Depressionen / Es wird wieder schlechter

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  • @schaunwirmal ja... gibt sie... wir selber kaufen für sie nichts Süßes mehr... sie ist da sehr maßlos, wenn sie schlecht drauf ist.


    @tanimami: eine Freundin in Wien, die sie 1 x im Jahr sieht, eine Freundin in Köln, die sie 2 x im Jahr sieht, eine Freundin in Neuruppin, die sie mal in den Ferien für ein paar Tage sieht... ansonsten keinerlei Freunde. Ein Freundeskreis vor Ort ist sozusagen nicht existent.

  • Muckelmama, ich habe gerade nicht auf dem Schirm, wie es ihr grundsätzlich so in der Schule geht. Meiner Tochter ging es eine ganze Zeit auch nicht gut; sie hatte eine Hashimoto-Schilddrüsenunterfunktion; deshalb in kürzester Zeit sehr viel zugenommen, bis das alles mal diagnostiziert und sie eingestellt war, mit den Medikamenten. Sie hatte unter Mobbing in der Schule zu leiden; dann kam parallel dazu noch der erste Anfall und die Epilepsiediagnose.

    Sie hat dann die Schule gewechselt, hatte nach einiger Zeit dort "ihre Mädels", ihren ersten Freund, ging regelmäßig zu einer Therapeutin und es ging ihr am Ende wieder gut.

    Langer Rede kurzer Sinn - wäre ein Schulwechsel bei Euch eine Option, um einen Freundeskreis vor Ort aufzubauen?

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Sie hat die Schule erst im Februar 2019 gewechselt... und alleine irgendwohin geht sie nicht. Uns fehlt leider die Zeit, um mit ihr zum Sport zu gehen. Mein Sohn fordert sie immer mal wieder auf, Rad zu fahren, aber die Lieblings"ausrede" ist: ich muss noch lernen und/oder Hausaufgaben machen. Auch wenn wir schwimmen gehen kommt wirklich immer eine Ausrede. Entweder sie hat ihre Tage, muss was für die Schule tun oder ihr geht es nicht gut oder oder oder... sie mag sich halt nicht im Badeanzug zeigen

  • Schwimmen halte ich, für einen Menschen mit geringem Selbstbewusstsein, auch nicht als Anreiz.


    Zudem macht einen so ein Badeanzug auch sehr schutzlos, also das Seelenleben.


    Lasst sie einfach gewisse Wege selber erledigen.

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Im Moment klappt so gar nix. Ihr Leben besteht ausschließlich aus schlafen, essen, Schule. Sie macht zu Hause nichts mehr, es überfordert sie sogar, den Wäschekorb auszuräumen oder ihr Zimmer aufzuräumen und zu saugen. In ihrem Zimmer stapelt sich das Süßkramspapier, dreckige und saubere Wäsche durcheinander, der Staub liegt zentimeterdick, das Bett wurde seit 6 Wochen nicht mehr überzogen, ebenso lange hat sie nicht gesaugt. Sie hortet ihre Wäsche und schmeißt dann alles zusammen ins Bad, unsortiert. Ich muss jedes einzelne Wäschestück in die Hand nehmen, weil sie auch ihre Bügel-BH´s nicht in Wäschesäckchen packt und mir letztens ein Bügel fast die Waschmaschine geschreddert hat. Sie sitzt nur noch und starrt entweder auf ihre Schulbücher, ihr Handy oder die Glotze. Motivation gleich 0. Man muss ihr wirklich alles hinterherräumen, da sie egal wo, alles stehen und liegen lässt. Den ersten Kontakt, den wir haben ist, wenn sie gegen 18:00 Uhr nach unten kommt und fragt, wann und was es zu essen gibt. Ihr Papa hat mir gegenüber schon ein schlechtes Gewissen, weil ja ein großer Teil der zusätzlichen Arbeit tatsächlich an mir hängen bleibt. Er traut sich aber aufgrund ihrer aktuellen Gemütslage auch nicht, mal ein Wort mit ihr zu sprechen und selbst wenn man was sagt: es geht rechts rein und links wieder raus, ändern tut sich nicht.

    Sogar der Muckel, der ja an sich ein ziemlich fauler Vertreter seiner Art ist, kriegt mehr gebacken und der ist 4 Jahre jünger.

    Das Elterngespräch mit ihrer Therapeutin ist Anfang November. Dann werden wir das weitere Vorgehen besprechen, da ich ganz persönlich glaube, dass ein Aufenthalt in einer Tagesklinik eigentlich unvermeidlich ist.


    Ich gönne mir in den Herbstferien 10 Tage eine Auszeit und fahre mit meiner Familie (Mama, Bruder, Schwägerin, Nichten und dem Muckel) 10 Tage an die Ostsee. Eigentlich hatten wir mal drüber gesprochen, dass die Bonustochter mitkommt. Aber die Familie möchte das jetzt aufgrund ihrer Verfassung nicht. Sie kriegen ja auch mit, wie sie so drauf ist und was zu Hause abgeht (oder halt auch nicht) und meine Mutter hat klipp und klar gesagt, dass sie die Tochter weder mir noch der restlichen Familie im Urlaub zumuten mag. Also fahre ich mit meinem Sohnemann alleine mit. Es tat mir zwar unheimlich leid, dass meinem Freund so mitzuteilen (wer möchte schon gerne hören, dass man das eigene Kind nicht dabei haben mag), aber er versteht es sehr gut. Und vielleicht sieht er mal, welche Ausmaße ihr Verhalten tatsächlich hat, wenn er mit ihr 10 Tage alleine ist (er hat auch ein paar Tage Urlaub). Ich brauche auf jeden Fall die Erholung nach der letzten Zeit, denn die letzten Monate waren sehr anstrengend nicht nur wegen der Bonustochter, auch wegen dem Tod meines Vaters. So langsam komme ich nämlich jetzt zur Ruhe und mein Körper merkt, dass er nicht mehr funktionieren muss.

  • Ich finde diese Auszeit ganz richtig und wichtig für dich und deinen Sohn. Da habt ihr auch schön Zeit mal nur für euch, für Mama-Sohn-Zeiten. :thumbup:

    Genieß es! Ohne schlechtes Gewissen!

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    You can include me out. (Samuel Goldwyn)

  • Ich brauche auf jeden Fall die Erholung nach der letzten Zeit, denn die letzten Monate waren sehr anstrengend nicht nur wegen der Bonustochter, auch wegen dem Tod meines Vaters. So langsam komme ich nämlich jetzt zur Ruhe und mein Körper merkt, dass er nicht mehr funktionieren muss.

    Zu Blau:

    Und sie sei dir von Herzen gegönnt. :thumbup::strahlen

    Wir haben hier auch über einen längeren Zeitraum das gleiche "Spiel" durch.....ebenso haben wir uns auch gefühlt: "Total durch"

  • Der Tagesablauf von Tochterkind hört sich nicht gut an. Ein Elterngespraech "Anfang November" ist eigentlich viel zu spät. Soll sie sich noch weitere sechs Wochen in ihre Erkrankung reinknien und alle warten auf den totalen Absturz? Da sollte und muss der Vater ran in den Herbstferien. Von selbst wird das nicht. Depressionen kann man nicht aussitzen. Jedenfalls nicht in dem Alter.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • ....und die richtige Deprizeit kommt ja erst noch.....keine Freunde greifbar, nur im Bett...ne ne


    Der Vater sollte zusehen, dass er sie zu einer stationären Unterbringung überreden kann.

    Grüsse Tani :wink



    Du bist nicht das was Du sagst, sondern das was Du tust!

  • Gestern Mittag rief sie ihren Vater an, war total aufgelöst und hat ihm mitgeteilt, dass es ihr total scheiße geht und sie von der Schule nach Hause geht. Sie selber sieht, dass da dringend Hilfebedarf ihrerseits besteht.


    Wir hatten daraufhin gestern noch ein Gespräch, ihr Vater und ich. Ein früherer Termin ist für uns bei der Therapeutin nicht zu bekommen. Er selbst sieht, dass da dringend was passieren muss, er macht sich große Sorgen. Bei ihr reicht die Kraft im Moment tatsächlich nur für Schlafen und Essen, auch die Schule selbst überfordert sie total. Die Lehrer geben zwischendurch immer eine Einschätzung der Leistung ab. Sie steht in allen Fächern zwischen 7 und 9 Punkten, allerdings weniger wegen ihrer Leistung, sondern wegen ihrer Mitarbeit. Mündlich macht schließlich in einigen Fächern fast 50 % der Note aus. Da ist für sie schon wieder eine Welt zusammen gebrochen. Sie hat große Schwierigkeiten vor anderen Menschen zu sprechen, Referate sind der für sie der absolute Horror. Aber in der 12. Jahrgangsstufe nehmen die Lehrer auf evtl. "Einschränkungen" auch nicht mehr so viel Rücksicht. Können sie auch gar nicht.


    Sie möchte gern Veranstaltungsmarketing studieren... ob das aufgrund ihrer "Sozialphopie" eine so gute Idee ist, wage ich allerdings zu bezweifeln. Auch denke ich, dass sie aufgrund ihrer psychischen Verfassung der Belastung eines Studiums nicht standhält. Zumindest erst mal auf die nächsten Jahre nicht.


    Ihr Vater meinte gestern: Wie gut, dass atmen ein Reflex ist. Im Moment würde er sie am Liebsten in Watte packen und ihr alles abnehmen. Allerdings ist das auch nicht gut für sie und das weiß er auch. Er sieht auch selber ein, dass sich was ändern muss, weil ihr Verhalten uns extrem viel Kraft kostet.

    Der Muckel hat ja auch ein "Störungsbild" (ADHS). Natürlich kostet es auch Kraft, auf ihn einzugehen und gewisse Situationen zu meistern. Aber von ihm kommt wenigstens noch etwas zurück. Das heißt, er bemüht sich, kommt uns entgegen und fasst auch auch zu Hause mit an, im Rahmen seiner "Möglichkeiten" :-) Er nimmt uns in den Arm und sagt auch mal "Danke, dass ihr das für mich gemacht habt" oder "Ich hab dich/euch lieb". Wenn wir mit ihm reden, kommt ein Feedback und er versucht, bestimmte Dinge besser zu machen.


    Die Bonustochter ist zurzeit nur ein "Energievampir", weil absolut gar nichts zurück kommt. Sie benimmt sich, wie ein Gast im 5-Sterne-Hotel. Aufgrund ihrer aktuellen Verfassung haben wir aber erst mal vereinbart, das so "durchgehen" zu lassen. Wir haben auch darüber gesprochen, ob wir überhaupt in der Lage sind, das "aufzufangen" auf Dauer. Grundsätzlich möchte ich ihr helfen, stehe auch hinter ihr, bestärke ihre positiven Seiten, bin aber auch nicht bereit, die nächsten Jahre das so mitzumachen und ihr den Hintern hinterherzutragen und mich zu ihrem Dienstmädchen degradieren zu lassen.


    Ich bin für mich auf jeden Fall froh, erstmal 10 Tage Kraft tanken zu können. So gern, wie ich sie habe, brauche ich die Zeit ohne Bonustochter ganz dringend.

  • Moin Muckelmama


    Nur zu gut kenne ich diese Hilflosigkeit auf allen Seiten. Bei uns war es genau der gleiche Verlauf......lass dich und deine Familie mal ganz fest von mir drücken. :troest

    Toll finde ich den Muckel....wie er euch teilweise auch "auffängt" ... so ein lieber Junge. :rotwerd

  • Es sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, um die es hier geht. Eure Möglichkeit als (Bonus-)Eltern und (bonus)Familie ist es, ein schützendes und beahrendes Umfeld für Tochterkind zu schaffen. Da zu sein als Familie in ihrer Krankheit. Genau das macht ihr bereits. Das ist hart. Aber das ist auch stark und hoch anzurechnen.


    Das andere ist aber. Tochterkind scheint (oder ist) krank zu sein. Eine Depression kann man nicht mit "Hausmitteln" behandeln. Da braucht es den professionellen Therapeuten und Mediziner. An die ist schwierig heranzukommen, weil deren Terminkalender voll sind. Trotzdem darf und soll man da nicht aufgeben. Denn wenn ihr das macht und alles laufen lasst, dann geht ihr alle gemeinsam unter. (Du erlebst es gerade, wie sehr du nach der Auszeit lechzst ...)

    Das vielleicht wenige, was ihr noch an Kraft aufbieten könnt, solltet ihr jetzt nicht in den Erhalt des Status quo stecken und der Hoffnung auf die große Lösung beim Therapeutengespräch im November (die wird da nicht zwingend kommen ...). Ihr klammert euch daran wie an eine Rettungsinsel. Das ist aber der Therapeut nicht . Ihr werdet euch mit dem Gedanken beschäftigen müssen, dass ein Aufenthalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ansteht. Dringendste Aufgabe muss es sein, dass der negative Verlauf der Erkrankung gestoppt wird und Heilungsprozesse anberaumt werden.

    Hätte Tochterkind eine eiternde, schwärende Wunde am Arm, wüsste jeder, was er machen muss. Ab zum Notfallarzt. Weil sonst die Blutvergiftung ansteht, Leib und Leben gefährdet sind.


    Ist die Seele verletzt, sind wir auf einmal alle hilflos. Es ist peinlich. Oder man hofft auf Selbstheilungswunder. Letzteres gibt es leider nur in ganz seltenen Fällen. Wenn der Therapeut im November taff ist, wird er genau das tun: Soforthilfe für Tochterkind anberaumen. Er wird nicht sagen. Tochterkind kann die kommenden zwei Wochen auf meiner Couch leben und dann ist alles wieder in Butter. Auch der Therapeut muss Akuthilfe beischaffen bzw. wird euch mutmaßlich sagen: Geht da mal hin ...

    Und genau "da hingehen" könnt ihr heute schon. Sechs Wochen früher, die dem Tochterkind und euch, ich sage es so, sechs weitere Scheisswochen ersparen würden. Ihr alle werdet im Anschluss noch mehr von diesen Wochen haben. Aber man muss doch nicht noch mehr frteiwillig sich in den Terminkalender setzen lassen.

    Darum mein dringender und deutlicher Rat: Geht zur örtlichen, zuständigen Notfallpsychiatrie (Google müsste euch helfen unter dem Stichwort Kinder- und Jugendpsxychiatrie. In jedem Bundesland gibt es davon neben der Hauptstelle erreichbar übers Land verstreut ein paar Zweigniederlassungen). Lasst euch helfen.


    (Zur Zeit gehen Leute in die Notambulanz, wenn sich einer den Fingernagel gebrochen hat. Das ist sicher nicht gut. Aber hat einer schwere Seelenverletzungen, bäpscht man zum Übergang ein Pflaster drauf. Als wäre eine Seelenerkrankung keine echte Krankheit. Ist sie aber. ) Wenn der Vater neben dem Pampern was richtig Gutes tun will, dann soll er mit Tochterkind - die ja selbst auch um Hilfe schreit - losziehen. (Und für diese verflixt schwere Entscheidung braucht er mutmaßlich deinen Schulterschluss und Beistand.)


    Ich wünsch euch viel viel Kraft für diese wirklich zutiefst schwierige Zeit!

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Wenn mein Kind vor Schmerzen schreit, dann Handel,ichnund nein dann lasse ich mich von einer Therapeutin nicht vertrösten auf in 6 Wochen.


    Nichts anderes macht das Mädchen, sie schreit, siemist krank und sorry ,aber ich kann ADHS nicht mit Depressionen vergleichen.

    Das finde ich dem Mädchen genüber unfair.

    Was keineswegs die Leistung des Burschens schwächen soll.


    Ob und was sie studieren nöchtemund in die das kann ist echt gerade total egal, schnellstmögliche effektive Hilfe ist wichtig.

    So eine Depression wird von nichts nicht beseer, das kann man nicht aussitzen.

    Siemist kein Gast im 5 Sterne Hotel, sie ist krank.

    Die hat sich die Depression genauso wenig ausgesucht wie der Bursche das ADHS.


    Ich kann Euch verstehen und ja ich finde es gut das Du Dir ne Auszeit nimmst.

    Ja und man stösst an Grenzen und da wird man auch mal wütend auf den Erkrankten und nein man muss nicht alles durchgehen lassen und entschuldigen.


    Doch bei all dem Verständnis, verstehe ich ein nicht Handeln nicht.

    Es wird,sich nur was ändern wenn sie die richtige Hilfe bekommt. Die Erkrankung korrekt behandelt wird

    Da könnt ihr tausend Pläne schmieden und zig mal wegfahren, das bringt auf Dauer nix.


    Der Vater soll die nicht in Watte packen der soll ihr helfen in dem er Hilfe organisiert.

    Das ist alles nicht böse gemeint.:blume

    Es ist aber für alle keine haltbare Situation und es gibt heut zu Tage zum Glück Hilfe.


    Liebe Grüße


    Ute

  • Tja... sollen wir sie einweisen lassen? Für sie selber ist die Tagesklinik oder eine stationäre Einweisung keine Option. Sie stellt sich das anders vor.


    Nein, Depressionen sind nicht mit ADHS zu vergleichen. Sagt ja auch keiner. Weder der eine, noch der andere kann was für diese Erkrankung/dieses Störungsbild. Aber es gibt zwei Kinder in diesem Haushalt, die Zuwendung brauchen und ich kann meine ganze Kraft nicht nur für das eine aufwenden, so leid es mir tut. Sie selber hebt den Zeigefinger und sagt, dass des Muckels ADHS eine Erklärung für manche Verhaltensweisen ist, aber keine Entschuldigung, vorzuwegsweise, wenn er sie nervt. Ja, die Depressionen sind eine Erklärung für manche Verhaltensweisen, aber keine Entschuldigung. So sehe ich das halt.


    Ich empfinde eure Ratschläge, Tips ect. auch nicht als böse oder als Angriff. Ich bin ja dankbar für jeden guten Rat. Ja, sie schreit um Hilfe. Sehe ich ja ähnlich. Aber sie muss sich auch helfen lassen wollen. Aktuell möchte sie lediglich eine höhere Dosis Antidepressiva und wöchentliche Therapiesitzungen statt zweiwöchige und erhofft sich von der Therapeutin die Lösung, wie sie mit dem Stress umzugehen hat.


    Und auch, was sie studieren möchte, ist tatsächlich jetzt schon wichtig. Dort gibt es einen NC von 1,9. DAS macht sie unglaublich fertig, sie setzt sich selber unter Druck, weil sie weiß, wenn sie das studieren will, MUSS sie ihr Abi mindestens mit 1,9 machen. Der meiste Stress wegen der Schule ist selbst gemacht. Sie erklärt das damit, dass sie von ihrer Mutter jahrelang konditioniert wurde: Du MUSST Abi machen, du MUSST studieren, eine "normale" Ausbildung ist keien Option. Ob das tatsächlich so war, kann ich nicht sagen. Fakt ist, dass sie wegen der Schule total abdreht.


    Ich habe eben noch mal bei der Therapeutin angerufen und nun einen Termin für morgen. Es geht auch lediglich um ihre Einschätzung, ob tatsächlich eine stationäre Therapie angebracht ist und auch um ihren Rat, wie ich für mich am Besten mit der Situation umgehen kann. Außerdem weiß sie viele Dinge vielleicht ja auch einfach nicht, weil die Tochter einige Dinge sicher nicht erzählt. War mein letzten Gespräch ähnlich. Da war die Situation aber noch nicht ganz so schlimm.


    Ob sie noch in eine kinder- und jugendpsychatrische Einrichtung kann, weiß ich nicht. Sie ist 18. Auf jeden Fall habe ich mir einige "Notfallnummern" rausgesucht.