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  • Hallo ihr Lieben,


    lange lange habe ich hier nichts geschrieben, dennoch hoffe ich das einige mich noch kennen.


    Vorweg möchte ich mich für Tippfehler und Grammatikfehler entschuldigen, ich schreibe das hier mit massivem Schlafmangel und unter Medikamenten.


    Von Anfang an :


    Ostern erfuhr ich das meine Stiefmutter im Krankenhaus lag.

    CopD , Corona, Asthma und Lungenkrebs.


    Vor ca 3 Wochen habe ich sie beerdigt.


    Letzte Woche Donnerstag :


    Ich habe gerade meinen Laptop aufgebaut, schließlich muss ich pünktlich um 9 online sein um an meiner Weiterbildung teilzunehmen.

    Nebenher lief das Frühstücksfernsehen.

    Es wurde über eine Wohnhausexplosion berichtet. Im Stadtteil nebenan.

    Ich dachte noch.. ob mein Bruder davon was mitbekommen hat ?

    Mein Telefon klingelte, es wa 8:47 Uhr.

    Meine Mom sagte mir am Telefon, dass sie glaubt es sei mein Bruders Wohnung. Ich wollte das nicht glauben.

    Sofort rief ich alle Krankenhäuser, die Polizei, den Notruf an.

    Mit Hilfe der Polizei konnte ich nach ca einer Stunde telefonieren , mit dem behandelndem Artzt sprechen.

    Ich bekam nur die Info das er lebensgefährlich verletzt war. Ich solle mit unserer Mom um 14 Uhr im Krankehnhaus sein.

    Mein Freund brach unterdessen seinen Arbeitstag ab und fuhr sofort zu mir.


    Um 13 Uhr holten wir meine Mom ab und mein Freund brachte uns ins Krankenhaus.

    Wir waren beide wie versteinert. Plötzlich um Jahre gealtert.


    Zum Glück mussten wir uns nicht in die Besucherschlange einreihen. Wir durften sofort auf die Brandintensiv gehen.

    Dort angekommen, wurden wir ersteinmal hygienisch eingewiesen und eingekleidet.

    Dann mussten wir auf den Artzt warten.

    Gefühlte Stunden später kam dieser.

    Er erklärte uns deutlich was nun am allerwichtigsten ist, welche Maßnahmen jetzt anstehen und was wir alles ausfüllen und unterschreiben müssen.

    Ich hab kaum was in Erinnerung von diesem Gespräch.


    Mein Bruder ist mehr als 60 Prozent höchstgradig verbrannt.

    Seine Lunge ist geschädigt.

    Er liegt im künstlichem Koma.

    Trotzdessen kämpft er gegen seine Psychosen und Panikattaken. Er wird immer wieder höchst tachikard. Medikamente bringen ihn nicht runter.


    Als wir ihn dann endlich sehen durften war mein hals zugeschnürt, mein Kreislauf nicht vorhanden.

    Er wurde mit Wasser aufgeschwemmt, da er massiven Flüssikeitsverlust hatte.

    Das Zimmer war sehr sehr aufgeheizt.

    Ein riesiges hohes Bett mit noch viel mehr Auflagen, luftigen Decken, Schläuchen und Geräten..

    Ein Kopf auf dem Kissen. Wessen Kopf nur ? Ich erkannte ihn nicht.


    Nach ein paar Minuten musste ich den Raum verlassen. Mir war schlecht.


    Ich habe wie automatisiert, meine Mutter nach Hause gebracht.

    Als ich zuhause war, schrieb ich meinem Freund eine Nachricht.

    Er kam ein paar Minuten später und holte mich ab.

    Mein Sohn ist bei der Familie meines Freundes untergebracht.


    Jeden Tag telefoniere ich mit dem Krankenhaus, organisiere ich irgendwas, forsche im Leben meines Bruders..

    Weine, schlafe kaum..vielleicht 2-3 Stunden pro Nacht. Ich esse fast nichts..


    Ich würde gern noch mehr erzählen, da gibts noch eine Menge aus den letzten Tagen.

    Ich schaff es gerade aber nicht.


    Was die Explosion ausgelöst hat, weiß man nicht. Es ist nicht mehr rauszufinden.

    Wir vermuten suizidale Hintergründe..ich hoffe irgendwie das ich das niemals erfahren werden.

  • In Gedanken bei Dir und Euch!

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Als ich die Nachricht gelesen habe, war alles ganz fern. Anonym. Man nimmt es wahr, aber es berührt einen nicht wirklich.


    Dein Bericht berührt mich, jetzt ist alles nah und hat ein Gesicht.


    Ich wünsche dir, dass ihr alle da heil raus kommt - egal, wie. Gut, dass du einen Freund hast, der dich unterstützt. In Gedanken bin ich bei dir. Du bist stark, das weiß ich. Wir kennen uns lange genug.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Oh Mann... mal ein Kraftpaket rüberschick.... wenn es zu viel wird: Kirchen und Hilfsorganisationen (Rotes Kreuz, Malteser etc. ) bieten seelische Unterstützung an. Kostenlos. Nennt sich Psychosoziale Notfallversorgung.


    Tut mir so leid für Deinen Bruder und für Euch!

  • Ich wünschte, du hättest dich mit anderen Nachrichten melden können...beim Lesen Deines Namens habe ich mich echt gefreut, nach so langer Zeit wieder was zu lesen von Dir, wenn auch nicht über die Überschrift deines Themas Lady...aber dann sowas....


    Tut mir sehr leid...viel Kraft Dir und der ganzen Familie....

    Grüsse Tani :wink



    Du bist nicht das was Du sagst, sondern das was Du tust!

  • Ich bin echt sprachlos, das ist ja entsetzlich. Fühl dich gedrückt. Ich wünsche Dir und der Familie viel Kraft und alle Gute für die nächste Zeit.

    Glaube an Wunder, Liebe und Glück. Schau nach vorn und nicht zurück. Tu was du willst, und steh dazu, denn dein Leben lebst nur Du.
    (altes Sprichwort)


    Es ist viel dunkler, wenn ein Stern erlischt als es sein würde, wenn er nie erstrahlt hätte

  • Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft in den nächsten Wochen.

    Das ist wirklich eine Tragödie.

    Ich hoffe, du hast viele Menschen, die dich in dieser Zeit stützen und dich bei der Verarbeitung begleiten.

    Puh, dass ist echt ein Brett.