Was wünschen sich Alleinerziehende?

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  • Liebe Mütter und Väter,


    ich bitte um eure Unterstützung! :anbet


    Eigentlich habe ich hier nichts zu
    suchen, denn ich habe weder Kinder noch bin ich alleinerziehend. Ich
    studiere Soziale Arbeit an der Fachhochschule Münster und im Rahmen
    eines meiner Kurse soll meine Lerngruppe ein Konzept für ein
    Unterstützungsangebot für Alleinerziehende erstellen.


    Was mache ich nun hier in diesem Forum und warum bitte ich euch um Hilfe?


    Ich habe mich nun intensiv mit dem Thema befasst, Bücher gewälzt und
    Studien durchforstet, um mir einen Überblick zu verschaffen. Dank
    Internetseiten wie dieser konnte ich bereits viele Informationen
    sammeln, dennoch fände ich es viel wichtiger eure Wünsche und
    Erfahrungen mit dem Leben als Alleinerziehender Elternteil direkt von
    euch zu hören, statt mein Konzept rein aufgrund von Statistiken zu
    erstellen. Schließlich seid ihr die Experten, wenn es drum geht, ein
    oder mehrere Kinder aus eigener Kraft heranzuziehen. Und nur ihr könnt
    mit euren Worten beschreiben, was euren Alltag und den eurer Kinder
    bereichern könnte. Lange Rede, kurzer Sinn, ich werfe nun ein paar
    Fragen in den Raum und hoffe auf Rückmeldungen, damit ich nicht ein
    völlig realitätsfernes Hilfsangebot erstelle, von denen es
    wahrscheinlich schon zu genüge gibt in der Sozialen Arbeit:


    - Welche positiven oder negativen Erfahrungen habt ihr mit Jugendamt, Arbeitsamt und anderen Institutionen unseres "Sozialstaates" bisher machen können?


    - Was wäre eurer Meinung nach ein sinnvolles Angebot, das euren Alltag entspannter gestalten könnte?


    - Was könnte euch langfristig helfen, euch und euren Kindern ein stressfreies Leben zu ermöglichen?



    Ich bedanke mich ganz herzlich bei jeder/jedem, die/der meinen Beitrag kommentiert!




    Elvira
    :thanks:

  • Zitat

    - Was wäre eurer Meinung nach ein sinnvolles Angebot, das euren Alltag entspannter gestalten könnte?

    Ich fände eine Institution gut (Verein o.ä.), die (ehrenamtliche) Helfer beschäftigt, die, wenn man akut Unterstützung braucht, unmittelbar zu einem kommen und helfen können..und zwar bei: Kinderbetreuung, Einkaufen/ Haushalt/ Erledigungen, Gespräche (emotionale Unterstützung), und zwar ohne, dass man Anträge stellen und wochenlang auf etwas warten muss.


    Oder, mehr Möglichkeiten, Rabatte im Rahmen von Freizeitunternehmungen in Anspruch nehmen zu können, z.b. Schwimmbad, Museum, Urlaub etc.


    Auch toll wäre es, wenn Zuverdienste im ALGII-Bezug aufs Jahr gerechet würden und nicht monatlich..


    noch ein Vorschlag: eine Vernetzung von Jugendämtern und (Kinder)ärzten, die uns AEs über Angebote zur Unterstzüng aufklären und ggf. Anträge vor Ort haben um den Ablauf zu beschleunigen (z.b. Haushaltshilfe)
    und: Erfassung der AEs ducrh die jeweilige Gemeinde und Verschicken von Infos zu Kursangeboten (z.b. zur Stressreduktion, Eltern-Kind-Interaktion usw.), Organisation von Stammtischen- vielleicht auch durch die jeweilige Gemeinde

    Einmal editiert, zuletzt von Wudel Daddelda ()

  • Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ich habe ehrlich noch keine Behörde erlebt, die nicht versucht hat, einen zu bevormunden. Wenn z.B. die Zahnärztin des Gesundheitsamtes in die Schule kommt und verlangt, dass die Kinder den Mund aufmachen, um den Eltern dann vorzuschreiben, was sie wie zu regeln haben, krieg ich zuviel. Selbiges gilt für die Kontrolle der Impfausweise oder das Kontrollsystem bzgl. der Vorsorgeuntersuchungen.
    Mit welchem Recht unterstellt der Staat Eltern fehlende Kompetenz in der Erziehung und Betreuung der Kinder? Im übrigen ist die Kontrolliererei ein Widerspruch zum Grundgesetz, in dem klar geregelt ist, dass den Eltern Recht und Pflicht zur Versorgung der Kinder zuallererst obliegt. Und es gibt bis heute keinen Nachweis darüber, dass weniger Kinder misshandelt und unterversorgt sind, weil der Staat neuerdings mehr kontrolliert.


    Am sinnvollsten halte ich eine Reform des Steuergesetzes. Nicht der Wisch, der eine Ehe beurkundet, sollte zu Steuererleichterungen führen, sondern jede Geburtsurkunde sollte den Freibetrag für Eltern erhöhen.
    Außerdem muss dringend über die Mehrwertsteuer nachgedacht werden. Es kann nicht sein, dass Hundefutter mit 7% besteuert wird, aber Produkte, die Eltern für Kinder kaufen MÜSSEN, 19% Mehrwertsteuer aufweisen.


    Das war mein Wort zum Sonntag.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Hallo,


    am wichtigsten denke ich ist eine 100 %ig zuverlässige Betreuung. Ab diesem Jahr werden OGS-Zeiten eingespart, so dass die Mitarbeiter zwei Tage Zwangsurlaub haben. Wenn man keine Familienmitglieder hat, um das Kind unterzubringen oder die Möglichkeit es mit zur Arbeit zu nehmen, hat man ein Riesenproblem. Betrifft zurzeit zwar nicht mich direkt, aber es gibt sicherlich welche, die durch solche "Einsparungen" den Job verlieren. Diese Einsparungen machen keinen Sinn; das sollte der Regierung mal bewusst werden.


    Gleichzeitig sollte ein alleinerziehender Mensch nicht knausern müssen, obwohl er berufstätig ist. Kinder sind reiner Luxus, sofern man alles selbst finanziert.


    Unabhängig davon wünscht man sich natürlich auch, in der Gesellschaft gleichgestellt zu sein. Elternabende z. B. könnte man auf 18 Uhr legen, damit die Kinder nebenan spielen können und nicht am Abend um 20 Uhr, wenn das Kind im Bett liegt. Habe ich doch kürzlich die Frage gehört: kannst du in so einem Fall dein Kind nicht mal eine Stunde allein lassen?


    Nein, kann ich nicht :-)


    Auf jeden Fall weitere steuerliche Entlastungen! Denn ein Kind kostet Geld, sofern es in unserer Gesellschaft mithalten will. Man muss nicht in zig Vereine, aber ein wenig mit der Zeit gehen, sollte auch ein Kind von Alleinerziehenden können.


    Und wenn es so etwas wie "wünsch dir was" gebe: wie früher eine Art "Hausfrauentag". Einen freien Tag im Monat, um ein wenig Grundreinigung usw. erledigen zu können. Aber wir sind ja nicht bei Wünsch dir was :lach


    Vielen Dank für die Frage. Tat mal gut, das loszuwerden. Lieben Gruß

  • Nichts, was Familien sich nicht auch wünschen würden/haben: Eine verlässliche Kinderbetreuung und einen angemessenen Steuerfreibetrag


    Danke, genau meine ersten beiden Gedanken.
    Eine verlässliche Betreuung ist in Deutschland leider immer noch Utopi!!!


    Steuerlich sind wir leider immer noch hinter Verheiratete gestellt. Das ist nicht einzusehen! Ich verstehe nicht, warum man immer noch an der Ungerechtigkeit mit dem Ehegattensplittung festhält?
    Wenn die Ehepaare Kinder haben, kann man es noch nachvollziehen. Aber so??!!


    Und die Kindererziehung muss endlich in die Rentenberechnung eingerechnet werden. Bisher wird die spätere Rente nur nach dem Zahlbetrag und den Beitragsjahren berechnet, aber nicht aufgrund der Kinder, die großgezogen wurden.
    Es wäre gerechter für alle Eltern, wenn die Säule auch endlich in die Rentenberechnung kommt. Schließlich kann ich nicht mal ebend flexibel meine Karriere gestalten und gleichzeitig mein Kind großziehen. Alleinstehende habe den Rücken frei und kassieren dafür auch noch später die Rente, die meine Kind erarbeitet!


    Und man bräuchte wirklich eine Anlaufstelle, die schnell und unkompliziert hilft, wenn es der Betreuungsperson überraschend mal schlecht geht. (Krankheit/ Krankenhaus). Was dann?
    Sowas gibt es leider nicht.

    :sonne :sonne :sonne :sonne :sonne

  • Ich würde mir eine Anderen Weg zur Durchführung der Unterhaltspflichten wünschen. Heutzutage kann sich ein Unterhaltspflichtiger mehrere Jahre davor drücken und wenn es dann endlich per Gericht durch ist, ist kein Geld mehr da. In diesem Fall hätte ich mir bis zur Klärung ein Treuhandkonto gewünscht auf dieses das geforderte Geld eingezahlt wird. Denn in diesem Fall würden viele Unterhaltspflichtige schneller ihre Unterlagen ausfüllen und darauf achten das keine Jahre bis zur Klärung vergehen.

  • So eine Anlaufstelle für Notfälle wäre schon was feines... die Angebote, die es bisher gibt machen mir eher Angst (JA, ggf. KK...)
    Neben einer 100% sicheren Betreuung halte ich auch flexible Arbeitszeiten für wichtig, die sich nicht nur nach der betrieblichen Notwendigkeit richten, sondern auch einen lebbaren Alltag mit dem Kind möglich machen.
    Ich habe z.B. ein Arbeitszeitfenster von 8:00 bis 16:00 und finde in meinem Bereich bisher nichts. Es wird immer Schichtdienst und Flexibilität bis weit in den Abend, bzw in aller Herrgottsfrühe gefordert, was ich mit den Betreuungszeiten des Kindes nicht abgedeckt bekomme.
    Ich würde mir auch wünschen, dass Alleinerziehende endlich als Realität in der Gesellschaft ankommen und vollwertig als Familie gesehen werden.
    Auch wünsche ich mir, dass viel konsequenter gegen Unterhaltsverweigerer und -schlamper vorgegangen wird, um die betreuuenden Elternteile fianziell besser zu stellen.
    Es ist eben kein Kavalliersdelikt den Unterhlat nicht oder nur teilweise zu zahlen.
    Ich wünsche mir, dass Unterhaltsvorschuss nicht nur bis 12 gezahlt wird, sondern auch dann wenn die Kinder anfangen teuer zu werden.
    Ich wünsche mir, dass Kinder endlich wertgeschätzt werden und in ihren Rechten gesehen werden. Dass man sie nicht einfach wegorganisiert, sondern die Zeit die sie brauchen ihnen zugesteht. Ich möchte diese Diskussionen um Quantität und Qualitätszeit nicht mehr, die in meinen Augen nur verbrähmen, dass wir unsere Kinder hinter allem zurückstehen lassen.
    Ich wünsche mir ein lebbares Recht auf die ersten drei Jahre MIT dem Kind, ohne dabei zu verarmen. Überhaupt wünsche ich mir, dass Kinder nicht mehr mit Worten wie Armutsrisiko usw in Verbindung gebracht werden.
    Alles ein wenig utopisch.... :hae: aber wünschen darf man ja mal :D

    Ich kann, weil ich will, was ich muss.

  • - Welche positiven oder negativen Erfahrungen habt ihr mit Jugendamt, Arbeitsamt und anderen Institutionen unseres "Sozialstaates" bisher machen können?


    gute - freundliche Mensche, rasche Bearbeitungszeit - allerdings sollte man wissen was man will/einem zusteht



    - Was wäre eurer Meinung nach ein sinnvolles Angebot, das euren Alltag entspannter gestalten könnte?


    Steuerklasse III für jeden der ein Kind erzieht - egal ob allein oder Patchwork (da rutscht man als Mutter dann wieder in Stkl. 5 und bekommt immer noch keinen Unterhalt :-))


    - Was könnte euch langfristig helfen, euch und euren Kindern ein stressfreies Leben zu ermöglichen?


    gute, verläßliche Kinderbetreuung zumindest von 7 bis 18 Uhr - dann klappt es auch wieder mit den meisten Arbeitgebern

  • Moin Elvira.


    Welches Dekanat der FH Münster ist denn eigentlich für diesen Kurs und damit für die Erstellung dieses Hilfsangebotes verantwortlich? Unter welchem Themenbegriff wird die Aufgabenstellung zusammengefasst und ist evtl. damit zu rechnen, daß das Ergebnis für die "Umfragebeteiligten", also das fertige "fiktive Hilfeangebot" einsehbar ist oder ggf. sogar veröffentlicht wird?
    "Ich (Vorname) komme von der FH Münster..." ist mir persönlich zu dünn und die Bitte um die Abgabe von "Willensbekundungen", deren weitere Bearbeitung in einer "Black-Box" landen, genauso. Dahinter kann auch ein auf eigene Rechnung arbeitender, freier Autor stecken, der sich unter der Tarnkappe des wissenschaftlichen Auftrags das Klinkenputzen bei der Zielgruppe ersparen möchte.

  • Sehr kritische Unterstellungen für jemanden, der hier nichtmal seinen Namen preisgibt. Dennoch...deine Kritik ist angebracht und auch dein Misstrauen. Welches Dekanat für mich zuständig ist, kannst du bei google erfahren, denn ich habe angegeben, dass ich Soziale Arbeit an der FH Münster studiere, da gibt es nur eins. Und wäre ich ein freier Autor, der sich das Klinkenputzen sparen will, wie du schreibst, hätte ich meine Fragen sicher präziser formuliert und hätte mich hier inkognito als Alleinerziehende eingeklinkt. Ich jedoch bin nur eine Studentin, die Infos für eine Hausarbeit sammelt, die hinterher nicht veröffentlicht wird. Vielmehr dient diese Aktion hier mir nur dabei zu lernen, wie man ein Kozept erstellt, das eben nicht, wie viele hier es kritisieren, den Klienten bevormundet sondern deren Bedürfnisse und Wünsche berücksichtigt. Daher möchte ich mich nicht nur auf die Bücher verlassen, die in unserer Bibliothek stehen. Und da ich in meinem Bekanntenkreis keine Alleinerziehenden habe, die ich Fragen kann, nutze ich die Möglichkeiten der modernen Kommunikation per Internet. Wenn du also keine Infos preisgeben möchtest, ist das dein gutes Recht und ich respektiere es.
    Allen anderen möchte ich danken, bisher sind alle Antworten sehr hilfreich! :thanks:

  • Zitat

    Welche positiven oder negativen Erfahrungen habt ihr mit Jugendamt, Arbeitsamt und anderen Institutionen unseres "Sozialstaates" bisher machen können?


    Bisher zum Glück wenig Erfahrung, unser Amt für soziale Dienste war bisher hilfreich und zurückhaltend. Aber es gab noch keine Probleme.


    Zitat

    Was wäre eurer Meinung nach ein sinnvolles Angebot, das euren Alltag entspannter gestalten könnte?


    Was meinst du mit Angebot? So Alltagsangebote?


    Vielleicht Krabbelgruppen, Elterncafés, Grundschultratschgruppen, Schwimmgruppen usw. speziell für AE. MIT Babysitter extra, damit Mutti auch mal entspannen kann.


    Zitat

    Was könnte euch langfristig helfen, euch und euren Kindern ein stressfreies Leben zu ermöglichen?



    Geld.
    Mit Geld geht alles: Betreuung erkaufen, besser und stressfreier leben.
    Ich möchte als AE-Mutter endlich eine vernünftige Steuerklasse. SK 2 ist ein Witz!
    Und ich möchte automatisch einen kostenfreien Kindergartenplatz, wenn ich gezwungen bin, arbeiten zu gehen, um mein Kind zu ernähren. Gleiches sollte für alle Eltern gelten.
    Andere Staaten kriegen das auch hin, indem die Betriebe die Betreuung finanzieren (z.B. Dänemark).
    Ich habe 400 Euro im Monat hingeblättert. Ich verdiene zuviel, als dass mir was erlassen wurde, lediglich eine recht geringe Steuerrückzahlung.


    Von der Betreuung des Kindes hängt ALLES ab, aber auch wirklich alles.


    Genauso sind für Normalsterbliche 10 oder 20 Arbeitstage "kindfrei" ein Witz. Ich hatte als AE 20 Tage im Jahr, die hat meine Tochter im Krippenalter locker ausgefüllt. Immer mussten Notlösungen her, immer.


    Und mehr auf AE zugeschneiderte Eintritte und Urlaubsangebote. Ich würde oft billiger pro Person reinkommen oder vereisen, wenn wir M-F-K wären.


    "Bei zwei Erwachsenen ist das Kind frei" ist ein schrecklich dämliches Angebot - für uns.

  • Mit Angebot meine ein Hilfsangebot, wie es z.B. von Beratungsstellen sie anbieten. Es gibt auch Träger und Vereine, die Alleinerziehenden eine Ausbildung in Teilzeit ermöglichen. Es geht mir um Dinge, die vor allem auch von Sozialpädagogen/Sozialarbeitern ausgeführt werden können. Ja, dazu zählen auch die Beispiele, die du aufgeführt hast. Danke für deinen Beitrag!

  • Okay, ich bin ja seit Geburt alleinerziehend und hätte mir öfter jemanden an der Seite gewünscht bei Babymassage, Babyschwimmen, Kinderturnen.
    Entweder, ich habe jemanden mitgebracht oder ich war halt allein mit Kind, während die meisten mit Partner kamen. Entspannt war das nie.
    Wäre doch toll, wenn man bei der Anmeldung zu solchen Kursen gleich AE ankreuzen könnte und/oder den Wunsch, eine Begleitung zu bekommen.


    Oder eben überhaupt Kurse EIN Elternteil + EIN Kind.
    Dann kommen "die" (Normalos) nicht immer mit der ganzen Sippe.
    Ich fand das immer wahnsinnig anstrengend, nur auf ELTERN zu treffen.


    Also ja, ich wünsche mit Kurse und Angebote eben speziell für AE oder eben "Hilfe" in Form von Gesellschaft.


    Gruselig sind übrigens auch im Kiga Angebote wie "Vater-Kind-Nachmittag", "Basteln-mit-Mama", wenn das andere Elternteil halt gar nicht präsent ist.
    Vater-Kind-Nachmittag ist der letzte Mist, wenn das Kind Halbwaise ist oder ein AE-erzogenes, wo der Vater abgehauen ist.
    Da bräuchten Kigas dringend BERATUNG.

  • Hallo,
    auch mal meinen Senf dazugebend:

    Zitat

    - Welche positiven oder negativen Erfahrungen habt ihr mit Jugendamt, Arbeitsamt und anderen Institutionen unseres "Sozialstaates" bisher machen können?


    Habe zweimal eine Beratung mit KV beim JA in Umgangsfragen gehabt, hat uns beiden sehr geholfen. Sonst keine Erfahrungen mit Ämtern, wurden nicht benötigt.



    Zitat

    - Was wäre eurer Meinung nach ein sinnvolles Angebot, das euren Alltag entspannter gestalten könnte?


    Gesicherte Betreuungsmöglichkeiten, mehr braucht's meiner Meinung nach nicht.
    Krabbelgruppen, Mütterkaffes etc. kann man auch in Eigenintitiative gründen. In größeren Städten gibt es auch genügend Vereine, die so etwas anbieten.


    Zitat

    - Was könnte euch langfristig helfen, euch und euren Kindern ein stressfreies Leben zu ermöglichen?


    Ich habe nicht mehr Stress mit meinem Kind als wenn ich verheiratet wäre. Genaugenommen, empfinde ich das Großziehen eines Kindes nicht als Stress, ich sehe es als Herausforderung.


    LG Lotta

    edit: Rechtschreibfehler gefunden und korrigiert


    Nur wer einen Schatten hat, steht auf der Sonnenseite des Lebens!

  • - Welche positiven oder negativen Erfahrungen habt ihr mit Jugendamt, Arbeitsamt und anderen Institutionen unseres "Sozialstaates" bisher machen können?


    mit dem Jugendamt habe ich persönlich gar keine positiven Erfahrungen gemacht... in meinem Fall war es schlichtweg überflüssig, und gelegentlich sehr kontraproduktiv-
    andere Institutionen der öffentlichen Hand waren nicht nötig-

    - Was wäre eurer Meinung nach ein sinnvolles Angebot, das euren Alltag entspannter gestalten könnte?


    generelle Beratung für alle ET, welche sich trennen; quasi als Standardangebot-
    Termine/Elternabende etc. in KiGa und Schule zu lange (möglichst Jahre) vorher festgelegten Termine- sowohl die Gruppentermine, als auch die Einzeltermine... die Kurzfristigkeit ist oft kaum machbar

    - Was könnte euch langfristig helfen, euch und euren Kindern ein stressfreies Leben zu ermöglichen?


    StKl III für die ET, die keinen/unter Regelsatz KU erhalten-
    Abschaffung von Kindergeld gegen echte (!) Lehrmittelfreiheit an Schulen, sinnvolle Betreuung an der Schule für alle bis X Uhr, und kostenfreiem SchulEssen für alle Kinder

    Lieber Gruss


    Luchsie


    Dein Denken kann aus der Hölle einen Himmel und aus dem Himmel eine Hölle machen.


    Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug. (Epikur)

  • Ich wünsche mir vor allem zwei Dinge:
    1. Unterhaltsvorschuss nicht begrenzt (72 Monate oder bis zwölf Jahre), sondern so lange wie es notwendig ist!
    2. Betreuungs Krankengeld für Berufstätige an Tagen, an denen das Kind krank ist und betreut. Werden muss auch wenn das Kind älter als zwölf Jahre ist, wenn dies vom Arzt empfohlen wird.

  • Wenn du also keine Infos preisgeben möchtest, ist das dein gutes Recht und ich respektiere es.


    Danke für das Feedback. Es wäre aber wohl unhöflich von mir, direkt in eine höflich gestellte Anfrage reinzugrätschen, nur um zu mitzuteilen, das man eben nichts
    mitzuteilen hat.


    Zitat von FixeElfe


    - Welche positiven oder negativen Erfahrungen habt ihr mit Jugendamt, Arbeitsamt und anderen Institutionen unseres "Sozialstaates" bisher machen können?


    Jugendamt: Negativ wie Positiv. Kommt darauf an, welchen Ansprechpartner man bekommt und welche Einstellung er für seinen Wirkungsbereich mitbringt (Hier Beratung bei
    Trennung/Scheidung). Mit Geschlechtsgenossen gab es in der Regel weniger Probleme.
    Arbeitsamt: Ausnahmslos negative Erfahrungen. Drei Jahre Rechtsstreitigkeiten sprechen für sich.
    Krankenkasse: Keine Freunde von stationären Kuraufenthalten. Zu teuer. Soll der Rentenversicherungsträger einspringen.
    Rentenversicherung: Siehe Krankenkasse, RV verweist in dem gleichen Sachverhalt auf Krankenkasse.


    Zitat von FixeElfe

    - Was wäre eurer Meinung nach ein sinnvolles Angebot, das euren Alltag entspannter gestalten könnte?


    Ich habe lange darüber nachgedacht, aber da fällt mir im Kontext unserer persönlichen familiären Situation gerade nicht wirklich ein Modell ein, in das sich Sozialpädagogen/Sozialarbeiter unterstützend integrieren könnten. Obwohl hier die Mutter zweifelsohne die "Hauptlast" bei der Erziehung und Pflege der Kinder trägt (bei der Betreuung unserer Mehrkindfamilie bin ich zwar stark eingebunden, aber von einem Wechselmodell kann man hier nicht sprechen) sollte der Blickwinkel der Kinder nicht unberücksichtigt bleiben. Dem möchten wir als Eltern Rechnung tragen. Die Kinder haben sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, daß sie sich (mehr) Zeit mit ihren Eltern wünschen. Schon heute müssten sich die Kinder den Notwendigkeiten des Arbeitsmarktes und dem etablierten Bildungssystem unterordnen wie in in der Ganztags-KiTa, schulische Ganztagsbetreuung, Turbo-Abi, usw. etc.. Hier sehe ich eher Politik, Wirtschaft und Sozialstaatsprinzipien in der Verantwortung als die Notwendigkeit weiterer Angebote von beispielsweise Betreuungsangeboten durch verschiedene Träger.

    Zitat von FixeElfe

    - Was könnte euch langfristig helfen, euch und euren Kindern ein stressfreies Leben zu ermöglichen?


    Mehr Geld, flexiblere und umfangreichere Kinderbetreuung, das sind Dinge, die sich nicht nur Alleinerziehende wünschen. Am Besten noch ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle und dann entfällt auch die oft anstrengende, finanzielle Auseinandersetzung mit der oder dem Ex. Helfen könnte m. E. eine "Entschleunigung" im Bildungs- und Arbeitsmarktsektor. In dem Familienwegweiser des BFSFJ gibt es ja schon einen recht umfangreichen Katalog für die Familienförderung, wobei in nicht wenigen Punkten der Wunsch Vater des Gedankens ist, es aber an der praktischen Umsetzung fehlt (z. B. Unternehmen mit familienfreundlicher Personalpolitik). Kinder sind ja mittlerweile für die Eltern bei der Berufsausübrung zu einem echten Handicap geworden.
    Kinder werden dort als "Problem" wahrgenommen. Gerade Frauen müssen sich oft entscheiden, ob nun Kind oder Karriere. Ein seltsames Verständnis von der kleinsten Keimzelle staatlicher Ordnung (Artikel 16, III. Abschnitt d. Allg. Erklärung d. Menschenrechte, Europäische Grundrechtscharta, Artikel 9 und Artikel 33, Artikel 6 Grundgesetz der BRD). Hier stünde es der Familienpolitik doch einmal gut an, dieses Handicap auch ganz pragmatisch zu beheben, anstatt sich damit zu begnügen die "mögliche Aussicht" auf familienfreundliche Beschäftigungspolitik von Arbeitgebern auf ihrer Internetpräsenz zu bewerben. Eventuell eröffnet sich hier ja die Möglichkeit für eine oder mehrere sozialpädagogische Beratungsinstituiton(en), ggf. sogar im Staatsauftrag, bei den Arbeitgebern zu "missionieren".