Hallo,
ich bin neu hier. Momentan lebt meine 5-jährige Tochter in einem erweiterten Umgang (5/9). Der KV ist schon seit sie 2 Monate alt war nicht mehr bei uns. Ich habe immer dafür gesorgt, dass er und seine Tochter einen guten Umgang pflegen konnten, nie etwas verwehrt. Er hat mich des öfteren schon unter Druck gesetzt, dass er unbedingt das Wechselmodell möchte. Da ich bisher immer Widerstand geleistet habe (Begründung etwas weiter unten), gab es immer wieder Streitereien. Trotzdem haben wir es immer geschafft, mit nachgeben meinerseits, eine Regelung zu finden und er hatte immer mehr Zeit mit ihr. Die letzte Änderung fand vor 2 Jahren statt. Seitdem war Ruheseinerseits. Auch ich fing an mich etwas zu entspannen, er hatte jemanden kennen gelernt und wurde immer freundlicher, bis vor ein paar Tagen. Da wollte er kurz mit mir was besprechen. "Kurz" war es leider nicht. Es kam von ihm, dass er sich eine größere Wohnung genommen hat und jetzt sofort das Wechselmodell möchte. Ich hielt dagegen, er drohte mit Anwalt. Vernünftiges Reden, Argumente vorbringen seinerseits Fehlanzeige. So kannte ich ihn. Wenn er was will, kommt er mit der Brechstange. Ich habe ihn meine Begründungen dagegen gesagt. Unsere Tochter ist schon seit längerem auffällig, unsäglich perfetionistisch, Strukturliebend und bei jeglicher Form von Veränderungen im besten Fall nur mit massiven Albträumen reagieren, im schlimmsten Fall extrem aggressiv vor allem, wenn sie bei mir ist und etwas zur Ruhe gekommen ist. Das steigerte sich mit dem damals eingeführten Umgang rapide. Was beim KV ist, erfahre ich nicht. Nur, dass da wohl alles gut sei und es an mir liegen müsse. Ich hatte damals auch nur erfahren, dass er in einer Neuen Beziehung ist, weil mein Kind es mir erzählte. Auch jetzt erfahre ich nur etwas über Zeit beim Vater, wenn mein Kind mir davon berichtet. Auch die Kita hatte immer wieder in den Berichten geschrieben, dass Struktur bei ihr nötig ist.
Ich wurde vom KV immer wieder nicht ernst genommen. Sie zeigt das Verhalten besonders nach längeren Aufenthalten beim KV oder wenn dort viel erlebt wurde und bei Änderungen im Ablauf z.B. in der Kita. Letztens war es nach einem Kitabesuch im Kino. Leider oder zum Glück, anscheinend nur, bei mir. Diese Zustände halten teilweise 2h an, dann bricht sie in Tränen aus und ist wieder sie selbst. Albträume hat sie meistens noch 3 Tage lang. Manchmal braucht sie auch mehrere Tage um sich wieder bei mir einzufinden, wenn sie beim Vater war.
Ich bin mit ihr zum Kinderarzt, weil es einfach nicht mehr ging mit den Wutausbrüchen (sie verletzte mich mit Kratzen, Beißen, Treten) Der Kinderarzt meinte, dass sei nicht normal, stellte auch feinmotorische Problme fest und empfahl mir eine Ergotherapie, die auch mit verhaltensauffälligen Kindern viel Erfahrung hat. Da bin ich jetzt über ein Jahr mit ihr gewesen. Seitdem kann ich solche Ausbrüche meist gut abfangen und sie verletzt mich nicht mehr dabei. Die Ergo empfiehlt eine IQ-Testung (da stehe ich auf der Warteliste) sowie eine Diagnostik um doch festzustellen ob ADHS oder Asperger vorliegt. In der Ergo wurde mir gesagt, dass sie im Verhalten durchaus ein Grenzgänger in der Hinsicht sein könnte. Ich habe sogar die Empfehlung bekommen, die Umhänge wieder etwas zu reduzieren, dass ein mehr Ruhe bei ihr einkehrt.
Aktuell steht die Vorschule an, der Vater zieht um, ich stecke mitten im Hausbau und die Schule kommt. Ich kann meinen Ex nicht verstehen, dass er gerade jetzt das Wechselmodell anstrebt. Es gibt einen Bericht der Ergo über die Auffälligkeiten, obwohl sie dort regelkonform mitgemacht hat. Mein Ex geht jetzt zum Anwalt, um sein Recht einzuklagen. Ich habe Angst, dass unsere Tochter das nicht schafft, gerade jetzt, wo sie noch mehr Stabilität und Sicherheit benötigt. Mein Ex glaubt mir das nicht oder möchte es nicht glauben. Er kann leider sehr gut reden und Leute im den Finger wickeln. Er wird mich als Buhmann hinstellen. Ich verdiene wesentlich mehr als er und gehe trotzdem nur Teilzeit arbeiten. Warum er sich jetzt eine größere Wohnung nimmt, verstehe ich nicht.
Ich habe Angst, dass er die Zusage für das Weschelmodell erhält und dadurch unsere Tochter nochmehr Probleme bekommt.
Wir wohnen etwa 13km voneinander entfernt beide ländlich. Die Schule wird mit Auto von ihm aus später in 20min erreichbar sein, von mir aus in etwa 10min. Freunde und Kitagegährten sieht sie nur, wenn sie bei mir ist. Er bringt sie nicht auf Spielplätze, wo sie mit ihren Freunden spielen kann, fährt auch immer wieder zu seiner Partnerin, die auch 2 eigene Kinder hat, etwa 1 Autostunde entfernt. Es macht mich wütend, dass ihm das egal zu sein scheint, dass unsere Tochter so heftig reagiert. Habe ich eine falsche Sicht auf die Sache. Ich bin nicht prinzipiell gegen ein Wechselmodell, aber unter den Umständen, dass unsere Tochter jetzt schon solche Schwierigkeiten hat, sehe ich das in unserem Fall echt kritisch.