Alkohol am Umgangstag?

  • Hallo ihr Lieben!



    Der KV hat mich heute morgen angerufen und gefragt, ob wir (unser Sohn 2 1/2J. und ich) etwas mit seiner Tochter (16 Monate) und ihm unternehmen wollen, da seine Freundin etwas anderes vorhatte.


    Klar, habe ich gesagt, sonntags ist immer langweilig und wir verstehen uns soweit ganz gut.


    Als die beiden vor der Tür standen hab ich schon gerochen, dass er getrunken hat, wieviel kann ich nicht sagen, aber er stand nen meter von mir weg und stank wie eine Kneipe.



    auf meine frage, warum er denn getrunken habe, meinte er , er kann machen was er will.



    zum Hintergrund: ich habe ihn schon einmal gebeten, nicht zu trinken wenn unser Sohn dabei ist und auch nüchtern zu kommen. wenn mein sohn irgendwo bierflaschen sieht, zeigt er darauf und sagt :papa. :hä weil papa jedesmal bier mitbrnigt und trinkt wenn er zu uns kommt.


    ich trinke alle 3 monate mal was, habe auch sehr selten was im haus. Ich will nicht , dass mein sohn denkt bier trinken sei was alltäglich normales.


    reagiere ich da übertrieben?


    sein vater trinkt täglich. er ist immer donnerstag bei uns, wenn ich spätdienst hab und als ich um acht nach hause kam hatte er schon drei halbe liter getrunken. ich finde das nicht gut. ich habe ihn darum gebeten, wenigestens diesen einen tag in der woche und die eineinhalb tage jedes 2. We wenn sohni bei ihm schläft nüchtern zu bleiben. er schafft das nicht.


    ich hab mir da noch nicht soviele gedanken vorher drum gemacht, weil er ja auch zuverlässig ist.


    ich weiß aber , dass seine freundin und mutter seiner tochter, auch mal ein dreiviertel jahr wegen ihres alkoholkonsums krank geschrieben war. ich weiß auch , dass er sie schon mal verlassen wollte, weil sie sichdes öfteren bis zur besinnungslosigkeit betrinkt.


    sie ist ganz nett sonst, die tochter finde ich auch klasse.


    ich weiß nicht was ich denken soll.


    den tag heute hätte ich mir lieber gespart. er hat so nach alk gerochen, da habe ich gesagt lass uns an dir frische luft gehen, wollte keinen streit und hab nichts mehr dazu gesagt. er hat sich draussen direkt eine zigarette angesteckt, unser sohn hat reizhusten und ich asthma, ich rauche nicht und in unserer wohnung wird auch nicht geraucht. das hat mich so genervt, dass ich statt der frischen luft seinen rauch einatmen durfte... naja das ist jetzt wohl wirklich übertrieben...ich bin das sehr empfindlich.



    ich weiß einfach nicht, was da so abgeht wenn unser sohn bei den dreien schläft. ich mache mir etwas sorgen.


    immerhin ist der vater auch sohnis einziges männliches vorbild. und die kinder gucken sich ja alles ab.



    mache ich mir zuviele gedanken? soll ich ihn einfach weiter trinken lassen und nichts dazu sagen? bitte schreibt mir eure meinung!



    Liebe Grüße, Nadin

  • Ich habe vorgestern folgende Klausel in die Umgangsvereinbarung hineinnehmen lassen:


    Bei Umgang des KV mit seinem Kind gilt Abstinenz in Bezug auf Alkohol und sonstige Rauschmittel.


    Wenn er nämlich nicht von sich aus auf den Konsum während des Umgangs verzichten möchte, dann musst Du es
    von anderer Stelle regeln lassen.


    LG

  • :Hm schwierig....
    Grundsätzlich finde ich das Du nicht übertrieben reagierst.
    Wenn ich Dich richtig verstehe,dann hat er tagsüber auch schon getrunken und dann die Kinder geholt?
    Geht gar nicht :kopf


    Ich meine,es ist nichts dagegen einzuwenden,wenn man abends mal nen Bier trinkt,auch wenn die Kinder da sind.
    Die Menge machts und die Häufigkeit.


    Aber so,wie ich Dich verstehe,hat er echt ein Alkoholproblem.



    Wie geht er denn sonst mit den Kindern um?Kümmert er sich,unternimmt er was mit den Kids oder sind sie halt da und die beiden trinken und rauchen und lassen die Kinder machen,was sie wollen?


    Ganz ehrlich,ich hätt nen dicken Hals.Das muss einfach nicht sein :kopf


    Was genau sind denn Deine Überlegungen dazu?Welche Konsequenz willst Du ziehen und was schwebt Dir vor?


    Rede nochmal ausführlich mit ihm.



    VG coca

  • Danke Franka.


    Hm, er tut immer so, als wäre sein verhalten in bezug auf alkohol ganz normal und ich stelle mich total an.
    ich könnte also zum Jugendamt gehen...habe ich noch gar nicht dran gedacht.


    ich denke, dass er das als angriff sehen würde. ich will das eigentlich selbst mit ihm klären, ich trau mich aber schon gar nicht mehr, weil er dann eh nur meint ich übertreibe und nichts ändert
    selbst wenn er die Auflage vom Ja hätte, weiß ich nicht ob er sich daran halten würde.


    letztes mal hat er sich wieder ein sixpack mitgebracht 0,5. ich habe ihn gebeten , es nicht aufzumachen. er:ok. eine halbe stunde später gehe ich in die küche und da steht eine halbleere bierflasche. ich zu ihm: was soll denn das? er: ich hab das ja heimlich gemacht. der kleine hat es ja nicht gesehen.


    der vater kapiert irgendwie gar nicht.


    und ihm dann weniger umgang mit dem kind zu gewähren, finde ich auch nicht gut. der kleine liebt und braucht ja den papa.


    ich möchte mich nicht streiten...

  • danke coca.


    ich weiß nicht , wie es zuhause bei denen läuft. ich denke sie kümmern sich beide gut um unseren sohn und ihre tochter. sie ist gepflegt, sie gehen auch mal raus an die luft.


    ich muss wohl noch mal mit ihm reden, habe aber keine lust auf stress. ( habe ich eh schon so genug) ich befürchte, dass er wieder total abblockt.

  • ich möchte mich nicht streiten...


    Warum nicht?
    Also,daß,was Du beschreibst wäre für mich definitiv ein Grund zu streiten... :nudelholz


    Also,versuch nochmal mit ihm in ner ruhigen Minute zu reden,mach ihm Deinen Standpunkt klar.
    Das,was er macht ist definitiv nicht in Ordnung und als verantwortlicher Vater sollte er das auch ohne Worte wissen.


    Erstmal der Versuch ohne Streit und dann,wenn er es nicht verstehen will und blockiert,dann musst Du deutlicher werden.


    Das er permanent den Alk in sich reinschüttet,auch wenn die Kinder da sind,geht nicht!!!

  • Hallo Nadin,


    ich würde mich schnellstmöglich von der Betreuung durch den Vater während der Spätschicht unabhängig machen.
    Nur das Wissen, dass es noch andere Alternativen gibt, ist hilfreich.


    Dann würde ich dem Vater klipp und klar mitteilen, dass in meiner Wohnung während meiner Abwesenheit kein Alkohol getrunken wird.
    Hat der Vater also sein Bier mitgebracht, muss er dir dies entweder geben (und bekommt es später wieder) oder er geht. - Denn du hast eine Alternative.


    Riecht der Vater am Umgangstag deutlich nach Alkohol, kann er das Kind nicht mitbekommen.


    Das ganze schriftlich, nachrichtlich an das Jungendamt - und dann soll der Vater tun, was er für richtig hält.

  • danke maschenka.


    ich lass mir das alles mal durch den kopf gehen.ich gehe jetzt erstmal schlafen, morgen ist montag uahh.


    für weitere meinungen und tips bin ich dankbar. :)


    Liebe Grüße, Nadin

  • Was hast du denn für ein Verhältnis zur Freundin vom KV?


    Was sagt sie denn zu dem alkoholisierten Umgang?

  • Hallo cath!


    Zu der Freundin von sohnis vater habe ich eigentlich gar kein verhältnis. also wir sehen uns sehr selten, eigentlich nur ab und zu kurz wenn sie meinen sohn abholen.
    sie trinkt selbst ganz gerne und ich war zweimal da, einmal babyparty von ihrer tochter und einmal geburtstagsparty und da haben sich beide total die kante gegeben.


    ich glaube bei ihr ist das noch schlimmer mit dem alkohol, sie trinkt gern wein und sekt sowie schnaps bis zum umfallen. er trinkt so seine 2-4 halbe liter bier am tag.


    ob sie täglich trinkt kann ich nicht sagen, ich weiß nicht wie das bei denen so läuft. und ich weiß nicht wie ich es herausfinden soll.
    ich mein ihr leben geht mich nichts an, nur die tage an denen mein sohn da ist.


    LG


  • Ok, dann hat sich das erledigt!
    Wäre ja zu schön gewesen wenn sie da auf den KV hätte ienreden können... und wenn es nur an den Umgangstagen gewesen wäre! :schiel

  • Kommt auf seinen Zustand an.


    Grundsätzlich ist Alkoholabhängigkeit kein Grund einen Umgang nicht stattfinden zu lassen. Zu einer Mutter/einem Vater, die/der so alkoholisiert ist, dass sie/er nicht mehr angemessen mit dem Kind umgehen kann, oder zu einer/m schwer Wesensveränderten Alkoholiker/in würde ich das Kind in dem Moment aber nicht geben.


    Auf seinen Alkoholkonsum hast du keinen Einfluss. Du musst halt immer wieder sein Verhalten abschätzen. Vielleicht kannst du dich zusätzlich einmal formlos bei Beratungsstellen wie dem blauen Kreuz beraten lassen.

  • Hi,

    er trinkt so seine 2-4 halbe liter bier am tag.

    wieviele Menschen gibt es eigentlich in Deutschland die 2 Halbe mehrmals die Woche trinken ?


    wieviele Menschen gibt es eigentlich in Deutschland die bei 2 Halbe auf einem Fest/Kneipe/Party sitzen und ihre Kids betreuen ?


    Natürlich sollte man überdenken, wenn dies täglich passiert, und geht auch Richtung Alkoholismus.
    Dann behaupte ich aber, dass mind. 50 % der Erwachsenen Deutschen Alkis sind :D


    Gruß
    babbedeckel

    Die Männer, die mit den Frauen am besten auskommen, sind dieselben,
    die wissen, wie man ohne sie auskommt. (Charles Baudelaire)


    Jedes Kind bringt die Botschaft,
    dass Gott die Lust am Menschen noch nicht verloren hat.

  • Schön, dass du mich so ernst nimmst. Ich finde das nicht ganz so witzig.


    Hat vielleicht nichts mit nicht ernst nehmen zu tun,als eher damit das man manche Dinge auch überspitzt sehen kann, bzw darstellen kann, was oftmals nach Trennungen oder allgemein auch gern mal bei getrennt lebenden Eltern vorkommt..


    Und das Thema Alkohol wir oftmals grad bei solchen Themen sehr gern herangezogen und auch gern mal etwas aufgebauscht.


    Vorher hat man gern zusammen mal das Glas Wein getrunken, und nach der Trennung stellt sich das mitmal völlig anders dar. Da ist der andere Elternteil mit mal der Alkoholiker, der jeden Abend eine Flasche Wein leert..


    U demnach sind dann mitmal besonders viele Väter Alkoholiker, oder mindest nah an diesem..



    Eine Umgangsvereinbarung auszuarbeiten , die ein Alkoholverbot während der Umgangszeit beeinhaltet dürfte eher schon in eine sittenwidrige Richtung gehen.
    Ein JA dürfte daran nicht wirklich mitarbeiten, u das wird es wohl auch nicht...


    Frage wäre, ob die Problematik wirklich so gravierend ist, oder ob da nicht das eigene persönliche Empfinden etwas getrübt/belastet ist.


    In vielen Fällen dürfte sich bei Anhörung beider Seiten das Thema Alkohol doch ziemlich anders sich darstellen.

    Einmal editiert, zuletzt von JensB2001 ()

  • Hallo, gehts noch? Jemand der so regelmässig trinkt, ist meiner Ansicht nach auf dem besten Weg, Alkoholiker zu sein/zu werden. Meine Mutter war alkoholkrank, deshalb habe ich auch so viele Probleme, die ich nicht mehr losbekomme. Ich glaube nicht, dass das auf Dauer von dir geduldet werden kann, wenn dir deine Kinder wichtig sind. Da gibt es leider kein Wenn und Aber.
    Was er alleine macht, ist egal, aber wenn er seine Kinder bei sich hat, das geht gar nicht. Allerdings, wenn er das dann nicht mal sein lassen kann, dann hat er echt ein Problem.
    Alkohol ist leider die legalste Droge, und wird oft, leider auch hier im Forum, viel zu schön geredet und zu verharmlost. Leider.
    Ich wünschte keinem das, was ich erlebt habe in meiner Kindheit, und es ist Schwachsinn zu sagen, die Kinder bekommen das nicht mit. Schon allein der Geruch ist eklig, also da gibt es gar nichts zu diskutieren, da muss was gemacht werden. Sorry.

  • ich muss sagen meine Toleranz dies bezüglich hält sich auch sehr in grenzen.
    Wenn nen grillabend oder so ist und man trinkt nen bischen was seh ich da kein problem
    Wenn es aber regelmäsig ist und/oder zu sehhr unpassenden zeiten d.h wenn man weiss das man eigentlich nichts trinken sollte sehe ich da schon ein problem,
    ich habe selber erlebt wie das ist wenn man in einem Haushalt aufwächst in dem einer der eltern ein alk problem hat.
    ich selber trinke auch aus diesem grunde nur recht selten.
    Und , naja , evtl sehe ich das zu dramatisch, meine expartnerin hat auch oft getrunken wo sie es eigetlich nicht hätte tun sollen.

  • Ich will nicht , dass mein sohn denkt bier trinken sei was alltäglich normales.

    Ist es das nicht?


    Was ist mit rauchen? Was ist mit Kaffee?


    Solange man fahren muss oder gefährliche Maschinen bedient kein Alkohol. Ich persönlich mag kein Bier am morgen trinken. Aber zum Mittag oder Abendessen habe ich keine Probleme mit 1-2 Stangen Kölsch. Muß ja nicht 2 Maß sein und dann noch Auto fahren wie in Bayern.

  • Ich persönlich mag kein Bier am morgen trinken. Aber zum Mittag oder Abendessen habe ich keine Probleme mit 1-2 Stangen Kölsch. Muß ja nicht 2 Maß sein und dann noch Auto fahren wie in Bayern.

    :hae: :hm... ?(


    :wink aus Bayern ;)



    Zum Thema... ich finde die verschiedenen Sichtweisen zum Thema Alkoholkonsum in Anwesenheit von Kindern sehr interessant. Was mich etwas traurig stimmt, ist ehrlich gesagt die Verharmlosung.


    Auch ich bin mit nem saufenden Vater aufgewachsen, der zwar nicht volltrunken durch die Bude gestolpert ist, aber es trotzdem geschafft hat, damit massiv auf mein weiteres Leben einzuwirken. Sowas prägt und sowas würde ich für meine Kinder nicht haben wollen. Muss ich sie dem auf Gedeih und Verderb ausliefern? Der Vater hier trinkt 2-4 Bier SICHTBAR, aber wieviel ist es wirklich?


    Klar kann man es übertreiben und mein Zeigefinger bleibt auch unten, wenn mal etwas Alkohol auf ner Party fließt, aber der KV hier hat definitiv ein Problem und das kann und wird höchstwahrscheinlich irgendwann auch zum Problem des Kindes werden.


    Mach `mer mal ne Umfrage, was die ehemaligen Kinder hier im Forum aus heutiger Sicht von ihren Erlebnissen mit alkoholisierten Elternteilen erzählen und wie sich das auf ihr Leben ausgewirkt hat???????


    Einen wirklichen Rat kann ich leider nicht geben, hier gäbe es in so einem Fall Stress :nawarte: Da schwingt aber sehr meine eigene Biographie mit, drum kann man pauschal nicht sagen was richtig und was falsch ist.

  • Hi,

    Schön, dass du mich so ernst nimmst. Ich finde das nicht ganz so witzig.

    :hae:
    Ich bin vlt. immer bißchen angespannt, wenn solche Vorwürfe kommen. Mir wurde das u.a. auch vorgeworfen, weil ich Samstags aus einer Kneipe kam, in der ich Fußball guckte. Da hatte ich 3-4 (0,4 l) Bier, in 2,5 Stunden. :Hm


    Auf der ABR-SR-Verhandlung meinte der Richter: "Naja beim Fußball trinke ich auch meine 3-4 Halbe, und gehe anschließend mit meiner Familie
    essen " ;)
    Klar diejenigen die mit Alk schon "schwer" zu tun hatten reagieren hier "härter".


    Aber ich zitiere mich ....

    wieviele Menschen gibt es eigentlich in Deutschland die bei 2 Halbe auf einem Fest/Kneipe/Party sitzen und ihre Kids betreuen ?

    Das ist die Normalität ! ...und das JA wird da nicht viel machen können.


    Selbst ein Alki, der Kids betreut, aber in Behandlung ist, werden die Kids nicht "abgenommen".


    Das hat nix mit Verharmlosung zu tun, sondern wie Richter und JA reagieren.


    Diese Diskussion hatten wir hier aber schon oft.


    Ach ja, man/Frau sollte bedenken; ein Glas Wein(0,2) ist in den Auswirkungen/Promille soviel, wie
    2 Gläser Bier (je 0,2).


    Übrigens per Definition der (MPU-) Psychologen fängt der Alkoholismus an, wenn man über 1,5 Promille hat,
    und noch den Schlüssel im Auto rumdrehen und reinstecken kann. Dies deutet dann auf eine Gewöhnung hin.


    Gruß
    babbedeckel

    Die Männer, die mit den Frauen am besten auskommen, sind dieselben,
    die wissen, wie man ohne sie auskommt. (Charles Baudelaire)


    Jedes Kind bringt die Botschaft,
    dass Gott die Lust am Menschen noch nicht verloren hat.