde er bereits eine eigene Wohnung bewohnen, oder in einer WG ein Zimmer mieten, ja-da wäre es mir dann wirklich egal wie es da aussieht.


    Er hatte doch die Wahl. Wenn er sich für "antanzen" bei Mutti entschieden hat, dann soll er damit zurecht kommen.


    Seine Schwester findet den Mülleimer, und sie weis auch wie der Haartrockner hängt.
    Ums mal kurz zu erklären. Es sind schon zwei Haartrockner durch Kabelbruch, verursacht durch das aufwickeln um den Fön kaputt gegangen.
    Ich hänge nun diesen einfach so an den Haken und das Kabel mit großer Schlaufe mit dazu.
    Es muss ja nicht nochmal dazu kommen das er kaputt geht. Deshalb habe ich beiden Kids erklärt warum der da so hängen soll. Ist doch Nachvollziehbar, oder?
    Seine Schwester hat es beim ersten mal schon verstanden. Ihr Bruder noch nach xmal erklären nicht. Keine Ahnung warum...


    "Denken ist wie GOOGLEN,...nur krasser!!"

    Einmal editiert, zuletzt von Paradoxx ()

  • Das Thema Süßigkeiten wurde ich bei den eher unwichtigen Dingen einordnen.
    Und sein Zimmer aufräumen? Niemals... Soll er doch den Müll stapeln. Er muss ja drin wohnen.
    Allerdings kann man(n) z.B. keinen Besuch empfangen, wenn das Zimmer so aussieht.
    Du hältst es leider nicht aus das Zimmer in diesem Zustand zu betreten, um seine saubere Wäsche zu verräumen (u.ä.), daher wird er da selbst tun müssen...

    Mit Gruß :wink
    Vaquera


    Life is simple: Eat, sleep, ride... :love:

    Einmal editiert, zuletzt von Vaquera ()

  • Allerdings kann man(n) z.B. keinen Besuch empfangen, wenn das Zimmer so aussieht.
    Du hältst es leider nicht aus das Zimmer in diesem Zustand zu betreten, um seine saubere Wäsche zu verräumen (u.ä.), daher wird er da selbst tun müssen...

    Er hat keine Freunde. Deshalb würde dein Vorschlag nichts bringen.
    Und seine Wäsche lege ich zwar zusammen, wegbringen muss er sie jedoch alleine.


    "Denken ist wie GOOGLEN,...nur krasser!!"

  • Sehe ich anders. Sein Zimmer befindet sich in meinem Haus. Und ich halte es gerne sauber.
    Würde er bereits eine eigene Wohnung bewohnen, oder in einer WG ein Zimmer mieten, ja-da wäre es mir dann wirklich egal wie es da aussieht.


    Er hatte doch die Wahl. Wenn er sich für "antanzen" bei Mutti entschieden hat, dann soll er damit zurecht kommen.


    Wenn Du das so siehst und dabei bleibst, darst Du Dich auch nicht wundern, wenn sich nichts zum Bessern ändert...


    Seine Schwester hat es beim ersten mal schon verstanden. Ihr Bruder noch nach xmal erklären nicht. Keine Ahnung warum...


    Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen - es gibt ja so wilde Theorien, dass sich jedes Kind seine Rolle in einer Familie sucht. Also - wenn der Platz des Vorzeigekindes z.B. schon durch die ältere Schwester belegt ist, muss man sich einen anderen suchen, z.B. den des "Querulanten". Was an solchen Theorien nun dran ist, vermag ich nicht zu beurteilen.


    Es bleibt bei mir aber das Gefühl, dass Du zuviel Aufmerksamkeit und Energie auf eigentlich unwichtige Dinge legst und damit auch auf das "Fehlverhalten" Deines Sohnes.

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Ich verstehe nicht warum man sich jetzt so an dem Fön und dem Bonbonpapier aufhängt, das sollen Beispiele sein für eine Million Kleinigkeiten.
    Natürlich muss man als Elternteil lernen über unwichtigere Dinge hinwegzusehen, aber hier geht es nicht um die Dinge die das Kind nicht macht, oder vergisst, sondern wie es damit dann umgeht.


    Ich verstehe Paradoxx sehr gut, und dieser thread entwickelt sich wieder zu so einem, wo ich persönlich das Gefühl habe, die Leute versuchen nicht "das Ganze" zu erblicken, sondern versteifen sich auf ein paar Dinge, die man in kurzen Texten kaum in Worte fassen kann.

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen lernt,

    muß die Gegend verlassen, wo sie gelten.

    (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Du sagst er hat keine Freunde.. hat er Hobbys? Geht er zum Sport? Macht er irgendetwas das einen Ausgleich zu Schule und Alltag schafft?


    Ich denke ihr dreht euch im Kreis, leider eine Aufwärtsspirale. Einer von euch muss aussteigen. Da bist meiner Meinung nach du gefragt.


    Zum Thema "Er hatte die Wahl": Er hat ja auch gewählt. Er hat neben deinen Vorgaben, eine dritte Lösung gefunden. Die aus Sicht deines Sohnes, verständlicherweise die bessere ist.
    Jetzt hängst du wieder in der Luft weil deine "Konsequenzen" nicht greifen. Wie willst du weiter vorgehen, ohne das es eskaliert?

    Mit Gruß :wink
    Vaquera


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  • Ich verstehe Paradoxx sehr gut, und dieser thread entwickelt sich wieder zu so einem, wo ich persönlich das Gefühl habe, die Leute versuchen nicht "das Ganze" zu erblicken, sondern versteifen sich auf ein paar Dinge, die man in kurzen Texten kaum in Worte fassen kann.


    Ich versuche "das Ganze" zu sehen, mir erschließt sich nur noch nicht, ´woraus "das Ganze" besteht.
    Kleinigkeiten, die in ihrer Masse zum Problem werden?
    Die Masse als Mauer, die den Blick auf´s Wesentliche verdeckt?
    :frag

    Mit Gruß :wink
    Vaquera


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  • Er hat keine Freunde. Ich musste ihm vor knapp zwei Jahren glaube ich, auch einmal den Unterschied erklären zwischen Mitschülern und Freunden. Das war ihm nicht klar.
    Sein Hobby ist lesen und Fernsehen. Ab und an mal PS4


    Sonst nichts. Er hat kein Interesse an Sport. Aber er geht jeden Montag zur Jugendfeuerwehr. Als richtiges Hobby würde ich auch das nicht betrachten. Er geht da hin, aber außer diesem Tag beschäftigt er sich nicht weiter mit dem Thema.


    Mir geht es hier nicht um die Kleinigkeiten. Ich wusste vielleicht nicht wie ich es am besten Beschreiben soll. Vielleicht gelingt es mir besser wenn ich sage, dass er mit allem Schwierigkeiten zu haben scheint, die an Vorgaben und Regeln zu tun haben. Und da ist es ganz gleich, ob sich diese Schulisch oder Häuslich zutragen. Er geht nicht mit, sondern dagegen. Resultiert daraus Ärger, oder gibt es Konsequenzen versteht er das nicht. Ich habe oft den Eindruck das er nicht versteht, dass er dieses selbst Auslöst.


    Und dann kommen halt noch diese komischen Aussagen von ihm dazu.
    -weil ich das so will
    -weil ich gucken möchte ob es das nächste mal klappt
    -weil ich sehen will ob es den gleichen Ärger gibt
    -weil ich es spannend finde herauszufinden wie weit ich komme


    Im Kontext dazu
    -ich will keinen Ärger/ich habe Angst vor diesem oder erneuten
    -ich will aber, dass andere es für mich machen


    hm,....


    "Denken ist wie GOOGLEN,...nur krasser!!"

  • Überlegt euch doch bitte einmal eine "Kleinigkeit" welche ihr bemerkt habt und dann zu eurem Kind gesagt habt "Du, finde ich gut dass du das getan hast, aber guck mal wenn du das so machst wäre es mir lieber und Sinnvoller.
    So. Und nun stellt euch vor das sich diese "Kleinigkeit" immer wiederholt. Im besten Fall beinahe täglich. Und viele solche "Kleinigkeiten" x3, oder x5 geschehen, TÄGLICH!!
    Wären es dann für euch noch immer "nur" Kleinigkeiten? Und ab wann würdet ihr den Eindruck erhalten "Will Kind mich verarschen?"...


    "Denken ist wie GOOGLEN,...nur krasser!!"

  • Und ab wann würdet ihr den Eindruck erhalten "Will Kind mich verarschen?"...


    Wenn man möchte, kann man den ganzen Tag den Eindruck haben, Kind will mich verarschen, wenn man Pubertisten zu Hause hat.


    Du schriebst zwischendurch, dass Dein Sohn ADS hat? Ist das vielleicht mit ein Grund, warum er so reagiert, wie er es tut? Habt Ihr "nur" diese Diagnose? Ich kenne mich damit nicht aus - bekommt man da nicht irgendwelche Hilfen an die Hand?

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Wenn man möchte, kann man den ganzen Tag den Eindruck haben, Kind will mich verarschen, wenn man Pubertisten zu Hause hat.

    ...und wie lange gehst du dann mit? Ab wann wäre bei dir der "Kanal" voll? Erschwerend kommt noch dazu, dass nichts hilft. Weder Positives, noch Negatives "unter die Arme greifen". Es bleibt nichts hängen.
    Nächsten Tag geht alles von vorne los...



    Ja, ADS ist die momentane Diagnose. Aber es entschuldigt nicht alles. ADSler sind zwar etwas Langsamer mit Regeln einhalten und Strukturen erlernen, Organisieren, Selbstständig werden, aber sie können es lernen wenn sie Hilfen gestellt bekommen und mitarbeiten. Und das geht mit meinem Sohn auch nicht. Er ist auf eine Weiterführende Schule gekommen deren Schwerpunkt genau darin liegt, Schülern Strukturiertes, Organisiertes und Selbstständiges arbeiten bei zu bringen. Er kann auf dieser Schule alle Schulabschlüsse machen ohne noch mal wechseln zu müssen. Also, ideal für ihn. Empfohlen wurde er von seinen Noten her, fürs Gymnasium. Seine Grundschullehrerin riet jedoch davon ab, weil er eben nicht selbstständig arbeitet, zu viel vergisst zu erledigen, ständig zum arbeiten angehalten werden muss, unorganisiert ist. Ich bin wirklich glücklich eine solch kompetente Grundschullehrerin für meinen Sohn gehabt zu haben.
    Auf dem Gymnasium wäre er untergegangen und wahrscheinlich schon gewechselt.


    Nun gibt es auf seiner jetzigen Schule ein LOGBUCH. In diesem werden im Grunde Notizen eingetragen, für anstehende Arbeiten, Termine, Themen der Woche etc.
    Dient als Hilfestellung. Aber auch nur wenn man da auch reinschaut. Mein Sohn schreibt zwar rein, das wird von den Lehrern beachtet, aber das sie anschließend nachschlagen, dass sollen die Schüler selbst, schaut aber nicht nochmal nach.
    Das hat ihm ja der Lehrer nun nicht gesagt. Er hat den Sinn des Buches nicht einmal verstanden. Er sagt zu mir, er hat es weil er das haben soll. Er schreibt da rein, weil er da rein schreiben soll.
    Desweiteren gibt es AÜ Stunden. Arbeiten und Üben. Das sind Unterrichtsstunden wo die Schüler ihre Hausaufgaben erledigen. Betreut durch ihre Klassenlehrer. Ja, es gibt zwei je Klasse. Unterschied zum normalen Unterricht. Die Hausaufgaben stehen für die gesamte Woche an der Tafel. Die Schüler können entscheiden an welchen Aufgaben sie arbeiten, wie lange an diesen, in welcher Reihenfolge. Hauptziel ist, Eigenständig und Organisiert arbeiten und sich einteilen zu lernen. Und das am Freitag alles erledigt ist. Wenn Fragen auftauchen sind die Lehrer zur Stelle.
    Das klappt schon besser, aber er schafft meist nicht alles. Nicht weil er es nicht kann, sondern weil er keine Lust hat, sich ablenken lässt, oder denkt er schafft alles an zwei Tagen.


    Trotz dieser Erfahrungen ändert sich seine Einstellung nicht. Ab der nächsten Klassenstufe werden die Lehrer nicht mehr Ermahnen er soll doch mal an seine Aufgaben denken. Sie werden dann auch nicht mehr darauf achten dass Termine ins Logbuch getragen werden. Ab da sollen sie es verinnerlicht haben. Und ab da kann ich mir denken was dann aus seinen Noten wird...
    Er ist ein guter Schüler. Aber nur, weil ihm ständig jemand im Nacken sitzt. Von alleine passiert da nicht viel. Und er hat zudem keine Schwierigkeiten sich Wissen anzueignen. Wenn das wäre, könnte ich seine "Arbeitsthaltung" noch verstehen...


    Ansonsten geht er alle 14 Tage zur Psychologin. Dort werden Themen besprochen die ihm auf dem Herzen liegen, oder wo es Schwierigkeiten gibt.
    Auch da erhält er Hinweise und Ratschläge es doch einmal so, oder so zu versuchen. Nur müsste man diese dann auch mal machen und sich nicht nur anhören.
    Ich gehe genauso zu der Psychologin, an einem anderen Tag, und dort vermittelt sie dann seine Sichtweisen, meine und es werden auch meine Themen besprochen.
    Mittlerweile ist es so, dass ich das Gefühl habe ich drehe und wende mich alleine. Ich versuche umzusetzen was mir geraten wird, mein Sohn nicht...


    "Denken ist wie GOOGLEN,...nur krasser!!"

  • Hallo Paradoxx,


    als ich Deine Beiträge hier gelesen habe, musste ich schmunzeln, wenn das Thema auch weiß Gott nicht zum Lachen ist, das weiß ich nur zu gut. Meine Tochter (12) ist ganz genauso (bis auf ihre Erklärungen). Es ging bis zu einem Nervenzusammenbruch meinerseits, weil ich einfach nicht mehr konnte. Schulsachen packen? Hausaufgaben machen? Gar lernen?! Fehlanzeige! Das ging jetzt so weit, dass sie letztes Schuljahr sitzen geblieben ist, fast nur noch 5er und 4er auf dem Zeugnis. Vielleicht hat ihr das als "Warnschuss" gut getan, ihre Mitarbeit im Unterricht (letztes Jahr Totalverweigerung) sowie ihre Noten haben sich erheblich verbessert. Wenigstens ist dieser Bereich kein akutes und verzweifelndes Thema mehr (vorläufig...^^).


    Aber den Kleinkrieg zu Hause haben wir immer noch. Sei es, dass sie ihre Schulsachen machen soll oder ihr Zimmer aufräumen, Katzenklo sauber machen oder ihre Wäsche... sie findet hundertausend Ausreden, warum sie das gerade nicht machen konnte oder sie wollte ja gerade nur... etc. pp... Und grundsätzlich waren immer andere Schuld, niemals sie! Was habe ich nicht alles versucht.... Diskussionen im zwei-Tages-Takt, schimpfen, drohen, Konsequenzen setzen und durchziehen (habe immer darauf geachtet, dass ich nur Konsequenzen androhe, die ich auch umsetzen kann und möglichst mit dem "Fehlverhalten" zu tun haben... z.B. Aufgaben wie aufräumen oder Schulsachen nicht gemacht: Handy und Nintendo abgenommen, da sie sich lieber statt dessen damit beschäftigt hat), Belohnungen in Aussicht stellen etc. Klar habe ich immer versucht, positive Dinge besonders zu würdigen, aber nichts hat geholfen.


    Letztlich sieht es einfach so aus, dass sie schlicht keine Lust hat / zu faul ist, die wenigen Aufgaben zu erledigen. Sie meinte selbst, sie hätte Angst, sonst nicht genug Zeit für ihre Freizeitbeschäftigung zu haben, lässt es dann lieber täglich aufs neue auf Ärger ankommen, den sie eigentlich überhaupt nicht will. Sie scheint manchmal regelrecht blind zu sein für die Dinge, die im Argen liegen, seien es Süßigkeiten-Papierchen, die sich im Bett, in Schubkästen, sämtlichen Ecken und Ritzen wiederfinden, nicht aufgegessenes und schimmelndes Brot in allen möglichen Ecken, Flaschen mit gammelnden Getränkeresten etc... Da wir eine Kellerwohnung haben und bei Essensresten, die dann sogar schon anfangen zu leben und einen unerträglichen Gestank verbreiten, der Spaß definitiv schon lange aufgehört hat, bin ich da einfach hinterher "wie der Teufel hinter der armen Seele". Ende vom Lied: ich habe schon Fusseln an den Lippen von den dauernden Wiederholungen und die Kurze ist genervt ohne Ende und hat das Gefühl, jedesmal wenn sie den Kopf aus ihrem Zimmer streckt, bekommt sie einen auf den Deckel. Ich verstehe sie auch nicht, warum sie nicht einfach die Dinge macht, die sie soll, es wäre so einfach, alles wäre entspannter, sie hätte mehr als genug Zeit für ihre Freitzeitbeschäftigungen und Spielereien, es gäbe keinen Ärger und keinen Stress, denn gemacht werden muss es ja sowieso... Ich hab da leider nur ein RIESEN Fragezeichen überm Kopf......


    Steter Tropfen höhlt den Stein... und so bleiben wider Erwarten dann doch die ein oder anderen Ermahnungen hängen, wenn auch nur SEHR spärlich. Mittlerweile muss sie ihre Wäsche selbst waschen, zusammenlegen und wegräumen, das klappt mittlerweile ganz gut. Auch wenn ich den Eindruck habe, jemand würde alle 2 Sekunden das Gedächtnis meiner Tochter löschen und mehr als eine Aufgabe auf einmal ist schon viel zu viel, sehe ich so nach und nach doch winzige Erfolge, die mir die Hoffnung geben, dass wir es irgendwann doch noch mal schaffen, dass sie sich in einem vertretbaren Rahmen ohne Dauerermahnungen um ihre Aufgaben kümmert.


    Auch wenn ich Dir mit meinem langen Beitrag nicht wirklich eine brauchbare Hilfe geben kann, so doch vielleicht den ganz kleinen Trost, dass Du mit den Problemen nicht alleine da stehst. Die Anstrengungen werden noch ein paar Jahre so weiter gehen, aber ich hoffe trotzdem, dass sich meine Tochter zu einer selbstbewussten und verantwortungsvollen Frau entwickeln wird, ich versuche zumindest, ihr dies vorzuleben und mit auf den Weg zu geben.

  • ...und wie lange gehst du dann mit? Ab wann wäre bei dir der "Kanal" voll? Erschwerend kommt noch dazu, dass nichts hilft. Weder Positives, noch Negatives "unter die Arme greifen". Es bleibt nichts hängen.


    auch, wenn die Frage nicht direkt an mich war ;-)
    ich gehe da so lang mit, wie lange es für mich nicht zu einem Problem wird, welche meinen persönlichen Bereich so einschränkt, dass existenziell wird-


    Für mich persönlich ist es ganz wichtig, für sich selber wirklich zu unterscheiden- was ist wirklich wichtig, und was nicht...
    bei Umfragen wird gerne geantwortet :"Wichtig ist Gesundheit, und Familie"- da ist was Wahres dran :daumen


    heisst für mich- der entspannte Umgang mit meinen Pubertisten, und ihre Gesundheit (Zahnpflege, Impfungen, Arztbesuche- falls krank) sind für mich absolut prioritär-


    Meine Tochter ist ein TopBeispiel- Super beliegt, tolles Abi, direkt im Anschluss eine Ausbildung, jetzt ein (bezahltes, damit Mama nicht blechen muss :rotwerd ) Studium- allseits beliebt :daumen


    aber.... ihr Zimmer kann und will ich seit mindestens 5 Jahren nicht betreten :rotwerd
    Früher hab ich geredet und geredet... ich habe selber Aufräumaktionen aller Art (von Müllbeuteln, über Berge in die Mitte etcpp.) gestartet- nix hat geholfen :(
    ich war todunglücklich, und wir hatten wirklich nur noch Stress.... bis- ja, bis mir irgendwann ein Licht aufgegangen ist, dass sie "trotzdem" das tollste Kind der Welt ist :strahlen
    wen interessiert es, dass man bei ihr den Fussboden (im besten Fall :brille ) nur einmal im Jahr sieht? Mir kommen keine Tiere entgegengelaufen, die ich nicht kenne, es stinkt nicht-
    so what?
    Fast hätte ich wegen dieser dämlichen Ordnung im Zimmer unser tolles entspanntes Verhältnis auf´s Spiel gesetzt-


    Sohni ist anders :brille (wie wohl jedes Kind :tuedelue )- bei ihm ist die (äussere) Ordnung im Zimmer Null Problem.... aber :-D
    er stinkt :rolleyes2:


    ich empfehle den Pubiauskotzthread zur Vorbereitung, dass Pubis echt schwierig sein können, dass wir als Eltern nur begrenzt Einfluss darauf haben, und, daß der Grad sehr dünn ist-


    Überleg Dir, welche Dinge wirklich wichtig sind für Dich- und bei welchen etwas Humor der Sache weiterhelfen könnte ;-)

    Lieber Gruss


    Luchsie


    Dein Denken kann aus der Hölle einen Himmel und aus dem Himmel eine Hölle machen.


    Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug. (Epikur)

  • Hallo


    Für mich liest es sich, als ob Du zu spät reagierst, gerade, wenn AD(H)S vorliegt. Sechs Stunden wegen eines Föns warten? Nö. Du willst, dass das Ding am Haken hängt und zwar pronto. Der Herr müffelt unzumutbar? Dann wird sich gewaschen und zwar sofort. Vorher läuft gar nichts anderes, weder Essen, Trinken, Gespräch, Fernsehen etc.


    Was das schulische betrifft, so hör Dich in einem AD(H)S Forum um ,da gibt es bestimmt Strukturmöglichkeiten. Erklär weniger, rede weniger, handle. Kann er in der Schule bei Fehlverhalten sofort irgendwo einzeln reflektieren, so dass ihm das Publikum entzogen wird? Er kann zur Ruhe kommen, erhält sofort Rückmeldung und den Stoff muß er auch nacharbeiten.


    Gruß

  • ...und wie lange gehst du dann mit? Ab wann wäre bei dir der "Kanal" voll? Erschwerend kommt noch dazu, dass nichts hilft. Weder Positives, noch Negatives "unter die Arme greifen". Es bleibt nichts hängen.
    Nächsten Tag geht alles von vorne los...


    Luchsie war schneller, ich hätte jetzt ähnlich geantwortet wie sie. ;) Es ist ja nicht so, dass sie uns verarschen wollen. Sie können oft nicht anders. Ist hier schon so gefallen, die Ausage "Ich mache das doch nicht mit Absicht, um Dich zu ärgern." Baustelle Hirn in der Pubertät - wie Luchsie schon sagte, gibt es dafür tausende Beispiele im entsprechenden Thread.


    Bei mir kommt noch hinzu, dass meine Maßstäbe durch unseren Schicksalsschlag vielleicht noch mal ein bisschen anders sind. Mein Sohn muss atmen; gesund sein und glücklich. Alles andere sind zusätzliche Schmankerl. Und er ist trotzdem (oder gerade deshalb?) ein sehr patenter, sozialkompetenter Kerl. Als meine Tochter noch da war; ich arbeiten ging usw., gab es auch Tage, da war ich mit den Nerven zu Fuß und konnte mal nicht mehr so großzügig über alles hinwegsehen. Und es tut mir um jedes verdammte Mal in der Seele leid; um jede dafür verschwendete Minute, die ich mit meiner Tochter hätte anders verbringen können...

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Der Herr müffelt unzumutbar? Dann wird sich gewaschen und zwar sofort. Vorher läuft gar nichts anderes, weder Essen, Trinken, Gespräch, Fernsehen etc.


    :lach Ich glaube Dir ist (noch)nicht klar welch dickes Fell pubertierende entwickeln können.Meiner hat dann eben nicht gegessen nicht getrunken,der hatte/hat einen langen Atem.
    Zack Zack mag beim Bund funktionieren, aber im Leben mit Kindern, Teenies habe ich da mit 2 Burschen 13 und 18 Jahre berechtigte Zweifel .




    Liebe Grüße


    Ute