Nach der phänomenalen Äußerung von Karin Prien zur unterstellten geringen "Bildungsaspiration" von uns Eltern und nach dem groben Lesen vieler Beiträge hier und anderswo sowie auf Basis meines knappen halben Jahrhunderts als Deutsche in Deutschland und anderswo und als im Bildungs- und Sozialsektor Tätige hol ich mal aus:
1. Weniger rückwärtsschauende Schuldsuche bei einer jeweils anderen Gruppe als der eigenen und mehr vorwärtsblickende Lösungssuche gemeinsam (!) könnten wir alle gut brauchen und üben - nicht nur bezogen auf Schule.
2. Unser kleinteiliges Bildungssystem, nochmal feinst gegliedert in 16 Stückchen, in der Grundstruktur aus der Kaiserzeit (!), schwerfällig zu ändern von der Stundentaktung bis zur Heiligkeit des Gymnasiums, macht es sicher nicht einfacher.
Ideen:
3. wirklich kleinere Klassen / Lerngruppen mit doppelter Lehrkraft bzw. Hauptlehrkraft plus päd. Ergänzungskraft
4. Logischere Lerneinheiten. Bsp. einer Realschule hier: 60 - 75 Minuten pro Einheit plus Pausen nach Bedarf (Lehrkraft und SuS legen fest), Abschaffung "Pausenglocke", macht schon weniger Fächer pro Tag, dafür intensiveres thematisches Arbeiten.
5. Geld in die Schulen und Kitas für Infrastruktur (Hitzeschutz, Wasserspender, Toiletten, "schöne" Räume...), Material, Einrichtung... Dann müssen nicht ständig Fördervereine für Selbstverständlichkeiten (wie Sportgeräte oder Außengelände) einspringen.
6. Grundsätzlich kostenfreie Schulbuchausleihe für alle ohne Antragsgedöns Monate vorab plus Nachweis der letzten 2 Jahresgehälter oder Bedürftigkeit und Pipapo.
7. Grundschule plus weiterführende Schule mit ordentlicher Durchlässigkeit plus zweiter Bildungsweg an den Berufsbildenden Schulen und Kollegs.
8. Abschaffung der Hausaufgaben mindestens in der Grundschule.
9. Traut sich wer an die Schulzeiten ran? In anderen Ländern startet der Unterricht oft erst um 9 und endet um 14 Uhr, später dann später. Vornedran Betreuung inkl. Frühstück.
10. Es gibt Schulen, die sich trauen, neue Wege zu gehen und was zu probieren mit individuellen Lernplänen, Kombis aus Unterricht, freiem Arbeiten, anderen Zeiten.
Grundlegend: Wertschätzung und echtes Interesse an Kindern und Jugendlichen, Beziehungen sind das A und O, die müssen sich doch nicht bloß durchbeißen.