In stiller Trauer

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  • Am 08.09., also am Donnerstag, ist mein Papa 1 Jahr tot. :heul



    Und ich kann der Situation noch nichtmal entgehen. Er starb auf der Intensivstation zwischen mir, meiner Mama, meiner Kollegen und meinem Chef. Auf der Intensivstation die ich seit 1 Jahr fast jeden Tag betreten muss, weil es eben meine Arbeit ist.


    Aber am Donnerstag weiss ich nicht wie ich das schaffen soll. :frag Naja, andererseits rette ich mit meinen Kollegen an diesem Tag ein anderes Menschenleben... und von daher werde ich an diesem Tag dort arbeiten.



    Und mein Papa würde mir in den Hintern treten wenn ich es nicht tun würde. :lach:heul:flenn

    2 Mal editiert, zuletzt von *Chiara* ()

  • Am 3.5.2011 ist mein Papa gestorben...einfach eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht.
    Viele Baustellen hatte er,immer wieder diese Angst vor dem Tod,dem Sterben...
    In dieser Nacht hat keiner damit gerechnet,endlich war soweit etwas Ruhe eingekehrt und dann wacht er einfach nicht mehr auf.
    Für mich immer noch unfassbar...das alles fühlt sich so unecht an.

    ...Wer immer nur der Herde folgt,braucht sich nicht zu wundern,wenn er nur Ärsche vor sich hat...

  • Meine Mutter starb am 21.08.2001 im Alter mit 51 Jahren ( ich vermisse Sie immer noch so :( )


    Meine Oma starb ebenfalls 2001 im Alter von 85 Jahre
    Meine zweite Oma starb 2006 an Lungenentzündung / Alzheimer


    Am 11.09.2001 verlor ich 2 sehr nette Arbeitskollegen und 2 enge Freunde bei den Anschlägen auf das WTC
    Bei der Loveparade am 14.Juli 2010 habe ich zwei sehr nette Menschen verloren


    :heul

    Rechtschreibfehler sind Spezialeffekte meine Tastatur.


    :D

  • Heute jährt sich zum 11. Mal der Todestag meines Bruders, er war 23 Jahre alt.


    Wir vermissen ihn immer noch sehr, und es tut mir sehr weh, dass meine Jungs ihn nicht kennenlernen durften ...... er wäre bestimmt ein super Onkel gewesen :flenn

    Wenn nicht geschehen wird was wir wollen, so wird geschehen was besser ist.
    Martin Luther

  • Gestern ist ein "Sandkastenfreund" von mir gestorben....er ist grad mal 40 geworden....
    Roland, ich werd dich vermissen...

    Liebe Grüße, Manu





    Die Vergangenheit ist Geschichte
    die Zukunft ein Geheimnis
    doch dieser Augenblick
    ist ein Geschenk

  • Das neueste Wort von meinem Zwerg ist traurig. Leider.


    Mein Vater ist nämlich traurig.
    Ein Freund, ein Vertrauter, ein Weggefährte ist gestorben.


    Auch mich stimmt das traurig; nicht nur, weil ich ihn von Kindesbeinen an kannte, sondern weil die Leben der beiden Männer fast 80 Jahre lang miteinander verwoben waren.


    Sie kamen zusammen in den Kindergarten, danach in der Schule in die gleiche Klasse. Sie haben zeitgleich ihre Ausbildung angefangen und gemeinsam die Handelsschule besucht. Danach trennten sich die Wege für einige Zeit, da mein Vater ganz woanders als Soldat in den Krieg musste (als 15-jähriger!!!). Aber zufälligerweise wurden beide am gleichen Tag aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und fuhren mit dem selben Zug nach Hause. Beide arbeiteten 50 Jahre für die gleiche Firma und nach der Pensionierung sahen sie sich mehrmals in der Woche, ob in der Wirtschaft oder auf der Straße …


    Jetzt fehlt einer und ich habe das tiefste Mitgefühl für seine Familie.


    Aber mein Vater ist auch traurig. Ihm fehlt jemand. Jemand, der weiß, wie es früher war. Wie es in der Straße, in der beide aufwuchsen, an den Herbstabenden gerochen hat, wenn sie vom Spielen aus dem Wald nach Hause gelaufen sind. Wie der Mann aussah, der allen Dorfbuben die gleiche Frisur verpasste. Wie die Nachkriegs-Sommernächte waren, in denen sie über 10 km von einem Tanzabend auf den Zugschienen nach Hause liefen. Wie es war als einzige dieses Jahrgangs in den Krieg zu müssen und als Erwachsene in Kinderkörpern zurückzukommen und die Freunde der Kindheit nicht mehr zu verstehen …


    Ich sitze hier und weine um die Generation, die das erleben musste und bete, dass das nie wieder vorkommt!


    Und trotzdem sind diese beiden Männer vorbildhafte Menschen geworden, die mit beiden Beinen im Leben standen, mit ihren Händen und Herzen etwas geschafft und erschaffen haben und ihr Leben mit Freundlichkeit und Humor gelebt haben.


    Ich sitze hier und weine und danke ihm, dass es ihn gegeben hat.

    "Was für ein schöner Tag" :sonne

  • Mit allen, die um jemanden trauern, möchte ich den Spruch teilen, der mich am meisten tröstete:


    Zitat

    Unsere Toten gehören zu den Unsichtbaren, aber nicht zu den Abwesenden. Johannes XXIII.

  • Mit allen, die um jemanden trauern, möchte ich den Spruch teilen, der mich am meisten tröstete:


    Zitat
    Unsere Toten gehören zu den Unsichtbaren, aber nicht zu den Abwesenden. Johannes XXIII.



    danke :(


  • Zitat
    Unsere Toten gehören zu den Unsichtbaren, aber nicht zu den Abwesenden. Johannes XXIII.


    ich bin religonslos, nie eine gehabt, keine für gut befunden.......aber an dem Spruch kommt man nicht vorbei.

  • Ihr Lieben!


    In stiller Trauer... ja, das ist mein Thema zur Zeit.


    Es ist still um mich geworden hier, ich habe eine Menge telefonische und sms-Nachfragen von lieben Usern bekommen, was denn los ist.
    Ich glaube, hier ist der richtige Platz, Euch zu sagen, warum ich seit Wochen nicht mehr hier war.
    Es ist viel passiert, neben ernsthaften existenziellen Sorgen, kam der Supergau obendrauf:


    Der (neben meinen Kindern natürlich) wichtigste Mensch in meinem Leben ist tot.
    Mein Vertrauter, mein unsichtbarer (weil im Herzen immer dabei) Begleiter, mein "ohne-Worte-Versteher" ist nicht mehr da.
    Mein Partner für Wochenenden in der Natur, lange Telefonate, stille Abende- an denen die Kinder spielten und jeder von uns machte was er wollte und wir doch zusammen waren - fehlt.
    Wir haben zusammen vor Jahren unseren Krebs bekämpft, gegen ihn angelacht und gegen ihn angekotzt, und irgendwie immer gedacht, zusammen kriegen wir ihn klein - uns kann keiner was, auch die Krankheit nicht, haben es ja auch jahrelang geschafft... bis jetzt... sehr plötzlich


    Er hat meine Trauer mitgetragen, als Schlotterlottchens Vater den Schlaganfall erlitt.


    Jetzt bin ich wieder unendlich traurig - aber diesmal allein...


    Wir waren kein Paar - nach außen wirkten wir wohl so, meine Freundin sagte mal: ihr lebt die beste Beziehung, die ich kenne.
    Wir waren sehr sehr vertraut und eng, wenn man so sagen darf, die berühmten Seelenverwandten.


    Da gibt es diesen Spruch: das Leben geht weiter.


    Ja es geht weiter, es kitzelt mich an allen Stellen, es erinnert mich immer wieder: es geht weiter - der Alltag, die Kids, die Arbeit, die Kollegen...
    und doch ist es noch nicht wieder da. Ich versuche es jeden Tag, es geht auch jeden Tag etwas einfacher.
    Aber es ist ein anderes Leben.


    Das neue Leben fällt noch schwer - ohne den täglichen Austausch, mit den ständig aufkommenden Tränen, mit den verdrängten Gefühlen zum Thema Krebs, mit dem schlechten Gewissen gegenüber Kind und Enkelchen, weil man ihre Späße zwar außen belacht, aber innerlich eigentlich nicht ertragen kann...
    und doch, manchmal ist das Lachen wieder echt, immer öfter freu ich mich wieder, mit anderen zu sprechen.
    Wiedermal kann man staunend seinen Freundeskreis neu sortieren: Plötzlich sieht man, wer nie ein Freund war, und wer auf einmal einer ist, von dem man es nie geahnt hätte... interessant und schmerzhaft...


    Und dann ist da noch das Forum - das mir fehlt, das mir in meinem Tagesrhythmus so liebgeworden ist - die Menschen, die mir grade zur Zeit so liebe Nachrichten zukommen lassen, der Austausch, der mir fehlt - und der innere Kampf, weil mir (kaum dass ich vorm PC sitze) alles so sinnlos und oberflächlich erscheint., wo ich in den Bildschirm hauen könnte und laut losschreien möchte...
    Jeden Tag versuche ich, mich wieder einer "alten" Gewohneit neu anzunehmen, Ihr gehört auch dazu - ob und wie und in welchem Umfang ich das hinkriege, das wird sich zeigen. Ich glaube, Ihr versteht, wie ich das meine.



    J. ich liebe Dich, ich vermisse Dich, ich finds zum kotzen ohne Dich.


    Wir sehen uns wieder! :knuddel

  • Den Weg, den Du vor Dir hast, kennt keiner. Nie ist ihn einer so gegangen, wie Du ihn gehen wirst. Es ist Dein Weg.


    vor einer guten stunde ist meine liebelingstante gestorben
    am 12.oktober wäre sie 92 geworden


    bis vor einem jahr ist sie noch auto gefahren, im april hat sie eine geburtstagsrede gehalten, frei ohne ablesen, sie ist noch etwas gewandert...


    in meinem herzen wird sie immer meine lieblingstante bleiben!

    übrigens: Man kann sich den ganzen Tag ärgern,
    aber verpflichtet ist man dazu nicht :-)

  • Ich kann dich verstehen......alles Gute für dich.....lass ihn loss...du schaffst das....

    Liebe Grüße, Manu





    Die Vergangenheit ist Geschichte
    die Zukunft ein Geheimnis
    doch dieser Augenblick
    ist ein Geschenk