Kurz vor der Trennung

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  • Hallo,

    ich bin neu hier und würde Euch gerne nach Euren Erfahrungen mit einer bevorstehenden Trennung fragen.

    Mein Lebensgefährte und ich haben einen 2,5jährigen Sohn und unser Fall scheint gar nicht so ungewöhnlich zu sein. Ich habe das Gefühl, fast schon seit der Geburt, dass ich mich um alles allein kümmern muss, für alles verantwortlich bin und er mich wenig bis gar nicht unterstützt. So hat sich das über die letzten 2 Jahre immer weiter aufgeschaukelt, es hat schon Gespräche gegeben und auch bitterbösen Streit. Meist hat er sich danach mehr Mühe gegeben, aber meine Gefühle für ihn sind mittlerweile kaputt und ich mag einfach nicht mehr. Wenn es meinen Sohn nicht gäbe, hätte ich ihn schon endgültig rausgeschmissen.

    Am Samstag hat es wieder gekracht, ich habe ihm gesagt, er soll sich eine Wohnung suchen, aber er scheint das mal wieder nicht ernst zu nehmen. Gibt sich wieder mehr Mühe und macht keine Anstalten, irgendwas Grundlegendes zu ändern.

    Nun meine Fragen:
    Macht eine Paarberatung Sinn oder zögert man es nur noch länger raus ?

    Wenn es zur Trennung kommt, sollte ich gleich einen Termin beim Jugendamt machen, mich beraten lassen wegen Umgangszeiten und Unterhalt. Muss dazu sagen, dass wir beide finanziell keine Sorgen haben, auch nach einer Trennung käme ich ganz gut aus. Er hat aber solche Ideen wie dass der Kleine die halbe Woche bei ihm und die andere halbe Woche bei mir ist und das will ich nicht. Der Kleine hängt, wie es meistens ja ist, mehr an mir und ich will für ihn auch mehr Stabilität, solange er noch so klein ist.

    Ist man beim Jugendamt nach so einer Beratung gleich ein "Fall", also kann ich mir damit mehr Ärger als Gutes einhandeln ?

    Danke für hilfreiche Antworten !

    Stern

  • Macht eine Paarberatung Sinn oder zögert man es nur noch länger raus ?


    Das kann dir hier wahrscheinlich niemand klar beantworten. Nur du selber. Wenn es sich um ein reines Kommunikationsproblem handelt, wie es oft zwischen Mann und Frau stattfindet, dann macht eine Paarberatung durchaus Sinn. Manches Mal kommt der Partner oder man selber da zum ersten Mal richtig zu Wort und wird zum ersten Mal richtig verstanden. Dann hat man durchaus einen Punkt an dem man ansetzen kann. Setzt aber auch voraus, dass beide bereit dazu sind.


    Ich wünsche Dir alles Gute ;)

    Finde Dein Licht und finde Deine Schatten. Erst dann wirst Du zu Deiner Mitte finden.

  • Paarberatung halte ich für sinnvoll wenn man irgendwo noch weiß das man den Anderen ja eigentlich noch liebt.


    Ist die Liebe erloschen, stell ich mir so eine Beratung schwierig vor.

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Also ich bin auch der Meinung,das eine Paarberatung nur dann Sinn macht,wenn beide es wirklich wollen und in sich noch eine Chance sehen.
    Meine Ehe ist übrigends,genaus aus den gleichen Gründen gescheitert,aber auch deswegen,weil ich mir am Ende sicher wahr,das ich KEINE Gefühle mehr habe.


    Mit dem Jugendamt würde ich vorsichtig sein,wenn die Wind davon bekommen,das es Probleme gibt,könnte es sein das die evtl. öfters nachbohren.
    Wenn es dazu kommen sollte,das ihr euch trennt,kannst du dich beim Jugendamt ja melden (wenn ihr euch nicht einig seid,wegen den Besuchszeiten),aber im grosen und ganzen sollte man das Jugendamt erst dann einsetzten,wenn die Sicherheit der Mutter und vorallem des Kindes in Gefahr ist.So wurde es mir jedenfalls gesagt.

  • erkundige dich doch bei einer erziehungsberatungsstelle! die helfen dir genauso weiter! ich habe damit sehr gute erfahrungen gemacht...dort kannst du sowohl paargespräche machen, wenn du diese denn willst...oder dich anderweitig informieren was den umgang etc. betrifft.

  • Hallo Stern,


    hierzu


    Nun meine Fragen:
    Macht eine Paarberatung Sinn oder zögert man es nur noch länger raus ?


    kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass es keinen Sinn mehr gemacht hat, wenn man schon mehrfach immer wieder gegen dieselben Wände gelaufen ist...


    Und es scheint ja bei Euch so zu sein, dass die Probleme thematisiert wurden, dass es kurzzeitige vermeintliche verbesserungen gab und dann doch wieder schema F Einzug gehalten hat...


    das entspricht exakt dem, was ich selbst in zwei langjährigen Beziehungen erlebt habe und die schlussendlich an genau d e n Dingen, die erstmalig schon Jahre vor der endgültigen Trennung auftraten, gescheitert sind...
    und was ich zuhauf im freundes-, Bekannten- und Familienkreis beobachte...
    die permanente Achterbahnfahrt, immer wieder rappelt es wegen derselben Sache, die man einfach nicht gelöst bekommt, abgrundtiefe Verzweiflung bis hin zum (vorübergehenden) Auszug einer der beiden Personen, das ist dann der vermeintliche Weckruf, danach scheint alles anders alles besser zu werden...
    Nach spätestens drei Monaten zurück unter einem Dach war alles so wie vorher.


    Habe gerade dazu jüngst zwei Beispiele im Bekanntenkreis erlebt.


    Die stehen heute an einem viel schlechteren Punkt als sie hätten stehen können wenn sie die Trennung durchgezogen und die inzwischen vergangene Zeit genutzt hätten, um ihre jeweilige Leben neu zu organisieren...


    Änderung versuchen sollte man meiner Meinung nach, ja. Probleme ansprechen.
    Aber mittelfristig dann auch wirklich konsequent eingestehen wenn sich gewisse Dinge nicht nachhaltig ändern werden. Weil Du bist wie Du bist und ich bin wie ich bin. Und das einfach nicht passt für das, was ich mir unter gutem Alltag vorstelle.


    Zu Deiner anderen Frage mit dem JA, beraten lassen kostet nix und Du musst - meiner erfahrung nach- ganz und gar nicht befürchten, dass Du von da an auf deren roter Liste stehst und alle drei Wochen unangekündigten Besuch hast weil Du ja die möglicherweise überforderte Neu-Alleinerziehende bist auf die man mal ein auge haben sollte...;) Meine Erfahrung, persönlich, aber auch aus früheren beruflichen Kontexten...


    Habe eine völlig sachliche Beratung wegen Unterhalt etc in Anspruch genommen, es wurden weder persönliche Daten festgehalten noch sonstiges...


    fand ich hilfreich und gut.


    Dir alles Gute für die nächsten Wochen und Monate!!


    Liebe Grüsse
    Linn

  • Macht eine Paarberatung noch Sinn?


    Selbst wenn ich dann jahrelang moeglicherweise allein fuer unser Kind verantwortlich bin oder alternativ jahrelang Umgangsstreits, Gerichtsverfahren etc. habe... und selbst wenn ich dann jahrelang single bin, weil ich gar keine Kraft habe oder Zeit oder sonstwas, jemand Neues kennen zu lernen oder wenn sich neue Beziehungen in meinem Alter als schwierig erweisen und der Naechste eher noch schlimmer ist, mir fremd geht, mich nicht unterstuetzt oder oder oder: selbst unter diesen moeglichen Aussichten moechte ich mit diesem Mann (Vater meines Kindes) nicht mehr zusammen sein. Ja oder nein?


    Ich schreibe das hier so krass auf, weil sich viele der Schwierigkeiten danach nicht ausreichend bewusst sind. Es kann sehr schwierig werden und dass man nochmal einen Partner kennenlernt, wo es besser laeuft steht in den Sternen. Bei vielen hier war es so, dass sie sich gesagt haben: lieber bin ich fuer den Rest meines Lebens allein als mit dem Menschen noch weiter zusammen sein muessen.


    Ganz ehrlich: in deinem Fall: auf jeden Fall eine Paarberatung. Das Vertrauen ist noch da, ihr wollt euch beide ums Kind kuemmern, keiner ist ausgebrochen aus der Beziehung, ihr scheint vom Alltag ueberrollt zu sein... ich kenn Dutzende Paare, wo es gerade in dem ALter des Kindes (zweieinhalb: hallo Trotzphase) mehr als gekrieselt hat und ein Jahr spaeter war alles wieder gut.


    ALles Gute!

  • Hi,


    ich halte eine Paarberatung auf alle Fälle für sinnvoll.
    Egal ob Ihr zusammen bleibt oder Euch trennt ... Ihr werdet die nächsten ca. 18 Jahre miteinander reden, miteinander auskommen müssen.
    Dafür kann in einer Paarberatung ein gutes Fundament geschaffen werden.


    Trotzdem hoffe ich für Euch, dass es wirklich diese berühmte Krise mit Kind im Kleinkindalter ist ...

    "Was für ein schöner Tag" :sonne

  • Hallo an alle,

    und ganz herzlichen Dank für so viele hilfreiche Antworten in so kurzer Zeit. Das ist beileibe nicht in allen Foren so, toll.

    Ich werde das Thema Paarberatung nochmal ansprechen, bisher hat er darauf eher verhalten reagiert. Er setzt sich ja nicht gerne mit Gefühlen auseinander, redet nicht gerne darüber, mir fällt das auch nicht sooo leicht, vor allem wenn auf der Gegenseite wenig Entgegenkommen ist. Wenn ich versuche, ihm zu erzählen, wie ich mich fühle, hört er ja nicht zu, sondern fühlt sich sofort angegriffen und meint, ihm ginge es mindestens genauso schlecht oder schlechter und eigentlich liegt alles nur an mir.
    Witzigerweise habe ich eine Kommunikationsausbildung, aber in der eigenen Beziehung klappt das hinten und vorne nicht mit dem ordentlichen Kommunizieren.

    Ich glaube, es ist nicht nur die Kleinkind-Krise, wie geschrieben ist das Thema ja schon 2 - 2,5 Jahre da. Klar hing es mit der Geburt des Kindes zusammen, aber egal welches Alter es hatte, die Beziehung hat nie reibungslos funktioniert. Vorher schon, da haben wir aber auch nicht zusammen gelebt und jeder hat halt sein Ding gemacht, weitestgehend. Das setzt er nun fort und ich kann sehen, wie ich alles auf die Reihe kriege - Kind mit allen Themen drumherum, Haushalt, Job, die private Buchführung.

    @sisneys_mom: Du hast von einer Erziehungsberatungsstelle gesprochen, wie finde ich da eine gute ?

    Danke nochmals, viele Grüße
    Stern

  • Also erlich gesagt,kenne ich keinen Mann der gerne über seine Gefühle redet.Wenn es ihm an eurer Beziehung und der kleinen Familie liegt und er dich Liebt muss er eben über sein Schatten springen.Mein ex-man war auch so und als es dann zuspät war,war er bereit alles dafür zu tun am bei seiner Familie zu bleiben.nur wie gesagt:es war schon zu spät. Leider sind die meisten Männer ziehmliche Spätzünder!


    Liebe männer nicht Böse sein! :rotwerd

  • Hallo Stern,
    Hast du dir mal überlegt, dir externe Hilfe zu holen? Kinderfrau, Babysitter, Haushaltshilfe? Mein ursprünglich angedachtes partnerschaftliches Modell ist auch daran gescheitert, dass ich immer allein für alles verantwortlich war und bin. Kinder, Haushalt, Hausbau, Finanzen etc., alles war meins. Berufstätig bin ich natürlich auch noch (momentan aber in Elternzeit). Vielleicht bekommt ihr so ein wenig Entlastung in den Alltag. - Ich bin dazu übergegangen, wirklich alles allein zu regeln und lieber mein soziales Netz zu bedienen, eine Putzhilfe anzustellen, statt immer vom KV zu hören: ich bemühe mich ... Das hat viel Dampf rausgenommen.
    Eine Paartherapie würde ich auf jeden Fall versuchen, ich würde immer um meine Beziehung kämpfen.
    Viel Glück und liebe Grüße
    Eli :winken:

  • Zitat

    Ich glaube, es ist nicht nur die Kleinkind-Krise, wie geschrieben ist das Thema ja schon 2 - 2,5 Jahre da. Klar hing es mit der Geburt des Kindes zusammen, aber egal welches Alter es hatte, die Beziehung hat nie reibungslos funktioniert. Vorher schon, da haben wir aber auch nicht zusammen gelebt und jeder hat halt sein Ding gemacht, weitestgehend. Das setzt er nun fort und ich kann sehen, wie ich alles auf die Reihe kriege - Kind mit allen Themen drumherum, Haushalt, Job, die private Buchführung.



    Gibst du dir so die Antwort nicht selbst? Und ... "reibungslos funktionieren" vielleicht Maschinen. (Menschliche) Reibung erzeugt Wärme.

  • Sich trennen sollte man, wenn man sich der eigenen 50 Prozent Verantwortung an der Krise bewußt ist finde ich. Im Moment denkst du er ist * schuld * und er denkt du bist * schuld * Da wäre eine Paartherapie sicher gut, weil selbst wenn es dann zur Trennung kommt, seid ihr viel klarer und habt aller Wahrscheinlichkeit mit viel weniger Grabenkämpfen zu rechnen !

    Das Leben passiert jetzt :rainbow:


  • Am Samstag hat es wieder gekracht, ich habe ihm gesagt, er soll sich eine Wohnung suchen, aber er scheint das mal wieder nicht ernst zu nehmen.


    Hallo Stern,


    ich hätte das ebenfalls nicht ernst genommen! Wer mag sich schon aus der eigenen Wohnung werfen lassen? Ich bin der Meinung, wenn man sich trennen möchte sollte man selbst gehen.

  • Naja, es ist ja meine Wohnung. Als wir über eine mögliche Trennung gesprochen haben, war schon klar, dass er dann gehen wird. Von daher kann von "aus der eigenen Wohnung werfen" nicht wirklich die Rede sein.
    Das ist ja Teil des "Problems": alles läuft auf meinen Namen, alles habe ich geregelt, bzw. regele es immer noch. Ich komme mir immer vor wie der Depp für alles - und bekomme wenig Dank oder positives Echo, im Gegenteil wird mir dann eher noch unterstellt, ich würde ihn schikanieren, wenn ich "mal" etwas von ihm möchte. Ich bin dazu übergegangen, einfach gar nicht mehr zu fragen und die Dinge zu erledigen. Putzfrau haben wir schon, ohne ginge es gar nicht. Ich arbeite ja noch 24-30 Stunden in der Woche in einem sehr anspruchsvollen Job - wir hatten mal 2 Monate keine Putzfrau, da bin ich dann auf dem Zahnfleisch gegangen. Denn geputzt habe ich, nicht er.

    Im Moment ist etwas Ruhe eingekehrt. Ich habe ihn gebeten, sich mal mit den unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen, die wir haben, auseinanderzusetzen. Habe dafür gute Unterlagen und er hat sie auch interessiert gelesen. Ob es etwas bringt, weiß ich nicht. Wenigstens wurde mir dadurch klarer, warum wir so unterschiedlich reagieren. Ich musste mir das wieder in Erinnerung rufen, wie gesagt, eigentlich bin ich in dem Bereich ausgebildet, aber es war ob der eigenen Situation irgendwie nicht greifbar.

    Viele Grüße
    Stern

  • Also, ich wuerde auf gar keinen Fall die Wohnung verlassen (ausser wenn es Gewalt gaebe, aber davon scheint hier nicht die Rede zu sein). Ich denke, alle Beratung ist gut. Ob das unbedingt die Beziehung 'rettet', ist hier nicht die Frage, sondern dass du alles getan hast, was man haette tun koennen. Das gibt dann spaeter viel weniger Schuldgefuehle, auch deinem Kind gegenueber.


    Ich habe gute Erfahrung mit Partnertherapie gemacht: Es hat meine Ehe zwar nicht gerettet, hat mir aber Einsichten gegeben, die ich dazu benutzen konnte, mir nicht wieder eine Beziehung mit denselben Problemen zu suchen.


    Da ist noch ein Mittel, das hilft, das Gefuehl der Wut zu ueberwinden, weil man sich ausgenutzt fuehlt etc. Das 'schlechte' Verhalten deines partners muss Folgen haben. das heisst jetzt nicht, du 'bestrafst' ihn, sondern er bekommt keine gerechten 'Vorteile' mehr, wenn er nicht mithilft. Diese Methode rettet auch nicht unbedingt deine Beziehung, aber es hilft mit der Wut, die die Liebe fuer deinen Partner regelrecht 'auffrisst'. Z.B. Wenn er nicht mit dem kochen hilft (nachdem du 'lieb' gefragt hast). Streite dich nicht mit ihm (auch wenn er dich provoziert), sondern koche einfach selber und er kriegt nichts. Basta! usw.


    Viel Glueck!

    Einmal editiert, zuletzt von beatific ()

  • Hallo wieder einmal,



    ich "krame" wieder meinen alten Beitrag hoch und muss leider berichten, dass sich auch nach weiteren 7 Monaten nichts getan hat.



    Paarberatung hat er weiterhin abgelehnt, Bemühungen um die Beziehung sind beiderseits weitestgehend eingestellt. Ich war dann dieses Jahr im Sommer alleine mit meinem Sohn in Urlaub, weil eine gemeinsame Urlaubsplanung schon nicht mehr möglich war.


    Nun habe ich ihn heute - erneut - darauf angesprochen, dass es in meinen Augen sinnvoller wäre, er würde sich eine eigene Bleibe suchen. Antwort: wenn er eine Wohnung gefunden hätte, wäre er schon weg. Aha... War mir gar nicht bewusst, dass er wirklich sucht und schön wäre gewesen, wenn er mit offenen Karten gespielt hätte.



    Ich weiß nur noch, dass es so definitiv nicht weitergeht. Ich habe nur Angst vor eventuellen Streitigkeiten um den Kleinen. Der Kleine hängt noch mehr an mir als vor einigen Monaten, er hat leider einige Päckchen zu tragen und braucht ganz viel Rückhalt. Den bekommt er eben hauptsächlich von mir, sein Vater kümmert sich ja nur dann, wenn es ihm in den Kram passt und ist pädagogisch auch manchmal seltsam drauf. Da kann der Kleine manchmal nix mit anfangen.



    Ich habe mich zwischenzeitlich wenigstens in Sachen Unterhalt schlau gemacht. Unsicher bin ich beim Umgang. Ich meine, es wäre schon viel für einen Dreijährigen, wenn er alle zwei Wochen das Wochenende bei Papa verbringt und dort schläft. Unter der Woche hätte ich ihn lieber zuhause zum Schlafen, kann mir aber ausgedehnte Besuche von Papa gut vorstellen.


    Ich denke nämlich, wenn ein bisschen Distanz da ist, werden wir uns wieder um einiges besser verstehen - dann sollte das kein Problem sein.


    Ich habe meinen Mann gebeten, möglichst auch an einer gütlichen Trennung mitzuwirken, damit eben dem Kind beide Elternteile so erhalten bleiben, dass man auch mal zusammen essen kann etc. .


    Neue Partner gibt es bei uns beiden im Moment nciht, soweit ich weiß zumindest. Das halte ich im Moment für eine gute Voraussetzung.



    Wie seht Ihr das mit dem Umgang, ist das so denkbar oder zu wenig Entgegenkommen ?



    Danke und Grüße


    Stern

  • was den umgang betrifft,so musst du dir im klaren sein,es ist nicht DEIN kind alleine.
    du schreibst auch hier immer von deinem sohn,deinem kind.
    es ist aber euer gemeinsames kind.
    alle 2 wochen ein we bei papa ist alles andere als zuviel für einen 3 jährigen.
    ich würde da erstmal gar nichts sagen und warten wie es sich entwickelt.
    für eine gute vater sohn beziehung ist es wichtig,oft kontakt zu haben und nicht nur alle 2 wochen.
    vielleicht will er kein ganzes we am stück,dafür eher mal unter der woche..
    warte es ab...
    blockier das nicht,sondern steh dem offen gegenüber.
    denk an das kind ...und mach deine sorgen nicht zu seinen.
    wenn das kind merkt ,du hast ein problem ,dann wird er evtl auch schräg reagieren.
    du wirst das dann als bestätigung deiner befürchtungen sehen ,aber wahrscheinlicher ist es,dass der kleine merkt,das es dir nicht gut geht und dann wird er auch reagieren.
    das hat aber dann nichts mit dem umgang und dem papa an sich zu tun,sondern mit dir und deinen gefühlen und sorgen.
    signalisier,papa ist toll,ich wünsch dir viel spass..
    dann wird das laufen..
    und bei papa übernachten ist ganz sicher nicht zuviel für einen 3 jährigen.
    es ist der papa....

    ...Wer immer nur der Herde folgt,braucht sich nicht zu wundern,wenn er nur Ärsche vor sich hat...

  • es tut mir leid, dass ihr diesen schritt gehen müsst, trotzdem ein paar ganz deutlich worte: was den umgang angeht, scheinst du eher deine position zu vertreten, als die deines kindes. um das ganz umzukehren: ich finde es schon ein bisschen viel, wenn das kind seinen papa nur noch alle zwei wochen für ein wochenende "richtig" erleben kann. besuche bei euch sind schön und gut, aber erstens immer abhängig von der stimmung zwischen euch, und außerdem auch für das kind was ganz anderes. elternteile werden oft dadurch, dass sie nicht mehr "normal" sind, besonders wichtig. nimm das vater und sohn nicht und schaut, dass die beiden (mindestens) ausreichend zeit miteinander verbringen können.


    und nur so am rande: vielleicht hätte papa das kind unter der woche auch lieber zum schlafen bei sich!?


    (unser kind war übrigens auch drei, als wir uns getrennt haben, und obwohl es ein totales mamakind war hat es unglaublich davon profitiert, dass es von anfang an 8 - 10 nächte pro monat beim papa war. ja, ich hab nicht mehr so einen hohen thron, weil kind sich zwangsläufig von mir gelöst hat, aber das ist total egal, weil ich sehe, wie gut und wichtig die bindung zwischen papa und kind ist.)

    wer einem alles geben kann, kann einem auch alles nehmen.
    kettcar, "in deinen armen"

  • Hallo,


    zozzy und denkeschoen: danke für Eure Beiträge.


    Ich werde sowieso erstmal abwarten, was mein Mann von sich aus vorschlägt. Aber insgesamt möchte ich doch mal betonen, dass es mir fern liegt, den Kleinen und seinen Papa zu entfremden. Nur falls das so rübergekommen sein sollte. Und ja, ich sage "mein Sohn", aber nicht weil ich meine, dass er nur mir allein "gehört" oder so - das ist doch eine ganz normale Formulierung, sagt Ihr immer "politisch korrekt" und bei jeder Erwähnung "unser" Sohn/Tochter/Kind ? Bisher kam mir "mein Sohn" nicht problematisch vor.



    Ich hatte eigentlich die Idee, dass der Kleine mehr von häufigen Besuchen profitiert, weil er dann wieder beide Elternteile hat so wie heute auch. Gleichzeitig möchte ich, dass er Stabilität hat und da er leider einige Entwicklungsprobleme hat, weiß ich nicht ob er ein Hin und Her nachts gut wegstecken würde.



    Vermutlich muss man es ausprobieren. Ich weiß ja nicht mal, ob mein Mann überhaupt will, dass der Kleine häufig bei ihm übernachtet - heute kümmert er sich ja auch nur selten abends um ihn.



    Und ja, natürlich habe ich Sorge um mein, nein unser Kind. Es ist das Kostbarste, was wir haben und er hatte eh schon so einen miesen Start ins Leben - mich macht das total fertig, dass wir ihm keine richtige Familie sei können und ich habe lange versucht, meine Bedürfnisse zurückzustellen, um ihm das zu bieten. Aber ich kann nicht mehr, auch wenn ich mich ehrlich gesagt wie ein richtiger Versager fühle, was die Beziehung angeht.



    Alles Mist, echt...



    Viele Grüße


    Stern