Kleine Rebellen?

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  • Hallo.


    Ich benötige mal eure persönlichen Einschätzungen und euere Erfahrungen im Alltag mit Kindern.

    Alle 14 Tage ein Wochenende + hälftige Ferien habe ich unsere Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren.

    Unter der Woche habe ich an einem Tag jeweils im Wechsel ein Kind zur Übernachtung.

    Hier bin ich quasi der Prototyp des Zuckerpapas. Wir haben nur Freizeit ohne Alltag miteinander. Es geht

    oft actionlastig zu.


    Es gibt hier wenige, überschaubare Regeln und erzieherische Straßmaßnahmen führen nur zu einem

    verstärkten ablehnenden Verhalten. Natürlich kommt

    es auch mal vor, wenn ich eine zigmal wiederholte Ansage an die Kids machen muß, daß ich dann aus der

    Haut fahre und auch mal laut werde. Ich würde mich aber auch nicht erpressen lassen. Wenn ein Kind meint,

    die Spielregeln nicht einhalten zu müssen und damit droht "Dann komme ich nicht mehr zu dir!", dann sage ich

    dem Kind, das ich das sehr schade finden würde, aber auch niemanden zwingen kann, es mit mir auszuhalten.

    Im Großen und Ganzen kommen wir aber miteinander aus.


    In der letzten Zeit äußern sich vor allem die älteren Kinder (Mädchen, 13 und Junge, fast 12 Jahre) häufig so,

    daß sie bei der Mutter häufig sanktioniert werden. Verbot von Unterhaltungselektronik (Handy&Spielekonsole), Hausarrest, Freunde nicht

    besuchen und so weiter. Aus den Schilderungen der Kinder erkenne ich, daß die Mutter und der Stiefvater gemütsmässig wohl

    seit einiger Zeit auf dem Zahnfleisch gehen. Das ist eigentlich kein Wunder, der Stiefvater ist berufstätig, man befindet sich mitten im

    Umbau des Eigenheims, nebenbei betätigt er sich ehrenamtlich. Da muß er auch mal rund um die Uhr ausrücken, wenn der Pieper geht.

    Dann die Betreuung von zeitweise 7 Kindern ( ein gemeinsames Kind + Beutekind von Stiefpapa) von 2 bis 13 Jahren.

    Was die Kids noch mehr beschäftigt, ist mangelndes Einfühlungsvermögen von Mutter und Stiefvater oder auch

    Schuldzuweisungen an die Kinder. Körperliche Nähe mit in den Arm nehmen, Kuscheln und Streicheln ist von je her

    kein Ding von meiner Ex gewesen. Die 13jähre beklagt diese fehlende "Nestwärme".


    Die Eltern sind möglicherweise seit geraumer Zeit dünnheutig und reizbar. Ich weiß aber auch zu wenig über deren Privatleben.

    Also wie es da zwischenmenschlich bei den beiden läuft. Die Kinder sind der Ansicht, es würde oft lautstark gestritten.

    Wir haben zwar eine hohe Kontaktdichte, aber ich lege wenig Wert darauf, daß sich die Privatsphären überlappen.

    Die Kinder sind scheinbar auch instruiert, wenig über private Dinge zu reden, besonders was Mutter und Stiefvater betrifft.

    Jedenfalls, die älteren Kids beschweren sich auch, daß ihnen die Schuld für Zustände gegeben wird, für die sie nichts können.

    Da meint zum Beispiel die Mutter, wenn den Kindern das Essen nicht schmeckt, daß sie keine Lust mehr hätte zu kochen und sie

    sich alle doch jemand anders suchen sollen, der den Mutterjob schmeißt. Dann ist sie tagelang nicht ansprechbar und schmollt.

    Der Stiefvater hält dann eine Tirade, daß die undankbaren Kinder nun daran schuld sind, daß die Mutter sich in die

    Schmollecke zurückzieht (und den Stiefvater dann auch noch mit anschmollt). Kann nicht an dem Essen liegen (das er sich gewünscht

    und bekommen hat) Wenn sich das pupertierende Mädchen sich dann abends in das Kopfkissen weint, dann kommt der Stiefpapa ins

    Zimmer und meint, sie möge bitte leise weinen, damit sich die Mama nicht noch mehr aufregt.


    Die 13jährige ist schon sehr weit für ihr Alter. So konstatierte sie neulich:"Mama steht sich selbst im Weg."

    Das ist m. E. irgendwie schon ein Stück weit an der Wahrheit dran. Was aber dazu führt, daß das Mädchen seine Mutter und den Stiefvater immer mehr ablehnt ("Würde am liebsten da weg! Sehe vergleichsweise doch, wie andere Eltern mit ihren Kindern umgehen").

    Als ich heute mit einer Bekannten im Café sitze, ruft mich der Stiefvater an. Er habe gerade eine Diskussion mit dem Elfjährigen.

    Weil er seinen jüngeren Brüder körperlich attackiert habe, habe man ihn bestraft und sein Handy eingezogen. Als er dann angefangen hat,

    die Eltern zu beschimpfen und die dann gemeint haben, dann bekommt er sein Handy eben noch länger nicht wieder, ist er "ausgerastet".

    Unser Sohn meinte dann, er wolle zu mir ziehen, da gäbe es nicht so viele Regeln und Vorschriften und Bestrafungen wie bei der Mutter.

    Ich habe dann am Telefon erklärt, daß es bei mir auch Vorschriften für ein geregeltes Zusammenleben geben würde, wenn wir den Alltag miteinander leben würden. Das sieht der Junge natürlich nicht. Das hieß es dann vom Stiefvater:"Siehste Junge, bei Papa ist es ganz genau so. Das wäre nix anderes." Da war ich gerade etwas verwirrt, ob mein Nachfolger damit pädagogische Kompetenz demonstrieren wollte, oder vielleicht auch nicht. Das Telefonat war dann jedenfalls auch schnell wieder zu Ende.Es gibt schon Probleme, die ich sehe. Die 13jährige lässt wenig Nähe zu, wie die Mutter. Sie will nicht emotional verletzt werden, wenn sie sich jemandem öffnet. Hat sie so selber gesagt.

    Der 11jährige ist ein Sturkopf, aber sehr sensibel. Teilt gerne aus, kann aber nichts einstecken.


    Auch keine Kritik. Die jüngeren Kinder sind loyaler gegenüber Mutter und Stiefvater. Die beschweren sich zwar auch, aber eher nur, um sich einzuschmeicheln. Aber ich ermuntere sie nicht dazu. Die 10jährige ist relativ unauffällig. Ein aktives, aufgewecktes und fröhliches Kind. Der 9jährige macht mir am meisten Sorgen. Er ist intelligent. Ein guter Schüler, gute Auffassungsgabe, viel Sinn für Humor und ein Ass in seinem Sport. Aber er kann sich außerhalb von der Schule und Sport nichts merken. Er vergisst einfach alles, was man ihm sagt oder zeigt, innerhalb von Sekunden. Ein totaler Träumer. Den kann man unmöglich alleine in den Strassenverkehr lassen. Er hört auch nur das ungefiltert, was ihn interessiert. Er tut im Prinzip auch nur das, was ihn interessiert. Manchmal habe ich den Eindruck, daß sich sein Sozialverhalten mit zunehmenden Alter noch weiter zurückentwickelt. Da ist manchmal auf dem Niveau eines Zweijährigen. Es ist mir leider auch nicht gelungen herauszufinden, was ihn eigentlich die ganze Zeit gedanklich so beschäftigt. Ich habe ihn in der letzten Zeit genauer beobachtet und festgestellt, daß so Sachen wie selbstständiges Zähneputzen, Waschen, Haare kämmen, Sachen (richtig) anziehen/Wäsche wechseln bei ihm praktisch nicht vorkommen, wenn man das nicht mit Nachdruck einfordert. Ich nehme an, daß die Mutter da oft morgens keine Hand mit anlegt. Die Kinder haben sich auch mal in der Richtung geäußert, das sie alleine aufstehen, sich schulfertig machen und frühstücken. Die Mutter würde oft erst später aufstehen. Überhaupt wäre es oft so, daß die Mutter sich vor der restlichen Familie "zur Ruhe" zurückzieht.


    Mit der Mutter kann ich darüber nicht reden. Die ist in diesem Punkt aus meiner ganz persönlichen Sicht leider nicht kritikfähig und beratungsresistent. Einerseits weiss ich, das Kinder in dem Alter Rebellen sein können, aber auch berechnend. Aber es sind eben auch Kinder. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich etwas tun sollte. Oder eben die weitere Entwicklung abwarten.


    Ich bin mir im Klaren darüber, das die BET'S dort eine Menge leisten müssen um Familie und Karriere unter den Hut zu bekommen.

    Allerdings sehe ich eben auch die Probleme. An denen ich aus der Ferne aber auch nichts ändern kann.

  • Puuuh, Lösungen hab ich keine. Aber Ex und Next sind völlig hilflos und gnadenlos überfordert. Kinder werden nun mal älter und anstrengender. Und du hast vollkommen recht, in deren Familienkonstrukt würde ich mich nicht reinhängen. Das eskaliert und du bist der neue Schuldige.


    Besteht denn keine Möglichkeit das die zwei zu dir können?

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Bei allem was ist, sollte man bei ( Vor)Pubertisten immer im Auge behalten: Die uebermittelten Informationen sind selbst wenn sie auf den ersten Blick reflektiert erscheinen, immer gewaltig tendenziös. (Alles) abwägen ist keine Pubisache. Und wo es geht, positioniert man sich auf Extrempositionen.

    Allerdings: Diese Positionen werden auch gern wieder verlassen. Und passen oft nicht zusammen, ergeben also kein Gesamtbild ( man denke an diese skandinavische Klimaaktivistin, die plötzlich AKW als die Lösung gegen Luftverschmutzung sieht).

    Nicht immer werden Lösungen gesucht, oft geht es einfach um Kritik. Als Erwachsener kann man häufig nur zuhören. Es ist ein Vertrauens Zeichen, wenn Dinge erzählt werden. Es ist aber im Gegensatz zur Kinderzeit keine Aufforderung, die angesprochenen Probleme zu lösen.

    Das ist eine neue Rolle, die man aushalten muss. Bis die klare Botschaft kommt (wenn sie jemals kommt): mach was.

    Ich habe manche Dinge erst mal sacken lassen und dann Wochen später vorsichtig nachgefragt. Manchmal gab es gar keine Erinnerung mehr der Pubis an die Sache. Manchmal aber auch Weiterentwicklungen, die Ansatz Möglichkeiten boten.

    Aber Trennungssituationen in der Pubizeit sind immer eine Gratwanderung.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Liest sich bei den geschilderten Problemen wahrscheinlich erst mal merkwürdig, aber für mich sieht das nach einer sehr brauchbaren Umgebung für die Kinder aus.


    Du machst Dir Gedanken über jedes einzelne Kind, siehst das Verhalten der Mutter teilweise kritisch aber ohne pauschal drauf zu hauen. Der Stiefvater ruft Dich an, das ist wohl auch nicht selbstverständlich.


    Komplett sorgenfreie Kinder gibt es ziemlich sicher nicht, auch nicht bei zusammenlebenden Eltern. Und dass man „aus der Ferne“ das andere Elternteil kritischer betrachtet als beim Zusammenleben ist wohl normal und nachvollziehbar.


    :thumbup:

  • Puh, das klingt alles wirklich nach ziemlicher Überforderung von Mutter und Stiefvater. Eine Patentlösung habe ich auch nicht. Du hast die Kinder alle gut im Blick und kannst ihnen wenigstens in der Zeit, in der sie bei Dir sind, die so nötige Nestwärme, Umarmungen etc. geben.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, ist ja auch quasi jeden Tag mindestens ein Kind bei Dir? Ich weiß nicht, ob da noch mehr machbar ist - sonst hätte ich überlegt, ob es eine Möglichkeit wäre, bei Mutter und Stiefvater mal so fallenzulassen, dass die ja eine Menge am Beim haben zur Zeit, ob Du da irgendwie unterstützen könntest, durch mehr Betreuung.

    Das ändert natürlich langfristig nichts an der grundsätzlichen, emotionsarmen Art der Mutter, die ich für Kinder schon schwierig finde...

    Ich glaube, da würde ich mir auch schonmal überlegen, ob und wie irgendwann ein Wechsel zu Dir möglich wäre, wenn ein oder mehrere Kinder das wünschen.


    ( man denke an diese skandinavische Klimaaktivistin, die plötzlich AKW als die Lösung gegen Luftverschmutzung sieht).


    Zwar ot - aber so für sich gibt der Satz ein etwas falsche Bild wieder, finde ich. Das ist das, was in Gretas fb-Eintrag stand:


    "Die Leute fragen mich immer wieder: Was ist die Lösung der Klimakrise? Und wie lösen wir dieses Problem? Sie erwarten von mir, die Antwort zu kennen. Das ist absolut absurd. Wir müssen eine große Anzahl von Gedanken zur gleichen Zeit im Kopf behalten und brauchen Veränderungen in beispielloser Geschwindigkeit. Atomenergie kann laut Weltklimarat IPCC ein kleiner Teil einer sehr großen kohlenstofffreien Energielösung sein, insbesondere in Gegenden, die nicht vollständig durch erneuerbare Energien versorgt werden können. "


    Und: "Persönlich bin ich gegen Atomkraft."

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Wenn ich das richtig verstanden habe, ist ja auch quasi jeden Tag mindestens ein Kind bei Dir? Ich weiß nicht, ob da noch mehr machbar ist - sonst hätte ich überlegt, ob es eine Möglichkeit wäre, bei Mutter und Stiefvater mal so fallenzulassen, dass die ja eine Menge am Beim haben zur Zeit, ob Du da irgendwie unterstützen könntest, durch mehr Betreuung

    Vielen Dank erst mal für eure Einlassungen. Da habe ich mich allerdings wohl unklar ausgedrückt. Ich habe einmal in der Woche für einen Tag ein Kind im Haushalt. Das bedeutet, jedes der 4 Kinder kommt einmal im Monat unter der Woche zu mir. Das haben sich die Kinder von sich aus ausdrücklich gewünscht. Wir haben das früher schon mal so gehandhabt, ist aber eingeschlafen, weil es nicht in die Tagesstruktur bei der Mutter paßte. Heute klappt das, weil die Kinder das auch mit Nachdruck einfordern. Und höchstwahrscheinlich freuen sich Mutter und Stiefvater auch über eine kleine Entlastung.
    Ich will auch gar nicht gegen die Mutter stänkern, die tut, was sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten und ihrer Person kann, scheint aber permanent überlastet. Deshalb delegiert sie auch viele Dinge an ihren neuen Mann, mit dem ich dann Entscheidungen oder Regelungen für die Kinder bespreche. Ist ja auch klasse, das der das macht und sich nicht drückt.

    Das Angebot, mehr zu betreuen, ist sicher eine Überlegung wert. Ich muß mal schauen, wie ich das umsetzen kann. Denn wir befinden uns ja zur Zeit auch in einem Unterhaltsrechtsstreit. Ich bin sicher, daß die Familie auf meine Zahlungen zur Finanzierung ihres Lebensstandards angewiesen ist, unabhängig davon, ob die Kinder das Geld brauchen oder nicht. Das kann also ein großer Zankapfel werden.

    Einem Wechsel der Kinder in meinem Haushalt würde ich mich verschliessen, aber das muß man reiflich überlegen, viel überlegen und planen. Das macht man nicht so eben mal zwischendurch. Ich muß ja irgendwie die Betreuung sicherstellen, denn ich muß ja weiter erwerbstätig bleiben. Da müssen wir uns alle neu aufstellen. Die Kinder so wie ich auch. Da bin ich mir auch nicht sicher, ob die Kinder da weit genug sind, ihre Entscheidung auch mitzutragen. Sich dann z. B. nach 2 Wochen zu überlegen, daß es bei Mama doch besser war. Konkret kann ich nicht einschätzen, wie groß der Leidensdruck der Kinder denn tatsächlich schon ist.

  • Einem Wechsel der Kinder in meinem Haushalt würde ich mich verschliessen,

    Da fehlt das "nicht", richtig?

    LG
    CoCo



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    ~ Khalil Gibran ~





  • Also ganz ehrlich - fast alle geschilderten Situationen gibt es bei uns im Alltag auch.

    Das Alter ist nicht einfach - die Menge an Kindern macht es sicher nicht leichter und wenn die sich dann auch noch körperlich angehen #Respekt


    Aber du sagst ja selber - im Alltag sind nicht alle Wiesen grün, da braucht es mehr Regeln, das kostet Nerven, das traut sich nicht jeder zu


    Die Frage wie man da raus kommt - wahrscheinlich helfen viele kleine Schritte. Bei 7 Familienmitgliedern kann sich jeden Tag ein Kind ein Gericht wünschen und alle anderen verpflichten sich nicht zu meckern :-)


    Einen Tag die Woche ein Kind nehmen ist nett, aber für den Ablauf nicht immer einfach. Vielleicht kannst du deine Betreuungszeit ein bißchen ausbauen, ab Freitagmittag bis Montag zur Schule usw....


    Die Mutter und die Nestwärme wirst du nicht ändern können - da kannst du nur dein Bestes geben.

  • Also ganz ehrlich - fast alle geschilderten Situationen gibt es bei uns im Alltag auch.

    Das Alter ist nicht einfach - die Menge an Kindern macht es sicher nicht leichter und wenn die sich dann auch noch körperlich angehen #Respekt

    Darum geht es mir eben auch. Mal abzuschätzen, ob man solche Situation auch anderswo vorfindet. Natürlich steckt auch in jedem der

    Kinder eine mehr oder weniger große Dramaqueen. Die Preisfrage ist, was bleibt nach Abzug der dramaturgischen Darstellung an

    Wahrheitsgehalt übrig, so wie Volleybap das schon erwähnte? Ich habe mich mit meiner Schwester damals auch leidenschaftlich gerne

    geprügelt, wovon meine Mutter natürlich auch nicht begeistert war. Da wird eben immer wieder die Rangordnung in Frage gestellt. Deshalb mache ich mir keine Sorgen, daß aus den Kindern hemmungslos gewaltbereite Jugendliche werden.

    Einen Tag die Woche ein Kind nehmen ist nett, aber für den Ablauf nicht immer einfach. Vielleicht kannst du deine Betreuungszeit ein bißchen ausbauen, ab Freitagmittag bis Montag zur Schule usw....

    Das ist nicht nur nett, so habe ich wenigstens auch mal die Möglichkeit, mich mit jedem Kind individuell zu beschäftigten. Am Wochenende zu fünft ist das kaum zu schaffen, dann reißen die mir ja vor Wiedersehensfreude die Arme ab.
    Betreuungszeit ausbauen ginge nur, wenn ich entweder an den Wohnort der Kinder ziehe oder aber meine Arbeitszeit reduziere.

    Letzteres scheidet eigentlich aus, weil ich den Kindesunterhalt erwirtschaften muß.

  • Bei allen eventuell möglichen dramturgischen Darstellungsfähigkeiten von Jugendlichen - dabei


    Wenn sich das pupertierende Mädchen sich dann abends in das Kopfkissen weint, dann kommt der Stiefpapa ins

    Zimmer und meint, sie möge bitte leise weinen, damit sich die Mama nicht noch mehr aufregt.


    blutet mein Herz; das geht echt gar nicht...

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Hallo Zusammen,


    als hier hat sich die fast 14jährige nun dahin geäußert, daß sie den Haushalt der Mutter verlassen will und zu mir ziehen möchte. Also schon mit so einer

    "Mach was." Attitüde.

    Sie stellt das so dar, daß sie im Haushalt der Mutter zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, sich nicht für voll genommen fühlt und

    sich quasi ständig mit Mutter und Stiefvater streiten muß. Letztes Highlight war, daß für den Konfirmandenunterricht einige Termine verbummelt wurden. Unklar ist, wer da was versäumt hat. Jedenfalls hat sich unsere Tochter dann beim letzten Termin im Datum geirrt und sie ist dann zu einer wichtigen Veranstaltung nicht da gewesen (sie war stattdessen bei einer Freundin). Jetzt hat die Pastorin angekündigt, daß die fast 14jährige ein Jahr hinten dran hängen muß und dann eben im kommenden Mai nicht konfirmiert wird. Nach Darstellung des Mädchens meinte die Mutter, sie würde sich für das Kind schämen und als eben dieses Kind daraufhin weinte, gab der Stiefvater zum Besten, sie müsste eigentlich noch viel mehr weinen, für solche Versäumnisse. Sollte das stimmen, ist mir unklar, welchen pädagogischen Zweck solche Aussagen der Eltern eigentlich haben sollen. Davon kann sich das Kind ja nur mies fühlen.

    Fakt ist, unsere Tochter beklagt sich schon seit Monaten darüber, wie sie im Haushalt der Mutter "leidet". Das Thema "Regeln" ist auch immer wieder auf der Tagesordnung. Jetzt bin ich aber sehr vorsichtig in der Aussage unserer Tochter, wie sie so ihren Alltag im mütterlichen Haushalt erlebt.
    Hier ist es ja so, daß die Kinder fast Narrenfreiheit haben und bei der Mutter eben nicht. Und dann denken sie eben auch, das wäre hier im Alltag auch so.

    Den Unterschied habe ich aber auch schon mehrfach erklärt und auch klargemacht, daß ein gemeinsamer Alltag in meinem Haushalt auch anders aussehen würde als die sonstigen Wochenenden.

    An einem kürzlich verstrichenen Wochenende hat sich die 13jährige mir gegenüber äußerst respektlos verhalten. Da habe ich ihr eine klare Ansage gemacht, was ich davon halte.

    Erst jüngst sagte sie zu diesem Vorfall noch, sie könne mich gar nicht für voll nehmen, wenn ich versuchen würde, streng zu sein.

    Ich habe auch Sorge, daß die Tochter weiß, welche Knöpfe sie bei mir drücken muß, damit ich in Aktionismus verfalle. Unsere Tochter wünscht sich auch, daß sie ihre Schule weiter besuchen kann und nicht wechseln muß. Was aber viel praktischer wäre, weil ihre Schule dann in einem anderen Bundesland und Verkehrverbund liegt. Die Nachmittage möchte sie dann bei ihrer Freundin verbringen, bis sie von mir nach der Arbeit abgeholt wird.

    Das halte ich nicht für tragfähig. Selbst wenn die Eltern ihrer Freundin uns unterstützen würden, was passiert dann, wenn die Freundschaft zerbricht oder es rüher oder später andere Gründe gibt, daß diese Option wegfällt?

    Zusammengefaßt habe ich so den Eindruck, meine Tochter möchte sich zwar räumlich verändern, aber nur alle Vorteile, ohne Unanehmlichkeiten, dabei haben. Und ich soll mein ganzes Leben darumherum stricken und werde nicht für voll genommen, wenn ich meine Vorstellungen über ein gemeinsames Familienleben vortrage? Andererseits sehe ich aber auch das Problem mit dem teilweise emotionslosen Verhalten von Mutter und Stiefvater gegenüber den Kids. Meine 18jährige Tochter hat sich neulich dazu mal so geäußert: "Die vergessen zwischendurch mal, daß sie Kinder haben und machen ihr eigenes Ding."

    Ich bin gerade verunsichert. Ich habe, das ist historisch gewachsen, einen Hang zum Helfen und mich dabei selbst zu vergessen. Ich hatte vor ein paar Monaten noch das Gefühl, endlich wieder im Leben angekommen zu sein und dann habe ich vor ein paar Monaten nach vielen Jahren wieder eine hoffnungsvolle und aufrichtige Beziehung angefangen. Und nun habe ich doch Zweifel, ob ich das alles in die Waagschale werfen soll, um meiner Tochter zu helfen. Möglicherweise stellt die Tocher nach ein paar Wochen fest, daß es ihr bei mir auch nicht gefällt und ich habe für dann mein Leben mit weitreichenden Konsquenzen umgekrempelt (ggf. noch ein Umzug?).

    Bin ich jetzt egoistisch, wenn ich dabei auch mal an mich selber denken möchte? Einen solchen Versuch möchte ich allenfalls dann wagen, wenn auch die Tocher bereit wäre, sich organisatorischen Notwendigkeiten zu beugen, wozu beispielsweise eben auch ein Schulwechsel gehören würde. Und dann habe ich auch Beklemmungen, wenn meine Tochter durchblicken lässt, daß Sie einen respektvollen Umgang zwischen Vater und Tochter nicht für zwingend nötig hält. Das bestärkt mich fast schon in der Annahme, daß sie eine neue Spielwiese sucht, weil es auf der alten nicht mehr so läuft, auch wenn sich Mutter und Stiefvater mit pädagogischen Rezepten nicht gerade beklekkern und das ein Übriges tut. Ich will unsere Tochter ja nicht im Regen stehen lassen, aber ich möchte mich dabei nicht (wieder) selber vergessen.

  • Hallo F4tH3R F16RE,


    hab mir aufmerksam Dein Anliegen durchgelesen.

    Zunächst ein nettes Hallo in die Runde, bin nach ner Pause wieder zurück.


    Wenn es bei Dir fast quasi Narrenfreiheit gibt, machst du es deiner Ex mit neuem Partner und deinen eigenen Kindern ganz schön schwer.

    Deinen Kindern, weil sie immer wieder keine durchgängigen Regeln haben, jedoch Kraft schöpfen können um sich gegen Regeln bei der Mutter und Partner aufzulehnen. Den Erwachsenen, in Zeiten, kurz bevor die Kids zu Dir wechseln sich gestärkt Auflehnen könnten,da man so manche Konsequenz nicht (mehr) durchsetzen kann. Für mich bedeutet dies, dass beide, also Kinder und Ex den Diskurs nach jeder Unterbrechung n Stück weiter vorne wieder beginnen (müssen).


    Zu 14-jährigem Tochterkind und ihrem Wunsch.."mach was"

    Wenn Du keine endgültigen Lösungen für Deine Kinder/Dein Kind hast, also sie nicht komplett zu Dir nimmst/nehmen kannst, so hoffe ich - dass du dich nicht dazu hinreissen lässt, irgendwelche Signale an deine Kids zu senden die nach ner Lösung aussehen (könnte). Auch das erschwert das Ganze, vor allem fürs Kind.


    Ich bin selbst ein fünftes Kind, für mich klingt das alles bei einer solchen Konstellation recht normal. Natürlich abgesehen von der etwas kühlen Art deiner Ex. Wobei ich mich frage, ist sie erst jetzt so unterkühlt Kindern gegenüber oder hast Du dieses Phänomen schon im Umgang mit eurem ersten Kind bemerkt?

    Und wenn man so manche Äußerung ... die Mutter:" sie würde sich für das Kind schämen" und weiter..als eben dieses Kind daraufhin weinte, gab der Stiefvater zum Besten: "sie müsste eigentlich noch viel mehr weinen, für solche Versäumnisse."

    Also wenn ich vom Alltag aufgebraucht, den x-ten verbalen Schlagabtausch hinter mir habe- ganz ehrlich...und dann kommt noch n dicker Klops....hoffe ich, dass keiner da ist der alles was ich sage... auf die Goldwaage legt. Wobei wir ja nicht dabei waren, vielleicht wurden Teile der Diskussion die eine solche Äußerung begünstigt hätte, weggelassen wurde.


    Die Äußerung zum Weinen des Kindes....klingt schrecklich...wenn ich mir jedoch vorstelle es war ein Weinen, geprägt von viel Theatralik....war es vielleicht hilfloser Sarkasmus wenn man mit seiner Kraft/Nerven am Ende ist.


    Und zum Thema zu wenig Aufmerksamkeit.... das liegt sicher in der Natur der Sache...bei Zeitweise 7 Kindern....:ohnmacht:


    Schenk den beiden( Ex und Partner) mal einen Ausgehabend- dann könnten sie Kraft schöpfen...Du betreust die Kinder-alle:nixwieweg

    ...und ein Kind mal ganz allein, wäre für die Ex sicher auch toll um so manche Schwierigkeit aus der Welt zu räumen....

  • Schenk den beiden( Ex und Partner) mal einen Ausgehabend- dann könnten sie Kraft schöpfen...Du betreust die Kinder-alle:nixwieweg

    ...und ein Kind mal ganz allein, wäre für die Ex sicher auch toll um so manche Schwierigkeit aus der Welt zu räumen....

    Ich betreue die 4 gemeinsamen Kinder an 100 Tagen im Jahr und zeitliche Engpässe der Eltern dort sind durchaus auch hausgemacht. Ich bin den beiden in der Vergangenheit da auch häufig entgegen gekommen, als die beiden z. B. zu einer Hochzeit oder Freunde/Verwandte besuchen wollten.
    Das Verhältnis zwischen der Mutter und mir ist auch nicht so schlecht, daß wir uns nicht über unsere Kinder austauschen könnten. Ich setze mich am Wochenende mit meiner Ex zusammen, denn zwischenzeitlich stellt sich mir das schon so dar, daß die Angelegenheit mehr Theatralik hat als einen konkreten Wunsch auf Abänderung der Verhältnisse. Offenbar möchte unsere Tochter nur ihre Komfortzone nicht verlassen und wir als Eltern müssen hier mal eine klare Ansage machen, daß wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen.

  • Bei aller Liebe zu deiner Tochter.....pass auf dich auf.

    Falls sich wirklich die Notwendigkeit ergibt, sie bei dir aufzunehmen, bedenke:

    Du hast nicht nur ein Kind. Sehr schnell könntest du weitere Wünsche wecken.

    Spätestens, wenn weiter Kinder mit diesem Wunsch kommen, stellt sich die Frage: Schaffst du das?