Selbsthilfegruppen für Kinder?

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  • Hallo,imletzten Jahr haben wir viel erlebt. Alkohol im Umgang, zuletzt im April, danach Umgangsaussetzung.Von Februar bis Mai waren wir im familienpsychologischen Gutachten. Nun soll begleiteter Umgang anlaufen. KV hat laut seinem Psychater seit 2016 3 Suizidversuche hinter sich. Diagnosen: bipolar-affektive Störung, Alkoholabhängigkeit und narzisstische Persönlichkeitsstörung. Von all dem wusste KV nichts und will seinen Psychater nun verklagen. Das mag in manchen Ohren lustig klingen, in meinen keinesfalls. Die Diagnosen zusammen sind ein brisantes Material. Zumal nicht ansatzweise eine Krankheitseinsicht vorhanden ist. Im Gegenteil. KV sieht in mir die Wurzel allen Übels.

    Nun überlege ich, für meinen Sohn eine Selbsthilfegruppe zu suchen, denn ich gehe davon aus, das der nächste Suizid nicht lange auf sich warten lässt. Hat jemand von Euch damit Erfahrung und kann mir ein paar Tips geben, worauf ich achten sollte?

  • Es geht mir weniger um den Umgang mit Trennungen. Eher um den Umgang mit Sucht , psychischen Erkrankungen. Die Gefahr, Zeuge eines Suizids zu werden ist ja mit begleiteten Umgang ersteinmal nicht zu erwarten.

  • Die oft von Diakonie und Caritas (über das örtliche Jugendamt im Zweifel erfragbar) angebotenen Trennungsgruppen werden von erfahrenen Sozialpädagogen geleitet. In den relativ kleinen Gruppen geht es darum, dass die Kinder lernen, ihre Sorgen/Kummer/Probleme zum Ausdruck zu bringen und damit ihre Sorgen nicht in sich hinein zu fressen. Die Suizidproblematik ist ja ursächlich mit der Trennung verbunden. Damit könnte sie dein Nachwuchs in der Gruppe thematisieren.


    Eigenstaendige Gesprächangebote/Gruppen für Kinder, deren Eltern Suizid gefährdet sind, kenne ich jetzt so nicht und kann mir das auch kaum vorstellen, dass hier (Gott sei Dank) ein groesserer regelmäßige r Bedarf besteht. "Suchtgruppen" fuer coabhaengige Familienmitglieder richten sich oft an die gesamte coabhaengige Familie. Kinderspezialisierung gibt es m. W. vor allem in Großstädten und Ballungsgebieten.

    Mit einer Trennungsgruppe wärst du jedoch mutmaßlich so dicht an der Problematik, wie es nur geht.

    Alternativ wäre die privat beauftragte vorbeugende therapeutische Massnahme beim Kinderpsychotherapeuten. Hier jedoch Termine zu bekommen, ist schwer.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Kinderspezialisierung gibt es m. W. vor allem in Großstädten und Ballungsgebieten.

    Und oft auch in der Nähe von Krankenhäusern o.ä. mit psychiatrischen Fachabteilungen. Bei uns z.B. gibt's - je nach Bedarf - 2x im Jahr eine Gruppe für Kinder psychisch kranker Eltern. Die Trennungsgruppe halte ich aber auch für passend.

  • Frag doch mal musicafides, er kann da vielleicht helfen. Soweit ich weiß, kennt er eine Gruppe für Kinder mit psychisch erkrankten Elternteilen.

  • Ja, unser Sohn möchte die Treffen und ich werde es so weit ich kann ermöglichen. Mir schnürt es den Magen zu, wenn ich an begleiteten Umgang denke, aber nur so ist Sohns Sicherheit gegeben. Unser Sohn hat von seinem Vater über Jahre alles bekommen, was er sich gewünscht hat. Von kostspieligen Reisen bis hin zum eigenen Motorrad. Wenn ich diese Verbindung abrupt abbrechen lasse fällt unser Sohn in ein riesiges Loch, weil er nicht versteht, wieso, weshalb, warum? Da KV dem Sohn gegenüber alles dementiert. Hat er die Möglichkeit, sich langsam unseren Verhältnissen/ unserem Einkommen entsprechen anzunähern, weiß er die kleinen Dinge wieder mehr zu schätzen und wird nebenbei Stück für Stück ein wenig älter. So mein Plan.

    Ich habe in der letzten Zeit für uns ein Netz an Sicherheit erarbeitet, auf Dinge und Personen, die in unsere Stiation involviert sind. Ich weiß nicht wann was passiert, ich weiß aber, dass etwas passieren wird. Nur ich bestimme, ob er unser Leben damit belastet und in welchem Umpfang. Ich habe nur ein Leben und unser Sohn nur eine Kindheit.


    Eine Selbsthilfegruppe soll eine Stütze für unseren Sohn sein, denn ich fühle mich nicht in der Lage, situativ mit dem nötigen Abstand auf einen eventuellen Suizid zu reagieren. Und mich erst auf die Suche zu begeben, wenn etwas passiert ist halte schlichtweg für zu spät. Na klar reden/ besprechen wir aktuelle Themen, jedoch nur das, was unser Sohn zulässt und hinterfragt.

  • Nimak falls du in Berlin wohnen solltest, kann ich dir vllt helfen (auf Grund meiner Arbeit und der dadurch bedingten Kontakte) eine passende Gruppe zu finden. Gerne auch via PN, wenn du magst

    Nein, ich habe keine Spinnennetze in der Wohnung, das sind Ökotraumfänger :D

  • Hallo Antharia, nein wir wohnen nicht in Berlin. Meine Frage war auch eher, ob jemand Erfahrungen mit seinem Kind in Selbsthilfegruppen hat und welchen Nutzen diese bringen. Ich denke, Volleybab hat es oben ganz gut beschrieben, wie es abläuft. Nur hätte ich gerne ein paar Erfahrungswerte gehört, ob ich die Idee dann immer noch passend finde.

  • Ich denke, dass kommt immer individuell drauf an. Es muß halt passen....Mein Sohn war in einer Gruppe für "getrennte Kinder" und das war gar nix. Ich hatte den Eindruck, die eine Betreuerin wollte eher ihre eigenen Erfahrungen aufarbeiten....

    Sohn ist in Gefühlsdingen nicht so der große Redner und die haben immer insistiert, dass er sagen soll, was er fühlt und wie es ihm geht und so.... er wollte da relativ schnell nicht mehr hin.


    Das ist aber eine Einzelfall-Erfahrung und kann bei Dir und der gewählten Gruppe ganz anders sein. Ich würde es einfach mal ausprobieren.

  • Danke Cappuccino15...mein Problem ist, dass schon so viel an ihm "ausprobiert" wurde. Der Sozialpädagoge, der mit KV zusammengearbeitet hat, ist nun mit KV in einer innigen Männerfreundschaft. Er hielt den letzten Absturz von KV laut Gutachten für einen einmaligen Ausrutscher. (KV war den ganzen Nachmittag mit Kind und 2,4 pro mille unterwegs) Meine Sozialpädagogin und ihr Mann waren Mitgründer dieses Vereins und haben wegen unserem Fall vom Verein getrennt.

    Eigentlich möchte ich eine Garantie, das es eine positive Berecherung für meinen Sohn wird und nicht als neue Belastung daherkommt.

    Ok. Ich sehe schon...ich muss mal wieder an mir arbeiten!🙈

  • Ich glaub, Du richtest da keinen großen Schaden an, wenn Du ihm sagst, dass er z.B. dreimal hingehen "muss", um sich ein Bild zu machen und dann wird entschieden, obs ihm taugt und hilft - oder eben nicht. So macht man es bei Therapeuten ja auch, sogar ganz offiziell - probatorische Sitzungen.

  • Hey...nun habe ich die Ferien dazu genutzt, sämtliche Träger ab zu telefonieren. Es gibt tatsächlich nicht eine Selbsthilfegruppe für Kinder in unserer Landeshauptstadt. Traurig...

    Es gibt SHG für erwachsene Angehörige und Betroffene. Hat jemand ne Idee, wie ich meinem Sohn alternativ Unterstützung anbieten kann? Habe schon überlegt selber eine Gruppe zu gründen, schrecke aber davor zurück, unsere Situation öffentlich werden zu lassen.

  • Jetzt speziell zur Suizidthematik? Oder auch keine "Trennungsgruppe"?

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.