Beiträge von Kaj

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    Elternsprechtage (= Nachmittage) von 15.00 bis 18.00 bzw. 16.00 bis 19.00.


    Fällt bei euch dann dafür Unterricht aus oder wird vertreten? Bei dem Zeitfenster scheint mir das nicht anders möglich. Und: Solche Zeitfenster bringen alle Lehrer mal wieder in Verruf, faul zu sein und nur bis Mittag zu arbeiten.


    stern0372

    Es tut mir echt leid, dass die Schule offensichtlich wenig gewillt ist, die Förderung deines Kindes und der anderen Kinder ernst zu nehmen und sinnvoll umzusetzen. Hast du mal mit anderen Eltern gesprochen, was die dazu sagen? Ihr solltet als Gruppe agieren, um eure Kinder zu schützen.

    Kaj im Prinzip hast du recht, aber wenn ich das richtig verstanden habe, dann macht Muttern wohl demnächst mal einen Termin bei der Bank... der frühe Vogel fängt den Wurm oder so....

    Ich bekomme echt Schnappatmung und Existenzängste, wenn ich über diese Pläne von Mutter und Tochter nachdenke...

    Lass sie doch! Sie ist volljährig, soll sie doch den Kredit aufnehmen. Du bist für die Tochter finanziell gar nicht zuständig, da würde ich bei solchen Fantastereien mit dem Vater absprechen, dass ihr sicherheitshalber sauber getrennte Kassen führt. Schütze dich und deinen Sohn.

    Ich finde, du solltest dir nicht so viele Gedanken und Stress wegen ungelegter Eier machen. Sie hat ja noch nichtmal Abi und es ist nicht sicher, dass sie es schafft.

    Ich würde mich entspannt zurücklehnen und das Studium überhaupt noch nicht diskutieren.

    Mit Konzepten können sich sämtliche Bildungseinrichtungen aber auch mittlerweile gegenseitig bewerfen.

    Wir haben ein Methodenkonzept, ein Mobilitätskonzept, ein Medienkonzept, ein Inklusionskonzept, für jedes Fach und jeden Jahrgang ein Curriculum, jetzt kommt noch ein Digitalisierungskonzept auf Wunsch des Schulträgers hinzu.

    Ja ne, is klar...:radab


    Lasst uns doch einfach mal 10 Jahre in Ruhe arbeiten!

    :welcome und Grüße aus einem (fast) Nachbarkreis.


    Meine Jungs sind allerdings schon erwachsen.

    "Nadelarbeit" war mein persönlicher Alptraum. Zum Glück hat Muttern immer mal eine Reihe gehäkelt oder gestrickt.

    Wir haben sogar eine Schürze für den Werkunterricht genäht.

    Werken und später PA waren viel cooler. In PA haben wir Toaster und Rasenmäher im Akkord gebaut inkl. Qualitätssicherung. Das Zeug ging im Ostblock in den Handel.

    Als Unterricht getarnte Kinderarbeit. :wow


    Aber ich profitiere heute noch davon.

    In Thüringen durfte Kind mal sechs Wochen die Grundschule besuchen und ich fand es klasse, dass dort ganz viel praktisch gemacht wurde. Gartenarbeit, Werken, in Mathe (!) haben sie eigenständig Marmelade eingekocht. Da ging es um das Wiegen und ähnliches. Großartig. Nur ein Beispiel von vielen, die ich dort richtig gelungen fand. Leben be-greifen. Aus erster Hand. Etwas, das mir bei meiner Arbeit auch sehr wichtig ist.

    Die Ossis haben‘s halt drauf...8o


    Leider hat man ja mit der Einverleibung der DDR auch das dortige Schulsystem abgeschafft. Dabei hatten wir viele richtig gute Fächer, eben die, die du aufzählst.

    Ich habe in Werken Grundlagen für den Umgang mit diversen Baustoffen wie Holz, Aluminium, Stahl gelernt, dazu die Werkzeuge und den Arbeitsschutz.

    Grundlagen im Umgang mit Elektrizität, Stromkreise, Schaltkreise mit und ohne Widerständen usw.usf. - das war Standard. Lampe anklemmen? Schnurschalter einbauen? Kein Problem.

    Schulgarten fand ich zwar damals kacke, aber heute fehlen diese praktischen Fächer.

    Hier in NDS werden die Reffis knallhart vom ersten Tag an in zwei Klassen eingesetzt und müssen sehen, wie sie klar kommen. Die ganzen pädagogischen und didaktischen Spielchen finden irgendwann nur noch in den Vorführstunden statt. Überleben heißt, eine Stunde mit dem Buch spontan unterrichten zu können.


    Ein guter Lehrer schafft es meiner Meinung nach auch, sich auf jede Schulform einzustellen. Daher sind alle Diskussionen über Gymnasiallehrer an Grundschulen völlig obsolet.

    Ich kann von mir und mindestens 95% meiner KollegInnen behaupten, dass wir immer bemüht sind, sowohl alle Lerntypen zu bedienen als auch Interessen und Lebenswelten je nach Fach abzudecken. Die Materialien der Verlage sind auch so angelegt.


    Das kann aber schnödes Vokabellernen z.B. nicht abnehmen, das muss nunmal zu Hause gemacht werden. Und je älter die Schüler werden, desto umfangreicher und schwieriger müssen Texte z.B. werden dürfen.

    Schüler setzen sich gern mit Lebensfragen auseinander, aber dazu bedarf es auch einigen Input. Ich kann mich nicht tiefgründig mit Regeln und Gesetzen auseinandersetzen, ohne Kants Kategorischen Imperativ zu kennen oder die passende Bibelstelle. Das ist unsere Geschichte, unser kultureller Hintergrund.

    Oder Literatur. Viele Texte beruhen auf antiken Vorbildern oder setzen bewusst antike Figuren bzw. Namen ein. Wer soll das verstehen, ohne sich mit antiken Heldensagen auseinandergesetzt zu haben. Früher wurde sowas zu Hause gelesen, jetzt versuchen wir in der extrem knappen Zeit im Unterricht anzustoßen. Wenn dann ein Schüler kommt und mir erzählt, er hätte Homer gelesen und fand es toll, dann ist das für mich ein Erfolg.

    Eine Kollegin in Latein hat mit Schülern mal die Zaubersprüche aus Harry Potter analysiert - näher an der Lebenswelt der Schüler geht es doch gar nicht. Und natürlich sitzt da der eine, der keine Bücher in die Hand nimmt und das alles nur überflüssig findet. Aber Abitur haben wollen...


    In manchen Familien existiert nicht ein Buch. Einen Duden oder ein Englischwörterbuch zu besitzen, halten einige für überflüssig. Richtig rechtschreiben wird ja so überbewertet von uns Lehrern und es wird nicht gesehen, dass Rechtschreibfehler nicht nur peinlich sind, sondern auch dazu führen, dass z.B. eine Bewerbung sofort aussortiert wird.


    Bei 32 Kindern pro Klasse ist es leider nicht möglich, alle Lebenswelten und Wünsche umzusetzen. Da kann es immer nur eine Auswahl geben. Die Spezialisten können sich aber gern in der Oberstufe das passende Seminarfach suchen. Ach nee, da wählt man ja nach Lehrer...wo kriegt man am einfachsten die meisten Punkte...

    Wenn Pisa dann der Maßstab ist....oh man. Das ist wieder so ne Schablone, die nicht sein muss und unnötigen Stress verursacht. Außerdem werden aus den Ergebnissen ja auch wieder die falschen Schlüsse gezogen finde ich. Wenn seit Jahren bekannt ist, dass deutsche Schüler immer schlechter lesen und schreiben, wäre für mich ne logische Schlussfolgerung daraus, dass man sich mehr Zeit dafür nimmt. Ob frontal oder nicht spielt dabei nicht wirklich eine Rolle. Aber irgendwie machen die dann das Gegenteil draus. Da wird noch mehr Druck aufgebaut. Grundschul-Abi und so. Seltsamer Laden.


    Man müsste sich mal trauen, anders zu denken. Es geht um einen ganz anderen Denkansatz mit ganz anderen Zielen. Nicht nur einen Abschluss zu schaffen, sondern zu erreichen, dass von der vielen Bildung auch nach der Schule was hängen bleibt. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass die halbe Schulzeit auch reichen würde. Und selbst da wird zu viel Zeit für unnützes Wissen verblödelt, was man am Ende nichtmal hat.


    Aber unsere Mentalität ist einfach zu schimpfen, aber nichts zu tun, damit es mal besser werden könnte.

    Man müsste sich endlich mal wieder trauen, Kindern und Jugendlichen etwas abzuverlangen und nicht jeden Pups feiern zu müssen. Aber tut man ersteres als Lehrer, hat man ganz schnell Ärger mit den Eltern.

    Mich wundert es gar nicht mehr, dass wir seit Jahren in einigen Bereichen von hoch qualifizierten und arbeitswilligen Fachkräften aus dem Ausland überrannt werden. Gerade heute habe ich irgendwo gelesen, dass in D händeringend Mathematiker gesucht werden. Die findet man hierzulande kaum noch, die Abbrecherquote in den ersten Semestern Mathestudium an den Unis ist extrem hoch.

    Oder man schaue mal die Besetzung der hiesigen Orchester an. Warum sind die neuerdings überwiegend mit Osteuropäern und Asiaten besetzt? Weil die von klein auf lernen und arbeiten, während hier der Fokus auf work-life-Balance gelegt wird.


    Aber ja, es muss mehr Spiel und Spaß in die Schule...die passenden Jogginghosen werden schon getragen. :tuedelue

    Vollbio, es ist mir Latte, ob das Einkünfte oder Einkommen heißt. Fakt ist, dass du unterm Strich offiziell dein Leben von 2000 Ocken finanzierst, obwohl du mehr als das Dreifache einnimmst.


    Und laber mich nicht mit Versicherungen zu. Alle Kosten die Immobilien betreffend kannst du den Mietern über die Nebenkosten aufdrücken, was du ja wohl auch tun wirst. Weitere setzt du von der Steuer ab. Wäre dem nicht so, hättest du die Immobilien längst abgestoßen.

    Aber mir dünkelt eben schon, dass es immer mehr wird mit Lernproblemen. Und da fragt man sich warum das heute so ist. Und meine Antwort ist der sinnlose Druck und der eingeredete Bildungswahn.

    Das und, so wurde wissenschaftlich festgestellt, der zu frühe und zu lange Kontakt mit digitalen Geräten. Kinder, die z.B. viel digital spielen, verstehen reale Gefühle nicht, können also nicht mehr einschätzen, ob ihr Gegenüber lacht oder weint, empfinden kein Mitgefühl. Das kennt man sonst nur von Autisten. Der Anstieg der Aspergerdiagnosen spricht für diese Erkenntnis.

    Kinder haben keine Frustrationstoleranz mehr, weil sie gar nicht mehr bzw. zu wenig real spielen und sich auseinandersetzen müssen. Gerade Gesellschaftsspiele mit den Eltern wären hier ein super Baustein.

    Und ich schreibe auch einen Teil des Problems einer zu zuckerhaltigen Ernährung zu.


    Dass Kinder in der Schule alles ihren Neigungen entsprechend lernen sollen, finde ich nicht gut. Das nimmt vielen nämlich die Chance, etwas Neues auszuprobieren und zu entdecken. Kaum ein Kind würde Musik oder Mathe anwählen. Beide Fächer sind aber auch persönlichkeitsbildend, genauso wie Nathan, der das friedliche Nebeneinander von Religionen lehrt. Ohne Nathan und die Aufklärung stünde unsere Gesellschaft übrigens heute nicht so tolerant und demokratisch da, wie sie ist. Es ist ein Teil unserer Geschichte und die gehört unbedingt unterrichtet.

    Schule heißt ja auch, Dinge tun, die keinen Spaß machen und das ist echte Vorbereitung auf das wahre Leben. Wer macht denn im Job nur Dinge, die er toll findet?

    Den meisten Druck bauen meiner Erfahrung nach die Eltern auf. Für viele ist es oberwichtig, den Nachbarn und Konkurrenzmuttis sagen zu können, dass das eigene Kind zum Gymnasium geht.

    Da werden Kinderseelen zerstört.

    Die Lehrer erkennen nämlich sehr gut, welche Schule zu einem Kind passt, sowohl die GS-LuL als auch die an den weiterführenden Schulen. Aber gerade im 5. Jg. kann man sich den Mund fusslig reden. Manche Eltern schauen gnadenlos zu, wie ihre Kinder gerade am Gymmi nicht zurechtkommen, weil sie dem Tempo und den anderen Anforderungen (noch) nicht gewachsen sind.

    Und dann sind die Lehrer schuld.

    Das fängt schon mit der Schulpflicht an und hört nicht damit auf, dass Kinder möglichst schon im Kindergarten darauf gedrillt werden, alle in ein und die gleiche Schablone zu passen. Und wer ein bisschen zuviel abweicht, bekommt gleich einen Stempel aufgedrückt, darf zur Ergo- und/oder Logotherapie. Bekommt Förderunterricht und was-weiß-ich für Maßnahmen. Auch gerne mal schnell eine AD(H)S Diagnose und schlimmstenfalls deshalb Medikamente. Alles, damit sie in das bestehende System passen.

    Ich bin absolut für die Abschaffung der Schulpflicht (nicht Bildungspflicht!). Gleichzeitig sollten Schulgeld und Schulkleidung eingeführt werden.