Umgangszeiten ändern

  • Hallo ihr Lieben,


    ich habe iene Frage zum Thema Umgang. Mein Expartner und ich haben eine für uns alle passende Umgangsregelung gefunden. Er holt die Kinder jeden Freitag aus der Kita ab, ich hole sie jeden Samstag Abend wieder zurück zu mir.

    Nun ist es so, dass er bald umziehen wird, in eine je nach Verkehrslage etwa zwei Stunden entfernte Stadt. Ich möchte es meinen Kindern nur ungerne antun, dass sie bald jedes Wochenende so weit fahren müssen und ich kann es mir sowohl zeitlich als auch finanziell nicht leisten, jedes Wochenende mal eben so die doppelte Strecke wie bislang zu fahren, um die Kinder zu holen.



    Kann man so etwas zur Not vor Gericht einfordern? Also dass die bestehende Umgangsregelung aufgrund der oben genannten Aspekte (Entfernung, Geld) in ein 14-tägiges Modell umgewandelt wird?


    Und kann man Umgang in den Ferien regeln lassen?

    Es ist nämlich leider so, dass mein Expartner durch die bestehende Regelung immer noch recht viel "Macht" über mich hat, indem er es mir zb untersagt, dass ich mit den Kindern mal ein Wochenende wegfahren kann, trotz Angebot, dass er die Kinder das darauf folgende Wochenende komplett zu sich nehmen kann.

  • Als sorgeberechtige Eltern könnt Ihr Euch gemeinsam auf jede Form und Zeit für Umgänge einigen.

    Erst wenn Euch das als Eltern nicht möglich ist, besteht als Lösung, Euch Hilfe von Dritten zu holen - zum Beispiel beim Jugendamt oder bei Familienberatungsstellen, wie sie Caritas und Diakonie sie anbieten. Man kann in Deutschland aber auch eine Klage einreichen beim Familiengericht, wenn man als Eltern nicht in der Lage ist, sich auf Umgänge einvernehmlich zu einigen.


    In der beschrieben Situation ist es nun so, dass der Vater eine Veränderung herbeiführt durch den Wegzug. Damit obliegt es erst einmal ihm, Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Tatsächlich ist es so, dass er die Entfernung schafft. In der Regel (bei Gerichtsentscheidungen) heißt dies, dass er sich kümmern muss bezüglich Fahrt und Kosten. Mit diesem Wissen - da soll er sich einmal schlau machen -, ist vielleicht ein Anstoß vorhanden, eine neue Regelung zu finden.

    Ein Erfahrungstipp: Zeige ihm nicht, dass du einen Informatiobnsvorsprung hast und setze ihm nicht ein fertiges Konzept vor. Frage ihn einfach, wie denn jetzt der Umgang geregelt wird.Was er denn für Vorschläge hat? Fertige Konzepte von der Ex - das ist für viele Männer oft ein No-Go (umgekehrt für AE-Mütter auch manchmal ...)

    Wichtig: Du musst nicht im vorauslaufenden Gehorsam die von ihm geschaffenen Probleme lösen. (Heißt in der Praxis: "Klar hole ich die Kids am Samstag wie immer an deiner alten Wohnung ab. - Ach, ich soll an der neuen abholen? Nee, das schaffe ich zeitlich nicht und das kostet ja auch Benzin. Das kann ich nicht ... Wie lösen wir das denn jetzt?")


    Bezüglich des Urlaubs ist es so: Die Fam-Gerichte sagen, dass Urlaub grundsätzlich möglich sein muss. Darum "bricht" Urlaub etwaige Umgangsregelungen. Wenn du drei Wochen weg willst mit den Kindern, dann findet in den drei Wochen kein Umgang statt. Und die ausgefallene Zeit muss auch nicht zwingend ersetzt werden.

    Umgekehrt gilt aber auch: Der Vater könnte hier auch mit Kids in Urlaub fahren für ein paar Wochen. Und er hat grundsätzlich das Recht (und die Pflicht), die Kids in Schulferien die Hälfte der Zeit zu betreuen ...


    Ähnlich ist es auch bei Wochenenden. Soll zB am Wochenende die Goldene Hochzeit deiner Eltern gefeiert werden oder der 40. der Patentante, dann haben solche Termine Vorrang vor dem "stinknormalen" Umgangswochenende.

    Umgekehrt gilt das aber auch!


    Gewöhnen darf man sich als AE aber auch daran, dass man mal für ein Wochenende die Kids nicht hat. Willst du also wegfahren, dann soll der Vater doch entscheiden: Entweder nimmt er die Kids für das ganze Wochenende und du bis allein unterwegs. Oder er verzichtet an dem WE auf die Kinder.


    Soll er aussuchen, was er will.

    Wichtig: Bringe dich durch deine Planung und die Formulierung deines Wunsches/deiner Forderung nicht in eine Situation, dass der Ex Macht über dich und dein Leben bekommt. (In der Regel nutzt eine Großzahl der Ex-Partner diese Chance, sich an einem abzuarbeiten. Halt weil er es kann. Sprich: Weil ich ihm die Chance gebe ...


    Bedenken musst Du: Ihr als Eltern werdet noch ganz ganz oft Dinge klären, Umgangszeiten etc. festlegen müssen im Laufe der Jahre und bis die Kids irgendwann mal aus dem Haus sind ... Da geht es nur über Gespräch und Kompromisse. Und Absprachen sind immer nur "auf Zeit" und vorübergehend. Da darf man auch einfach einmal ausprobieren und gucken, was klappt - und was nicht. "Fair für alle Seiten", sollte es dabei sein.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

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