Wie wuppt ihr den Alltag mit Baby/Kind

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  • Hallo Zusammen,

    ich wollte fragen wie ihr so den Alltag meistert ohne unter zu gehen. Ich bin 36 habe keine Familie in der Nähe dir mor helfen kann, muss bald wieder arbeiten und vermutlich einen 2. Job annehmen um uns zu Finanzieren. Meine Tochter ist 11 Monate alt und wird gerade in der Kita eingewöhnt. Es bricht mir das Herz, dass sie bald mehrere Tage vollzeit dort verbringen wird. Aber ich muss arbeiten. Hätte ich den Kitaplatz nicht, hätte ich Harz 4 beantragen und meinen Job kündigen müssen. Ich bin nun seit 3 Wochen krank und komme nicht mwhr auf die Beine weil ich keine Ruhe bekomme. Die Kleine zahnt auch gerade, was die Nächte sehr schwierig macht. Manchmal laufe ich echt auf dem Zahnfleisch;(

  • Achje...


    das tut mir total leid für Dich.:troest

    Ich kann nur erahnen wie Du Dich fühlst, da ich meine Kinder nicht in der Kita hatte.

    Ich hoffe Deine Tochter gewöhnt sich gut ein...und Du an die Situation.

    Gib Dir, Deiner Tochter und der Kita ein wenig Zeit.


    Ich hoffe in Dir wächst die notwendige Zuversicht und wünsche Dir eine gute Besserung:blume

  • Ich glaube, dass Kinder sich viel besser daran gewöhnen, als wir das meinen .... für sie wird das in gewissem Sinne Normalität. Da hoffe ich für Dich, dass die Krippe da prima Erzieher hat, welche Deine Tochter fördern und fordern. Versuche, in der Zeit, die Du nicht arbeiten musst, intensiv für Deine Tochter da zu sein, das wird sie spüren und das trägt sicher zu einer gelingenden Mutter-Kind-Beziehung bei. Nur Mut. Übrigens Respekt, dass Du diesen Weg gehst und arbeitest, statt von Hartz-4 zu leben. Das ist nicht selbstverständlich.

  • Hallo Kissilein


    Ich finde es auch bemerkenswert und stark, dass du diesen Weg gehst!


    Gedanken dazu:

    Versuche dir ein soziales Netzwerk über den neuen Lebensabschnitt "Kita" aufzubauen. Gerade wenn man keine unterstützende Familie hinter sich hat, sind andere Kontakte umso wichtiger.

    Gibt es bei dir in der Umgebung Beratungsstellen, vielleicht Leih-Großeltern, AE-Gruppen etc?

    Wichtig ist, dass es dir wieder besser geht! Dafür schicke ich dir eine Portion Durchhaltevermögen und weiterhin einen starken Willen!


    Denke daran: es geht immer irgendwie weiter... Und es ist keine Schande Hilfe anzunehmen :tuschel

  • Hey,


    hast du alle Optionen durchgerechnet?

    - Elternzeit verlängern

    - Teilzeit in Elternzeit

    - Betreuungsunterhalt

    - Betreuung des Kindes durch den anderen Elternteil

    - Abstriche wo möglich

    - ggfs. mit staatl. Hilfen aufstocken

    etc...


    Für mich persönlich käme es nicht in Frage (m)ein Baby für so lange Zeit in Fremdbetreuung zu geben. Das ist aber nur eine Meinung von vielen und absolut keine Kritik ;-)


    Viel Kraft!

    Mit Gruß :wink
    Vaquera


    Life is simple: Eat, sleep, ride... :love:

  • Bis zum 3 geburtstag gab es kein mit Freunden mitgehen. Da waren sie/wir noch nicht so weit. Seitdem herrscht hier Kinder-Tausch Börse. Dieses Woche zb hole ich gar nicht oder nie nur mein Kind ab. - Ich muss nur jeden Tag die richtigen mitnehmen und nicht durcheinander kommen. In den zwei Jahren zwischen Kita und 3. Geburtstag, war ich für meine Verhältnisse viel krank. Alle zwei Monate ein zwei Tage. Weil mein Körper einfach durch war. Ich sass oft mit wenig Schlaf im Büro. Aber man kann sich alles so angenehm machen wie man will. Man muss sich nicht an irgendwelche Normen halten und kann sich seinen Alltag so gestalten, wie es für euch zwei richtig ist. ZB Das Kind muss nicht um 1900 auf zwang schlafen um dann um 5 wieder wach zu sein. Ect es gibt soviele Schrauben an denen man drehen kann.

  • hallo zusammen,

    danke für eure aufbauenden Worte und Tipps.


    Ich habe mir vorgenommen erstmal nur 18 Stunden zu arbeiten hierzu kommen 6 Stunden Fahrzeit. Leider verdiene ich damit zu viel für staatliche Aufstockungen und zu wenig zum leben.


    Auf den Kindsvater kann ich nicht zählen, er liebt sein Kind, ist aber psychich krank und nicht belastbar. Er kommt kaum selbst im Alltag klar.


    Ich habe alles an "Luxus" eingestampft und drehe jetzt mit dem Elterngeld schon jeden Euro um und wenn ich arbeite bekomme ich wieder weniger. Mein größtes Problem ist die "teure" (für die örtliche Verhältnisse aber noch günstige) 2 Zimmer Wohnung. In Köln ist es fast unmöglich etwas gleichwertiges aber günstigeres zu bekommen und dann auch noch als Alleinerziehende in der Nähe der Kita, da ich kein Auto habe.


    Ich hatte gehofft wenigstens einen staatlichen Kitazuschuss zu bekommen, aber das kann ich vergessen :(

  • Aus meiner Erfahrung, und ich arbeite Vollzeit (40+) seitdem mein Kind 15 Monate ist und in der Kita eingewöhnt war...

    Vertrauen, es bringt überhaupt nichts sich selbst so zu stressen und auf die Umstände zu schimpfen, sondern das beste daraus machen. Vertrauen in dich und deine Stärke und in die Bindung zwischen dir und deinem Kind.

    Die Kita bietet den Kindern eine Chance für den nächsten normalen Entwicklungsschritt in diesem Alter, nämlich die Sozialisierung und Abnabelung. Das kannst du gar nicht ohne so eine Einrichtung - erst war ich auch sehr skeptisch und habe mich als Rabenmutter gefühlt - aber jedes mal wenn ich mein Kind abgeholt habe und es spielend mit anderen Kindern gesehen habe, war ich glücklich. Haushalt, einkaufen, kochen usw. habe ich so gestaltet das wir daraus ein gemeinsames Event machen - beim einkaufen darf sie die Lebensmittel im Regal suchen und in den Wagen und aufs Band legen, beim kochen darf Gemüse gewaschen werden, etc.

    Und es ist eine Vorbereitung auf die kommende Schulpflicht - jetzt könnte man noch flexibel sein, selbstverständlich aber wenn meine kleine mal nicht in den Kita will, tut es mir auch leid, denke mir aber lieber habe ich das jetzt alles, als in der Schulzeit. Sie ist dann beim Übertritt nicht so geschockt wie Kinder die zu Hause betreut wurden.

    in anderen Ländern ist es ganz normal das Kinder nach 3 Monaten in Einrichtungen kommen und diese Menschen sind nicht weniger kompetent als andere.

    Es ist eine Sache mit der inneren Einstellung. und was ich bemerke, wenn du 5 Std. mit deinem Kind verbringst und nebenbei 100 dinge tust, ist es unzufriedener als wenn du eine störfreie Zeit einrichtest (kein Handy, Haushalt, usw) von 45 Minuten in denen du dich intensiv kümmerst und wenn es nur die Erholungszeit nach Kita ist. Danach ist das Bedürfnis nach Nähe und Mama Zeit erstmal gestillt und du kannst dich anderen Dingen stressfreier widmen. Am Wochenende versuche ich viele Pflichtaufgaben zu ignorieren und nur die zeit mit dem Kind zu verbringen.


    Wenn du dich nicht mit deiner Situation unsicher fühlst, merken das die kleinen und spiegeln das.


    Die finanzielle Angelegenheiten sind selbstverständlich nicht so einfach zu lösen aber ich würde alle erdenklichen Stellen kontaktieren und rechnen. Du wirst sehen wenn du mit den Veränderungen stabiler wirst, wird das auch dein Kind. Achte nur darauf das du Kinderfreie Zeit auch wirklich für dich nutzt und gut um dich sorgst, damit du die Kraft hast die Veränderungen zur Gewohnheit werden zu lassen.

  • Hallo,

    ich glaube ich muss einfach noch in meine Rolle rein wachsen. Vllt. Sehe ich dann auch alles entspannter.

    Meine Tochter ist echt Happy in der Kita und sie tut ihr gut. Das macht es etwas leichter.

    Ich mache auch den Haushalt sobald die Kleine nicht im Haus ist und versuche möglichst die Zeit mit ihr zu genießen. Wenn wir heim kommen will sie erstmal auf Mama schlafen. Die Zeit nehme ich mir. Manchmal sieht es dann halt aus wie sau, das ist mir aber egal. Hauptsaxhe das Kind ist glücklich

  • Hallo Kissilein,


    ja das ist ein Prozess - du wirst mit Geburt eines Kindes aus deinem "normalen" Alltag gerissen, nichts scheint mehr wie es vorher war.

    Mit Elternzeit dieser Auszeit die sehr wichtig ist, steht das Kind im absoluten Focus und nun den Spagat zwischen Mama sein und wieder in die Eigenverantwortung zu gehen (sprich: dem Job nachkommen, soziale Kontakte pflege, etc.) zu üben, scheint erstmal eine riesige Hürde.

    Erst Recht als Alleinerziehende - aber je klarer du dir Situation machst:

    Deinem Mäuschen geht es gut in der Krippe und es tut ihm auch gut, kann sich mit gleichaltrigen entwickeln und austauschen - es können Freundschaften entstehen, etc.

    und

    Du bist wieder Frau und "nicht nur Mutter", die die Stärke hat und die Verantwortung übernimmt auch wieder ins Berufsleben einzusteigen und für sich und das Mäuschen gut zu sorgen, so gut es dir möglich ist.


    Die Puste geht wohl jedem mal aus - nimm dir die Zeit, von 0 auf 100 geht es nicht. Zweifel sind meiner Meinung nach in einem gewissen Masse auch absolut gesund.


    Ihr schafft es, wie es viele andere vor uns und auch "neben uns" heute schaffen! Nur nicht selbst klein machen und gewisse Dinge abgeben lernen.

  • Ich war mit meiner Biene auch von Anfang an alleinerziehend und habe sie mit vierzehn Monaten in die Krippe gegeben. Und obwohl ich vom Fach bin und sich meine Biene von Anfang an wohlfühlte in der KiTa, habe ich echt Kämpfe mit mir ausgefochten. Ich denke, dass ist normal und auch ein wenig unsere Gesellschaft, die da leider immer noch ´ne Augenbraue hochzieht, wenn man sein Kind so "früh" in die Krippe gibt. Hätte ich Hartz4 beantragt wäre es aber sicher nicht anders gewesen. Man ist eben keine eierlegende Wollmilchsau. Davon habe ich mich recht zügig freigemacht und mich an meinem Kind , aber auch an mir orientiert. Ich habe mit zwanzig Stunden angefangen und langsam Stunden erhöht im Laufe der Zeit und arbeite inzwischen 34 Stunden. Da ist im Moment oft die Erwartungshaltung (gerade vom Arbeitgeber), dass ich VZ gehe sehr groß. Mach ich nicht, da ich gut auf uns achte und mir einfach klar ist, dass das meine Belastungsgrenze ist. Unsere beiden freien, gemeinsamen Nachmittage sind mir heilig, auch wenn sie jetzt schon elf ist. Lange Rede, kurzer Sinn: Auf sich selbst zu schauen, was machbar ist, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Achtsamkeit mit seinem Kind, aber auch für sich selbst.

    Was mir geholfen hat in der Zeit: Gespräche, Verhandlungen mit meinem AG rund um Dienstzeiten und Möglichkeiten Stunden einzusetzen.

    Zu lernen, dass auch Zeit für einen selbst wichtig ist. Meine Biene hat schnell akzeptiert, dass ich nach ihrer und meiner KiTazeit eine halbe Stunde für mich brauche, um runterzufahren und das haben wir bis heute beibehalten.

    Zu lernen auch mal Hilfe von anderen anzunehmen.

    Andere Alleinerziehende ausfindig zu machen in der direkten Umgebung. Bienes Krippenfreundin und ihre alleinerziehende Mama und wir haben uns sehr viel gegenseitig unterstützt und ausgeholfen. Wir sind bis heute noch ganz dicke. Z.B. haben wir uns auf Elterabenden abgewechselt mit Betreuung der Kinder und Besuch der Elternabende.

    Es wird leichter, wenn sie älter werden. :)

  • Hallo! Bekommst du eigentlich Unterhaltsvorschuss? Wenn nicht, wäre das ja zumindest eine Möglichkeit das Einkommen etwas aufzustocken.


    Ansonsten würde ich dir auch raten, dich langfristig nach etwas anderem umzusehen. Alleinerziehend zu sein kann auf Dauer einen echt auslaugen. Wenn du dann noch 40 (!) Stunden arbeitest plus Fahrtzeit, ist du in spätestens drei Jahren ausgebrannt und zu nichts mehr zu gebrauchen.


    Eine andere Frage: Was hält dich in Köln? Wäre es eine Option wegzuziehen? In die Nähe von Freunden oder Familie oder zumindest dahin, wo du einen Familienfreundlicheren und besser bezahlten Job findest?


    Ich verdiene recht gut, lebe aber auch recht günstig. Dadurch kann ich es mit erlauben 30h zu arbeiten, aber auch ich merke oft, wie kräftezehrend es ist. Auch ich habe hier keinen der hilft.


    Daher würde ich dir raten nicht nur zu versuchen irgendwie zu überleben. Das macht auf Dauer extrem unglücklich und dich körperlich und psychisch kaputt. Schau wie du langfristig die Situation verbessern kannst und ob es nicht anderswo ein besseres Leben für euch gibt.

  • Hey Liebes,


    da haben wir was gemeinsam. Ich habe meinen Kleinen in die KiTa abgeben müssen, um arbeiten zu gehen. Ansonsten wären wir wahrscheinlich auch zum Sozialfall geworden. Damals hat man mir gesagt, das das nicht schlimm ist und ich keine Angst haben muss Hartz 4 zu sein. Genau für solche Fälle wie uns sei es gemacht und ergibt auch Sinn. Frauen, die sich der Kindererziehung widmen und dadurch in der Arbeitskraft eingeschränkt sind.

    Soweit so gut... man hat uns vom Amt eine erschwingliche Wohnung im 9. Stock eines Hochhauses angeboten... ich fand das einfach nicht fair. Schon im Treppenhaus roch es nach Pipi. Wie kann das System sowas mit Menschen machen?!
    vielleicht tappe ich jetzt in ein Fettnäpfchen, aber es ist doch wirklich schrecklich- wenn man in einer viel zu kleinen Wohnung mit einem Minimum an Geld Kinder erziehen soll... dabei brauchen sie so viel... wie soll das funktionieren?


    Arbeiten war also für mich auch die einzige Option. Ich musste mich auf dem Markt neu orientieren und Hartnäckigkeit wird belohnt. Ich bekam einen Homeoffice Job. Nun hatten wir zwar eine halbwegs vernünftige Wohnung - aber es war so knapp, dass es uns einfach nicht zum Leben reichte. Ein Zweitjob musste her... doch wohin mit den Kindern? Auch da hatte ich Glück. Hab einen Job gefunden, wo ich meine Kinder mitnehmen kann....

    Es ist nahezu unmöglich alleine alles zu wuppen.


    In der Kita wurde der Kleine regelmäßig heimgeschickt - weil er kränkelte. Der Arbeitgeber hat mir einen Stempel aufgedrückt.... Probezeit war rum, aber ich wurde praktisch ignoriert.

    Ich weiß nicht wie ich das überlebt habe... versuche nicht das GANZE Große zu sehen. Lebe den Tag. So blöd das auch klingt... das hilft... ein Tag ohne Mahnung war ein guter Tag... ein Tag ohne krankes Kind war ein guter Tag... ein Tag an dem das Gehalt kam war ein guter Tag ... ein Tag an dem ich was mit meinen Kindern unternehmen konnte war ein guter Tag... Du wirst sehen, es gibt sie wirklich und nicht so selten, diese guten Tage... die geben einem die Kraft weiterzumachen ;-)


    Ein Jahr später... sagte mir die Kinderärztin bei der Untersuchung, das mein Kind sehr weit entwickelt ist. Das ist der KiTa geschuldet. Kinder lernen zusammen, miteinander und voneinander. Auch wegen dem Mittagessen musste ich mir keine Sorgen machen. Sie singen, sie basteln und sie gehen nach draußen... Kinder sitzen nicht am Fenster und warten bis die Mama kommt, sie haben einen festen Rhythmus- sie lernen viel und haben dabei großen Spaß.
    Du brauchst also kein schlechtes Gewissen zu haben.


    Jetzt stehe ich auch wieder vor dem Problem, wie ich meinen Alltag organisieren soll, weil sich beruflich was ändert. Ohne Hilfe ist es kaum möglich... und mir stellt sich die Frage, wie machen das andere? Wie organisieren sie sich? Ist eine Haushaltshilfe eine Erleichterung oder eher eine finanzielle Belastung ? Wie kriegt man das alles alleine hin? Haushalt, Kinder und Arbeit...


    Und wann hört das endlich auf? Wann ist man endlich gesettled?
    Also wenn du ein Patentrezept hast - her damit ;-)

    Ansonsten kämpfen wir uns einfach da durch...

  • Hi,


    ich bin von Anfang an alleinerziehend.

    Meinen Junior habe ich mit 15 Monaten Vollzeit in die Kita gebracht, viel mehr müssen. Weg von H4 war meine oberste Priorität, mir war es einfach viel zu wenig Geld und das nervende Amt tat sein übriges. Ich bin direkt über Zeitarbeit mit 35 Wochenstunden und insgesamt 1 Stunde Fahrtzeit gestartet. Das hieß 8-16 Uhr arbeiten und jeweils ca. 30 Minuten hin und zurück, jeden Tag 72 km Autobahn und Bundesstraße.

    Dann hatte ich das zweifelhafte Glück in den öffentlichen Dienst arbeiten zu können, 40 Stunden + täglich 40 Minuten Fahrtzeit, aber extrem gutes Gehalt. Hinterher gesehen, hatte ich das Glück dass mein befristeter Vertrag dort nicht verlängert wurde. Am Ende wusste ich teilweise nicht mehr welcher Tag es war und sonntags bin ich schweißgebadet aufgewacht, weil ich dachte wir hätten verschlafen.

    Zum Glück konnte ich wieder über Zeitarbeit in der ersten Firma wieder anfangen. Ich bin jetzt wieder seit guten 3 Jahren und habe in der Firmengruppe vieles gemacht, viele Überstunden, verschiedene Tätigkeiten, aber als Angestellte.

    Seit rund ca. 1 1/5 Jahren habe ich jetzt auch die 30 Stunden Woche. Es klappt gut und die Stundenreduzierung ging auch sehr schnell durch, was ich damals nicht dachte.

    Aber ohne meine Eltern hätte ich das nie und nimmer geschafft.

    Wir wohnen auf dem Land, in die Stadt ziehen war für mich nur im aller äußersten Notfall eine Option gewesen. In der Stadt fühle ich mich einfach nicht wohl, zu viel Lärm und zu viele Menschen auf einem Fleck. Dort wäre die Betreuungssituation wesentlich besser gewesen und ich hätte noch eine andere AE Freundin gehabt.

    Eins habe ich gelernt, ich verlasse mich nie wieder auf Freunde und andere, sondern nur noch auf meine Familie. Egal wie sehr man "eine Hand, wäscht die andere' forciert, man ich sich dennoch selbst der nächste.

    Ich habe bisher aus einem Großteil meiner Familie eine starke Rückhalt bekommen.


    Man muss aber auch auf sich selbst achten, das habe ich auch lernen müssen. Ich habe in der Vergangenheit zu viel gearbeitet und so auch einen Knacks in der Beziehung zu meinem Kleinen bekommen. Die Mutter Kind Kur hat uns auf einen guten Weg gebracht, dass es auch anders geht. Seit ich nicht mehr so viel arbeite geht es uns beiden besser. Gut, im Sommer ist es immer schwer, ich bin am Bau und da haben wir Hochsaison. Dennoch klappt es jetzt besser.

  • Auch ich war von Beginn an alleine mit Shorty. Ich hatte das große Glück, dass ich damals den Kurzen bei mir in der Einrichtung in die Krippe geben konnte. Mir ist bewusst, dass das wie ein 6er im Lotto war und ich dieses Privileg meiner damaligen Chefin zu verdanken hatte. Er war damals auch 14 Monate und von der ersten Sekunde an glücklich unter anderen Kindern zu sein.

    Ich habe mit 25 Stunden gestartet, habe nach wenigen Wochen auf 30 Stunden aufgestockt, weil der Kurze jeden Tag gemeckert hat, weil ich ihn zu früh abgeholt habe.:lach

    Später ist er an unserem Wohnort in die Kita gegangen und er war jeden Tag das erste Kind, damit ich pünktlich zur Arbeit komme. Ich hatte ein unfassbar schlechtes Gewissen, der arme Junge schließt praktisch die Kita mit auf. Bis ich, aufgrund einer Veranstaltung, mal später starten konnte und mein Sohn stinkesauer war, weil er dann nicht der Erste in der Kita war.:schiel

    Für ihn war das etwas Besonderes, er hat mit der Erzieherin warmen Kakao getrunken, bei den Vorbereitungen geholfen und ganz wichtig für ihn, ganz viel mit ihr gequasselt (Spitzname damals: Radio Mika).:lach

    Die Jahre waren wunderschön, furchtbar anstrengend, sehr aufreibend aber auch unfassbar stärkend.

    Mein Ausgleich war schon immer der Sport und ich habe jede kindfreie Sekunde genutzt, um mich auszupowern und Kräfte zu sammeln.

    Meine Mutter hat mir letztes Wochenende gesagt, dass sie den Hut vor mir zieht. Dass sie es unglaublich findet, was ich die Jahre geleistet habe. Dass ich alles alleine gewuppt habe und nie um Hilfe gebeten habe.

    Für mich keine besondere Leistung aber gefreut habe ich mich doch sehr!

  • jule:

    Die Situation war bei uns fast gleich... Kind unter den ersten in der Kita und am Nachmittag unter den letzten.Und wenn ich ihn früher abgeholt habe, wurde ich oft sehr böse angeschaut (und ich meine seehr böse) ... war manchmal auch nicht schön, kam mir öfter wie eine ungeliebte Mama vor. Glücklicherweise haben die Erzieher mich dann immer aufgerichtet :*