Samstag abends unterwegs; seh' ich das zu locker?

  • Guten Abend


    So. Ich muss dann jetzt doch mal fragen, nachdem hier die Eltern von zwei Freundinnen der Lütt (14) etwas, wie ich finde, speziell reagieren.
    Samstag(s) wollen die in 'ne Eislaufhalle in einer anderen Stadt. Die schließt um 20 Uhr. Von dort müssten sie mit dem Zug noch ca. 20 min mit dem Zug fahren. Die Halle ist nur einen Steinschlag vom Bhf weg.
    Bisher wurden sie dort abwechselnd von einem Elternteil abgeholt und zu Hause zugestellt. Nun sehe zumindest ich nicht mehr wirklich ein, erst in das andere Kaff zu fahren, sie dort abzuholen und dann heim zu fahren. Ich hätte jetzt kein Problem die Lütten (alle mind. 14; unterwegs wären sie mind. zu dritt) wenigstens bis zum Heimatbhf. fahren zu lassen, sie dort abzuholen und dann nach Hause zu fahren. Der zeitliche Aufwand wäre derselbe, allerdings bliebe das Gefahre in die andere Stadt aus.
    Allerdings haben die Eltern der anderen Lütten wohl etwas Bedenken. Eher diffus und mit "allgemeiner Gefährdungslage"-Begründung. Also mehr diffuse Bedenken, denn handfeste Argumente.
    Die eine hat schon ''nen Freund, aber soll nicht Zug fahren dürfen. Die wird quasi von überall abgeholt oder hingebracht. Sie selbst fände das wohl auch besser, aber die Eltern sind da halt etwas eigen.
    Sehe ich das zu locker, 'ne 14-jährige samstags (mal) bis halb neun abends unterwegs sein zu lassen?


    Instetten

    "Er hatte sich zuende gelebt, war ausexistiert." T. Bernhard - Der Untergeher

  • Im Grunde kannst du erstmal froh sein das deine Tochter Freundinnen hat die weniger dürfen als sie selbst. :D Andersrum wirds eher stressig.


    Also ich hätte damit auch kein Problem, aber was willst du machen ? Du kannst schlecht die Ansicht der anderen Eltern untergraben .

  • Hallo Instetten,


    also erstmal krame ich in meinem Gedächtnis...


    Ich durfte als Großstadtkind in dem Alter von 14 Jahren tagsüber alleine U Bahn fahren aber beileibe nicht nach 19 Uhr oder Einbruch der Dunkelheit.. Ab 16 Jahren durfte ich dies in Begleitung anderer ab 18 dann durfte ich für mich entscheiden..



    Als Mama habe ich da gemischte Gefühle... ich denke ja, Selbstständigkeit ist gut und richtig und muss sein.. auf der anderen Seite denke ich auch, Gefahren lauern an jeder Ecke... (s.Fall Miko aus Grevenbroich... )


    Das gesunde Mittelmaß zu finden stellt auch mich vor eine echte Herausforderung...


    Zu Letzt: ja, ich persönlich finde es zu früh 14- jährige Mädels jetzt - gerade zu Beginn der dunklen Jahreszeit - nach Einbruch der Dunkelheit alleine mit der Bahn durch die Weltgeschichte gondeln zu lassen... damit hätte ich auch ein Problem...

    Liebe Grüße
    Dani




    Gefühle brauchen keine Rechtfertigung - sondern Verständnis


  • liegen die Bedenken der anderen Eltern an der Uhrzeit ? an der Bahnfahrt ansich? oder an der Dunkelheit ?



    Tochterkind (fast 13) fährt seit 2 Jahren in eine 18km entfernte Schule mit dem Bus ... morgens um 6:52, an zwei Nachmittagen um 16 Uhr zurück und an
    den anderen um 17:45 Uhr , da ist sie dann um 18:10 bei uns im Ort ... je nach Jahreszeit ist es jeweils noch bzw. schon dunkel...



    Ich würde sie fahren lassen und am Heimat-Hbf abholen und verteilen.


    Voraussetzung wäre, dass ich meine Tochter jederzeit über Handy erreichen kann und sie auch wirklich den abgesprochenen Zug nehmen und nur zusammen
    das Eisstadion verlassen.

    Hunger


    Pipi


    kalt !


    So sind Mädchen halt.

  • Hi,


    also wenn sie mit mehreren sind und es nicht tief in der Nacht über einsame Wege geht, hätte ich jetzt auch kein Problem mit :frag


    Meine Tochter ist 13 und dürfte das!!! ( Gut <<zugeb>> sie hat nen älternen Bruder, da habisch schon geprobt :crazy )




    lg duechesse :strahlen


    PS: ( Gut daß meine Eltern heute noch nicht wissen, wo ich mich früher so rumgetrieben hab. Eigentlich konnte ich daß überhaupt nicht überleben :tot )

  • Klar bin ich froh drüber.
    Ich durfte früher auch, als es anfing das wir um die Häuser zogen, länger draußen bleiben. Das war natürlich cool.
    Auch wenn ich im konkreten Fall nicht unbedingt der Meinung bin, über das Ziel hinaus zu schießen, sehe ich mich doch manchmal der Frage ausgesetzt: bin ich, als Elternteil bei dem das gemeinsame Kind nicht seinen Lebensmittelpunkt hat, manchmal zu lässig?

    Als Mama habe ich da gemischte Gefühle... ich denke ja, Selbstständigkeit ist gut und richtig und muss sein.. auf der anderen Seite denke ich auch, Gefahren lauern an jeder Ecke... (s.Fall Miko aus Grevenbroich... )


    Deshalb schrieb ich ja kurz von dem Freund der einen.
    Ich halte das Risiko beim "Freund", das da was "passiert" (Stichwort Schwangerschaft) für deutlich höher. Natürlich sind Fälle wie du ihn ansprichst schlimm. Gleichwohl ist das Risiko eher sehr gering. Das wird durch die Medien einfach zu häufig verzerrt dargestellt.
    @ mokeline
    Naja, die Bedenken sind eher diffus. Die eine darf schon nur nach Absprache allein mit dem Bus nach Hause fahren nach dem Kino z.B. Sonntags gg. 18 Uhr. Innerhalb der Stadt :schiel
    Und telefonisch sind die natürlich erreichbar ;)

    "Er hatte sich zuende gelebt, war ausexistiert." T. Bernhard - Der Untergeher

  • Im Grunde kannst du erstmal froh sein das deine Tochter Freundinnen hat die weniger dürfen als sie selbst. Andersrum wirds eher stressig.



    das kann ich bei meiner Tochter bestätigen. Ich kann eigentlich ALLES erlauben, denn die anderen dürfen viel weniger :lgh
    Also fällt das meiste eh ins Wasser, Tochter steht gut da ( vor ihren Freunden) und ich bin die tolle Mama:-))


    Aber ich kann mich eh 100% auf sie verlassen und muss bzw. musste noch nie was verbieten. :bet


    lg duechesse :strahlen

  • Ich halte das Risiko beim "Freund", das da was "passiert" (Stichwort Schwangerschaft) für deutlich höher. Natürlich sind Fälle wie du ihn ansprichst schlimm. Gleichwohl ist das Risiko eher sehr gering. Das wird durch die Medien einfach zu häufig verzerrt dargestellt

    an ne Schwangerschaft hab ich ja jetzt noch gar nicht gedacht... :lach


    Nein, wenn Du denkst, die Strecke ist sicher, sie können im Ernstfall über Handy Hilfe holen, wenn also eher an den Fall Mirko gedacht, so was sich anbahnt, wenn sie zusammen bleiben und gemeinsam bis zum letzten Elternteil warten kann man die Gefahren sicherlich sehr minimieren und da würde ich mich vermutlich auch von überzeugen lassen, wenn man sich denn auch auf alle Beteiligten verlassen kann... und es eine Gruppe mehrerer Kids ist.. ;)

    Liebe Grüße
    Dani




    Gefühle brauchen keine Rechtfertigung - sondern Verständnis


  • Naja, die Bedenken sind eher diffus. Die eine darf schon nur nach Absprache allein mit dem Bus nach Hause fahren nach dem Kino z.B. Sonntags gg. 18 Uhr. Innerhalb der Stadt


    Ich denke das Problem ist, dass viele Eltern ihre Kinder in der heutigen Zeit einfach überbehüten. Früher ging Kind, die meisten jedenfalls, nach kurzer Eingewöhnung schon in der ersten Klasse allein zur Schule. Heute werden teilweise noch 10. Klässler von den Eltern zur Schule gebracht. Irgendwie traut man den Kindern immer weniger zu.
    Die Mädchen sind zu dritt und haben wie du schreibst nur einen kurzen Weg bis zum Bahnhof. Für mich spräche nichts dagegen die Mädels mit dem Zug fahren zu lassen.

  • Aber ich kann mich eh 100% auf sie verlassen und muss bzw. musste noch nie was verbieten.


    Auch so ein Punkt der es mir nicht unbedingt leichter macht.
    Die Trennung von einem Elternteil verändert, mMn, zwangsläufig die Beziehung zwischen Elternteil und Kind. Ja, ich glaube tatsächlich ich hätte heute eine andere Beziehung zu meiner Tochter als die wie sie jetzt eben ist. Wenn wir also "Eltern" geblieben wären ...
    Ist die Basis die ich heute habe tatsächlich eine "umfassende"? Viele Dinge finden hier nur verzögert oder gar nicht statt. Und ist diese Basis tatsächlich auch gut belastbar? Sprich, vertraue ich ihr auch in einer Ausnahmesituation? Oder bin ich zu "blind" für die Probleme des Alltags? Ich weiß es nicht. Da fehlen mir "empirische" Werte.

    "Er hatte sich zuende gelebt, war ausexistiert." T. Bernhard - Der Untergeher

  • Es sind einige Mädchen zusammen und es ist nicht spät nachts, bloß dunkel.


    Ich verstehe das Unbehagen, würde es aber dennoch erlauben.


    Meine ist 13, wir haben ähnliche Situationen so gehandhabt, dass sie erreichbar sein sollte.


    Das sie nicht unbedingt ans Handy geht ist ein anderes Thema ;)

  • Irgendwie traut man den Kindern immer weniger zu.


    im Gegenzug wird leider aber auch immer mehr verlangt von den Kindern, das off Topic.


    Ich glaube kaum, dass die Straße gefährlicher ist als vor 30 Jahren, jedenfalls nicht um 20:00Uhr.
    Eine 14-jährige mit zwei Freundinnen im Schlepptau um 20:00 Uhr (also absolut zivile Zeit)... ich hätte keine Bedenken.


    Sohni (12) ist jetzt montags um 21:00 allein unterwegs, habe beschlossen ihn nicht mehr abzuholen, wenn er mit dem Fahrrad zum Sport gefahren ist. Es ist nur ein Kilometer...die anderen Kinder werden brav abgeholt.


    LG Lotta, die mit 14 auch in Berlin mit Freundinnen abends unterwegs war

    edit: Rechtschreibfehler gefunden und korrigiert


    Nur wer einen Schatten hat, steht auf der Sonnenseite des Lebens!

    Einmal editiert, zuletzt von Lotta24265 ()

  • Auch so ein Punkt der es mir nicht unbedingt leichter macht.
    Die Trennung von einem Elternteil verändert, mMn, zwangsläufig die Beziehung zwischen Elternteil und Kind. Ja, ich glaube tatsächlich ich hätte heute eine andere Beziehung zu meiner Tochter als die wie sie jetzt eben ist. Wenn wir also "Eltern" geblieben wären ...
    Ist die Basis die ich heute habe tatsächlich eine "umfassende"? Viele Dinge finden hier nur verzögert oder gar nicht statt. Und ist diese Basis tatsächlich auch gut belastbar? Sprich, vertraue ich ihr auch in einer Ausnahmesituation? Oder bin ich zu "blind" für die Probleme des Alltags? Ich weiß es nicht. Da fehlen mir "empirische" Werte.


    Klar verändert sich die Beziehung nach einer Trennung, aber auch in einer vollständigen Familie ändert sich die Beziehung untereinander öfters. Und es muss ja nicht zum negativen sein.


    Ich glaube fest daran, daß wenn der Grundstein des Vertrauens gelegt ist, kann er durch den Lauf des Lebens zwar Risse bekommen und erschüttert werden, aber nie ganz zerstört werden. ( Damit meine ich das Vertrauen des Kindes in die Elternteile -- nicht umgekehrt :D ) Natürlich muss man dafür dran Arbeiten!! Sich bemühen und immer zeigen, daß man da ist und interessiert am Leben des Kindes!!!


    Außerdem glaube ich auch, daß es für Kinder gut ist, wenn sie Elternteile haben, die nicht gleich ticken!! Ruhig der eine strenger, zurückhaltender, behütender----dafür der andere offener, unbesorgter usw.
    Das gleicht aus und tut den Kindern gut, sie profitieren von den unterschiedlichen Sichtweisen!!


    lg duechesse :strahlen

  • Hi Instetten,


    objektiv ist eine Fahrt mit dem Auto wesentlich gefährlicher als mit der Bahn, vor allem abends auf der Landstraße. Und wenn die drei Mädels zusammen sind schon mal sowieso. :D


    Außerdem ist Deine Tochter cool und souverän, kann Gefahren realistisch einschätzen und handelt überlegt: wenn ihre Freundinnen ähnlich gestrickt sind, dann hätte ich keine bedenken. :daumen


    LG


    Flo

    Mein Traum: automatische Fabriken die alles produzieren was wir brauchen. Niemand muss arbeiten und alle haben Zeit für Kinder, Eltern und Freunde.
    Mein Alb-Traum: diese Fabriken gehören den Reichen und wir Menschen leben abhängig in Knechtschaft.

    Einmal editiert, zuletzt von Florian ()

  • Meine ist gerade 13 geworden und ich würde es auch erlauben!
    Ich sehe es, wie die meisten anderen - es ist nicht spät, es ist nur dunkel!
    Morgens müssen sie im Winter ja auch in die Schule - da ist es auch dunkel!


    Und Kindesentführer und Mörder gibt es, aber die schlagen auch nachmittags zu, wenn es passt.
    Deshalb kann ich mein Kind nicht einsperren, bzw. nicht selbsständig werden lassen!


    Voraussetzung wäre auch bei mir, daß sie zusammenbleiben!


    Übrigens wurde hier vor ein paar Wochen auf einem Feldweg eine erwachsene Frau von einem 14- jährigen niedergestochen - am hellichten Tag!
    Man kann leider nicht jede Gefahr ausschließen!

    " Lebensmotto" Alle Sorgen hinaus auf`s Meer schicken und kleine Gluecksmomente sammeln, wie Muscheln am Strand

    Einmal editiert, zuletzt von Quirina ()

  • Ich komme mir auch immer vor wie eine Rabenmutter bei Elternversammlungen, weil ich meinem Sohn mit 13/14 Jahren zutraue alleine mit der tram vom Alex nach hause fahren zu lassen. Das sind ca. 15 Minuten mit der Bahn. Das Geschrei war groß bei der Elternversammlung, viele Jugendliche müssen dann bei Wandertagen erst bis zur Schule und dann nach Hause. Ein Junge darf nicht alleine zuhause bleiben, nur wenn z.B. mein Sohn dabei ist. Versteh ich auch nicht, gerade zu zweit fällt einem doch mehr Unsinn ein. (kennt man ja aus seiner Jugend :D )


    Bei uns ist es eher umgekehrt, dass alle anderen Freunde ALLES dürfen, z.B. bis Mitternacht in der Skatehalle bleiben, nur er nicht. Das stellte sich nach Telefongesprächen mit betroffenen Eltern dann anders dar. Dort wurde es umgekehrt erzählt. :D


    Ich denke: wenn man Vertrauen in die Jugendlichen hat und sie selbstständig sind, dann sind sie besser gegen "böse" Menschen gewappnet. Immer kann man seine Kinder nicht beschützen und passieren kann leider auch im Hellen was. Irgendwann MUSS man auch loslassen, auch wenn es schwerfällt.

  • Guten Abend


    Erstmal Danke für die ganzen Reaktionen.
    Ich lese den Grundtenor so, das ich offenbar nicht ganz an der Realität vorbei ticke. Das beruhigt mich ja schon mal :schwitz
    Da sich das diesen Winter wiederholen wird, werde ich versuchen das Gespräch zu suchen. Sollte das nicht gewollt sein mit der Zugfahrt, werde ich mich entsprechend am "Pubertistentaxi" beteiligen.
    Es ist halt zeitlich kein wirklicher Unterschied ob die nun mit der Bahn fahren oder dort abgeholt werden, das Risiko (gerade hier wenn Schnee liegt) dürfte, da hat Florian ganz recht, wesentlich größer sein, dass da auf der Straße was passiert und es kommen die jeweiligen Fahrtkosten für die Eltern dazu. Nicht viel, aber es läppert sich.
    Wir werden schauen.


    Instetten

    "Er hatte sich zuende gelebt, war ausexistiert." T. Bernhard - Der Untergeher

  • ich glaube, so was favorisiert sich vorrangig über die vorhandene Zeit der Eltern :brille

    Lieber Gruss


    Luchsie


    Dein Denken kann aus der Hölle einen Himmel und aus dem Himmel eine Hölle machen.


    Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug. (Epikur)