Kindeswohlgefährdung

Die Registrierung ist wieder eröffnet! Wir begrüßen euch recht herzlich bei uns im Forum!
  • Habe eine Email vom Vermieter meiner Frau erhalten mit einem Anhang. Ein Brief, den er in Kooperation mit seinen Nachbarn an das JA geschickt hat.


    Fam.
    *************
    59494 Soest





    Stadt Soest
    Jugendamt

    59494 Soest


    59494 Soest, 12.06.2008


    Betr.: Kindeswohl

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    zum Sachverhalt; eine Mieterin von mir, Frau *****, hat sich vor 9 Monaten von ihrem Mann getrennt. Die beiden Kinder verblieben bei ihr.
    Der Vater holt die Kinder jeden Freitag ab und bringt sie Sonntagabend nach Hause. Ist Donnerstag, Freitag oder Montag ein Feiertag, holt er sie auch schon früher oder bringt sie später nach Hause. Die Kinder sind dann fröhlich und ausgeglichen.
    Sobald der Vater die Kinder wieder nach Hause bringt und weg ist, sind die Kinder am weinen. Die kleine [Tochter] weint jeden Abend manchmal mehrere Stunden und die Mutter sitzt auf dem Balkon und ist am Rauchen oder unterhält sich mit diversen Bekanntschaften ohne sich augenscheinlich um das Mädchen zu kümmern. [Sohn] weint bzw. schreit oft.
    Morgens, ca. 6,30 Uhr, ist es häufiger vorgekommen, dass [Sohn] schreit und gegen die Kinderzimmertür hämmert. (Zeuge *****, Nachbarwohnung Nr. 31) Wir haben den Verdacht, dass Frau ***** den Jungen in seinem Zimmer über Nacht einsperrt.
    Es ist uns aufgefallen das der Junge immer dann morgens schreit, wenn Frau ***** abends noch Besuch bekommt, der dann über Nacht bleibt. Wir haben das Gefühl das der Junge dann eingesperrt wird.
    Kommt kein Besuch über Nacht ist auch kein Geschrei am Morgen.
    An den Wochenenden, wenn die Kinder beim Vater sind, kommt Frau ***** jeden Samstag- und Sonntagmorgen um ca. 6 Uhr nach Hause. Unser Blumentopf vor der Haustür fällt dabei meistens um daher bekommen wir es immer mit.
    Wir haben den Anschein, dass Sie nicht immer nüchtern nach Hause kommt.
    Auch kommt sie öfter in Begleitung von verschiedenen Männern und Frauen nach Hause. Einmal hat ein Nachbar(*****, Hausnummer 27) mitbekommen, wie ein Mann sie auf dem Balkon zur Rede stellte, warum sie ihm verschwiegen hat, dass sie Kinder hat.
    Der Kinderwagen von [Tochter] steht stellenweise mehrere Tage unberührt in der Garage ohne bewegt worden zu sein und man sieht Frau ***** auch nur ganz selten mit den Kindern draußen. Das ist schon sehr verwunderlich bei den aktuellen Temperaturen.
    [Sohn] ist den ganzen Tag im Kindergarten. Die kleine ist oben in der Wohnung und weint sehr oft. Kommt auch vor, wenn der Nachbar(Herr *****, Hausnummer 25) mit seinem Sohn draußen spielt, das Frau ***** den [Sohn] zum Spielen nach draußen bringt und dem Nachbarn bittet, er möge auf [Sohn] Acht geben da sie keine Zeit hat, weil die Tochter gerade schläft.
    Dann geht Sie wieder in die Wohnung und sitzt auf dem Balkon.
    Der Freund des Nachbarn von Hausnummer 25 wohnt über dem Vater, Herrn *****, und erzählte mal, dass Herr ***** so einfühlsam und sorgsam mit den Kindern umgeht und die Kinder bei ihm nicht am schreien sind. Der Vater spielt sehr oft mit den Kindern draußen, fährt mit ihnen Fahrrad oder geht mit den Kindern spazieren. Es scheint manchmal so, als gäbe es für Herrn ***** nichts anderes als die Kinder. Gerade [Sohn] ist augenscheinlich überglücklich beim Vater.
    Dieses ändert sich aber spätestens sonntagabends um 18 Uhr wenn Herr ***** die Kinder nach Hause bringt.
    Dann ist von einem ausgeglichenen [Sohn] keine Rede mehr.
    Wir bitten sie dringend, der Sache nachzugehen.
    Wir wollen Frau ***** nichts. Aber sie hat sich schon sehr verändert seit sie von ihrem Mann getrennt lebt.
    Wir wollen ihnen nur mitteilen was wir so mitbekommen.


    Mit freundlichen Grüßen


    Was soll ich machen?? Soll ich zum Gericht oder zum JA? Bin total verzweifelt. Ich kann meine Kinder doch nicht hängen lassen.




    Kommentar vom Admin
    Namen der Kinder editiert.
    Die Möglichkeit reale Personen mit dem Sachverhalt zu verknüpfen darf nicht gegeben sein.

  • Mich verwundert jetzt zunächst einmal, dass der Vermieter Deine E-Mail-Adresse hat. (Könnte es sein, dass Du mehr mit diesem Brief ans JA zu tun hast?)


    Zum Brief selbst:
    Es handelt sich hier leider zum größten Teil um Mutmaßungen usw. Was Deine Ex macht, wenn die Kinder nicht da sind, geht auch keinen was an.


    Viel wird bei der Sache nicht rumkommen. Solange die Kinder nicht offensichtlich verwahrlost sind.


    Wenn ich ehrlich bin, muss ich auch sagen, dass mir so eine Nachbarschaft zuwider wäre, die darauf achtet, wann wer bei wem über Nacht zu besuch ist.


    Sorry, Du wolltest bestimmt was anderes hören.


    Wenn es bei Deiner Ex so zugeht, brauchst Du richtige Fakten. Keine Mutmaßungen und Aussagen neugieriger Nachbarn.

  • @ pelz.
    Der Vermieter wohnt unter "unserer" Wohnung. Da wo ich mal gewohnt habe. Unser Kontakt war, als ich noch mit meiner Frau zusammen war, sehr Freundschaftlich; auch zu meiner Frau.
    Soviel zu meiner Rechtfertigung zu meiner E-Mail Adresse.


    Zitat

    (Könnte es sein, dass Du mehr mit diesem Brief ans JA zu tun hast?)


    Nein, habe ich nicht.
    Ich wollte hier einen Rat und keine Beschuldigung!!



    Das die Kinder schreien und gegen die Tür hämmern sind doch Tatsachen und keine Vermutungen!!

    Einmal editiert, zuletzt von Dirk1966 ()

  • Ich sehe hier eher das Problem, dass das JA vermuten könnte, dass der Brief von dir ist und du deine Ex anschwärzen willst, um die Kinder zu bekommen.


    Ich würde die E-Mail ausdrucken und auf's JA gehen, damit klar ist, dass du diesen Brief nicht geschrieben und überhaupt nichts davon gewusst hast.
    Du hast auch keine Ahnung, was bei deiner Frau so los ist. Wenn du bis jetzt nicht gemerkt hast, dass es solche Vorfälle gab und die Kinder nicht darüber gesprochen haben, weißt du auch nicht von den Vorgängen zu Hause und glaubst die Kinder bei deiner Frau in guten Händen.
    Zieh auf keinen Fall über deine Ex her.


    Tu deine Sorge kund, die diese E-Mail in dir ausgelöst hat und bitte das JA ggf. um eine unangemeldete Überprüfung, um sicher zu stellen, dass es den Kindern gut geht.
    Betone, dass der Umgang gut klappt und du nicht das Gefühl hast, dass die Kinder irgendetwas sehr belastet (außer natürlich die Trennung der Eltern, die belastet immer).

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Also ich denke mal das Deine Nachbarn da schon sorfältig reagieren. Wohl auch in dem Zusammenhang das schon so viel schlimmes passiert ist und ich kann mir gut vorstellen das das JA vorstellig(wenn ich auch bezweifel das das JA unangemeldet kommen würde) wird.


    Allerdings befürchte ich auch, das Deine EX Dir das anhängen wird und es massig Stress für Dich geben kann.


    Deshalb denke ich mal ist es wichtig, wie Kaj es schon schreibt das Du beim JA die Sache klar stellst.


    Du kannst uns solltest Deinen Nachbarn nicht verbieten weiterhin obacht zu geben wenn diese es von sich aus machen. Das würde ich nicht unterbinden.

  • Guten Morgen.



    Also aus eigener Erfahrung kann ich schon mal sagen, dass bei solchen Sachen das JA definitiv unangemeldet kommen wird.


    War bei mir so. Die Nachbarin unter mir scheint auch neugierig zu sein.


    Das JA kam, weil angeblich ständig Männer zu mir kamen und es an einem Abend recht laut wurde..das war gegen 20 Uhr gewesen..oder gar etwas früher?


    Naja. Ne knappe Woche später stand jemand vom JA hier. War recht nett der Besuch. Die vermeintlichen Männer stellten sich letztendlich als mein Onkel samt Freunden heraus, meinem Ex-Partner und meinem neuen Freund.
    An den Kindern gab es nix zu bemängeln (hat sich sogar die gelben Heftchen der Kinder angesehen).
    Und nach dem mehr oder weniger kurzem Gespräch (und Wohnungsbesichtigung) war alles vorbei.


    Wie gesagt: Das JA kam schon wegen solchen Lapalien unangemeldet zu mir.



    Würde mich nicht wundern, wenn die wirklich bei deiner Ex-Frau mal vorbeischauen.
    Und ich hoffe, dass es zumindest für die Kinder bald besser wird, egal wie.



    Gruß
    Thekla

  • Also mir kam es eben eher vor wie eine Art "Freundschaftsdienst" Es liest sich m. M. n. so: Die böse KM + der treusorgende KV. Mag ja so sein, aber neutral sollte diese Schreiben dann schon sein.


    Außerdem könnte man meinen, der Vermieter notiert alle Abhol- und Bringtermine und das ist doch recht unwahrscheinlich, es sei denn er wurde damit beauftragt. :Hm


    Sorry, aber ob dieses Schreiben "Erfolg" haben wird bezweifle ich.


    VG


    Schnuggel

  • Also nach dem ersten Lesen finde ich auch, dass es sich fast wie eine Gefälligkeit anhört. Wenn ich mich beim JA melde, würde mein Brief anders klingen. Die Nachbarn schreiben viele Dinge, die sich auf den Mietfrieden beziehen, aber nichts mit Kindeswohlgefährdung zu tun haben. Es geht zum Beispiel niemanden was an, ob die Mutter an den kinderfreien Wochenenden bis in die Puppen weggeht und angeschickert nach Hause kommt. Dass sie tagsüber nicht viel mit den Kindern rausgeht (arbeiten die alle nicht, dass die das so genau wissen?!?), ist schade, aber sicher keine Kindeswohlgefährdung.


    Kindeswohlgefährdung sind Dinge, die wirklich das Kindeswohl gefährden:
    - nicht aufpassen (können)
    - die Gesundheit gefährden (nicht ausreichend ernähren/nicht richtig anziehen)
    - die Kinder misshandeln (einsperren, schlagen...).
    u.a.


    Ich würde genau so verfahren wie Kaj. Es ist gut, wenn das JA mal nachschaut, aber der Brief ist schon seltsam.

  • die Kinder sind nicht "verwahrlost". Immer gewaschen und immer saubere Sachen.
    Marie kann sich aber noch nicht äußern, was los ist mit einem Jahr.
    Jan ist sehr verschlossen. Ich merke ja, dass da was ist aber wenn ich ihn frage kommt immer der Satz: Weiß ich nicht oder: Habe ich vergessen!
    Jan ist bei mir auch über Nacht trocken. Wenn ich ihn aber freitags abhole ist er es nicht mehr. Ich habe bei Jan auch das Problem, dass er immer sagt, er will nicht nach Hause und ich muss dann immer mit "Engelszungen" reden, dass er es versteht. Er fragt dann immer, wie lange er jetzt bei Mama schlafen muß!? Ich merke, dass etwas in ihm vorgeht aber ich bekomme in dieser Sache einfach keinen Zugang zu ihm.


    Ich möchte hier aber noch was klarstellen!!
    Ich habe wirklich nichts von diesem Brief gewusst!!!

  • Dirk


    Jan kann in seinem Alter schlichtweg nicht artikulieren, was in ihm vorgeht. Er hat Gefühle, vielleicht Sorgen, Dinge, die ihn beschäftigen und kann es aber noch nicht ausdrücken.


    Wenn du große Sorge hast, geh mit ihm zum Psychologen und lass ihn untersuchen bzw. sprich mit dem Kinderarzt.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Wann soll er das denn machen?


    Am Wochenende geht das ja wohl kaum.


    Vielleicht lässt sich da was über das JA regeln. Die sind ja nun erstmal informiert.


    Wie sieht das eigentlich aus? Wird der Vater in solchen Fällen auch durch das Jugendamt informiert? Interessant wäre auch, wie das Sorgerecht verteilt ist.

  • @pelz,


    schonmal was von Individualterminen gehört? Oder der Möglichkeit, das Kind für einen solchen Termin in Absprache mit der Mutter unter der Woche abzuholen und anschließend wiederzubringen?


    Warum einfach, wenn's kompliziert geht... :kopf

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Moin, Moin,
    und worin besteht jetzt genau die Kindeswohlgefährdung? Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft und die Messlatte für so was liegt hoch, auch wenn man selbst viel führer eingreifen würde. Für mich ließt sich das nach einer Mischung aus Blockwart und nachbarschaftlichem Kleinkrieg.


    Wenn sie mit den Kids nicht raus will - sie ist dazu nicht gezwungen, wenn sie die Kids bei Nachbarn mit Kindern abgibt und nicht dabei bleibt es ist ihre Sache, wenn sie wenn die Kinder nicht da sind spät nach hause kommt, das ist ihr gutes Recht. Und Besuch zu bekommen ist auch ihr gutes Recht, sollte der dann über Nacht bleiben - der Staat ist keine Religionsgemeinschaft die das als Moralverstoß wertet. Und kinder schreien gelegentlich.


    Solange nicht erhebliche gesundheitliche oder psychologische Auffälligkeiten bestehnen, massive Verwahrlosung und unterernährung oder der Eindruck von Misshandlungen da ist ...


    Wenn ich JA Sachbearbeiter wäre würde ich so was am liebsten in die Rundablage packen. Ich fürchte die gehen so was aber nach und dann hat Kaj vermutlich Recht.


    Grüße,
    Grünschnabel

  • Zitat

    Original von Kaj
    @pelz,


    schonmal was von Individualterminen gehört? Oder der Möglichkeit, das Kind für einen solchen Termin in Absprache mit der Mutter unter der Woche abzuholen und anschließend wiederzubringen?


    Warum einfach, wenn's kompliziert geht... :kopf


    Kannste mit dem Kopfschütteln, wie Du willst. Das mit der Absprache mit der Mutter halte ich für sehr unwahrscheinlich hinzubekommen.


    Du glaubst doch selbst nicht, dass die Mutter so einfach das Kind rausrückt, wenn es darum geht, ihr Versäumnisse nachzuweisen.


    Was grünschnabel so schreibt, scheint mir korrekt zu sein. Ich erwähnte ja auch schon gewisse Sachen in die Richtung.

    Einmal editiert, zuletzt von pelz ()

  • da gebe ich pelz Recht. Ich versuche schon seit Wochen meiner Frau klar zu machen, dass Jan was mit den Augen hat. Wenn er Fahrrad fährt, erkennt er Hindernisse sehr spät. Ich habe darum gebeten, dass sie einen Termin macht. Es passiert nichts! Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Frau mir die Zustimmung und den Jungen gibt damit ich mit ihm zum Arzt beschweige denn zum Psychologen gehen kann.

  • Hier in dem Schreiben an das JA sind schon eklatante Vorwürfe enthalten, denen das Jugendamt nachgehen muss und auch nachgehen wird.


    Die Vorwürfe sind so stark, dass Du als Vater diesen Vorwürfen nachgehen solltest. Dies geht sicherlich nicht im direkten Kontakt mit der Mutter.
    Deshalb - und zur Entkrampfung der Gesamtsituation - empfiehlt sich ein Gespräch mit dem JA. Vielleicht auch in Verbindung mit dem Sohn.
    Hier könnten Dinge geklärt werden und Abänderungen geschaffen werden wenn nötig.


    Also: Kontaktaufnahme JA. "Ich habe hier dieses E-Mail bekommen. Sie haben wohl den Brief im Original vorliegen. Ich weiß jetzt nicht, wie ich mich da verhalten soll und setze mich deshalb mit Ihnen in Verbindung. Was macht man jetzt am besten...?"
    Dann ist das JA dran...


    Gruß


    Bap

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ich mache mich gerade fertig zum JA zu gehen.
    Melde mich später was die gesagt haben.

  • Zitat

    Original von Volleybap
    Hier in dem Schreiben an das JA sind schon eklatante Vorwürfe enthalten, denen das Jugendamt nachgehen muss und auch nachgehen wird.


    Welche denn? Das ist ein Wust von schmutziger Wäsche, mehr erstmal nicht.


    Grüße,
    Grünschnabel