Vater hält gerichtliche Vereinbarung nicht ein

  • Hallo Ihr Lieben,


    im Moment bin ich richtig genervt und ratlos, daher hoffe ich, dass sich hier jemand mit der Thematik auskennt.


    Es gibt seit dem 04.12.25 eine bestehende gerichtlich gebilligte Vereinbarung zum Umgang für meinen Sohn mit seinem Vater, die der Vater, nachdem meine Vorschläge alle von ihm abgelehnt wurden,selbst eingeklagt hat.

    Die Vereinbarung enthält eine Klausel für das Ordnungsgeld.


    Leider hält sich der Vater absolut nicht an die Absprachen.

    Ich führe bereits ein detailliertes Umgangsprotokoll. Die Liste der Verstöße ist lang:

    • Eigenmächtige Terminverschiebungen (z. B. bei den Weihnachtsfeiertagen)
    • regelmäßige Verspätungen beim Holen und Bringen
    • Zu frühes Zurückbringen des Kindes
    • Häufiges Nichterscheinen
    • Häufige Absagen (seit Mai, als er seine Gehaltsabrechnungen für die Unterhaltsberechnung einreichen sollte, regelmäßig lückenlos der selbe Tag)
    • Kommunikationsverstöße
    • Sorgfaltspflichtverletzungen (Kind kommt klatschnass bis auf die Unterwäsche vom Umgang zurück - Vater ist trocken)

    Das Protokoll zeigt schwarz auf weiß, dass die Ausfälle und Unpünktlichkeiten System haben.

    Ich habe alle Screenshots mit den Absagen "Arbeit" oder schlicht "heute klappt es nicht" (an einem Feiertag) gesichert.


    Meine Frage an euch:


    Wie geht man mit den ständigen Umgangsverstößen um? Soll ich mein Protokoll an das Jugendamt senden?

    Zum Thema Ordnungsgeld habe ich nur gefunden, dass es gegen die Mutter verhängt werden kann.


    Ich freue mich über eure Erfahrungen und Tipps


    Liebe Grüße

  • Das klingt nicht schön. Wie geht es denn deinem Sohn (wie alt ist er? Drei Jahre wegen 2023?) damit?


    Und was würdest du gern erreichen?

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Richtig, er ist 3 Jahre.

    Erschreckend finde ich, dass er, wenn er vorher weiß, dass Papa kommt, von sich aus schon sagt "Papa kommt zu spät" oder "Papa kommt bestimmt später, weil er einen Parkplatz suchen muss".

    Leider steht der Kleine dann oft vergeblich an der Tür.

    Ich bin dazu übergegangen, gar nicht vorher zu sagen, wenn Papa kommen soll.

    Es ist immer eine Überraschung.


    Ich würde gerne erreichen, dass der Vater sich an die von ihm erstrittene Vereinbarung auch hält.

    Zuvor hatten wir eine Vereinbarung über das Jugendamt.

    Da war er pünktlich, ohne Absagen und Zwischenfälle.

    Ich habe den Eindruck, dass er die "Bühne nutzt", um mich zu ärgern.

    Bei Gericht wurde verlesen, dass mein Sohn keine Windeln mehr trägt und zum Ende des Termins fragt mich der Vater nach der Windelgröße. Ich erinnerte ihn daran, dass keine Windeln mehr benötigt werden.

    Später fragt er schriftlich erneut nach der Windelgröße und ich habe ihm schriftlich nochmal klar gemacht, dass keine Windeln mehr benötigt werden.


    Scheinbar sieht er den Umgang als unverbindliches Angebot, dass man nach Lust und Laune so hinbiegen kann, wie es gerade passt.


    An Tagen, wo das Kind klatschnass zurück kommt, beginnt der Umgang mit einer festen Umarmung und den Worten "mein Sohnemann".

    Wenn ich dann bei der Rückgabe merke, dass der Kleine bis auf die Unterwäsche nass Ist und man die Gummistiefel ausgießen kann, sagt der Vater nur (und das habe ich schriftlich) "das habe ich zu spät gemerkt und nächstes mal passe ich besser auf".

  • Hallo Mama2023,


    das hast Du doch super gelöst, dass Du dem Kleinen nicht mehr sagst, wann der Papa kommt. So gibt es keine Enttäuschungen für ihn.


    Ansonsten kann ich Dir nur raten, Dein Leben auf Deinen Sohn und Dich zu fokussieren. Sei Du ihm die verlässliche Person im Leben.


    Du hast keinen Einfluss auf den Vater. Vor allem nicht über Euer Kind. Lass' Du den auch keinen Einfluß auf Dich haben.


    Augen zu und durch.

  • Ja, ich tue mein Bestes.

    Auch ziehe ich meinem Sohn erst Schuhe und Jacke an, wenn es wirklich klingelt.

    Vorher war der Kleine fertig angezogen und bereit zum Losgehen, bevor der Vater geklingelt hat.


    Wozu dient diese Klausel in der gerichtlich gebilligten Vereinbarung?

    Im Internet lese ich immer, dass das Ordnungsgeld gegen die Mutter verhängt werden kann, wenn sie sich sperrt.


    Es ist auch sehr widersprüchlich, dass der Vater beim Gericht das ganze Wochenende bis Montag beantragt und dann beim Gericht sagt, dass Freitag und Montag nicht gehen, weil er berufstätig ist.

    Schlussendlich wurde dann Samstag und Montag beschlossen.

    Den Montag sagt er jetzt reihenweise seit Mai inkl. Pfingstmontag ab und ich bin froh, dass ich noch verhindern konnte, dass er ihn montags von der Kita abholt.

    Das wäre ja das Worst-Case-Szenario:

    Ich denke, er holt ihn ab, die Kita ruft an und am Ende darf ich zusätzlich die extra Betreuungszeit bezahlen.


    Ich fühle mich seinen Schikanen so hilflos ausgeliefert und denke:

    Was passiert, wenn mein Sohn die Wochentage und die Uhrzeit selbst einschätzen kann?

    Er weiß ja schon von alleine, wann der Spielzeug-Tag in der Kita ist.

  • So, wie sich das liest, hat der KV die gerichtliche Festlegung erwirkt, um einfach zu gewinnen und zu bestimmen.

    Das macht er weiterhin.


    Du kannst da gar nichts machen, außer vieles in Zukunft wegzuatmen.

    Wenn ein Termin abgesprochen ist und der Vater nicht erscheint (warte immer das akademische Viertel), mach etwas Schönes mit deinem Sohn. Bringt er ihn gern früher zurück, freu dich entweder, dass dein Kind wieder da ist, oder sei erst kurz vor „Liefertermin“ wieder zu Hause. Kommuniziere letzteres aber dem Vater vorher („Ich werde bis gegen xyz außer Haus sein“).

    Keine Vorwürfe, kein Meckern, das Kind kommentarlos umziehen, wenn es nass und schmutzig nach Hause kommt.


    Je weniger du dich (vor Ex) aufregst und ihm Vorwürfe machst, desto mehr nimmst du ihm die Macht über dich.

    Vielleicht kann er sich nicht anders verhalten, vielleicht macht er es absichtlich. Das ist egal.


    Diese Gelassenheit muss man üben und lernen, aber je mehr du dahin kommst, desto weniger kann er dich bestimmen. Denn das tut er jetzt und du ärgerst dich.

    „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe." (1. Korinther 16,14) - Jahreslosung 2024


    „Mach‘s wie Gott - werde Mensch.“ (Franz Kamphaus)

  • Sieh es mal so: Kinder sind auch nicht blöd. Du sagst ja selber, dass dein Sohn schon merkt, was der Papa da macht. Was der KV also wirklich tut, ist, sich langfristig vor seinem Kind selbst zu sabotieren, wenn er dieses Spiel jetzt über Jahre spielt und du nicht alle Aktionen abfangen / vorm Kind verstecken kannst (was dir vermutlich nicht gelingen wird, selbst wenn du es versuchst).
    Du kannst ihn davor warnen, vielleicht ändert er sich dann. Oder du kannst ihn machen lassen, dann wird er sich vielleicht die nächsten Jahre in den Augen seines Sohnes Stück für Stück selbst disqualifizieren.

    »Ich rebelliere!«, ruft das Känguru, als es in die Küche kommt.

    »Aha«, sage ich. »Wogegen rebellierst du denn?«

    »Gegen die Zustände.«

    »Verständlich«, sage ich. »Löblich geradezu.«

    »Rebellierst du mit?«, fragt das Känguru.


    Marc-Uwe Kling, "Die Känguru-Rebellion"

  • Gib ihm keine „Bühne“

    Kommt er nicht - gehst du nach 15 Minuten mit Kind in die Stadt, Schwimmbad und schickst keine Nachricht.

    Genauso bei Abgabe - du kommst erst 5 Minuten vorher um die Ecke - niemand sagt das du nonstop erreichbar sein musst.

    Nasse Klamotten übersehen, lächeln - Danke und Ciao


    Steig aus dem Spiel aus. In den nächsten Jahren wird es eh viele Sonder Termine Regeln geben.


    was wichtig ist:


    Unterhalt - lass das die Beistandschaft oder den Anwalt regeln - wenn er dich anspricht - er möge sich an die Profis wenden - keine Diskussion mit dir.


    Ferienregelung - leider bist du aber hier auch auf seinen Goodwill angewiesen, weil du kannst ihn im Endeeffekt nicht dazu zwingen, gerade später in der Schulzeit, die Hälfte der Ferien zu übernehmen

  • Genau, den Anschein macht es auf mich auch: Einfach fordern, weil es theoretisch möglich ist.


    Ja, das weg atmen funktioniert momentan mal mehr mal, mal weniger gut.


    Reden bringt bei dem Kindsvater nicht – leider.


    Er hat zwei Ohren und dazwischen ein Sieb… oder er wird frech:


    Ich schreibe ihm, dass alle Kleidungsstücke nass sind und dass das ja nicht sein kann/darf - er antwortet: Richtig, ich treffe Entscheidungen je nach Situation und wir waren in häuslicher Nähe und sind früher zurückgekommen.

    Dass er früher zurückgekommen ist und sich und das Kind um die gemeinsame Zeit gebracht hat, weil er nicht aufgepasst hat, fällt ihm nicht ein.


    Zu Weihnachten wollte er die zwei Tage hintereinander eigenständig ändern, weil zwei Tage hintereinander seiner Ansicht nach keinen Sinn machen.

    Als ich ihm schrieb, dass die Vereinbarung anders lautet, fragt er mich nur, wie die Vereinbarung lautet.


    Die Montage seien seiner Meinung nach auch nicht gut fürs Kind, was er nach seinem Arbeitstag gut nachvollziehen könne und man solle die Umgänge aussetzen, bis eine andere Lösung gefunden wäre... wir könnten uns ja mal zur Lösungsfindung zusammensetzen.

    Das habe ich abgelehnt.


    Mit dem Unterhalt hat er mich ja auch angelogen, als ich ihn gefragt habe, warum er denn den Unterhalt seit 01.06.2026 nicht korrekt gezahlt hat. Er sagte, dass er das nicht bezahlt hätte, weil ich nicht alle Unterlagen beigebracht hätte.


    Das stimmt nicht: Der Unterhalt steht fest, der Anteil an den Kita-Kosten auch und lediglich der Betrag für die Kita muss von der Beistandschaft neu berechnen werden, weil es einen Bearbeitungsfehler gab. Ich habe ihm dann nur gesagt „Mach halt wie Du meinst, es sind ja Deine Schulden und nicht meine“.


    Anschließend hätte ich mich selbst in den Hintern beißen können, dass ich etwas gesagt habe.


    Ja, die Ferien werden wohl auch nichts werden… Selbst wenn es in der Vereinbarung mit Ordnungsgeld/Ordnungshaft-Klausel steht.


    Ich habe mir noch einmal alle Unterlagen bezüglich des Gerichtstermins (Bericht der Verfahrensbeiständin) durchgelesen. Er hat sich als Vorzeige-Papa hingestellt und da schloss sich der Kreis im Nachhinein bei mir, warum ich gefühlt ihm Saal „die Böse“ war, bis er anfing zu reden.


    Soll ich weiter dokumentieren? Wozu mache ich das, wenn er eh nichts zu erwarten hat und die Klausel nur für mich gilt? Ich dokumentiere mir dann einen ganzen Ordner zusammen, für den sich niemand interessiert und wenn es in 5 Jahren mal wieder einen Gerichtstermin geben würde, wären die Dokumentationen zu alt?

  • Hallo Mama2023,


    das ist alles sehr sehr ärgerlich für Dich. Und ich glaube viele hier können nachvollziehen, was das so mit einem macht, haben es als Phase selbst erlebt und können verstehen, wie ermüdend und vielleicht auch unfair es ist.


    Gleichzeitig, so wie es auch schon geschrieben wurde, möchte ich einen Wechsel der Perspektive empfehlen.

    Ob das dann nicht verfügbar ist, oder 24/7 in Bereitschaft weil es Dir um das Kind geht, ist denke ich im ersten Schritt egal und auch eine Kombination aus beidem ist ja möglich.

    Und du machst ja auch schon viel richtig, z.B. erst anziehen wenn wirklich da.


    Mach einfach einen Haken an den anderen Elternteil.

    Wenn er verstehen würde was Du willst, umsetzen könnte was Du sagst, tun was er eingeklagt hat....es wird Gründe geben, warum es Dein Ex ist.


    Du verbringst die meiste Zeit mit Eurem Sohn, lass Dir die Zeit doch nicht verderben mit Protokollen, Nachrichten, Diskussionen und unnötigen Kontakten.

    Genieße die Zeit mit dem kleinen Mann, hab immer einen Plan B, versuche so gut wie möglich unabhängig zu werden vom Dasein des anderen Elternteils in jeder möglichen Beziehung. Wenn er sich einbringen möchte schön, wenn nicht, dann eben nicht.


    Ihr seid noch mindestens 15 Jahre aneinander gebunden.

    Je früher Du den jetzt für Euer Kind nicht optimalen Kreislauf durchbrichst umso besser.


    vg von overtherainbow

    Die Mutter der Dummen ist immer schwanger....

  • Telefonnummer des Vaters nur zur Terminabsprache nehmen. Datum, Uhrzeit, fertig. Keine Diskussionen, keine Vorwürfe, keine Fragen. Nur damit lässt du ihn bei dir gegen die Wand rennen. Jedes Aufregen, was er mitbekommt, löst bei ihm einen Dopaminschub aus.

    Wenn du cool bleibst und ganz bei dir, ärgert er sich viel mehr.

    „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe." (1. Korinther 16,14) - Jahreslosung 2024


    „Mach‘s wie Gott - werde Mensch.“ (Franz Kamphaus)

  • Aber wie durchbreche ich den nicht optimalen Kreislauf?

    Vater hat laut gerichtlich gebilligtem Vergleich Umgang am Montag 14-17 Uhr und Samstag 8-16 Uhr und erscheint nicht oder sagt ab.

    Ich habe ja die Umgänge trotzdem auf dem Schirm, sonst wären wir möglicherweise nicht da, wenn er mal wieder Lust auf sein Kind hat und das gibt ihm dann Futter für das Ordnungsgeld gegen mich.


    Laut Vereinbarung nutzen wir eine Eltern-App. Zeitweise schreibt er mir auf Whatsapp, aber ich antworte dort nicht.

    Die erste Anfrage auf Whatsapp mit einem Versuch, die Vereinbarung zu ändern, habe ich als Screenshot in die Eltern-App geladen und dann beantwortet.

    Alle weiteren Forderungen wie das Kind um 5.30 Uhr abzuholen, weil von 14-17 Uhr an diesem Tag zu anstrengend fürs Kind sei oder mit dem Kind zur vorgegebenen Zeit hier in seinem Kinderzimmer zu spielen, hat er in der App geschrieben. Die habe ich mit "Nein, die Vereinbarung lautet anders" beantwortet. Beim ersten Mal fragt er mich, was in der Vereinbarung steht (als wäre er bei Gericht nicht anwesend gewesen) und ich habe geantwortet, dass er nachschauen soll.


    Vielleicht versteht ihr jetzt besser, warum mich das alles so nervt.

    Im Grunde ist es egal, ob wir diesen Gerichtsbeschluss haben, denn er macht eh, was er will.


    Wir reden hier von:

    14% Absagen, 19% Ausfällen, 14% Verspätungen beim Start des Umgangs, 19% Abweichende Rückgaben und 19% mit Abweichungen bei Start und Ende der Umgänge.


    Auf jeden Fall werde ich ihn nichts mehr fragen. Das habe ich jetzt schonmal gelernt, denn er verdreht die Tatsachen und lügt mich dreist an.

    Auf seine Absagen reagiere ich knapp: Deine Absage für XXX habe ich notiert.


    Wenn er mal wieder vor Gericht geht, wie reagieren die, wenn ich still und leise weiter protokolliert habe und dann ein Protokoll vorlege, wie die Umgänge laufen. Wird mir dann unterstellt, das wäre alles nicht mehr relevant, weil ich ja nichts gesagt habe?

  • Auf seine Absagen reagiere ich knapp: Deine Absage für XXX habe ich notiert.


    Ist doch perfekt. Seine Unzuverlässigkeit wirst du nicht ändern. An Umgangstagen nur solche Termine machen, zu denen du das Kind ggf. mitnehmen kannst. Du wartest 15 min und dann hast du einen Termin.

    Im Gerichtsurteil steht nicht, dass du allzeit bereit sein und auf ihn warten musst. Seine Pflicht ist Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.

    „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe." (1. Korinther 16,14) - Jahreslosung 2024


    „Mach‘s wie Gott - werde Mensch.“ (Franz Kamphaus)

  • Ich verstehe es total, dass du genervt bist - vor allem, wenn sich der Eindruck ergibt, dass es nicht ums Kind, sondern um "Macht" oder "Recht haben" im weitesten Sinne des Wortes geht. Das ist total schade, nicht nur wegen der mangelnden Verlässlichkeit, sondern vor allem auch für euer Kind.


    Ich finde diese ganzen Gerichtsgeschichten immer doof - es bleiben Spuren. Aber manchmal geht es halt nicht anders. Und bei dir/euch war bzw. ist es halt so.


    Die Frage ist, was wollte er mit dem Gerichtsverfahren bezwecken. Vielleicht nimmst du ihm den Wind aus den Segeln, wenn du die Situation so, wie sie ist, akzeptierst. Dann kommt er halt später - oder gar nicht. Klar ist das total doof für dich und euren Jungen, aber je mehr du dich innerlich aufregst, desto schwieriger wird es. Dokumentieren würde ich es trotzdem. Und wenn ihr die Eltern-App gerichtlich vereinbart habt, würde ich auf jeden Fall auch dabei bleiben und nicht mal eben so auf WA umschwenken. Und: er nimmt sich selbst ganz viel - nämlich den Kontakt zu seinem Kind. Vom Lesen her machst du das gut - kommt zumindest bei mir so an.

    Viele Grüße

    Omama

    2 Mal editiert, zuletzt von Oma2025 ()

  • Oben hattest du geschrieben, dein Ziel wäre das (möglichst genaue) Einhalten der Vereinbarung. Ich bin mir nicht sicher, ob das ein sinnstiftendes Ziel ist. Zufriedenes Kind, entspannte, zufriedene Mutter könnte für mich höherwertig sein.

    Wenn du das genaue Einhalten der Vereinbarung durchsetzen willst, wird dir letztlich nur die regelmäßige Klage bleiben. Problem dabei: Die Abweichung vom Vertrag beweist, dass die Vereinbarung nicht funktioniert. Das Gericht, auf Zukunftslösungen ausgerichtet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Änderungen vorschlagen. Die werden anders aussehen und damit dein persönliches Ziel nicht spiegeln.


    Ihr werdet als Eltern noch mindestens 15 Jahre Umgang und Absprachen treffen müssen. Den Vater kannst du nicht ändern mit seiner Lässigkeit. Also musst du gucken, womit und wie du dich arrangieren kannst. Ein paar gute Tipps sind dir im Forum schon gegeben worden.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Akzeptanz.


    Er macht was er will und Du kannst das nicht ändern oder beeinflussen.

    Du kannst ein Jahr vielleicht Protokoll führen, wenn es Dich nicht mehr stresst, als das es hilft. Zielführend ist es nicht und ich denke es belastet DIch mehr, als das es hilft.


    Ansonsten kannst Du sicherlich irgendwann auf Abänderung des Umganges klagen, also erst vorschlagen, wie Du es haben möchtest und wenn er nicht einverstanden ist klagen.


    Das Grundproblem, daß Du eine Darstellung in Excel hast, ein Protokoll und mutmaßlich komplett anders tickst als der Vater, den das nicht juckt und er macht was er will, wirst Du nicht ändern können. Ist auch gar nicht Dein Job, oder? Freu Dich über die 15% die bleiben.


    Das Du es als ungerecht empfindest die Konsequenzen tragen zu müssen streitet wohl niemand ab, Fokus sollte aber doch Deine Zeit, Euer zusammen leben sein.

    Wie soll das werden, wenn Du zweimal die Woche innerlich eigentlich gestresst und wütend bist? Ist es das Wert?

    Die Mutter der Dummen ist immer schwanger....

  • Ja, ich habe lange schon das Gefühl, dass es nicht ums Kind geht.


    Er wollte, als der Kleine 8 Monate alt war, plötzlich doch das geteilte Sorgerecht, weil er eine Handhabe benötigte.

    Das fand ich damals sehr merkwürdig… heute weiß ich was er damit meinte..


    Als wir die Umgangsvereinbarung beim Jugendamt gemacht haben und die Mitarbeiterin meine Vorschläge vorgelesen hat, meinte er: „Lass meine Mutter da raus, die hat damit nichts zu tun“.

    Erst als die Mitarbeiterin des Jugendamtes ihm gesagt hat, warum ich die Oma da mit reingeschrieben habe – eben weil ich es nicht besser wusste und sie eben die Oma ist – lenkte er ein.


    Warum er das Gerichtsverfahren angestrebt hat und jetzt so reagiert, weiß nur er.


    Ja, ich schreibe konsequent in der Eltern-App statt auf Whatsapp, was ja auch dazu geführt hat, dass er in dieser App statt auf Whatsapp geschrieben hat, dass er die vereinbarten Tage nicht für sinnvoll hält, weil zwei Tage zu Weihnachten keinen Sinn machen würden.

    Als ich gefragt hatte, wo das Problem liegt, lenkte er ein und kehrte zur Vereinbarung zurück.


    Oma2025: Das klingt nach einem tollen happy end für alle Beteiligten.



    Ja, es wäre wünschenswert, wenn er genau das auch einhält, was er vom Gericht bekommen hat.

    Kommenden Montag und Samstag hat er auch abgesagt ohne Begründung.


    Da es wohl keine andere Lösung für dieses Problem gibt, als entweder gute Miene zum Spiel zu machen und weiter Kreuze statt Haken im Kalender zu setzen und irgendwann zu denken: „Du kannst uns mal da wo die Sonne nicht scheint“ oder selbst einen Antrag bei Gericht zu stellen, der mich dann wahrscheinlich ordentlich Geld kosten wird, das ich aufgrund der Weigerung des Vaters den kompletten Unterhalt zu zahlen, halt nicht mal eben so habe, muss ich mich wohl in Geduld üben und weiterhin das Kind trösten, wenn Papa dann so wie aktuell nur alle 4 Wochen kommt und alles andere absagt.


    Eine Aktennotiz beim Gericht scheint mir auch keine Möglichkeit zu sein, da die Vereinbarung ja fertig geschrieben ist und das Jugendamt sicherlich nicht mehr zuständig ist.


    Aber es ist auf jeden Fall schön, dass man ein Gerichtsurteil über den Umgang hat, mit dem man sich den Popo abwischen kann, wenn das Klopapier mal zur Neige geht, denn nach meinem Verständnis gilt diese Klausel tatsächlich nur für Mütter, die Ihre Kinder nicht rausgeben und nicht für Väter, die keinen Bock haben. Was ist denn mit der Umgangspflicht?

  • Vergiss die Umgangspflicht. An der haben sich meine damalige Anwältin und ich schon die Zähne ausgebissen. Mein Sohn ist jetzt 25. Du kannst den Vater nicht zwingen, aber du bist selbstverständlich verpflichtet, alles zu tun, um den Umgang zu ermöglichen.


    Dein Kind wird wie mein Sohn älter und Kinder kriegen ganz schön viel mit. Da musst du kein Wort über den Papa verlieren, Kinderantennen sind sensibel. Mein Sohn hat irgendwann selbst erklärt, dass er keinen Kontakt mehr will, da war er allerdings schon in der weiterführenden Schule. Bei jüngeren Kindern nimmt man gern an, dass das Kind von der Mutter beeinflusst wird.


    Atmen, atmen, atmen…

    „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe." (1. Korinther 16,14) - Jahreslosung 2024


    „Mach‘s wie Gott - werde Mensch.“ (Franz Kamphaus)

  • Mama2023 - ich hab unseres rausgenommen, weil das hier dein Thread ist und es vielleicht zu viel war.


    Von einer UmgangsPFLICHT halte ich vergleichsweise wenig. Wer nicht will, der hat schon. Ich würde niemanden verpflichten, mein bzw. das gemeinsame Kind zu sehen, wenn sich das Interesse in Grenzen hält.


    Was meinte er denn mit "damit er eine Handhabe hat"? Grundsätzlich finde ich ein gemeinsames Sorgerecht besser, aber es hat auch Nachteile. Als BET (betreuendes Elternteil) kann man dann nicht alles alleine entscheiden. Als ich beispielsweise vor 12 Jahren umziehen wollte, hätte mir Ex einige Steine in den Weg legen können, wenn er nicht einverstanden gewesen wäre.


    Das Jugendamt "steckt" bei euch drin? Inwiefern? Rein interessehalber: empfindest du es als Hilfe?


    Was ist mit der Mutter? Warum wollte er sie rauslassen?


    Das Blöde bei den Gerichtssachen ist doch auch, dass sie teils elend viel Geld kosten, die man - finde ich - besser in Spielzeug, Klamotten, gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten oder meinetwegen auch in Sparverträge investieren könnte. Manchmal ist es sicher nicht möglich, aber "schöner" ist es immer, wenn man sich ohne die Anwälte und Richter einigen kann.


    Alle 4 Wochen empfinde ich als sehr wenig. Aber wenn er mehr nicht möchte... dann ist es so. Der KV meiner Kinder hatte über einen gewissen Zeitraum (2 oder 3 Jahre?) auch sehr wenig bis keinen Kontakt. Allerdings waren meine Kinder da bereits deutlich älter (15 und 11?). Heute haben sie wieder recht viel Kontakt und vor allem auch Vertrauen. Ich weiß nicht, wie du es für dich und dein Kind siehst, aber wenig Kontakt und dafür aber schöne Erlebnisse sind dann vielleicht wichtiger und besser als gar kein Kontakt? Wie siehst du das?