immer nur stark sein / schwächen zulassen

  • Ihr Lieben,


    Ich bräuchte mal Erfahrungen und Tipps... dazu wie ihr mit euren "schwächen" bzw. auch einfach mit normalem "schwach sein" umgeht... ob und wie ihr sie/das zulasst...


    Mich hat eine Kollegin drauf gestoßen die mich (und auch meine Geschichte als single-mama) recht gut kennt... Sie hat mich kürzlich gefragt wann ich eigentlich mal schwach bin, bzw. wann und wie ich mir das erlaube... ob ich eine Stelle habe an der ich mich mal ausheulen kann (abgesehen von Freunden und Familie) ...


    mich hat das erstmal total irritiert --so nach dem Motto: läuft doch alles, kein Problem-- und dann dieses leise "oder?" im hinterkopf. dann habe ich angefangen drüber nachzudenken, und hab festgestellt dass mir die Idee mir mal alles ohne Rücksicht auf Verluste irgendwo von der Seele zu reden sogar Angst macht.... dass ich eigentlich rund um die uhr damit beschäftigt bin alles was problematisch ist positiv umzudeuten, für alles was schwierig ist Lösungen zu finden... und das alles immer rational durchdacht und abgewogen, mit hilfe von fachinformationen etc. durchreflektiert... freie Momente werden gefüllt (was zu tun gibts ja immer).


    und das funktioniert gerade gut... ich bin stark für die kinder, und stark im job (ich promoviere, also auch hier hohe eigenverantwortung, hohe ansprüche etc.) ... ICH funktioniere. ...vor allem negative emotionen und gefühle lasse ich gar nicht erst zu (bzw. unterdrücke sie wohl auch).


    Kennt jemand das?
    Und wie habt ihr daran gearbeitet?
    wie hat sich das angefühlt, und ich auf euren alltag ausgewirkt?
    Meine Angst ist tatsächlich dass ich sobald ich dieses Faß (eigene Bedürfnisse, Ängste, Schwächen, negative gefühle etc.) "aufmache" vielleicht nicht mehr so "gut" funktioniere... gleichzeitig wird mir eben gerade bewust dass das auf lange sicht so auch nicht gutgehen kann...

  • puh. Kenne ich. :) Bei mir "platzt" es manchmal raus. Neulich z.b. als ich am Kröpke in Hannover entlang ging und jemand total schöne Straßenmusik machte. Ich konnte nichts machen. Die Schleusen gingen auf und ich fing an heulen. Von 0 auf 100. So äußert sich das bei mir...oder bei emotionalen Filmen. Das tut gut. Außer wenn sich die Emotionen in Gereiztheit entladen und es die Mitmenschen oder Sohn zu spüren bekommen. Das würde ich gern ändern.


    Aber ja, im Großen und Ganzen laufe ich auch sehr im Funktioniermodus , maschinenhaft und eher emotionslos.
    Ich hoffe einfach mal, dass sich das bessert wenn das Kind größer ist. Er ist jetzt 2 und brauch seeehr viel Aufmerksamkeit. Da muss ich mich nunmal zurückstellen.


    Aber mal schauen/ lesen, wie es den anderen so ergeht. Irgendwer hat bestimmt ein paar Ratschläge auf Lager. (Ich leider nicht)

  • Oh ja.... ist bei mir in Gedanken auch gerade Thema.


    Musste die letzten - genau genommen - über zehn, elf Jahre stark sein. In jeder Richtung. Und ich glaube, das hat sich festgesetzt.


    Selbst jetzt, wo ich merke, da wär jemand, der mich sogar auffangen könnte und wollte, da kann ich das schwach-sein nicht zulassen. Sobald es ans "Eingemachte" geht, mach ich zu, schalt ich um und stehe auf, um stark zu sein. Vielleicht lerne ich es wieder.


    Schwäche zeigen ist für mich nicht nur gleichbedeutund mit verletzbar sein. Während der Trennung vom KV und danach wurde das auch kräftig ausgenutzt. Schon während der Ehe musste ich die Starke sein, weil mein EX sich gehen ließ.


    Ich denke, das hat aber auch alles damit zu tun, dass man eben nicht mehr 20 ist, die Leichtigkeit verloren hat. Als AE zuviel Verantwortung trägt, oder? Zuviel alleinige Verantwortung. Und ich zumindest habe verlernt, dass es jemanden an der Seite geben kann, der bereit ist, einen großen Teil des Päckchens zu übernehmen.


    Und ja, anma, ich weiß was du meinst. Ich hab auch Angst, dass wenn ich erstmal "aufmache", dass ich dann völlig die Kontrolle verliere - nicht nur über mich. Überalles. Dass ich nix mehr steuern kann. Angst vor Kontrollverlust. Hm...


    Nachdenkliche Grüße...

  • Hallo anma - Anna + Mama ?


    Hab schon ein paar Tage hinter mir und kann dir nur schreiben, deine Gedanken sind mir schon oft durch den Kopf gegangen. DAS ist " normal ". Es ist wie die Sinuskurve. Mal rauf, mal runter, aber selten - linear - das Leben.
    Es gab Zeiten, da habe ich Monate lang nur " funktioniert ". Alles, was gemacht werden musste, wurde erledigt. Aber ein " Akku " funktioniert auch nicht ewig und dann kamen die Gedanken, vom Erlebtem, die Gedanken über die private, berufliche Zukunft, Partnerschaft, Alleinsein, Kompromisse eingehen - welche sind davon " faul ", welche für mich / uns vertretbar ? - .


    Den Deckel auf dem erlebten Mist drauf zu lassen, ihn einwenig zu öffnen, um etwas Gestank ab zu lassen, was im Herzen gor, den Deckel spontan voll auf zu reissen, DAS, muss jede/r selber für SICH entscheiden.


    Ich habe mich vor Jahren, als mein Akku bei 0,01 stand endschlossen, zu einem Profi zu gehen und ein Stück weit den Deckel geöffnet. ICH habe selbst entschieden, was ich besprechen wollte und der Profi sagte : Okay.


    Das " Alte " hatte ich verarbeitet, stank also nicht mehr. Das Aktuelle konnte ich mit den FRAGEN des Profis für mich beantworten.


    Heute, durchlebe ich die Sinuskurve, OHNE unter dem Teppich zu liegen. Mist erlebe ich jeden Tag, aber ich lagere ihn nicht mehr ein. Deswegen gibt es auch keinen Deckel mehr.


    Mein Motto ist : Jeder Mensch hat jede Sekunde seines Lebens die Möglichkeit dies zu ändern.


    Er muss es nur tun.


    LG sg

    Und wenn man sich auch noch so bemüht ... Ich passe in KEINE Schublade!


    Der Mensch ist das einzige dumme Lebenwesen auf dieser Erde, der genau DEN Ast absägt, auf dem er sitzt.


    Denke nicht in Problemen, sondern suche Lösungen.

  • Ich hab eines in den letzten Jahren gelernt - dass es mich auf Dauer stark macht, wenn ich meine Schwächen kenne und diese als einen Teil von mir akzeptiere. Das macht vieles so viel leichter ....entspannter.


    Ich finde es gut wenn man mal Impulse von außen bekommt. Und nachdenkt. Das kann oft ein Anfang sein :)

    .
    .
    Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.

  • Das Funktionieren samt Verdrängung kennen wir bestimmt alle mehr oder weniger gut - aber gesund ist das auf die Dauer nicht.
    "Stark" sein ist nicht immer gut und "schwach" sein ist nichts Schlechtes. Manchmal muss man natürlich einfach die Zähne zusammenbeißen, wenn es die Umstände erfordern, aber das heißt nicht, dass man nicht trotzdem über seine Sorgen, Ängste, Gefühle der Überforderung oä reden darf, bzw diese Gefühle zulassen darf - und sollte! Das ist keine Schwäche, das ist Selbstreflektion. Inzwischen sehe ich es eher als Schwäche, sich dem nicht zu stellen und davor wegzulaufen oder eben konsequent zu verdrängen. Das ist nicht stark, das ist genaugenommen sogar feige.



    Ich hatte schon immer das Gefühl, dass ich allein klarkommen muss, auch was die Verantwortung für meine Kinder angeht (bin seit '87 AE mit kurzer Unterbrechung von '02-'09).
    Und da gab es schon Zeiten, wo das Leben mir etwas mehr um die Ohren gehauen hat, als ich gerade allein tragen konnte...

    Und ja, anma, ich weiß was du meinst. Ich hab auch Angst, dass wenn ich erstmal "aufmache", dass ich dann völlig die Kontrolle verliere - nicht nur über mich. Überalles. Dass ich nix mehr steuern kann. Angst vor Kontrollverlust.

    DAS kenne ich auch genau so aus den schwierigsten Zeiten. Bloß nicht anfangen zu weinen, sonst kann ich nicht wieder aufhören... Bloß nicht die Angst/Trauer/Wut zu nahe ran lassen, sonst frisst sie mich auf. Bloß nicht die Kontrolle verlieren, denn ich muss ja stark sein für mein Kind!


    Aber das sollte wirklich nur eine Strategie für die ganz harten Zeiten sein, solange man einfach durchhalten muss, bis sich die Situation entspannt. Dann sollte man schon versuchen, den Deckel mal anzuheben und zu gucken, was denn da so vor sich hin gärt. Sonst fliegt einem das nämlich irgendwann um die Ohren, und zwar so richtig. Ist mir passiert. Muss ich ganz sicher nie wieder haben! Dann lieber rechtzeitig professionelle Hilfe suchen und gemeinsam unter den Deckel gucken, wenn man sich das allein nicht zutraut. So mache ich es jetzt, wenn ich meine, dass der Druck zu sehr steigt.
    Aber inzwischen kenne ich mich schon viel besser, kann viel besser einschätzen, wann ich noch verdrängen "darf" und wann ich wirklich ran muss an die Sachen, wann es kritisch wird.

  • Hi!


    Mir geht das auch so. Also das ich funktioniere. Und alles positiv umdeute und für mich und mein Kind da bin und ich mich wie so eine Art Tigermutter fühle, die allein mit ihrem Kind durch ihr Revier zieht.


    Ich habe allerdings nicht das Gefühl, dass es mir schadet. Im Gegenteil. Ich fühle mich nicht wie ein Fass das überläuft. Mir gehts gut, ohne die Jammerei. Ich erlaube mir den Tanz mit dem Selbstmitleid (negative Gedanken, Weltschmerz, Melancholie und 2 Gläser Rotwein und Zigarette auf dem Balkon mit trauriger Musik) einfach nicht mehr. Ich habe das Gefühl, mir das in meiner Lebenssituation nicht leisten zu können. Ich trinke Smoothies, gehe schwimmen und rauch schon seit vielen Jahren nicht mehr. Ich will gesund sein und klare strukturierte Gedanken haben. Wenn ich mich aussprechen will rufe ich eine meiner Schwestern oder eine Freundin an.


    Wenn ich Probleme habe, spreche ich sie an. Mir wird von Jahr zu Jahr gleichgültiger, was andere denken. Ich rede über das AE-Sein, die finanziellen Probleme, über das, was ich kann, was mir fehlt, was mir gefällt.


    Ansonsten weine ich nicht mehr um alles was nicht gut gelaufen ist. Ich lebe jetzt einfach. Ich bin 40, ich habe nicht mehr alle Zeit der Welt. Mir ist die Zeit zu schade. Irgendwie ist mir auch vieles nicht mehr so wichtig.


    Ich weine jetzt meist bei Dokumentationen, Jahresrückblicken, manchmal, wenn jemand spricht und ich das so gut nachfühlen kann, bekomme ich auch feuchte Augen. Es ist aber keine innere Trauer, die da hochkommt, sondern ich fühle mich innen ganz weich und mich dem Geschehen oder Menschen nah, ich kann dann so gut mitfühlen.


    Allerdings bin ich auch sehr darauf fokussiert, was für mich gut ist. Jede freie Minute gehört mir. Ich überlege dann, was mir gut tut, worauf ich Lust habe, was finanziell möglich ist. Andere Menschen haben keine oberste Priorität. Ich sage inzwischen sehr oft "nein" bei Anliegen anderer Menschen. Es ist wirklich alles dem "Wir werden das hier gut überleben. Ich bekomme dieses Kind zufrieden groß" untergeordnet. Alles andere kommt später...oder eben gar nicht.


  • Hmm ?-(

    Und wenn man sich auch noch so bemüht ... Ich passe in KEINE Schublade!


    Der Mensch ist das einzige dumme Lebenwesen auf dieser Erde, der genau DEN Ast absägt, auf dem er sitzt.


    Denke nicht in Problemen, sondern suche Lösungen.

  • Ich bin seit fast 9 Jahren alleinerziehend und das meine ich auch so. Ich habe in der ganzen Zeit nie mit einem Mann zusammen gelebt. Aber o.k. mein Ex hat die Jungs alle 14 Tage am WE genommen. Öfter hat er auch mal eins ausfallen lassen und am Anfang hatten wir auch noch einen Tag in der Woche, den er dann auch nicht mehr wollte, als er eine neue Lebensgefährtin hatte


    Aber egal. Ich kenne das, dass man immer stark sein muss und mich hat die Zeit als Alleinerziehende doch sehr verändert. Vieles prallt an mir ab. Ich sehe schnell meine Kinder Unrecht behandelt und habe das Gefühl, doppelt für sie da sein zu müssen. Das ist aber meistens subjektives Empfinden.


    Jetzt sind meine Jungs 19 und 14. Ich arbeite seit 3 Monaten wieder Vollzeit und habe noch den Nebenjob. Vorher hatte ich "nur" einen Teilzeitjob und den Nebenjob. Gut, es ist Stress mit Vollzeit und Nebenjob, aber gerade der Vollzeitjob gibt mir Kraft. Die Leute dort interessieren sich für mich und für die ist meine Meinung wichtig. Heute habe ich von einer Kollegin Merci bekommen, weil ich immer so hilfsbereit bin.


    Das gibt mir Kraft. Endlich mal wieder nicht nur als Mutter gesehen zu werden und als Mutter handeln zu müssen.


    Ich bin heute der Meinung, dass es ganz wichtig ist, neben den Kindern noch eine Aufgabe zu haben. Gleich welcher Art. Kann ja auch ein Ehrenamt sein. Wenn man auch Bestätigung findet in anderen kindfreien Bereichen gibt das Stärke


    Das heisst nicht, dass ich nicht mehr schwach bin. Aber ich habe keine Heulattacken mehr

  • Hui klar immer am Limit und sehr gerne darüber, mein Lebensmotto für ne lange Zeit.


    Die Quintessenz das Leistung auch nicht die dauerhafte Erfüllung ist und nen paar Ereignisse haben mich dann mal irgendwann umdenken lassen.


    Nicht stark oder schwach, sondern stark und schwach.
    In meiner Stärke auch mal an die Schwäche denken und andersrum genau so.
    Sprich ab und an mal einfach die Facetten in der Gesamtheit betrachten und nicht nur in einzelnen Facetten.


    So balanciert sich das ziemlich gut in der Mitte ein und das wesentliche läuft mehr als rund und oft ist auch noch Luft für die Kür. Sprich ne gute Mischung finden um die Lebenspläne umzusetzen. :)

    Leben ist das was passiert und was ich daraus mache. :daumen

  • Mir geht das auch so. Also das ich funktioniere. Und alles positiv umdeute

    Mir scheint, das "Funktionieren", wie einige von uns es hier als "nur noch Funktionieren" oder "Durchhalten"
    erleben, trifft gar nicht in diesem Sinne auf dich zu, denn...

    Wenn ich Probleme habe, spreche ich sie an. Mir wird von Jahr zu Jahr gleichgültiger, was andere denken. Ich rede über das AE-Sein, die finanziellen Probleme, über das, was ich kann, was mir fehlt, was mir gefällt.

    Anscheinend läuft es bei dir ja ziemlich gut, du kannst deine Alltagssorgen und vieles mehr mit Leuten besprechen, hast anscheinend keine Katastrophen oder belastende Situationen (allein) zu bewältigen. Also kein Fass, das überlaufen kann. Glückwunsch!

  • Mir geht es irgendwie genau anders, oder einfach nur anders. Ich fühle mich ständig schwach und hilflos meinem Leben nicht gewachsen. Ständig die Frage Ob mein Kind überhaupt gut aufgehoben ist bei mir. Ob er nichts besseres verdient hätte.


    Das war vor 1 1/2 Jahr ganz schlimm. Da hat mein Kleiner sehr meine Nerven strapaziert, dazu noch meine eigenen probleme, und die Probleme die so allgemein dazu kommen. Ich reagierte ständig gereizt gegenüber meinem Sohn, wenn er mal wieder einen auf Sturkopf macht.
    Und wenn es nicht nach seinem Willen geht dann ist er nicht nur stur sondern wird auch richtig laut. Wird er heute auch noch aber da gehts.


    Damals stand ich sogar kurz davor mein Kind wegzugeben. Zeitweise in eine Pflegefamilie, da ich dem Vater nicht zutraute sich lange also einige Wochen gar Monate um ihn zu kümmern und das 24h


    das ging dann aber langsam wieder und jetzt ist an sich auch alles okay und ich würde im Leben nicht mein kleinen wildfang weggeben.


    Aber das Grundproblem ist das selbe. Ich sehe mich als schwache Frau, zuviel Emotionen. Man sagte mir, erst heute wieder. Ich würde zuviel jammern. Gut ich sehe es nicht als jammern einfach als ein "mal ausheulen"
    Hab ja hier NIEMANDEN mit dem ich reden könnte also auch reden ohne gut zu überlegen was ich sage.


    Selbst meine Ziehmutti nicht. Sie hat selbst genug zu tun und schon verdammt viel für uns getan, da fühl ich mich einfach schlecht wenn ich ihr die ohren volljammer um mir einfach mal alles von der Seele zu reden.
    Ich will schließlich nicht das sie denkt das ich undankbar bin. Und ich würde mich verdammt gerne erkenntlich zeigen aber außer einem aufrichtigen Danke und mal was persöhnliches wie mein Gedicht zu ihrem Geburtstag fällt mir da nicht ein.


    Na ihr seht ja, ich jammer schon wieder. -.-

  • ICH funktioniere. ...vor allem negative emotionen und gefühle lasse ich gar nicht erst zu (bzw. unterdrücke sie wohl auch).


    da muß man nur auf passen das man irgenwan nicht an den Punkt kommt wo man nichts mehr an sich ran läßt...war 15 Jahre auf Montage und dazu war es notwendig unterwegs alles auszublenden was nichts mit dem Job zu tun hat um das durch zu halten,leider hat es dann auch lange gedauert bis ich erkannt hab das irgendwann ins Nichts führt .

  • Jasira,
    ich denke, dass es ganz normal ist, in problematischen Zeiten gereizter zu sein. Vor allem wenn man, wie du, niemanden hat, dem man sich anvertrauen kann, der die Sorgen mitträgt und es dadurch etwas leichter macht. Es ist für uns soziale Wesen unnatürlich, ganz allein dazustehen und alles allein tragen zu müssen. Nur die heutige Gesellschaft bringt uns in diese missliche Lage.
    Das hilft einem nicht wirklich weiter, aber es könnte wenigstens helfen, sich dabei nicht so unzulänglich und schwach oder schlecht zu fühlen.
    Du machst nichts falsch, du bist einfach in einer schwierigen Situation und bemühst dich, für dein Kind da zu sein. Und wärst du wirklich schwach, dann würdest du das wohl nicht schaffen...
    Dass du ein großes Berdürfnis hast, deine Sorgen zu teilen, dein Herz auszuschütten, finde ich total normal. Für Andere mag das nach Jammern aussehen, aber vielleicht können die sich einfach nicht vorstellen, wie schwer das allein oft ist.

  • Was ungeheuer wichtig ist: Ansprüche runter schrauben. An diversen Ecken muss man finde ich Abstriche machen- vor allem wenn man merkt, dass es zuviel wird.
    Bsp.: Ich habe jahrelang studiert udn arbeite nun als Reinigungskraft, evtl. komme ich nie in meinen "gelernten" Beruf rein weil null Berufserfahrung. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, irgendwann Vollzeit zu arbeiten. Das würde ich nicht packen konditionell. Das KANN bedueten, dass ich viell. für immer meine maximal 20h/ Woche als Putzfrau vor mich hin dümpel und wir am Existenzminium leben.


    Früher wäre es für mich undenkbar gewesen, das Thema "Karriere" auf Eis zu legen und auf Hartz IV Nievau zu leben. Und ich haderte lange Zeit damit. Aber nun habe ich mich damit arrangiert, wesentlich kleinere Brötchen zu backen. Muss ich ja auch. Wir haben nunmal einen armen "KV" :-) und ichw ar vor der Schwangerschaft arbeitslos.


    Sollte es sich doch anders entwickeln und ein "besserer" Job kommen: fein. Wenn nicht, auch gut. Ich bin weder zeitlich noch psychisch oder physisch in der Lage, Vollzeit zu arbeiten usw.


    Weiterer Punkt: Wohnung. Ich bin ein Chaot und habe weder die Kraft noch die Lust, immer eine tip top aufgeräumte und geputzte Wohnung zu haben.


    Und so gehts weiter..


    Dafür setze ich die Prioritäten: Jeden Tag mit Kind rausgehen, 3mal die Woche Sport machen, Minijob behalten und einen zweiten dazu finden. 1 mal die Woche mit Freunden was unternehmen. Das muss erstmal reichen ;)
    Irgendwie finde ich, muss man sich darüber klar werden, was man wirklich wuppen kann und was am wichtigsten ist..und wenn man erschöpft ist, schauen, wo man mehr Zeit für sich rausholen kann