Müde und machtlos

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  • Hallo Zusammen,


    nachdem ich nun schon eine Ewigkeit nicht mehr hier im Forum war, habe ich mir heute einmal die letzten Beiträge durchgelesen... und, ich merke ich bin verdammt müde. Immer und immer wieder die gleichen Themen, immer wieder die gleichen Herausforderungen, immer wieder der Kampf als alleinerziehende/ r sein Leben und das der Kinder so gut wie möglich hin zu bekommen.
    ll
    Ich bin nun seit 6 Jahren alleinerziehend. Habe eine harte Trennung hinter mir, eine noch härtere Scheidung, habe einmal mein Leben zerbrechen sehen und es wieder aufgebaut. Heute ist meine Maus 8 Jahre alt und ich denke wir haben uns recht gut in unser Leben eingegrooved. Aber ruhig, wird es wirklich nie. Als letztes hatte ich einen recht coolen 30 Stunden Job, bis ich betriebsbedingt gekündigt wurde vor 2 Monaten. Ich hatte das Gefühl endlich angekommen zu sein. Mit der Tochter hat alles geklappt, der Job war in Ordnung und ich habe alles gut unter einen Hut bekommen.
    Nun bin ich wieder auf Jobsuche... und ich hätte jetzt die Möglichkeit einen Job anzunehmen, jedoch Vollzeit 40 Stunden. Der Job ist kacke bezahlt (über Hartz 4 würde ich 200 Euro weniger bekommen, wo ist die Logik) und ich hätte so gar keine Zeit mehr für die Tochter. Das macht mich traurig. Wenn ich mich mit anderen Muttis unterhalte werde ich neidisch. Die gehen viel weniger arbeiten und haben so viel mehr die Möglichkeit dazu ihre Kinder auf dem Weg zu begleiten. Ich muss mich entscheiden- entweder Zeit für meine Maus und dafür dass Daheim alles gut läuft oder arbeiten gehen, und hoffen dass irgendwie schon alles hinhauen wird. Mein Bauchgefühl ist nicht das beste und ich bin sehr traurig darüber und fühle mich in der Situation machtlos.


    Es war nie mein Wusch von Hartz 4 leben zu müssen und es war nie mein Wunsch mein Kind nicht beim aufwachsen erleben zu können. Deshalb finde ich kaum eine Entscheidung.
    Der Arbeitsvertrag liegt gerade vor meiner Nase und ich würde ihn am liebsten zerreissen.


    Das Ganze macht mich einfach nur müde und traurig, dass immer wieder irgendwas kommt was mir das Leben schwer macht.

  • Einen Job bei dem ich nur 200 Euro mehr bekomme als mit Hartz4 und das bei Vollzeit würde ich nicht machen. Du fragst dich ganz richtig "wo ist da die Logig". Schau dich weiter um nach einem Job, der besser bezahlt wird.

    Glaube an Wunder, Liebe und Glück. Schau nach vorn und nicht zurück. Tu was du willst, und steh dazu, denn dein Leben lebst nur Du.
    (altes Sprichwort)


    Es ist viel dunkler, wenn ein Stern erlischt als es sein würde, wenn er nie erstrahlt hätte (In Trauer und in Erinnerung an meinen Kater Otto)

  • Ob der "erstbeste Job" wirklich der beste Job ist, darüber kann und sollte man sicherlich nachdenken.


    Was ich aber in meiner AE-Zeit gelernt habe: Job und Kind(er) sind nicht einfach unter einen Hut zu bekommen. Aber Kids zu begleiten und aufwachsen zu sehen und ihnen "Vorbild" in bestimmten Dingen zu sein, geht nicht unbedingt besser, wenn man keinen Job hat. Und: das eigene Glück sollte man keinesfalls an die Kinder hängen. Die werden von Jahr zu Jahr unabhängiger vom Elter und müssen sich auch lösen. Weder danken es die Kinder einem, wenn man sie mit beständiger Anwesenheit "beglückt" spätestens ab der Pubertät, noch ist es gut für sie (gerade auch, wenn man als Elter "nur" auf die Kids fixiert ist).

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Der Arbeitsvertrag liegt gerade vor meiner Nase und ich würde ihn am liebsten zerreissen.


    Damit hast Du Dich doch entschieden... ;) Hör´ auf Deinen Bauch.

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Es war nie mein Wusch von Hartz 4 leben zu müssen und es war nie mein Wunsch mein Kind nicht beim aufwachsen erleben zu können. Deshalb finde ich kaum eine Entscheidung.
    Der Arbeitsvertrag liegt gerade vor meiner Nase und ich würde ihn am liebsten zerreissen.


    Hallo liebe Bien-i,


    jetzt braucht dein Kind dich, später auch , aber anders......Suche weiter, bist es paßt.....oder rede mit AG über deine Gehaltsvorstellung......


    Kopf hoch ! :)

  • Hallo,


    ich würd auch sagen: du hast dir die Antwort doch schon selbst gegeben: Zerreiss den Arbeitsvertrag!
    Da du betriebsbedingt gekündigt worden bist, müsstest du doch im ALG1 sein und nicht im ALG2 wo du unter enormen Druck stehen würdest den Job annehmen zu müssen.


    Such weiter, für so wenig Geld sind die 40 Stunden nicht wert.


    Und wenn du erstmal nur nen Minijob annimmst oder Teilzeit, vielleicht nicht in deiner Branche (mag sein, das dein Arbeitsmarkt nicht einfach ist?!) und dann erstmal aufstockende Leistungen erhälst...


    Aber etwas zu machen was einfach nicht passt, passt halt nicht.


    Ja und übrigens glaube ich geht es doch den Meisten unter uns so, das wir gerne stressfreie und mehr Zeit mit den Kindern verbringen würden. AE zu sein ist was das angeht echt kacke...es fehlt ein zweites Gehalt und/oder ein zweites betreuendes Elternteil mit dem man auch Jobtechnisch sich gegenseitig entlasten könnte.


    Ich sehe auch so viele Familien wo es funktioniert, beide arbeiten und die Kids kommen nicht zu kurz...


    Such weiter!

    Träume nicht dein Leben - lebe deinen Traum! :)

  • Höre auf dein Bauch sag ich auch :thumbup::thumbup:


    Zu volleybap.
    Geb ich recht:
    Hab meine Nachbarin die ist 51& Sohn 19.
    Auch Langzeitarbeitslos.
    Wollte immer für ihren Sohn da sein& hat mich mit ihrer "Besserwissereri" belehrt, dass sie immer für ihren Sohn da war etcpp.
    Mein Selbstwert war zu dem Zeitpunkt völlig unterirdisch. Da ich eh schon ein schlechtes Gewissen hatte. Nun nach 3 Jahren stellte sich heraus, wie schwer es für sie ist, kaum Geld zu haben, Stress mit Behörden u Kv.


    Nun sagte sie mir wie traurig sie ist, da sie ihrem Söhnchen kaum was geben kann& klammert sich sehr an den Jungen.


    Ich musste leider schon nach 14 Monaten Elternzeit arbeiten. Zwar 450€ aber Step für Step immer mehr.
    Nun 25 Std und überlege in 1-2 Jahren auf 30 Std.
    Kind wird grösser & die Zeit die wir haben nutzen wir gut.


    Kann verstehen das die 40 Std hart werden:((( Überleg dir es gut..ich würd die Stelle annehmen& zeitgleich abends weiter nach Jobs suchen.. Da bekommt man schneller einen Job, als wenn man keinen Job hat, als wenn man zwingend sucht.
    Keine Ahnung wieso, man scheint iwie lockerer..


    Viel Glück
    Deiner Tochter würd ich es erklären warum du nun weniger zeit hast& dann würd ich ihr sagen dass sie sich an den freien Tagen was schönes aussuchen darf, was ihr zusammen erlebt:-) nur Mama& Tochter Tag:) Handy aus :)

    Einmal editiert, zuletzt von Emiha17 ()

  • Unterschreib da nicht, du wirst auch was besseres finden, auch wenn es vielleicht noch etwas dauert.


    Macht euch morgen einen schönen Tag und gratulier deiner kleinen Maus von uns zum Geburtstag!!!

    Oh Gott, wurde bei euch eingebrochen? :|
    Ich habe 2 Kinder, das muß so aussehen :S

  • ein paar Gedanken hinzu:
    - aus einer Anstellung ist es viel einfacher einen Job zu bekommen/finden
    - mir persönlich ging es ohne Arbeit sehr schlecht. ich fühlte mich irgendwie nur halb....nicht vollwertig
    - meine Kinder sagen mir immer dass es nun besser ist...obwohl ich weniger Zeit habe. ich arbeite seit 2 Jahren 40 Stunden plus 1,5 Stunden Fahrt täglich. Der Jüngste war damals 9
    - die innere Einstellung ist entscheidend. ob man es will oder nicht. Qualitative Zeit.


    ich liebe mein Leben mit meinem Vollzeitjob
    :rotwerd
    für andere bin ich eine Rabenmutter


    jeder muss da seinen eigenen Weg finden

  • Vielen Dank für eure Gedanken.


    @ Marc- danke, es ist 02.39 und ich backe gerade Kuchen für Töchterchens Geburtstag morgen :lach


    Heute habe ich den ALG 2 Antrag ausgefüllt...und mich völlig nackig machen müssen. Doofes Gefühl ehrlich gesagt, das Gute: es gibt nichts mehr was man mir wohl noch nehmen könnte, ich bin völlig pleite :flenn
    Der Arbeitsvertrag liegt hier immer noch, so richtig zu einer Entscheidung finde ich leider nicht, da beide Optionen völlig be...... sind :wand



    Mir war es seither immer sehr wichtig berufstätig zu sein, für mich, für Töchterchen als Vorbild, das Gefühl eigenes Geld durch Leistung zu erhalten war mir immer wichtig. Aber die Überlegung ist eben, ob es Sinn macht etwas zu machen was im Moment nur sehr schwer mit meinem Familienleben zu vereinbaren ist und finanziell auch nicht viel bei rum kommt ?-(

    Bis Ende der Woche sollte ich zu einer Entscheidung finden, sonst ist der Job eh weg.

  • Hallo,



    klar sind die Bedingungen für den Job nicht so prickelnd, aber wäre es vielleicht eine Möglichkeit "erst mal" damit wieder anzufangen und nebenbei weiter zu schauen. So im Job hat man vielleicht dann ja auch neue Kontakte aus denen sich was ergeben kann, je nachdem in welcher Branche du arbeitest.


    Klar ist Vollzeit mit Kind dann nicht mehr wirklich Luft für mehr, aber wenn du es als Interimslösung siehst und dich aus dem Job heraus neu bewirbst, dann eventuell doch schneller eine besser Lösung bekommst.


    Also nur als Idee... Wenn es für dich so natürlich gar nicht machbar ist, dann musst du den Job ziehen lassen und guckst weiter.


    Die Idee das Gehalt zumindest nochmal zu verhandeln finde ich auch nicht schlecht und eventuell hat sich das Angebot dann von selbst erledigt.


    Ich drücke dir fest die Daumen, dass du schnell wieder einen passenden Job findest!


    Liebe Grüße


  • Ich hab mir deinen ersten Beitrag nochmal durch gelesen, du bist doch erst vor 2 Monaten gekündigt worden und hast jetzt schon die Option wieder einen Job zu haben...ich denke bei einer für Deutschland als allein Erziehenden arbeitssuchenenden Person hast du sehr schnell eine neue Arbeitsmöglichkeit gefunden.
    Vermutlich hast du woanders auch Chancen.
    Du musst das abwägen, natürlich macht es immer mehr Sinn sich aus einer Anstellung heraus zu bewerben.
    ABER wirst du dazu die Kraft haben bei einer Vollzeitstelle und der Betreuung deiner Tochter?
    Wenn nicht - zerreissen!

    Träume nicht dein Leben - lebe deinen Traum! :)

  • Hallo,


    ich finde auch, Du solltest nicht so schnell aufgeben und weitersuchen.
    Die Zeit mit Deiner Tochter ist wichtig und bei 40 Stunden wird es eng.
    Dann sollte wenigstens ein ordentliches Gehalt bei rausspringen.
    Und das ist bei dem Vertrag nicht gegeben.


    Nachverhandeln und anfangen kannst Du auch, und dann weitersuchen.
    Eine Nacht drüber schlafen und dann entscheiden.
    Falls Du anfängst, sag es dem AG, dass das Gehalt viel zu wenig ist.


    Ich drücke die Daumen, dass bald ein beserer Job für Dich kommt.


    Liebe Grüße
    Lale

    :sonne :sonne :sonne :sonne :sonne

  • Für mich persönlich wäre eher die Frage, ob der Job toll ist- weniger, wie viel Geld man dabei verdient...
    etwas, wo man jeden Tag gerne hingeht, und was man gerne macht- das ist für mich persönlich wirklich wichtig :daumen


    Für mich wäre VzMami mit einem Kind (und auch mit zweien ;-) ) absolut nicht vorstellbar- ich liebe meine Kids-
    aber, ich brauche auch meinen Job :frag
    da zieh ich beidseitig die Energie, die ich jeweils für das Andere benötige...


    Wenn Du also unabhängig von der Bezahlung Bock auf den Job hast, dann mach ihn :daumen


    wenn Du eigentlich eh lieber Vz zu Hause wärst, dann mach das :blume


    Es gibt kein Besser, oder Schlechter- nur den für Dich persönlich richtigen Weg ;-)


    Einen Job "nur" des Geldes wegen zu machen, macht nicht glücklich-
    zu Hause bei dem Kind zu sein, weil man keinen Job findet, der Spass macht, auch nicht :-(

    Lieber Gruss


    Luchsie


    Dein Denken kann aus der Hölle einen Himmel und aus dem Himmel eine Hölle machen.


    Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug. (Epikur)

  • Luchsie du sprichst mir aus der Seele. Ich war ein halbes Jahr arbeitslos, lebte von ALG 1 und habe aufgestockt nach meiner Trennung. Ich fand das schrecklich. Ich bekam aufgrund meines Alters und AE mit "kleinem" Kind nur Absagen. Außerdem war ich lange aus meinem erlernten Beruf raus. Dann bekam ich die Chance auf einen Job... Ich war zerrissen, 35 Stunden obwohl ich max. nur 25 gehen wollte wegen der Tochter. Das Gehalt nicht rosig und weniger als ich mit ALG 1 und Aufstockung hatte, nicht viel weniger aber trotzdem. Ich wusste, es war "mein" Job, trotz vieler Zugeständisse (Geld, weniger Zeit mit Kind). ich habe zugegriffen..... und bin froh es getan zu haben..... Für mich war es ein 6er im Lotto... meine Motte kann ich mit zur Arbeit nehmen wenn es betreuungsmäßig nicht anders klappt. Nun bin ich schon ein Jahr dort, wir kommen über die Runden und ich kann mich aus dieser Position bewerben, das kommt immer besser als aus der Arbeitslosigkeit heraus zu bewerben.

    Purzelchen


    Seelenstärke ist die Fähigkeit, Nein zu sagen, wenn die Welt JA hören will.