Kündigung in Probezeit

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  • Hallo zusammen,


    jetzt benötige ich mal Schwarmwissen und/oder vielleicht auch Personaler unter Euch.


    Der Job passt einfach nicht, ich würde sogar sagen es macht mich krank.

    Bisher gab es keine AU und keinen Ausfall, aber lange dauert das nicht mehr.

    Hintergrund ist weniger die Aufgabe, als die Büroleitung, die sowohl Vorgesetzte und auch einzige Mittarbeiterin ist.


    Montag folgt das zweite Gespräch mit mir, mit Ihrem und meinem Chef, der überwiegend (95%) der Zeit an einem anderen Standort ist. Dieser ist sich des Spannungsfeldes in dem ich mich da bewege durchaus bewusst.

    Auch sind ihm die nicht vorhandenen Führungskompetenzen wohl bekannt.

    Da die Dame auch für meine Einarbeitung zuständig ist, bin ich auf Kooperation und Dialog angewiesen.


    Was darf ich auf keinen Fall sagen?

    Wo könnte ich über den Tisch gezogen werden?

    Angestrebt ist eine Kündigung durch den Arbeitgeber.



    vg von overtherainbow

  • Ich kenne mich da leider auch nicht aus. Aber wenn ich das richtig verstehe, brauchst du vom AG eine Kündigung, weil sonst die 12-Wochen-Sperre für das ALG1 greift?


    Kann der Chef die nicht einfach ausstellen, wenn ihm die Problematik mit der fraglichen Mitarbeiterin doch schon bekannt ist? Man könnte doch diplomatisch sagen "Es passt halt nicht und wir kündigen Ihnen, damit Sie die Sperre nicht bekommen", ohne dass dem AG dadurch ein Nachteil entsteht, oder? Also wäre doch "nur" die Frage, ob der Chef so nett ist... oder seh ich das falsch?

    "No one can make you feel inferior without your consent" Eleanor Roosevelt

  • Naja, ob er das freiwillig macht?

    Er muss ja wieder das Bewerbungsverfahren starten was ihn auch Zeit und Geld kostet.


    Bewerbe dich aus der Probezeit heraus, hast kurze Kündigungsfrist und begründen kann man das in einem Gespräch auch gut.

  • Gibt es vielleicht ein Möglichkeit, in dem Unternehmen eine andere Position zu finden? Ich würde auch eher versuchen, jetzt Bewerbungen zu schreiben und mit neuem Job in der Tasche selbst zu kündigen. Bis dahin in die "innere Emigration" gehen und der Dame aus dem Weg soweit es geht. Wenn Du Dir sagen kannst, bald ist es vorbei, hältst Du es vllt. besser aus ;-)

    Stehst Du denn finanziell eine gewisse Zeit der Arbeitslosigkeit gut durch? Sich bewerben und den erstbesten Job annehmen zu MÜSSEN, weil jemand die Miete zahlen muß, erhöht nämlich den Druck ganz schön....


    Tut mir echt leid, dass Du mit dem Job ins Klo gegriffen hast, ich kenn das gut, wenn es einem abends schon graut, weil man am nächsten Morgen zur Arbeit muss.

  • Naja, ob er das freiwillig macht?

    Er muss ja wieder das Bewerbungsverfahren starten was ihn auch Zeit und Geld kostet.

    Ich denke die meisten AG spielen mit, weil die Gefahr das AN dann krank werden und sie die ersten 6 Wochen auf der Tasche liegen, doch recht hoch ist.

    Und ich betone hier: krank werden. Gerade wenn man mit jemanden zusammenarbeiten muss, mit den man nicht zusammen arbeiten sollte, schlägt das aufs Gemüt. Ich kannte da auch so eine Pappnase :/. Es ist im höchsten Maße bedauerlich (und schädlich für den AG), wenn solche Leute nicht "entfernt" werden.


    Mein heutiges Chefchen beteuert auch immer, dass das VOLL für ihn okay ist, wenn jemand innerhalb der Firma wechselt. Ich denke mir dann auch immer: "Ja, was willste dann auch machen?"

    "Mein Trainer war die Bordsteinkante" (Skateboarder)

  • Und wenn es schon so weit ist, dass der/die AN es nicht mehr aushalten mag, so wie overtherainbow das jetzt beschreibt, was hat der Chef denn davon, die Kündigung zu verweigern? Dann zieht im Zweifelsfall overtherainbow doch selbst diese Karte, bevor es wirklich an seine Substanz geht. Also gewinnt Chef mit einer Verweigerung nichts.


    Was ich mich ja mal fragen würde: Wenn dem Chef die Problematik mit dieser Mitarbeiterin bekannt ist… bist du dann vielleicht nicht der erste, der ihretwegen das Handtuch werfen will? Vielleicht denkt Chef ja auch mal drüber nach, lieber sie auszusortieren als dich? Sollte er vielleicht zumindest mal, wenn die wirklich so schwierig ist.

    "No one can make you feel inferior without your consent" Eleanor Roosevelt

  • Also das „Unternehmen“ beseht hier vor Ort nur aus mir und der Dame.

    Eine weitere Anfahrt zum nächsten Standort, bekomme ich nicht hin, weder finanziell noch zeitlich.


    Bewerbungen laufen schon parallel.

    Ich könnte mir sogar vorstellen den gleichen Job woanders zu machen, wenn auch nicht gerne, aber wir sind ja nicht im Lummerland.

    Die Dame hat da die letzten Jahre alleine gearbeitet und es ist gefühlt ihr Standort, mein Chef hätte seinen Standort gerne wieder.

    In diesem Spannungsfeld kann ich mich zur Not noch bewegen, auch wenn es an Kommunikation fehlt und letztlich die gleiche Dame mich einarbeiten muss.


    Leider tillt sie immer wieder aus unter Last.

    Brüllt rum, wird persönlich...


    Also ein Verbleib ist ausgeschlossen.

    Sperre, sollte ich nich zeitnah etwas neues finden wird finanziell knapp und eigentlich sehe ich auch nicht ein, warum ich die fehlenden Kompetenzen Dritter bezahlen soll.

    Arbeitsvermittler hat mich auch nicht weiter gebracht, außer dass ich mich quasi krank schreiben lassen muss, am besten vom Facharzt.


    Sehr sehr ärgerlich...

    Meinen Chef, der mich letztlich eingestellt hat, weil ich mitbringe was dort fehlt, kann ich nicht wirklich einschätzen.

    Der hätte halt gerne Emails ohne Rechtschreibfehler oder Annoncen ohne Ruhrpott Touch.



    vg von overtherainbow

  • Ach Mist. Andererseits würde ich auch nicht wegen der Tussi in die Arbeitslosigkeit fallen wollen. Schaut auch im Lebenslauf nicht so gut aus, wenn Dir in der Probezeit gekündigt wird. Danach, was dahinter steht, fragt ja keiner.... Vielleicht ist mal 14 Tage krank sein doch eine ganz gute Lösung. Kopf frei bekommen, Bewerbungen schreiben..... und die ersten 14 Tage kannst Du Dich auch leicht vom Hausarzt krank schreiben lassen.


    Ich drück Dir auf alle Fälle die Daumen, dass der nächste Job ein Traum ist!!!!

  • Grundsätzlich frage ich mich, wenn dem Chef die Unzulänglichkeiten der Mitarbeiterin bekannt sind, warum sie noch auf diesem Stuhl sitzt. Warum hat sie jahrelang diese Arbeit alleine getätigt und bist du jetzt dazugestoßen?

    Offenes Gespräch mit dem Chef, bei dem du klar aussprichst wie die Situation ist. Ich finde, alles getänzel und um den heißen Brei reden führt zu nichts.

    Absolut fatale Situation und ich drücke dir alle Daumen, dass das Gespräch zu deiner Zufriedenheit verläuft und du dieser Firma den Rücken kehren kannst!!

  • Ach Mensch, das ist ja blöde.

    Hast Du schon eine Alternative? Das wäre eine starke Position.


    Ansonsten ist zu empfehlen, einen Plan, ein Ziel zu haben, was im Sinne der Firma erreicht werden sollte ( nicht unbedingt dein! Ziel in den Mittelpunkt rücken.)


    Und dann ein Redepapier zu haben, dass aber ohne direkte Vorwürfe ist, sondern in der Ichform.

    Also nicht: der Umgangston ist eine Frechheit, sondern: Mir fällt es schwer, beim hier herrschenden Umgangston konstruktiv und ergebnisorientiert arbeiten zu können.

    Ich habe feststellen müssen, hier mein Leistungspotential nicht abrufen zu können.


    Solche Dinge halt. Das schafft Raum, dass der AG kündigt. Und dir schafft das Raum, bei einer eventuellen Eigenkündigung Argumente für eine Verkürzung der obligatorischen Sperre zu haben.


    Und mit grossem Glück, dass der AG über Umstrukturierungen nachdenkt.

    Aber misslich ist und bleibt die Situation. Doch im Gespräch die Sache nicht auf den Punkt zu bringen, hilft auch nichts. Chefs wollen und brauchen Eindeutigkeit en, keine Andeutungen. Und Lösungsansätze, egal welche. Das Problem nur auf den Tisch zu bekommen, ist für die meisten Chefs schwierig.

    So ein Gespräch kann in viele Richtungen laufen. Gut ist, für viele Konstellationen einen "Plan" zu haben, also nicht spontan reagieren zu müssen.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Hast du einen Arbeitsvertrag, was steht dort geschrieben in punkto Arbeitsaufgaben, Schnittstellen und Einarbeitung?

    Morgen sitzt du und dein Chef zusammen. Die Kollegin ist nicht dabei?

    Wie lautet die Überschrift dieses Termins?


    An deiner Stelle würde ich eine detaillierte Auflistung deiner bisherigen Arbeiten erstellen. Darin markieren und beschreiben, inwieweit du zur Erledigung deiner Aufgabe auf die Kommunikation mit der Kollegin angewiesen warst und,

    Abgesetzt davon beschreiben wie eure Kooperation idealerweise ausgesehen hätte.

    (Also quasi Teile eines QM-Handbuch für eure Dienststelle erstellen)

    Abgesetzt davon wie die Realität aussah, ganz praktisch.


    Meine Zielsetzung wäre, dass er sich verpflichtet euch eine Anordnung zu erteilen, wie die Kooperation abzulaufen hat, mit operationalen Faktoren,

    Z. B. sinngemäß, "Antwort in Zimmerlautstärke innerhalb 5 Sekunden" verbunden mit Handlungsanweisung für dich und Konsequenzen für die Kollegin bei Nichteinhaltung.

    Da er dies wahrscheinlich nicht annehmen möchte,

    ein gemeinsames Gespräch Chef moderiert und ihr beide besprecht unter seiner Aufsicht deine Kritikpunkte und setzt eine To-Do-Liste fest, wie ab sofort deine Einarbeitung und die weitere Zusammenarbeit zu funktionieren hat.


    Mit dieser Forderung würde ich dem Chef begegnen.


    Edit. Da hat es ja schon jede Menge Beiträge in der Zwischenzeit gegeben, sorry, meinen Beitrag habe ich begonnen, direkt nach overtherainbow Beitrag vor einer Stunde. Falls es Überschneidungen gibt, dann deshalb.

  • Ich habe aus dem gleichen Grund nach 8 Jahren das Handtuch geworfen. Vor mir 2 Kolleginnen, alles innerhalb von 6 Monaten. Die Abteilungsleitung ist immer noch daX/. Sie würde gerne intern wechseln und sieht da durch ihre Kompetenz gute Chancen. Nur sonst Keiner von den restlichen 1200 Mitarbeitern. Jeder kennt die Problematik, aber keiner macht was, außer das sie verhindern, das sie versetzt wird. Schlussendlich würde ich einfach sagen, das dir die Arbeit gefällt, das du aber unter den gegebenen Umständen so auf Dauer nicht arbeiten kannst. Entweder bekommst du Rückendeckung und es erfolgt eine klare Ansage auf die du dich berufen kannst oder sie kündigen dir. Wie sehr mich das belastet hat, habe ich erst wirklich nach dem Jobwechsel gemerkt.

  • Puhhh... schwierig.


    Dienst nach Vorschrift?


    Deinem Chef ist das Spannungsfeld bewusst? Sicher? Inwieweit ist er bereit, sich dort "hineinzubegeben"? Keine Frage, es gibt Vorgesetzte, die ihre Mitarbeiter quasi einen nach dem anderen "verheizen".


    Ich bin kein "Personaler"... aber wenn ich schwierige Mitarbeitergespräche führen muss, analysiere ich als erstes und vorab die Situation aller Beteiligten.


    Was ist mein "Hintergrund", worauf reagiere ich wie, was will ich erreichen. Parallel hierzu sammele ich "Fakten", was ist konkret passiert, wie sollte es von meiner Seite aus zukünftig laufen, wie bekomme ich die Leute so dahin, dass sie meinen, es sei ihre eigene Idee, ihr eigenes Ziel, das sie verfolgen möchten. Inklusive Zieltransparenz (was wollen wir, was ist möglich), Zeitrahmen (in welchem Zeiträumen), welche Hilfen sind eventuell nötig und möglich.


    Wie sieht das bei den Mitarbeitern / Vorgesetzten aus? Wie sind sie "drauf", wo liegt ihre Motivation, sich so zu verhalten, wie sie es aktuell tun. Welche Ziele verfolgen sie - und damit meine ich nicht nur die vordergründig sichtbare, sondern auch, was "dahinter steckt".


    Ich muss mir bei solchen Gesprächen im Vorfeld "klar" sein, was ich will / mir wünsche, welche Grenzen dem gesetzt sind und wie ich mir vorstelle, dorthin zu kommen. Das sind natürlich nur "Allgemeinplätze", aber genauer kann man nur werden, wenn man die ganz konkrete Situation kennt.


    In deinem Fall (so wie ich es herauslese): Die aktuelle Situation schlaucht dich, sie macht dich auf die Dauer krank. Es gibt im Bereich der Kommunikation (wo, wie, welche Bereiche) Verbesserungsmöglichkeiten, die Kommunikation soll sachlich bleiben und nicht persönlich werden, du brauchst mehr Informationen. Es gibt für dich zwei Alternativen: du bleibst (vorerst) oder du gehst.


    Allerdings gibt es Menschen, die recht "beratungsresistent" sind. Da hilft dann in der Tat nur die "Flucht", notfalls auch zu einem anderen AG - du schreibst ja, dass Bewerbungen aktuell laufen. Dann ist die Frage, wie du / ihr die verbleibende Zeit so gestaltet, dass sie erträglich ist.


    Das ist jetzt mal so ins Unreine gedacht...

    Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben aber muss man es vorwärts.:strahlen

    (frei nach Sören Kieerkegard)

  • Hallo,

    blöde Situation das. Würde es klipp und klar ansprechen und das weitere ergibt sich im Gespräch. Und wenn nötig über gelben Schein "regeln".


    Kleiner Hinweis:

    "Schaut auch im Lebenslauf nicht so gut aus, wenn Dir in der Probezeit gekündigt wird."


    Im Lebenslauf steht gar nicht drin, wer wen gekündigt hat. Zudem kann man das ja dann begründen und das zeigt m.E. nach eher Entscheidungsfähigkeit und Durchsetzungsstärke. Wenn es eine Ausnahme und nicht die Regel ist.


    Man muss als Arbeitnehmer sich auch nicht alles bieten lassen. Wenn es menschlich nicht passt, ist es halt so.


    LG

    ... unn denn bin ick in mir jejangen, war aber ooch nüschd los! :drink ...

  • Meiner Erfahrung nach werden leider in den Firmen die systematisch toxischen Mitarbeiter als letzte gekündigt.


    Das ist so eine Art Spirale.


    Also darauf würde ich nicht setzen.


    LG

    ... unn denn bin ick in mir jejangen, war aber ooch nüschd los! :drink ...

  • Das ist auch meine Erfahrung. Und auf die Rente meiner Chefin wollte und konnte ich dann nicht warten. Viele Vorgesetzte sind dann doch nicht so betroffen und schieben das gerne weg. Es kommen ja nur ab und zu Beschwerden, also muss nicht akut gehandelt werden. Deshalb sehe ich da wenig Chancen, das sich in diesem Fall was ändert. Und sowas kostet einen nur unnötig Lebenszeit. Vor allem, weil diese Mitarbeiter ja auch gar nicht das Problem sehen. Sie machen ja alles richtig und sind von ihrer Kompetenz überzeugt. Also besteht da laut ihrer Ansicht kein Handlungsbedarf. Und Anschreien geht ja mal gar nicht. Wie will man mit jemandem ein konstruktives Gespräch führen, wenn er laut wird und persönlich?

  • Ich bin der Meinung, dass man mit dem Jobcenter sprechen kann, dass man es auf der Arbeit nicht mehr aushält und gerne kündigen möchte und Bewerbungen schon nachweist. Dann kann das Jobcenter vorab entscheiden, dass es okay ist und es keine sperre gibt. Probezeit ist ja auch für das kennen lernen da.


    Viel Glück

  • 8) Als ob du da glücklich werden würdest. Rein vom Schreiben, interpretiere ich da rein.... Mission Imposible rettet Over... ich wär dabei und würd dich notfalls über die Schulter werfen und hinaustragen!


    Du siehst dich doch selber nicht, in einem Jahr da noch sitzen, oder???


    Glaube auch nicht das du da jeden Tag, mit Sonne im Herzen antrabst.


    In diesem Sinne, such dir um Himmelswillen was, wo das Herz etwas freudig schlägt.


    Du bist sensibel und das da macht dich fertig, über kurz oder lang.

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.