Sohn 7 Jahre braucht wieder eine Windel (lang!)

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  • Hallo


    Vor 4 Jahren habe ich mich von Lukas Vater getrennt. Er hatte damals Alkoholprobleme und wir hatten uns auch so auseinandergelebt. Außerdem gab es große Probleme mit Lukas, die die Partnerschaft belasteten.
    Lukas hat erst im Alter von drei Jahren angefangen zu sprechen, seine ganze motorische Entwicklung war verzögert, laufen erst mit 2 Jahren. Wir waren mit Lukas in der Kinderklinik auch dort konnte nichts festgestellt werden. Es hieß immer nur allgemeine Entwicklungsverzögerung, Verdacht auf ADS. Tagsüber hat Lukas bis über 5 Jahren noch Windeln gebraucht, seit dem geht es besser, aber es sind trotzdem immer noch regelmäßig Unfälle passiert. Nachts hatte er immer noch Windeln um.


    Letztes Jahr wurde Lukas dann trotzdem eingeschult, aber nach 2 Monaten habe ich ihn wieder aus der Schule genommen. Es klappte nicht.
    Jetzt soll er nochmals eingeschult werden.


    Nachdem Lukas immer nur alle zwei bis drei Wochen bei seinem Erzeuger am Wochenende zu Besuch war, war in den Sommerferien erstmalig ein drei wöchiger Besuch geplant.


    Aus Unsicherheit, ob alles gut geht war ich die erste Woche noch zu Hause geblieben. Dann nach einer Woche ein Anruf bei meinem Ex, alles klappt gut und auch Lukas sagte, es gefällt ihm gut. Also habe ich die Koffer gepackt und bin dann zwei Wochen mit meinem neuen Freund verreist.


    Vor zwei Wochen am Sonntag brachte mein Ex Lukas zurück.


    Ich roch schon eine Alkoholfahne, angeblich hatte er aber im Zug nur ein Bier getrunken.
    Er erzählte es war alles gut, sie haben viel Spaß gehabt.
    Dann in einen Nebensatz sagte er, mit der Sauberkeitserziehung das klappt wieder nicht so gut. Auf meine Nachfrage was denn nicht klappt sagte er, Lukas hätte tagsüber so oft in die Hose gemacht, das er ihm wieder Pampers umgemacht hätte. In Nötfällen, z.B. bei längeren Ausflügen wenn man nicht so viel Wechselwäsche mitnehmen kann oder will, oder wenn wir einen ganzen Tag im Krankenhaus waren, habe ich ihn am Tag auch mal ne Pampers umgemacht, also fragte ich ihn dann, ob es denn am nächsten Tag besser geklappt hat, da sagte mein Ex, er hat es nicht mehr probiert, die ersten drei Tage war so viel Wäsche nass, dass er gedacht hat, den Stress tut er sich und Lukas nicht an. Mit der Windel hat es dann super geklappt und es sind ja auch Ferien. Dann verabschiedete er sich, fragte ob ich noch ein Bier für ihn hätte. Ich hatte keins. Dann sagte er mir noch, Luki braucht ne frische Windel, die die er jetzt um hat, hat er schon seit heute morgen an.


    Als erstes nahm ich meinen Sohn, zog ihn aus und machte die total volle Pampers ab und schickte ihn zur Toilette. Der ging nicht zur Toilette sondern rannte in sein Zimmer und holte eine frische Windel und schmiss sich aufs Sofa und streckte mir seinen Hintern entgegen.


    Ich sagte nur nein, geh aufs Klo, wasche den Popo und zieh eine Unterhose an.
    Lukas sagte NEIN, ich will eine Pampers, das ist viel besser.
    Ich sagte du bist ein Schulkind, die brauchen keine Pampers.
    Seine Antwort: Pampers ist viel besser, als nasse Hosen hat Papa gesagt.
    Und in der Schule ziehe ich auch Pampers an.


    Nach einigen Diskussionen haben wir es dann probiert. Bis Dienstag abend haben wir gebraucht, bis obwohl die Waschmaschine ständig lief alle Wäsche verbraucht war.


    Ich habe alles probiert, sogar die nasse Wäsche angelassen, es brachte nichts. Spätestens nach 1 Stunde war wieder alles nass gepinkelt. Dienstags abend war ich es leid, hab eine Windel geholt und ihn gewickelt. Als er die Windel um hatte sagte er, jetzt ist es wieder schön, wie bei Papa. Am Mittwoch nach seiner Rückkehr wollte ich zu unserer Kinderärztin. Doch die Praxis ist zu, Urlaub.
    Zu einer Vertretung wollte ich nicht gehen mit dem Problem.


    Zusätzlich macht er auch wieder AA in die Windel, das hatten wir seit Jahren nicht mehr. Seine Begründung, der Papa hat es mir erlaubt. Ich habe es mir dann von Lukas erklären lassen, er musste wohl morgens mit AA zur Toilette, ging zu seinem Papa um sich die Windel ab machen zu lassen. Der war wohl zu müde oder zu faul um aufzustehen und hat ihm gesagt, du hast doch eine Windel an.
    Fühle mich sehr hilflos, ich weiß nicht was in ihm vorgeht. Ich dachte es wäre eine Phase wegen der Rückkehr vom Vater zu mir, aber seit Dienstag wird er jetzt auch bei mir gewickelt weil es nicht anders geht.


    Ich weiß nicht was ich machen soll, möchte ihm natürlich nicht zum zweiten Schulstart mit Windel schicken, so wie es im Moment aussieht geht es aber nicht anders.


    Für meinen Sohn ist dass alles kein Problem er tut so als ob es das normalste der Welt ist, dass er wieder Windeln braucht.
    Als er das erste Mal nach seinem Aufenthalt beim Vater mit seiner Oma telefoniert hat und die ihn gefragt hat, wie es war, hat er gesagt, schön. Und sein zweiter Satz war, ich mach jetzt am Tag auch wieder in die Pampers. Dann lachte er los. Seine Oma glaubte an einen Scherz. Da sagte er ganz ernst, nein ich mache ehrlich wieder in die Hose.


    Diese Woche waren wir bei der Kinderärztin, sie hat uns zum Kinderurologen überwiesen.
    Termin in zwei Wochen. Ansonsten hat sie auch keine Idee. Sie sagt vielleicht ist er noch nicht so weit. Höchstens noch Kinderpsychologen, aber vorher muss alles andere abgeklärt werden. Sie sagte ich sollte es ohne Windeln probieren, aber er sagt nichts, geht nicht aufs Klo sondern macht in die Hose.


    Ohne Windeln geht gar nichts mehr. Ich habe das Gefühl es wird immer schlechter.
    Er verweigert sich total. Macht möglichst nur noch in die Windel.


    Am Anfang war es ihm wohl noch etwas unangenehm mit Windeln rauszugehen zu seinen Freunden oder auch wenn jemand von ihnen zu besuch kam und er hat sie weggeschickt. Jetzt ist er wieder den ganzen Tag draußen, sogar mit kurzer Hose und es stört ihn kein bisschen mehr. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl es gefällt ihm. Früher kamm er öfter mal mit nasser Hose rein, zum umziehen, das fällt jetzt weg. Jetzt kommt er mal rein um etwas zu essen oder zu trinken und dann bekommt er eine neue Pampers um und ist wieder weg. Er sagt dann immer gut dass ich wieder Pampers kriege. Seine Freunde scheint es auch nicht zu stören, die meisten sind zwei bis drei Jahre jünger als er, ich denke schon, dass sie es merken, aber es ist wohl kein Problem. Das war auch früher beim einnässen so.
    Ich habe so Angst vor der Einschulung. Bei uns im Haus sind alle nett zu Luki.. Sie kennen ihn, wissen, dass er etwas zurück ist. Da sagt keiner was wegen der Pampers, oder macht mir Vorwürfe. Gestern brachte eine Mutter eines Freundes Luki sogar extra nach Hause, weil er die Pampers voll hatte und sagte mir, geben sie ihm doch das nächste mal eine Windel zum wechseln mit, dann mache ich ihn gerne frisch, wenn er die Hose voll hat.



    Wie wird das nur in der Schule werden, vielleicht muss er doch in eine Förderschule?
    Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Windeln weglassen geht nicht, mit Windeln läuft es gut, er fühlt sich sicherer. Vielleicht soll ich ihn auch noch ein Jahr zuhause lassen, ich weiß aber gar nicht, ob das noch geht oder doch einfach akzeptieren, dass er eben etwas behindert ist und ihm die Windeln lassen und in die Förderschule?
    Vielleicht war ich einfach auch vorher zu streng und habe versucht etwas zu erreichen, was nicht zu erreichen ist. Er hat früher öfter in die Hose gemacht, aber eben nicht immer.
    Anderseits habe ich jetzt das Gefühl es geht ihm besser, er wirkt zufriedener, weil dieser Toilettenkampf wegfällt und die Enttäuschungen, wenn es nicht klappt.
    Ich weiß nicht, ob ich auf meinen EX sauer seien soll oder auf mich. Wollte ich etwas erreichen, was nicht geht und habe mein Kind gequält dabei und er hat es erkannt und ihm den Frieden gegeben?


    Einerseits freue ich mich, wenn ich ihn jetzt ganz entspannt spielen sehe ohne den Toilettenstress, oder wenn er sagt Pampers ist gut und denke, was solls er braucht halt die Windel.
    Andererseits bekomme ich die Wut wenn ich ihn mit seinen über sieben Jahren mit der vollen Pampers sehe oder ihn wickeln muss und denke mir, er macht es absichtlich oder warum auch immer und dabei habe ich so viel mit ihm geübt.


    Mein neuer Freund meint ich habe Luki immer überfordert, ich soll es eben akzeptieren dass er anders ist. Aber er sieht das natürlich von seiner Seite und freut sich, wenn der Pippistress nicht mehr da ist und dafür nur alle paar Stunden mal eine Windel gewechselt werden muss. Es ist ja auch nicht sein Kind das mit der Windel rumläuft sondern nur das Kind der Freundin und mit der Erziehung will er nichts zu tun haben.


    Was soll ich machen?


    Eure Elisa

  • Ich würde ihm so zusagen einen Deal vorschlagen.Er kann Pampers haben wenn er sie allein entsorgt und anlegt.Mit 7 sollte das gehen.Das nimmt ihm ein wenig die eroberte Aufmerksamkeit und sorgt für eine Arbeit die ihm bestimmt nicht gefällt.

  • ich würde versuchen, z.B. über den Kinderarzt einen Termin im SPZ zu bekommen, um genau abklären zu lassen, was da genau los ist :frag


    Die Windeln sind für mich nur Ausdruck eines tieferliegenden Problems-

    Lieber Gruss


    Luchsie


    Dein Denken kann aus der Hölle einen Himmel und aus dem Himmel eine Hölle machen.


    Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug. (Epikur)

  • Er spielt die Rolle des " Kleinen " um nicht der Rolle des " Großen " entsprechen zu müssen.Das heißt nicht unbedingt das er überfordert ist ,es ist nur einfach für ihn besser.Seine Entwicklunfsverzögerung ist zwar überwunden,ist ja schulfähig,aber die alten Muster sind noch da.

  • Seine Entwicklunfsverzögerung ist zwar überwunden,ist ja schulfähig,aber die alten Muster sind noch da.

    hm, "schulfähigkeit" als solche gibt es nimmer. die kids werden nach kompetenzen "bewertet" und in eine passende schule "sortiert". inwiesweit das gut oder schlecht für das einzelne kind ist, lasse ich mal im raum stehen.


    ich denke, man muss ganz genau hinschauen, was hinter dem windeln tragen steht. es kann ein schrei in richtung "kümmere dich, nimm mich wahr" sein, ebenso wie "du reagierst stark darauf, also nutze ich das". auch das verfallen in frühkindliche muster - man muss niemandem etwas beweisen, kann sein, wie man ist, keiner fordert etwas - wäre möglich, wie pierre schon erwähnte.
    da sollte ein guter fachmensch sein auge drauf richten. ich wünsche euch viel geduld und durchhaltevermögen!

  • Hi,
    ich war erst einmal empört, dass der Vater in 2 Wochen die Arbeit der Mutter wieder zunichte gemacht hat.
    Hm....
    Pierre hat mich schon nachdenklich gemacht.
    Mein Sohn hatte mit der "Problematik" auch so seine Probleme bis fast in die Pubertät.
    Wir haben das Problem anders gelöst, aber das spielt hier keine Rolle...
    Evtl. möchte das Kind wirklich im Verhaltensmuster eines Vorschulkindes bzw. Kindergartenkindes verbleiben,
    weil es mit...............???????????????????....................-was - nicht wirklich klar kommt....
    Nennt mich dumm, aber da sollte evtl. an der vorangegangenen Entwicklungsverzögerung mal "geraspelt" werden!
    Und zwar schnell.
    Ich, als KM würde den Zustand anstreben, den das Kind vor dem Urlaub hatte.
    Nicht mehr aber auch nicht weniger und Gleichzeit
    :tuschel mal objektive Kräfte endlich!!! einschalten...

  • Da es auch ohne Windeln nie wirklich richtig geklappt hat, denke ich, dass es so eine Entlastung für ihn ist.


    Kennt ihr das Gefühl einer Anforderung einfach nicht gerecht werden zu können?


    Pierres Vorschlag finde ich sehr gut.


    Zitat

    oder doch einfach akzeptieren, dass er eben etwas behindert ist und ihm die Windeln lassen und in die Förderschule?


    Nur weil er keine Kontrolle über einen Teil seines Körpers hat, heißt das ja nicht, dass er für die Schule ungeeignet ist.
    Auch wenn es neurologische/psychische Ursachen haben mag wirkt sich das ja nicht notwendig auch auf Intelligenz und Schulfähigkeit aus.

  • Lieben Dank für eure Antworten.


    Pierre, selber die Windel anziehen kann Luki nicht, ausziehen klar, aber anziehen nein. Der Deal wird leider nicht klappen.
    Leider ist die Entwicklungsverzögerung noch nicht überwunden, aber ich habe so darauf gedrängt, weil ich eben nicht wollte, das er gleich abgestempelt ist mit Förderschule und so.
    Wenn ich ihn jetzt so sehe, kann ich mir das mit der Regelschule nicht vorstellen, aber manchmal ist er besser drauf und manchmal nicht so fit.
    Was ich nicht verstehe, warum ist die Rolle des Kleinen für ihn besser? Welche Vorteile hat er durch die Windel?


    Luchsie, ja SPZ dachte ich auch schon dran, die Kinderärztin hat aber jetzt erst mal den Kinderurologen empfohlen, sie sieht alles immer sehr lässig: wird schon werden.


    sangreal83, mit der passenden Schule habe ich ja schon geschrieben, das hat er sicher mir zu verdanken. Was dahinter steht, weiß ich nicht (ist aber eine gute Idee) der Vater hat ja damit angefangen. Luki wirkt halt seit dem viel unbeschwerter. Deshalb mache ich mir ja jetzt auch Gedanken, ob ich ihn nicht die ganze Zeit überfordert habe um etwas zu erreichen, was er eben nicht kann. Aber ich wollte doch nur das Beste für ihn, und das sind die Windeln halt nicht. War gestern mit Luki im Zoo und habe oft Getuschel sogar auf ihn gezeigt wurde und gehört habe ich, so groß und eine Windel, da hat die Mutter versagt.
    Ich kann mir eben nicht vorstellen, dass er es absichtlich macht, und warum ihn die Windel nicht stört. Warum will er nicht groß werden oder kann er es nicht?


    Jeanny auf den KV war ich auch zuerst sehr sauer. Aber jetzt überwiegen die Zweifel bei mir Luki überfordert zu haben, weil es ihm so wie jetzt, eben mit dem Rückschritt Windel so gut geht. Nur das warum ist eben für mich eigentlich nur so zu erklären, dass er es anders nicht kann. Weil kein Kind macht doch absichtlich in die Hose.


    grünschnabel, das glaube ich eigentlich nicht so sehr, jetzt ist er schon wieder 2 Wochen hier, eigentlich sollte er sich umgewöhnt haben. Außerdem 100% trocken war er ja vorher auch nicht. Nachts hatte er immer die Windel und tagsüber gab es öfter Unfälle.


    @ Lovrel, danke genau das was du denkst glaube ich im Moment auch und er sagt ja auch immer es ist besser mit Pampers. das Zitat von Pierre finde ich nicht.
    Ich glaube mit Windel in eine normale Schule wird bei ihm nicht klappen. Er hat ja noch andere Probleme, ich denke so ein Kind wird ganz schnell abgeschoben und die Windel dann als Vorwand genommen.


    Ich habe jetzt mal versucht zu jedem Komentar etwas persönlich zu schreiben, ist vielleicht etwas durcheinander, aber ich möchte alle Ideen einbeziehen.
    Von meinem Freund und vom Ex ist leider keine Hilfe zu erwarten, die sehen das Problem einfach nicht.


    Danke euch. Elisa

  • selber die Windel anziehen kann Luki nicht, ausziehen klar, aber anziehen nein. Der Deal wird leider nicht klappen.


    Was ist mit den Höschenwindeln?


    War gestern mit Luki im Zoo und habe oft Getuschel sogar auf ihn gezeigt wurde und gehört habe ich, so groß und eine Windel, da hat die Mutter versagt.


    von außen wissen es immer alle besser ;)


    Du hast nun mal ein besonderes Kind, das können "die" aber nicht wissen. Versagt hast du nicht :troest

    Einer muss mal anfangen mit dem aufhören...

  • Ich habe auch einen Sohn der entwicklungsverzögert war, im Kiga Alter war er auch in einer Integrationsgruppe, was ihm sehr gut getan hat. Als er dann mit kanpp sieben Jahren eingeschult wurde, war er auch schulfähig und kam und kommt ( ist jetzt fast 12) gut klar, ausser eben die typischen "keine Bock Phasen".


    Das Trocken werden war bei uns auch ein Thema, aber mir wurde immer gesagt, am Ball bleiben und den Rückschritt nicht zulassen. Klar waren auch Unfälle, aber vielen Unfällen kann man auch entgegen wirken. Abends gabs ab ner bestimmten Uhrzeit ( ausser wenns heiss war) nichts mehr. Vor dem Bett gehen nochmal auf die Toilette und wenn dann doch was war, wars eben so. Irgendwann wurden die trockenen Phasen länger und besser. Mit dem AA machen wars so ne Sache, er war was das kleine Geschäft anging auf Toilette "gepolt", aber AA nur in die Windel. Auch dies haben wir eine Weile so hingenommen, uns fiel oft auf, dass er relativ harten Stuhlgang hatte und ihm darum AA in die Windel vielleicht besser gefiel. Wir liessen ihn untersuchen und er bekam einen Stuhlweichmacher (Lactulose), als dies richtig wirkte, war er irgendwann dazu bereit auch AA auf der Toilette zu machen. Auf Anraten der Ärzte hatte er eine AA Zeit wo er auf der Toilette sitzen soll ( circa 10 Minuten mit nem Buch, gameboy etc in der Hand) und " Gucken ob was kommt, aber eben auf der Toilette". Dies hat total gut geklappt.


    Mein Sohn wirkte auch immer enspannter mit Windel, aber ich denke auch besondere Kinder sollten ( und Du warst auf einem guten Weg) trocken werden, wenn kein gesundheitlicher Aspekt dies verhindert. Klar es kostet Nerven von Mama und Kind, aber es lohnt sich doch auch. Da würde ich auch Deinen Partner "impfen", auch wenns ihn nervt, wer eine Frau mit Kind zur Partnerin hat, muss eben auch manchmal Dinge machen, die ihn nerven. Ist nun mal so. Sprüche anderer Leute solltest Du versuchen ( auch wenns nicht leicht ist) zu ignorieren, Du weisst was Phase ist und andere fremde Leute geht dies auch nichts an.


    Was den Schulverlauf angeht, denke ich mir, kann es zu Schwierigkeiten kommen mit der Windel, zumindest, wenn er groß macht. Die Lehrer werden ihn in einer " normalen Schule" nicht wickeln. Ausserdem kann er auch leicht Zielscheibe zum Gespött anderer Kinder werden, die ihn nicht so kennen wie er ist. Auch beim Sportunterricht sehe ich da " gefahr" geärgert zu werden, wenn andere Jungs seine Windel sehen.


    Versuch Dir Rat bei den Ärzten zu holen und vielleicht auch mal beraten lassen, was Du zwecks Schulbesuch machen kannst. Normale Schule- ja oder nein? War er vorher vielleicht auch in einer Integrationsgruppe mit Förderung? Das Schulamt könnte Dich da evtl. beraten oder weiter vermitteln.

    Das Leben ist wie Brot, irgendwann wirds hart :nawarte:

  • Jetzt mach Dich nicht verrückt....die Selbstzweifel bringen Dich/Euch nicht weiter !!!


    Du bist Mama, und willst natürlich das Beste für Dein Kind. Dir sind die Reaktionen, wie z.B. im Zoo, bewusst und das Natürlichste ist, dass Du Deinen Sohnemann beschützen willst vor all diesen Reaktionen. Das ist mehr als verständlich und normal.


    Da dies wohl nicht das einzige Problem ist, was seine Entwicklung angeht, würde ich der Kinderärztin mal Dampf machen für ne Überweisung ins SPZ.


    Und mach Dir keine Vorwürfe, ob Du Deinen Sohn zu sehr unter Druck gesetzt hast.....er weiß, dass Du ihn liebst wie er ist, dessen bin ich mir sicher :daumen


    Den Tipp von Rovena finde ich nicht schlecht mit den Höschenwindeln...gibt es die in der Größe denn ??? Müsste es doch geben, für Erwachsene gibts die ja auch

  • Also die Windeln bekommen wir schon seit Luki 4 ist auf Rezept und da gibt es nur die normalen Klebewindeln, die anderen sind zu teuer.
    Ich habe für besondere Gelegenheiten auch ein Paket Hochziehwindeln hier, aber für immer können wir uns das nicht leisten.
    Außerdem wächst Luki so langsam aus den normalen Windeln raus, da muss ich auch noch mit der Kasse sprechen,
    für die Nacht ging es immer noch aber wenn das jetzt eine Dauersache wird brauchen wir größere vielleicht saugen die auch mehr, dass er über die Schulzeit kommt.


    Ja da hast du recht, das ist das Problem, man sieht ihm seine Vergangenheit nicht an er spricht zwar schlecht und ist recht ungeschickt und ziemlich überdreht, sieht aber sonst wie jedes andere Schulkind aus. Dazu passt die Pampers halt nicht dazu. Das ist das schöne hier bei uns im Ort, da sagt keiner was, weil viele Bescheid wissen.
    Danke fürs knuddeln ;-).

  • auch wenn deine kinderärztin es eher "lässig" sieht , würde ich auf eine überweisung zum SPZ bestehen! ich kann mir keine regelschule vorstellen , die schüler wickelt ...
    auf einer förderschule sieht das schon anders aus .. aber auch dort nicht auf jeder ..
    förderschule ist ja nicht gleich förderschule ;)


    zum "stigma" förderschule:mein jüngster sohn hat eine förderschule besucht , sich dort sehr wohlgefühlt und auch fortschritte gemacht ..
    sicher ist es schwierig einen abschluß zu erlangen und später einen ausbildungs/arbeitsplatz... aber = nichts ist unmöglich ;)


    alles liebe für euch

  • Ich geh da mit Rübli konform, mit lässigen Kinderärzten ist da nix zu wollen. 7 Jahre ist nicht "normal", also woran liegt es?
    Ich weiß wie belastend Untersuchungen für Eltern/Kind sein können. Oft hat man einfach die Faxen dicke, möchte das dem Kind und auch sich selbst nicht mehr antun. Aber manchmal muss man durch und weiß wo der Hase im Pfeffer im liegt. Deine Unsicherheit bzgl. Schule/Förderschule resultiert ja daraus, das du nicht weißt woran es konkret hapert, ob es körperlich ist (noch nicht reif fürs Trockenwerden, Nierenfunktion?!), neurologisch (entwicklungsverzögert) oder psychisch (zieht sich in die Windel "zurück"). Ich könnte mir vorstellen, das wenn er schon in einer Regelschule "gescheitert" ist, die Windel vielleicht auch als Ticket sieht, dem weiter fernzubleiben?
    Schade das der Vater deine Bemühungen zunichte gemacht hat, ich könnte mir vorstellen das entwicklungsverzögerte Kinder genau wie jedes Andere irgendwann in allem was sie selbst können, einen Fortschritt sehen. Denn sie bleiben ja nicht immer klein und wollen auch teilhaben, genauso wie dein Sohn jetzt (noch) mit jüngeren Kinder spielt, möchte er später mal ins Kino o.ä., oder zum Sportplatz.
    Es fällt mir auch schwer zu glauben, das eine Regelschule das Wickeln übernimmt.

  • Pierre, selber die Windel anziehen kann Luki nicht, ausziehen klar, aber anziehen nein. Der Deal wird leider nicht klappen.
    Leider ist die Entwicklungsverzögerung noch nicht überwunden, aber ich habe so darauf gedrängt, weil ich eben nicht wollte, das er gleich abgestempelt ist mit Förderschule und so.
    Wenn ich ihn jetzt so sehe, kann ich mir das mit der Regelschule nicht vorstellen, aber manchmal ist er besser drauf und manchmal nicht so fit.
    Was ich nicht verstehe, warum ist die Rolle des Kleinen für ihn besser? Welche Vorteile hat er durch die Windel?

    Das Problem ist das ihr eine Balance zwischen fördern und fordern finden müßt.Das geht mit Sicherheit nur mit psychologischer Hilfe.

  • Zum ersten hätte ich auch voll einen Brass auf den Ex, er muss das ja nicht jetzt im wahrsten Wortsinn ausbaden.


    Zum zweiten würde ich auch wie hier schon vorgeschlagen dringend schauen, wo die Ursache ist:
    körperlich? seelisch? Trotzreaktion?
    Erst, wenn das geklärt ist, kannst Du reagieren, sonst wirst Du u.U. unfair ihm gegenüber.
    Oder Du lässt ihm durchgehen, was er eigentlich alleine könnte (by the way: wieso kann er sich die Windel nicht alleine anziehen? Meine kleine Tochter machte das mit zwei Jahren auch - also, hintenrum, vornerum, zukleben).


    Wenn er den "Kleinen" spielt, bekommt er mehr Aufmerksamkeit, muss keine Verpflichtungen eingehen, nciht für sich selbst verantwortlich werden....es ist für ihn ein einfacheres, angenehmeres Leben ohne Stress. Was allerdings nicht förderungswürdig ist, wie lange soll er der "Kleine" bleiben? Bis 20?


  • Das Problem ist das ihr eine Balance zwischen fördern und fordern finden müßt.Das geht mit Sicherheit nur mit psychologischer Hilfe.


    Ja, das dachte ich mir auch. Allein mit Elternwissen ist das nicht zu stemmen, und das braucht doch ungeheuer viel Kraft oder nicht? Mein Sohn ist auch ein bißchen anders, nicht entwicklungsverzögert, aber er hatte irgendwann Probleme mit dem Sprechenlernen und der Motorik. Da war ich auch 1-2x ordentlich am Ende, weil das schlägt ja auch aufs Verhalten nieder, richtig depressiv wurde er und er ist auch jetzt noch ein Übersensibelchen, der losheult wenn er in fremder Umgebung ist (mit fast 9 Jahren :(). Wobei es sich sehr gebessert hat, dank Ergo&Logo.
    Wenn ich meiner Mutter am Telefon die Jacke vollheule, will das was heißen, dann bin ich wirklich mit den Nerven runter :-)
    Such für euch beide Hilfe :troest .

  • Ich habe heute noch mal mit der Kinderärztin telefoniert. Sie will den Urologentermin abwarten und danach wird sie uns bei Bedarf zum SPZ überweisen oder auch zu einer Kinderpsychologin.


    Ich habe jetzt schon den Horror vor den Arztterminen, aber wir müssen finden was Luki fehlt.
    Morgen werde ich versuchen in der Schule jemanden zu erreichen.


    Nächstes WE ist wieder Papawochenende. Habe da ein mulmiges Gefühl. Aber dann sieht er auch mal wie es jetzt läuft.


    Vielen herzlichen Dank für eure lieben Ratschläge.
    :thanks:

  • Hallo Elisa,


    dein Hilfegesuch ist jetzt schon etwas her und ich weis nicht wie es akutell bei euch aussieht. Trotzdem will ich mal was dazu schreiben, da vielleicht aucha andere mit einem ähnlichen Proglem im Thema suchen die sich evtl. selbst nicht zu fragen trauen und vielleicht kann ich dir ja auch noch ein wenig weiterhelfen.



    Als erste möchte ich was zu deinem neuen Freund schreiben.


    Wenn er das Thema nur aus der Seite sieht, dass du dann weniger Arbeit mit deinem Kind hast und er selber als Erwachsener dann mehr im Mittelpunkt steht und er selber nicht bereit ist, Verantwortung für die Erziehung des Kindes seiner Partnerin zu übernehmen, dann ist diese Beziehung zum Scheitern verurteilt und du tätest dir und deinem Sohn gut, wenn du sie beendest.
    Sorry wenn das hart klingt. Aber wenn man ein besonderes Kind hat, dann muss ein neuer Partner noch viel mehr bereit sein, sich einzubringen als bei jedem anderen Kind. Wenn er das nicht will oder die Reife dazu nicht besitzt, vergiss ihn.



    So jetzt zu eurem eigentlichen Problem.


    Nur du selbst weist am besten, wie sauber und trocken er vor den Ferien war.


    Wenn er auch vorher noch mehr als die hälfte seiner Geschäfte in der Hose erledigt hat, dann ist die Frage berechtigt, ob er nicht von vorn herein überfordert war.


    Wenn es nur ab und zu und vor allem beim Spielen passiert ist, dann liegt die Vermutzung der Bequemlichkeit deines Sohnes auch nah.



    Das musst du aber als erstes selber in Ruhe beantworten. Geh in dich und frag dich selber diese Frage und dann wirst du zu einem Ergebnis kommen.



    Wenn es so aussieht, dass du dir sicher bist, dass er es bis auf ein paar Ausnahmen kann und nur bequem ist, dann kannst du ihm die Windel tagsüber verwehren. Dann musst du es aber auch durchziehen. Du könntest ihn dann jede nasse Hose selber im Waschbecken vorwaschen lassen, in dem du ihm sagst, ich will nicht, dass die stinkende Hose hier liegt, bis ich die Waschmaschine voll habe. Wenn er dann merkt, dass ihn jede nasse Hose 20 Minuten Zeit kostet und damit viel aufwendiger ist, als der Gang zum Klo, dann wird er sich das ganz schnell überlegen, wenn er es denn kann.



    Wenn du das Gefühl hast, er braucht die Sicherheit der Windel tatsächlich, dann kann ich dir die Trainiers zum Hochziehen empfehlen. Damit kannst du ihm auch klar sagen, dass du verstehst, dass er nicht mit nasser Hose darstehen will, wenn er spielt etc., aber dass du auch erwartest, dass er auf die Toilette geht, wenn er merkt dass er muss und insbesondere für das große Geschäft.


    Wenn du das Gefühl hast, dass es an seiner Motivation hapert, dann such dir einen Aufhänger. Irgendetwas was er gern will, wo er gern hinwill (Zoo, Kino, Indoor Spielplatz) oder was er gern haben möchte und mach ihm dann klar, dass das Geld dafür nicht da ist, weil sooo viele Windeln verbraucht und sich gar keine Mühe gibt aufs Klo zu gehen und das damit das Geld für Ausflüge und Unterneemungen oder für Geschenke aus der Reihe, einfach für seine Windeln druafgeht. Je weniger von den Höschen er verbraucht, um so öfter könnt ihr etwas unternehmen. Das könnte ihn unter umständen motivieren, so oft er kann eben auch aufs Klo zu gehen und gibt ihm trotzdem die Sicherheit, dass es nicht schlimm wenn dann doch mal was in der Windel landet.



    Mit der Schule solltest du deine Negativgedanken zur Förderschule ablegen.


    Dein Sohn kann dort besser und gerecht gefördert werden, als in einer Klasse in dem ihm alle Kinder überlegen sind und die ihn das auch spüren lassen. Du kannst ihn nicht ewig zuhause halten. Wenn er nachher mit 8 oder 9 in eine erste Grundschulklasse kommt, dann ist sein Start genauso dahin.



    Ich kenne das selbst von Bekannten, deren Tochter im Kleinkindalter schwer mit Krampfanfällen zu kämpfen hatte und einen Schlafanfall erlitten hat. Sie ist dann mit 7 zuerst in die Grundschule gekommen und saß durch Klassenwiederholungen nachher mit 12 in der vierten Klasse und hat sehr gelitten, da sie den kleineren Klassenkameraden körperlich und geistig unterlegen war.


    Dann hat man überlegt sie in die Förderschule umzuschulen. Dort war sie dann eher lernstark, hatte Erfolgserlebnisse, konnte Freundinnen finden etc.


    Sie hat dort die nötigen Grundlagen wie Schreiben, Lesen und Rechnen gelernt, in dem Umfang wie sie eben konnte und macht heute eine Ausbildung als Beiköchin in einem Altenheim.


    Wäre sie auf eine normale Hauptschule gekommen, hätte sie die irgendwann mit 16 in der 7. oder 8. Klasse verlassen, hätte überall als Versagerin aber eben nicht als junger Mensch mit einem Handycap gegolten.


    So hat sie eine einfache Lehrstelle in einem Beruf gefunden, dem sie gewachsen ist und kann im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein zufriedenes und produktives Gesellschaftsmitglied sein.


    Nicht jeder kann einen Hochschulabschluss machen und as muss man akzeptieren und auch respektieren, da wir viele Leute auch für einfache Tätigkeiten brauchen und somit auch behinderten Menschen dankbar sein müssen.



    Ich hoffe ich habe dir ein bisschen Stoff zum Nachdenken bieten können und würde mich eine Rückantwort und ein Update eurer aktuellen Situation freuen.