Sohn (3,75 J.) hört nicht...

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  • Ich weiß auch keinen Rat mehr –


    Bin seit Mitte August 2007 alleinerziehend mit einem 3,75 Jahre alten Sohn. Hatte ja schon in der Vorstellungsrunde erwähnt, dass er hyperaktiv ist. Für Diagnose ADHS ist es aber noch zu früh.


    Das allerschlimmste ist aber die Tatsache, dass er absolut nicht hört!


    Ich hatte mir von Anfang an vorgenommen, konsequent zu sein, ein Nein ein Nein sein zu lassen, notfalls zu ignorieren oder auch mal seine Hand fest zu drücken. Egal wie ich es auch anstelle, er HÖRT EINFACH NICHT! Erst versuche ich es öfter in normalem, liebevollem Ton mit Begründung, dann werde ich strenger, dann lauter, schließlich brülle ich. Nichts hilft! Wenn ich seine Hand drücke, scheint er gar nichts zu spüren. Er hat eine Körperwahrnehmungsverarbeitungsstörung lt. Frühförderstelle, darum springt er auch am liebsten von den Schränken, möglichst ohne Matte oder Kissen (etwas übertrieben jetzt…).


    Seitdem er krabbeln kann, habe ich ihm diverse Dinge verboten, wie Bücherregal auszuräumen, Herd anzufassen, etc. Er macht es trotz des 5.697igsten Nein immer wieder! Wenn ich ihn dann wegtrage, brüllt und zappelt er wie am Spieß. In seinem Zimmer bleibt er auch nicht, wenn ich ihn zur Strafe dorthin setze – er kommt unzählige Male wieder raus. Das funktioniert also auch nicht. Ich rede und argumentiere mir die Seele aus dem Leib, er wird Anfang März vier. Er müsste doch allmählich verständiger werden. Einkaufen gehe ich auch nur im äußersten Notfall mit ihm. So einen richtigen Schreianfall im Laden hatte ich auch nur deshalb noch nicht. Mit ignorieren ist es auch nicht getan, weil er eine wahnsinnige Ausdauer hat. Beim Spazierengehen z. B. steht er eine Stunde an derselben Stelle und brüllt und heult, weil er eben woanders lang gehen will als ich. Ist mir im Grunde ja auch meistens egal, wo wir hergehen, da kann er ja ruhig mal bestimmen. Doch manchmal muss ich eben die Richtung vorgeben. Anfangs denke ich dann noch, der kommt schon nach, doch er hat einfach mehr Ausdauer als ich. Auch wenn ich schon längst aus seinem Blickfeld bin, kommt er nicht nach. Ich traue mich schon kaum noch hier in den Park zu gehen, weil ich ständig seinen Namen durch die Landschaft brüllen muss. Dann nehme ich ihn schon fest an der Hand und er lässt sich dann von mir weiterschleifen, was natürlich auch brutal aussieht. :rolleyes2:


    Er will mir beim Kochen und Backen helfen. Ist ja völlig normal. Doch innerhalb von drei Sekunden hat er 10 Sachen angepackt. Den Mixer angeworfen, Mehldose geöffnet, Margarine verschmiert, … ich komme mit den Ermahnungen bzw. Anweisungen gar nicht so schnell nach. Ich sage ihm, dass er mir nur helfen kann, wenn er auch auf mich hört – aber nein. Er will es so machen, wie es ihm passt. Es ist doch nicht zu viel verlangt, wenn ich von meinem Kind erwarte, dass er sich zu mindestens das von mir erklären und zeigen lässt, was er auch lernen WILL.


    Beim An- und Ausziehen legt er sich auf den Boden und sagt: Mama helfen. Obwohl er schon total viel allein kann. Ich soll einfach ständig um ihn sein und ihn bedienen, bespaßen, etc.


    Er spielt partout keine Sekunde allein in seinem Zimmer, rennt auf Schritt und Tritt hinter mir her. Ich kann den ganzen Tag meine Couch nicht benutzen, weil er immer entweder drauf rumturnt, -springt oder fernsieht. Permanent bin ich mit ihm beschäftigt.
    Die Wochenenden sind für mich Horror: Ich kann, auch wenn jetzt schönes Wetter ist, ja nicht immer mit ihm rausgehen, so wie es gut für ihn wäre, weil ich ja schließlich als Alleinerziehende auch noch den Haushalt schmeißen muss. Er kommt dann zwangsläufig auch mal zu kurz, weil ich eben nicht immer nur mit ihm draußen rumrennen kann.
    Besuch ist auch unmöglich. Er zerrt dann ständig an mir. Labert und jammert mir die Ohren voll. Ich habe schon eine Familienhilfe vom Jugendamt, doch die sagt immer nur: „Da müssen Sie konsequent sein, das oder das muss er lernen. Da muss er durch.“ Aber was mache ich denn, wenn ich am Ende mit meinen Möglichkeiten bin? Ich kann ihn doch nicht in seinem Zimmer einschließen!


    Ich lasse ihn, obwohl ich nur 20 Stunden arbeite, schon 45 Stunden in der Kita, weil ich sonst einfach den ganzen Kram, den ich sonst noch um die Ohren habe, nicht schaffen würde.


    Ich bin phasenweise total ratlos. Ich schreie ihn mittlerweile so oft an, da habe ich auch noch Angst, dass er einen Schaden bekommt. Aber ich kann nicht mehr! Ich habe keine Verwandtschaft, die mich mal unterstützt, mein Mann hat nur begleiteten Umgang mit ihm. Geld für Babysitterin fehlt auch.


    Man hat ja auch noch andere Kämpfe, mit dem Arbeitgeber, dem Ex-Partner, wir sind ja alle nicht umsonst allein erziehend. Ich war damals schon nach der Trennung vollkommen reif für die Psychiatrie. Dann noch die Rennerei und das Telefonieren mit diversen Behörden, Jugendamt, Kindergarten, diversen Spezialisten für Sohnemann (Frühförderung, Durchfall, Paukenröhrchen ja oder nein, …), Gericht, Mediation, Rechtsanwältin, …


    Dann fehlt echt die Kraft für die super konsequente Erziehung. Dann gibt man halt zu oft nach. :ohnmacht: Und das ist jetzt "die Saat die aufgeht" wie sein Erzeuger immer wieder sagt.


    Au weia. Ist jetzt lang geworden - und außerdem der 5 Mioste Beitrag zu diesem Thema. Aber bei mir ist alles am allerschlimmsten ... :D

  • Hi,


    erst mal :troest .


    Das hört sich unglaublich nervenaufreibend an!


    Wie klappt es denn mit im in der KiTa?


    Lg
    Susanne

    "Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen" Helmut Schmidt, Altkanzler

  • Zuallererst hast du schon selbst erkannt, dass du nicht konsequent bist. Genau hier musst du ansetzen. Hyperaktive Kinder brauchen klare Strukturen, Anweisungen, Regeln. Keine Ausnahmen! Niemals!!!


    Da er in die Kita geht, nehme ich an, dass unter der Woche der Tag bis zum Nachmittag wenigstens feste Zeiten hat. Wie aber sieht es abends aus? Inwiefern hat er am Nachmittag noch Dinge wie Sport o.ä.?


    Wenn er sich nicht anziehen will, was machst du dann? Lässt du ihn im Schlafanzug in die Kita gehen? Bei meinem hat das Wunder gewirkt. Probiers mal. Einfach Anorak über den Schlafanzug, Stiefel, Mütze etc. und los.


    Stelle mit deinem Sohn 5 feste Regeln für Zuhause auf. Mehr kann er sich nicht merken, also überlege dir vorher schon deine Prioritäten. Setz dich mit ihm an einen Tisch und rede mit ihm, was er gern leisten möchte.
    Gib ihm eine feste Aufgabe im Haushalt. Spülmaschine ausräumen o.ä. kann er schon. Wo er nicht rankommt, das srellt er auf den Tisch. Lobe ihn danach.


    Benutze als Strafort nicht sein Zimmer. Er soll sich dort wohl fühlen. Er wird nicht freiwillig dort spielen, wenn er es mit schlechten Emotionen verbindet. Setz ihn auf einen Stuhl in eine sehr, sehr langweilige Ecke. Das kostet einige Zeit, bis er sich daran hält, aber wenn du konsequent bist, klappt das.


    Schaffe dir abends einen Freiraum. Schicke ihn täglich um dieselbe Zeit ins Bett, in seinem Alter würde ich gegen 19.00 sagen. Dann hast du Zeit für dich und den Haushalt. Wenn dein Kind schon täglich in der Kita ist, möchte es danach Zeit mit DIR verbringen, nicht dir beim Haushalt erledigen zuschauen. Lest Bücher zusammen, bastelt, malt, spielt. Fernsehen würde ich nicht zulassen, das dreht ihn noch mehr auf. Besser rausgehen und toben, toben, toben. Spaziergänge sind langweilig, nimm einen Ball mit. Auch im Winter kann man Fußball spielen und du als Mutter mindestens genauso gut wie ein Vater!


    Wenn du gar nicht mehr kannst, empfehle ich dir eine Mutter-Kind-Kur. Dort lernst du auch mit deinem Kind umzugehen und es tut euich sicher gut, mal etwas rauszukommen.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Zuallererst hast du schon selbst erkannt, dass du nicht konsequent bist. Genau hier musst du ansetzen. Hyperaktive Kinder brauchen klare Strukturen, Anweisungen, Regeln. Keine Ausnahmen! Niemals!!!

  • Zuallererst hast du schon selbst erkannt, dass du nicht konsequent bist. Genau hier musst du ansetzen. Hyperaktive Kinder brauchen klare Strukturen, Anweisungen, Regeln. Keine Ausnahmen! Niemals!!!

  • Zuallererst hast du schon selbst erkannt, dass du nicht konsequent bist. Genau hier musst du ansetzen. Hyperaktive Kinder brauchen klare Strukturen, Anweisungen, Regeln. Keine Ausnahmen! Niemals!!!

    Das weiß ich. Doch das ist praktisch unmöglich umzusetzen. Erst recht nicht, wenn man einfach am Ende ist! Außerdem ist mein Sohn dermaßen schnell, dass ich mit dem Reden kaum hinterher komme (schrieb ich ja bereits). Wenn ich z. B. Besuch habe, nutzt er es auch aus und schwupps ist er an einer verbotenen Stelle o. ä. Ich kann mich meinem Gast keine zwei Sekunden widmen, wenn ich permanent nur damit beschäftigt bin, meinen Sohn zu maßregeln. Gerade in dieser Situation will er ständig auffallen und kann es nicht ertragen, dass ich mal meine Aufmerksamkeit jemandem anderen widme.


    Da er in die Kita geht, nehme ich an, dass unter der Woche der Tag bis zum Nachmittag wenigstens feste Zeiten hat. Wie aber sieht es abends aus? Inwiefern hat er am Nachmittag noch Dinge wie Sport o.ä.?

    Er hat keinen Sport oder sonstiges. Toben kann er in der Kita. Einmal in der Woche kommt die Familienhilfe vom JA, dann ist einmal Frühförderung und einmal Besuchskontakt. Einen Nachmittag alle 14 Tage habe ich für mich einen Termin (Psychotherapie). Ich hatte ursprünglich auch vor, mich meinem Sohn dann nachmittags mehr zu widmen, doch wann soll ich den Haushalt machen? Ich bin, bis ich ihn abhole, fast ständig unterwegs. Ich schrieb ja bereits, was ich außerdem noch alles zu erledigen habe. Ich komme schon fast nie dazu mal in Ruhe Mittag zu essen.


    Schaffe dir abends einen Freiraum. Schicke ihn täglich um dieselbe Zeit ins Bett, in seinem Alter würde ich gegen 19.00 sagen. Dann hast du Zeit für dich und den Haushalt. Wenn dein Kind schon täglich in der Kita ist, möchte es danach Zeit mit DIR verbringen, nicht dir beim Haushalt erledigen zuschauen. Lest Bücher zusammen, bastelt, malt, spielt.

    Er kommt 20 Uhr ins Bett. Das war schon immer so. Wenn ich ihn früher ins Bett bringe, dann wacht er schon um 5 Uhr auf. Ich sehe auch nicht ein, dass ich den Haushalt auf abends verschiebe. Ich will dann mal in Ruhe telefonieren, duschen, lesen, fernsehen, einfach entspannen. Ich fange doch nicht um 20:30 Uhr noch mit Haushalt an...

  • Wird in der Kita täglich an die frische Luft gegangen? Mindestens eine Stunde?


    Solange du nicht bereit bist, Kompromisse einzugehen und Dinge abzuändern, wird dein Kind sich auch nie ändern.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Danke für Deine lieben Worte :thanks: .


    In der Kita klappt's ganz gut. Wenn Trubel um ihn ist, ist er nicht so aufgedreht. Dann steht er oft nur und guckt und guckt. :wow


    Ärger hatte ich aber auch schon eine Menge dort, aber wegen anderer Dinge. Das ist auch wieder ein Thema für sich.


    Er könnte jeden Tag von 7 bis 18 Uhr dort sein und wäre immer noch nicht ausgelastet, denke ich manchmal. Es ist Wahnsinn!


    Bin heilfroh, dass er Morgen wieder hinkann. Dann "erhole" ich mich erstmal auf der Arbeit... :muede


  • Hallo Jule,



    mal davon ab, daß es sich auch eine wenig nach auskotzen anhört, was ich auch mehr als ok finde, steht in Deinem Thread auch ´ne Menge Anlass zum reagieren.


    Eure Situation ist verfahren, gut. Dummerweise sind wir Eltern halt die die es ändern können und müssen. Vielleicht magst Du nicht was ich Dir schreibe, aber ich kann ja nur das nehmen, was du gepostet hast.


    Sicher steht und fällt alles mit dem Konsequent sein, aber darüber hinaus klappt es wohl auch nur (zumindest bei uns), wenn meine innere Haltung stimmt. Meine Einstellung und meine gesamtes Autreten, mein Habitus, meine Aufmerksamkeit, meine Timing und meine Stimmlage entscheiden über die Art des Tagesverlaufes.


    z.B.: Kochen und backen-> Nein Du kannst nichts erwarten. Versuch zu unterscheiden, zwischen mit Kind und ohne. Mit Kind ist eine Event der geplant sein will. Jede Praktikantin in einer Kita bereitet solche Dinge vor.



    Dein Sohnemann hat dich genau da wo er Dich haben will. Und dahin hast Du ihn gebracht. OK. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Mir hat sehr ein Buch zum Thema geholfen (Das Geheimnis glücklicher Kinder von Steve Biddulph). Eine VaKi-Kur. Dazu so etwas wie eine Inventur der Gefühle, über eine Psychotherapeutin. Zeitmanagement!!! Ein Belohnungssystem das ich mit meinem Gold geschaffen habe. Die Einsicht, das Kontinuität nicht dogmatisch bedeuten muss.


    Sich immer selbst zu reflektieren, ohne dass man am Ende beide Seiten von beiden Seiten sieht, ist für uns AE halt echt ´ne Herausforderung.


    lg von overtherainbow :rainbow:


    Ps.:......und glaub ja nicht, daß das bei "uns" in der Praxis immer funktioniert. :nanana Manchmal geht es mir genau wie Dir. :ohnmacht: ;)

  • z.B.: Kochen und backen-> Nein Du kannst nichts erwarten. Versuch zu unterscheiden, zwischen mit Kind und ohne. Mit Kind ist eine Event der geplant sein will. Jede Praktikantin in einer Kita bereitet solche Dinge vor.

    Eine Praktikantin in der Kita hat ja auch nix anderes zu tun, als sich den ganzen Tag um die Kinder zu kümmern... ich finde, Du kannst mich als Mutter nicht unbedingt mit dieser Praktikantin oder gar mit den Erzieherinnen vergleichen. Mein Sohn muss auch lernen, dass ich nicht ein Event nach dem nächsten für ihn organisiere, sondern dass ich auch noch anderes zu tun habe.


    Dein Sohnemann hat dich genau da wo er Dich haben will. Und dahin hast Du ihn gebracht. OK.


    Wo will er mich denn haben?


    Dahin habe ich ihn gebracht? Oh, danke für die Blumen :bldgt:

  • [/quote]

  • Liebe Jule,
    auch ich habe einen von diesen wilden Kerlen. Meiner wird im Februar 4, also fast das gleiche Alter. Es ist schwierig Dir was zu raten... ich hab kein Patentrezept. Aber ich kenne die Situationen die Du beschreibst nur zu gut.
    Mein Sohn war von Anfang an viel aktiver als alle anderen Kinder die ich kenne. Schon in der Krabbelgruppe hat er versucht durch die Türe wegzukrabbeln, als alle anderen Kinder sich nicht vom Schoß Ihrer Eltern weggetraut haben.
    In der Kita ist er oft aggresiv und eine Mutter hat schon bei mir angerufen und sich beschwert weil er Ihren Sohn gebissen hat.
    Alles muß immer angefingert und zerstört werden....
    Manchmal bin ich fix und alle. Speziell weil eben immer alles an mir hängen bleibt. Ich hatte auch bis vor kurzem noch das Gefühl, dass man den kleinen nirgendshin mitnehmen kann, weil er sich so schlecht benimmt.
    ADHS hat er auf keinen Fall. Er kann sich sehr gut konzentrieren, er hat halt Hummeln unterm Po.
    Auch habe ich es irgendwie satt wenn mir Leute erzählen wie ich alles falsch mache und es doch nur an mir liegt. Vielleicht hab ich auch ein schlechtes Gewissen und ich habe das Gefühl ich gebe Alles, von Mir selber bleibt immer weniger übrig weil ich die ganze Zeit nur reagiere und dann wird mir gesagt das ich an allem Schuld sein soll? Und Alleinerziehend auch noch, dann ist ja eh alles klar (Schublade auf!).
    Mitlerweile denke ich dass es auch irgendwie Charaktersache ist. Und Jungs sind viel eher mal so wild, das können Eltern mit braven Mädchen oft gar nicht verstehen. (Diese Erfahrung habe ich gemacht!)


    In letzter Zeit hat sich alles etwas beruhigt. Wir hatten 2 1/2 Wochen Urlaub und der Kiga war zu.... Anfangs war es Hölle, aber dann wurde es irgendwie immer besser. Ich habe einfach versucht alles genau zu erklären und ich hatte ja auch mal die Zeit dazu. Irgendwie hat er immer besser verstanden, was ich den von Ihm erwarte. In der Kiga haben die ja oft gar keine Zeit um die Kinder zu "erziehen".
    Ich werde jetzt versuchen Ihn so oft wie möglich früh abzuholen.
    Außerdem habe ich im Kindergarten ne familie kennengelernt, die auch ein ganz wildes Kerlchen haben. Wir waren jetzt schon öfter zum spielen dort und ENDLICH versteht mich mal einer.
    Ich gehe das Problem jetzt halt auch gelassener an. Ist mir egal ob es peinlich ist, sollen die Leute doch kucken wenn er sich auf den Boden wirft. Viele Leute lachen eh nur.
    Und letztens habe ich ein anderes Kind im gleichen Alter mit auf den Spielplatz genommen. Das hat sich noch nicht mal die Hälfte von den Sachen getraut die sich mein kleiner unerschrockener Kerl so traut. Man mußte Sie für alles an die Hand nehmen und die große Rutsche war ohne mich gar nicht drin. Ganz anders mein Kleiner.
    Da war ich schon irgendwie stolz so ein mutiges Bürschen zu haben....
    Du mußt einfach entspannter mit der Situation umgehen, das ganze von einer positiven Seite sehen und vielleicht Dir mal ab und an ne Auszeit gönnen. Dann hast Du wieder mehr Kraft.
    Hoffe ich hab mich jetzt nicht total verzettelt und es war einigermaßen verständlich.
    Und Du weißt ja, ist alles nur ne Phase. Manche Phasen dauern halt länger als andere.
    LG

  • Ich habe auch seinen Wirbelwind hier (5 Jahre alt, wird nächsten Monat 6) ....



    Der Mund steht niemals still und der Rest des Körpers auch nur selten. :lach Sie ist immer unter Strom, zappelt beim Essen, zappelt einfach überall.


    Sie hat auch kein ADHS oder ADS, weil sie kann sich sehr gut konzentrieren wenn sie will oder wenn sie was interessiert.


    Genauso einen Willen hat sie auch, nichts geht ohne Diskussionen und einem nachhaken nach dem warum. Sie hat auch Tage da wehrt sie sich gegen alles und schimpft und schmeisst mir ihren Sachen und ist richtig aggressiv. Meistens wenn sie nicht gefördert wird, einfach wenn es zu langweilig wird.


    Sie braucht Nahrung für ihr Hirn und Bewegung ohne Ende....



    :winken::winken::winken:

    Einmal editiert, zuletzt von *Chiara* ()

  • Ich finde, dass ihr erstmal wieder zu einem liebevollen Umgang zurückfinden solltet.


    Der Kleine ist erst 3,5.


    Wenn ich lese was du erwartest... wow


    Sei lieb zu dem kleinen Stöpsel und reduzier die Regeln, lass ihn Kind sein und beim Backen Sauerei machen, das ist doch ganz normal.
    Ich meine, ein 3 Jähriger muss noch nicht koordiniert mitbacken können.


    Tausend Regeln, die dann auch noch inkonsequent eingehalten werden, bringen Ohren auf Durchzug!
    Wäre bei mir auch. Ich würde dich auch nicht hören wollen.


    Wenige, liebevolle Regeln, die werden erhört, wenn das Leben dazwischen einfach mal frei sein kann.



    Meine große Tochter war ähnlich wie dein Kind.
    Ich hab sie leben lassen, mich auf weniges beschränkt und das dann ausgehalten.


    Sie ist heute 17, ein aufrechter Mensch mit Rückgrad. Sie ist immer noch chaotisch und ein Wirbelwind, aber das ist ihr Charakter, den ich ihr Gott sei Dank nicht aberzogen habe. Ich bin heute froh, dass ich sie nicht "erzogen" habe rund um die Uhr, so wie jeder meinte. Ich habe versucht sie zu fühlen, ihr liebevoll zu begegnen und sie so weit es irgend geht zu lassen.
    Bei mir ganz wichtigen Dingen, habe ich aber auch nicht diskutiert.
    Ein 3 Jähriger kann noch nicht diskutieren, damit ist er überfordert, weil er ein Kind ist.



    Was ich sagen will, ist, dass weniger erziehen manchmal mehr ist.
    5 gerade sein lassen, auch wenn andere sagen "das muss aber"


    Müssen muss nur, was ihr gemeinsam schafft und wo du auch wirklich hinter stehst und es auch durchsetzen kannst.


    100 baustellen machen dich müde und verwirren den Kleinen. Lass einfach mal 5 gerade sein, er kann noch gar nicht so viel lernen.





    Das ist meine persönliche Meinung und die muss nicht allgemeingültig sein. Damit bin ich bei 2 Kindern gut gefahren, beide hören hervorragend und wir haben keinerlei Probleme im Umgang miteinander
    .


    "Ich habe drei Schätze, die ich hüte und hege. Der eine ist die Liebe, der zweite ist die Genügsamkeit, der dritte ist die Demut" (Laotse)

  • An "Shawnee":


    Du hast geschrieben: Wenn ich lese was du erwartest... wow


    Samstag wird mein Sohn 4 Jahre alt. Und es ist immer noch das selbe. Innerhalb von 5 Sekunden packt er 30 Sachen an oder aus. Ich komme mit meinen "Korrekturen" und "Ermahnungen" gar nicht so schnell hinterher.


    Ich denke schon, dass ich von meinem Sohn auch mal etwas erwarten darf. Z. B. dass er wenigstens ab und an mal auf mich hört! Dann darf er ja auch gerne "mitmischen". Ich denke, es ist ziemlich daneben, wenn man den Kindern nur noch Rechte zugesteht. Mit wachsendem Alter müssen sie doch auch vernünftiger und verständiger werden. Je älter man wird, desto mehr Rechte hat man, klar. Aber auch mehr Pflichten. Hört sich für einen 4Jährigen jetzt schon komisch an, aber ich finde, das wird heutzutage gar nicht mehr gesehen. Dabei ist doch gerade das Erziehung, dass ich auch mal ein gewisses Maß an Selbstbeherrschung von meinem Kind erwarte.


    Natürlich geht mit Kind alles langsamer und schmutziger zu, doch ich backe oder koche ja nicht nur zum Spaß, sondern ich muss was auf die Reihe kriegen, damit wir was ordentliches zu essen haben bzw. was anständiges unserem Besuch anbieten können. Das ist ja nicht dasselbe wie in der Kita.

  • Ich habe kein ADHS Kind und kann mich nicht einmischen.
    Aber der Vater eines ADHS Kindes sagte zu mir mal: " mit Zucker bringt man diese Kinder auf Betriebstemperatur."


    Kein Tier auf dieser Erde, bringt seinen Nachwuchs, zum Schlafen auf den Nachbarbaum
    .

  • Hallo,


    bei meinem Sohn bestand im KiGa und zu Beginn der Grundschule auch mal der Verdacht, dass er ADHS hat- gerade weil er oft genauso war, wie Du es beschrieben hast-
    Wir haben das volle Programm durch :ohnmacht: und ich könnte Seitenweise dazu schreiben....


    Versuch doch mal einen Tag lang immer zu machen, was er will- er macht nix falsch, und ihr macht alles zusammen- Du bist unendlich perfekt gütig und langmutig etc. etc.


    Ich habe das bei meinem Sohn versucht- und siehe da- plötzlich war alles besser... klar haben sich damit nicht alle Probleme gelöst- aber ich (und er auch) haben erkannt,
    dass verdammt viel unsere (stressigen) Umstände sind-


    Probier´s doch einfach mal aus- und überleg Dir, ob er an diesem Tag genauso (gefühlt) "rappelig" war, wie an den anderen Tagen... vielleicht ist er ja auch "nur" mit irgendeiner
    Situtation überfordert....


    (Hoffe, ich hab mich verständlich ausgedrückt...)

    Lieber Gruss


    Luchsie


    Dein Denken kann aus der Hölle einen Himmel und aus dem Himmel eine Hölle machen.


    Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug. (Epikur)

  • Hallo,


    meine Tochter ist nun 4 und etwas und mal so mal so. Ich habe auch gemerkt, dass ich mit schimpfen nicht immer weiter komme, also lasse ich es und rede mit ihr, während sie kreischt. Glaub mir, sie hört mir zu, sogar sehr gut, obwohl sie brüllt. Ich rede weiter und siehe da, wenn was dabei ist, was sie annehmen will, hört sie auf und macht mit.
    Ich verweise sie dann auch manchmal auf einen Platz, den ich mit dem Finger anzeige, dass sie sich dort hinbegeben soll und erst wieder zu mir darf, wenn sie sich beruhigt hat. Mal hockt sie ne ganze Weile dort und manchmal kommt sie nach kurzer Zeit wieder. Wenn sie nur noch schluchzt, frage ich sie, ob sie fertig ist. Wenn sie ja sagt, sage ich zu ihr, sie soll mal zu mir kommen. Ich gehe dann auf ihre Gesichtshöhe mit meinem Gesicht, sage ihr, dass ich das blöd fand, aber ich sie trotzdem lieb habe und wir immer Freunde sind. Dann drücken wir uns und sie weint dann manchmal wieder etwas. Das finde ich dann ok. Ich bringe sie dann zum Lachen und es ist wieder gut.
    Was ich gemerkt habe, ich darf niemals nachtragend sein. Wenn was erledigt ist, ist es erledigt.
    Ich denke, ein Kind MUSS immer wieder mal gelobt werden, nicht nur schimpfen oder tadeln und Anweisungen geben.
    Meine Tochter deckt sehr gerne den Tisch. Ich habe ihr eine Schublade in der Küche nur mit ihren Sachen gefüllt. Das schlug ein wie eine Bombe. Sie deckt den Tisch mit den Sachen, die sie meint zu brauchen, sucht IHREN Becher und IHREN Teller aus. Wenn sie fertig ist, sage ich ihr, dass das ganz toll ist, was sie da gemacht hat. Sie freut sich wie ein Schnitzel.
    Sie ist auch oft in einer extremen Schrei- und Kreischphase, in der ich oftmals am Verzweifeln bin. Dann sage ich ihr, dass ich so nicht mit ihr spielen kann und sie auch mit mir vernünftig reden kann, ansonsten geht da nichts. Das klappt meistens.
    Wir kennen das wohl alle.
    Ich denke auch, dass man einfach hart bleiben soll. Nein ist nein, aber auch mal nichts sagen oder nur lächeln, wenn das Kind rumsaut, tut dem Kind doch auch mal gut.
    Kinder muss man fördern, aber nicht überfordern, denn dann verlieren sie die Lust. Wichtig ist auch, dass man sich in Spiele der Kinder einklinken sollte und nicht zu viel Spiele vorgeben, die es evtl. gar nicht spielen will.


    Das Buch *Das Geheimnis glücklicher Kinder von Steve Biddulph* habe ich auch und es ist sehr gut und hilfreich.


    Allen Mamis mit überdrehten Rackern wünsche ich viel Kraft und Nerven, aber auch viel Spaß und Ausdauer.

  • Hallo,


    ich denke auch du erwartest zuviel von einem 4 Jährigen. Meine Töchter sind 5 und 8 Jahre, die 5 jährige auch ein Wirbelwind und wenn wir zusammen kochen oder backen sieht es auch immer schlimm aus. Denk daran er ist ein Kleinkind, kein kleiner Erwachsener, laß ihn doch noch kind sein. Weniger Regeln und die dann konsequent durchgesetzt bringen dich vielleicht weiter.


    LG