Ist es normal, dass man sich gegenüber der eigenen Schwester so verhält?

Die Registrierung ist wieder eröffnet! Wir begrüßen euch recht herzlich bei uns im Forum!
  • Hallo! Eigentlich ist es schon ziemlich "unaktuell", aber dennoch möchte ich mir das mal von der Seele schreiben. Vielleicht haben manche ja eine ähnliche Situation und können mir ihre Erfahrungen oder Meinungen mitteilen.


    Also, es geht um meine ältere Schwester. Da wir mit unserer Familie leider kein Glück haben, war das Verhältnis zwischen uns immer besonders eng.

    Leider ist es so, dass meine Schwester quasi nie ohne Partner ist. Sie hatte immer Beziehungen, mal mehr mal weniger lang, aber ihre jetzige dauert schon so 10 Jahre an. Was aber immer auffällt ist dass sie sich immer ihrem Partner sehr "anpasst", was ihre Einstellung betrifft. Ein Stück weit sicherlich auch normal, aber sie lässt sich dann immer total beeinflussen und kann quasi nichts alleine entscheiden, auch wenn sie es sicher anders sieht. Dennoch resultierten schon viele Streitereien aus diesem Umstand, weil ich immer das Gefühl habe, dass sie null Wert auf Kontakt mit mir legt. Im Zweifel ist für sie nur wichtig, dass sie ihren Freund hat und alle anderen sind quasi egal.


    Es würde zu lange dauern alle Situationen der letzten Jahre zu erzählen, aber die letzte Situation, weshalb ich den Kontakt auch beendet habe, diese:

    Ich hatte im Sommer einen Verkehrsunfall, bei dem mein Auto komplett "geschrottet" wurde. Nach diesem Unfall stand ich unter Schock und es hat etwa zwei Wochen gedauert, bis ich diesen einigermaßen überwunden hatte.


    Kurz nach dem Unfall haben wir telefoniert (was schon ungewöhnlich ist, weil normalerweise erreicht man sie so gut wie nie telefonisch). Sie und ihr Freund beruhigten mich und sagten, sie würden mir helfen. Worin diese bestehen sollte haben wir nicht geklärt.

    So, am nächsten Tag bin ich mit der Bahn zur Arbeit und wollte mir am frühen Nachmittag ein Auto ansehen und es auch kaufen, weil ein Auto in meinem Job unverzichtbar ist (Fahre Hausbesuche, teilweise bin ich in anderen Städten unterwegs). Ich rief meine Schwester an und fragte sie, ob ihr Freund oder sie mich zur Autobesichtigung fahren und unterstützen könnten, weil ich nicht so viel Ahnung von Autos habe und immer noch ziemlich durch den Wind war.


    Da relativ klar war, dass es dieses Auto werden wird (wegen Arbeit hatte ich da keine große Wahl), musste es leider auch an diesem Tag sein. Dazu noch am selben Tag das Auto versichern und anmelden und um den Abschleppdienst musste ich mich auch noch kümmern. Anmeldestelle ist relativ weit vom Schuss, ebenso wie der Ort, wo das Auto stand (mit dem Auto etwa eine halbe Stunde entfernt). Mit der Bahn usw hätte ich das an einem Tag definitiv nicht geschafft.


    So, meine Schwester sagte gleich, dass sie das nicht machen wollen, weil:

    -sie gerade Urlaub hatten und nachmittags noch baden fahren wollten

    -sie der Meinung ist, dass ein Auto jetzt nicht wichtig sei (meine Erklärung dass mein Job von dem Besitz eines Autos und Führerscheins abhängt verstand sie einfach nicht)

    -sie findet, dass ich ja auch einfach mit dem Zug hinfahren könnte (welcher recht selten am Tag fährt und mich zusätzlich Geld kosten würde und dann hätte ich es zeitlich nicht geschafft mit der Anmeldung usw)., denn das hätte ihre Nachbarin ja auch gemacht


    Des Weiteren hat sie mich permanent bedrängt, ich müsse erst den Schaden melden, was ich bereits getan habe mit der Aussage von der Sachbearbeiterin, ich solle mich später nochmal melden.


    Irgendwann ist mir der Kragen geplatzt, weil ich ohnehin noch sehr mitgenommen war und weil ich einfach so enttäuscht war, dass sie mir nicht helfen wollte (wie schon so oft vorher).

    Ich sagte ihr, dass ich sie mal sehen wollen würde in meiner Situation und dass ich diesmal wirklich ihre Hilfe gebraucht hätte.

    Sie legte auf und schrieb mir später nochmal ziemlich dasselbe, was sie schon am Telefon sagte.


    Seitdem herrscht Funkstille. Ich bin einfach so enttäuscht und genervt, dass sie mich immer nur aufgrund von Bequemlichkeit hängen lässt. Klar kann ich verstehen, dass es manchmal nicht geht oder man mal selbst einfach kaputt ist von der Woche, aber ich kann es an diesem Punkt nicht nachvollziehen, weil ich, wenn mich jemand um Hilfe bittet immer da bin.


    Ähnliche Situationen: ich musste operiert werden, habe meine Schwester schon Monate vorher gefragt, ob mein Sohn fünf Tage bei ihnen bleiben könnte, weil ich eben im KH bleiben musste. Das wollte sie erst mit ihrem Freund besprechen, ließ aber mehrfach durchblicken, dass die eigentlich nicht bereit dazu sind das zu tun und dass es ja auch zu stressig für sie ist (sie wohnen 15Min. Von der Kita meines Sohnes entfernt, haben eine Tochter fast im selben Alter und die beiden verstehen sie gut). Am Ende nahm eine Freundin meinen Sohn bei sich auf. Zu der Zeit war sie hochschwanger, hat zwei Kinder und einen großen Hund. Für sie war der Aufwand sicherlich größer, als es für sie gewesen wäre. Eine Nacht durfte er dann bei meiner Schwester schlafen. :-(


    Nächste Situation: ich hatte eine Fortbildung. Da meine Babysitterin nicht konnte, fragte ich meine Schwester. Da ihr Freund seine Ruhe haben wollte, erklärte sie sich bereit einen Tag auf ihn aufpassen. Leider ging die Fobi das ganze Wochenende. Da sie aber ihr Wochenende genießen wollte, sagte sie dass ich mir den Sonntag für die 7h jemand anderen suchen müsse. X/

    Gott sein Dank konnte eine Freundin einspringen, sonst hätte ich ziemlich blöd dagestanden.

    In den letzten fünf Jahren durfte mein Sohn dreimal dort übernachten. Ich frage auch eigentlich nie, weil ich eh schon mit einem Nein rechne, aber beide wissen wie übermüdet und erschöpft ich oft bin und wie sehr ich mich freuen würde mal einen Tag ausschlafen zu können.

    Vielleicht erwarte ich auch zu viel, aber ich fühle mich oft so hängengelassen mit meinen Problemen. Sie könnten mir einen riesen Gefallen tun, wenn er ab und an mal da schlafen könnte, aber sie wollen es einfach nicht, weil "WIR wollen am Wochenende unsere Ruhe haben.".


    Versteht mich irgendwer? In letzter Zeit wird mir nämlich immer bewusster, dass der Kontaktabbruch diesmal entgültig ist und ich verstehe einfach nicht, wie einem die eigene Schwester so egal sein kann.


    Sie fragt nie, ob wir was zusammen machen können. Immer muss ich fragen und bei 90% der Anfragen, kommt eine Absage und wenn sie sich doch mal Zeit nimmt, fühlt man sich ziemlich unwillkommen und quasi rausgeworfen, wenn sie nach ca drei Stunden sagt:"So, ich muss dich jetzt rauswerfen." :hae:


    Sobald ihr Partner mal nicht da ist, meldet sie sich und will was machen, aber sonst Fehlanzeige.

    Ich könnte noch sooo viel dazu schreiben, aber mir tun jetzt schon die Finger weh... :-)


    Danke fürs Lesen.

  • Fühl Dich mal umärmelt.:troest Blut ist leider nicht immer dicker als Wasser. Meine Familie (Eltern und Schwester) will im Grunde auch nicht viel mit mir zu tun haben. Meine Schwester noch nie. Ohne, dass meines Wissens irgendetwas vorgefallen wäre. Wenn wir uns bei meinen Eltern sehen ist alles nett aber sehr oberflächlich. Hier in Bayern hat sie uns schon weit über 10 Jahre nicht mehr besucht und uns auch nicht zu sich eingeladen *schulterzuck.... Übernachtet haben meine Kinder bei Ihr nie als sie klein waren. Zu meinen Eltern habe ich auch nur Kontakt, weil ich ab und zu mal anrufe. Von denen kommt gar nix. Klar sind sie inzwischen alt, aber das war noch nie wirklich anders.


    Es schmerzt mich, weil ich eigentlich immer die "brave" Tochter war und Verwandte schon mal mit einem Augenzwinkern gefragt haben, was ich eigentlich verbrochen habe... ich versuche es, halt so hin zu nehmen und nichts mehr zu erwarten.


    Meine Eltern und meine Schwester sind dagegen wie zwei alte Latschen, da passt kein Blatt Papier dazwischen. Sie wohnen auch nur ein paar Kilometer voneinander entfernt, ich bin halt wegen des Jobs damals 600km weit weg gezogen, ich hatte da gar keine große Wahl.


    Warum schreib ich das eigentlich? Vermutlich, weil es mich triggert, trösten tut Dich das nicht...


    Mehr als ein paar Allgemeinplätze wie "wenigstens hast Du Freundinnen, die Dir beistehen" und "die haben Dich gar nicht verdient" hab ich leider auch nicht zu bieten. Aber ich kenne das Gefühl...

  • Mein Bruder und ich würden uns gar nicht kennen, wären wir nicht verwandt. Wir haben einfach nichts gemein und das nicht nur, weil wir unterschiedlichen Geschlechts sind.


    Er wurde jahrelang verwöhnt, bevorzugt, betüddelt und reich beschenkt (u.a. ein Auto). Jetzt hat er eine Lebensgefährtin und plötzlich schlägt er nicht mehr so oft bei Muttern auf, lebt sein eigenes Egoleben. Und Muttern gehen die Augen auf, was sie für ein verwöhntes, egoistisches A-Loch aufgezogen hat.


    Ich bin weggezogen. Mein Bruder hat mich hier noch nie besucht, kennt weder Haus noch Garten...trotz ich ihn mehrfach eingeladen habe.

    Er hat es mehrfach gebracht, mir nicht zum Geburtstag zu gratulieren, nichtmal eine SMS zu schicken. Solche Verwandtschaft braucht kein Mensch, das ist verschwendete Energie.


    Ich kann dir nur raten: Mach dich unabhängig von deiner Schwester. Such dir richtige Freunde, gute Sozialkontakte. Über Hobbys geht das gut.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Hallo Haselnuss


    Ja, die liebe Familie...

    Wir sind auch alle unterschiedlich und haben weitestgehend verschiedene Interessen. Dennoch klappt es ab und an mal mit gemeinsamen Treffen. Also Mutter und Töchter. Unser Vater hat sich seit über 10 Jahren, nach der Scheidung von unserer Mutter, nicht mehr blicken lassen. Er wohnt nur ca. 15 km entfernt, schafft es aber nur dreimal im Jahr eine Postkarte an seine beiden Töchter zu schicken (Geburtstag, Ostern und Weihnachten). Er hat eine komplett andere Vorstellung vom Leben, andere Werte... Nicht mal die Info, dass er seit letztes Jahr Opa ist, regt ihn an sich zu bewegen...


    Und wir, wir haben nach mehreren Enttäuschungen einfach aufgegeben.

    Wie Kaj schon geschrieben hat - verschwendete Energie! Leider!


    Alles Gute für dich :blume

    Und wenn du virtuellen Zuspruch brauchst, dann gibt's hier ja viele liebe Forumsmitglieder :)

  • Hallo Haselnuss,


    es ist verständlich dass du enttäuscht und traurig bist. Wenn null Interesse seitens deiner Schwester für Bindung signalisiert wird, ist das verletzend....insofern du diesen Kontakt doch gerne wünschst.

    Zwingen kann niemand deine Schwester, auch mit Argumenten Einsicht zu fordern, ist zum Scheitern verurteilt.

    Vllt hat deine Schwester ihre Gründe so zu handeln. Vllt sind es Gründe die aus ihrer Sicht notwendig sind. Vll möchte sie selbstbestimmend alleine in ihrem Leben agieren...vllt...vllt...vllt...


    Die Trauer, dass entgültig Schluß sein kann, wird dir niemand nehmen können, aber du musst sie nicht alleine tragen. Ein Familiemitglied zu verlieren oder gar nicht als Familienmitglied erwünscht/gewollt zu sein, ist eine sehr schmerzhafte Erfahrung.

    Schau auf dich und wie du dein Leben ohne sie meistern kannst.

    Ansonsten kam mir als erster Gedanke in den Sinn, als ich deinen Beitrag las:
    Du zählst einiges auf, wo du deine Schwester um Hilfe gebeten hast als Verbindungspunkt und sie dann auch sehr dominant möchte, dass du aus ihrer Sichtweise handelst. Vllt möchte sie Kontakt zu dir als Einzelperson, als Schwester...nicht als Helferperson? Und denkt vllt dann nur "Naja ich sag lieber ab, meine Schwester fragt mich eh wo sie Hilfe braucht?"

    Das ist natürlich nur absolut spekulativ, das war inhaltlich auch nur schwer rauszulesen bei dir. Vllt fällt es ihr einfach schwer dich so zu akzeptieren wie du bist:knuddel(Und du bist vermutlich ganz klasse!;))


    Sende ihr doch eine Karte, wo du raufschreibst, dass du ihr und ihrer Familie eine schöne Weihnachtszeit wünschst, du sie sehr lieb hast und sie vermisst. Und dann nichts weiter.:wink

    Liebe Grüße Tinchen

    "Sacrificium Intellectus!"
    :-)
    "Ama et fac quod vis!"

  • hallo! Erstmal danke für eure Antworten. Es ist wirklich spannend von euren Erfahrungen zu lesen. :-)


    @Cappuccino15


    Oh je, schlimm genug dass deine Schwester und du irgendwie nicht so auf einer Wellenlänge zu sein scheint, aber wenn man dann noch sieht, dass deine Eltern mit ihr so gar nicht die Probleme haben, wie du, dann fühlt man sich echt wie das schwarze Schaf. Ich verstehe es einfach nicht. Man ist doch zusammen aufgewachsen und kennt sich fast sein ganzes Leben...


    Das komische ist, dass meine Schwester und ich uns bis auf diesen Punkt sehr gut verstehen, aber sie übernimmt einfach diese egozentrische Einsiedlerkrebs-Haltung von ihrem Partner immer wieder und merkt selbst gar nicht, wie mies sie sich eigentlich verhält. Bequemlichkeit und was der Partner will gehen vor. Das kann ich einfach nicht nachvollziehen. Wenn was ist und man gefragt wird, hilft man doch selbstverständlich. Ich habe ihr selbst schon so oft angeboten, dass ich auf ihre Tochter aufpasse und ihr sogar mehrere Gutscheine für Paarmassage etc. geschenkt. Nutzen tut sie es aber nicht. :motz:

    Und wir wohnen mit dem Auto maximal 15Min voneinander entfernt. Aber in der Woche braucht man gar nicht erst daran denken zu fragen, ob man nochmal kurz spazieren will und am Wochenende wenn man Glück hat und sie nicht wieder 'n ruhigen machen wollen. Als ob kurz spazieren, schnattern und ein wenig Tee zusammen trinken sowas aufregendes wäre...


    @Kajak

    Ja, da hast du recht. Irgendwann fühlt man sich echt nur noch abgelehnt und gekränkt, wenn man schon fast drum betteln muss, dass man sich so alle drei Wochen mal Sonntags für drei Stundne trifft. Ich und meine Schwester sind gegenüber unserer Familie sehr kritisch, wegen Desinteresse, ihrem mickrigen Engagement was persönlichen Kontakt betrifft und noch vielem anderen, dabei ist meine Schwester genauso.

    Prinzipiell komme ich mit ihrem Freund gut aus, aber man merkt auch sehr deutlich, dass er wenig Wert auf unsere Anwesenheit legt und am liebsten nur für sich mit meiner Schwester wäre.

    Hätte ich ein Freund, würde ich meine Schwester selbstverständlich immer fröhlich empfangen, egal ob mein Partner nun keine Lust auf Besuch hat. Er ist doch ein erwachsener Mann und kann sich in ein anderes Zimmer zurückziehen und man trifft sich halt draußen. So würde ich es handhaben.

    Meine Schwester ist da leider null emanzipiert und wir haben auch schon oft drüber gesprochen. Sie sagte, sie ist halt ungern alleine, aber wenn sie wirklich mal alleine da stehen sollte (Trennung, Tod, Krankenhausaufenthal, was auch immer), wird sie definitiv alleine sein, weil sie ihre Sozialkontakte total vernachlässigt.

    Sie hat da einfach eine ganz andere Wahrnehmung und findet es total normal sich so abweisend zu verhalten.

    Letztendlich kümmer ich mich jetzt auch wieder mehr um Kontakt zu Freunden, weil familiär bin ich einfach zu enttäuscht. Es bleibt ja nichts anderes übrig.


    Tinchen


    Danke, es tut gut zu lesen, dass ich nicht zu viel erwarte und zu Recht enttäuscht bin. Meine Schwester tut nämlich immer so, als sei so ein Verhalten völlig normal.


    Zu deiner Frage: Die Situationen, die ich beschrieb fanden in den letzten Jahren statt. Ich bitte sie quasi nie um Hilfe und wenn, dann nur wenn es sein muss, zB beim Umzug (wo sie mir natürlich auch nicht helfen wollten, weil ihr Freund dafür zu müde war und keine Lust hatte...:hae:)


    Ich melde mich SEHR oft und frage nach, oh sie irgendwo hin mitkommen wollen, wenn ich einen Ausflug machen will, ob wir ein Eis essen wollen (ich würde sie von der Arbeit und dann meine Nichte aus der Kita mit dem Auto abholen und nach Hause fahren), frage am Wochenende nach, ob man zusammen spazieren und mit den Kids auf den Spielplatz möchte etc.

    Ich denke da habe ich mir nichts vorzuwerfen. Für sie ist einfach schlicht ihr kleine Familie wichtig und alles andere ist für sie verzichtbar. Warum man immer nur alles zu dritt machen muss, obwohl es doch viel lustiger wäre zusammen was zu machen, auch für die Kinder, kann ich einfach nicht verstehen. Klar, manchmal möchte man einfach nur für sich sein, aber meine Schwester übertreibt da schon sehr. Ich habe mich einmal bewusst sechs Wochen nicht gemeldet. Da kam nichts. Kein einziges Mal wurde nachgefragt, ob man sich sehen will. Gleichzeitig regt sie sich aber immer über unsere Familie auf.


    Argumente kommen wirklich nicht bei ihr an, weil sie diesbezüglich eine völlig falsche Wahrnehmung von der Situation hat. Erzähle ich das anderen, sind die immer total fassungslos, wie meine Schwester sich verhält, aber so lang ihr Fteund ihr bestätigt, dass alles gut ist, macht sie einfach weiter und das nervt. Wenn jemand mich kritisiert und sagt, dass er mit dem Kontakt unzufrieden ist, dann nehme ich mir das doch mal zu Herzen und versuche meiner Schwester zu liebe ein paar Schritte auf sie zuzugehen, aber sie rückt da keinen Millimeter von ihrer Haltung ab. Für sie ist ihr Verhalten normal und ich habe ja keine Ahnung, weil ich keinen Freund habe. :radab


    Manchmal wünsche ich ihr, dass sie mal richtig damit auf die Nase fliegt und mal sieht, wie es ist allein da zu stehen, damit sie mal merkt wie es mir die ganze Zeit geht.

    Letztendlich möchte ich mich nicht mehr mit dem Mindesten immer Abspeisen lassen und werde auch keinen Kontakt mehr suchen, weil sich eh nichts ändert und der nächste Frust nicht weit weg wäre. Die Sache mit dem Auto war für mich einfach zu enttäuschend. Da war der Ofen einfach aus.

  • Du kannst von niemandem erwarten so zu sein, wie du ihn gerne hättest, noch so zu sein wie du selber bist.


    Ja du würdest vieles selbstverständlich tun und machen. Das ist schön und lobenswert.


    Deine Schwester ist nicht so. Du empfindest sie als Enttäuschung. Sie dich höchstwahrscheinlich auch.


    Einfach akzeptieren das sie ist wer sie ist. Akzeptieren das sie völlig andere Werte hat und vertritt.


    Und das allerwichtigste, mach dich frei von ihr und hoffe nicht mehr auf sie.


    Ich lebe deutlich ruhiger mit dieser Einstellung.

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Deine Schwester ist nicht für dein Glück aber auch nicht für dein Unglück verantwortlich.


    Du hast Erwartungen die sie aber nicht erfüllen muss. Sie hat ihr eigenes Leben und wenn sie das so haben möchte wie sie es gerade macht, dann ist das ihre Entscheidung. Sie muss es nicht leben wie du das möchtest.


    Mach dich frei, lebe dein Leben und erwarte nicht das andere deine Vorstellungen und Einstellung teilen. Jeder ist anders. Auch wenn es die Schwester ist.


    Wer weiß, vielleicht kreuzen sich eure Wege irgendwann wieder. Lass ne Türe offen und schließe nicht ab.:knuddel


    ..... weiß nicht wieso der erste Abschnitt so groß ist:hae: hat keine Bedeutung :rainbow:

  • Haselnuss, so sehr ich einerseits verstehen kann, dass Du es Dir anders wünschst und es mir leid für Dich tut, dass Du Dich von Deiner Schwester abgelehnt fühlst - so sehr krampft sich bei mir der Bauch, wenn ich lese "sie muss doch", "sie sollte doch", "man macht doch"... Nein. Wie schon meine beiden Vorschreiberinnen sagten - niemand muss irgendetwas. Du bist wie Du bist und wenn Du sofort parat stehst, wenn jemand Dich braucht, mag das lobenswert sein. Aber deshalb muss Deine Schwester nicht genauso sein.


    Ich würde wohl auch die Tür offen lassen und mein Leben vorerst ohne sie planen. Dass Du ihr wünschst, auf die Nase zu fallen, damit "sie mal sieht, wie es Dir immer geht", ist dann allerdings auch nicht so richtig "schwesterlich".

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • @ Claudi und Elin

    Natürlich kann ich das nicht erwarten und das tu ich auch nicht. Und natürlich ist sie auch nicht für mein Glück verantwortlich. Niemand ist für irgendjemandes Glück verantwortlich.

    Enttäuscht bin ich trotzdem, weil ich nicht gedacht hätte, dass ich meiner eigenen Schwester so egal sein könnte und sie sich mir gegenüber mal so gleichgültig verhalten würde.


    Akzeptieren muss ich es ja und ich denke das tue ich auch. Schließlich forder ich nicht, aber klar, es hinterlässt schon Frust, wenn es seit Jahren immer wieder zu solchen oder ähnlichen Situationen kommt. Nur ziehe ich meine Konsequenzen bzw Lehre daraus, denn für mich hat dieser Kontakt, wenn man es denn so überhaupt noch nennen kann, keinem positiven Wert oder Aspekt mehr.


    Tatsächlich geht es mir gerade ganz gut mit diesem bewussten Cut. Gestern war ich da noch deutlich unzufriedener mit, aber ich war die letzten Jahre sehr oft wütend, traurig, enttäuscht, verwundert oder genervt. Ich verliere also nicht allzu viel. Das, was für mich eine Schwesterbeziehung ausmacht, ist mit ihr so nicht drin und ich bin es leid, immer wieder gegen eine Wand zu reden und es ändert sich doch nichts.


    Ja, ich habe Erwartungen, obwohl die über die Jahre sehr geschrumpft sind, aber dass man sich hilft, wenn es einer Person schlecht geht und diese Hilfe braucht bzw darum bittet (und wie gesagt, ich frage nicht oft), das ist für mich einfach wichtig und selbstverständlich.

    Für sie offenbar nicht, genauso der regelmäßige Kontakt usw und naja, was soll man da anderes machen, als es selbst anders zu machen und sein Leben ohne diese Person zu leben? Sie denkt so, ich denke anders und jede von uns trägt und zieht nun ihre Konsequenzen aus der Nummer, denn ich werde mich nicht mehr um einen Kontakt bemühen, der scheinbar nur einer von uns wichtig ist.

    Es ist einfach schade drum.

  • Ja es ist schade..... das kann man auch nicht schön reden....

    Und ich sehe wie sehr dich das verletzt und traurig macht.


    Ihr werdet immer Geschwister bleiben. Aber deinen Weg musst du wohl gerade ohne sie gehen.


    Ich wünsche dir andere Menschen zu finden (oder vielleicht hast du die schon) die für dich da sind und mit denen du schöne Momente sammeln kannst.

  • CoCo

    Nein, das ist es wirklich nicht. Aber nachdem sie mir schon mehrfach vor den Latz geknallt hat, dass ich ja keine Ahnung habe, weil ich ja eh keine Beziehung habe und auch wohl nie eine haben werde, denke ich, dass ich es nicht allzu sehr zu bedauern würde, wenn sie mal die selbe Erfahrung machen müsste. Aber natürlich wünsche ich es ihr nicht. Das war eine unüberlegte Aussage.


    Ja, mir ist bewusst dass niemand irgendwas muss, soll usw.

    Ich habe den Text gestern geschrieben, ohne genaustens auf meine Worte zu achten, damit es möglichst moralisch und philosophisch korrekt klingt. :-)

    Ich habe einfach in meiner Emotionalität das geschrieben, was mir da gerade im Kopf rumschwirrte. Ich habe natürlich eine andere Art Dinge zu sehen und zu handeln, aber ich bin mir durchaus bewusst darüber, dass mir niemand etwas schuldet oder so sein muss wie ich. Auch ist mir klar, dass jeder Mensch in seiner Lebensführung individuell ist.

    Das Wissen lindert nur leider nicht unbedingt die Enttäuschung, die man empfindet, wenn man da so hängen gelassen wird aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen.

    Wahrscheinlich haben wir uns da einfach auseinander entwickelt.

    Du hast recht, ich plane mein Leben nun definitiv ohne sie und denke, dass ich mit der Zeit immer mehr mit dem Thema abschließen werde. Hilft ja nichts. :)

    Dennoch nehme ich mir raus, einfach mal enttäuscht zu sein und mein Unverständnis zu äußern. :-)

  • Claudi

    Danke, das werde ich bestimmt. Ich arbeite nun auch verstärkt daran, alte Kontakte aufzufrischen und neue aufzubauen.

    Ich und meine Schwester hatten eigentlich immer eine sehr enge Verbindung, deshalb ist es umso schmerzlicher, dass ihr der Kontakt nicht so wichtig zu sein scheint, wie mir. Aber tatsächlich, mir geht es besser denke ich, denn die Sache mit dem Auto, war ja quasi nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Unzufrieden und gekränkt war ich schon lange Zeit vorher und ich habe gemerkt, wie ich meine Ansprüche immer weiter senkte, um Enttäuschungen zu vermeiden und um den Kontakt irgendwie angenehm zu gestalten, aber da bin ich einfach anders gestrickt. Das macht ja auch nicht glücklich.

    Ich hasse sie nicht oder sowas, aber so macht das einfach keinen Sinn und die Enttäuschung über sie sitzt einfach zu tief, als dass ich bereit wäre schon wieder gute Miene zum bösen Spiel zu machen.


    Sie muss ja keinen Kontakt pflegen, wenn es ihr nicht wichtig ist, aber ich werde es dann auch nicht mehr tun, denn ich tue mir damit ja nur selber weh.