3. Klasse: Pausenentzug als Strafe?

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  • Hallo zusammen,


    Ich habe mal wieder eine Frage - gerne auch an die Lehrer unter uns :) .


    Die Mathelehrerin meiner Tochter hat eine "Zeittafel" eingeführt, auf der, je nachdem, wie laut die Kinder sind, Zeit von der Pause abgezwackt wird - bis dahin, dass die Kinder gar keine Pause mehr haben (und zwar nicht nur die "Ruhestöerer", sondern kollektiv die ganze Klasse). Klar soll es Konsequenzen haben, wenn die Kinder laut sind. Aber ist es nicht kontraproduktiv, ihnen die Pausen wegzunehmen? Da die Kinder schon eine viertel Stunde vor Schulbeginn ihre "Morgenarbeit" - auf den Stoff bezogene Aufgaben, die innerhalb einer Woche in eigener Zeiteinteilung vor der Schule zu machen sind - erledigen sollen und dann noch die 20 Minuten Pause fehlen, würde das heißen, dass die Kinder von 7.45 Uhr bis 11.20 Uhr durchgehend still und aufmerksam sein sollen - für 8-10 Jährige Kinder finde ich das ganz schön hart. Wäre eine andere Bestrafung (Nachsitzen, Nacharbeiten des Stoffes zu Hause o.ä.) da nicht sinnvoller?


    Außerdem gefällt mir die Tatsache nicht, dass alle Kinder gleichermaßen bestraft werden, ob sie nun leise waren oder nicht. Nochmal, wenn mein Kind etwas verbockt, muss sie dafür grade stehen. Aber ich finde, sie muss nicht darunter leiden, wenn andere sich nicht an die Regeln halten.


    LG, JayCee

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...

  • Ich kenne so etwas ähnliches von der Lehrerin meiner Tochter. Wenn es die Woche über in der Klasse zu laut ist, dann bekommen alle Kinder Extra-Hausaufgaben am Freitag auf (normalerweise gibt es da keine Hausaufgaben). Eine andere Möglichkeit, die sie wohl nutzt, ist eine Ampel, das betrifft dann wohl eher einzelne Schüler.


    Ich finde, in der 3. Klasse sollten Kinder durchaus in der Lage sein, sich selbst soweit zu regulieren, dass sie im Unterricht aufpassen und still genug sind, dass Unterricht überhaupt stattfinden kann. Wenn die Konsequenzen zudem vorher bekannt sind (z. B. keine Pause im Hof), dann finde ich das durchaus in Ordnung. Wenn die Konsequenzen so sind, dass es den Schülern nichts ausmacht, dann kann man es gleich bleiben lassen.


    Ich finde, es hat etwas mit Verantwortung für alle zu tun, wenn die Konsequenzen alle Schüler gleichermaßen betreffen. Man ist in der Klasse nicht nur ein Individuum, sondern ist Teil eines Klassenverbandes. Hat m. E. viel mit sozialer Kompetenz und Verantwortung zu tun. Wenn nicht in der Schule, wo sonst sollen die Kinder das lernen?

  • Ich halte von diesen Kollektivstrafen so gar nux.
    Mein Bursche Nr 1 sagte irgendwann "Mama was nützt es, wenn ich mich benehme, ich werde ja trotzdem bestraft."
    Schlaues Kind :love


    Sollen dann die anderen die Störer "erziehen" oder worin liegt der Sinn?


    Wenn das das Ziel sein soll, da wird Mobbing ja ein super Nährboden bereitet...


    Liebe Grüße


    Ute

  • Mein Bursche Nr 1 sagte irgendwann "Mama was nützt es, wenn ich mich benehme, ich werde ja trotzdem bestraft."
    Schlaues Kind


    Man kann sich aber, wenn man ein wirklich schlaues Kind ist, mit denen solidarisieren, welche keinen Lärm machen und versuchen, vielleicht über den Klassensprecher, eine Änderung herbeizuführen. Ich gebe Deinem Burschen aber recht: wenn jeder nur sein Ding macht, dann nützt es wenig, wenn er sich benimmt. Das heißt: mit einer Einschränkung - die Lehrerin wird schon bemerken, wer sich von den Schülern benimmt und wer nicht. Das wird sich dann in den Kopfnoten widerspiegeln.

  • Gott sei Dank gibt es derartige Strafen bei uns nicht. Von derartigen Kollektivstrafen halte ich nichts. Meine Kinder brauchen unbedingt die Hofpausen, um sich auszutoben, damit das Stillsitzen auch wieder funktioniert. Meine würden laut und hippelig werden, wenn man ihnen diese Flitzerminuten klaut. Pausenverbote werden bei uns für Schüler verhängt, die sich nicht benehmen können, unteranderem andere Kinder prügeln. Dann haben diese sich bei der Lehrkraft aufzuhalten.
    Ist es bei uns zu laut, gibt es Einzelplätze für die Ruhestörer ganz vorn und ganz hinten.

  • Man kann sich aber, wenn man ein wirklich schlaues Kind ist, mit denen solidarisieren, welche keinen Lärm machen und versuchen, vielleicht über den Klassensprecher, eine Änderung herbeizuführen.


    Natürlich hat mein Bursche. das nicht zum Anlass genommen , sich nicht mehr zu benehmen.Wie kommst Du auf die Idee das er ein Störer war?


    Er war es eben nicht und musste trotzdem Strafen aushalten ,weil.andere sich nicht benehmen konnten


    Es hat übrigens nicht einen Störer davon abgehalten weiter Blödsinn
    zu bauen.
    Was ne Macht ich bau Mist und alle mussen leiden
    ..


    Liebe Grüße


    Ute

  • Wie kommst Du auf die Idee das er ein Störer war?


    Gar nicht, im Gegenteil. Aber gut, die Botschaft entsteht beim Empfänger, und ich gestehe, dass ich im Nachhinein vielleicht das kleine Wörtchen "auch" vergessen hatte.


    Immer wieder interessant, was alles so hineingedeutet wird.


    Es hat übrigens nicht einen Störer davon abgehalten weiter Blödsinn zu bauen.


    Schade. Dann sollte die Lehrerin sich überlegen, ob ihre Konsequenzen auch das Potenzial haben, dass es zu mehr Ruhe im Unterricht kommt.

  • ....was sind das denn für Methoden.., geht gar nicht :cursing: , Kollektivstrafen sind nicht zulässig. Zudem macht es dann eher Sinn, die Störer mal 5 Minuten um den Schulhof rennen zu lassen. Es gibt genügend Kinder, die einen erhöhten Bewegungsdrang haben und das dann in der Klase als " unruhige Geister" ausleben. Das sollte der Kollegin aber auffallen, weil es meistens dieselben Kinder sind, die hier auffällig sind.


    Hier gilt es mit den Erziehungsberechtigten eine sinnvolle Regelung zu finden. Kinder brauchen Pausen und Bewegung, gerade in der Grundschule. Wenn die Srörungen nur sporadisch und von unterschiedlichen Kindern auftreten, sollte man sich geeignete Einzelmaßnahmen überlegen. Eine Lärmampel kann bei größeren Klassen durchaus Sinn machen, da sich Kinder über den herrschenden Lärmpegel keine Gedanken machen....


    LG Mike

  • Lt. Abschnitt XIV Art. 86 des Bayerischen Schulgesetzes sind Kollektivstrafen nicht erlaubt, auch der Pausenentzug ist nicht erlaubt.


    Daher würde ich mit der Lehrerin oder der Klassenlehrerin sprechen, damit dieses nicht mehr stattfindet. Gerade Grundschulkinder sollten sich in der Pause austoben, sonst werden die ihre Energie ja nie los...


    Edit: Ich schaue immer zuerst im Schulgesetz nach, damit ich auch entsprechende Argumente habe, wenn der Lehrer stur ist.

    Im Forum gängige Abkürzungen:
    ABR: Aufenthaltsbestimmungsrecht (kann sich auf das alleinige ABR beziehen) / ASR: Alleiniges Sorgerecht / GSR: Gemeinsames Sorgerecht / SR: Sorgerecht
    BU: Begleiteter Umgang oder Betreuungsunterhalt / KU: Kindesunterhalt / UHV: Unterhaltsvorschuss / WM: Wechselmodell / BET: Betreuungselternteil / UET: Umgangselternteil
    TE bzw. TS: Threadersteller bzw. Themenstarter / JA: Jugendamt
    KV: Kindsvater / KM: Kindsmutter / ET: Elternteil / GE: Großeltern

    Einmal editiert, zuletzt von Haselmaus ()

  • Lt. Abschnitt XIV Art. 86 des Bayerischen Schulgesetzes sind Kollektivstrafen nicht erlaubt, auch der Pausenentzug ist nicht erlaubt.


    Daher würde ich mit der Lehrerin oder der Klassenlehrerin sprechen, damit dieses nicht mehr stattfindet.


    Und falls die Lehrerin sich sturstellt, würde ich mit der Schulleitung sprechen. War mir nicht bewusst, dass Kollektivstrafen in Bayern nicht zulässig sind, aber dann ist der Fall ja klar. Dann muss sich die Lehrerin auf jeden Fall etwas anderes einfallen lassen.

  • Meine Tochter ist in der dritten Klasse, und sie haben zu Schuljahresbeginn eine neue Mathelehrerin bekommen, wohl frisch von der Uni. Auch sie setzt auf Kollektivstrafen. Sie malen zu Anfang der Stunde 5 Sterne an die Tafel. Sobald jemand stört wird ein Stern weggewischt. Sind alle Sterne weg, bekommen alle doppelte Hausaufgaben auf. Ich finde nicht das dies zur Stärkung des Klassenverbandes beiträgt. Gerade die Störer spornt das nioch an, so nach dem Motto negative Aufmerksamkeit ist auch Aufmerksamkeit und die anderen sind halt die Mitleidtragenden.
    Vorher war es das Lieblingsfach meiner Tochter, jetzt leider nicht mehr. Da muss sie ein Stück weit durch aber ich fände es natürlich super wenn sie weiterhin mit Freude am Lernen dabei ist.
    Die Lehrerein hat auch solche Anwandlungen, das sie morgens rein kommt und die Klasse gleich anpfeift das sie schlechte Laune hätte und dann auch entsprechend agiert. Ganz ehrlich, wenn ich so einen Kolegen hätte der ständig raushängen lässt das er schlecht gelaunt ist und dies mich aiuch spüren lassen würde, den würde ich mal beiseite nehnen und ihm sagen er soll sich zusammen reißen.
    Ich schau mir das dieses Halbjahr noch an und wenn es eher schlechter als besser wird werde ich auch das Gespräch einmal suchen.

  • An einer Schule meiner Kids gab es genau so eine Kollektivstrafe. Pausenentzug für die ganze Klasse, weil eine kleine Gruppe den Unterricht gesprengt hatte. Auf Protest der Viertklässler hat die Lehrerin erklärt, die Schüler sollten untereinander klären und dafür sorgen, dass Ruhe im Klassenzimmer ist. "Mitgefangen, mitgehangen." Das wäre soziale Gruppenverantwortung.


    Das hat die Mehrheit in der Klasse anscheinend verstanden. Bei der nächsten Störung und dem Überhören der Bitten um Ruhe durch Mitschüler ist wohl der Klassensprecher aufgestanden und hat dem lautesten Störer ordentlich eine getachelt. (Ob Blut aus der Nase geflossen ist oder "nur" ein fetter blauer Fleck den Wangenknochen zierte, darüber streiten die Gerüchteköche bis heute.) Lehrerin hat darauf einen Verweis für den Klassensprecher beantragt und die Sache kam vor den Schulausschuss. Rektorin, Lehrervertreter, Elternvertreter und am Ende Vertreter des Schulamtes haben insgesamt drei Verhandlungsrunden gehabt. Am Ende hat das Schulamt die Sache abgebrochen, nachdem ein Elternvertreter, seines Zeichens Präsident des hiesigen Landgerichts, einige Rechtsaspekte auf dem Hintergrund von Ursache und Wirkung und Verantwortlichkeit aufgeführt hatte und drohte, diese Sache strafrechtlich und ggfls. zivilrechtlich klären zu lassen. Die Lehrkraft bekam eine Abmahnung. Der Rektorin ist (laut Hörensagen) der Antrag auf eine Versetzung nahegelegt worden. Auch im hiesigen Bundesland ist, übrigens wie durch das Grundgesetz intendiert, eine Kollektivstrafe ausdrücklich verboten.


    Im ersten Semester auf Lehramt studierender Nachwuchs findet das übrigens Banane: "Boah, da muss man ja jedem Schüler seine Störung nachweisen und sein spezielles Strafsüppchen kochen. Das ist aber Mist." Ja ... Aber er hat es bereits im 1. Semester gelernt ...

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.


  • Man kann sich aber, wenn man ein wirklich schlaues Kind ist, mit denen solidarisieren, welche keinen Lärm machen und versuchen, vielleicht über den Klassensprecher, eine Änderung herbeizuführen.


    Diese Art von "Schläue" ist oft nicht mal Erwachsenen gegeben. Ich verzichte jetzt auf Beispiele aus der Arbeitswelt, aber Urlaubs-, Dienstpläne wo einzelne immer wieder rumeiern, wäre so ein Stichwort. Und mindestens genauso schmerzlich, wie gekappte Pausen. Die ich btw. für absolut kontraproduktiv halte.

  • Ich finde, wenn die Lehrerin noch einmal so einen unpädagogischen Mist verzapft, sollte sie eine Woche ohne Pause arbeiten. :radab:bldgt:

    Werden Hummeln von anderen Insekten gemobbt, weil sie dick sind?


    Ich gönne mir das Gefühl, durchgehalten zu haben.

  • Scheinheiliger Scheiß.



    ich möchte mal die Eltern hier sehen, wenn Kind A und Kind B sich streiten und was kaputt machen, beide davon kommen lässt, weil man niemanden etwas nachweisen kann.



    Ich kann auch richtig gut verstehen, warum niemand mehr Lehrer werden will, nur die Eltern haben ja die Weisheit mit Löffeln gefressen und wissen alles besser und können auf Befehl irgendwelche Gesetzestexte runterbeten.

    Seit ich nicht mehr rauche höre ich nur noch Musik von Menschen die nicht rauchen und siehe da: mein Plattenschrank ist leer.
    Ich lese nur noch Bücher von Menschen die nicht rauchen. Eigentlich nur Kafka, denn der hatte TBC.

  • War mir nicht bewusst, dass Kollektivstrafen in Bayern nicht zulässig sind


    Die waren schon vor 50 Jahren nicht zulässig, dennoch gab es sie.


    Meist aber mussten "Störer" arbeiten, nachmittags Pausenhof kehren, morgens früher kommen und Schneeräumen, Kaugummis von den Bänken kratzen, Heizkörper waschen usw. Da würden heutige Eltern auch gleich auf der Matte stehen, von wegen Kinderarbeit und so und zudem kein Bezug zum Fehlverhalten.


    Was dürfen Lehrer heute noch?

  • Tomtomsen, ich blick das gerade nicht: Was haben deine Ausführungen mit dem Threadthema zu tun? Kannst du (mir) da mal eine Verbindung herstellen?

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Tomtomsen, ich blick das gerade nicht: Was haben deine Ausführungen mit dem Threadthema zu tun? Kannst du (mir) da mal eine Verbindung herstellen?

    nein, ich halte den homo sapiens per se für intelligent genug Zusammenhänge selbst zu erkennen, auch ohne genutzte Zitierfunktion.

    Seit ich nicht mehr rauche höre ich nur noch Musik von Menschen die nicht rauchen und siehe da: mein Plattenschrank ist leer.
    Ich lese nur noch Bücher von Menschen die nicht rauchen. Eigentlich nur Kafka, denn der hatte TBC.