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  • Hallo an alle,


    bin neu hier und suche Hilfe. Mein Sohn geb. 28.04.2008 also diesen Monat 6 Jahre hat die Diagnose ADHS.
    Ich suche hier nicht nach persönlichen Meinungen wenn diese nicht mit persönlichen Erfahrungen gepaart sind als Mutter,Vater oder als betroffenes Kind.
    Ich suche hier Informationen über Therapieformen und Möglichkeiten wie ich meinem Sohn helfen kann.
    Angefangen mit der Diagnose, ein Arzt/Psycho irgendwas, reicht mir nicht.
    Kennt ihr jemanden der hier vertrauenswürdig ist? Natürlich bevorzuge ich nicht unbedingt jeden Hinz und Kunz. Sollte hier eine über alle Bundeslandgrenzen annerkannte Autorität sein, natürlich bevorzugt in Bayern aber mir ist jeder recht. Der Gewissenhaft und selbstkritisch mit dem Verdacht und der Diagnose umgeht. Jemand der erst alle Möglichkeiten der Ursachen sucht um auf diesen die Therapie aufzubauen und nicht an den Auswirkungen.
    Sollte am Ende es für meinen Sohn die beste Lösung sein auf Ritalin zurückzugreifen werde ich dem zustimmen aber erst nach dem abchecken aller anderen zur Verfügung stehenden Mittel und Therapiemöglichkeiten und sollten sie noch so beschwerlich sein.


    Ich will mein Kind nicht entgeistern

    ich will es begeistern.


    Ich höre zuviele Negative Auswirkungen von diesem Mittel eben genau auf seinen Geist. Ob kurz, mittel oder langfristig.


    Bitte helft mir mit persönlichen Erfahrungen und über jeden zweifel erhabenen Fachleuten weiter.


    Seiten wie Retalin-Kritik.de sind für mich nicht hilfreich wenn der Autor ein anerkannter Scietologe ist.
    Als ich überprüf alles und jeden soweit es mir möglich ist. Also haben es auch Pharmalobyisten bei mir schwer.



    Vielen Dank im voraus


    Albert

  • Hallo Albert,


    da du ja keine persönlichen Meinungen haben möchtest und auch keine Erfahrungen von Leuten, die mit ihrem Kind am Anfang der Therapie stehen, enthalte ich mich hier mit meinen Erfahrungen und Meinungen und sage nur :welcome in der Hoffnung, dass du die Meinungen findest, die du gebrauchen kannst.


    lg Annika

  • Hallo.


    - wenn es um Empfehlungen zu Fachkräften vor Ort geht, kannst du einmal hier nachfragen:
    http://www.adhs-anderswelt.de/


    Sie haben interne Listen, die auf persönlichen Erfahrungen beruhen.


    - Falls du einen Rat von einem Fachmann haben möchtest, wer in deiner Region zu empfehlen ist, wäre z.B. Prof. Döpfner von der Uni Köln jemand, den du fragen könntest. Er gilt überregional als kompetent. (Kontakt per e-mail über: kontakt@adhsnetz-koeln.de )


    - Bei einem 6 Jährigen Kind ist es nicht leicht, eine sichere Diagnose eines ADHS zu stellen. Manchmal muss man den Verlauf abwarten und ADHS im Hinterkopf behalten.


    - Diagnose "ADHS" bedeutet längst nicht bei allen Kindern eine medikamentöse Therapie. Wichtig ist zu erfassen, welche Probleme seit wann wo auftreten und wie sehr ein Kind dadurch beeinträchtigt ist. Bei manchen Kindern reicht ein Aufmerksamkeits-Konzentrationstraining, andere benötigen z.B. Lese-Rechtschreib-Training, weil sie zusätzliche Schwierigkeiten haben, bei dritten ist sozial auffälliges Verhalten ein wichtiges Problem, das durch Verhaltenstraining verbessert werden kann usw..


    - Elterntraining kann ein wichtiger Baustein sein, regelmäßiger Lebensrhythmus und ausreichend Bewegung für das Kind sind ein Muss.


    - Es gibt Hinweise darauf, dass einige Kinder begrenzt durch andere Methoden, wie Biofeedback, profitieren können.


    - Eine Behandlung der "Ursachen" von ADHS ist nicht möglich. ca. 80% davon ist vererblich und im Kind angelegt. Man kann bei ADHS also nichts tun, außer das Kind zu begleiten und in der Bahn zu halten, während es sich nach seiner eigenen Natur und Biologie entwickelt. Bei ADHS kann man nur die Auswirkungen angehen. Das ist aber wichtig.


    - Andere Faktoren wie kinderheilkundliche medizinische Ursachen, Lebensumstände, Konflikte müssen berücksichtigt werden. Allerdings darf man keinesfalls glauben, dass es z.B. kein ADHS sein kann, wenn ein Kind außerdem noch in einer konflikthaften Situation ist. Konflikte eines Kindes verursachen kein ADHS.

  • Hallo,


    Kennt ihr jemanden der hier vertrauenswürdig ist? Natürlich bevorzuge ich nicht unbedingt jeden Hinz und Kunz. Sollte hier eine über alle Bundeslandgrenzen annerkannte Autorität sein, natürlich bevorzugt in Bayern aber mir ist jeder recht. Der Gewissenhaft und selbstkritisch mit dem Verdacht und der Diagnose umgeht. Jemand der erst alle Möglichkeiten der Ursachen sucht um auf diesen die Therapie aufzubauen und nicht an den Auswirkungen.


    Es sollte so sein, daß das immer der Fall ist und andere Ursachen ("Differentialdiagnosen") abgeklärt werden.


    Gerade in Bayern ist das für Dich aber "Heimspiel": München, Nußbaum ist mit führend in Forschung und Therapie von ADHS. "Offiziell" heißt Nußbaum Nervenklinik der Universität München; von dort kannst Du ggfs. weitere Empfehlungen bekommen.


    Auf den Rest Deines Beitrags möchte ich etwas später ausführlicher antworten (und vorher auch erstmal "sichten", was andere wie butterblum und Segelpapa schon geschrieben haben). Nur kurz soweit: Methylphenidat ("Ritalin") ist ein Medikament wie jedes andere auch, das von gewissenhaften Ärzten verschrieben wird, wenn der Nutzen die Nebenwirkungen übersteigt. Sicher wird der Arzt auf Deinen Wunsch erst andere Therapien ausprobieren können; aber wenn er dann sagt, daß er eine Einstellung mit MPh ausprobieren möchte, dann solltest Du nur wegen der "schlechten Presse" nicht auf noch mehr Versuche bestehen.


    Gruß
    diadem

  • Also mein Sohn (*2005) bekommt seit 10/2013 auch MPH.


    wir haben bis zu diesem Zeitpunkt (erster Besuch SPZ war im Jahr 2009) einiges an Ergotherapie, Logopädie und so weiter durch. Er wurde 2012 eingeschult und es ging einfach gar nicht.


    Dann haben wir uns für MPH entschieden und ich bin wirklich froh diesen SChritt gegangen zu sein. Es ist nicht so, dass die Kinder dann ganz anders sind, man ein anderes Kind vor sich hat, das Kind "ruhiggestellt" ist.
    Ich habe meinen Sohn in zufriedener und ausgeglichener. Er schafft es durch die Medis so zu sein, wie er es sich wünscht, also seine Impulse zu steuern und zu kanalysieren.
    Die einzige Nebenwirkung, die wir haben, ist die Appetitlosigkeit.


    Zusätzlich hat mein Sohn aber auch eine Verhaltenstherapie begonnen, die ihm hilft an sich zu arbeiten.


    Zu seinen Therapiestunden haben wir als Eltern auch Stunden bekommen. In diesen Stunden haben wir bis jetzt z.b. mit der Therapeutin den "Triple P" Kurs gemacht und Lösungen gesucht, Verhaltensweisen (unsere) überprüft und analysiert.


    Inzwischen funktioniert sehr vieles wieder und wir haben wieder ein Familienleben.

    Wir Frauen sind Engel...


    ...Und wenn man uns die Flügel bricht, fliegen wir eben weiter...
    ...auf einem Besen!!! Wir sind ja schließlich flexibel...