Faule Ausrede,oder..?Bin ratlos

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  • Zugegeben,ein etwas blöder Titel für mein Anliegen...was Besseres fiel mir einfach nich ein.... :hm...


    Brächte mal ein paar Gedanken,weil ich einfach nicht weiß,wie ich damit umgehen soll.....


    Muss ebbes ausholen:
    Meine Oma ist vor einem Jahr gestorben.
    Meine Lütte hatte einen guten Draht zu ihrer Ur-Oma.


    Ich hatte damals Sorge,wie ich den Tod der Ur-Oma erkläre (meine Lütte ist 5) aber irgendwie hab ich es hinbegommen.
    Sie hat es recht gut "aufgenommen" und wir haben oft darüber geredet.
    Sie hat sich mit ihrer kindlichen Phantasie,was nun mit Uri (ihr Name für die Ur-Oma) ist und wo sie ist einiges ausgedacht. (hach,was wäre ich auch gern nochmal Kind...:rainbow: )



    Als ich Omas Wohnung ausgeräumt habe,habe ich das meiste weggegeben,nur ein paar persönliche Dinge habe ich behalten.
    Darunter z.B eine Schatulle mit alten Modeschmuck (mit dem hab ich als Kind schon verkleiden gespielt :-) ) und einige Tücher von ihr. (noch dies und das,aber das spielt keine Rolle)
    Die Schatulle und die Tücher hat Töchterchen bei sich im Zimmer.
    Sie spielt damit,verkleidet sich und freut sich einfach,daß sie etwas von Uri hat....



    Ich weiß nicht,ob das wichtig ist..aber das fällt mir grad einfach dazu ein....




    Jetzt mein Anliegen:
    Vor einem halben Jahr hat sie das erste Mal geäußert....naja,eigentlich saß sie in ihrem Zimmer und hat geweint und auf meine Frage,was denn los sei,sagte sie "Ich vermisse Oma-Uri"...... :tot:flenn
    Es hat mich getroffen wie ein Schlag.
    Besonders,weil ich selbst sehr leide und meine Oma sehr vermisse....meine Oma war für mich wie meine Mutter die ich nie hatte :flenn


    O.K., ich habe mit ihr darüber geredet und habe versucht sie zu trösten.


    Wir haben einen "Oma-Uri" Gedenkabend gemacht,Fotos angeschaut und Geschichten dazu erzählt.


    Dies kam und kommt regelmäßig vor. Dann,wenn sie es einfordet und möchte.
    Das tat und tut ihr gut......und mir irgendwie auch :-)



    So,jetzt ist es aber so,das jedesmal,wenn wir irgendwie Zoff miteinander haben oder es einen dieser Tage gibt an denen Töchterchen von ihren "Launen" beherrscht wird und wir aneinander geraten,ich sie frag warum sie so oder so drauf ist,sie mir meistens antwortet "Ich weiß auch nicht" und dann kommt das(mitlerweile obligatorische) "Ich vermisse Oma-Uri" :ohnmacht:


    Das mag sicher auch mal so sein,aber immer und immer wieder?


    Mir kommt es manchmal so vor,als würde sie es als Ausrede benutzen,weil sie weiß,daß ich da weich werde.


    Mitlerweile werd ich da aber nicht mehr weich und es fällt mir zunehmend schwer das ernst zu nehmen...... :hm...



    Ich bin überzeugt davon,daß sie es gerne als Ausrede benutzt und reagiere dementsprechend....nur.....wie den Unterschied erkennen wann sie es wirklich ernst meint und wann es eine gute Ausrede ist :frag:frag


    Ich möchte sie damit ja nicht alleine lassen und ich möchte dies auch nicht abtun.....aber ich erkenne nicht,wann es wirklich ernst ist und ihr kleines Köpfchen sich wrklich damit beschäftigt und wann sie es einfach nur benutzt um mich weich zu bekommen....


    Wisst Ihr,was ich meine?


    Bin etwas ratlos und freue mich über Gedanken dazu....

  • Deine Tochter spielt das gleiche Spiel wie meine (ebenfalls 5) in Bezug auf ihren Papa. Abends im Bett kommt öfter mal "Mama, ich bin sooo traurig". Und auf Nachfrage warum kommt generell, dass sie ihren Papa schon soooo lange nicht mehr gesehen hat. Ursprung genau wie bei Dir ein Abend, an dem sie wohl extra viel Aufmerksamkeit bekommen hat - da gab es ein ausführliches Gespräch darüber, wo der Papa im Moment ist etc.. Ich muss sagen, dass sie damals, als er den Kontakt abgebrochen hat, auch wohl gemerkt hat, dass es mir mit seiner Entscheidung nicht gut ging. Und ich denke, dass nutzt sie nun für sich aus....

    Einmal editiert, zuletzt von Northern Soul ()

  • Versuch doch einfach einmal, ihre Trauer ernst zu nehmen, aber ihr klar zu machen, dass auch Du die Oma vermisst, dennoch Dein Ton ordentlich bleibt und Du nicht zickst! Wir haben manchmal das Problem, dass Zwerg dann MAMA vorschiebt, die sie mit Sicherheit ab und an vermisst, aber dennoch einfach nur zuuu müde ist, oder einfach keine Lust hat, das Zimmer aufzuräumen und dann ist eben alles unfair und überhaupt so schrecklich und ach ja, "meine Mama vermiss ich!"


    Die Kids haben uns leider wirklich ganz oft, ganz schnell um den Finger gewickelt .... aber das ist normal und auch irgendwie gut so.


    Aber die Aussage, dass Du ihren Schmerz teilst, sie aber dennoch zu hören hat und Dich nicht anzicken muss, finde ich gut und berechtigt!

    :nawarte: Manche Menschen beleidigen meine Intelligenz. Nur deshalb distanziere ich mich von ihnen!

  • Ich denke das die kleinen Mäuse das unterbewußt schon ausnutzen.


    Meine Motte macht das auch "gerne"
    wenn irgendwas nicht so läuft wie es soll
    und ich dann nachfrage was denn los ist bzw wieso sie so traurig ist
    und dann kommt auch ganz oft "Ich vermiss meinen Papa"
    (sie sieht ihn meist nur 5-6 mal im Jahr)
    natürlich vermißt sie ihn und ist traurig aber ich denke das sie es auch irgendwo für sich ein bissl nutzt.
    Ich nehm sie dann meist in den arm, sage ihr das ich das verstehe aber das sie deswegen trotzdem
    keinen Blödsinn machen darf, das sie trotzdem auf das hören muss was ich sage.
    Und meistens funktioniert das auch.


    Liebe grüße von gelesa :winken:

    :engel Nimm mich wie ich bin! :devil:

  • Versuch doch einfach einmal, ihre Trauer ernst zu nehmen, aber ihr klar zu machen, dass auch Du die Oma vermisst, dennoch Dein Ton ordentlich bleibt und Du nicht zickst!


    Ich nehme ihre Trauer ernst und ich "zicke " sicher nicht rum.


    Ich gehe darauf ein wenn sie das Bedürfniss auf "Oma-Uri-Stunde" hat und ich sage ihr auch,das ich die Oma ebenfalls vermisse....nur fällt es mir zunehmend schwer es ernst zu nehmen,wenn dies immer und jederzeit kommt,wenn wir einen Konflikt miteinander haben........

  • Ich nehme ihre Trauer ernst und ich "zicke " sicher nicht rum.


    Ich gehe darauf ein wenn sie das Bedürfniss auf "Oma-Uri-Stunde" hat und ich sage ihr auch,das ich die Oma ebenfalls vermisse....nur fällt es mir zunehmend schwer es ernst zu nehmen,wenn dies immer und jederzeit kommt,wenn wir einen Konflikt miteinander haben........

    Ich wollte damit auch nicht sagen, dass DU zickst! Sondern nur sagen: Kind, ich bin auch manchmal traurig, aber deswegen halte ich trotzdem zu dir und zicke Dich nicht an. Zicke DU MICH also bitte auch nicht an!


    Davon bin ich ausgegangen, dass Du die Trauer Deiner Tochter ernst nimmst .... Sorry, da hast Du mich wohl missverstanden!

    :nawarte: Manche Menschen beleidigen meine Intelligenz. Nur deshalb distanziere ich mich von ihnen!

  • Versteh ich gut! Aber mach Dir keinen Kopf! Ganz sooo dünnhäutig bin ich da nicht.


    Aber ich denke, wenn Du ihr zu verstehen gibst, dass Du ihre Trauer ernst nimmst, das aber dennoch kein Grund ist, seine Launen an jemand anderem auszulassen, dass man trotzdem in gewisser Weise hören muss und man Dinge tun muss, die nicht sooo toll sind, dann wird sie sich durchschaut fühlen und das unterlassen.


    Als Hilfe für sie, nehmt Euch einen festen "An - Omi - denken - Tag" vor. So ist es für Deine Tochter ein fester Termin, auf den sie sich verlassen kann und zum anderen nimmst Du ihr damit ein bissel den Wind aus den Segeln, weil diese "festen Termine" auch relativ schnell langweilig werden können ...


    Klar sind Kinder üblicherweise traurig. Aber sie vergessen schneller, weil sie glücklicher Weise in der Gegenwart leben und nicht in der Vergangenheit. Das ist von Mutter Natur gut eingerichtet, weil sie somit nicht an ihrer Trauer zerbrechen! Von daher ist das wirklich auch Masche einer 5jährigen, dann die Trauer (weil Mama ja wirklich traurig ist) auf's Trapez zu bringen. Ich sehe das wie gesagt an der Kleinen meines Partners, die immer dann, wenn Papa dasselbe will, wie ich, ihre Mama ganz fürchterlich vermisst. Ist Mama aber mal zu Besuch, dann ist die schneller vertschüsst, als sie hallo gesagt hat!


    Bei uns ist die neueste Masche, wenn ich was nicht bekomme, dann heule ich mal ne Runde - das hilft bestimmt!


    Papa ließ sich davon anfangs sehr ins Boxhorn jagen, zwischenzeitlich hat er den Braten auch gerochen! Kinder sind fix und kreativ, wenn es darum geht, sich Vorteile zu verschaffen. Das ist aber auch wichtig, weil sie müssen ja irgendwann auch allein durchs Leben gehen .... sprich im Kindergarten, in der Schule und irgendwann im Beruf .... dafür sind wir Eltern dann da, um dieses durchmogeln, zu durchschauen und in die richtigen Bahnen zu lenken!


    Deswegen versuche kompromissfähig zu bleiben, aber wenn es wichtig ist, in der Sache hart, aber fair und freundlich bleiben! Das ist wichtig und legitim und vor allem RICHTIG! Das Leben ist nun mal auch für 5jährige nicht immer Ponyhof und da gibt es nun mal nicht jeden Tag Eis zum Nachtisch! Auch nicht, wenn man mal traurig ist!

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  • Ooooh ja, DAS kenn ich nur zu gut und habe auch ein Weilchen gebraucht, bis meine ersten Zweifel kamen.
    Mein Tochterkind hat das lange Monate mit " Papa fehlt mir so!' durchgezogen.
    Sie hatte immer meine volle Aufmerksamkeit wenn sie das sagte und ich war immer irgendwie dann besonders milde gestimmt.


    Als sie das nach einem zweiwöchigen Urlaub mit ihm unmittelbar nach der Rückkehr sagte, als sie irgendetwas nicht dürfte,
    fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren ::)


    Da hab ich ihr dann das erste Mal gesagt, das ich aber ihr Verhalten jetzt trotzdem nicht akzeptiere und ihrem Wunsch nicht nachkomme.


    Seitdem ist Ruhe :D

  • Bei Zwergi 4,5 habe ich in den letzten Wochen auch immer mal wieder das Gefühl das sie "bewußt" mit solchen Aussagen spielt.
    Aber wir haben zur Zeit auch viele Gespräche in denen es um Familie geht


    - ist die Oma deine Mama
    - warum hast du keine Oma (mehr)
    - wie bekomt man Kinder
    - wie sind eine Familie, der Papa aber nicht


    usw.


    vielleicht ist es eine Mischung - die Suche nach dem Platz in der Familie und das genießen der Aufmerksamkeit