Denkanregung - weil ich so bin wie ich bin

Die Registrierung ist wieder eröffnet! Wir begrüßen euch recht herzlich bei uns im Forum!
  • Hallo Miteinander,


    sorry, dass ich hier als Nicht-ADSler so einfach reinplatze, aber dieses Thema interessiert mich derzeit so brennend und ich bin überrascht, dass es hier (und überhaupt) Erwachsene gibt, die ADS haben.


    Ich möchte auch hierzu einen neuen Thread aufmachen, um kein vorhergehendes Thema zu überdecken.


    Ich möchte mit diesem Thread nur zum Nachdenken anregen, will keinen angreifen und wenn ich nicht genug informiert bin, klärt mich bitte auf.


    Mein Gefühl ist es, dass evtl. die Ursachen bestimmter Krankheiten mit der Symptombehandlung zugeschüttet und somit die Verantwortung an die Medizin abgegeben wird.


    Wie ja bereits in den vorherigen Threads geschrieben, war früher ja keine Diagnostik im Spiel, sondern derjenige war der "klassenkasper". Ob unter- oder überfordert, damals konnte auch kein Lehrer auf den Zappelphillip eingehen - so wie heute, oder?


    Mich verunsichert die Tatsache, dass in der Medizin auf jede Form, die nicht in die "Norm" passt, eine Diagnose gefunden werden muss und dann sind auch schon bald Medikamente parat. Nicht falsch verstehen: Sicher können Medikamente denjenigen besonders im Schul- oder Arbeitsalltag unterstützen, doch frage ich mich, ob diese "krankheiten" nicht hinterfragt werden sollten.


    Müssen alle Menschen weiterhin in eine "Norm" passen oder ist es allmählich an der Zeit, dass bestehende starre Formen (wie das Schulsystem eines ist, oder die Bewertungen, Benotungen dazu) geändert werden können in eine Richtung, wo es ALLEN Menschen möglich ist, ohne Beurteilung einer Diagnose zu leben? Zu leben, wie man ist, ohne "gut" oder "schlecht", "falsch" oder "besser"? Wir werden doch geliebt, weil WIR SIND. Und nicht, weil wir so oder so sind.


    Verschiedene Einrichtungen (Waldkindergarten, Jenaplan-Schule) zeigen bereits, dass es möglich ist, Kinder mit oder ohne ADS Dinge mit allen Sinnen begreifen zu lernen - ohne das in der Schule geforderte Stillsitzen (ist schon länger bekannt, dass das Stillsitzen verhindert, dass im Gehirn verschiedene brachliegende Bereiche angeregt werden können), das als Pflichtlektion über Jahre hinweg geübt werden muss.


    Das wäre mein Wunsch für die Welt - stellt mich als Spinner, Rebell, Hinterfrager, etc. hin, ja genau so bin ich. Bin auch chaotisch und mache mehrere Dinge gleichzeitig, die länger brauchen, um fertig zu werden - tja so bin ich halt. Und ich liebe Veränderungen... ohne Veränderungen kommen wir nicht vorwärts.


    Denkt jemand auch so? Würde mich um Austausch freuen...


    die blumenelfe :blume:blume

  • Ich sehe das so: Dort wo kein Leidensdruck ist, wird sicher auch keine Krankheit bzw. Syndrom oder sonstiges diagnostiziert werden.
    Und an der Stelle wo eben ein Leidensdruck besteht versucht der Betroffene (bzw. dessen Eltern) natürlich eine Lösung zu finden. Dies wird man ihm wohl kaum vorwerfen können/wollen.


    Auf der anderen Seite ist es natürlich auch zu begrüßen, wenn sich die Gesellschaft zu gunten aller Menschen wandelt.
    Nur als Einzelner mit einem Problem, der nach Lösung sucht wird die Option die Gesellschaft zu ändern eher eine der letzteren weil wenig erfolgversprechenden sein.

  • Blumenelfe: Ich denke genauso wie du und es wäre zu schön um wahr zu sein, wenn mein Sohn so leben könnte wie er wollte. Das würde für ihn um einiges leichter.


    Aber leider sieht die Realität anders aus. Er bekommt jetzt wieder Medikamente- war seit April ohne. Aber er kommt ohne die Medikamente nicht klar. Allerdings reicht auch nur die Medikamentengabe nicht aus- es müssen Therapien her.


    Selbst wenn ich ihn auf die Waldorfschule schicke o.ä. hat er nichts gewonnen- er muß irgendwann seinen Mann im Berufsleben stehen.


    Für Betroffene, wie auch für die Angehörigen ist es sehr schwer allen gerecht zu werden.


    Und auch bin völlig chaotisch. Fange zig Dinge auf einmal an und komme doch nicht zum Ende ;-)

    Wenn Dir das Leben in den Arsch tritt,...nutze den Schwung um vorwärts zu kommen.
    Wenn Dir das Leben Zitronen bietet,...frag nach Tequila und Salz oder Ramazzotti ;)
    Wenn jemand zu Dir sagt: die Zeit heilt alle Wunden,...hau ihm in die Fresse und sag: "warte, is gleich wieder gut!!!" :-))

  • Wen es interessiert, ich hab den Bericht (ist ziemlich lang und ausführlich) gefunden und geb den Link gern per PN raus.


    NiCha, bitte versteh mich nicht falsch, ich weiß, dass ich gleich vermutlich in einer Wunde bohre, aber ich bin daran hängengeblieben.....



    Und auch bin völlig chaotisch. Fange zig Dinge auf einmal an und komme doch nicht zum Ende


    Aber leider sieht die Realität anders aus. Er bekommt jetzt wieder Medikamente- war seit April ohne. Aber er kommt ohne die Medikamente nicht klar.


    .... warum nimmst nicht DU die Tabletten? Du erwartest hier etwas von Deinem Sohn, womit Du selbst Schwierigkeiten hast, aber wäre es nicht viel hilfreicher es ihm richtig vorzuleben, statt ihm Tabletten zu geben?


    Selbst wenn ich ihn auf die Waldorfschule schicke o.ä. hat er nichts gewonnen- er muß irgendwann seinen Mann im Berufsleben stehen.


    Er ist aber noch kein Mann, der im Berufsleben stehen muss, er durchläuft doch bis dahin noch viele Stationen, entwickelt sich, reift heran. Vielleicht könnte eine Waldorf-/Montessori/-Etc.-Schule ihn auf seinem Weg besser unterstützen, als seine derzeitige und das vielleicht auch ohne Medikamente. Ganz ehrlich.... ich bin kein Fan von Waldorf, aber ich würde es definitiv vorziehen, wenn es anders schwer oder gar nicht geht.

  • Ich bin dir auf keinen Fall böse :-) Recht hast du ja in einigen Dingen.


    Aber ich habe nicht diese aggressivtät in mir. In der Schule kommt er prima klar, okay, er bekommt Nachhilfe und man muss auch jetzt noch, wo er 15 Jahre alt ist, seine Schultasche kontrollieren das alles da ist etc.


    Er selber sagt übrigens, das es ihm mit den Tabletten besser geht.


    Den Beitrag hätte ich übrigens sehr gerne.

    Wenn Dir das Leben in den Arsch tritt,...nutze den Schwung um vorwärts zu kommen.
    Wenn Dir das Leben Zitronen bietet,...frag nach Tequila und Salz oder Ramazzotti ;)
    Wenn jemand zu Dir sagt: die Zeit heilt alle Wunden,...hau ihm in die Fresse und sag: "warte, is gleich wieder gut!!!" :-))

  • TiMiDa,


    ich finde Deinen Ansatz "Wie die Mutter, so das Kind" gar nicht so falsch :D . Häufig ist es ja so, dass nach der Diagnose ADHS festgestellt wird, dass zumindest ein Elternteil ebenfalls unter diesem Syndrom leidet.
    Als wir im Februar diesen Jahres aufgrund der Auffälligkeiten meiner Tochter mit Frühförderung angefangen sind, habe ich begonnen, mein eigenes Verhalten auch etwas mehr zu reflektieren und stellte ebenso fest, dass meine Tochter mir sehr ähnelt. Ich fing an zu überlegen, wie ich von meiner Tochter etwas verlangen kann, was ich selbst auch nicht hinbekomme. Mir ist es aufgefallen, dass ich besonders in Zeiten von beruflichem Stress beispielsweise sehr unruhig bin und im Spiel mit meiner Tochter immer wieder aufspringe, um noch XY auf die Einkaufsliste zu schreiben oder "noch kurz" dies und das zu erledigen (bevor ich es vergesse). Ist es da so verwunderlich, dass meine Tochter keine Ausdauer hat, sprunghaft ist etc.?
    Andererseits weiss ich, dass ich schon im Babyalter den Eindruck hatte, dass sie "anders" war als andere.


    Ich finde dieses Thema sehr interessant


    :thanks:

    Einmal editiert, zuletzt von Northern Soul ()

  • Hi,
    also ich muss dazu mal folgendes texten...
    Meine ist nun in der Testphase Verdacht ADS.
    Da sie ja Epileptikerin ist und da eh die Medikation im Auge behalten werden muss,
    dauert och die Testphase dementsprechend lang.-
    ..............................................................................................................
    Es gibt keinen Tag, an dem meine Tochter nicht ausflippt.
    Der Boxsack ist egal, geboxt werde ich, angeschrie,n werde ich, bedisskutiert werde ich etc...
    So langsam bekomm ich nun och de "Fusseln" am A...sch, weil ich Abends schon Angst hab ,
    Früh diesen Kreislauf wieder und wieder mitmachen zu müssen
    Und:
    Ich bin ein konsequenter Mensch.
    Meinem Kind geht es nicht gut, mir dadurch och nicht und die Kleene Schwester verpeilt die Lage.
    Meine Tochter wird in der Schule mittlerweile als "Aggrotante" betitelt!


    Wo wächst det "Kräutchen" welches dagegen hilft?

  • Eine Freundin von mir hat ADS.
    Was wir immer als Chaotin empfunden haben, war für sie innerlich ein enormer Leidensdruck. Permanente Zettelwirtschaft, nichts zu Ende bringen können, Wutausbrüche, Suchtanfälligkeit und und und....volles Programm. Bei ihr wurde nach jahrelanger Therapie mit 34 (!) Jahren festgestellt, dass sie ADS hat.
    Wenn du sie fragst, ihr wäre es recht gewesen, wenn ihr viel früher geholfen worden wäre, bevor das Chaos so groß geworden wäre...Klar Wirbelwind hat sie auch immer gehört...aber ist das auch nicht eine Verniedlichung von Problemen.
    Ich finde es gut, dass Kindern schon früh geholfen werden kann ohne erst großartig auf die Klappe zu fliegen...Das hat für mich auch nichts damit zu tun jemanden in eine Schublade zu pressen...

  • Vor Jahren in einer Jose Carreras Gala, sagte einmal Jürgen Fliege: Es ist völlig normal sich die Frage zu stellen: Warum trifft es gerade mich? Wesentlich hilfreicher ist es jedoch, die Frage anders zu formulieren, nämlich: Wozu ist diese Krankheit gut ?


    Völlig egal welche wir nehmen, ob es unheilbare (nach der Schulmezizin), chronische oder psychosomatische sind. Sie dient dazu, dass wir bewußter leben lernen. Ich nenne es mal den "Schuß vor den Bug", denn genau dieser Leidensdruck lehrt uns, Veränderungen selbst herbeizuführen. Und NUR wenn andere - eben jene positive Veränderung - sehen und wir es ihnen vorleben, kann die Veränderung vom Einzelnen auf die Gesellschaft übergehen. Quasi ... als das leuchtene Beispiel ;)


    Gute Nacht.

  • Vor Jahren in einer Jose Carreras Gala, sagte einmal Jürgen Fliege: Es ist völlig normal sich die Frage zu stellen: Warum trifft es gerade mich? Wesentlich hilfreicher ist es jedoch, die Frage anders zu formulieren, nämlich: Wozu ist diese Krankheit gut ?


    Völlig egal welche wir nehmen, ob es unheilbare (nach der Schulmezizin), chronische oder psychosomatische sind. Sie dient dazu, dass wir bewußter leben lernen. Ich nenne es mal den "Schuß vor den Bug", denn genau dieser Leidensdruck lehrt uns, Veränderungen selbst herbeizuführen. Und NUR wenn andere - eben jene positive Veränderung - sehen und wir es ihnen vorleben, kann die Veränderung vom Einzelnen auf die Gesellschaft übergehen. Quasi ... als das leuchtene Beispiel ;)


    Gute Nacht.


    bewußter leben lernen

  • TiMiDa:


    Schöne Frau, warum lässt du nicht alle an diesem Link teilhaben ??? Auch wenn's um Krankheiten allgemein geht ...Interessiert mich schon aus beruflichen Gründen und ich gehöre eh zu denjenigen, der den Dingen oder in diesem Falle Krankheiten auf den Grund gehen (will). Außerdem gibt es in meinem Freundeskreis eine Familie, die davon betroffen ist ...

  • .... warum nimmst nicht DU die Tabletten? Du erwartest hier etwas von Deinem Sohn, womit Du selbst Schwierigkeiten hast, aber wäre es nicht viel hilfreicher es ihm richtig vorzuleben, statt ihm Tabletten zu geben?

    dazu muss ich jetzt auch mal meinen Senf dazu geben....
    meine beiden jüngeren Kinder haben beide ADS....ohne Hyperaktivität, eher die "Träumerchen"....
    Auch ich wurde schon oft gefragt oder bekam gesagt, dass ICH doch eher diese Tabletten nehmen müsse...nun ist es ja erwiesen,
    dass AD(H)S erblich ist, mindestens einer der Elternteile mit betroffen ist.
    Vorleben ist gut, aber für einen ADSler nicht so einfach, da er ja selbst diese Probleme hat und die damit verbundennen Schwierigkeiten.
    Das WIssen alleine reicht leider nicht aus, man muss auch umsetzen können und genau das fällt ADSlern schwer!


    Wir "alten" ADSler (ich zähl mich mal dazu, obwohl nicht diagnostiziert) haben teilweise gelernt damit zurechtzukommen, dass wir anders sind,
    wir sind anders aufgewachsen, hatten z.B. in der Schule klare Strukturen, was sehr, sehr wichtig für ADSler ist (heutige Schulform ist teilweise total stressig für sie).
    Falls wir Medikamente nehmem, müssen wir sie selbst zahlen, was nicht jeder kann....außerdem ist der Weg zur Diagnose als Erwachsener kein leichter
    und damit ist noch nichts gewonnen, denn wir müssen auch irgendeinen Weg finden, der uns hilft, sei es durch Medikamente, Therapie oder Selbsthilfe,
    wobei ich denke dass letzteres viele von uns zeitlebens praktizieren, oder aber der Leidensdruck so hoch wird, dass eine Testung und Diagnose unumgänglich ist.


    liebe Grüße,
    Inge
    :Flowers

    Was nicht aus dem Herzen kommt
    , wird ein anderes Herz nie erreichen :-)

    (Phil Bosnans)

  • Auch ich geb mal meinen Senf dazu:


    Aufgrund der Diagnostik bei meinem Sohn hab ich mal die Psychologin gefragt, ob es Sinn macht, wenn ich mich auch mal testen lasse. Ihre Antwort: Es wäre nur dann sinnvoll, wenn ich mit meinem Leben nicht zurechtkomme, andernfalls (Job, Familie etc. soweit ok) kann man sich das sparen, weil man ja schon seinen Weg gefunden hat, wie man mit seinem Leben zurecht kommt.


    Abgesehen davon ist die Welt im Gegensatz zu früher viel "reizvoller" geworden.


    Für mich persönlich ist ADhS übrigens eher eine andere Lebensart (so ähnlich wie Sesshaftigkeit gegenüber Nomadentum) - nur dass es durch die Reizüberflutung für den ADhSler heute schwieriger ist als früher, wo die ausgeprägten Sinne für einige überlebenswichtig waren.

  • Ob unter- oder überfordert, damals konnte auch kein Lehrer auf den Zappelphillip eingehen - so wie heute, oder?


    Richtig. Nur ein wesentlicher Unterschied besteht zu früher: es bestand nicht so ein imenser Leistungsdruck wie heute.


    Mich verunsichert die Tatsache, dass in der Medizin auf jede Form, die nicht in die "Norm" passt, eine Diagnose gefunden werden muss und dann sind auch schon bald Medikamente parat.


    Das ist doch immer so: was nicht ist, wird passend gemacht. Anders funktioniert unser Schulsystem heute nicht mehr.


    Müssen alle Menschen weiterhin in eine "Norm" passen oder ist es allmählich an der Zeit, dass bestehende starre Formen (wie das Schulsystem eines ist, oder die Bewertungen, Benotungen dazu) geändert werden können in eine Richtung, wo es ALLEN Menschen möglich ist, ohne Beurteilung einer Diagnose zu leben?


    Nein. Das will unsere Gesellschaft nicht. Gerade die Deutschen sind weltbekannt für ihre Zielstrebigkeit, Fleiss usw.
    Jedoch kommt das ganze zum Glück langsam ins Wackeln.... ich bin davon überzeugt, dass es nicht mehr viele Jahre dauert, da werden Leute mit Profil gefragt, Leute, die wissen was sie wollen. Die eine gute Allgemeinbildung besitzen und Leute, die ganzheitlich gefördert wurden.


    tellt mich als Spinner, Rebell, Hinterfrager, etc. hin, ja genau so bin ich. Bin auch chaotisch und mache mehrere Dinge gleichzeitig, die länger brauchen, um fertig zu werden - tja so bin ich halt.


    Das ist eine gesunde Einstellung.


    Selbst wenn ich ihn auf die Waldorfschule schicke o.ä. hat er nichts gewonnen- er muß irgendwann seinen Mann im Berufsleben stehen.


    Ich glaube, Du bist absolut nicht informiert, was diese Pädagogik betrifft.
    :ohnmacht:

    Grüsse Tani :wink



    Du bist nicht das was Du sagst, sondern das was Du tust!

  • Zitat

    Falls wir Medikamente nehmem, müssen wir sie selbst zahlen, was nicht jeder kann....außerdem ist der Weg zur Diagnose als Erwachsener kein leichter


    Das stimmt neuerdings nicht mehr. Die Medikamente werden auch für Erwachsene inzwischen von den Kassen bezahlt.


    Die Diagnose ist nicht aufwändiger als bei Kindern und ebenso kostenlos. Es gibt nur lange Wartezeiten.

  • Hallo,
    leider ist mein computer gestern einfach ausgestiegen, und hat meine Antworten einfach mitgenommen - schade. Heute neuer Versuch...



    wenn sich die Gesellschaft zu gunten aller Menschen wandelt.


    Lovrel: Genau um DAS geht es doch meist: Die anderen Menschen sollen sich ändern, sprich die Gesellschaft! Doch ist doch jeder von uns "die Gesellschaft", oder?
    Wie kann ich etwas von jemanden anderen verlangen, wenn ich selber zu bequem bin, etwas in meinem Verhalten zu ändern? Wir müssen erstmal bei uns selbst anfangen - und dann wird sich auch was im AUSSEN tun.



    abc-mutter: "Abgesehen davon ist die Welt im Gegensatz zu früher viel "reizvoller" geworden.
    Für mich persönlich ist ADhS übrigens eher eine andere Lebensart"


    Ich würde versuchen, (einfach mal meine Ideen dazu - ob es für den einzelnen Sinn macht, weiß ich nicht, versuchen kann man alles), die Reize zu hause zu dezimieren (Fernsehen, Computer, Medien allgemein), mich in der Zeit, wo ich zuhause bin, versuchen, das Kind total ernst zu nehmen (was ich übrigens tue), es wie ein Großer zu wertschätzen und keine Bestrafung/Belohnung-Mechanismen zu benutzen (GFK-Gewaltfreie Kommunikation - ich mache gerade die Ausbildung dazu). Das Kind braucht m. E. Zeit, die Zeit der Eltern, die sich mit seinen Reizproblemen auseinandersetzen wollen, um ihm zu helfen.


    die blumenelfe :blume

  • Wie ja bereits in den vorherigen Threads geschrieben, war früher ja keine Diagnostik im Spiel, sondern derjenige war der "klassenkasper". Ob unter- oder überfordert, damals konnte auch kein Lehrer auf den Zappelphillip eingehen - so wie heute, oder?


    und wieviele sind dabei sang- und klanglos untergegangen? Also ich kenn mindestens 2. Und wenn es die heutige Diagnostik nicht gäbe wüßte ich jetzt schon 2 weitere Kinder, die untergehen bzw. irgendwo auf eine Sonderschule abgeschoben werden würden. Der eine ist jetzt gerade 4 oder 5 und kann dir ohne Probleme den Aufbau eines Ottomotors erkären, inklusive aller Funktionen. Er wollte eben wissen, wie das geht, also mußten seine Eltern es ihm erklären.
    Mit anderen Kindern spielen kann er nicht, weil er sehr aggressiv ist. Seine Eltern sind sehr dankbar, dass es heute die Möglichkeit gibt, ihm zu helfen. (Noch) ohne Medis, aber eben mit Therapien.


    Die "Normen" sind nunmal da, nicht nur bei den Erwachsenen. Der Sohn meiner Bekannten würde sehr gerne ganz "normal" mit anderen Kindern spielen. Er ist natürlich jetzt auch ein extrembeispiel, aber wo die Grenze ziehen? Wo soll man sagen: ab da ist es sinnvoll, dass es diese Möglichkeiten gibt und sie auch genutzt werden, bis wohin sollte man lieber versuchen, alles mit Alternativen zu regeln?


    Ich glaub, wirklich beantworten kann man das nur für sich selbst, wenn man drin steckt. :frag

    Humor ist, wenn man trotzdem lacht

  • Schulmedizin in allen Ehren - mit samt ihren Apparaten und modernster Technik - (ohne sie würde ich hier nichts mehr schreiben), ist für meinen Geschmack hm ... wie soll ich sagen zu ... symtomatisch? Der Mensch als ganzes Wesen findet zu wenig Beachtung. Alternative Methoden sind immer sinnvoll, auch wenn sie anfangs nur ergänzen können.


    Abgesehen von den Bequemen, gibt es auch diejenigen, die es nicht sehen wollen und sich dabei selbst so manches in die "Tasche lügen" (nur so allgemein angedacht) Für den Einzelnen, wie für die Gesellschaft ist es ein Entwicklungsprozeß ... Im Kleinen, wie im Großen. Innen wie Außen.


    Was jetzt noch "fehlt" ist ... doch ... *gg, der passende Link:


    http://www.naturheilpraxis-am-…/naturheilkunde/adhs.html




    :brille



  • Ich kenne genug Eltern,die ihre Kinder ernstnehmen,die sich mit den wie Du es nennst Reizproblemen ihrer Kids auseinandersetzen,alternative Wege gegangen sind Ernährung uä und letztlich bekommen die Kids heute Medis weil es einfach nicht anders geht.Weil sie leiden,weil sie eben nicht anders sein wollen.


    Helfe ich meinem Kind nicht auch wenn ich sein Leiden reduziere?Zur Not auch mit Hilfe von Medis?


    Bikerlicht schreibt von in jeder Krankheit/Leiden steckt Sinn sollte uns zum Innehalten anregen.Wie soll das bei einem Kind funktionieren,ein Kind kann doch sowas gar nicht konkret greifen.



    @Bikerlicht ist jemand bequem weil er Medis als Weg sieht?Oder lügt sich prinzipiel in die Tasche,weil er nicht in Naturheilkunde den Weg sieht?Sorry finde solche Aussagen anmassend.


    Alternative Wege zu gehen ganz pragmatischer Punkt muss man sich auch leisten können.



    Liebe Grüße



    Ute