Minijob/Umgang

  • Hallo zusammen,

    ich poste hier mal meinen ersten Beitrag, also vorsichtig mit mir sein 😁 😁


    Folgende Frage:

    Meine Ex Frau arbeitet als Minijob in der Gastronomie, (Mindestlohn). Seit neuestem versucht sie mir meine Umgangszeiten zu reduzieren mit der BegrĂŒndung sie mĂŒsse arbeiten.

    Zur VervollstÀndigkeit, wir haben keine schriftliche Umgangsvereinbarung (sie hat einen Vorschlag gemacht aber unterschreibe ich nicht)

    Normal war, dass ich die Kinder um 17:00 zurĂŒck bringe, seit neuestem ist mal 16:00 oder 16:30.

    Oder ich kann sie um 17:00 ihrem neuen Freund oder seiner Schwester bringen, was ich aber ablehne, weil es fremde Personen fĂŒr mich sind. (Ich kenne sie nicht)


    Hab ich dazu irgendwie ein Recht??

    Mein böse gesagt, sie kann an 6 anderen Tagen arbeiten und so einen Job gibt's wie Sand am Meer đŸ«

  • Das ist doch ein guter Grund die Kinder lĂ€nger/ĂŒber Nacht zu behalten - dann kann sie arbeiten - du hast mehr Zeit mit den Kindern.

    Dritte Personen kann sie einbinden (du auch)- aber warum sollte das deine (wenige?) Zeit kĂŒrzen?

  • Also ich habe sie einmal unter der Woche (Mittwochs) an anderen Tagen ist Musikschule, Turnen etc. Und jedes zweite Wochenende.


    Hahahaha ĂŒberhaupt kein Interesse. Meine Ex hat mich Monatelang mit ihm beschissen und ist gleich zu ihm gezogen.

    Mit meinem Geld hat sie ihm noch schön Geschenke gekauft..

    Also ĂŒberhaupt kein Interesse.

  • Beim Jugendamt einen Umgangsplan aufstellen lassen? Ist zwar nicht verbindlich aber vielleicht hilft es ja. Mit der Schwester auch kein Auskommen möglich? Ansonsten finde ich es schon ok, dass sie arbeiten geht. Klar, einen Minijob findet man schon schneller, aber es ist doch super, dass sie ĂŒberhaupt arbeiten geht. Kommt ja auch den Kindern zugute.

  • Ich hab mit dem Jugendamt schon Kontakt gehabt, die Lieblingsantwort:

    Zum Wohl der Kinder und das Jugendamt hat "nur" eine vermittelnde und beratende Rolle. Alles andere regelt das Gericht und der RA

    Außer es ist akut.

    Problem: und ich möchte nicht böse sein, aber meine Ex hat Depressionen (Diagnose vorhanden) und naja sie war handgreiflich gegenĂŒber den Kindern. Die Karte möchte ich aber eigentlich nicht spielen.


    Was soll ich der Schwester sagen?? Hey hallo, du bist also die Schwester, die dir die LĂŒgen ĂŒber mich anhören durfte und geglaubt hat??

    Nein danke.

    Das ist alles noch sehr frisch, deshalb neutral gesagt kein Interesse..

  • Trennung wegen Fremdgehen, involvierte Kinder, UmgangsklĂ€rung, finanzielle KlĂ€rungen - all das ist eine toxische Mischung. Alles hĂ€ngt irgendwie zusammen, ist miteinander verknĂŒpft.


    Ich hab damals ĂŒberhaupt nicht gewusst, wo ich anfangen und wo ich aufhören sollte mit "KlĂ€rungen/Lösungen".


    Obwohl es mir zuwider war, habe ich dann Teillösungen fĂŒr die Kinder gesucht. UmgĂ€nge geklĂ€rt und Vereinbarungen getroffen. Obwohl es mir schier zuwider war, mit "dieser Frau" ĂŒberhaupt zu sprechen.

    Lernen musste ich, meine Forderungen einzuordnen: Sind sie sachlich begrĂŒndet oder emotional?

    Wo mir das geglĂŒckt ist, bin ich vorwĂ€rts gekommen... Und das war gut fĂŒr die Kids ...

    Liebe GrĂŒĂŸe



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Wau... Sehr gute Antwort..

    Hast du das alles mit deiner Ex so klÀren können oder wart ihr beim Anwalt??


    Emotional: ja ich wĂŒrde die Kinder am liebsten jeden Tag bei mir haben.


    Sachlich begrĂŒndet:

    Ich weiß, dass das nicht klappt, möchte aber eine regelmĂ€ĂŸigen Umgang.

    Und auch wenn die Kinder krank sind einen Ausweichtermin. Daran scheitert es noch

  • Ich arbeite Schicht, aber nicht regelmĂ€ĂŸig. Bin Stellvertreter Abteilungsleiter. Es wĂ€re vom Chef aus wahrscheinlich möglich, haben das nur mal beim Kaffee trinken durchgesprochen.


    Das Wechselmodell mĂŒsste ich mit aller Gewalt durchdrĂŒcken. Habs schon paar Mal erwĂ€hnt, aber entweder wurde es ignoriert oder ich hab den "Todesblick" bekommen.

    Also ich mĂŒsste viel Kraft und Zeit investieren, um es nur in die Richtung bringen.

    Ich bin ehrlich, ich hab die Kinder echt gerne bei mir, aber mir fehlt einfach noch die Kraft dafĂŒr.

  • Meine Situation war etwas anders: Ich der Betreuungselternteil und meine Ex der Umgangselternteil. Aber ja: Wir waren so zerstritten, dass vieles ĂŒber das Gericht gelaufen ist.


    KlĂ€ren solltest du, was du als mittelfristiges Ziel hast und was gut fĂŒr die Kids sein wĂŒrde. Und dabei im Auge behalten: Wo ein grundsĂ€tzlich guter Kontakt "Elternteil - Kinder" da ist, wechseln die Kids im Laufe der Jahre - oft in der VorpubertĂ€t/PubertĂ€t - den Aufenthaltsort zum anderen Elternteil. (Du findest viele Beispiel-Threads dazu hier im Forenbereich "Umgang" ... Lies dich da einmal schlau. Man lernt viel durch das Tun oder Nichttun anderer in vergleichbarer Situation.)


    Und ja: Vollzeitjob und Kinder ist ein hartes Brot.


    Du solltest ggfls. Dir die sache offen halten und der Mutter mitteilen, dass Du derzeit die Kinder bei der Mutter als Probezeit siehst und hoffst, dass es klappt. Du aber noch mittelfristig mit ihr klÀren willst, ob es nicht andere Lösungen gibt zum Wohl der Kids.


    "Rechtlich" bist du ca. ein halbes Jahr nach der Trennung in einer sogenannten "Findungsphase": Da darfst du noch ohne Nachteile deine Meinung bezĂŒglich des Kindesaufenthaltes Ă€ndern. (Zum Beispiel sagen: Die Trennung hat mich so beansprucht, dass einfach keine Kraft fĂŒr gar nix da war Aber jetzt ...) Nach ungefĂ€hr einem halben Jahr wird aber davon ausgegangen, dass sich die Situation "verfestigt" hat. Willst Du da eine Änderung herbeifĂŒhren, musst du den Nachweis fĂŒhren, dass es den Kindern "erheblich" besser gehen wĂŒrde als bei der Mutter (im ersten halben Trennungsjahr reicht es, wenn es ungefĂ€hr genauso gut wĂ€re. Dann muss das Gericht die MĂŒnze werfen ...)


    Hilfreich fĂŒr dich könnte sein, die Motivation der Mutter zu erschließen, warum sie die Kinder haben will. Es könnte zum Beispiel

    a) der Lebensinhalt sein

    b) mangelndes Vertrauen in dich

    c) Kathalysator in Bezug auf die neue Beziehung

    d) finanziell wichtig sein, weil Unterhalt fließt


    In Familienauseinandersetzungen ist es oft hilfreich, die eigentlichen BeweggrĂŒnde zu kennen und nicht nur die artikulierten Forderungen/Mitteilungen. Das hilft einem, Lösungsmöglichkeiten zu finden.

    Liebe GrĂŒĂŸe



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Hey hallo,


    Also die große ist 5 Jahre alt und die kleine 2,5Jahre...


    Mir wurde am Wochenende mit dem Anwalt gedroht, warum?? Wahrscheinlich, weil ich gesagt habe, dass ich ein Recht auf einen Nachholtermin habe, wenn die Kinder krank sind und nicht zu mir kommen dĂŒrfen..

    Mal schauen, ob ich ein Schreiben vom Anwalt bekomme.

  • Irgendwie dachte ich dass die Kinder noch so klein sind.


    Schwierig.


    Also ich hab im Moment keine konkreten Tips aber denke Du wirst hier viele gute Hinweise erhalten.


    Drohung mit Anwalt, geht ja schon gut los. Ein Anwalt kann viel schreiben wenn der Tag lang ist, lass Dich nicht einschĂŒchtern davon.


    LG

    ... unn denn bin ick in mir jejangen, war aber ooch nĂŒschd los! :drink ...

  • Ausgefallene Umgangstermine wegen Krankheit des Kindes sollten im Interesse des Kindeswohls möglichst zeitnah nachgeholt werden, sofern dies das Kind nicht ĂŒberfordert. Ein gesetzlicher Anspruch auf Nachholung besteht zwar nicht explizit, jedoch wird dies in der Rechtsprechung oft befĂŒrwortet, um den Kontakt aufrechtzuerhalten.

    Das sagt KI

  • Hey...

    Ich mag KI ;-)

    Naja ich sag's auch mal realistisch.

    Eigentlich sollte es doch normal sein, oder??



    Eigentlich bin ich ziemlich entspannt, wenn sie mir mit dem Anwalt droht, weil meine Strafakte bis auf paar Punkte in Flensburg leer ist, nimm keine Drogen und Alkohol ist selten. Zudem kommt ein Meisterjob und ein sozialstabiles umfeld.


    Trotzdem ist das Wort Anwalt immer noch im ersten Moment ein Schlag ins Gesicht.


    Und ja ich hab auch schon einen Anwalt beauftragt..

  • Ich mag KI ;-)



    Man kann sie mögen. Aber zumindest in diesem Fall sollte man ihr nicht glauben. Zumal sie sich aus den "um Mandanten werbenden" Homepages von AnwÀlten generiert und nicht aus den zum Thema gefÀllten Gerichtsurteilen.


    In eurer frischen Trennungssituation wĂ€re der erste Schritt, eine grobe Umgangsvereinbarung zu formulieren. Ex hat das getan. Die hast du - anscheinend ohne Gegenvorschlag - abgelehnt. Zudem willst Du auch nicht auf die mĂŒtterliche Arbeitssituation reagieren und auch nicht auf die von der Mutter angebotenen Übergabemöglichkeiten an/durch Dritte.

    Ich kann gut verstehen, dass dir die Situation in der beschriebenen Konstellation auf den Keks geht. Aber fĂŒr den Richter sind Emotionen wumpe und es geht nur um pragmatische Lösungen. Und da wird deine Mitwirkung eingefordert. Wenn du dich da nicht bewegst, ist deine Ausgangssituation ganz grottig, um es straight und direkt zu sagen.


    Im Moment seid ihr "auf gutem Wege" (gemeint ist: auf ganz schlechtem Wege), eure Eltern-Kinder-Situation eskalieren zu lassen: Sie droht mit Anwalt, du mietest dir gleich einen. Das sind trumpsche Eskalationsstufen.

    Umgangsregelungen nicht selbst zu klĂ€ren, sondern ĂŒber AnwĂ€lte und am Ende ĂŒbers Gericht fĂŒhren ĂŒbrigens in der Regel zu Vorgaben, die niemandem helfen, weder Vater, weder Mutter noch den Kindern. (Du findest zahlreiche Ă€ltere Threads im Forum, wo Eltern ĂŒbelst in den gerichtlichen Umgangsanordnungen festhĂ€ngen und eingezwĂ€ngt sind. Es geht anders ...)

    Liebe GrĂŒĂŸe



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Von mir gab's keinen direkten Gegenvorschlag, sondern Punkte die mich stören mit meinen Vorstellungen.

    Ich hab habe mir einen Anwalt geholt, weil sie der Meinung war, nach der Trennung noch nach Lust und Laune in die Wohnung rennen zu mĂŒssen.


    Zu der Arbeitssituation.

    Warum soll ich ihr eine Woche vorher meine Schicht sagen, damit sie ihre Arbeitszeit Umgangszeiten planen kann, wenn sie sich daran nicht hÀlt??

    Ja sorry ich hab keinen Bock auf den neuen Typen. Vielleicht eingeschrÀnkt, ja okay.. aber meine Ex akzeptiert auch nicht, dass die Kinder bei meinen Eltern sind.

  • Mit "Warum soll ich, wenn X nicht ... macht?" seid ihr doch aber genau auf dem Weg, den Bap beschreibt. Eine/r von euch beiden muss halt mal den Anfang machen und sagen "Da steh ich drĂŒber!", um die Richtung fĂŒr beide zu Ă€ndern.

    »Ich rebelliere!«, ruft das KĂ€nguru, als es in die KĂŒche kommt.

    »Aha«, sage ich. »Wogegen rebellierst du denn?«

    »Gegen die ZustÀnde.«

    »VerstÀndlich«, sage ich. »Löblich geradezu.«

    »Rebellierst du mit?«, fragt das KÀnguru.


    Marc-Uwe Kling, "Die KĂ€nguru-Rebellion"