Freiwillig AE

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Das AE-Team wünscht euch ein schönes neues fröhliches Jahr 2021 und viel Gesundheit :)
  • Hallo ihr Lieben,

    Ich bin 42, mein Sohn ist 1 Jahr alt. Wir wohnen in Köln. Mir scheint, dass ich eine der Wenigen bin, die freiwillig entschieden hat, alleinerziehend zu sein. Der Vater meines Sohnes ist ein wunderbarer Vater, er kümmert sich rührend um unseren Sonnenschein und verbringt die Wochenenden mit ihm. Wir sind kein Paar, verstehen uns aber sehr gut.

    Um die Familie Komplett zu machen, wünsche ich mir noch ein Kind, habe aber Angst, alleine zwei Kindern nicht gerecht werden zu können. Dazu wäre ich euch dankbar, eure Erfahrungen in der Situation mit mir zu teilen. Dass es anstrengend wird in den ersten Jahren, das ist mir schon klar. Es ist jetzt schon anstrengend mit einem pflegeleichten Kind. Schlafmangel ist schlimm, alleinige Verantwortung ohne Pause, das Kind bestimmt alles, sogar wann man auf die Toilette kann, duschen ist Luxus... aber es ist machbar. Angst habe ich vor der Situation, in der Kinder darunter leiden, dass ich überfordert bin, bilde mir aber ein, alles meistern zu können. Wie naiv bin ich?

    Durch diese Überlegungen kam die Idee auf, andere AE zu suchen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen und eventuell eine WG-ähnliche Gemeinschaft zu bilden, in der man sich unterstützen würde.

    Freue mich über eure Kommentare!

  • Hallo Sejla,


    wäre denn wieder ein wundervoller Vater verfügbar?


    Also mal losgelöst davon wie ich persönlich das finde, denke ich ist so ein Jahr Erfahrung über den Wunsch von Kindern nach Eltern noch nicht wirklich viel.


    lg von overtherainbow

    In einem geschlossenen System nimmt die Entropie niemals ab. ...

  • Hallo overtherainbow,


    Es wäre der gleiche Vater, das zweite Kind wird von beiden gewünscht. Es ist aber so, dass die ganze Arbeit an mir bleiben würde.


    Den Gedanken habe ich leider nicht verstanden:


    denke ich ist so ein Jahr Erfahrung über den Wunsch von Kindern nach Eltern noch nicht wirklich viel.


    LG

  • Euer Kind hat Eltern, lediglich die Lebens- und Beziehungsform ist nicht „Standard“.

    Also alles gut.


    Gleichzeitig könnte ich mir vorstellen, dass es natürlich irgendwann Thema wird. So ab Kindergarten und Grundschule....


    lg von overtherainbow

    In einem geschlossenen System nimmt die Entropie niemals ab. ...

  • So sehe ich das auch. Mein Sohn hat Eltern, die ihn lieben und für ihn da sind.


    Und im Kindergarten und in der Schule wird er bestimmt nicht der einzige, dessen Eltern getrennt leben.

    LG

    Nein das wird er nicht sein. Es ist Normalität.


    Er hat nur die Besonderheit, dass er nie die Chance hatte, Familie mit beiden Eltern zu erleben.


    Aber das werdet ihr ihm schon erklären können und er hoffentlich verstehen.

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Ich habe das erste Kind, vor 17 Jahren, klassisch in einer gescheiterten Beziehung bekommen. Kontakt gab es nie, Unterstützung von ihm auch nicht. Die Trennung erfolgte schon vor der Geburt und das Einklagen der Vaterschaft dauerte 14 Jahre.

    Aktuell bin ich mit zwillingen schwanger, sie sind durch eine künstliche Befruchtung mit einer samenspende über die samenbank entstanden.


    Natürlich habe ich muffensausen, zwei Babys allein war nicht geplant, mit einem wäre ich entspannter. Aber die erste habe ich gut groß bekommen, so schlimm kann es also nicht werden.

  • Genau, wir erklären es ihm und irgendwann versteht er es. Oder wirft es uns vor. Auch damit werden wir leben können, wenn es sein muss.


    @ paulaken:

    Respekt für deinen Mut! Ich drücke dir die Daumen, dass du es schaffst! Eine wichtige Voraussetzung erfüllst du schon: du hast eine positive Einstellung.

  • Ich glaube overtherainbow meint den zeitlichen Abstand der Geschwister.


    Ich persönlich halte einen Altersunterschied von drei bis vier Jahren gut. Das erste ist dann zumindestens theoretisch in der Lage sich selbst anzuziehen, auf die Toilette zu gehen und kann auch eine längere Stecke laufen. Einen zu großen Unterschied fände ich nicht so gut, weil die Interessen dann weiter auseinander liegen.

  • Das ist natürlich was anderes. Dann ist dir wohl auch bewusst, dass es, so wie die erste, eine Risikoschwangerschaft ist. Heiß aber auch, dass dir die SS vermutlich nicht leicht fallen wird. Zusätzlich ein Kleinkind zu betreuen ist eine weitere Belastung.

  • Genau darum drehen sich meine Gedanken. Schon meine erste SS war sehr schwierig. Habe fast alle Komplikationen mitgenommen, die es geben kann. Bei der zweiten erwarte ich nichts einfacheres. Ein Lichtblick ist, dass der Große dann im Kindergarten wäre. Und dann die ersten Jahre mit 2 kleinen Kindern werden bestimmt auch kein Zuckerschlecken. Deshalb will ich es mir gut überlegen und wünsche ich mir Erfahrungen von anderen AE, um zumindest gedanklich die Situationen durchzuspielen, die auf mich zukommen.

  • Meine Söhne sind zwei Jahre auseinander und die ersten 4 Jahre hab ich nur funktioniert und ich war 25 beim ersten, 27 beim zweiten.


    Heute finde ich den kurzen Altersunterschied toll, sie hatten und haben sich viel zu sagen. Sind zusammen los gezogen usw.


    Heute bin ich 45 Jahre und beide sind schon ausgezogen und wenn ich mir vorstelle jetzt zwei Kleinkinder zu haben, das macht mir Angst. Sicher würde ich die großbekommen, aber nicht so wie vor 20 Jahren.


    Ich kann mir da mein Alter einfach nicht schönreden, ich merke das ich weniger belastbar bin.

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Meine Jugend habe ich verpennt bzw. die Gelegenheit verpasst, Mutter zu werden. Jetzt habe ich mich dafür entschieden und das mit allen Konsequenzen.

    Bei der Schwangerschaft habe ich mein Alter deutlich gespürt. Jetzt im Alltag mit Baby kann ich nicht sagen, dass ich es vor 20 Jahren besser geschafft hätte. Damals wäre es sogar schwieriger gewesen, mich selbst hinter das Kind zurück zu stellen. Mit einem zweiten Kind würde sich die anstrengende Zeit verlängern, wahrscheinlich auch verschlimmern. Aber ich bin bereit, die Zeit dafür zu "opfern". Die Frage ist nur, ob ich es schaffe, zwei Kinder groß zu ziehen, ohne dass sie darunter leiden.

  • Die Frage ist nur, ob ich es schaffe, zwei Kinder groß zu ziehen, ohne dass sie darunter leiden.

    Und diese Frage kann dir niemand beantworten. Niemand weiß wie du in 15 Jahren beschaffen bist und da zwei Pubertierende zu Hause hast.


    Ich hab meine Jugend nicht verpennt, sondern wollte zeitig Mutter werden. Hatte nie Schwierigkeiten zurückzustecken. Dafür hab ich heute den Egoismus, für mich leben zu können und das ist nochmal eine Ausbildung zur Hebamme.


    Du klingst entschlossen und reflektiert und hast einen Vater zu den Kindern. Du schaffst das. :)

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Nuja, ich würde es davon abhängig machen, wie ausgeprägt mein Kinderwunsch wäre und wie die Umstände sind. Eltern leben nicht zusammen, nuja, das ist oft so. Aber sind Großeltern da? Freunde mit Kindern? Verdienst Du genug, um eventuell eine Putzfrau oder Kinermädchen oder eine Au Pair zu bezahlen?


    Dann kommt es natürlich auch auf Deine Ansprüche an, wenn Du mit Hartz4 Niveau gut zurecht kommst ( und ja, ich kenne jemanden aus dem Forum hier, die schafft es tatsächlich, mit 4 Kindern noch arbeiten zu gehen und auf Hartz4 aufzustocken und sie hat es immer geschafft sehr gut mit dem Geld zu haushalten, so daß auch Urlaube und große Anschaffungen drinne waren...frag mich nicht WIE sie das geschafft hat, ich könnte das nicht mehr ).


    Dann spricht doch nix dagegen. Wenn ich allerdings jetzt schon nicht weiß, wie ich finanziell über die Runden komme und oft weine, weil ich nicht weiß, wie ich das alles alleine schaffen soll, dann wäre das eventuell ein Punkt, der dagegen sprechen würde.


    Beim ersten Kind war ich alleine, ohne große Hilfe, das war schon echt hart. Gut, nun beim zweiten Kind bin ich in einer klassischen Partnerschaft, das war schon sehr viel einfacher, obwohl mir, als ich wieder angefangen hab zu arbeiten, auch manchmal alles etwas viel wurde, ich glaube aber, das ist normal.


    Wenn ich 5 Jahre jünger wäre, würde ich auch noch eins nachlegen :D

  • Man wächst ja auch an seinen Aufgaben und die Frage stellt sich später dann eh nicht mehr, weil wenn sie erstmal da sind, muss man da durch. ^^


    Bitte aber immer auch dran denken, dass es gerade bei etwas älteren Mamas schnell mal zwei werden können. Ich spreche aus Erfahrung! ;)

  • Bitte aber immer auch dran denken, dass es gerade bei etwas älteren Mamas schnell mal zwei werden können. Ich spreche aus Erfahrung! ;)

    Das habe ich auch gemerkt :D


    Was ich wichtig fand als Überlegungen im Vorfeld:

    -kann ich mir ein weiteres Kind leisten, wie geht es beruflich für mich nach der Elternzeit weiter, wie sehen die Betreuungsmöglichkeiten hier aus. Wie viele Stunden kann ich so arbeiten und was bedeutet es finanziell?

    - welche Unterstützung habe ich im Alltag, auf wen kann ich mich verlassen und was ist, wenn ich beispielsweise ins Krankenhaus muss, zu wem kommen die Kinder, wenn mir etwas passiert, wie kann ich sie absichern, damit sie nicht nur ein nicht abgezahltes Haus erben

  • Man hat mir mal gesagt Kinder sind immer Selbstzweck. Ein egoistischer Wunsch des Menschen unsterblich zu sein...

    Ich glaube also, dass jeder für sich entscheiden soll, darf und muss.

    Männer noch anders als Frauen, aber das liegt wohl in den biologischen Begebenheiten begründet.


    Was für mich gegen noch ein Kind sprechen würde, wenn es denn geplant ist, wäre das eigene Alter. Mein Gold ist jetzt 16. Ich persönlich fand die ersten Jahre z.B. einfacher, als die letzten 4. ^^

    Sprich, selbst wenn ihr euch richtig beeilt bist Du knapp 60, wenn Euer Kind noch nicht auf eigenen Füßen steht.

    Wäre nix für mich.

    Aber man soll ja nie nie sagen, eine Beutekind ist denke ich was anderes....


    lg von overtherainbow

    In einem geschlossenen System nimmt die Entropie niemals ab. ...