Legasthenie und ADS

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  • Hallo ihr Lieben,


    Zu meinem Schulproblem Keinen Schulplatz mehr - Landesschulbehörde lehnt Fördergutachten im großem Stil ab gesellt sich nun auch noch eine diagnostizierte Legasthenie und angeblich ( ich glaube nicht daran ) ADS.


    Das Diagnosegespräch war total seltsam.


    Ich habe kein Diagnosebericht bekommen ( ich bekomm sonst über jeden Pups einen Bericht von allen Ärzten und Schulen ) auch nicht nach dringlichem nachfragen.
    Das sei in der Praxis nicht üblich.
    Auch eine Kopie der Testergebnisse würde er mir nicht aushändigen. Kopie der Krankenakte auch nicht.


    Ich bin dann direkt zur Krankenkasse gegangen, diese verwies mich an den Kinderarzt. Der muss eigentlich alle Berichte erhalten.
    Unser Kinderarzt hat nicht einen Bericht erhalten. Der fordert die nun an, damit ich sie bekommen kann.


    Warum ich der Diagnose nicht trau ?


    Der Testheini hat gesagt, LRS und Legasthenie seien das selbe und bei ADS und ADHS gäbe es keinen Unterschied.
    Zumal ich das Diagnosegespräch nichtmal mit der Ärztin hatte sondern mit einem Sonderpädagogen :schiel


    Ich solle auch blos nicht ins Legastheniezentrum gehen. Das würde ohne eine ADS Therapie ( Säulensystem, ihr kennt das ? ) nicht helfen.
    Wir hätten sofort ein Rezept für Ritalinbonbons mitbekommen.


    Weder hat er mein Kind neurologisch untersucht, noch trau ich der Diagnose nach 5 Teststunden wo er laut meinem Sohn Monopoly und Uno gespielt hat.


    Das lustige an der Sache ist ja, meine Freundin hat ihren Sohn auch dort testen lassen. Unsere Kinder sind sowas von Grundverschieden..aber wir haben die selbe Diagnose und das selbe Diagnosegespräch gehabt.


    Nun denn, ich werde mir eine zweite Meinung einholen gehen.


    Sollte sich die Diagnose ADS bestätigen, tja..was dann? Ich bin absolut gegen Ritalin. Ich hab eine riesen Angst vor dem Zeug. Langzeitwirkung..Spätfolgen? Suchtfahrplan?


    Ich kann überhaupt nicht mehr gerade aus denken..

  • Weg von dem Heini! Das Bauchgefühl ist bei mir das was immer richtig liegt und ich denke bei Dir ist das ähnlich. ;-)


    Unbedingt Junior wem anders vorstellen!


    Für mich klingt das ein bissl nach "Kundenfang" vom feinsten.


    :knuddel

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Genau mein Gedanke..der fängt und will uns an sich binden.
    Ich hab schon woanders aufs Band gesprochen. Werd da Montag nochmal anrufen und nach einem Termin zur Zweitmeinung fragen.


    Zumal..ich bin ja manchmal schon naiv und doof..aber dumm bin ich nicht. LRS und Legasthenie sind 2 völlig verschiedene Dinge. LRS ist gut therapierbar weil es eine " angelernte" Schwäche ist. Und eine Legasthenie ist nicht vorübergehend, sogar vererbbar.
    Und zwischen ADS und ADHS gibt es auch einen himmelweiten Unterschied. Das wollte der Heini gar nicht wissen.
    Und wie soll ich einen Nachteilsausgleich in der Schule beantragen, wenn ich kein Befund in der Hand hab?


    Hergottnochmal..immer hab ich die Scheisse am Hacken..kann nicht mal wer anders dran sein?

  • :knuddel


    Zu AD(H)S kann ich nix sagen, aber zur Legasthenie, ich bin Legastenikerin und ja ich habs an ein Kind weitervererbt - jibbet schlimmeres..


    Heißt ja lange nicht das man dumm ist.


    Um den Nachteilsausgleich beantragen zu können brauchst Du nen schriftlichen Nachweis, da hast Du völlig Recht.


    Luna der Typ ist nicht sauber.


    Wer schon sagt Du sollst ja nicht irgendwohin gehen - der verbirgt doch etwas!

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Das merkt man gar nicht !!


    Ich find die Legasthenie auch nicht schlimm.
    Mein Zwerg hat soviele tolle Seiten. er ist künstlerisch musisch Begabt. Er muss anfassen, mit den Händen tun. Machen und nicht teoretisch Sabbeln.


    Wenn du magst, ich wäre echt Dankbar über Tipps wie ich meinem Kind helfen kann, die Schriftsprache besser zu verstehen.

  • Das ist ja wirklich fahrlässig von dem Arzt. Ohne EEG Messung und Blutuntersuchung darf der nicht einfach Ritalin verschreiben.


    Ritalin kann epileptische Anfälle auslösen. Darum muss vorher ein EEG gemacht werden um Ausschlüssen zu können, dass da was vorliegt.


    Genauso müssen die Blutwerte stimmen.


    Meine Tochter hat ADHS und da gibt es sehr wohl Unterschiede zu ADS. Sie hat längere Zeit Ritalin genommen, aber begleitend dazu hatten wir ein Eltern training, welches über mehrere Wochen ging und sie hatte dazu ebenfalls ein Verhaltenstraining in der Gruppe. (Das Gegenstück zur Eltern Gruppe).
    Außerdem hatten wir einmal im Jahr grosse Untersuchung und Gespräch mit dem Arzt.


    Jetzt nimmt sie es schon bald zwei Jahre nicht mehr, aber damals hat es ihr sehr geholfen. Wir hatten vorher alles mögliche ausprobiert, was aber nichts gebracht hat.


    Ich würde auf alle Fälle einen andere Kinder Psychiater aufsuchen. Kennst du keinen, der dir jemanden empfehlen kann?


    So haben wir damals einen guten gefunden. Allerdings hat man meistens mind. ein halbes Jahr Wartezeit.

  • So ein Blödmann, hol dir bloß eine Zweitmeinung ein. Der hat so viel Ahnung von der Materie wie eine Kuh vom Stricken.
    Natürlich sind Legathenie und LRS was Verschiedenes. Und ADS und ADHS auch (wenn es das überhaupt gibt, ist ja sehr in Verruf geraten die Diagnose).
    Zweitmeinung!

  • Jemand der sofort Medis anbietet ohne Alternativen auszuprobieren wäre mir gleich suspekt!!!
    Manchmal geht es vielleicht nicht ohne Medikamente, aber zuerst sollte man schon andere Sachen ausprobieren, oder?
    Und das er dir keine Bericht gibt ist auch mehr als komisch.... ?(


    lg duechesse :strahlen


    die schon viele Diagnosegespräche geführt hat und auch schon viel mit Sohn ausprobiert hat, aber noch nie nicht gleich Medis angeboten bekam...

  • Mein Kind ist Legastheniker. Die Symptome von ADS/ADHS über schneiden sich oft mit Legasthenie(einfach weil die Kinder frustriert sind - werxkann sich schon motiviert konzentrieren wenn man etwas unter Druck tun soll, das einen überfordert) deswegen - und weil man Menschen mit ritalin so schön gleichschalten kann, bzw an einer dauermedikation auch dauerverdienst hat wird ADHS gerne mit angehängt. Ist einfacher als mühsames anpassen der Lehrmethoden an den legastheniker und teure lerntherapien.


    Ich habe mich seinerzeit als die diagnose stand, erstmal selber über die Legasthenie schlau gemacht und danach über die Methoden am Markt.
    Da gibts viel, viel viel mist und einige gute .
    Ich fand für mich und mein Kind dann die afs Methode am sinnigsten und habe mich darin eingearbeitet, mit irrsinns Aufwand - lohnte sich aber.

  • Hallo


    Ich habe mich mit beidem auseinander gesetzt, weil es halt mal im Raum stand. Buchstaben haben sich absolut als Juniors Freunde erwiesen ,da gibt es keine Probleme. AD(H)S steht von anderen (Bekannten, Freunden, Verein) immer mal im Raum. Wobei die Lehrer lachend abwinken und mir versichern, Junior habe "Charakter", aber kein AD(H)S.


    Ich würde immer in einem qualifizierten Zentrum testen lassen. Bei der Gelegenheit vermutlich auch den IQ, das wird normalerweise zusammen gemacht. Junior wurde zweimal getestet, einmal in Motzen während wir zur Reha waren und einmal vor Ort. Ich hätte mir auch eine zweite Meinung geholt, schon um eventuell über Therapiealternativen informiert zu werden. An Deinem Wohnort gibt es doch sicher ein entsprechendes Zentrum?


    Und um Dir die Angst etwas zu nehmen: Der Sohn einer Freundin ist Legastheniker und hat AD(H)S. Er bekam über zwei Jahre Ritalin, um in der Schule mitarbeiten zu können und um mit der Therapie starten zu können. Soweit ich es bisher kenne, gehört zu AD(H)S immer eine Verhaltenstherapie auch der Familie. Nach drei Jahren braucht der Junge inzwischen kein Ritalin mehr. Er wird jetzt auf ein Gymnasium wechseln, da die schulischen Leistungen so angezogen sind. Meine Freundin betont, wie hilfreich die Arbeit im Therapiezentrum (Konzentration, Yoga für Kinder, Lese- und Schreibtraining) gewesen ist.


    Du hast jetzt eine Ahnung, was los ist. Damit kann Deinem Kind geholfen werden. Steck nicht den Kopf in den Sand. Und Ritalin kann auf dem Weg eine zeitlang hilfreich sein.


    Gruß

  • Du hast gerade erst eine Diagnose erhalten. Du erwartest viel von Dir. Eine zweite Meinung, gerade, wenn der Diagnosesteller so fragwürdig ist, ist wichtig. In der Zwischenzeit würde ich mir Bücher holen (Bücherei), im Netz bei entsprechenden Foren mitlesen, einfach, um einen Einblick zu bekommen. Damit fällt es Dir dann auch leichter, einen für Euch passenden Weg zu finden. In jedem Fall erleichtert eine Diagnose das Leben, denn Du kannst Hilfen bekommen, es gibt Therapien, Angebote - es gibt Lösungsmöglichkeiten. Das wird!


    Gruß

  • .. du brauchst noch viele, viele Informationen und das zu zwei Diagnosen... lass dir bitte Zeit...
    Du wirst am Ende die richtige Entscheidung treffen.
    Mach das, was du immer in besonders schwierigen Situationen machst.
    Vertrau dir und deinem Kind.


    :troest

  • Einer meiner Söhne hat ADS un LRS.
    Ich habe mich jahrelang erfolgreich gegen Ritalin entschieden ( Versuchsvorschläge kamen vom Kinderarzt, Lehrer, Familie und die behandelnden Ärzte bei Testverfahren).
    Ich bin froh meine Linie gefahren zu sein.
    Der Durchbruch brachte dann zum Ende der Grundschule ein zufällige Entdeckung von Neuro- Feedback.
    Wir haben dies über ein Jahr pratiziert.
    Mein Sohn wurde in dieser Zeit in seinen schulischen Leistungen deutlich besser.
    Dies wurde durch einen Neurologen begleitet und die Gehirnwellen durch ein EEG mehrfach kontrolliert.
    Es wurden selbst dort Besserungen nachweisbar.
    Allerdings musste dies damals noch selbst bezahlt werden.
    Ich muss dabei sagen, dass der beh. Neurologe der erste war, der meinte, dass das EEG Bild meines Sohnes kein typisches für Ritalin wäre . Er hat davon abgeraten.
    Allerdings hätte er Patienten, bei denen eine Neuro- Feedbackbehandlung nur unter Einsatz von Medikamenten machbar wäre.
    Später dann kam die Frage auf, ob wir noch weiter machen, da noch die Möglichkeit bestände direkt auf das Sprac h-bzw. Schreibzentrum ( nenn es mal so ) einzuwirken. Also die LRS evtl. zu vermindern.
    Es gab aber dann den Wechsel auf die höhere Schule und der beh. Arzt war recht weit weg.
    Es war zeitlich nicht mehr machbar und hier gab es sowas noch nicht.
    Im Falle meines Sohnes sind wir ohne Medis klar gekommen, wie es ohne Neuro-Feedback gewesen wäre, kann ich nicht sagen.
    Mein Sohn hat vieles kompensiert und ist heute 17 und es hat sich ein Stück weit gegeben.
    Ich bin sehr gegen Ritalin und Co. Allerdings mag es Fälle geben, die es absolut benötigen.
    Im Falle Deines Sohnes kann ich es natürlich nicht beurteilen.


    LG janias

    Ich lebe in der Gegenwart,
    das Verweilen in der Vergangenheit verbaut mir nur die Zukunft. :tuedelue

  • Gestern war dann der Termin.


    Erster Eindruck ist ganz nett. Positives Personal und ein netter Arzt.
    Allerdings erwähnte er das er die andere Ärztin natürlich kennt. Er fragte nach unseren Beweggründen die Diagnose anzuzweifeln und weswegen wir die Praxis wechseln wollen.
    Ich habe ihm dann kurz die Situation erklärt . Er war weder überrascht noch hat er das vorgehen kommentiert.
    Nunja..er fragte mich dann was ich machen würde, wenn er die Diagnose bestätigt.
    Bäämm .. ja was dann ? Dann wird da wohl was dran sein und dann müssen wir weitersehen.


    Jetzt haben wir erstmal 3 Termine zur Gruppenbeobachtung. Bzw. mein Zwerg hat die Termine. Und ich habe einen Termin zum Elterninterview.
    Was passiert bei dem Interview? Auf was für Fragen muss ich mich einstellen? Das ganze soll 1,5 Stunden dauern.

  • Es wird allgemeines geklärt. Evtl. will er mit der Lehrerin reden oder das sie Fragebogen ausfüllt. Dafür braucht er eine Einverständniserklärung von dir.
    Ansonsten lässt er dich euren Alltag beschreiben. Was läuft gut, wo gibt es Schwierigkeiten. Evtl. einen typischen Tag in eurem Leben beschreiben.
    Er lässt dir viel Raum für Fragen, fragt auch Sachen aus der Vergangenheit, evtl. wie die Geburt war, der Entwicklungsverlauf (ab wann konnte er laufen, reden, aufs Töpfchen gehen). Die 1, 5 Stunden sind schnell rum :-)

  • Achja..warum auch einfach, wenn man es kompliziert haben kann.


    Ich habe gerade mit dem kommunalem sozialem Dienst telefoniert. Die sagten mir das mein Kind eine Legasthenietherapie nach § 35a SGB VIII erst machen könne, wenn sicher sei, dass er keine auditive Warnehmungsstörung hat. Die wird laut Fördergutachten und Aussage des Psychiaters vermutet.


    Also dürfen wir erstmal zum Pädaudiologen und wieder zich Tests machen lassen.
    Ist ja nicht so als hätte ich das nicht schonmal gemacht vor ein paar Jahren. Nein, dass muss aktuell sein.


    Das arme Kind wird von Arzt zu Arzt geschleppt..muss überall fein mitmachen. :hm...

  • Oft ist es gar nicht so entscheidend, wie man es nennt. Entscheidend ist, die Problemfelder zu erkennen und zu planen, was wann wie angegangen wird. Mögliche medizinische Ursachen müssen abgeklärt werden. Die Aufarbeitung am Anfang kostet Zeit, ist aber wichtig.


    - Ob Legasthenie oder LRS, die Art der Förderung ist die gleiche. Spezifisches Training.


    - Ist Rechnen/mathematisches Verständnis getestet worden (Dyskalkulie)?


    - Gibt es motorisch Förderungsbedarf?


    - ADS/ADHS ist eine Verhaltens- und Verlaufsdiagnose (längere Zeit, gleichartige Schwierigkeiten in unterschiedlichen Lebensbereichen, z.B. zu Hause, in der Schule, etc.). Therapie hängt u.a. von der Ausprägung ab. Konzentrations-Selbstorganisationstraining kann etwas bringen, wenn man sich nicht für eine Medikation entscheidet. Zusätzlich zu Medikation ist der Effekt allenfalls gering. Da kann man sich überlegen, ob man den Aufwand betreiben will. Täglich Sport, klare Strukturen etc., das weißt du ja alles.



    Konzepte brauchen Zeit. Nicht alles auf einmal. Ich habe mir zu Beginn überlegt: Was will ich wann in den nächsten zwei Jahren angehen. Das Maximum sind 2 Fördereinheiten pro Woche. Mehr bringt nichts. Das, was am schnellsten Erfolge verspricht, vielleicht als erstes, um Erfolgserlebnisse zu haben. LRS/Legasthenie würde ich unabhängig von einer ADS/ADHS Diagnose spezifisch fördern.