Sowohl die Kindesmutter als auch ich hatten um den Jahreswechsel herum gesonderte Elterngespräche mit der Bezugserzieherin des Sohnes (ich hatte mich um einen entsprechenden Termin gekümmert, und die KM wollte dann auch eines). Die Erzieherin hat mich dann darüber informiert, dass die KM ein Protokoll des Gesprächs wünsche und bot mir an, auch mir eine Kopie der Gesprächsinhalte zu überlassen (da es jeweils um den selben Entwicklungsstand ging, gab es bei den Gesprächen sachlich gesehen keinen Unterschied). Soweit, so gut.
Dann - so erfuhr ich gestern - rief die KM beim Kindergarten an und wollte einige Ergänzungen oder Änderungen am Protokoll. Das wurde sowohl von der Leiterin des Kindergartens, die das Protokoll mit unterschrieben hatte, als auch der Erzieherin grundsätzlich abgelehnt.
Meine grundsätzliche Meinung dazu ist: wenn die Erzieher im Kindergarten über die Entwicklung des Kindes berichten, dann gehe ich davon aus, dass in einem Gespräch oder dessen Protokoll alles drinsteht, was aus fachlicher Perspektive relevant ist. Wie diese Inhalte dann jeweils von anderen interpretiert oder weiter genutzt werden, ist etwas anderes und Sache der betreffenden Personen (aber nicht der Einrichtung).
Wenn der Sohn den Hauptteil des Tages im Kindergarten verbringt, dann gehe ich davon aus, dass er auch dort entsprechend seiner Möglichkeiten gefordert und gefördert wird, und dass das Personal dort am besten beurteilen kann, wie er sich in den Zeiträumen zwischen den jeweiligen Elterngesprächen entwickelt. Wenn ich Anlass zur Sorge habe, suche ich direkt das Gespräch mit der zuständigen Erzieherin.
Es erstaunt mich doch immer wieder, wie die KM die Realität an ihre eigene Wahrnehmung anpassen möchte.