Ich weiß nicht ob ich das noch lange aushalte

Die Registrierung ist wieder eröffnet! Wir begrüßen euch recht herzlich bei uns im Forum!
  • Hallo :)


    Ich habe mich frisch angemeldet, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß, ich kann nicht mehr und ich weiß nicht einmal wo ich anfangen soll zu erzählen. Ich muss wohl etwas weiter ausholen, damit ersichtlich wird in was für einem Dilemma ich tatsächlich stecke. Der Text könnte länger werden und vermutlich werden sich einige an den Kopf fassen und sich fragen, wie dumm man sein muss um sich so etwas bieten zu lassen.


    Ich (in ein paar Tagen 23) habe vor etwa 7 Jahren einen Mann kennen gelernt, er war damals 18 und lebte auf der Straße. Er war schwer drogenabhängig, psychisch am Ende und hatte die Hölle hinter sich, bzw stecke immer noch mitten drinnen.


    Ich dagegen, war 16, naiv und immer hatte immer schon das Bedürfnis Leuten zu helfen. Wir freundeten uns an, ich gewann langsam sein Vertrauen. Ab diesem Zeitpunkt sollte mein altes Leben aufhören und mein neues beginnen, ein Leben das sich nur noch um ihn dreht.


    Ich habe, logischerweise noch zuhause gelebt, gerade eine Ausbildung als Fotografin begonnen und war voller Lebensfreude, optimistisch und, ich kanns nicht oft genug sagen ... naiv.


    Ich habe mich in diesen Mann verliebt, mein neues Lebensziel war es ihn zu "retten". Anfangs schlief er ein paar mal die Woche bei uns, irgendwann zog er sozusagen einfach bei mir und meiner Mutter ein. Da meine Mutter das auf Dauer nicht duldete, stellte sie mich vor die Wahl. Entweder er geht oder wir müssen beide ausziehen.


    Ein paar Wochen später sind wir ausgezogen, da ich immer noch fest entschlossen war, dass ich ihm helfen kann, das es ihm bald besser geht, wenn er sieht, dass es Menschen gibt die sich um ihn kümmern.


    Zeitsprung


    6 Jahre später. Es hatte sich nichts geändert. Unzählige Therapien, Nervenzusammenbrüche und täglich neue Kämpfe, aber nichts wurde besser. Er war nach wie vor Heroinsüchtig, depressiv, hoffnungslos.


    Ich hatte alles für diesen Menschen aufgegeben, meine Freunde haben sich von mir abgewandt, meine Familie hat den Kontakt abgebrochen. Ich habe Schulden gemacht für ihn. Mein Leben drehte sich Jahre lang nur um ihn, ich war egal. Ich habe mich anschreien lassen, demütigen, benutzen, ausnutzen, einfach alles. Und immer noch wollte ich ihn "retten".


    Das ich schwerst Co-Abhängig war wollte ich nicht einsehen, ich wollte es einfach nicht wahrhaben. Alles Blödsinn, ich wollte mich doch nur um meinen Freund kümmern, das ist doch ganz normal.


    Er hat heimlich meine Sachen verkauft um an Drogen zu kommen, hat mich seelisch erpresst, mir Geld gestohlen und mich immer wieder dazu gebracht noch mehr Geld zu besorgen. Ich habe mir alles gefallen lassen, bewusst mein Leben aufgegeben um ihm eines zu ermöglichen.


    Dann kam der verhängnisvolle Tag der alles änderte. Ich wurde schwanger, ich weiß nicht wie das passieren konnte, wir haben immer mit Kondom verhütet, da ich Angst hatte, dass er sich aufgrund seiner Heroinsucht mit irgendwas angesteckt haben könnte.


    Trotzdem bestätigte mir der Frauenarzt, dass ich in der 10. Woche bin.


    Ich stand vor der schwierigsten Entscheidung meines Lebens. Kind oder Freund? Er wollte nie Kinder, er könnte sich sowieso nicht darum kümmern. Ich habe über Abtreibung nachgedacht, ich habe nächtelang geweint und wusste nicht mehr weiter.


    Er brauchte mich doch, ich war der einzige Grund warum er überhaupt noch am Leben ist, wenn ich ihn verlasse wird er das nicht verkraften, aber ich kann doch kein Kind in so eine kaputte Beziehung hinein wachsen lassen.


    Dann fiel die Entscheidung, ich fing an umzudenken. Von einen Moment auf den anderen realisierte ich, dass es so nicht weitergehen kann, ich kann kein Unschuldiges Wesen töten, nur um meinem Freund Unannehmlichkeiten zu ersparen.


    Ich trennte mich, fing eine Therapie wegen Co-Abhängigkeit an.


    Jetzt bin ich in der 34. SSW und es ist die absolute Hölle. Seit Monaten terrorisiert er mich, steht ständig vor meiner Tür, verfolgt mich, randaliert, beschimpft mich auf übelste. Ich bin ganz allein, da ich meine Freunde und Familie für ihn aufgegeben habe. Ich sitze fast nur noch herum und weine. Ich kann einfach nicht mehr. Manchmal frage ich mich ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, ob es nicht einfacher gewesen wäre bei ihm zu bleiben. Aber dann fühle ich mich schuldig, da ich mein kleines Mäuschen doch liebe und mich so sehr auf sie freue.


    Aber es wird immer schlimmer, durch den ganzen Stress mit ihm hatte ich schon öfter starke Blutungen und es gab Komplikationen. Ich muss höllisch aufpassen, da ich ab und zu bereits leichte Wehen bekomme, die Gefahr, dass es eine Frühgeburt wird ist enorm, aufgrund dieses psychischen Drucks.


    Er will das Kind sowieso nicht, er wird auch keine Vaterschaft anerkennen und mir vermutlich nie einen Cent Geld zahlen, da er sowieso nichts hat. Ich weiß nicht einmal ob er eine Wohnung hat, aber ich glaube, dass er zur Zeit wieder auf der Straße lebt.


    Wenn ich nicht hochschwanger wäre, würde ich meine Sachen packen und in eine andere Stadt, oder besser in ein anderes Bundesland ziehen und ich wünschte ich hätte das gleich nach der Trennung getan.


    Wie soll das alles weitergehen? Was ist wenn er nicht aufhört, wenn das Kind da ist? Ich will nicht, dass meine kleine Maus in Angst aufwachsen muss. Ich erwarte nichts von ihm, ich habe nie etwas von ihm erwartet, alles was ich will, dass er sich komplett aus meinem Leben verpisst und mich und meine Tochter in ruhe lässt.


    Ich weiß gar nicht was für Antworten ich mir erhoffe, aber es hat gut getan, sich das alles von der Seele zu schreiben, auch wenn es wohl etwas wirr ist und für die meisten Menschen absolut unverständlich sein dürfte.


    Ich fühle mich einfach so hilflos, alleine, im Stich gelassen und verzweifelt. Ich kann mich nicht einmal richtig auf meine Tochter freuen, da ich weiß, dass danach alles noch viel schwieriger wird :(


    Danke fürs "zuhören"


    Lg Miss Sunshine

  • du brauchst jetzt viel kraft und auf jeden fall unterstützung. informiere doch mal bei einer beratungsstelle für schwangere. hier in deutschland nennt sich das pro familia oder zur caritas...ganz liebe grüße

    " Während wir noch traurig sind über etwas, das geschehen ist, wächst ganz tief in uns schon der neue Mut für das, was sein wird.
    Leise, beharrlich, unaufhaltsam." (Verfasser unbekant)

  • es war sicherlich der falsche mensch -- aber er hat dir ein unglaubliches geschenk gemacht - ein wunderbares neues Leben, daß DU begleiten darfst....


    an deiner Stelle würde ich eine neue Wohnung suchen und das kennenlernen etc begleitet von Statten gehen lassen...


    Meine Erfahrung sagt mir - er muß richtig im Dreck liegen und um Hilfe bitten, bis Du eine Chance hast, ihn zu Hilfsangeboten zu begleiten - halt Zwergie raus...


    Ich wünsch Dir viel Kraft

    "all your lives a cosmic joke" lemmy
    2 Kids *2007 *2010

  • Gibt es bei euch sowas wie ein Frauenhaus?? Wenn dann würd ich da hingehen. Erzähl denen wie du es hier geschrieben hast. Erzähl von den Bedrohungen, das er vor deiner Tür steht, das eine Frühgeburt bei dir droht.
    Ich bin sicher sie nehmen dich auf,dort bist du erstmal geschützt und kommst zur Ruhe. Dann kann sich auch dein Mäuschen beruhigen und ihr sammelt Kraft für die Geburt.
    Die Mitarbeiter dort können dir auch bei einer Wohnungssuche helfen,aber erstmal kommt zur Ruhe.
    An Umgang kannst du nach der Geburt auch noch denken. Jetzt stehen erstmal die letzten Wochen der Schwangerschaft an.


    Alles Gute für dich und Mäuschen!

  • Puuuh...fühl dich mal lieb gedrückt.
    Zu allererst: Ich finde es ganz toll, dass du es aus der Co-Abhängigkeit geschafft hast. Ich habe bei Bekannten gesehen, welche Ausmaße Co-Abhängigkeit annehmen kann.


    Du schreibst, du bist zur Zeit ganz alleine; hast du versucht, einen Schritt auf deine Familie/Freunde zuzugehen? Vielleicht wäre das ein erster, ganz wichtiger Schritt - du wirst auch in Zukunft ein soziales Netzwerk brauchen und deiner Kleinen wird es gut tun.
    Vielleicht findest du auch Gleichgesinnte in einem Geburtsvorbereitungskurs?


    Was den Kerl angeht... Polizei anrufen, Familie/Freunde mobilisieren (deswegen: den ersten Schritt machen).
    Lass dich nicht weiter terrorisieren - du hast soviel mitgemacht und angefangen, dich selber aus dem Sumpf zu ziehen. Such dir sonst ein Frauenhaus - da wird man beraten - auch in solchen Fällen.


    Und mal zur Hauptperson: versuch alles in Ruhe anzugehen. Ja - ich weiß, es ist leichter gesagt als getan. Aber versuch es. Eben durch Beratung, Familie und Freunde findet sich Ruhe, Zuverlässigkeit - genau das, was wir Schwangeren brauchen.


    Alles Gute, du schaffst auch das!
    Lieben Gruß vom Spray und Maili - 30. Ssw :schwanger

  • Werde wirr noch unverständlich!!!!! Ich kannbedauerlicherweise sehr gut verstehen wie Du fühlst und zum Teil sogar wie Du gehandelt hast.
    Das Du Dich für Dein Mädchen entschieden hast ist genau das richtige gewesen.
    Wenn Du Dich bei deinen Eltern melden würdest, wie würden sie reagieren??

  • Danke erstmal für eure schnellen und lieben Antworten :)


    @JacquesMama


    Ja, es gibt hier Frauenhäuser, ich war sogar kurzzeitig in einem, als ich kurz nach der Trennung Angst davor hatte, dass er mir etwas antun könnte. Leider habe ich dort ziemlich schlechte Erfahrungen gemacht, habe mich überhaupt nicht wohl gefühlt und wurde dort ziemlich ausgegrenzt. Ich wurde mit Vorwürfen beworfen, dass ich doch selbst Schuld an meiner Misere bin und ein anderen Frau, die vielleicht von ihrem Mann misshandelt wird den Platz wegnehme, wurde dort sozusagen regelrecht rausgemobbt. Deshalb habe ich ehrlich gesagt Angst erneut ein solches aufzusuchen.


    Glitzerspray


    Dankeschön, ich muss zugeben es war nicht einfach, aber das Wunder das in meinem Bauch heranwächst hat mir immer die nötige Kraft gegeben und mich sozusagen motiviert nicht aufzugeben und erneut schwach zu werden :)


    Ich habe versucht mit meiner Mutter Kontakt aufzunehmen, ich habe mir so sehr gewünscht, dass wir uns wieder versöhnen können und von vorne beginnen. Leider hat sie total abgeblockt, mir vorgeworfen, dass sie meinetwegen Qualen und Ängste durchlitten hat. Ich kann sie ja auch verstehen, ich habe damals nicht viel darüber nachgedacht, was ich ihr damit antue. Sie hat gesagt, dass ich ihre Hilfe und ihren Rat damals nicht angenommen habe und nun selbst Schuld sei, dass ich allein dastehe. Ich hätte mich für die Hölle entschieden obwohl der Himmel so nah war und was weiß ich nicht alles. Es tut mir wirklich weh, dass sie so kalt ist :(


    Mit ein paar meiner alten Freunde habe ich ein bisschen Kontakt und bin langsam dabei ihr Vertrauen wieder zu gewinnen, aber alle sind sehr skeptisch mir gegenüber.


    Ja, zur Ruhe kommen ist wirklich leichter gesagt als getan. Er war vorhin wieder vor meiner Tür und hat herumgeschrien, ich glaube einer der Nachbarn hat wieder mal die Polizei gerufen. Wenn das so weiter geht werde ich noch meine Wohnung verlieren. Lang machen das meine Nachbarn wohl nicht mehr mit.


    Christian 144


    Dankeschön.


    Du hast recht und ich bereue die Entscheidung auch nicht, aber wie gesagt, manchmal überkommen mich Zweifel ob ich dem ganzen wirklich gewachsen bin. Ich bin einfach voller Angst, Angst um mich, meine Tochter und meine Zukunft.


    Wie oben bereits geschrieben, hat meine Mutter leider total abweisend reagiert. Zu meinem Vater habe ich schon seit 15 Jahren keinen Kontakt mehr, da er damals einfach gegangen ist und kein Interesse an mir hatte. Ich hatte noch nie viele Bezugspersonen, aber durch meinen Ex Freund habe ich sie alle verloren. Und ihr Vertrauen wieder zu gewinnen ist schwieriger als gedacht :/

  • Nein, mittlerweile nicht mehr. Ich muss sagen, egal wie schlecht er mich behandelt hat, psychisch. Er hat mich nie geschlagen oder ist mir gegenüber irgendwie gewalttätig geworden. Aber kurz nach der Trennung hatte ich einfach Angst davor, dass er komplett durchdreht. Mittlerweile habe ich einfach nur noch Angst, dass er mich psychisch komplett zunichte macht, was nicht mehr allzulang dauernd wird, wenn er nicht endlich aufhört mich zu tyrannisieren.

  • hast Du schon einmal die Polizei gerufen oder einen netten möglichst breitschultrigen Nachbarn gefragt ob er Dir helfen würde wenn er wieder vor der Tür steht?

  • Hi,


    es liest sich so, als hättest du deine Ausbildung abgeschlossen, trotz des Stresses, richtig? Falls ja, das ist sehr gut. Das ist bestimmt ein schöner Beruf, der einem viel positives entgegenbringen kann, so stelle ich es mir vor. Bald wirst du eine Mama sein. Auch eine tolle Sache wie ich finde, so mit das Beste was einem passieren kann. Bei Freunden und Familie hast du dich gemeldet, das ist auch gut. Ich vermute, sie haben einfach Angst wieder zu vertrauen, wegen deines Ex-Partners.


    Wenn du es schaffst, dich von ihm zu lösen wird es auch leichter, sich dir wieder zuzuwenden.


    Schaffe Distanz zu ihm, innerlich wie äußerlich, grenze dich ab. Er kann sich nur selbst retten. Und du dich.


    Viel Glück!

  • :troest lass dich mal drücken süße. du hast die einzige richtige entscheidung getroffen und die schwerste zeit - nach der trennung überstanden.
    ich kenne das gefühl und co-abhängigkeit. 12 jahre mit einem alkoholkrankem und 4 gemeinsamen kindern ist mehr als genug.... ich weiß, daß man dem anderem nicht helfen kann, wenn er es selber nicht zulässt. wobei ich sagen muß, daß es bei uns nicht so heftig war, wie bei euch, trotzdem leidet man da runter....


    ich würde trotzdem ein umzug in eine andere stadt riskieren, denn ich denke, daß deine angst nicht aufhören wird. er hat dich bis jetzt nicht geschlagen, aber er ist eben schwer heroin abhäging und man kann nie wissen, wozu so ein mensch fähig ist. und in ein paar wochen bist du nicht mehr alleine, sondern auch für dein mäuschen verantwortlich und muß sie vor ihm schützen, bis er mit dem zeug nicht aufhört. ich denke nicht, daß ihr in der gleiche stadt eine gute zukunft, sicherheit und ruhe haben wird. da du ej kaum freunde hast (kenne ich selber), hast du nichts zu verlieren.

    :troest

  • das wollte ich auch fragen,hast du deine ausbildung abgeschlossen und einen beruf?
    du hast viel durchgemacht..
    das zehrt an den nerven,aber schau mal was du alles schon geschafft hast ,im grunde von jetzt auf gleich...
    du wirst nicht durchdrehen !!!
    ruf du selbst jedesmal die polizei,wenn er vor deiner tür steht und warte nicht bis das nachbarn tun oder er von selbst wieder geht.
    und zieh da weg,lass dich evtl von der diakonie beraten was du machen kannst.
    deine freunde werden sicher noch ne weile brauchen,ehe sie dir wieder vertrauen,aber wenn du eine neue whg hast,werden sie dir sicher helfen beim umzug...und hier im forum wurde auch schon viel unmögliches möglich gemacht...es wohnen sicher einige in deiner nähe und würden dir helfen beim kisten schleppen..
    du schaffst das...

    ...Wer immer nur der Herde folgt,braucht sich nicht zu wundern,wenn er nur Ärsche vor sich hat...

  • Danke für eure lieben Ratschläge und Zusprüche :)


    Ja, ich habe meine Ausbildung, zum Glück, abgeschlossen und habe auch bis vor ein paar Wochen als Fotografin gearbeitet. Nun habe ich Arbeitsverbot bekommen, aufgrund meiner Problemschwangerschaft.


    Ja, ich kann meine Freunde verstehen, dass sie skeptisch sind und auch sauer auf mich, da ich sie damals wirklich alle fallen lassen habe, nur wegen ihm. Aber bei Zweien merke ich mittlerweile, dass sie mir wieder offener werden und sich auch von sich aus mal melden. Meiner Mutter werde ich wohl noch Zeit geben müssen, es wäre jedoch wirklich schön, wenn ich auf ein bisschen Unterstützung ihrerseits hoffen könnte, sobald die Kleine da ist.


    mausleinwelt


    Es tut mir leid, dass du soetwas ähnliches auch so lange durchgemacht hast. Du hast meinen vollen Respekt dafür, dass du es nach so langer Zeit geschafft hast dich zu lösen. Ich hoffe wirklich, dass ich das auch noch schaffe.



    Ihr habt wohl recht, ich muss umziehen. Jedoch wird es wirklich schwer werden, mit einem Neugeborenen und ohne jegliche finanzielle Unterstützung. Aber ich habe schon soviel geschafft, irgendwie geht es wohl immer.


    Meine größte Priorität ist die Sicherheit meiner Tochter, für sie werde ich alles in Kauf nehmen. Ich habe mich jahrelang für einen erwachsenen Mann aufgeopfert, da werde ich wohl in der Lage sein, dass auch für ein kleines, unschuldiges Kind zu tun :)


    Ja, das Thema Polizei fällt mir ehrlich gesagt ziemlich schwer. Es klingt vielleicht komisch. Aber irgendwie bringe ich es nicht so wirklich übers Herz die Polizei zu rufen. Er tut mir in irgendeiner Weise einfach immer noch so leid, dass ich das ganze nicht noch schlimmer für ihn machen möchte. Deshalb warte ich meistens ab bis die Nachbarn das für mich erledigen, da ich dann nicht so große Schuldgefühle habe :(

  • Sunny


    Also, Dein Mitgefühl echt in allen Ehren, aber das Du noch Mitleid mit ihm hast, nicht möchtest das er noch mehr Ärger bekommt ist eine Sicht der Dinge, die entschuldige, so nicht ganz richtig ist!
    Er ist hier nicht das Opfer, er selber entscheidet jeden Tag ob er sich nen Schuss setzt oder nicht. Er entscheidet sich dazu immer wieder und jeden Tag auf neue und damit gegen Dich und Deine ungeborene Tochter.
    Du hast eine Risikoschwangerschaft. Stress, Druck und Angst ist da völlig tötlich. Deine Nachbarn in allen Ehren, aber Du schuldest es Dir, Deinem Kind und auch Deinen Nachbarn das Du für klare Verhältnisse sorgst. Polizei, Platzverweis, Verbot sich zu nähern.
    Das ist der richtige Weg. Er gehört nicht zu Dir! Er hat sich mit jedem Schuss gegen Dich entschieden! Er liebt die Nadel mehr als Dich! Er nimmt keine Rücksicht. Nicht auf Dich und nicht auf Dein Kind!
    Also kannst Du auch keine nehmen!
    Ich bitte Dich bestimmt nicht herzlos zu sein. Du hast schon sehr offen zugegeben das Du ein grosses und gutes Herz hast. Ich bitte Dich genauso herzlich zu sein wie Du es bisher gewesen bist, mit aller Kraft für einen Menschen einstehst. Mit all deiner Liebe mit all deiner Kraft. Für einen Menschen den Du noch nie gesehen hast. Der ich aber blindlings auf Dich verlässt. Der keine Wahl hat. Der sich nicht wehren kann!!
    Für den Menschen der in Deiner ganzen Geschichte das wirkliche Opfer ist.


    Ganz Liebe Grüsse Christian

  • Du hast wirklich eine verflucht schwere Zeit hinter dir und vermutlich noch einen reichlich steinigen Weg vor dir! :troest
    Du solltest wirklich beim nächsten Mal, wenn er vor deiner Tür auftaucht direkt die Polizei rufen. DU kannst damit gar nichts schlimmer machen, denn es ist seine Entscheidung vor deiner Haustür so einen Aufstand zu machen und vielleicht merkt er dann eher, dass es so nicht geht.
    Das du langsam wieder regelmäßigen Kontakt zu alten Freunden hast, finde ich großartig - der Schritt war anfangs sicher auch nicht leicht für dich, umso mehr freut es mich, dass ihr da auf einem guten Weg seid. :daumen
    Das du über die Reaktion deiner Mutter verletzt bist kann ich gut verstehen. Aber vielleicht hat sie auch nur Angst, dass sie die ganzen Ängste die sie hatte noch mal durchleben muss. Evtl. könntest du ihr regelmäßig schreiben - ihr zuerst auf die Art alles erzählen und dann immer wieder kleine Nachrichten und dann natürlich auch ein Bild ihrer Enkelin schicken??! Dann muss sie nicht sofort reagieren, hat etwas Zeit zum durchatmen und zum Gedanken machen und melden sich dann doch bei dir. Ich wünsche es dir von Herzen.
    Hol dir in jedem Fall noch zusätzliche Unterstützung durch JA oder Beratungsstellen! Hilfe und Mut-Zusprecher kann man nie genug haben!
    Vielleicht warst du in der Vergangenheit sehr naiv und unbedarft aber mittlerweile bist du auch stark. Du hast eine mutige Entscheidung getroffen und gehst jetzt DEINEN Weg und nicht mehr seinen. Man kann den anderen nicht ändern - man kann immer nur sich selbst ändern und da bist du auf einem sehr guten Weg. Geh ihn weiter, du wirst es schon schaffen!! Ich drücke dir und deiner Mini-Maus in jedem Fall fest die Daumen für die kommende Zeit :daumen

  • Wenn Du die Möglichkeit hast, umzuziehen, würde ich an Deiner Stelle sofort dort abhauen. Wenn die kleine Maus erstmal da ist, kommst Du so bald nicht mehr weg. Noch bist Du vergleichsweise mobil und ich denke, Du würdest hier im Forum auch ein par Notumzugshelfer finden, um das zu realisieren. Und bitte mach Dich nicht selber runter. Du warst als Pubi naiv und hast Dich von dem Typen runterziehen lassen - jetzt hast Du Dich gelöst und verhältst Dich sehr erwachsen. Das machst Du gut. Trau Dir wieder mehr zu und zieh Dein Ding durch. Das ist jetzt wieder dein Leben und Du gründest gerade eine Minifamilie mit Deiner Tochter. Denke nur daran, Euch zu beschützen. Das ist jetzt Deine wichtigste Aufgabe.

  • @Christian


    Du hast natürlich vollkommen recht und mein Verstand sagt mir immer wieder das selbe. Ich möchte auch auf keinen Fall meine Tochter gefährden, da sie das wichtigste auf der Welt für mich ist, obwohl sie noch nicht einmal geboren wurde. Ich weiß, dass er mich nicht liebt und mich vermutlich auch nie geliebt hat, sondern eine Art Finanzspritze/Therapeutin/Babysitterin/was auch immer, in mir gesehen hat. Als ich noch alles für ihn getan hat, war sein Leben einfacher. Jetzt wo er wieder auf sich gestellt ist, geht seine komplette Wut gegen mich und ich habe auch ehrlich gesagt ein bisschen Angst, dass das noch schlimmer wird, wenn ich ihn anzeige oder ihm die Polizei auf den Hals hetze.


    Ich will doch einfach nur meine Ruhe haben :(


    Enya


    Danke, das ist eine wirklich gute Idee. Ich werde ab jetzt wirklich anfangen ihr immer wieder kurze Nachrichten zu schicken, sie ein bisschen in meinen Alltag einführen, ihr darüber erzählen und sobald die Kleine da ist Fotos schicken, Videos für sie aufnehmen usw. Vielleicht erweicht das ja ihr Mutterherz :)


    Vielleicht werde ich ihr auch einen langen Brief schreiben, in dem ich ihr über die letzten Jahre erzähle, über meine Gefühle, meine Ängste, meine Hoffnungen. Einfach alles was sie versäumt hat.


    Dr. Dolittle


    Das Problem ist, dass ich ziemliche finanzielle Schwierigkeiten habe. Mein Konto ist eigentlich dauerhaft im Minus, ich habe offene Kredite und Schulden bei verschiedenen Versandhändlern. Alles wegen meines Ex Freundes, ich war leider immer wieder so dumm und habe ihm Geld gegeben, Geld, das ist selbst nicht einmal hatte.


    Nun wohne ich bereits in einer ziemlich kleinen Wohnung (49qm) und die kann ich mir nur leisten weil es eine Gemeinde Wohnung ist (weiß nicht ob es sowas in Deutschland auch gibt?). Alle Wohnungen die in meinem finanziellen Rahmen wären sind viel zu klein, ich kann meine Tochter doch nicht in einer 35 bis 40 qm Wohnung großziehen, in der es gerade mal eine Wohnküche, ein Schlafzimmer und ein Bad gibt?

  • Doch, das ginge. Die ersten paar Jahre würde dieser Platz für Euch zwei ausreichen und bis dahin wäre noch eine lange Zeit, da kann sich viel ändern. Nur Du und ein Baby/Kleinkind, da brauchst Du nicht viel mehr Platz, als für Dich alleine. Die Kleine braucht bloß rund 1 qm zum Schlafen und etwa 5 qm freie Fläche zum Spielen. Ihr würdet ja auch regelmäßig aus dem Haus gehen. Dann ginge das und wäre allemal besser, als der Psychoterror, der Dir dort ins Haus steht. Wenn die Kleine in den Kindergarten kommt, könntest Du auch wieder arbeiten gehen und dann könntet Ihr Euch eine größere Wohnung leisten. Ich würde es so machen, an Deiner Stelle.

  • Ist echt toll was im Strudel eines Süchtigen alles so verschwinden kann! Wie gesagt, kenne ich. Du hast eine sehr lange Reise vor Dir. Gern bin ich bereit Dir mit Rat etwas unter die Arme zu greifen. Viele andere werden es genau so tun.
    Doch Du musst auch bereit sein die ersten Schritte zugehen.
    Ich weiss das es nicht einfach ist.
    Im Augenblick siehst Du einen riesigen Berg vor Dir. Schwanger, Schulden,Ex und so weiter.
    "Wie soll ich das alleine schaffen?" " Kann nicht jemand kommen und mich retten?"
    Sind diese Gedanken schon da? Mit Sicherheit.
    Doch Du hast das richtige getan. Du hast um Hilfe gebeten. Du hast hier um Hilfe gebeten in dem Du Deine Geschichte geschrieben hast. Das war ein guter Schritt.
    Man kann Dir hier gute Ratschläge geben. Hilfe anbieten. Doch die Frage ist wärst Du auch bereit diese Hilfe anzunehmen und Ratschläge in die Tat um zusetzen?
    Ich habe Menschen erlebt die wie ein Kaninchen in der Ecke gesessen haben und zu nichts mehr in der Lage waren. Die einfach wirklich völlig am Ende waren.
    Für diese Menschen mussten Entscheidungen getroffen werden da sie selber dazu nicht einmal mehr in der Lage waren.
    Wie weit unten bist Du?
    Brauchst Du Rat? Aktive Hilfe?
    Du schreibst und Hochachtung für Deine Ehrlichkeit, nicht für die Tatsache, das Du verschuldet bist. Öffnest Du noch Deine Post?
    Du kannst wenn Du möchtest, mich gern auch pn anschreiben.


    Liebe Grüsse Christian