Hallo zusammen,
ich weiss, dass dies hier mehrfach angesprochen wurde aber ich bin mir nicht sicher ob die Informationen auf unseren Fall zutreffen.
Vater hat dieses Jahr die Kinder zusätzlich zum normalen Umgang (alle 14 Tage Wochenende, plus 1 Nachmittag die Woche), die Kinder an weiteren sechs Wochen durchgängig gehabt. Nun behauptet er, dass er die Kinder 171 Tage im Jahr gesehen hat und zählt aber auch die Zeit hinein, wenn er hier spontan vorbei schaut, sich auf die Terrasse setzt und Kaffee trinkt. Kann er das?
Momentan ist es so, dass ich vollen KU erhalte und alle Kosten der Kinder trage. Er behauptet jetzt, dass er wenige Tage davon entfernt sei, den Kindesunterhalt einzustellen. Er meint wahrscheinlich eine Abänderungsklage.
Ich will kein Wechselmodell, da der Umgang unter uns Eltern immer wieder konfliktbeladen ist. Die Kinder werden seinerseits mit Elternthemen belastet und ich stehe stumm daneben um es den Kindern einfacher zu machen - irgendwie auch in der Hoffnung, dass es sich mal wieder beruhigt.
Seine Freundin /Lebensgefährtin und auch er sagen (!) den Kindern, dass ich keine gute Mutter bin, besprechen das Thema Unterhalt mit den Kindern, sagen den Kindern, dass sie mich auf Unterhaltsabänderung verklagen möchten (so Sohnemann), letzte Woche waren beide Kinder zur Pyjamaparty eingeladen und es war mein Wochenende. Den Kindern wurde gesagt, dass ich wohl versuche die Kinder mal wieder abzuschieben. Wenn er mich anruft, stellt er das Telefon auf laut, lässt seine Lebensgefährtin mithören und macht mich vor versammelter Runde rund. Netterweise wusste ich lange nicht, dass die Kinder und Lebensgefährtin zuhören, während er wütend ist. Normalerweise lege ich dann mit den Worten auf, dass wir gerne sprechen können, wenn er sich beruhigt hat.
Egal wer nun die "richtige" Perspektive hat - die Kinder leiden und weinen bei mir. Sie sind verwirrt. Ist die Mama nun eine böse Mama oder nicht (Tochter). Sohnemann ist da schon differenzierter aber da der Papa auch viel vor ihnen weint, fühlen sie, dass sie ihn beschützen müssen.
Warum also wieder diese Konfliktsituation? Wir hatten ein Elterngespräch in der Schule und es war ihm mit zwei Wochen Vorlauf nicht möglich den Termin wahrzunehmen und trotzdem wir versuchten einen anderen Termin zu finden, war es seines der Lehrerin und ihm nicht möglich und ich ging alleine (wie übrigens IMMER) und ich schickte ihm danach eine Gesprächszusammenfassung (wie immer). Nur so kann ich mir diese unnötige Situation erklären. Und zweitens muss ja etwas in ihm und seiner Lebensgefährtin brodeln. Der Vorwurf ich sei egoistisch und die Kinder wären mir egal begleiten mich seit 6 Jahren. Wenn ich ihn bitte, spezifisch zu sagen, was ich besser machen sollte gibt es keine Antwort. Er kann/will nicht konkret werden. Er hat einfach das Gefühl, dass ich ein schlechter Mensch bin und seine Kinder schlecht behandeln würde aber kann es nicht konkretisieren. Ich wäre ja bereit zu lernen, wenn ich nur wüsste was er mir sagen will?
So nun zu meiner Frage: Wenn er also nun vor Gericht geht, was er ja androht, was habe ich da zu erwarten? Ich bin in seine Nachbarschaft umgezogen, betreue aus meiner Sicht die Kinder zu 70% alleine (minus die sechs Wochen an denen er die Kinder 24/7 hatte), habe mein Forschungssemester erst einmal um 12 Monate verschoben, habe meine Selbständigkeit aufgeben (mehr Zeit mit den Kindern). Ich bringe die Kinder jeden Morgen alleine zur Schule und hole sie 4x die Woche ab (minus Umgangstag sonst wären es 5). Ich habe sie jedes zweite Wochenende - es ist also die klassische Situation. Unterschied ist lediglich, dass ich in den USA bin wenn die Kinder die Ferien beim Papa verbringen und meistens 2-3 Tage vor dieser Phase und danach ebenfalls. Ich ziehe die Ferien also in die Länge. Ich gehe seit 11 Jahren alleine zum Kinderarzt, nehme die Kindertermine alle war, gehe alleine zu den Elternabenden, Weihnachtsfeier hat er bisher 2 mal geschafft. Ich will damit sagen, dass ich die Alltagssorge zu 95% alleine ausfülle. Er beruft sich auf ein Fest, an dem seine Lebensgefährtin alleine teilnahm weil ich Vorlesungen hatte. Und sagt ich solle ihr dankbar sein - es war allerdings sein Umgangsnachmittag an dem ich immer besonders lange arbeite. Ich sehe also nicht, was ich hätte anders machen sollen ausser die Vorlesungen kurzfristig absagen. Und das geht nicht.
Dazu möchte ich sagen dass er seinen Umgang nicht vollständig wahrnimmt. Oftmals ist er an den Wochenenden oder am Umgangsnachmittag selbst nicht vor Ort sondern seine Lebensgefährtin oder Mutter passt auf die Kinder auf. Ich will damit sagen, dass er das Wechselmodell alleine gar nicht leben könnte. Und seine Lebensgefährtin ist noch anderweitig verheiratet... was passiert also, wenn sie sich trennen? Dann würde das Wechselmodell sofort ins Wasser fallen. Seine Mutter lebt im Ausland und fliegt an bestimmten Terminen ein. Das ist ja auch nicht verlässlich, zumal sie sehr alt ist.
Wie sieht ein Familiengericht diese Situation: Ich vermute, dass mir das Wechselmodell nicht aufgezwungen werden kann? (Ich hätte bei einer konfliktfreien Situation übrigens nichts dagegen). Kann mir der Kindesunterhalt entzogen werden obwohl er gut zweifach von dem verdient was ich verdiene? Ich zahle alle Rechnungen der Kinder. Ich unterstütze meinen Ehemann finanziell und arbeite weniger. Wenn jetzt der Kindesunterhalt wegfällt, dann komme ich finanziell ins trudeln. Wie berechnet das Gericht die Tage mit dem Vater. Wenn der Vater also kurz zum Kaffeetrinken vorbei kommt, kann er das als "Umgangstag" vor Gericht angeben? Denn nur so kommt er auf seine angeblich 170 Tage.
Wie sieht es für mich aus? Kann ich dies geflissentlich ignorieren oder hat er etwas in der Hand? Ich habe das Gefühl, dass ich das durchaus alles alleine schaffe und er seinen Umgang nur wahrnimmt, weil seine Freundin die Kinder am Umgangsnachmittag abholt. (Er kommt um 19:00 Uhr nach Hause - da ist der Nachmittag eigentlich vorbei)...
PS: In den letzten 18 Monaten musste ich mit Anwalt die Reisegenehmigung USA einfordern und er hat die Kinder an seinen Wohnort umgemeldet ohne mich zu informieren und es war schwierig das wieder rückgängig zu machen. Ich möchte wirklich, dass wir miteinander gemeinsam die Kinder betreuen aber selbst mein Umzug zu ihm hat alles noch schlimmer gemacht. Zu den Kindern sagte er, dass ich nur umgezogen sei, damit ich die Kinder öfters zu ihm abschieben könnte. Ich habe es probiert. Meine Intention war gut aber es klappt einfach nicht. Was nun? Sorgerechtverfahren und Umzug in die USA? Das kann es ja eigentlich auch nicht sein, oder?