Hilfe - Ich bin total verzweifelt!

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  • Hallo
    ihr lieben,



    ich hoffe ihr könnt mir irgendwie helfen, denn ich weiß nicht mehr weiter.


    Mein Sohn, 7 Jahre alt, hat enorme Probleme in der Schule und wir gehen dabei beide
    zugrunde.


    Angefangen hat alles schon im Kindergarten, wo er schon als Verhaltensauffällig
    galt.



    Er war sehr aggressiv gegenüber anderen Kindern und hatte extreme Wutanfälle.



    Den ersten Kindergarten haben wir wegen Persönlichen Gründen gewechselt. Im zweiten
    Kindergarten wurde alles noch viel schlimmer. Er bekam extreme Strafen für sein
    Verhalten (z.B.: 4 h lang Sitzen und kein Vesper, nur weil er keinen
    Mittagsschlaf gemacht hatte und dabei sang, während andere Kinder schlafen
    wollten).


    Den einzigen Ausweg, den wir damals sahen, aus dem Kindergarten rauszukommen war
    der Schuleintritt. Denn auf dem Jugendamt meinte man, es gäbe keine freien
    Plätze in anderen Kindergärten.
    3 Monate vor Schulbeginn eskalierte dann die Situation ganz im Kindergarten und
    er bekam doch noch einen Platz in einem anderen Kindergarten. Sein Verhalten
    wurde dadurch trotzdem nicht besser.


    Wir haben zu der Zeit damals Ergotherapie begonnen, die bis heute noch läuft.


    In die Schule kam er dann trotzdem mit knapp 6 Jahren.
    In seiner Intelligenz war er seinen Altersgenossen weit voraus nur sein
    Sozialverhalten ist unterentwickelt.
    Ich habe die Schule mit viel Bedacht ausgewählt und eine Schule gewählt, die sich auf
    die Fahnen geschrieben hat alle Kinder so zu nehmen wie sie sind. Ich habe auch
    immer mit offenen Karten gespielt und den Kontakt zu Lehrern und Erziehern
    immer gehalten.
    In der Schule machte er noch mehr Mist als zuvor.


    Die Schule machte uns einen enormen Druck, machte für uns einen Termin bei einem
    Kinderpsychologen der eng mit der Schule zusammen arbeitete (obwohl ich sagte
    das ich schon eine andere habe wo ich gern hingehen würde).


    Ich ging trotzdem zu dem Therapeuten um die gute zusammenarbeit mit der Schule
    nicht zu belasten. Doch nach den ersten Stunden brach ich es ab. Der Therapeut
    besprach all seine Diagnosen zuerst mit dem Schulleiter und dann mit mir, ohne
    mein wissen. Ich fand das dann durch Zufall heraus.


    Nach mehreren Suspendierungen meines Sohnes von der Schule suchte dann die Schule
    einen geeigneten Kindergartenplatz für meinen Sohn, damit er zurück in den
    Kindergarten gehe. Man zog auch die Förderschule für Erziehungshilfe mit ein.


    Ich wollte aber beides nicht und kämpfte dafür, dass er an eine andere „normale“
    Schule gehen kann.


    Die Kinderpsychologin machte damals mit meinem Sohn einen IQ Test, bei dem heraus
    kam, dass er an der Grenze von „normal Begabt“ bis „Hochbegabt“ steht.


    Schon zu der Zeit sprachen einige Leute uns an, ob mein Sohn ADHS hat.


    Jedoch gab es dafür immer geteilte meinungen, denn mein Sohn ist nur aggressiv, wenn
    er in größeren Kindergruppen (Kindergarten oder Schule) ist. Zuhause ist er
    ganz anders.
    Er ist sehr ruhig zu hause und kann auch stunden lang allein leise spielen.
    Das ging auch schon im Kindergarten oder im Hort, solang ihn kein Kind beim Spielen
    „stört“.


    Anfang Januar wechselte er dann in seine neue Schule. Dort hatte er das Glück einen
    Klassenlehrer zu bekommen. Vieles veränderte sich sofort. Er war nicht mehr so
    aggressiv. Aber er bekam „Schreianfälle“. Schrie also einfach so, ohne großen
    Grund (meist sagte er selbst das es ihm zu laut sei…wobei er selbst nicht der
    leiseste ist).


    Wir haben auch schon seine Ohren prüfen lassen…selbst ob er Hyperakustik hat…er hat
    aber nichts.


    Seit dem neuen Schuljahr gab es einen Klassenlehrer wechsel und er hat nun eine
    Klassenlehrerin.



    Seit dem wird alles immer schlimmer. Er wird nun ständig geärgert von seinen Mitschülern
    und bekommt dann Wutanfälle, bei denen er immer total ausrastet und auch Gegenstände
    rumschmeißt.


    Die Förderschule ist auch nun wieder Gesprächsthema. Da die Kinderärztin und die
    Kinderpsychologin von ihm sagen, dass ein erneuter Schulwechsel sehr schlimm
    wäre, hat man ihm Ritalin verschrieben.


    Das nimmt er nun seit 4 Wochen. Die Lehrer sagen, dass es seit dem besser läuft,
    aber immer noch nicht „normal“ gut.


    Jedoch meinte die Kinderpsychologin letztens, dass es ein Anzeichen für ADHS ist, das
    das Ritalin nun überhaupt anschlägt.
    Für die Schule ist es nun schon 5 nach 12.


    Heut steht noch ein Gespräch an, mit Schulleiterin, Klassenlehrerin,
    Kinderpsychologin und mir, um zu besprechen wie es weiter gehen soll.
    Für die Schule wird das das Gespräch, wo entschieden wird ob er nun doch auf die
    Förderschule gehen soll.


    Ich habe vor einiger Zeit einen Termin in der Kinder und Jugendpsychatrie gemacht,
    leider ist das Vorgespräch erst mitte November.


    Die Kinderpsychologin meinte auch das ich eine Lernbegleitung beantragen soll,
    sowie eine Kur für mich und meinen Sohn.
    Da mein Sohn sowohl bei der Ergotherapie als auch bei der Kinderpsychologin nur
    Einzelstunden hat, suche ich auch nach einer Gruppentherapie (da sein Verhalten
    ja nur so schlimm ist, wenn mehrere Kinder da sind).


    Weiß jemand von euch wo man so etwas findet? Was man noch machen kann damit er
    endlich ein ruhiges Leben führen kann, ohne ständige Wechsel?
    Ich habe hier im Forum auch von Neurofeedback gelesen. Kann mir jemand dazu etwas
    sagen und wo man so was machen kann?


    Ich würde gern mit ihm eine Verhaltenstherapie machen, damit er seine Defizite, die
    er im Sozialverhalten hat, ausbessern kann. Hat jemand Erfahrungen damit und
    kann mir Tipps geben?


    Ich hoffe, dass es nicht zu viel Text war. Ich habe schon sehr viel versucht zu
    kürzen.


    Danke das ihr euch die Zeit genommen habt das alles zu lesen!

    2 Mal editiert, zuletzt von Lucasmuddi ()

  • Hallo,



    Mensch, da habt Ihr ja wirklich eine schlimme Zeit hinter Euch... :troest


    So sollte ein Medikament nun nicht eingesetzt werden - "erst mal gucken, und wenn´s hilft, ist´s ADHS". Im Gegenteil, es ist wichtig, erst einmal eine vernünftige Diagnostik zu starten - INCLUSIVE EEG, das ist ganz wichtig, denn wenn bestimmte Anfallsbereitschaften da sind (das heißt NICHT, dass das Kind jemals einen haben wird) dann muss sorgfältig abgewogen werden oder es geht u.U. gar nicht.


    Ich bin nicht gegen MPH - im Gegenteil, sinnvoll eingesetzt, ist es eine sehr gute Hilfe.


    Dass der Therapeut seine Schweigepflicht verletzt hat, finde ich ja nun wirklich unter aller S..., das geht gar nicht!


    Vielleicht steckt auch nicht mal ADHS dahinter, oder es ist vielleicht eine Zusatzdiagnose - mir fällt da auf, dass Du schreibst, dass er gut kann, wenn ihn keiner stört, dass er sehr lärmempfindlich ist - vielleicht geht es auch in Richtung Asperger bei ihm? Da überschneiden sich auch viele Symptome.


    Ich würde mich wohl an ein SPZ oder einen spezialisieten Kinderarzt/Kinderpsychiater wenden.


    Das arme Kerlchen, was für ein Hickhack, so ein Hin und her, und irgendwo bekommt er ja ständig vermittelt, ihn will keiner (Schule und Kindergarten), das belastet so ´ne kleine Seele natürlich auch...


    Hat Dir eigentlich die Erzieherin erzählt, dass er 4 Stunden sitzen musste? Das grenzt ja fast schon an seelische Grausamkeit. Nachvollziehbar wäre das jedenfalls nicht, schon gar nicht für ein Kind.


  • Vielleicht steckt auch nicht mal ADHS dahinter, oder es ist vielleicht eine Zusatzdiagnose - mir fällt da auf, dass Du schreibst, dass er gut kann, wenn ihn keiner stört, dass er sehr lärmempfindlich ist - vielleicht geht es auch in Richtung Asperger bei ihm? Da überschneiden sich auch viele Symptome.


    Ich würde mich wohl an ein SPZ oder einen spezialisieten Kinderarzt/Kinderpsychiater wenden.


    Das war auch meine erste Idee. Gerade Asperger(kinder) reagieren oft agressiv oder fangen an zu schreien, wenn ihnen etwas zu viel wird. Sei es zuviele ("fremde") Menschen, neue Umgebung, zu laut, etc.
    Sprich das Thema doch mal vorsichtig bei deiner Therapeutin an oder such dir besser noch besser, jemanden, der sich damit sehr gut auskennt!


    LG
    Frl. Martha

    Man muss auch mal bereit sein, auf ein Opfer zu verzichten!


    Normalität ist lediglich ein Mangel an Mut!

  • Mir ist beim Lesen eingefallen, ob du deinen Sohn nicht auf eine Montessorischule geben solltest. Da sind in der Regel weniger Kinder und diese können sich frei bewegen. Wenn der Lehrer gut ist, lernen sie mindestens dasselbe, wie Kinder auf der Regelschule. Und seinem hohen IQ kann man dabei auch Rechnung tragen.
    LG, Billi

  • Meine Tochter ist Deinem Sohn in einigem ähnlich. Auch bei uns ist es so, dass sie nicht auf den Kopf gefallen ist, aber vom Sozialverhalten eben nicht einer 5-jährigen entspricht. Sie erhält derzeit auch Ergo und Logo im KiGa (Integrativ-Kind). Bei uns sind "Tendenzen" in Richtung ADHS, genaueres wird im Januar abgeklärt.


    Ich denke auch, dass Dein Sohn evtl. reizüberflutet ist in grossen Gruppen, das würde das unterschiedliche Verhalten zuhause erklären. Vllt. "tickt" er auch deshalb so aus, wenn zuviel um ihn herum passiert.
    Ward ihr schon mal in der Pädaudiologie? Ist er auf Wahrnehmungsstörungen getestet worden? Wie hier vorher schon geschrieben wurde, liegen ADHS, Asperger und Wahrnehmungsstörungen oft dicht beieinander...


    Kürzlich habe ich mich an das JA gewandt, um dort um Hilfe zu bitten, wir bekommen nun eine Familienhilfe für ein Jahr gewährt und dieser Helfer ist speziell auch auf ADHS ausgebildet.


    Schade ist, dass Dir das Gefühl vermittelt wird, das alle Deinen Sohn nur "loswerden" wollen, in unserem Kindergarten habe ich GsD den Eindruck, dass wir eng zusammen arbeiten und gemeinsam das Beste für mein Kind suchen und nicht den für den KiGa einfachsten Weg.
    Ich hoffe, Ihr findet die für Euch richtige Einrichtung! :daumen

  • Danke ihr lieben für eure Antworten und Gedanken dazu.
    Vom Aspergersyndrom hab ich vorher noch nichts gehört. Ich hab mich ein wenig dazu belesen und auch einige Gemeinsamkeiten feststellen können.
    Jedoch heißt es, dass die Kinder eher schüchtern sind und nicht mit anderen Kindern spielen wollen.
    Mein Kind ist absolut nicht schüchtern :D er geht auch auf Fremde Menschen zu und wenn jemand zu besuch kommt, den er eigentlich erst einmal gesehen hat, rennt er sofort hin und umarmt ihn/sie.
    Er hat sehr zeitig sprechen gelernt und konnte sich schon immer besser als alle anderen Kindern ausdrücken. Er sagt Wörter, die für mich als Erwachsenen selbstverständlich sind, aber bei anderen manchmal erstaunen ausdrücken.


    Was vielleicht auch noch sehr wichtig ist, er weiß für all sein Verhalten einen Grund. Er hat wirklich IMMER einen Grund.
    Z.b. hat er letztens ein Mädchen gestoßen, und meinte danach sie stand ihm im Weg und wollte ihm nicht aus dem Weg gehen ( eig. war es eine witzige Situation die jeder kennt...man steht wem ausversehen im weg und geht zur seite nach links...und die person will es gleich tun und geht auch nach links...normalerweise lacht man in so einer situation...mein sohn sah es als angriff...was aber wohl auch daran liegt, dass er von sehr vielen kindern geärgert wird.)


    Es wird immer schlimmer in der Schule. Mein Sohn macht aus Wut Gegenstände von anderen Kindern kaputt...mal sinds die Stifte in der Federmappe..mal was anderes...keine Ahnung was ich dagegen machen soll.
    Die Eltern sind (verständlicher weise) total genervt und wollen ihn nur noch los werden. Mitlerweile ist es so schlimm, dass sich einige Eltern zusammen getan haben und nun beschwerdebriefe verfassen um die an das Regionalschulamt zu schicken und ihn von der Schule zu werfen.
    Die Kinder bekommen sowas natürlich auch mit, und ärgern ihn nun schon bewusst. Es kommen dann Sprüche von den Kindern, wie: "Ich Ärger dich mit Absicht, damit du Ausrastest und von der Schule fliegst!"


    Mein Sohn merkt das natürlich und ist dann traurig über sowas. Er zeigt es nur kaum...er weint nicht und schiebt es alles weg von sich. Sicherlich eine gute Schutzfunktion. Denn das ihn keiner haben will und ihn wirklich alle nur irgendwie los werden wollen...das merkt er ja auch.


    Ich fand die einsetzung von Ritalin auch sehr komisch, da ich gehört habe, das man da vorher auch Tests machen muss.
    Schon sehr komisch. Sowieso hab ich das Gefühl das wir nur an "stümper" gekommen sind. Die Ergotherapie bringt gar nix, (einzeltherapie ist sinnlos bei ihm) und die Kinderpsychologin versucht mir zwar zu helfen, weiß aber nciht einmal ob es eine Kur speziell nur für ADHS Kinder gibt...sie meint dann immer das ich da selbst danach suchen muss. Ich dachte Therapeuten wissen wo sie solche Informationen herbekommen...für mich ist es enorm schwer da was rauszufinden, was ich noch alles machen kann.



    @ Bonnie:
    Ja die Erzieherin hat es zugegeben, dass sie ihn so lange sitzen gelassen hatte...als dann Erzieherwechsel war, hat sie nur zu der anderen gesagt das mein Sohn nicht "lieb" war und sitzen muss....somit saß er bei der anderen Erzieherin auch...das ganze ging sogar vor den Träger des Kindergartens und die Leiterin aller Kindertageseinrichtungen von ganz Dresden (sie stand total auf meiner Seite). Ob da aber nun irgendwas passiert ist, weiß ich nicht, weil wir ja dann zum Glück nen neuen Kindergarten bekommen hatten.


    Billi:
    du hast recht mit der Montessorischule. Ich hatte auch vor der ersten Klasse mein Kind bei allen Schulen in Dresden angemeldet...leider haben die total lange Wartelisten.Noch dazu gab es da das Problem mit dem Hort: Der macht erst um 9 Uhr auf...und somit hätte er in einen anderen Hort in der nähe gehen müssen und dann zum schulbeginn allein zur schule laufen müssen. Das trau ich meinem Kind mitten in der Großstadt mit viel verkehr nicht wirklich zu. Da er schon sehr unkonzentriert ist...was heißt unkonzentriert...er lässt sich super schnell ablenken und schaut dann auf andere sachen, als auf ne ampel oder auf autos. (Was auch wieder das ADHS bestätigen würde....wobei ich glaube das alle Kinder in einem Alter von 7 Jahren recht unkonzentriert sind und sowas erst später kommt)
    Und dann kommt noch hinzu, dass das alles ja Freie schulen sind...mit schulgeld...und wir ja am anfang auch auf einer freien schule waren...damals kam immer der spruch: Andere Eltern bezahlen das ihr Kind hier her kommt und erwarten dann das alles läuft und nich so ein problem kind in der klasse tobt und unterricht kaum möglich ist.


    @Northern Soul
    Was ist denn Pädaudiologie?
    Auf Wahrnehmungsstörrungen ist er nicht getestet worden...wurde aber immer von der Ergotherapeutin angesprochen das es sowas schon sein kann. Aber wo kann man denn sowas testen lassen?



    Das Gespräch in der Schule gestern verlief genauso wie ich es dachte: Förderschulantrag läuft.
    Vielleicht ist es wirklich gar nicht so falsch wenn er dort hin kommt nächstes Jahr, zwar wär es wieder ein schulwechsel, aber vielleicht würde dann auch alles ruhiger werden und er bekommt nicht weiter das gefühl das alle ihn loswerden wollen.
    Keine ahnung was das beste ist.
    Ich würde gern weiter test durchführen lassen, da ich an das ADHS auch nciht so recht glaube.


    Am Schlimmsten ist eigentlich wirklich, dass man keine Diagnose (ausser jetzt eben das ADHS) in der Hand hat und alle Lehrer, Erzieher usw. dann kein Verständnis haben. Eine Krankheit entschuldigt doch viel von dem komischen Verhalten meines Sohnes und ich glaube den Lehrern geht es auch besser wenn die einfach nur ne Diagnose hören und wissen womit sie es zu tun haben.


    Habt ihr Tipps für gute Kliniken, Therapeuten oder anderen Einrichtungen die gute Tests durchführen, wo man einfach mal weiter kommt?
    Ich wohn zwar in Dresden (Sachsen) aber bin auch bereit sonst wohin zu fahren, nur um meinem Kind endlich helfen zu können.
    Ich möchte das er irgendwann mal irgendwo ankommt und so genommen wird, wie er ist...klar darf sein Verhalten nicht einfach so durchgehen, aber "Strafen" kann er einfach nicht verstehen. Er denkt dann 5 Minuten daran und bereut es auch...danach is alles vergessen...egal wie groß und heftik die strafe ist...ob nun auf den Flur sitzen oder eine woche suspendierung.
    Ich glaube er ist einfach schon so sehr daran gewöhnt Konsequenzen zu bekommen, das es für ihn normal ist.
    Aber ich merke auch, dass er das gar nicht versteht, dass es total schlimm war...oder besser er versteht es schon irgendwie...kann aber gar nicht anders.
    Das ist wie ein Blackout, in dem er Handelt...einfach augen zu und durch...und hinter ihm dann das Chaos...was er erst danach richtig begreift.


    Danke für eure unterstützung :-)

  • Google mal nach Mutter-Kind-Kur und ADHS, da gibt es einige Kliniken mit dem Schwerpunkt...


    Die Pädaudiologie befasst sich mit Stimmstörungen, kindlichen Hörstörungen, zentralen Hörverarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (sog. Fehlhörigkeit, einschließlich Folgeerscheinungen wie Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität, Lese-Rechtschreibstörungen), logopädischen Auffälligkeiten,...
    Wir sind nun 2 x im vergangenen Jahr dort gewesen und dort wurden verschiedene Hörtests durchgeführt (aktiv als auch passiv), meine Tochter wurde eingehend von einer Logopädin "begutachtet" und eben noch dem Arzt vorgestellt. Dazu gehörten Befunde aus dem Kindergarten, Frühförderung und Fragebögen mit meiner Einschätzung. Insgesamt sind das Termine dort, die gut und gerne 2-3 Stunden an Zeit in Anspruch nehmen. Die Überweisung wurde vom Kinderarzt ausgestellt, nachdem dieser den ersten Bericht mit den Auffälligkeiten meiner Tochter gelesen hat.


    Frag da mal nach...


    Was mir noch geholfen hat (selbst ohne eine exakte Diagnose zu haben): Ich habe mir einiges an Material über ADHS besorgt und viele Tipps für "solche" Kinder übernommen. Mir ist es in dem Sinne egal, WAS sie hat, Hauptsache wir finden unseren Weg, damit umzugehen. Und die Tipps für ADHS Kinder funktioneren meistens wunderbar. Das Problem ist einfach, dass die Schule mit Dir an einem Strang ziehen muss.


    Wende Dich doch sonst noch mal an das Jugendamt oder an eine Elternberatungsstelle...

  • Ich würde auch gerne UNSEREN Weg finden.
    Aber zur Zeit zweifel ich nur noch an mir und meiner Erziehung.
    Auch wenn alle Therapeuten sagen, dass es seine Krankheit ist und ich nicht schuld bin.


    Was hab ich falsch gemacht? Ich schlage mein Kind nicht, bin immer liebevoll zu ihm und weiß nicht warum er so aggressiv ist.


    Er kam heut nach Hause und meinte es wäre nix vorgefallen in der Schule (er vergisst alle vorfälle sehr schnell).


    Eine Stunde später beim Hausaufgaben machen, sah ich ein zerknittertes Schulheft mit rausgerissener Seite...er hatte mal wieder einen
    Wutanfall im Unterricht.


    Und kurz darauf bekam ich einen Anruf aus dem Hort, das Eltern im Hort erzählten sie hätten mein Kind auf dem nach Hauseweg gesehen wie er steine gegen Autos schmeißt.


    Mal wieder so eine unüberlegte Situation von meinem Sohn, einfach Steine in die Luft zu werfen..und zu sehen wo sie landen...nur blöd das da Autos stehen.


    Was ist mit meinem Sohn los?? Manchmal glaube ich ich habe ein kleines Monster. Er schlägt, stößt und tritt andere Kinder.
    Nur weil er Wutanfälle bekommt. Er hat seinen besten Freund letztens sogar ins Gesicht getreten. Es ist zum Glück dem Jungen nix passiert, aber es ist so ein schock sowas zu hören und dann hilflos daneben zu stehen und nicht zu wissen was man falsch gemacht hat.


    Ich rede immer mit ihm darüber. Konsequenzen bringen bei ihm leider gar nichts. Weder früh ins Bett, noch TV verbot, Heft wieder zusammen kleben usw.
    Es hilft nix!
    Ich würde so gern mit ihm eine Therapie machen...aber welche? Und wo?
    Und immer wieder die Frage...was hat er eigentlich und warum macht er das?


    Habe ich als Mutter so sehr versagt?

  • Ich weiß nicht, ob es schon jemand geschrieben hat - wende Dich ans SPZ.


    Warte mal...


    [url='http://www.khdn.de/index.php?entry_id=7&highlight=uns&klinik_code=SPZ&station_id=64']

  • Ich rate noch mal zum Jugendamt. Ich habe dort nachgefragt, ob es irgendwelche Möglichkeiten gibt, Unterstützung in der Erziehung zu bekommen - und wenn es mir nur den Rücken stärkt, dass die Schiene, die ich fahre, richtig ist.
    Den Antrag habe ich kürzlich gestellt und uns wurde nun ein Jahr lang diese Massnahme bewilligt. Übrigens sind wir keine klischee-hafte Problemfamilie ;-), sondern genau wie ihr mit kleineren oder grösseren Auffälligkeiten der Kinder.


    Google mal unter SPFH (Sozialpädagogische Familienhilfe=).


    Hast Du denn Deinen Kinderarzt mal darauf angesprochen? Habt ihr Berichte aus den Kindergärten, in denen sein Verhalten näher beschrieben wird?




    http://www.dresden.de/de/03/04…beratung_und_therapie.php


    http://www.dresden.de/media/pd…nd/FB_Soziale_Dienste.pdf

    Einmal editiert, zuletzt von Northern Soul ()

  • Ich hatte mich zuerst gefragt was das SPZ da genau machen soll...da er ja keine Hörprobleme hat und auch keine motorischen oder sprachprobleme ...wurde alles schon getestet. Und da ich gelesen hatte, das es da eher um sowas geht hatte ich meine zweifel.


    Aber ich denke ihr habt Recht, ich werd morgen gleich mal einen Termin ausmachen und sehen wie es weiter geht.
    Denn so wie es jetzt ist, geht es gar nicht weiter.


    Wegen einer Familienhilfe hatte ich mir auch schon öfter Gedanken gemacht...ich denke auch dort werd ich hingehen und fragen wie und ob die mir helfen können.


    Vielen, vielen Dank für eure Tipps.

  • Guck, ob Du irgendwas schriftliches aus dem KiGa / aus der Schule bekommen kannst, woraus sein Problemverhalten hervorgeht. :daumen

  • Ich hab die Therapieberichte von der Ergotherapie...mit vorher/ nachher usw...meinst du nicht das das reicht?


    Kiga is er ja nun schon seit 1,5 jahren nich mehr...und sonst könnt ich mir noch was von der Kinderpsychologin schreiben lassen.

  • Hallo,
    Du hast es gut erkannt:

    Zitat

    suche ich auch nach einer Gruppentherapie (da sein Verhalten
    ja nur so schlimm ist, wenn mehrere Kinder da sind).


    Wichtig ist für Deinen Sohn ist es, zu lernen in einer Gruppe klar zu kommen.
    MuKi-Kur für ADHS-Kinder wäre eine super Sache!
    Nachdem Dein Sohn früh eingeschult wurde, könnt Ihr Euch auf eine vernünftige Therapie konzentrieren, Schulbelange sind zweitrangig.
    Ich wünsche Dir viel Glück!
    Lotta

    edit: Rechtschreibfehler gefunden und korrigiert


    Nur wer einen Schatten hat, steht auf der Sonnenseite des Lebens!

  • Wichtig wäre Diagnostik von Kinder und Jugendpsychiatrie,dann weisst genau was los ist und was man machen kann.


    Auch Sportaktivitäten über Vereinszugehörigkeiten zum Auspowern wären nicht schlecht.


    Erziehungsberatung könnte dir auch viel helfen,solche Kinder brauchen starke regeln.


    Nur strafen bringen nichts
    ,in gegenteil wird noch schlimmer.



    Aber erst Diagnostik.

    "Aber wer einmal gelernt hat, Bewegungserscheinungen
    auf das Ganze des Seelenlebens zu beziehen, wird....
    immer von neuem über die Fülle der Zugänge zu
    Seelischem staunen, die sich ihm allenthalben
    eröffnen“


    (August Homburger)

  • Ich kann es nur immer wieder sagen, danke für die Tipps von euch.


    In der Erziehungsberatung bin ich seit ca. 3-4 Jahren nun schon.


    Ich glaube du hast recht Lotta, ich sollte das mit der Schule alles nicht so wichtig nehmen und mich erst einmal auf meinen Sohn und seine Krankheit beschränken.
    Selbst wenn er für "Schulunfähig" erklärt wird und die Schulleiterin es durch bekommt, das seine Schulpflicht ruht, dann gehen vielleicht die Diagnostiken und alles ein wenig schneller.


    Ich habe jetzt noch einen Tipp von einer sehr guten Freundin bekommen. Sie arbeitet selbst an einer Förderschule und hatte letztens eine Weiterbildung von einer Kinesiologin. Diese ist auf ADHS Kinder spezialisiert.
    Sie betreut auch ein Kind, was meine besagte Freundin kennt und ähnlich ist wie mein Sohn. Die Mutter von dem Jungen ist begeistert.
    Ich habe dort erst einmal einen Termin ausgemacht.
    Leider kostet eine Sitzung bei ihr 75 Euro. Das ist ziemlich viel Geld für mich, da ich sowie so schon in Augenoptikerin, Hörtest und Heilpraktikerin sehr viel Geld investiert habe.
    Noch dazu habe ich mein Studium erst einmal auf Eis gelegt wegen dem ganzen Seelisch und Körperlichen streß und den Zeitproblemen die ich schon letztes Jahr hatte (3 Anrufe pro Woche...und Kind von der Schule am Vormittag dann abholen, ist normal. Wenn ich ihn nicht abholen würde, müsste die Polizei ihn abholen und ihn entweder zum Jugendamt bringen oder in eine Anstalt, wo ich ihn dann am Nachmittag abhole.)
    Somit fält mein Bafög weg und ich bin vom Staat abhängig. Jeder Versuch eine Arbeit zu finden scheiterte.
    Deswegen bin ich mir zur Zeit ziemlich unschlüssig wie und ob ich das machen soll.


    Habt ihr schon einmal von einer Kinesiologin gehört und könnt mir da was raten?
    http://www.regiochance.de/protraet_archiv.html


    Selbstverständlich würde ich alles machen, damit es meinem Kind endlich besser geht und er nicht mehr das Gefühl bekommt auf dieser Welt fehl am Platz zu sein.

  • Hallo,
    Leider hast Du nicht geschrieben,ob Dein Sohn auf ad(h)s getestet bzw. diagnostiziert wurde.Ergo Therapie hilft meist nicht,Verhaltenstherapie wäre gut,weiß aber aus Erfahrung,das die Wartelisten sehr lang sind.
    Habe mit meinem Sohn das gleiche durch.Musste sehr konsequent sein,aus einem "Nein" kein Ja machen.Keine endlose Debatten,ich habe das "Sagen"!Ist schwer,Einschulung,ging der Horrortrip richtig los.Vorschulkindergarten,weil die Lehrer überfordert waren.Einweisung in die Kinder-und Jugendpsychiatrie(hat auch nicht den Erfolg gehabt).Dann bekamen wir die Diagnose AD8H)S mit auditiver Wahrnehmungsstörung.
    Er bekam das Medikinit.Ab dem Tag lief es in der Schule.Ich gaben ihm die Richtung vor.Es gab kein Ausweichen für ihn.
    Wenn ich ein Befehl gab,musste er mir in die Augen sehen,damit ich auch merkte das er mir zu hörte.
    Leider verlief dann seine Entwicklung wieder rückwärts,das letzte Halbjahr bekamen die Schüler eine neue Lehrerin,da ging der ganze Budenzauber wieder los.
    Gruß buffi

  • Hallo Buffi,


    das klingt wirklich unserer Situation sehr ähnlich. Mein Sohn hat nun auch seit diesem Schuljahr eine neue Lehrerin...und es ist sehr sehr viel schlimmer geworden. Obwohl man leider nicht genau sagen kann ob und wenn wie viel da an der lehrerin liegt.
    Vorher hatte er einen Lehrer...und der hat über vieles auch hinweggesehen, da noch andere Kinder in seiner Klasse sind, die ähnlich sind wie mein Sohn.
    Aber seit der Lehrerin bekomm ich nur noch beschwerden...sprüche wie: "Ich mache das nicht mehr lange mit.", "Irgendwann kann ich auch nicht mehr und bin am Ende meiner Kräfte" und "ich muss mich und die anderen Kinder schützen" sind an der Tagesordnung.
    Ich bin auf den Wartelisten zu allerhand sachen...doch es dauert eben...und das ist der schule zu lange. Bei denen muss alles sofort sein.


    Wie geht es bei euch jetzt weiter Buffi? Welche Therapien habt ihr schon hinter euch und welche hat wirklich geholfen?


    Wir haben auch schon Sportvereine durchprobiert. Fussball mag er gar nicht ( er ist nicht der schnellste, und sehr schnell frustriert, wenn er den ball nicht bekommt).
    HipHoptanzen (wollte er unbedingt) ging eine zeit lang gut...im einzelunterricht..aber er wollte lieber mit seinem tanzlehrer spielen.
    Zur Zeit ist er im Karate (ein angebot der schule) und es scheint gut zulaufen...zumindest habe ich noch nie etwas negatives von den karatelehrern gehört.

  • Solche sprüche wie:
    "Ich mache das nicht mehr lange mit.", "Irgendwann kann ich auch nicht mehr und bin am Ende meiner Kräfte" ,
    das ist das schlimmste.
    Es heisst das die Lehrerin machtlos ist,und weißt nicht was sie machen soll.
    So was darf nicht passieren ,es wird langsam druck ausgeübt Medykametös das Kind zu behandeln.Nach der Motto"Das Kind kriegt die Pille,und ich hab die Ruhe".
    Hast schon Diagnostik? Wichtig wäre dass (Nur Kinder -und Jugendpsychiater kann das feststellen), dein Kind unter §35a ein anrecht auf Eingliederungshilfe hat.Dann kannst hilfe von JA bekommen.
    Wenn um Sport geht,schau wo er Interesse hat,und sehr wichtig "lobben"-.

    "Aber wer einmal gelernt hat, Bewegungserscheinungen
    auf das Ganze des Seelenlebens zu beziehen, wird....
    immer von neuem über die Fülle der Zugänge zu
    Seelischem staunen, die sich ihm allenthalben
    eröffnen“


    (August Homburger)