Erklären oder durchsetzen

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  • Hallo zusammen, es ist mal wieder soweit wir als Eltern haben mal wieder total versagt....

    Grund war das meine Ex mir gestern eine Nachricht geschickt hat das sie gerne abends an den PC wollte, ich habe sie dann angerufen um zu fragen ob es heute Morgen nicht besser währe da sie Dan die Kleine mitnehmen könnte für den Tag.

    Leider kam es nicht zu diesem "harmlosen" Gespräch da Lea mit bekommen hat das ich mit Mama spreche, sie wollte das Telefon und ich gab es ihr. Bis hier her alles gut.

    Nach 5 bis 10 min wollte ich das Telefon wieder haben um mit meiner Ex das Gespräch zu führen ich hatte es auch schon 3 oder 4 mal gesagt das sie mir das Telefon geben möge, es kamm dann immer ein gleich. Ich habe sie dann hochgehoben um mir das Telefon zu nehmen dabei hat sie dann angefangen zu quengeltn, woraufhin meine Ex abgegangen ist wie eine Tollwüte wir haben uns dann in die Haare bekommen....

    Sie meint mann muss einem Kind immer alles erklären, wobei ich mir denke was ich erklären muss wenn ich das Telefon haben möchte, es ist selbsterklärend das man damit telefonieren will.

    Außerdem bin ich der Meinung das man nicht immer alles erklären muss oder kann. In einer gefährlich Situation muss ein Kind einfach mal hören ohne Erklärung. Wie soll ein Kind das aber wissen wenn es sonst nie hören muss sondern alles erklärt bekommt zumal mit 3 Jahren.

    Wissenssachen kann man erklären aber sonst muss meiner Ansicht nach ein Kind in dem alter auch mal" funktionieren ".


    Vieleicht liege ich aber auch total daneben daher würde ich gerne mal hören was ihr denkt.


    Vielen Dank schon mal

  • Hallo Oliver,


    ich denke man sollte alles erklären können, aber nicht müssen.;)


    Frei nach dem Motto: „Wenn ich Deine Meinung wissen will, sag ich Dir welche!“


    Ich denke in Gefahrensituationen ist die Reaktion eh ein Reflex. Wichtig finde ich authentisch zu sein und es sollte nicht um Macht gehen oder Angst.

    Aber letztlich trennen da die Geschlechter oft auch Welten. Also in der Art und Weise, wie Du wahrgenommen wirst.

    Ob es nun wirklich ein „Versagen“ ist, dass ihr Euch nicht einig gewesen seid, mag ich gar nicht so sehen. Das erleben zig Kinder jeden Tag in 2-Eltern-Familien...


    lg von overtherainbow

  • Klar muss ein Kind in einer Gefahrensituation funktionieren, aber ist ein Telefonat, das ich genau jetzt führen möchte, denn unbedingt eine Gefahrensituation? Welche Gefahr wäre denn entstanden, wenn das Kind noch ein paar Minuten länger telefoniert hätte? War es echt so überlebenswichtig, 5 Minuten früher zu klären, ob deine Ex heute oder morgen an deinen PC darf (ich hoffe, ich habe den Sachverhalt richtig verstanden),


    Prinzipiell muss ich zugeben, ich gehöre auch zu den Erklärbären. Ich versuche halt im Vorfeld zu erklären, warum etwas gefährlich ist. Beispiel Straße, als sie etwa drei war: "Guck mal, wie schnell die Autos da fahren. Wenn du da einfach auf die Straße läufst, dann können die nicht mehr bremsen und überfahren dich. Da kannst du dir ganz doll weh tun und musst vielleicht sogar ins Krankenhaus." Kostet nicht viel Zeit, versteht auch eine Dreijährige und sie lernt das vielleicht auch auf andere Situationen zu übertragen, die ähnlich sind. Wenn ich einfach nur "NEIN" brülle und sie zurück reiße, weiß sie ja gar nicht, warum. Da bin ich dann nur die Spielverderberin, die sie nicht auf die andere Straßenseite zum Spielplatz lassen will, dementsprechend trotzig fällt dann vielleicht ihre Reaktion aus und man hat in einer unvorhergesehenen Gefahrensituation vielleicht genau den Kampf, den man da so garnicht brauchen kann. Wenn sie aber weiß, alles, was ich sage, hat irgendeinen Sinn, dann hört sie auch auf mich, wenn ich es vorher nicht erklären kann. Sie weiß ja, dass ich es im Nachhinein tun werde. So lernt sie, meiner Meinung nach, selbst Gefahren gut einschätzen und muss sich nicht nur auf mich verlassen, was ja einen guten Teil der Selbständigkeit ausmacht.


    Meine Tochter ist mittlerweile 10 und ich muss sagen, dass sich das Prinzip bisher bei uns sehr gut bewährt hat, auch wenn ich mir oft den Mund fusslig geredet habe. Heute muss ich eigentlich gar nicht mehr so viel sagen, weil sie Situationen sehr gut selbst einschätzen und entsprechend reagieren kann.

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...

  • Das war jetzt kein Situation die gefährlich war und trotzdem hatte sie ja schon eine Zeit telefoniert und wusste das ich das Telefon haben möchte.

    Wir haben bei uns einige Tiere und unser Ganter ist zur Zeit etwas agro da die auch Nachwuchs erwarten wenn er hinter ihr ist und ich sage etwas muss sie hören, wie soll sie wissen das sie hören muss wenn sie es sonst nie muss?

    Dann noch mit nett erklären ist gut und schön, doch sieht das Leben nicht anders aus? Wenn sie mal erwachsen ist muss sie damit umgehen können auch mal den kürzeren zu ziehen. Man sieht doch wie unsere Jugend ist die behütet bis zum geht nicht mehr auffwächst.

    Mein Schwager ist 26 und seine Eltern haben ihn so behütet das er nicht zur Schule musste wenn er nicht wollte "der arme Junge" , dann hat er angefangen eine Lehre zu machen, da war sein Chef nicht immer nett zu ihm und hat wahrscheinlich nicht alles erklärt...

    Er hat seine Lehre abgebrochen...

    Das ist 2 Jahre her, die Eltern haben soviel Verständnis das das OK ist.

    Meine Frage wann fange ich an etwas durch zu setzen?



    Vielen Dank für die Meinungen

  • Ich würde da gar nicht so viel dran rumdenken. Bei dir läuft es so, bei deiner Ex anders. Sie mag den Erklärbären geben, du halt nicht. Kinder können das gut unterscheiden und haben gewöhnlich kein Problem damit.


    Durchsetzen musst du dich jetzt schon. Mit einer Dreijährigen würde ich grundsätzliche Dinge niemals diskutieren. Regeln und Grenzen geben Halt. Viele Kinder fordern das regelrecht ein, indem sie Grenzen austesten und infrage stellen. Sie wollen mehrfach erfahren, wo die Grenze und damit ihre Sicherheitszone ist.

    Also keine Angst, dein Kind trägt keinen Schaden von klaren Regeln und Grenzen ohne viele Erklärungen.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    You can include me out. (Samuel Goldwyn)

  • Dann noch mit nett erklären ist gut und schön, doch sieht das Leben nicht anders aus? Wenn sie mal erwachsen ist muss sie damit umgehen können auch mal den kürzeren zu ziehen. Man sieht doch wie unsere Jugend ist die behütet bis zum geht nicht mehr auffwächst.

    Mein Schwager ist 26 und seine Eltern haben ihn so behütet das er nicht zur Schule musste wenn er nicht wollte "der arme Junge" , dann hat er angefangen eine Lehre zu machen, da war sein Chef nicht immer nett zu ihm und hat wahrscheinlich nicht alles erklärt...

    Er hat seine Lehre abgebrochen...

    Das ist 2 Jahre her, die Eltern haben soviel Verständnis das das OK ist.

    Meine Frage wann fange ich an etwas durch zu setzen?

    Naja, zwischen etwas erklären und Laissez-faire ist es aber dann doch ein himmelweiter Unterschied. Aktuelles Beispiel: Der Schulstoff für zu Hause. Hat meine Tochter überhaupt keinen Bock drauf, verständlicherweise. Natürlich hätte ich sagen können "Du setzt dich da hin und punkt". Und das jeden Tag wieder und wieder, was uns beide unglaublich Zeit und Nerven gekostet hätte.

    Wir aber haben am ersten Tag schon darüber gesprochen, dass das halt sein muss, weil ja keine Ferien sondern Schulzeit ist und dass sie das als Chance sehen soll, weil ja kein Lehrer so 1:1 im Gespräch mit dem Schüler Fragen beantworten und erklären kann (bei 24 Kindern in der Klasse ist das selbst dem engagiertesten Lehrer einfach nicht möglich). Und seitdem setzt sie sich jeden Morgen gleich nach dem Aufstehen als erstes dran, ohne dass ich was sagen muss - zwar nicht so wirklich freudig, aber fleißig.Und jetzt, nach zwei Wochen, sieht sie, dass es sich auszahlt. In Englisch haben wir besonders intensiv gearbeitet - beispielsweise musste sie mir jede Aufgabenstellung, jeden Satz, den sie sonst einfach nur abschreibt, mündlich übersetzen - dass sie jetzt selbst sagt, dass sie in diesem Fach einen riesen Sprung gemacht hat und dass es ihr mittlerweise sogar richtig Spaß macht (und NEIN, ich sitze nicht permanent daneben und pamper sie, ich helfe nur, wenn sie mich darum bittet und ich den Eindruck habe, dass sie ohne Hilfe nicht draufkommt. Wobei ich auch nicht einfach sage, so gehts, sondern sie mit gezielten Fragen bzw. englischen Umschreibungen eines Wortes versuche auf die Lösung zu bringen).

    Auch das Thema Handy ist bei uns keines. Gestern kam sie von sich aus zu mir und meinte: "Mama, ich finde, ich denke in letzter Zeit zu viel an das neue Spiel auf meinem Handy (in Anbetracht der momentanen Situation durfte sie sich ausnahmsweise eines dieser "4 Gewinnt" Spiele herunterladen). Können wir da eine Regel festlegen, an die ich mich halte?" Nur so zum Verständnis - bis jetzt waren bei uns keine Regeln nötig, da sie das Handy meistens eh ausgeschalten hat und es bei mir im Wohnzimmer liegt. Wenn sie es benutzt, dann stellt sie sich von sich aus einen Timer von dreißig Minuten und bringt es danach wieder zu mir. Weil wir eben intensiv über die Benutzung eines Smartphones gesprochen haben, bevor sie eines bekommen hat. Viel zu erklären heißt eben nicht, dass es keine Regeln gibt, sondern dass den Kindern der Grund der Regeln nachvollziehbar gemacht wird. Dass sie selber den Sinn dahinter erkennen und sich selbst entschließen können, danach zu handeln. Es heißt nicht, dass es im Bedarfsfall keine Sanktionen gibt, wenn sie es nicht tun, oder dass sie tun und lassen können, was sie wollen.

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...