Beiträge von Lilli

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    Ihre Mutter hat ihr sinngemäß ein schönes Leben gewünscht, sie steht da und fragt was sie davon halten soll...


    Wir hatten eine ähnliche Situation. Die Tochter meines Mannes war 14 als ihre Mutter den Kontakt abgebrochen hat. Offen ausgesprochen und mit allen Konsequenzen. Keine Besuchswochenenden mehr, kein gemeinsames Weihnachten, keine Geburtstage, gar nichts...

    Zu dieser Zeit hatten wir einen Familientherapeuten an Bord. Er hat dem Mädchen immer wieder klar gemacht, dass niemand das Verhalten und den Willen der Mutter ändern kann - außer der Mutter selbst. Deshalb solle sie den Focus auf ihr eigenes Verhalten und auf ihre eigenen Wünsche stellen und sehen, was da machbar ist.

    Der Wunsch des Mädchens war, dass sie weiterhin Kontakt zu ihrer Mutter haben kann. Also hat sie geschaut, was sie dazu tun kann.

    Viel war das nicht und das wusste sie auch. Sie hat zu Geburtstagen und zu anderen Anlässen immer mal wieder eine Karte oder einen Brief geschrieben. Aber Antworten oder Reaktionen blieben aus. Es war schwer zu ertragen. Sie war aber die ganze Zeit von Therapeuten betreut.

    Was das alles mit ihr gemacht hat, ist schwer zu sagen.

    Heute hat sie wieder Kontakt zu ihrer Mutter. Dafür hat sie jetzt - also die Tochter - den Kontakt zum Vater abgebrochen. Alles sehr traurig und kompliziert. Und sicher hängt alles auch irgendwie zusammen.


    Der Therapeut hat es schon richtig gesagt: niemand kann das Verhalten und den Willen eines Menschen ändern - außer der Mensch selbst.

    Es bringt nichts, die Fehler der Mutter aufzuzeigen und ihr Fehlverhalten zu analysieren. Viel wichtiger und auch aussichtsreicher ist es, sich auf sich selbst zu konzentrieren.

    Naja, aber ich denke, das wisst ihr sicher auch selbst...

    Er hat mich gefragt ob ich es in Ordnung finde das er weg geht und ich habe gesagt, wieso halt nicht.


    Wieso halt nicht?

    Na weil es für dich eben nicht in Ordnung war, dass er weg geht...


    Du musst schon auch ehrlich zu ihm sein. Ihm ins Gesicht zu sagen: "Ja klar, kein Problem, geh`zu deinem Kumpel." und dich hintenrum darüber zu ärgern, dass er tatsächlich geht, finde ich ziemlich seltsam.


    Ich sehe das so, dass im Laufe des Threads heraus kam, dass es nicht vorrangig darum geht, dass dein Freund mit deinem Sohn nicht zurecht kommt. Sondern vielmehr darum, dass du mit den Gewohnheiten deines Freundes nicht zurecht kommst. Ihr seid seit zwei Jahren zusammen.

    Entweder ist es so, dass du ihm immer wieder deutlich gesagt hast, was dich stört und warum du nicht glücklich bist und er hat es ignoriert. Dann würde ich sagen: weg mit ihm.

    Oder es ist so, dass du seit zwei Jahren deinen Ärger herunterschluckst und "Ja klar, kein Problem, geh`zu deinem Kumpel" oder "schlaf dich aus" oder ähnliches zu ihm sagst und deinen Ärger zum größten Teil in dich hinein frisst. Ab und an platzt dir dann mal der Kragen und danach geht es weiter wie vorher.

    In dem Fall würde ich sagen, es wird höchste Zeit für ein ehrliches und sehr ausführliches Gespräch.


    Ob das nach zwei Jahren noch Sinn macht, weiß ich nicht. Wenn er kein völlig emotionsloser Kerl ist, sollte er ja zumindest mal bemerkt haben, dass da was schief läuft. Aber anscheinend hatte er auch keinen Gesprächsbedarf?


    Hinzu kommt die Ablehnung deines Sohnes. Er hat deinen Freund von Anfang an abgelehnt. Und mittlerweile - nach immerhin zwei Jahren - ist es noch viel schlimmer geworden.

    Ehrlich gesagt hätte ich auch wenig Lust, mich von einem 7 jährigen Kind anbrüllen, schubsen und treten zu lassen.

    So wie du es beschreibst, hat dein Freund sich in den zwei Jahren nicht besonders angestrengt, eine gute Beziehung zum Sohn auszubauen? Da würde ich mal nachfragen, warum nicht.


    Ob das alles jetzt noch was bringt? Dein Freund hat gesagt, dass eine Trennung vielleicht besser wäre und du zweifelst auch sehr stark an der Beziehung. Vielleicht solltet ihr es einfach lassen...

    Versteht mich nicht falsch, es gibt hier nicht schön zu reden.



    Ich denke, ich verstehe dich richtig. Ich sehe das auch genau so wie du. Manchmal nervt es einfach...

    Ich unterscheide aber zwischen "damals im 3. Reich" und dem, was heute passiert.


    Den Artikel verstehe ich jedoch anders. Jedenfalls nicht so, als hätte jeder Deutsche den Rassismus und den Nationalismus (> im negativen Sinne. Ich denke, das muss ich nicht erklären, oder?) mit der Muttermilch eingesogen.

    Ich finde es wichtig zu erkennen, dass der Rassismus und der Nationalismus, der gerade so laut überall herum schwirrt, nicht von der Flüchtlingskrise "ausgelöst" wurde und auch kein Phänomen des Ostens oder der Neonazi-Scene ist.


    Wäre das so, wären manche Äußerungen und Handlungen von öffentlichen Personen gar nicht möglich, ohne dass niemand mehr mit der Wimper zuckt.

    Wäre das so, wäre die AfD nicht erfolgreich, wäre nicht drittstärkste Kraft im Bundestag. Genau so wenig wie die NPD (und wie sie alle heißen) es jemals waren...

    Ja, es gibt viele Rechte im Osten.


    Scheint so. Aber ich glaube, das ist nicht ausschlaggebend.


    Ich finde diesen Text hier sehr gut, um einmal etwas genauer hinzuschauen, woher diese gesellschaftliche Veränderung kommt.

    Um etwas klarer zu machen, dass neu entfachter Rassismus und Nationalismus keine neuen Phänomene seit der Flüchtlingskrise sind, sondern schon vor zwanzig Jahren ihre Anfänge nahmen und dann schleichend immer gesellschaftsfähiger wurden.

    Jetzt nimmt es eben seinen Lauf...

    Dabei wird nebenbei der Hambacherforst geopfert.In Mepppen läuft eine Katastrophe, weil die Bundeswehr zu blöd ist.Herr Spahn meint ,das ,das Pflegepersonal doch einfach noch mehr arbeiten soll usw.

    Alles nicht wichtig .....


    Hier im Forum... geht es unter.



    Doch, das alles ist sehr wichtig! Wenn dich ärgert, dass diese Themen hier im Forum untergehen, weil sich in einer - in mancher Augen - sinnlos-Diskussion zu viel über Herrn Maaßen echauffiert wird, verstehe ich das - irgendwie.

    Was ich in diesem Zusammenhang dann aber nicht verstehe ist, warum du diese Themen nicht selber aufmachst. Und auch sonst niemand.


    Ich könnte jeden Tag mindestens ein Thema aufmachen, was mir unter den Nägeln brennt. Aber erstens fehlt mir die Zeit, zweitens die Lust und drittens würde das ganz sicher sehr schnell nerven und alle würden nur noch die Augen verdrehen...:rolleyes3:.


    An dem Tag, als ich das Thema hier aufgemacht habe, hat mich die Maaßen-Sache eben besonders genervt, aufgeregt, verärgert und angekotzt. Zwischendurch sind schon wieder ganz andere Sachen passiert (geht halt schnell, wie ich oben schon geschrieben habe).

    Die nerven mich auch oder kotzen mich noch mehr an.

    Das schreibe ich aber nicht alles hier hin (das werde ich an vielen anderen Stellen im realen Leben los), auch wenn vieles davon ganz sicher wichtiger ist als Herr Maaßen.

    Aber wurde das Thema nicht extra aufgeblasen, weil da wieder das "rechte Thema" im Hintergrund stand und man sich ohnehin als guter Bürger darüber aufregt/aufregen muss?


    Hm, ob das extra aufgeblasen wurde? Weiß nicht...vielleicht kam da einfach auch nur viel zusammen. Die Ereignisse in Chemnitz und dann in Köthen. Und dann ein Herr Maaßen, der in seiner Position vollkommen daneben agiert. Ein Innenminister, der noch eins drauf setzt und eine Regierung insgesamt, die hysterisch reagiert und völlig unverständliche Entscheidungen trifft - wie verschiedene Regierungsmitglieder jetzt selber zugeben...


    Also ich muss Ratte recht geben, Maaßen dominiert eindeutig...


    Ja. Aber es kommt auch die eigene Selektion dazu. Manchmal merkt man das gar nicht. Oder eher: manchmal merke ich das bei mir selbst gar nicht - weiß ja gar nicht, ob das bei euch auch so ist.

    Ein Beispiel aus einem ganz anderen Bereich: ich brauchte ein neues Auto. Also hab ich mich auf der Straße mal umgesehen, was so unterwegs ist. Aufgefallen sind mir fast ausschließlich diese riesen Dinger, die kein Mensch braucht - ich auch nicht. Ich wollte was möglichst Kleines mit minimalem Verbrauch. Hab ich ein bisschen recherchiert und ein entsprechendes Auto gefunden. Und siehe da - von diesem Tag an sah ich solche Autos ständig. Total viele. Selektive Wahrnehmung.


    Wenn mich ein Thema interessiert (positiv) oder aufregt (negativ), dann schaue ich eher hin oder mir fallen Dinge dazu eher auf. Mehr jedenfalls, als andere Dinge.


    Mein Problem ist mittlerweile vielmehr, dass ich gar nicht mehr nachkomme. Heute dies, morgen das, übermorgen noch was anderes...viel zu schnell alles...

    Was mich stört ist, d. egal was vorher geleistet wurde... alles dann für die Katz ist... und du gehen musst...


    Meinst du jetzt Herrn Maaßen?

    Sicher hat er irgendwann mal was geleistet. Aber er hat auch schon einige Klopper gebracht und musste trotzdem nicht gehen.

    Auch jetzt muss er nicht gehen.

    Ist also nicht so, als hätte er sich hier einmal was zu Schulden kommen lassen und wäre jetzt weg vom Fenster :frag.


    Was für den Einen, resp. die Eine, Realität ist, ist für den Anderen abstruses Geschwafel.

    Dieser Faden wird im Sande verlaufen



    Sicher. So wie alle Diskussionen. Und?

    Ich zumindest brauche den Austausch mit anderen Menschen, egal wohin das verläuft.

    Alleine in meiner Bude zu sitzen und über das Elend der Welt nachzudenken, bringt mich nicht weiter...;)

    Ab und zu höre ich ganz gerne, was meine Mitmenschen denken. Auch abstruses Geschwafel...


    Das ist ja wie bei Modern Talking....waren immer Nummer eins und keiner hats gekauft und gehört.


    :lach

    So. Sie haben also fertig. Jetzt sollen wir aber auch alle wieder schön beruhigt und zufrieden sein, denn schließlich wird Herr Maaßen jetzt nicht mehr befördert, sondern er erhält "den Rang eines Abteilungsleiters" - wie Herr Seehofer es umschrieben hat.

    Das klingt so schön harmlos und normal. Abteilungsleiter gibt es ja auch im Lidl.


    Zum Glück leitet er aber nix mehr, sondern er ist jetzt Sonderberater für europäische und internationale Aufgaben. Kein Wunder, dass diese Stellung erst mal geschaffen werden musste. Keiner weiß so genau, was das überhaupt sein soll...

    Jedenfalls wird er unter anderem dabei "helfen", Rückführungsvereinbarungen für Flüchtlinge und Vereinbarungen mit afrikanischen Staaten auszuhandeln. Mehr konnte ich über seine neuen Aufgaben nicht heraus finden.


    Bleibt zu hoffen, dass er damit zumindest für die AfD echt langweilig wird. Die AfD hat kein Interesse an Europa und dem Rest der Welt.

    Es haben sich - leider ! - Gruppen dieser Veranstaltung angeschlossen, die die Republik nicht braucht.


    Zu dieser Veranstaltung hatte die rechtspopulistische Wählervereinigung "Pro Chemnitz" aufgerufen. Wenn man sich ein kleines bisschen über diese Bürgerbewegung informiert, findet man schnell heraus, welche Ansichten sie vertritt.

    Pro Chemnitz erhielt 5,7% der Stimmen der Chemnitzer Bürger bei der letzten Wahl zum Chemnitzer Stadtrat und ist mit drei Sitzen vertreten. Dabei scheint sich die Anhängerschaft auf Chemnitz selbst zu beschränken - und da im besonderen auf einen bestimmten Stadtteil. Im Umland ist diese Vereinigung nicht vertreten.

    Die Gruppen, die "die Republik nicht braucht", haben sich auch nicht einfach so angeschlossen, sondern es war schon im Vorfeld klar, dass all diese Gruppen dabei sein werden.

    Da das Internet nichts vergisst, kann man heute noch auf den verschiedenen Seiten dieser Gruppen im Netz nachlesen, wie mobilisiert wurde.


    Das darf man aber nicht dem friedlichen Teil der Chemnitzer Bürger zum Vorwurf machen, die sich dort versammelt hatten, um auf ein Problem in ihrer Stadt aufmerksam zu machen.


    Die Bürger sind dem Aufruf der oben genannten Vereinigung gefolgt. Wenn da einer dabei war, den es tatsächlich noch überrascht hat, Seite an Seite mit Hintlergruß-Schwenkern zu marschieren, hätte er sich einfach entfernen können.

    6000 Leute sind mitgelaufen.

    Ich dachte auch, das sollte ein "Trauermarsch" zum Gedenken an das Opfer gewesen sein.

    Was denn nun? Wollten die friedlichen Bürger trauern oder auf ein Problem aufmerksam machen?

    Und auf welches Problem genau wollten sie denn aufmerksam machen?


    Daraus eine Hetzjagd zu konstruieren, ist eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit.


    Eine "Hetzjagd" der Medien auf Herrn Maaßen zu konstruieren, ist mindestens genauso fragwürdig.

    Ich sehe ihn nicht als armes Opfer. Ich würde ihn auch nicht "unbequem" nennen, sondern ich nenne ihn: nicht vertrauenswürdig; und das sicher nicht erst seit dem 26./27. August.


    Menschen aus Chemnitz haben erzählt, wie sie von den Trauermarsch-Teilnehmern verfolgt, beschimpft und geschlagen wurden.

    Es gibt eine Menge Anzeigen dazu.

    Reporter haben erzählt, wie sie von den Trauermarsch-Teilnehmern angegriffen wurden und ihr Material und ihr Werkzeug zerstört wurde. Dazu gibt es Bildmaterial. Und Anzeigen.

    Ich habe keinen Grund, anzunehmen, alle haben das alles erfunden und all das ist konstruiert, um...ja - wozu eigentlich?!


    Das Video alleine ist nicht ausschlaggebend für das, was da passiert ist.

    Dass man in solchen Zusammenhängen definieren muss, ab wieviel Metern Verfolgung man von einer Hetzjagd spricht, finde ich ziemlich unglaublich.


    Heute früh wurde gemeldet, die AFD liegt aktuell auf Platz 2


    Ganz, ganz schrecklich!

    Ein (wie ich finde) kluger Kommentar in der ZEIT zur Beförderung von Maaßen, nachdem man - bei allem verständlichen Frust - die Causa nicht dem politischen System als Ganzem anlasten sollte.


    Das kann man so oder so sehen. Herr Maaßen ist ja nicht der erste, der auf dem Schachbrett hin und hergeschoben wird. Dass seine Versetzung konkreten Interessen dient, ist ja wohl wirklich keine überraschende Neuigkeit oder Erkenntnis...;)

    Natürlich haben da alle ihre eigenen Gründe und Taktiken.


    Ich glaube übrigens kein bisschen - so wie der Autor dieses Kommentars - dass der größere Teil der Öffentlichkeit der Meinung ist, dass Herr Maaßen weiteren Vertrauensvorschuss verdient hätte und sich in einem anderen Ressort neu bewähren könne. Aber das ist nur meine Meinung - völlig konträr zur Meinung des Autors.

    Ja Zwergenpapa, das geht mir natürlich genau so. Aber leider sind wir beide nicht alleine und es gibt eine menge Menschen in Deutschland, die dieses Geschwurbel durchaus ernst nehmen oder doch zumindest für ihre Zwecke nutzen.


    Herr Seehofer ist INNENminister. Er soll für Sicherheit sorgen, nicht für neue Brandherde...


    Die neuen Aufgaben des Herrn Maaßen als (verbeamteter) Staatssekretär sind übrigens diese hier:


    - er übernimmt die Bereiche Cyber- und Informationssicherheit (hahaha, die AfD freut sich schon über diese neune Infoquelle)

    - er übernimmt das Ressort öffentliche Sicherheit (hahaha, die AfD freut sich schon über mehr Rückhalt in der Öffentlichkeitsarbeit)

    - er wird damit für die Bundespolizei zuständig sein (hahaha, die AfD freut sich schon über mehr Rückhalt bei ihren Demos und öffentlichen Auftritten)


    Herr Seehofer hat zugesichert, dass Maaßen auf seinem neuen Posten nichts mehr mit den Angelegenheiten des Verfassungsschutzes zu tun haben wird. Aber wie soll das überhaupt gehen - bei den oben aufgeführten Aufgaben?

    Das weiß Herr Seehofer auch noch nicht. Notfalls schreibe er halt selbst einen neuen Geschäftsverteilungsplan - sagt er.


    Ja - das alles gibt mir wirklich mein Vertrauen in die Politik zurück...:rauchen

    Die CSU...:ohnmacht:


    "Die Migrationsfrage ist die Mutter aller politischen Probleme in diesem Land" < Zitat Horst Seehofer...


    Man muss sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen, was der Herr Seehofer damit zum Ausdruck bringt.

    Und dann frage ich mich: was genau ist das wohl? Diese "Migrationsfrage".

    ...unfassbar finde ich das!


    Herr Maaßen wird befördert. Ich bin wirklich fassungslos und meine Politikverdrossenheit steigt ins unermessliche. Boah - macht mich das wütend...

    Was sagt ihr dazu? Also nicht dazu, dass ich wütend bin, sondern zu diesem Tiefpunkt politischer Kultur...

    Man fragt sich halt, warum wir Menschen uns technologisch zwar ungehindert weit entwickeln, gesellschaftlich aber kaum.


    Vielleicht weil menschliche Körper und - ich nenne es mal: Seelen - mit dieser technologischen Entwicklung gar nicht mithalten können.


    Es gab Ende des 19. Jahrhunderts mal die Diagnose der so genannten "Eisenbahnkrankheit". Unter anderem wurde für diese "Krankheit" auch das Misstrauen der Menschen gegenüber der neuen Erfindung verantwortlich gemacht. Es hieß, dass die Menschen die schnell wechselnden Eindrücke nicht gewohnt seien, weil sie sich bis dahin noch nie so schnell fortbewegt hätten...

    Vielleicht war da ja was dran.

    Klar, die meisten Menschen gewöhnen sich an alles. Aber ob das so Sinn macht?!

    Menschliche Körper und - ich sag noch mal: Seelen - haben Grenzen.


    Ich bin sicher kein Fortschrittsgegner. Aber wenn ich mir was wünschen könnte, würde ich mir eine Welt ohne Internet wünschen.

    Klar, dann könnte ich jetzt hier nicht mit euch schreiben. Aber das macht nichts, weil ich ja dann andere Dinge tun würde. Die ich jetzt natürlich auch tun könnte. Aber ich mach`s nicht, weil ich hier am Pc sitze. Meine Seele ist auch schon irre...:rauchen

    Ich sehe das Problem ganz woanders. Ein Einwanderungsgesetz wird die Ursachen für die Flucht der vielen, vielen Menschen weltweit nicht beseitigen. Sie werden trotzdem kommen. Zu recht. Und vor allem unfreiwillig.

    Die Menschen, die - weltweit - unterwegs sind, wollen doch gar nicht irgendwo "einwandern". Sie flüchten. Wenn sie irgendeine Wahl hätten, würden sie da bleiben, wo ihre Heimat ist.


    Aber klar, trotzdem ist ein Einwanderungsgesetz längst überfällig und sicher auch sehr sinnvoll. Das hat aber nichts mit dem Asylgesetz zu tun.


    Einwanderung (freiwillig) und Asyl (gezwungener Maßen) sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

    und was erwartest du von der Politik. Versuchen sie etwas gegen die Entwicklung zu machen, heisst es gleich sie sind rechts...


    Verstehe ich nicht.


    Ich erwarte von einer Regierung eine klare Haltung. In welche Richtung diese Haltung geht, ist natürlich abhängig von der Partei, die an der Regierung ist. Von ihren Werten, Zielen, "Inhalten" - wie es immer so schön heißt...


    Schon alleine das ist bei unserer jetzigen Regierung nicht möglich, weil die Koalition ein Sammelsurium aus Politikern ist, deren Ansichten, Werte und Ziele sich entweder ständig ändern oder so dermaßen voneinander abweichen, dass man sich fragt, was dieses ganze "Koalitions-Affentheater" eigentlich soll.

    Schon die Regierungsbildung war ein Witz.


    Ich habe den Eindruck, dass "die Regierung" orientierungslos herumschwimmt und mehr oder weniger ambitioniert versucht, auf Entwicklungen irgendwie zu reagieren, statt Entwicklungen mit zu gestalten. Siehe Atomausstieg.


    In der Flüchtlingspolitik wird seit Jahren herum geschwommen. Es reicht nicht aus, ständig zu wiederholen "Wir schaffen das!", wenn gar nicht klar definiert wird, WAS wir eigentlich schaffen. Von dem "wie" ganz zu schweigen.


    Undefiniertheit, Unklarheit, Schwammigkeit, ständige Richtungswechsel und Uneinigkeit einer Regierung lässt viel zu viel Platz für Spekulation und Unterstellung.

    Ich denke, man kann die 30er / 40er mit der heutigen Zeit überhaupt nicht vergleichen. Es herrschten komplett andere Gesellschaftsstrukturen, ein komplett anderes Werte- und Normensystem.


    Das stimmt, das kann man nicht vergleichen.

    Heute haben wir das Internet. Unberechenbar. Unkontrollierbar. Die Regierung hinkt hoffnungslos hinterher.


    Klar gab es schon immer gesellschaftliche Veränderungen. Und natürlich stellt sich dann die Frage, wie man damit umgeht. Denn Straßenkämpfe, Gewaltherrschaft oder Krieg will sicher niemand von uns.

    Ich sehe nicht, dass unsere gewählte Regierung einen klaren Weg aufzeigt. Ich sehe da gerade keine positiven Entwicklungen :frag


    Und ich habe den Eindruck, die Gesellschaft hinkt der Anpassung an die Veränderungen ebenso hinterher wie die Regierung der Digitalisierung und der Antwort auf die Frage: wir gehen wir mit der gesellschaftlichen Entwicklung um, die sich seit 3 Jahren abzeichnet?

    Der nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung, die eine klare Position gegen Zuwanderung vertritt , hat jetzt eine Stimme.Damit muss man in einer Demokratie leben.

    Ich finde nicht, dass eine Demokratie alles "aushalten" muss bzw. dass man in einer Demokratie "damit" leben muss. Im Gegenteil.


    Wenn die Stimme, die da jetzt den Teil der Bevölkerung vertreten will, der sich gegen Zuwanderung ausspricht, rechtsradikale Töne spuckt, muss man ganz klar NICHT damit leben (wollen, weil es "demokratisch" ist).

    Wenn Herr Gauland das dritte Reich als "Fliegenschiss in Anbetracht der gesamten Deutschen Geschichte" bezeichnet, muss man nicht damit leben, weil das als "freie Meinungsäußerung" deklariert wird. Das ist nur ein Beispiel von vielen, im Netz geht es ja noch viel krasser zu.

    Wenn diese Stimme gemeinsam mit Hooligans und Rechtsradikalen, die gerne ungeniert den Arm zum Hitlergruß heben und "Ausländer raus" Deutschland den Deutschen", "die Linken werden brennen" und ähnlich sinnbefreite Parolen über die Straße brüllen - also wenn diese Stimme gemeinsam mit diesen Gestalten durch die Straßen marschiert, muss die Demokratie das ganz sicher nicht "aushalten", sondern sich ganz klar dagegen aussprechen!


    Die Berichterstattung der Presse sehe ich allerdings auch kritisch. Was kann man überhaupt noch glauben, was man nicht mit eigenen Augen gesehen hat?!