Wir und unsere Monster - Geschichten über Depression

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  • Hallo ihr Lieben,


    ich lese hier immer wieder von mehr oder weniger ausgeprägten Depressionen und weiß aus eigener Erfahrung, dass man sich damit meist sehr allein fühlt.
    Als Alleinerziehende haben viele von uns einen höheren allgemeinen Stresslevel, viele haben zudem keinen Prtner, der einen einfach mal in den Arm nimmt und zuhört, wir können auch nicht einfach mal schwach sein und uns einen gepflegten Durchhänger leisten, wir müssen immer stark sein und funktionieren. Das kostet viel Kraft und erhöht meiner Meinung nach auch die Anfälligkeit für Depressionen und ihre Vorstufen wie Erschöpfungszustände und Burnout (je nach Veranlagung).
    Eine Seite für Erfahrungsaustausch wäre doch vielleicht gut? Ein Platz für kleine Geschichten rund um das Thema.
    Geschichten, in denen man sich wiederfinden kann, Geschichten, die Mut machen, oder auch Geschichten, die dieses schwere Thema mal mit etwas Humor angehen - für diejenigen, die gerade in ihrem dunklen Loch hocken, für diejenigen, die wieder heraus gefunden haben, und vielleicht auch für diejenigen, die sich gar nicht vorstellen können, wie man sich damit fühlt, aber einen Angehörigen oder Freund mit dem Problem haben.
    Und natürlich als Anregung, die eigene Geschichte mal in Worte zu fassen und aufzuschreiben, dabei vielleicht auch eine ungewohnte Perspekive einzunehmen, denn das tut gut und hilft manchmal auch beim Verarbeiten und Loslassen der unangenehmen Erfahrung.
    Wie sehen eure "Monster" aus? Wie habt ihr sie gezähmt, besiegt, verjagt?
    Ich mach mal den Anfang mit einer Geschichte.




    Kellermonster 18.2.2016



    Etwas muss aus einem tiefen Kellerloch nach oben in mein Wohnzimmer gekrochen sein, denn da hockt es jetzt und starrt mich an.
    Tagelang. Es verschwindet nicht.
    Ich will die ersten Tage lieber nicht genauer hinsehen, denn ES ist hässlich, auch flüchtig aus dem Augenwinkel betrachtet, und seine Anwesenheit ist zutiefst beunruhigend. Etwas daran ist mir aber vertraut, so verdammt vertraut... Und doch ist es diesmal irgendwie anders.
    Schließlich kratze ich meinen Mutzusammen und sehe dem Ungeheuer direkt in die Augen.
    Eine heiße und zugleich eiskalte Welle der Angst überrollt mich als ich erkenne, wen ich vor mir habe.
    Geahnt habe ich es, natürlich, nur sehen wollte ich es nicht.
    Jetzt hilft aber kein Ignorieren mehr.
    „Du schon wieder? Ich habe dich seitcdrei Jahren nicht hier oben gesehen, was machst du hier?“
    Es starrt mich an und wartet.
    „Und außerdem bist du sonst immer im Herbst gekommen, was willst du also jetzt von mir? Hast du dich im Datum geirrt? Es ist Winter!
    Also zieh Leine! Verkriech dich wieder dahin, wo du hergekommen bist!“
    Ziemlich große Klappe, ja, aber nur in Gedanken. In Wirklichkeit schrumpfe ich unter dem finsteren Blick zu einem jämmerlichen Häufchen Elend zusammen.
    Es starrt mich an.
    Es folgt mir ins Bad und auch ins Schlafzimmer. Ich muss zähneknirschend hinnehmen, dass es sich nachts neben meinem Bett postiert und mich beobachtet. Und mir düstere Gedanken einflüstert. Gedanken wie: Du kriegst nichts aufdie Reihe, weißt du ja selbst, stimmt's? Was ist mit all deinen Ideen und Plänen? Du hängst faul rum, machst nur das Nötigste. Ist das wirklich das Leben, das du führen willst?
    Und es wird immer so weiter gehen. Du wirst älter und noch müder, du wirst dich nie wieder aufraffen können für die Sachen, die dir früher Spaß gemacht haben. Du bist einsam. Deine Schuld, du vernachlässigst ja sogar die paar Leute, die dich mögen. Du wirst irgendwann enden wie deine alte, krebskranke Nachbarin, allein in deinem Haus gefangen.
    Niemand wird kommen und für dich da sein. So sieht's aus.


    Eine Zukunftsperspektive entrollt sich vor meinem inneren Auge, die mich augenblicklich verzagen lässt.
    Ich fühle mich dem Leben da draußen nicht mehr gewachsen. Ich bin zu müde, zu schwach.
    Und was könnte ich schon daran ändern...?
    Nichts. Denn ich habe nicht die Kraft, etwas zu ändern.


    Und so arrangiere ich mich gezwungenermaßen mit meinem Kellermonster. Um seinen deprimierenden Einflüsterungen wenigstens zeitweise zu entgehen, beriesele ich mich bis spät abends mit Hörbüchern, Filmen und sonstigen sinnfreien Beschäftigungen. Ich versuche mein Gewissen etwas zu beruhigen mit der Ausrede, es handele sich dabei ja mindestens zur Hälfte um sehr wohl sinnvolle Sachbücher und Dokumentationen. Das ist Bildung und keine Realitätsflucht!
    Klar.
    Eine Woche geschafft, wenn auch nur mit großer Anstrengung. Noch eine Woche geschafft. Und dann noch eine.
    Aber das kann doch nicht der Sinn des Lebens sein, eine Woche nach der anderen irgendwie zu schaffen?
    Zwischendurch schlafe ich auf dem Sofa ein. Alles ist so schwer, nicht nur ich selbst.
    In mir ist es so kalt.
    Ich hasse den Winter.
    Mein monströser Begleiter macht es sich bequem in meinem Leben und drängt mich hinaus aus meinem Leben.
    Ich existiere noch, aber ich lebe nicht wirklich.



    Und dann...ist da plötzlich ein Hauch von etwas Anderem. Etwas fast schon Vergessenes sickert in mein lethargisches Bewusstsein und zupft mich am Ärmel: Hey, hast du die erste Frühlingsluft draußen gerochen? Geh mal raus, guck doch mal, da wachsen schon ein paar grüne Spitzen aus der Erde. Und wolltest du nicht längst mal wieder aufräumen? Heute wäre ein echt guter Tag dafür! Und du könntest auch mal wieder Klavier spielen, oder?


    Ich bin überrascht. Ja, stimmt, ich könnte wirklich mal wieder aufräumen. Ich habe keine auch nur halbwegs plausible Ausrede, es nicht zu tun. Es nicht heute zu tun - oder gar jetzt sofort.
    Plötzlich erscheint das, was mich als unüberwindbarer Berg von Arbeit und Pflichten zu Boden gedrückt hat, als gar nicht mehr so schlimm und tatsächlich machbar. Es rückt wieder in den Bereich des Möglichen. Ja, ich könnte das schaffen!
    Und das erste Erfolgserlebnis – mehrere wunderbar aufgeräumte Zimmer – ermutigt mich.
    Noch traue ich dem frischen Hauch nicht so ganz, aber ich bin tatsächlich wieder zuversichtlicher.
    Ich kann mir sogar wieder vorstellen, dass mein Leben anders verlaufen könnte als in meiner düsteren Zukunftsvision.


    Das Monster gerät jetzt ein bisschen in die Defensive, es stellt deshalb gemeine Fragen wie:
    Aha, du bist also stolz auf Kleinigkeiten, die für andere Leute selbstverständlich sind? Und das ist jetzt der große Durchbruch oder was?
    Du machst dir was vor, hast du etwa vergessen, was du noch alles dringend erledigen musst? Dein Auto fällt bald auseinander, der Papierkram stapelt sich...
    Und übrigens: Du bist auch viel zu schlapp, um im Garten endlich die Haselstämme abzusägen mit deiner tollen neuen Motorsäge, das schaffst du nie vor dem Frühling. Stimmt's oder hab ich Recht?


    Ha, und wie ich sägen kann! Auch wenn es mich sehr große Überwindung kostet.
    Ich mach dich platt, elendes Monster!


    In der Nacht muss ich noch mal los, um meinen Sohn in der Stadt vom Bahnhof abzuholen. Überraschung, es hat heftig geschneit am Abend, Schnee statt Frühling!
    Also Pfad zum Gartentor fegen, Auto freischaufeln und los geht’s.
    Kaum jemand ist unterwegs so spät und ich schleiche gemächlich die kurvige, schmale Landstraße entlang durch die Dunkelheit, die im Scheinwerferlicht als weiße Zauberwelt erstrahlt. Die Bäume und Sträucher am Straßenrand sind von dicken Flocken bedeckt, filigrane Kunstwerke aus Schnee, die Straße vor mir glitzert hell.
    Ich liebe den Winter!
    Und in dem Moment durchströmt mich ein wohlig warmes Gefühl der Freude.
    Ja, Freude, einfach so!
    Es ist, als ob ein Schmerz plötzlich nachlässt, der einen wochenlang gequält hat. Man hat sich schon so daran gewöhnt, dass man ihn nicht mehr ständig bewusst spürt - aber in dem Augenblick, wo er verschwindet, ist es eine unbeschreibliche Erleichterung.
    Willkommen Lebensfreude, da bist du endlich wieder! Ich dachte schon, ich würde dich nie wieder sehen!


    Das Untier gibt auf, es ist eindeutig auf dem Weg zurück in den Keller, denn ich spüre seine Anwesenheit
    jetzt nicht mehr.
    Auf Nimmerwiedersehen Kellermonster! Hoffentlich verrottest du da unten!


    Es hat allerdings klebrige Spuren aus schwarzen Gedanken in meinem Haus hinterlassen und ich werde da sicher noch öfter mitten rein treten. Hauptsache, ich bleibe nicht zu lange dran kleben. Und das schwarze Zeug läuft sich auch ab mit der Zeit...


    Nur etwas irritiert mich noch: Wie hat es das angestellt, sich diesmal so lautlos anzuschleichen, mich zu einem so ungewohnten Zeitpunkt zu überraschen?
    Es ist hinterhältig, keine Frage.


    Und doch muss ich irgendwie mit ihm auskommen, es wohnt nun mal in meinem Keller. Es lässt sich auch nicht einfach
    rausschmeißen, leider. Denn schließlich ist es ja ein Teil von mir, genau wie das verrückte kleine Kerlchen, das ab und zu vorbeihüpft
    und mich auf die komischsten Ideen bringt (zum Beispiel eine Geschichte über mein Kellermonster zu schreiben). Die beiden können
    sich natürlich nicht ausstehen und gehen sich konsequent aus dem Weg, genau wie das Monster und die Freude.
    Immerhin hat mir das Monster diesmal nur einen Kurzbesuch abgestattet und sich ohne irgendwelche Notfallmaßnahmen meinerseits wieder verkrümelt. Vielleicht sollte ich mit ihm besser eine Art Frieden schließen statt es zu hassen?
    Zumindest solange es brav in seinem - oder vielmehr meinem - Kellerloch hocken bleibt und mich in Ruhe lässt.
    Also doch eher Waffenruhe als Frieden.
    Wage es ja nicht, mir den Sommer zu versauen! Und auch im Herbst will ich Monster höchstens zu Halloween sehen!

  • Danke für den tollen Text! Ich greife das jetzt mal auf und schreibe ein bisschen von meinen Erfahrungen.



    Mein Monster begleitet mich, seit ich denken kann. Es sind nur wenige Erinnerungen, die mich zufrieden zeigen. Ein Nachmittag im Sommer in der Einfahrt meines ersten Freundes, als die Jungs Körbe warfen. Ein Umweg, der mich mit nackten Füßen über eine Wiese schickte. Jetzt im Herbst fingen diese Momente wieder an. Lichte Momente. Sie häuften sich.
    Gerade hat es mich wieder. Ich habe mein Hilfsnetzwerk angestupst. Es ist besser so. Mein letzter richtiger Zusammenbruch hat mich ins Aus geschossen. Und dann kam das Kind und ich habe gearbeitet, an mir. Vier intensive Jahre, in denen ich nicht nur versuchte, Mutter zu sein, ein krankes Kind zu versorgen, sondern auch endlich Mensch sein wollte.


    Im Herbst habe ich zum ersten Mal erkannt, dass ich wirklich krank bin. Ich habe mich gefragt, wie es für einen gesunden Menschen sein muss, wenn er auf einmal mit dieser Lähmung, diesen dunklen Gedanken, dieser Selbstabwertung, dieser Müdigkeit konfrontiert wird. Wenn für einen gesunden Menschen auf einmal jeder Tag zum Kampf wird.
    In der Klinik habe ich eine Frau kennengelernt, der es richtig schlecht ging. Mittels Elektrokrampftherapie haben sie sie ins Leben zurückgeholt.


    Kaum jemand glaubt mir, dass ich krank bin. Double Depression, sagte meine Therapeutin. Dauerhaft depressiv mit starken depressiven Schüben. Ich habe als Fallbeispiel bei ihr im Seminar gesessen. Weil ich es wichtig fand, mich den Therapeuten von morgen zu stellen und ihnen meine Erfahrungen mit auf den Weg zu geben. Die umfassten bis dahin 16 Jahre psychische Erkrankung mit zwei stationären Aufenthalten und sieben oder acht verschiedenen Psychologen.
    Eine der Studentinnen fragte mich, wie ich es denn sagen würde - meinen Freunden, meinem Umfeld. Ich fand diese Frage absurd. Alle, die mich kennen, kennen mich, und die mich nicht kennen, kennen mich nicht.
    Und viele, die mich kennen, glauben nicht, dass es mir manchmal so schlecht geht, dass ich nur noch weinen kann. Weil ich doch so fröhlich bin. Mit meinem Klumpen in der Brust und meinem Monster auf dem Rücken.


    Ich finde die Idee faszinierend, die Erkrankung abgekoppelt von mir zu sehen. Das fällt mir noch schwer. Ich habe schon immer gewusst, dass ich lieber gesund sein will als krank, aber es ist verdammt schwierig. Aus seinen eingefahrenen Bahnen herauszufinden. Seine Mechanismen loszuwerden. Umdenken heißt es da. Umlernen.


    Ich werde niemals ein Leben führen, das mir leicht fällt, hat meine Therapeutin mir gesagt. Aber ich glaube, sie hatte Unrecht. Denn manchmal, in den lichten Momenten, da ist es leicht. Da bin ich glücklich. Über mein Leben, mein Kind, all die lieben Menschen, die mir geschenkt wurden.


    Wenn ich zurückfalle, dann sehe ich davon nichts mehr. Manchmal schreibe ich mir Briefe, wenn es mir gut geht. Dass die schlechten Phasen vorbeigehen, verspreche ich mir dann.
    Die schlechten Phasen werden kürzer, hat mein Therapeut gesagt. Die besseren werden länger. Nichts von dem, was ich jetzt gelernt habe, wird mir wieder verloren gehen. Ich höre nicht auf zu lernen. Endlich auf mich zu achten. Auf mich zu hören. Vielleicht brauchte ich die Mutterschaft, die ich niemals in Krankheit angehen wollte, um endlich mit der Krankheit abzuschließen.


    Ich möchte leben. Ich möchte nicht mehr weglaufen. Ich möchte selbstbestimmt sagen, wann es mir reicht. Ohne zusammenbrechen zu müssen, damit mir die anderen auch glauben ...

  • Jul, danke für deine Schilderung, da finde ich mich in so einigen Sätzen wieder.
    Das Gemeine ist ja: Wenn man eine chronische depressive Grundstimmung hat, dann kennt man sich nur so. Und wenn dann obendrauf noch ein Schub kommt, dann ist das erstmal so vertraut, dass man es gar nicht so schnell kapiert, was passiert. Mir ging das so beim ersten Absturz vor 12 Jahren. Es hat sich alles verschlechtert, aus hellgrau wurde dunkelgrau, aus Phlegma wurde Lähmung, aus meiner "normalen" Angst wurde Panik...aber alles trotzdem noch irgendwie vertraut. Bis zu dem ersten richtig rabenschwarzen Tag...


    Auch für mich wird die Leichtigkeit des Seins wohl immer die kostbare Ausnahme sein, auch wenn ich solche Momente jetzt häufiger erlebe als früher - aber das Wichtigste ist doch, sie überhaupt ab und zu erleben zu können. Sie sind das Lebenselixier, das einen auch die dunklen Zeiten überstehen lässt.


    Ich weiß nicht genau, was du mit "abgekoppelt von mir" meinst, aber ich habe diesmal und auch nach dem letzten Mal eine interessante Erfahrung gemacht, nämlich dass ich wenig bis gar keinen Einfluss darauf habe, ob und wann es mich erwischt und wann ich wieder die Chance bekomme, mich zu wehren und aus dem Loch zu kriechen. Die Erkenntnis, dass das gar nicht so viel mit mir und meinem Lebenswandel zu tun hat, ist einerseits erschreckend, denn dann bin ich total ausgeliefert, andererseits aber auch befreiend, denn mich trifft auch keine Schuld.
    Jetzt habe ich wieder den perfekten Beweis: Mir ist bewusst, dass mein Lebensstil (gerade auch im Wintermodus!) nicht unbedingt "gesund" ist, also wenig Struktur (nur da, wo unumgänglich), zu wenig Schlaf, zu wenig Bewegung, zu wenig frische Luft, zu wenig Sozialkontakte....
    Noch vor 3 Wochen hat mich das total runtergezogen (siehe Kommentare des Monsters oben) - und jetzt aber nicht mehr, obwohl ich nichts verändert habe. Jetzt sehe ich es wieder ganz normal als unvorteilhaft, aber letztlich für die Jahreszeit ok.
    Situationen (und auch Gedanken), die mir noch vor 3 Wochen Herzrasen beschert haben, kann ich jetzt wieder ruhig abhandeln.
    Seltsam, oder? So habe ich es noch nie erlebt, fast wie an- und ausgeschaltet.

  • Danke Sonne und Jul für diese Beiträge.


    Ich habe mich gefragt, wie es für einen gesunden Menschen sein muss, wenn er auf einmal mit dieser Lähmung, diesen dunklen Gedanken, dieser Selbstabwertung, dieser Müdigkeit konfrontiert wird. Wenn für einen gesunden Menschen auf einmal jeder Tag zum Kampf wird.


    Dazu könnte ich sicher einiges sagen. Ich muss aber nochmal gucken, ob dieser Bereich für Gäste lesbar ist und überlegen, ob ich das dann möchte.

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Danke Sonne und Jul für diese Beiträge.



    Dazu könnte ich sicher einiges sagen. Ich muss aber nochmal gucken, ob dieser Bereich für Gäste lesbar ist und überlegen, ob ich das dann möchte.


    Gibt es hierbei die Möglichkeit einen geschützten Bereich zu erstellen?
    Ich würde hier auch gerne schreiben, fühle mich aber unwohl bei den Gedanken, dass jeder Gast oder Neuuser dies lesen kann.


    LG Jona

  • Mod.-Hinweis: Die Möglichkeit eines geschützten Bereiches, der nicht von außen sichtbar ist oder in den nur bestimmte User Zugang haben, bietet das Forum bewusst nicht an. Dies unter anderem aus der Erfahrung heraus, dass dadurch eine gewisse Pseudosicherheit vorgegaukelt wird: Selbst durch eine recht scharfe Zugangskontrolle für einen bestimmten Forenbereich ist nicht zu verhindern, dass meine sehr persönlichen Informationen an Dritte gehen, denen ich diese Informationen vielleicht nicht geben will.


    Als einziges gangbares "Vehikel" bieten wir den Anonymus-Zugang an. Hier ist aber eine Diskussionsbeteiligung als Threadstarter dann nicht mehr möglich.
    Dies nur als Rückmeldung und off topic. Ich bitte darum, diese Angelegenheit nicht hier im Thread weiter zu diskutieren, weil dies den Thread zerschießt. Wenn es noch Diskussionsbedarf dazu gibt, bitte an anderer Stelle durch den Neustart eines Threads.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ich weiß nicht genau, was du mit "abgekoppelt von mir" meinst, aber ich habe diesmal und auch nach dem letzten Mal eine interessante Erfahrung gemacht, nämlich dass ich wenig bis gar keinen Einfluss darauf habe, ob und wann es mich erwischt und wann ich wieder die Chance bekomme, mich zu wehren und aus dem Loch zu kriechen. Die Erkenntnis, dass das gar nicht so viel mit mir und meinem Lebenswandel zu tun hat, ist einerseits erschreckend, denn dann bin ich total ausgeliefert, andererseits aber auch befreiend, denn mich trifft auch keine Schuld.
    Jetzt habe ich wieder den perfekten Beweis: Mir ist bewusst, dass mein Lebensstil (gerade auch im Wintermodus!) nicht unbedingt "gesund" ist, also wenig Struktur (nur da, wo unumgänglich), zu wenig Schlaf, zu wenig Bewegung, zu wenig frische Luft, zu wenig Sozialkontakte....
    Noch vor 3 Wochen hat mich das total runtergezogen (siehe Kommentare des Monsters oben) - und jetzt aber nicht mehr, obwohl ich nichts verändert habe. Jetzt sehe ich es wieder ganz normal als unvorteilhaft, aber letztlich für die Jahreszeit ok.
    Situationen (und auch Gedanken), die mir noch vor 3 Wochen Herzrasen beschert haben, kann ich jetzt wieder ruhig abhandeln.
    Seltsam, oder? So habe ich es noch nie erlebt, fast wie an- und ausgeschaltet.


    Das klingt wirklich seltsam. Ich frage mich gerade, ob es entlastet, weil das Schuldgefühl dann wegfällt, oder eher belastet, weil die Hilflosigkeit zunimmt?
    Der Stoffwechsel spielt ja auch manchmal eine Rolle? Vielleicht als Zünglein an der Waage? Bei einem Bekannten einer Freundin war die Depression anscheinend rein stoffwechselbedingt. Der hat nun unter Tabletten überhaupt keine Probleme mehr.


    Ich habe damals, vor dem richtigen Crash, das erste Mal Tabletten genommen, weil ich unbedingt meinen Job halten wollte. Im Zuge der Schwangerschaft setzte ich dann alles wieder ab und bin da auch sehr glücklich mit - so wirklich als hilfreich habe ich es nicht empfunden. Auch wenn eine zeitweise Dämpfung in manchen Fällen mit Sicherheit sinnvoll sein kann.


    Mit abgekoppelt meinte ich, dass ich beispielsweise die Superkraft, 24 Stunden am Tag schlafen zu können, als Teil meiner Persönlichkeit gesehen habe. Im letzten Jahr habe ich begonnen, mich zu sortieren, wirklich mal zu schauen, was überhaupt zu mir gehört. Da kommen dann Fragen, ob ich wirklich unordentlich bin oder nur ein bisschen chaotisch? Viel Schlaf brauche oder dies krankheitsbedingt ist? Ich generell nicht leistungsfähig bin, zurückgezogen, oder doch vielleicht eher extrovertiert?


    Es hat beispielsweise unfassbar lange gedauert, bis ich hier im Forum schreiben konnte und es ist noch immer mit Ängsten behaftet. Ich habe so viele Beiträge wieder gelöscht, weil ich mir sagte, dass sie dumm und unpassend wären. Aber: Es kann sich ja nur etwas ändern, wenn man etwas ändert ...


    Liebe CoCo, gerne würde ich lesen, was du zu schreiben hast. Ich kann aber verstehen, wenn du es nicht öffentlich machen willst. Ich vermag mir kaum vorzustellen, durch welche Abgründe du gegangen sein musst. Das meine ich sehr ehrlich. Als ich gestern von dem Kommentar las, den du bekommen hast, da war ich fassungslos ...

  • Ein kleiner Nachtrag noch zum Thema Öffentlichkeit (ohne eine Diskussion lostreten zu wollen, wie Volleybap ganz richtig angemerkt hat):
    Auch ich habe ein paar Tage überlegt, ob ich meine Geschichte hier hochlade, aber
    1. sind wir unter Pseudonym angemeldet,
    2. ist es die einzige Möglichkeit, wie wir uns hier austauschen können, und
    3. bin ich der Meinung, dass gerade das Thema Depression endlich raus muss aus der Tabuzone.
    Es sind so viele Menschen betroffen - niemand sollte sich schämen müssen dafür!
    Dies als Ermutigung. Und schließlich wurde und wird ja auch in anderen Threads über das Thema geschrieben.


    Jul, danke für die Erklärung, jetzt habe ich verstanden, was du meinst. Und genau das war auch für mich nach dem ersten Absturz ein wichtiges Thema, als ich mir zum ersten Mal mich und mein Leben genauer angesehen habe: Was davon bin ich selbst, was davon ist krankheitsbedingt?
    Man braucht tatsächlich eine lichte, gesunde Phase, um Unterschiede zu erkennen. Und auch dann ist es natürlich nicht so ganz eindeutig zu trennen, denn die Depression prägt dich und du erlebst deine individuelle Form der Depression.
    Da ich in den letzten Jahren erstmals den Eindruck hatte, phasenweise meinen "normalen Grauschleier" hinter mir gelassen zu haben, habe ich festgestellt, dass ich doch mehr Energie, mehr positives Denken und mehr Lebensfreude in mir habe, als ich bisher dachte. Das alles verschwindet zwar in dunklen Zeiten komplett, aber irgendwo in meinem Kopf weiß ich jetzt, dass es zurückkommen kann - und auch irgendwann zurückkommt.
    Mir hilft daher die Vorstellung, dass es bei mir viel mit biologischen Ursachen zu tun hat, eine Veranlagung, die gelegentlich das Gleichgewicht meiner Botsénstoffe durcheinander bringt (zB bei anhaltendem Stress oder gerne auch im Herbst).


    Die Antwort auf deine Frage ist, dass ich es als entlastend empfinde. Denn früher war da so viel Schuldgefühl, ich habe mir selbst vorgeworfen, mitschuldig zu sein an meinem Zustand. Und unwissende Mitmenschen bestätigen das ja auch immer wieder mit gutgemeinten, aber oft dummen Ratschlägen wie: Sei doch nicht so negativ, denk mal mehr positiv! Geh mal öfter raus und treibe Sport, dann geht es dir auch besser! etc. Du kennst solche Kommentare wahrscheinlich auch. Sie sind Futter für das Monster.
    Man darf aber nie pauschalisieren, es gibt ganz sicher Betroffene, für die mehr Licht, Sport und andere Strategien absolut hilfreich sind - nur ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass ich an diesen Strategien (eigenen oder auch vom Psychologen verordnet) fast verzweifelt bin, weil ich dann meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden konnte beim Versuch, mich zu ändern - auch wieder nur Futter für das Monster.
    Es gibt eben kein Patentrezept, jeder muss wohl seinen eigenen Weg finden.


    Und noch was: Wie schön, dass du jetzt hier schreiben kannst und uns mit deinen Beiträgen bereicherst! :blume

  • bin ich der Meinung, dass gerade das Thema Depression endlich raus muss aus der Tabuzone.


    Ja, den Gedanken hatte ich dann auch. Du hast Recht; ebenso ist es mit der Trauer und der Tabuzone. Ich bin gerade unsicher, ob meins hier wirklich in diesen Thread passt. Es gibt schon viele Übereinstimmungen und doch ist es auch so unterschiedlich. Bei mir ist es ja nicht die "Krankheit", sondern kommt "von außen". Das


    Zitat von Jul1983

    wenn er auf einmal mit dieser Lähmung, diesen dunklen Gedanken, dieser Selbstabwertung, dieser Müdigkeit konfrontiert wird. Wenn für einen gesunden Menschen auf einmal jeder Tag zum Kampf wird.


    trifft auch auf mich zu. Aber nicht wie Ihr es beschreibt - eine Weile nur so - und dann wieder besser, bis das Monster wieder aus dem Keller kommt. Das (Trauer)monster ist immer in meiner Nähe; springt mich mehrmals täglich an und reißt mich von den Füßen. Ich schreibe hier einen lustigen Kommentar, stehe auf, komme am Foto meiner Tochter vorbei und es zerreißt mich. Ich lache mit meinem Sohn, drehe mich um, gehe in die Küche, da läuft ein Lied im Radio, was meine Tochter sehr mochte und ich auch (und da gibt es viele) - und das war´s. So ist das jeden Tag zig Male; unterschiedlich oft und intensiv, aber es gab seit 19 Monaten keinen einzigen Tag ohne Tränen. Ich bin total erschöpft. Vom Aushalten, vom Durchhalten. Und ich habe gerade das Gefühl, das wird bis an mein Lebensende so weitergehen. Ich vermisse nicht nur meine Tochter, sondern auch mich.


    Was Du dieser Tage in einem anderen Thread geschrieben hast, Jul, Leute auf der Straße anpöbeln usw. - das kenne ich so ähnlich auch. Ich habe eine solche Wut auf das Schicksal oder was auch immer in mir - das entlädt sich unter Umständen auch ganz plötzlich, wenn einer einen Knopf drückt. Erst vor ein paar Tagen, als mich ein Unfallverursacher anbrüllte (ich war in den Unfall gar nicht verwickelt), bin ich aus dem Auto gesprungen und auf ihn zugestürmt. Hätte nicht viel gefehlt und ich hätte vermutlich die erste Anzeige meines Lebens kassiert, wegen Körperverletzung oder so. :crazy


    Irgendwo hingehen, wo ich nicht nur mit den Leuten rede, mit denen ich unterwegs bin und die Bescheid wissen, wie z.B. neulich zu einem veganen Mitmach-Brunch, ist ein Kraftakt. Aus dem Gespräch ergibt sich irgendwann die Frage, für wieviel Leute ich denn kochen muss... Da kann ich noch "für zwei" antworten, ohne das Gefühl zu haben, jemanden zu verraten. Trotzdem wie ein Schlag in die Magengrube. Und ich sitze auf Kohlen - fragt gleich jemand, ob ich Kinder habe und wieviele? Dann kann ich nicht "einen Sohn" antworten, um die Stimmung nicht zu töten...


    Mein Leben, wie es war, gibt es nicht mehr. Und wird es auch nicht mehr geben. Vielleicht gibt es mal ein anderes, in dem nicht mehr jeder Tag so schwer ist, ich weiß es nicht...

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Liebe CoCo,
    jetzt habe ich eine Ahnung davon, wie schwer es für dich immer noch ist, auch anderthalb Jahre später noch.
    Sei mal feste gedrückt, du Tapfere! :knuddel
    Ohne so etwas erlebt zu haben kann man es nur erahnen, aber wenn du beschreibst, wie das Monster dich täglich anspringt, dann kann ich es einen Augenblick fast fühlen. Und ich kann sehr gut verstehen, was du meinst mit "ich vermisse auch mich".
    Ich glaube nicht, dass es für immer so bleiben wird für dich. Ich bin kein Freund von "Die Zeit heilt alle Wunden" - Sprüchen, aber ich bin davon überzeugt, dass man mit der Zeit hilfreiche Strategien entwickelt, um mit Schmerz und Trauer (oder anderen schlimmen Erfahrungen) besser umzugehen. Zum Beispiel die verständliche Wut irgendwie loszuwerden, damit sie einen nicht auffrisst.
    Nicht die Zeit heilt, man muss das auch selbst tun.
    Ja, dein früheres Leben gibt es nicht mehr. Ich glaube daran, dass du ein anderes Leben finden wirst. Eins mit einer dunklen Stelle, die wehtut, aber es wird trotzdem ein Leben sein, in dem es auch Freude und glückliche Momente gibt. Du bist doch schon auf dem Weg, oder? Ich wünsche dir, dass du dir das auch bald vorstellen und sogar glauben kannst


    Unpassend finde ich deine Geschichte hier nicht, denn sie hat ja sehr ähnliche Auswirkungen. Auch klassische Depressionen werden oft von außen ausgelöst, durch schlimme Erlebnisse oder übermäßig anstrengende Lebensumstände, die einen emotional überfordern.
    Die erste "Diagnose", die ich noch während meines ersten Absturzes bekam (von meinem Vater, der Psychologe war) lautete: Reaktive Depression. Und zwar als Reaktion auf einen enormen psychischen Druck (andere Geschichte). Und auch mein 2. Absturz 5 Jahre später war ausgelöst durch großen Druck und Überforderung (plötzliche Trennung+Tochter schwer krank+Ungewissheit, ob sie wieder gesund wird) - da haben alle gesagt: Kein Wunder!
    Und glaub mal, ich - sogar ich, die ihre Tochter behalten durfte - hatte 1-2 Jahre kaum ein anderes Thema, ich habe trotz meiner Angst, allen Leuten auf die Nerven zu gehen, jeden damit vollgequatscht. Ziemlich egoistisch kam mir das manchmal vor (und war es wohl auch), aber es musste so dringend so viel raus!
    Also mach du dir bitte nicht zu viele Gedanken darüber, ob du irgendwo die Stimmung runterziehst, wenn du ehrlich antwortest (auch wenn ich das gut verstehe), die Gefühle anderer Leute sind nämlich nicht wichtiger als deine. Sie werden es verstehen und verzeihen.


    Danke für deinen Beitrag.

  • Sonne*, das hast du richtig toll geschrieben!
    Ich finde es auch ganz wichtig, dass Depressionen, aber auch andere psychische Erkrankungen endlich rauskommen aus der Tabu-Zone. Dadurch wird ihnen ja noch mehr Macht gegeben, weil man sich auch noch dafür schämt oder blöde Kommentare dazu bekommt. Jemandem, der ein gelähmtes Bein hat, würde ja auch keiner sagen, dass er sich mal nicht so anstellen soll - dann wird das bestimmt wieder!


    Meine Monster und ich - wir kommen mittlerweile ganz gut miteinander aus. Mir hat es damals geholfen, als meine Therapeutin mir sagte, dass man eine Depression nicht heilen kann. Die Betroffenen können nur lernen damit zu leben - so zu leben, dass es ihnen gut geht. Diese Frau war generell ein großes Glück, denn so eine gute Therapeutin habe ich nie wieder gefunden. Sie sagte auch mal, dass ich sturer, als meine Depression sei - und lag damit auch zum Teil richtig. :devil:
    Das Monster, das mein Leben damals am schlimmsten beeinflusst hat, war eine dissoziative Angststörung. Abgesehen davon, dass ich vor so vielen Dingen so große Angst hatte, dass mein tägliches Leben echt katastrophal war (zum Beispiel Berührungen durch Menschen, die nicht zum engsten Freundes- und Familienkreis gehörten), konnte es durch den kleinsten Auslöser passieren, dass ich kopflos geflohen bin. Egal ob ich dabei blindlings über Straßen gerannt bin oder sonst irgendwohin. Teilweise war ich wohl auch weggetreten und nicht mehr ansprechbar. Daran habe ich keine Erinnerungen, bis heute nicht. Dieses Monster ist nur noch ein kleiner Flaumball mit scharfen Zähnen. Kommt mal an, zwickt vielleicht auch ein bisschen, ist aber keine wirkliche Gefahr mehr und lässt sich mit einem "Kusch!" wieder in seine Ecke schicken.
    Beim Depressionen Monster gehöre ich zu den Leuten, denen ein "gesundheitsförderliches" Leben enorm hilft. Ich muss darauf achten, dass ich mich gut ernähre und ausreichend schlafe, dass ich ausreichend unter Menschen komme und den Kontakt zu meinen Freunden und Bekannten pflege. Wichtig ist auch Zeit für mich und Dinge zu tun, an die man sich später erinnert. Man wird sich vermutlich nicht an die Xte Stunde PC spielen erinnern - aber vielleicht an den schönen Ausflug? Außerdem habe ich angefangen zu Handarbeiten, denn das bringt mich wieder zu mir, erdet mich. Das haben wir an der Uni im Bereich Burn-out Prophylaxe gelernt: Ein produktive Hobby, das idealerweise nichts mit dem Stressfaktor zu tun hat. Sei es Imkerei, ein Ehrenamt, Handarbeit, Töpfern,... Mir tut es extrem gut, so gut, dass ich behaupte "Häkeln ist meine Psychotherapie". Es sind viele kleine Kleinigkeiten, mit denen ich es schaffe, dass es mir gut geht. "Gut" ist mittlerweile wirklich mein Normalzustand, auf den ich aber höllisch aufpassen muss und KANN. Ein ganz wichtiger Punkt für mich ist die bewusste Anerkennung von Freude und Dankbarkeit. Ich bemühe mich, diese Momente zu erkennen und zu benennen, gerne auch demjenigen gegenüber, der sie ausgelöst hat. So gebe ich ihnen für mich viel mehr Gewicht und Bedeutung. Dieses Wochenende hab ich ziemlich viel zu tun, denn nächsten Freitag schreibe ich eine Examensprüfung und morgen ist Basar vom Eltern-Kind-Verein. Da werde ich nicht nur helfen, sondern bringe auch einen Kuchen zum Verkauf mit. Außerdem ist mal wieder Papierkram zu erledigen und dieses und jenes (ihr kennt das ja). Ich war schon wieder so sehr in meinem "Oh mein Gott, wie soll ich das nur alles schaffen?!"-Modus (der leider Futter für mein Monster ist), dass ich nicht mal dran gedacht habe, mich vielleicht mit einer Freundin zu treffen an diesem kinderfreien Wochenende. Eben aber hat mich eine angerufen und gefragt, ob ich schon was vor habe. Wie schön! Und während ich mich schon sagen höre "Also eigentlich gerne, aber..." schalte ich noch rechtzeitig und bin jetzt für heute Abend verabredet. Um beim Keller-Bild von Sonne* zu bleiben: Da ist dieses fiese Monster doch wieder aus dem Keller bis in den Flur gekommen, bevor ich was gemerkt habe. Aber ich werde ihm nicht gestatten, dass es bis ins Wohnzimmer kommt.
    Mein drittes Monster gehört vielleicht nicht ganz hierher, hilft mir aber, das zweite Monster im Zaum zu halten. Ich habe Fibromyalgie, eine chronische Schmerzerkrankung mit psychosomatischem Hintergrund. Die hat mir einige Zeit das Leben zur Hölle gemacht, aber sobald diese fiesen, fiesen Schmerzen endlich einen Namen hatten (Wie oft habe ich gehört: "Frau Frasp - sie sind kerngesund, ihnen kann garnichts weh tun!") habe ich mir die Menschen gesucht, die mir das nötige Werkzeug zum Umgang damit an die Hand geben können. Ich hab sie gesucht und mich damit arrangiert. Ich habe fast jeden Tag Schmerzen, aber ich nehme sie kaum noch wahr, sie sind längst nicht mehr so stark wie früher. Sie gehören dazu und - was für mich wichtig ist - sie zeigen nicht, dass irgendwas kaputt ist, das durch Ruhe wieder heilen wird. Also wird der Schmerz so gut es geht ignoriert. Stattdessen nutze ich die Erkrankung als Frühwarnsystem für das Depressionen-Monster. Denn die Symptome verstärken sich zuerst und zeigen mir damit, dass ich mal wieder einen genaueren Blick auf meine Lebensführung werfen sollte. Deswegen mag ich mein drittes Monster fast schon. Schmerzen sind doof, aber Depressionen sind doofer.


    CoCo, das klingt ganz schrecklich bei dir! Ich wünsche dir sehr, dass du dich wieder findest und dein Leben wieder leichter für dich wird.

    Ich bin eine Mutter - und was ist deine Superkraft?

  • Danke Euch. :knuddel


    Ich greife mal Deine Worte auf, auch wenn sie von Dir jetzt vielleicht gar nicht so gemeint waren.


    Zitat von Sonne

    wie schwer es für dich immer noch ist, auch anderthalb Jahre später noch.


    Solche und ähnliche Sätze sind ein Grund, warum Trauer, insbesondere Trauer um Kinder, aus der Tabuecke müssen. "Jetzt müsste es aber mal besser werden." "Es ist doch schon so lange her." "Reiß´ Dich zusammen, Du hast doch noch mehr Kinder." Die Liste lässt sich fortsetzen... "Wie Du weinst immer noch." Ja, mein Kind ist immer noch tot. Und das bleibt es auch. Auch in 3, in 5 und in 10 Jahren. Höchststrafe. Lebenslänglich, ohne etwas verbrochen zu haben. Lebenslänglich "Nie wieder". Nie wieder ihre Stimme hören, außer in meinem Kopf, sie nie wieder umarmen.


    Das ist immer präsent; bei allem, was man tut, worüber man sich freut, worüber man lacht. Ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder wirklich unbeschwert lachen zu können. Ich durfte in der Zeit jetzt zweimal so lachen, dass die Tränen kamen, also diesmal vor Lachen; einmal bei einem Treffen der verwaisten Eltern (das geht ;) ) Ende letzten November und einmal an Silvester. Und trotzdem war das nicht so wie früher. Diese Wolke schwebt über allem.


    Die Leute aus dem Freundes- und Bekanntenkreis meiner Tochter haben jetzt alle den Führerschein, machen ihre Auslandsjahre; usw. - das werde ich nie mit ihr erleben. Irgendwann kommen die ersten Hochzeiten, Kinder... Das wird immer weh tun, auch in vielen Jahren noch. Natürlich hoffe ich, dass es mal besser wird, als es jetzt ist. Das ist bei den vielen verwaisten Eltern, mit denen ich Kontakt habe, ganz unterschiedlich. Die Menschen sind ja auch unterschiedlich. Ja, es wäre schön, wenn es mir so gehen würde, wie z.B. Barbara Pachl-Eberhart, die das Buch "Vier minus drei" geschrieben hat. Sie hat vor Jahren ihren Mann und ihre beiden kleinen Kinder bei einem Unfall verloren und kann jetzt sagen, dass es ihr gut geht. Oder Claudia Fromme, die das Buch geschrieben hat "So fern und doch ganz nah", die ihren Mann und ihre Tochter bei einem Unfall verlor, den sie und ihr Sohn überlebt haben. Eine tolle Frau, die ich inzwischen auch persönlich kenne. Aber das sind auch andere Menschen, mit einer ganz anderen Geschichte, einem anderen persönlichen Hintergrund. Ich weiß nicht, ob es bei mir so werden kann.


    Es gibt noch ein paar andere Eltern, die Mut machen können. Aber es gibt gefühlt dreimal so viele, denen es nach vielen Jahren noch ebenso schlecht geht. Wo das Verständnis der Umwelt inzwischen so gut wie weg ist. Deshalb sind wir füreinander so wichtig. Und deshalb muss das mehr "nach draußen". Auch wenn die Leute davon lieber nichts wissen wollen. Was ich verstehen kann, ich hätte das früher auch nicht gut aushalten können.


    Ich weiß nicht zu welchem Teil ich mal gehören werde, ich bin ja wieder ein anderer Mensch, mit eigener Geschichte. Offenbar bin ich viel stärker, als ich je geglaubt hätte, weil ich immer noch rumlaufe. Meine Tochter wäre mit 2 Jahren mal beinahe an einem Stück Apfel erstickt. Die Ärztin damals sagt, ich hätte gut reagiert und ihr das Leben gerettet. Danach habe ich mir bei ehemaligen Kollegen ein Skalpell besorgt, damit ich mir, falls ihr wirklich mal etwas passiert, die Pulsadern aufschneiden kann. Da gab es meinen Sohn noch nicht.


    Dazu


    Zitat

    Nicht die Zeit heilt, man muss das auch selbst tun.


    möchte ich auch noch etwas schreiben, aber das muss ich später tun, ich muss gleich nochmal weg.

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Vor zwölf Jahren ist meine beste Freundin bei einem Autounfall gestorben. Mit ihrer Mutter habe ich noch Kontakt und ich stelle fest, dass diese Wunde wohl niemals auch nur ansatzweise heilen wird. Wenn wir uns treffen dann weinen wir immer noch regelmäßig obwohl ja schon zwölf Jahre um sind. Sie fehlt einfach. Und das Loch, dass durch ihren Verlust entstanden ist, bleibt. Ihre Mutter sagt immer, was für Lebensschritte ihre Tochter wohl jetzt unternommen hätte, eigene Kinder, sie wollte die Patentante meines Erstgeborenen sein, wir wollten zusammen nach Irland fahren, wenn wir "älter" sind und Geld verdienen. Das sind alles Dinge, die sie nie erlebt hat.
    Auch nach zwölf Jahren fällt es ihrer Mutter schwer in der Vergangenheitsform von ihrer Tochter zu reden... Das einzige was die Zeit bei ihr gebracht hat ist, dass sie gelernt hat, den Schmerz auszuhalten. Er ist aber der selbe wie vor zwölf Jahren. ;(;(

  • Ihr Lieben, ich möchte mich ganz herzlich bei euch bedanken. Dieses Thema rührt mich sehr an und hat mich inzwischen ein paar Tränen gekostet, von denen ich froh bin, dass sie fließen dürfen. Auch wenn ich momentan noch nicht weiß, ob auch ich die Kraft haben werde, so viele offene (schmerzhafte) Worte "frei zu lassen". Ich gratuliere euch an dieser Stelle dazu, dass ihr's getan habt. ;)

  • CoCo, es fällt mir so schwer, etwas zu deiner Geschichte zu schreiben. Ich finde, man kann so viel Falsches sagen, auch wenn man es gar nicht möchte. Ich weiß nicht, wie es wäre, würde ein solcher Schicksalsschlag jemanden aus meinem Bekannten- oder Freundeskreis treffen. Natürlich möchte man da sein, aber ... ich wüsste einfach nicht, was ich sagen soll, weil es vielleicht nichts zu sagen gibt?
    Was hilft dir? Was möchtest du, was möchtest du nicht? Was ist, mal abgesehen von diesen wirklich verletzend-anmaßenden Kommentaren, etwas, was gar nicht geht?


    Mein Zwerglein war ja von Anfang an ein "Problem"-Kind. Die ersten Wochen war sie auf der Intensiv und um sie mit Überwachungsmonitor mit nach hause nehmen zu dürfen, musste ich ein ReaTraining machen. Zwei Mal hat sie abseits des Monitors aufgehört zu atmen, so dass ich sie mit schütteln und brüllen zurückgeholt habe. Die anderen (überwachten) Aussetzer ließen sich mit Anstupsen oder leichtem Rütteln beenden.
    Ich habe in diesem Zuge auch das Buch von Pachl-Eberhart gelesen und fand es sehr bewegend. Aber sie schreibt ja auch, dass beispielsweise der letzte Kontakt sehr intensiv und quasi ein Abschied war - ohne den sie ja auch nicht wüsste, ob sie es so "gut" hätte bearbeiten können.
    Ich habe den Gedanken daran, wie es wäre, meinen Sonnenschein zu verlieren, immer im Hinterkopf. Ich bekomme ihn gar nicht heraus. Es macht mich wahnsinnig.
    Sollte es passieren, dann hole ich mir ein One-Way-Ticket ans andere Ende der Welt und werde dort am Strand darüber nachdenken, ob und wie es weitergeht.


    Wie kann man von Eltern erwarten, ihre Kinder zu vergessen?
    Vor allem, wenn so ein Schlag so dermaßen unerwartet kommt?


    Frasp, danke schön auch für deine Geschichte!


    Irgendwie kommt dieser Thread für mich zur genau richtigen Zeit ... danke Sonne!
    Mein Monster will es sich gerade auf der Couch gemütlich machen. Ich geh es jetzt mal mit gezielten Nackenschlägen in den Keller treiben ...

  • CoCo, noch bevor ich jetzt die anderen Beiträge lese, möchte ich hierzu etwas sagen:

    Ich greife mal Deine Worte auf, auch wenn sie von Dir jetzt vielleicht gar nicht so gemeint waren.


    Zitat von »Sonne«
    wie schwer es für dich immer noch ist, auch anderthalb Jahre später noch.

    Nein, ich habe es nicht SO gemeint. Ganz bewusst nicht, denn auch ich kenne dieses "jetzt muss es aber doch langsam mal wieder gut sein" , obwohl mir nichts so Fatales passiert ist wie dir.
    Ich habe gemeint: Die letzten anderthalb Jahre habe ich mein Leben weitergelebt, ab und zu etwas von dir gelesen, was insgesamt für mich eher so klang, als kämst du einigermaßen zurecht, denn es ging eben nicht immer nur um deine Trauer und deinen Schmerz. Ich habe gelegentlich an dich gedacht, ja, aber wirklich vorstellen konnte ich es mir nicht, welch ein Kampf jeder Tag für dich ist. Das ist mir erst jetzt richtig klar geworden. Ich finde anderthalb Jahre keine lange Zeit!


    Ich sehe, dass auch diese Formulierung nicht ganz glücklich gewählt ist. Ich meine das "müssen" eher im Sinne von "können". Da hab ich nicht aufgepasst.
    Also nicht: "Du bist selbst Schuld, wenn es dir schlecht geht, du tust ja nichts dagegen", sondern "Du musst nicht hilflos und passiv abwarten, ob es besser wird, sondern kannst selbst aktiv etwas dafür tun". Und das tust du ja auch, denke ich, zB indem du Kontakt suchst zu anderen verwaisten Eltern und entsprechende Bücher liest.


    Es ist nicht so leicht, die richtigen Worte zu finden.

  • "Häkeln ist meine Psychotherapie"

    Ha! :D
    Was glaubt ihr, warum ich letzten Herbst wie eine Blöde gehäkelt, gestrickt und genäht habe? So viele Schals, Mützen und Pulswärmer brauche ich gar nicht... :-)
    Womöglich ist das auch schon seit meiner Jugend meine ganz persönliche selbstgestrickte Therapie, denn ich habe schon immer unendlich viel gebastelt und gewerkelt, um mir wenigstens damit Erfolgserlebnisse und ein gutes Gefühl zu verschaffen.
    Und als ich mit kranker Tochter in der Reha war (als ziemliches Wrack), habe ich 4 1/2 Monate kaum was anderes gemacht als meine Basteltherapie in den freien Stunden in meinem Zimmer, ich habe Tochters Station mit Weihnachts-, Faschings- und Frühlingsdeko versorgt.

    Ein ganz wichtiger Punkt für mich ist die bewusste Anerkennung von Freude und Dankbarkeit. Ich bemühe mich, diese Momente zu erkennen und zu benennen, gerne auch demjenigen gegenüber, der sie ausgelöst hat. So gebe ich ihnen für mich viel mehr Gewicht und Bedeutung.

    Ja, da stimme ich dir vollkommen zu. Das habe ich auch gelernt und das hilft mir sehr.
    In meiner Geschichte ist das ja auch ein entscheidender Moment.


    Etwas ist mir noch aufgefallen an deinem Zitat der Therapeutin, die sagte, dass Depression nicht heilbar ist.
    Diese Formulierung wäre für mich nicht hilfreich, denn dann gibt es ja nie Licht am Ende des Tunnels.
    Ich würde es lieber so formulieren: Die Veranlagung zur Depression ist nicht heilbar, die akute Erkrankung aber durchaus.


    Wie schön, dass du mit deinen Monstern in relativ harmonischer WG leben kannst!

  • Sonne, das habe ich schon vermutet, dass es so nicht von Dir gemeint war. :) Gut, dass Du geantwortet hast, da kann ich mir viel, von dem, was ich zu dem Satz mit der Zeit schreiben wollte, sparen. ;-)


    Ich habe mich auch anfangs gefragt, warum ich nicht so gut damit umgehen kann, wie z.B. Barbara P.E. oder Claudia. Auch bei ihnen ist die Trauer ja nicht weg, aber sie haben eben ihren Weg gefunden, sie in ihr Leben so zu integrieren, dass sie trotzdem wieder gut leben können. Mit Einbrüchen immer mal wieder, insbesondere an Jahrestagen. Barbara ist wieder verheiratet, war schwanger und hatte eine Fehlgeburt. A.rschloch-Schicksal! Aber auch das hat sie überstanden. Wahnsinn... Ich dachte, ob ich mehr machen müsste, etwas anders machen müsste. Unsinn. Jeder geht seinen ganz eigenen, individuellen Trauerweg. Ich tue, was ich kann, wie ich es kann. Lesen zum Thema hilft. Ist aber oft schwierig, Ich habe sehr große Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren. Lange lesen geht oft nicht mehr gut. Das geht mir auch sehr oft bei langen Threads hier im Forum so, besonders, wenn die einzelnen Beiträge auch noch lang sind. Eh ich dann soweit bin, dass ich meinen Senf dazugeben könnte, ist der Thread veraltet. :rolleyes3:


    Ich versuche Yoga zu machen, so gut es geht. Das ist manchmal schwierig, weil alle meine körperlichen Zipperlein leider auch gefühlt hundertmal schlimmer geworden sind; z.B. die chronische Magenschleimhautenzündung; Athrose, Tinnitus, Rücken rauf und runter... So dass Yoga erstmal eine Qual ist. Ich gehe zum Rehasport für den Rücken. Mit Meditation möchte ich mal mein Glück versuchen. Auch wenn ich fürchte, dass es bei mir nicht viel wird, mit "stillen Reisen", weil ich dann die ganze Zeit heulen muss. Aber vielleicht klappt das mit der Zeit ja immer besser.


    Ich hoffe, ich werde nicht gezwungen, Psychopharmaka zu nehmen (die nette Dame von neulich deutete so etwas an und war sehr entrüstet, dass ich das bisher abgelehnt habe), um damit vielleicht meine Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Ich will nichts verteufeln, sie mögen bei manchem gute Dienste leisten; aber ich für mich möchte das nicht.


    Jul und Sonne, die Angst, die Ihr um Eure Kinder haben musstest und vielleicht immer noch habt, ist ganz furchtbar und das tut mir leid. :knuddel Ich kann mir gut vorstellen, dass Euch das auch immer begleitet. Bei mir ist die Angst, dass meinem Sohn auch noch etwas passieren könnte, auch immer da. Auch wenn ich ja nun weiß, dass ständige Angst und Sorge gar nichts verhindern.


    CoCo, es fällt mir so schwer, etwas zu deiner Geschichte zu schreiben. Ich finde, man kann so viel Falsches sagen, auch wenn man es gar nicht möchte. Ich weiß nicht, wie es wäre, würde ein solcher Schicksalsschlag jemanden aus meinem Bekannten- oder Freundeskreis treffen. Natürlich möchte man da sein, aber ... ich wüsste einfach nicht, was ich sagen soll, weil es vielleicht nichts zu sagen gibt?
    Was hilft dir? Was möchtest du, was möchtest du nicht? Was ist, mal abgesehen von diesen wirklich verletzend-anmaßenden Kommentaren, etwas, was gar nicht geht?


    Jetzt muss ich nochmal Luft holen und dann antworte ich darauf... ;)

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~