Nach "Elternzeit" ins Berufsleben zurück, ich habe Angst und zweifel so sehr an mir selber, ob ich den Anforderungen gewachsen bin...

  • Die 3 Jahre Elternzeit sind bald rum und ich kehre bald mit verminderter Stundenanzahl zurück ins Berufsleben.
    Kleine ist im Juli 3 und geht dann in den Kiga und ich pendel dann zwischen Wohnort und Arbeitsplatz.


    Mir kommt das vor, als wenn eine Riesenlawine ansteht, die ich bewältigen soll und muss und ich zweifel immer mehr an mir selber, ob ich das auch schaffen werde.


    Wie ist es euch ergangen bei der Rückkehr? Wie haben sich die Kollegen verhalten, wie lief das morgens mit Kind oder Kindern ab und die Organisation?


    Ich war vor meiner Tochter voll im Berufsleben, fast schon perfektionistisch und eine 60 Std-Woche war keine Seltenheit. Jetzt werde ich Abstriche machen, auch in
    meiner Erwartungshaltung an mir selber. Und das macht mir Angst, ob ich das alles organisiert bekomme. :frag

    Ich bin und bleibe - hoffentlich - eine Kämpfernatur. Dazwischen bin ich mal schwach... :bigkiss

  • Mhm, ich habe meine Tochter bereits mit zwei Jahren in den Kiga gegeben, obwohl ich noch das 3. Jahr zuhause (Elternzeit) war...aber so konnte sie sich in Ruhe eingewöhnen und hat gleich schon mal einen Großteil der "Viren" abbekommen, so das sie als ich dann wieder arbeiten bin, nicht ständig krank war.


    Da ich in meine alte Firma zurück "musste" und der neue Chef mich los werden wollte, war´s sau-doof. Ich wurde von der Buchhaltung zu Hiwi-Arbeiten abgestellt und bekam nach drei Monaten die Kündigung. Danach ging´s vor´s Arbeitsgericht...alles richtig heftig. War froh, als das dann um war.


    War dann 1 Jahr arbeitslos, ehe ich meine jetzige Stelle gefunden habe. Arbeite jetzt Vollzeit und wir sind hier gut eingespielt, mit guten sozialen Netz und all dem dazu gehörigen Stress und so. :lach

    LG N. :winken:
    .
    1 + 1 = 4 :love:


    - 1 wenn die Ex-Frau so ist wie sie hier bei uns ist ;(

  • Mir gings ähnlich,
    und weißt du was: es klappt.
    Vielleicht auch vor und vor allem, weil man es lernt im Beruf Abstriche zu machen oder einfach alles nicht mehr so verbissen oder ernst zu sehen. Mir gelingt es jetzt viel leichter von der Arbeit abzuschalten und zu sagen: jetzt ist aber gut.

    Nicht zu wissen, was man will ist schlimm, schlimmer noch ist jedoch nicht zu wissen was man nicht will.
    (Ich hoffe, das ist kein Zitat)

  • was genau sind deine zweifel?
    ich hab vor meinem kind auch vollzeit gearbeitet und bin dann als sie knapp ein jahr war wieder teilzeit eingestiegen.
    sie war in einer krippe.
    es dauert nur kurze zeit,dann wirst du den neuen rhythmus drin haben,deine kleine auch.
    meine kollegen waren neue,ich musste,bedingt durch meine stundenreduzierung ,den arbeitsplatz(aber nicht den arbeitgeber) wechseln.
    neues spiel neues glück.
    meine kollegen wussten,dass ich ein kleines kind habe und somit nicht so felxibel bin was überstunden angeht.
    meine arbeit habe ich allerdings mit der selben motivation und anspruchshaltung an mich selbst erledigt wie vor meiner elternzeit.
    du wirst das schon packen und deine kleine auch.
    sie wird sich wohlfühlen im kiga...
    auch wenn sie vielleicht am anfang mal weint,lass dich davon nicht entmutigen,nach 3 jahren mama muss auch sie sicher erstmal umstellen.
    ihr beide braucht dafür etwas zeit,aber dann wirds laufen.

    ...Wer immer nur der Herde folgt,braucht sich nicht zu wundern,wenn er nur Ärsche vor sich hat...

  • Ich hab mich darauf gefreut - Erwachsene Menschen, tolle Gespräch, in Ruhe Kaffee trinken oder auf's Klo gehen, etwas leisten, Anerkennung bekommen.


    Morgens braucht man ein bißchen Orga-Talent und ich hab mich nach 3 Jahren on the Job immer noch nicht ganz an das Anzieh-/Kita-Gewusel gewöhnt -
    im Auto ist dann "meine Zeit" Musik hören, telefonieren - im Büro dann Alltag - in der Kantine wird für mich gekocht und ich kann in Ruhe essen....
    abends wieder etwas stressig der Rückweg (Staugefahr) und dann ein Kind - du bist zu früh, ich wollte noch spielen, andere Schuhe an - raus auf den Spielplatz, malen, Radfahren und um 20 Uhr kehrt wieder Ruhe ein.


    Haushalt läuft unter der Woche nicht - aber macht ja nichts, is ja auch keiner da :-)


    Eigenes Geld auf dem Konto und keine 2567 Anträge mehr ausfüllen - klasse.


    Das wird - aber irgendwie fehlen immer ein paar % im Job und beim Kind - is kein Ponyhof - aber geht.

  • Lena:


    Du sprichst mir aus der Seele.. besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Vor allem diese hier:


    Zitat

    in Ruhe Kaffee trinken oder auf's Klo gehen
    ich hab mich nach 3 Jahren on the Job immer noch nicht ganz an das Anzieh-/Kita-Gewusel gewöhnt -
    abends wieder etwas stressig der Rückweg (Staugefahr) und dann ein Kind - du bist zu früh, ich wollte noch spielen, andere Schuhe an - raus auf den Spielplatz, malen, Radfahren und um 20 Uhr kehrt wieder Ruhe ein.
    Eigenes Geld auf dem Konto und keine 2567 Anträge mehr ausfüllen - klasse.



    Besonders beim Kind, was immer sagt, ich sei zu früh :D ... mittlerweile macht sich schon die Putzfrau des Kindergartens einen Spaß daraus und sagt immer "Mama... du bist viel zu früh!" :lgh Sie kennt ihn schon seit 2 1/2 Jahren und hat ihn noch nie freiwillig nach Hause gehen sehen. :D

  • Ich habe diese Erfahrung nun schon "3x" hinter mir.
    Nach der Geburt meiner ersten Tochter bin ich nach ca. einem Jahr Teilzeit (45 %) wieder arbeiten gegangen und ich hatte mir ganz ähnliche Sorgen gemacht.
    Als meine zweite Tochter dann ein Jahr alt war, bin ich ebenfalls nach einem Jahr wieder Teilzeit (45 %) gegangen und wieder habe ich gegrübelt, wie ich das nun mit 2 Kindern und ja, der ganz aktuellen Trennung schaffe.
    Jetzt im März habe ich auf 70 % erhöht und hatte das nunmehr dritte Mal dieses Gefühl, dass ich da vor einem riesen Berg stehe. Zumal ich noch täglich rund 2 Stunden Fahrzeit habe.


    Ganz ehrlich!!! Das packt man! Es dauert ca. 6-8 Wochen, aber dann findest Du und Dein Kind einen Rhythmus. Noch vor 4-5 Wochen habe ich gedacht, dass ich den täglichen Anziehkampf und Dauerfrühstückerei nicht durchstehe, wenn ich morgens nunmal pünktlich auf der Arbeit sein muss. Aber inzwischen klappt es... und ich bin gerne Mama... und gehe gerne arbeiten!!!


    Das einzige, was zwischendurch mal auf der Strecke bleibt, ist mein Haushalt :frag

    Meeresstern


    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird.
    Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

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  • Ich kann mich den anderen nur anschließen: Es wird schon klappen!
    Die erste Zeit wird vermutlich erstmal hektisch, aber irgendwann entwickelt sich ein eigener Rhythmus. Allerdings muss ich zugeben, dass ich immer das Gefühl habe, alles im "Dauerlauf" zu erledigen. Mit den Gedanken ist man irgendwie immer 3 Schritte voraus. Und mit der Entwicklung des Kindes verändert sich der Rhytmus auch immer wieder. Das ist zumindest meine Erfahrung der letzten 2 Jahre.


    Wie Du schon sagst: Es wird ein anderer Arbeitsalltag sein, als man ihn vorher gekannt hat. Insbesondere, wenn man von Vollzeit auf Teilzeit umstellt. Ich musste nach 14 Monaten Elternzeit wieder arbeiten gehen und bin mit 60% wieder eingestiegen. Da das Kindergartenjahr zu diesem Zeitpunkt noch nicht angefangen hatte, ist meine Tochter die ersten 3 Monate übergangsweise bei meinen Eltern gewesen. Danach dann seit sie 1,5 ist in der Kita.


    Habt ihr einen Ganztagsplatz? Das hilft mir sehr. Manchmal, wenn ich früh von der Arbeit gehen kann, hab ich dadurch die Chance erstmal nach Hause zu fahren, bevor ich meine Tochter von der Kita abhole. Bin dann höchstens 1,5 Stunden zu Hause, aber es gibt mir ab und zu die Gelegenheit in dieser Zeit schnell was zu Essen und den Geschirrspüler/Waschmaschine anzuschmeißen. Dadurch bleibt der Haushalt dann nicht ganz so auf der Strecke. Gerade im Sommer, wenn nach der Kita oft noch Spielplatz etc. angesagt ist, bin ich über diese Zeit sehr froh - auch wenn es eher selten passiert. Und meine Kleine nimmt das eh nicht wahr, ob ich ne halbe Stunde eher oder später komme. Die ist so ins Spielen vertieft...


    Also mach Dir lieber nicht zu viele Gedanken vorher. Die Energie wirst Du eher brauchen, wenn die Arbeitszeit beginnt. :daumen