Ferien- und Umgangsregelung komplett verändern

  • Die KM schreibt mir heute, dass sie unsere bisherige Umgangs- und Ferienregelung ab dem Schuleintritt komplett abändern möchte.


    Bisher: Mo + Di Papa; Mi + Do Mama; Fr, Sa, So abwechselnd.

    Sommerferien sind halbiert.

    Unsere Tochter ist vom letzten Klingeln der Schulglocke vor bis zum ersten Klingeln der Schulglocke nach den Ferien die ganzen Schulferien durchgehend beim jeweiligen ET; immer abwechselnd.


    Vorschlag soll gelten ab September, ihrem Schuleintritt:

    Sämtliche Schulferien ist die Tochter bei der Mutter

    Die Zeit zwischen den Schulferien ist sie bei mir.

    Während der Schulzeit soll sie regelmäßige FaceTime- oder Videokontakt mit KM an fest vereinbarten wöchentlichen Tagen und Zeiten haben.

    Gibt es Familien, die eine solche oder ähnliche Regelung haben und gibt es da Erfahrungen, wie gut das läuft?


    Was halten andere von diesem Vorschlag?

  • Wie war es bei uns?


    In den ersten Jahren lebten die Kinder bei mir und waren jedes 2. Wochenende beim KV. Die Ferien haben sie bei ihrem Vater und / oder bei seinen Eltern und bei mir verbracht. Telefonkontakt war jederzeit möglich und fand auch statt, da brauchten wir keine festen Regeln.


    Später dann fanden die Wochenendumgänge nicht mehr statt, die Ferien- und die Telefonregelungen blieben unverändert. Das alles wurde informell auch mit den Kindern abgesprochen, d.h. zuallererst wurden sie gefragt.


    Das war auch der erste Gedanke, den ich hatte: was sagt deine Tochter dazu? Facetime gab es zu unserer Zeit so noch nicht. Fest vereinbarte Telefon-Zeiten würden mich persönlich nicht stören, aber Ex und ich hatten auch keine nennenswerten Wechsel und / oder Streit. Insofern gab es da bei uns keinen Stress, wenn es mehr oder weniger oder auch mal keinen Kontakt gab. Insofern kann ich da nicht wirklich mitreden.


    Der Kontakt zwischen den Kindern und ihrem Vater ist heute meines Erachtens gut. Die Großeltern sind mittlerweile leider alle verstorben.


    Wichtig finde ich vor allem Kontinuität und Verlässlichkeit für die Kinder. Ich habe leider den Eindruck, dass ihr die so nicht habt?

  • Für mich liest es sich so, als könnten irgendwelche Umstände diese Regelung erforderlich machen. Das ist ja eher ungewöhnlich. Was aber nicht heißt, dass es nicht funktionieren könnte oder perse eine eine schlechte Idee ist.


    Eure Baustellen sind ja andere, die Art der Regelung damit vielleicht nicht so relevant, wenn alle mitziehen.

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

  • Warum möchte die KM das so? Was sagt Eure Tochter dazu? Wie ist Deine Meinung dazu? Kommt Dir das zu pass, weil Du vielleicht den Wunsch hast, dass es mit der Schule für diese Tochter nicht ebenso laufen soll, wie für die ältere Halbschwester? Oder empfindest Du es doch eher als unfair, dann immer nur den (Schul)Alltag mit dem Mädchen zu haben?


    Was auch immer die Leute im Forum davon halten (und für mich wäre das gar nichts; weder an Stelle der Mutter, noch an Deiner) - es muss für Euch passen. Für alle Beteiligten.

    LG
    CoCo




    Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.
    ~ Elisabeth Beatrice Hall 1906 im Buch "The friends of Voltaire" ~

  • Wenn der Vorschlag von der km kommt hört es sich fast so an, als ob sie nicht mehr in Deutschland bleibt und das nun ausschließlich in den Ferien zu sich nehmen kann/will.

    Es ist ja sehr ungewöhnlich, dass siecauch keinerlei Wochenenden beansprucht

    Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)


    Nicht anders, nicht schlechter, nicht besser, sondern neu

  • Hier soll laut Beschreibung das bisherige Wechselmodell zugunsten des klassischen Modells Betreuungselternteil - Umgangselternteil verändert werden (mit einigen speziellen Absprachen zum Umgang), um das Kind beim Namen zu nennen und soweit man es aus den letztlich wenigen Infos herauslesen kann.


    Zu Beginn der Schule stellt sich ja häufiger heraus, dass die bisherige Praxis eines Wechselmodells Schwierigkeiten aufwirft. Dass da Eltern auf den "Standard" gehen, passiert öfter.

    Da hier auf den Standard gewechselt werden soll, erübrigt sich eigentlich die Antwort auf die Frage nach "Erfahrungen": Das Forum ist voll davon, der Threadstarter hat es wohl auch schon praktiziert auf der einen wie der anderen Seite.

    Auch wenn das Standardmodell sicherlich einfacher in der Praxis abzuwickeln ist und weniger gemeinsames Arbeiten an der Sache braucht wie ein Wechselmodell, ist viel Klärungsarbeit zu leisten.


    Es fängt an mit dem Wohnsitz des Kindes, der dann zwingend beim Betreuungselternteil liegt, geht weiter über das dem Betreuungselternteil zufallenden Alltagssorgerecht und zahlreiche weitere Komponenten und hört noch nicht auf bei der Frage zum Unterhalt.


    Diese Dinge sollten die Eltern vor einer (erneuten) Entscheidung als Klärungsbedarf sich bewusst machen und dann auch vor einer Entscheidung klären, bevor das auf dem Rücken des Kindes ausgetragen wird. Abgesehen davon, wie das Kind selbst zu der Sache steht bzw. wie man dem Kind diese Idee in guter Weise nahebringt.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Zuerst, meinen besten Dank für eure Rückmeldungen. Ich war gestern Abend, als sie mir das schrieb geschockt, aber ich wollte erst mal gucken, ob ich da wie so oft, völlig daneben liege. Anscheinend ist meine Einschätzung in diesem Fall aber ziemlich "normal".


    Danke rainbowfish auf diese Idee war ich nicht gekommen, aber tatsächlich könnte das darauf abzielen.


    Warum sie diesen Wechsel will, weiß ich nicht. Letzte Woche war Entwicklungsgespräch im Kiga, leider getrennt, da sie keinen gemeinsamen Termin finden konnte. Ich weiß nicht, ob sie dort mit den Erzieherinnen dieses Thema angesprochen hat. Mir gegenüber (Mein Gespräch im Kiga war im Anschluss an ihres) haben sie nichts davon erwähnt.


    Ich habe für mich diesen Vorschlag und meine Haltung wegen seiner erwartbaren Folgen folgendermaßen zusammengefasst:


    Systemwechsel paritätisches WM zu Asymmetrischem Umgangsmodell


    Bisher:
    klare Struktur + regelmäßiger, enger, real erlebter Kontakt zu beiden Eltern


    Zukünftig:

    Schulzeit: Immer Real-life mit ET1 + Planmäßiges Virtual-life mit ET2

    Ferienzeit: Immer Real-life mit ET2 + evtl. Virtual-life mit ET1


    Gefahren:

    ET1 allein im realen Alltag + keine realen gemeinsamen Ferien mehr

    = Wiederholung einer Trennungserfahrung / Retraumatisierung?

    Eine dauerhaft wiederholt medial erzeugte emotionale Beziehung

    = Gefahr einer Entwicklung zur Mediensucht.

    Für das Kind absehbar lange Trennungsphasen vom jeweiligen ET

    = höhere emotionale Aufladung vor und nach den Wechseln.


    Seit sie knapp anderthalb war, galt für sie ein WM, das nahezu wie ein Uhrwerk funktionierte, immer Kita im Wechsel mit den abwechselnden Ferien.

    Der bisherige regelmäßige, verlässliche Kontakt im Alltag würde zu wochenlanger Trennung führen. Bindung würde schwächer. Gerade bei ihr, die sich eher zurückzieht und Gefühle nicht sofort äußert muss das still verarbeitet werden und nach innen gehen. Der Vorschlag würde die bisher stabile Struktur komplett auflösen und einen Beziehungsbruch im Alltag zur Mutter bedeuten.


    Ihr Entwicklungsgespräch im Kiga letzte Woche zeigte ihr Bedürfnis nach Sicherheit, Stabilität und einer verlässlichen Beziehungen zu beiden Eltern. Sie ist zurückhaltend und vorsichtig, braucht Zeit bei Veränderungen und verarbeitet viel innerlich statt offen.


    Im September, nach 3 Wochen Papa und 3 Wochen Mama beginnt ihre Schulzeit. Statt Kita als wichtigstem Lebensraum außerhalb der Familie kommt Schule mit komplett neuen Anforderungen und zeitgleich ist Mama nur noch zeitlich planmäßig auf Handy?


    Ich befürchte Rückzug, Unsicherheit, emotionale Überforderung. Der Wechsel zwischen zwei „Welten“ zwingt sie während der Schulzeit auf den einen ET zu verzichten, und während der langen Zeit exklusiver Ferien auf den anderen. Die Übergänge werden dadurch emotional intensiver.


    Unsere Tochter trägt viel emotionale Last, zeigt Traurigkeit und hat komplexe familiäre Themen zu verarbeiten. Dieser Vorschlag würde diese Belastung nicht reduzieren sondern eher verstärken. Der Vorschlag würde mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Unsicherheit erzeugen als Stabilität schaffen und könnte ihre bisher positive Entwicklung bremsen statt fördern.

  • Volley,

    Sorry das ist für mich weit ab vom gängigen Residenzmodell.


    Mutter hat alle Ferien, Vater die komplette Verantwortung für die Schulzeit und hättes so keinerlei Möglichkeit mit dem Kind in den Urlaub zu fahren

    Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)


    Nicht anders, nicht schlechter, nicht besser, sondern neu

  • Oder empfindest Du es doch eher als unfair, dann immer nur den (Schul)Alltag mit dem Mädchen zu haben?

    Wie gesagt, ich wurde kalt erwischt von der Idee.

    Sie hat 3 Seiten dazu geschrieben, zusätzliche Forderungen und Bedingungen, wenn es jemanden interessiert, kann ich anonymisiert per pn weiterleiten.

    Heute kommt die Kleine wieder zu mir, ich weiß ja nicht, ob die KM ihr davon erzählt hat. Aber gut, dass wir drüber schreiben, ich werde die KM gleich mal fragen.

  • Wenn DU dieses Modell mitträgst und damit d‘accord gehst, wird sich deine Stabilität auf das Kind übertragen.

    Es gibt Kinder, die wechseln jährlich Land und Schule, um bei Papa resp. Mama zu leben und mit beiden eine Kindheit/Jugend zu haben.


    Aktuell kommt bei mir an, dass DU derjenige bist, der damit nicht klarkommt, vermutlich, weil du es nicht selbst entschieden hast, sondern die KM. Ein Kind wird übrigens nicht mediensüchtig, wenn es zweimal pro Woche mit Mama skyped.

    „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe." (1. Korinther 16,14) - Jahreslosung 2024


    „Mach‘s wie Gott - werde Mensch.“ (Franz Kamphaus)

  • Danke Bio für dein Vertrauen,

    das Ganze liest sich nicht so, als ob die KM in weiterer Entfernung zum Kind sein wird. Ich sehe noch nichtmal ansatzweise, dass die KM euer Kind in der Schulzeit nicht auch fördern kann bzw. wenigstens alle 2 Wochen am WE das Kind zu sich nehmen könnte.


    Im Prinzip gibt es für dich keinerlei Ferien (Möglichkeiten mit dem Kind länger als 2 Tage wegzufahren), es wird auch keinerlei Regelung für Ostern, Weihnachten etc. vorgeschlagen. Trotzdem will die KM in alles eng eingebunden werden und alles zusammen mit die bestimmen) und, wenn du nicht kannst, die Betreuung übernehmen (das deutet ja darauf hin ,dass sie nicht weit weg leben wird).


    Das passt für mich nicht zusammen. Und es ist nicht dem Kindeswohl zuträglich, wenn der Kontakt zu einem Elternteil über Monate nur über irgendwelche Medien stattfindet, obwohl ein persönlicher Kontakt möglich ist und auf der anderen Seite kein Urlaub mit dem ET möglich sein wird, der die meiste Zeit mit dem Kind verbringen soll.

    Ich würde als erstmal nach ihren Gedanken zu Urlaub für dich mit Kind, Regelung der Feiertage und Kontakt zu dir in "ihren" Umgangszeiten fragen und dann vorschlagen, dass ihr anhand ihrer schriftlich verfassten Vorschläge durch eine Beratung des JA eine tragbare und vor allem Kindesorientierte Lösung zu finden.

    Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)


    Nicht anders, nicht schlechter, nicht besser, sondern neu

  • Also ich finde den Vorschlag - nicht gut.

    Das heißt, du hast die Tochter die ganze Schulzeit über und KM kann sich dann die Rosinen rauspicken in den Ferien. Sozusagen eine Sugar- Mama


    Würde ich nicht drauf eingehen.

    Wie ist das dann mit dem ABR, dem Unterhalt etc...?


    Ich finde, KM macht es sich damit zu einfach.

    Würde sich eure Tochter da nicht abgeschoben fühlen ?

    Vorallem warum kommt sie damit jetzt und wie kommt sie auf so eine Idee ?

    Bevor du mit dem Kopf durch die Wand gehst, überlege zuerst.........

    Was mache ich im Nebenzimmer ? (unbekannt)

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    G e l a s s e n h e i t .....................#atmen....