Antrag: Alleiniges Sorgerecht und RM

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  • Die KM hat Mitte Februar das ASR und Auflösung des WM zugunsten des RM bei ihr und Besuch der Kinder bei mir alle 14 Tage für jeweils 48 Stunden beantragt.

    Wegen unsrer Kur und Corona läuft das Verfahren etwas schleppend, aber es läuft.

    Die Verfahrensbeiständin kennt die Kinder ohnehin schon vom letztenVerfahren; sie hat sie bei der Mutter Zuhause zum diesem Verfahren bereits im März befragt. Für Anfang Juni bin ich mit den Kindern zu ihr in die Kanzlei geladen, damit sie die Kinder auch befragen kann, während meiner Betreuungszeit.

    (Zwischenzeitlich hat die KM ihr 4tes Kind entbunden; Der KV des 3ten Kinds hat wohl auch diese Vaterschaft anerkannt.)

    Die KM hat mir gegenüber vor ca. 14 Tagen behauptet, dass sie die Kinder schon gefragt habe, wo sie leben wollen und sie hätten sich vehement gegen mich und ganz klar für die KM ausgesprochen.

    Unabhängig davon, dass ich verurteile, die Kinder zu einer Entscheidung zwischen ihren Eltern zu drängen, muss ich die Kinder auf den Besuch bei der VBSin vorbereiten, und ihnen ja wohl auch den Grund der Befragung nennen.


    Deshalb meine erste Frage, wie gehe ich vor, darf ich die Kinder fragen, wie die KM sie befragt, und wie weit sie das Verfahren begründet hat. Und wie weit lege ich meinen eigenen Wunsch offen?

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Zusatzinformation und Frage:

    Seit ca. 2 Jahren haben unsere Kinder begonnen einzunässen. Deshalb war auch diese Vater-Kind-Kur gewesen. Kurze Zeit nach Rückkehr aus der Kur war zudem eine kinderurologische Untersuchung um die Ursachen der Störung einzugrenzen und organische Ursachen auszuschließen.

    Ergebnis der Kur, dieser Untersuchung, unzähliger Rückmeldungen hier im Forum, und auch des KuJ-Psychotherapeuten lassen sich darin zusammenfassen, dass nicht bei den Kindern angesetzt werden sollte, sondern an den Lebensumständen; dassdas ständige hin und her zwischen den zerstrittenen Eltern beendet werden sollte. Seit auch die Kinderurologie als letzte Instanz diese Einschätzung bestätigt hat, habe ich meine Grundeinstellung verändert. Ich hatte meine Verteidigung unseres WM im April aufgegeben. Allerdings wollte ich die beiden Kinder dann lieber bei mir fest wohnen haben. Ich hatte der KM angeboten, sie das Kindergeld weiter beziehen und ihr die Kinder alle 14 Tage für 4 Nächte zu lassen (von Donnerstag nach Schule bis Montag zur Schule).


    Letzte Woche habe ich mit einer anderen AE Mama gesprochen, und sie brachte den Gedanken auf, die Kinder immer 2 Wochen bei einem und dann 2 Wochen beim anderen ET zu lassen, und so den radikalen Schnitt, Ende des WM = Verlust eines Elternteils zu verhindern.


    Was meinen die anderen hierzu, wäre es die Sache Wert, weiter zu experimentieren, dadurch auch das Verfahren komplexer werden zu lassen und wenn ja, wäre es ratsam die Kinder über diese mögliche Entwicklung zu informieren, oder sie gar zu befragen, wie das auf sie wirkt?

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Ihr habt ja jetzt schon eine lange Geschichte hinter euch und die Kinder haben heftig unter euch Eltern zu leiden gehabt. Da ihr euch erwiesenermaßen nicht an Absprachen halten könnt, wird der Klassiker passieren: Das Gericht wird einen Gutachter beauftragen, um seinen Beschluss "wasserdicht" zu machen. Je nachdem wie blickig oder genervt das Gericht ist, wird der Auftrag an den Gutachter auch beinhalten zu prüfen, ob ueberhaupt ein Elternteil erziehungsfähig ist.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Volleybap

    Das was du schreibst, siehst du richtig. Und es ist gut, das nochmal vor Augen zu führen. Dafür danke ich dir. Aber leider das trifft nicht den Kern meiner Fragen.

    Mir ging es ganz konkret darum, wie ich die Kinder in dieser Situation am besten begleite und ob ich das WM endgültig abschaffen lasse oder einen weiteren Versuch unternehme, den Kindern ein Aufwachsen mit beiden Eltern zu ermöglichen.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

    Einmal editiert, zuletzt von Vollbio ()

  • Unabhängig davon, dass ich verurteile, die Kinder zu einer Entscheidung zwischen ihren Eltern zu drängen, muss ich die Kinder auf den Besuch bei der VBSin vorbereiten, und ihnen ja wohl auch den Grund der Befragung nennen.

    "Wir bekommen Besuch von Frau xy , die gerne wissen möchte, wie es euch geht. Mein größter Wunsch wäre es, dass ihr die Wahrheit sagt. Ich werde jeden Weg mit euch gemeinsam gehen und euch unterstützen. Es geht nicht darum einem Elternteil zu gefallen, sondern was ihr möchtet. Weiterhin abwechselnd oder hauptsächlich bei einem ET leben."

  • Ich würde gar nichts sagen bzw. nur, dass da jemand kommt, der mit den Kids reden will. Dann können sie völlig authentisch und offen reden. Sinnvoll wäre, wenn du bei dem Gespräch rausgehst.


    Ansonsten fehlt mir bei euch nach wie vor die Ruhe und das Ende des Gezerres um die Kinder. Was spricht dagegen, sie 14-tägig von Freitagnachmittag bis Sonntagabend zum Umgang zu haben? Dann könnten sie bei ihrer Mutter endlich heimatliche Wurzeln schlagen und müssten nicht ständig umziehen.

    Und für deine neue Ehe scheint mir diese Variante auch die bessere.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Gut, also die Option 14 Tage-Wechsel gar nicht ins Gespräch bringen.

    Die Kinder darin bestärken, das zu sagen, was sie sich wünschen.

    Aber es geht ja nicht darum, ob RM oder weiter WM, sondern darum, ob RM bei KM oder bei KV.

    Wäre es deshalb sinnvoll zu sagen, dass sie der Frau sagen sollen, warum sie gerne bei der KM und warum gerne bei KV sind, was ihnen bei jedem ET besonders gut gefällt?

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Nein. Das sagen sie, wenn, ganz allein. Man hört, wenn Kinder Worte in den Mund gelegt bekommen.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Liebe Kaj,

    Das was du schreibst, ist ganz richtig. Man hört es, wenn Kinder Worte in den Mund gelegt bekommen. Und es ist gut, das auf keinenFall zu tun. Aber das trifft nicht die Absicht meines Posts.

    Mir ging es ganz konkret darum, wie ich die Kinder in dieser Situation am besten begleite und nicht darum, wie ich sie am besten manipuliere.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Wenn du Aufrichtigkeit möchtest, handhabt ihr das genauso, wie friday schrieb.


    Setz die Kinder in Kenntnis und mach ihnen klar, dass du immer für sie da bist.

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Die Frau ist Profi indem was sie macht.

    Ich würde nichts großartig erklären. Die Gefahr den Kindern irgendwelche (meiner)Gedanken oder Gespenster in den Kopf zu setzen wäre mir zu hoch.. Die Dame kommt und schaut wie es euch geht. Sie wird einige Fragen stellen, die ihr natürlich wahrheitsgemäß beantworten könnt.

    Fertig.


    Elin : In Kenntnis setzen, genau. Das Wort wollte mir einfach nicht einfallen:P

  • Was spricht dagegen, sie 14-tägig von Freitagnachmittag bis Sonntagabend zum Umgang zu haben? Dann könnten sie bei ihrer Mutter endlich heimatliche Wurzeln schlagen und müssten nicht ständig umziehen.

    Die KM scheint nicht in der Lage sein, ihre eigenen Interessen (die Kinder möglichst bei sich zu haben und gegen den KV zu kämpfen) von denen der Kinder zu trennen. Wenn das Gericht entscheiden sollte, dass die Kinder bei ihrer Mutter wohnen sollen, wird der Kampf garantiert weitergehen: aus 48 Stunden werden dann schnell 24 oder 8 Stunden - dann werden die Kinder irgendwann tatsächlich nur noch bei und mit ihrer Mutter aufwachsen.


    So werden Väter entsorgt.


    Was meinen die anderen hierzu, wäre es die Sache Wert, weiter zu experimentieren, dadurch auch das Verfahren komplexer werden zu lassen und wenn ja, wäre es ratsam die Kinder über diese mögliche Entwicklung zu informieren, oder sie gar zu befragen, wie das auf sie wirkt?

    Nein, ich würde von jeglichen Experimenten abraten, die Kinder sind jetzt schon mehr als überfordert. Die Kinder sollten erst dann Informationen über Veränderungen erhalten, wenn es auch entsprechend verlässlich ist, d. h. wenn das Gerichtsverfahren abgeschlossen ist. Ich würde mir auch wegen der Verfahrensbeiständin gar nicht so viele Gedanken machen, die Kinder werden schon fragen, wenn sie mehr wissen wollen. Da würde ich dann aber auch sehen, dass ich ausschließlich kindbezogene Antworten gebe und nichts, was mit Eurem Streit als Eltern zu tun hat.


    Da ihr euch erwiesenermaßen nicht an Absprachen halten könnt, wird der Klassiker passieren: Das Gericht wird einen Gutachter beauftragen, um seinen Beschluss "wasserdicht" zu machen

    Das mag dazu beitragen, ja. Aber nach meiner Erfahrung wird fast immer ein Gutachter beauftragt, wenn die Eltern sich nicht einigen können und das, was die jeweiligen Anwälte so zum Besten geben, nicht zusammenpasst. Dass sich zerstrittene Elternteile auch oft nicht an Absprachen halten können oder wollen, ist leider auch entsprechend häufig. Ob das, was dann im Gutachten zusammengeschrieben wird, dann tatsächlich dem Kindeswohl dient, ist eine andere Frage, die durchaus unterschiedlich beantwortet werden kann.

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • musicafides

    Danke für deinen Kommentar.

    "Nein, ich würde von jeglichen Experimenten abraten, die Kinder sind jetzt schon mehr als überfordert. ", das habe ich für mich jetzt abgehakt.


    "Ich würde mir auch wegen der Verfahrensbeiständin gar nicht so viele Gedanken machen, die Kinder werden schon fragen, wenn sie mehr wissen wollen. ", mir geht es darum, dass ich spätestens am Tag unseres Besuchs bei der VBSin, den Kindern sagen muss, warum wir heute zu ihr fahren. Und nachdem sie die ja bereits kennengelernt haben, und wissen, was das letzte Mal Grund und Folge der Befragung war, möchte ich darauf vorbereitet sein, ihnen eine vernünftige Antwort zu geben. Eine, die ihnen Sicherheit und Orientierung gibt, keine die Verunsicherung bringt oder das Gefühl bei ihnen weckt, dass ich ihnen den wahren Grund verschweige.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Die Dame kommt und schaut wie es euch geht.

    Nein, leider nicht. Terminlich war es der Kanzlei nicht möglich, den Besuch bei uns Zuhause durchzuführen, sondern wir müssen dorthin fahren. Fahrtzeit ca. eine halbe Stunde. Zusammen mit der Vorbereitung, Anziehen, Pipi machen, usw. ist das etwa eine Stunde, in der alles auf diesen wichtigen Besuch konzentriert ist. Auch, wenn wir übers Wetter reden würden.

    Ich möchte für mich klar haben, was ich während der Fahrt und des Wartens mit dem jeweiligen anderen Kind über diesen Besuch sage. Ich möchte ein Narrativ haben, das stimmt, das sie verstehen und das ihnen Sicherheit gibt.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Naja, man muss jetzt ja nicht einen Riesentanz mit den Kindern machen. Natürlich verstehe ich, dass dieser Termin für dich wichtig ist.

    Aber ich sag mal, wenn du mit den Kindern zum Doc oder ähnliches fährst, dann machst du da ja (hoffentlich) auch keinen Tanz drum.

    Wenn ein Elternteil seinem Kind das Gefühl gibt, dass ist okay, dann ist es meist für die Kids auch okay.

    Die Kinder haben doch nichts zu verbergen, oder?

    Wartezeiten kann man auch mit Spielen oder Vorlesen überbrücken. Klar kann man sagen, wenn du Fragen hast dann frag, aber das Ganze ist ja keine Prüfung für die Kinder.

  • Ich möchte für mich klar haben, was ich während der Fahrt und des Wartens mit dem jeweiligen anderen Kind über diesen Besuch sage.

    Nimm doch einfach etwas mit zur Beschäftigung mit dem jeweils anderen Kind, ein Spiel, ein Buch oder was auch immer. Die Parallele mit einem Arztbesuch finde ich ganz gut, das kann man sich im Hinterkopf behalten.

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • Ich schätze, ich würde meiner Tochter etwas sagen wie: "hör mal, du hast ja leider mitbekommen, dass Mama und Papa oft streiten. Jetzt ist da eine Frau, die möchte wissen, wie es dir dabei geht." Gar nicht in epischer Breite alles erklären, was deiner Meinung nach passieren und gefragt werden könnte. Darauf achten, es so zu formulieren, dass die Kinder im Vordergrund stehen. Und auf gar keinen Fall durchblicken lassen, dass dieses Gespräch so weitreichende Konsequenzen auf ihr weiteres Leben haben wird. Das würde viel zu viel Druck aufbauen, und sie könnten nicht unbefangen sprechen. Meine Tochter hat es buchstäblich immer sprachlos gemacht, wenn sie in irgendeiner Weise das Gefühl hatte, zwischen ihrem Vater und mir wählen zu müssen. Mittlerweile habe ich gelernt, sie nicht in solche Situationen zu bringen.


    Die Fahrzeit und die Wartezeit würde auch ich mit spielen, vorlesen o. ä. verbringen und sie auch im Nachhinein keinesfalls über das Gespräch ausfragen.

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...

  • Ich schätze, ich würde meiner Tochter etwas sagen wie: "hör mal, du hast ja leider mitbekommen, dass Mama und Papa oft streiten. Jetzt ist da eine Frau, die möchte wissen, wie es dir dabei geht."

    Genau das würde ich nicht. Da legt man für das Kind das Thema des Gesprächs schon fest, auch wenn der Anlass natürlich so stimmt. Es geht ja gerade bei solchen Gesprächen nicht darum, wie es den Kindern damit geht, wenn ihre Eltern sich streiten, sondern allenfalls wohl darum, wie die Kinder damit umgehen. Aber das alles wird eine kompetente Verfahrensbeiständin auf ihre Art schon so tun, dass sie die Kinder altersentsprechend damit nicht überfordert. Was die Kinder wissen möchten, werden sie schon selbst erfahren.

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • Genau das würde ich nicht. Da legt man für das Kind das Thema des Gesprächs schon fest, auch wenn der Anlass natürlich so stimmt. Es geht ja gerade bei solchen Gesprächen nicht darum, wie es den Kindern damit geht, wenn ihre Eltern sich streiten, sondern allenfalls wohl darum, wie die Kinder damit umgehen. Aber das alles wird eine kompetente Verfahrensbeiständin auf ihre Art schon so tun, dass sie die Kinder altersentsprechend damit nicht überfordert. Was die Kinder wissen möchten, werden sie schon selbst erfahren.

    Dann würdest du deinen Kindern auf der Fahrt sagen "ihr sprecht jetzt dann mit einer Frau, die sagt euch dann schon, worum es geht"? Oder sie gleich ganz kommentarlos dort abgeben, weil die Frau schon weiß, was sie tut? Ok, jeder hat seine eigene Methode, aber das wäre eindeutig nicht meine.

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...