In Anwesenheit der Kinder über diese reden

  • Hallo Zusammen,


    ich habe ein wichtiges Thema zu dem mich Eure Meinungen und Argumente interessieren.


    Was haltet ihr davon, denkt ihr darüber wie es für das Kind ist bzw. welche Auswirkungen es hat, wenn man in Anwesenheit des Kindes mit anderen Erwachsenen über das Kind redet?


    Bsp: Mit den Erzieheriennen über das Verhalten des Kindes in der Kita. Dabei kann gutes wie schlechtes zur Sprache kommen
    oder man tauscht sich bei Besuchen mit anderen Müttern über die Kinder aus.


    Dabei ist es ja oft schwer zu vermeiden, dass die Kinder die Gespräche nicht mitbekommen.


    Wie mag soetwas auf ein Kind wirken?


    Ich erinnere mich, dass ich selber als Kind mit größtem Ineresse solchen Gesprächen meiner Mutter gelauscht habe.
    Es war mir nie unangenehm, im Gegenteil ich genoss die Aufmerksamkeit und die Tatsache, dass meine Mutter sich offenbar Gedanken über mich machte.
    Allerdings kann ich mich nicht erinnern, dass es dabei um negative Dinge ging.
    Bei negativen Dingen bzw. Problemen mit dem Kind kann das alles auch nochmal ganz anders ankommen.


    Habt ihr Erinnerungen wie ihr selber als Kind soetwas empfunden habt?


    Ich kenne einen Pädagogen der strikt gegen soetwas ist und immer genau darauf achtet nicht in Anwenseheit des Kindes über dieses bzw. auch über Erziehungsfragen zu reden.


    Was denkt ihr?

  • hallo,


    ich habe keine erinnerung daran, wie ich das als kind empfunden habe.


    allerdings finde ich das reden über mein kind mit z.b. einer erzieherung in anwesenheit des kindes als ziemlich unprofessionell! "unsere" erste erzieherin im kiga meines großen hat sicher auch in meiner anwesenheit die lausbubenstreiche meines kindes mit dem kind besprochen, und mich praktisch daran teilhaben lassen. das fand ich eine gute lösung. denn schimpfen brauch ich mein kind nicht mehr, wenn das z.b. um 10uhr morgens passiert ist und ich hol meinen sohn um 15uhr vom kiga ab, ist das schon längst in der gruppe besprochen worden und mein sohn hat wahrscheinlich auch eine reaktion von der erzieherin bekommen. insofern brauch ich das eigentlich gar nicht mehr wissen, es sei denn, es sind gravierende sachen.


    wenn es um das verhalten des kindes geht oder die soziale kompetenz bin ich der meinung, braucht man das nicht in anwesenheit des kindes besprechen. dafür kann man auch mal ein elterngespräch führen, bei dem das kind eben NICHT anwesend ist.


    wie gesagt: ich finde das besprechen wichtiger charaktereigenschaften oder auch -defizite in anwesenheit des kindes über das kind unprofessionell.


    lg casha

    *that makes me nobody so fast after*

  • natürlich in Anwesenheit des Kindes...
    aber, nicht über das Kind hinweg, sondern gemeinsam mit dem Kind :daumen

    Lieber Gruss


    Luchsie


    Dein Denken kann aus der Hölle einen Himmel und aus dem Himmel eine Hölle machen.


    Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug. (Epikur)

  • Also kleine Tagesberichte im Sinne von, was hat das Kind gemacht... ohne Bewertung finde ich völlig in Ordnung. Alles andere klärt man besser in Abwesenheit des Kindes...


    Meine Mutter hat auch die furchtbare Angewohnheit in meinem Beisein mit anderen über mich zu sprechen... :schiel:scared Ich finde das total ätzend!

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

    Einmal editiert, zuletzt von campusmami ()

  • Und man kann ja nicht alle Themen mit Kind besprechen.


    Aber ich finde dann sollte man sie besprechen wenn Kind nicht da ist.


    Ich habe das auch dann und wann mal gemacht über Töchterchen zu sprechen wenn sie neben mir stand oder so. Vor kurzem hat Töchterchen letztes Jahr zu während eines Gesprächs laut zu mir gesagt "Mama ich steh neben dir, heiße Emily und nicht SIE". Hintergrund war wohl wie sie mir später am Abend gesagt hat, das sie das nicht mag wenn man über sie spricht wenn sie da ist, aber man tut so als wäre sie nicht da. Das hat sie mit der Kinderpsychologin besprochen und die hat ihr wohl geraten das auch zu sagen.


    Ich fand es gut und halte mich auch daran. Ist ein Gespräch über sie was sie ruhig mitkriegen kann beziehe ich sie mit ein. Sind es Sachen die sie nicht hören brauch finden die statt wenn sie nicht da ist.


    LG Emmchen

    "Wenn jemand einmal deine Seele berührt hat, wirst du immer wieder danach
    suchen es erneut zu erfahren. Und manchmal hast du Glück und erfährst
    es noch mal."

  • schönes thema.


    heikle und brisante themen: nicht im beisein des kindes.
    alltägliches und sachen die das kind nicht belasten: gerne im beisein des kindes


    ich finde es sogar wichtig, dass mein kleiner mitbekommt, dass ich mit lehrern / hausaufgabenhilfe etc. rede.
    somit weiss er, dass er mir in manchen punkten keinen bären aufbinden kann. ich finde es auch wichtig, dass kinder mitbekommen,
    dass wir als eltern den kontakt zu seinen bezugspersonen in kiga, hort und schule ernst nehmen.


    mein kleiner interessiert sich z.B. für alles andere drum herum, aber nicht für das gespräch. er turnt dann auf dem spielplatz / der kletterburg rum.
    im nachhinein kann ich ihm die positiven dinge des gesprächs erzählen - wonach er manchmal stolz wie oskar ist.

    ***********************************


    Die meisten Menschen wollen nicht glauben, dass sie alles in sich haben, das
    nötig ist, um das zu werden, was sie sich wünschen. Und so versuchen sie sich
    mit Dingen zu begnügen, die ihrer nicht würdig sind.
    Norman Vincent Peale


    Eine mächtige Flamme ensteht aus einem winzigen Funken.
    Dante Alighieri

  • Hallo Lovrel ( ein tolles Bild hast Du eingestellt ! )


    Wir halten so die Mitte zwischen dem, was Luchsie und Campusmami praktizieren.
    Wenn ich z.B. XY erzähle, dass es heute daheim mal "gekracht" hat und ich merke,
    mein Kleiner (4) spitzt die Ohren, sage ich "Gell, da warst Du ziemlich sauer ?" und
    versuche ihn einzubeziehen.
    Es gibt einen Ansatz von einer gewissen Emmi Pikler, die meint, Eltern sollten nie
    über, sondern immer mit dem Kind (schon als Säugling ! ) sprechen,
    auch wenn sie über es erzählen- das halte ich für überzogen und auch nicht wirklich machbar.....
    aber es gibt schon eine Art zu reden, als ob das Kind überhaupt nicht anwesend wäre,
    was ich nicht angemessen finde und ich könnte mir vorstellen, dass es sich für das
    Kind auch nicht gut anfühlt.


    Liebe Grüße,
    Minzemaunz

  • Meine Tochter möchte nicht das ich über sie rede.
    Weder positiv noch negativ.Wenn sie es mitbekommt wird sie total Sauer.
    Mein grosser mag es auch nicht aber er sagt nix weiter dazu.


    Ich hasse es wenn zwei Mütter sich trotz anwehsenheit ihrer Kinder darüber unterhalten wie schlecht die eine Lesen kann und wie toll das doch bei ihrem Bruder klappt.
    Es ist demütigend.Meine Freundin macht sowas auch und erzählt mir vor ihrer Tochter das sie immer noch in der Schule in die Hose macht.
    Find ich richtig schlimm für die Kinder.

    Liebe ist schön wenn man sie zulässt. :-)

  • Also es kommt drauf an über was man redet.Z.b mit der Lehrerin über Schulangelegenheiten die das Kind direkt
    betreffen,ist es meines erachtens schon absolut in Ordnung wenn s mit zuhört,egal ob nun negativ oder positiv.


    Ansonsten vermeide ich es im Beisein meiner Tochter über sie zu reden. Klappt nicht immer,irgendwie haben sie
    immer so einen Draht und sind immer zur Stelle wenn sie nicht gebraucht werden.


    jp

    Lehne es nicht ab, das Negative zur Kenntnis zu nehmen,
    weigere dich lediglich,dich ihm zu unterwerfen.
    N.V.Peale

  • Was bedeutet denn unprofessionell?
    Bzw. was genau ist denn daran schlecht?


    Und man kann ja nicht alle Themen mit Kind besprechen.


    ich mein, wir als erwachsene mögen das doch auch nicht bzw. finden das unhöflich, wenn sich zwei andere in unserem beisein über einen unterhalten! genauso finde ich das unhöflich dem kind gegenüber.


    eine erzieherin ist m.m. nach professionell wenn sie die mitte findet, zwischen dem, was sie mir als mutter im beisein des kindes erzählt und das kind eben mit einbezieht (meinen sohn auch beim namen nennt und ihn nicht "er"-t!) oder was sie mir unter 4augen sagen will und deswegen ein elterngespräch mit mir vereinbart. das sind dann evtl "heikle" themen, die "heimarbeit" bedürfen, psychologisch gesehen, und das kind das aber gar nicht von anfang an mitbekommen muß!


    genau solche "psychologischen" problemchen würde ich jetzt nicht unbedingt mit kind besprechen, weil kinder schnell meinen, mit ihnen stimmt was nicht und sie wären abnormal.....


    lg casha

    *that makes me nobody so fast after*

  • Ich fand es als Kind grauenvoll. In der Pubertät wär ich gerne mal im Erdboden versunken.
    Und jetzt als Mutter finde ich es schwer mich zurückzuhalten und nicht über mein Kind zu sprechen und bei einer anderen Mama zu jammern.
    Hab ich diese Verhaltenseigenschaft evtl. unbewusst übernommen?
    Das ist echt erschreckend.

  • hmm naja bei einem elterngespräch sind die kinder zwar nicht dabei , aber blöde sind die auch nicht und wissen auch da das über sie geredet wird! von daher :frag

    mein hirn weigert sich ständig, so langsam zu denken, wie meine finger tippen können. meine finger sind so damit beschäftigt, sich zustreiten, wer als erstes auf die tasten darf, das die nicht mal merken wie sie den gedanken hinterherhinken

  • ich finde, es fördert die Verantwortung der Kinder, mitsprechen zu dürfen-
    gut, im KiGa bei brisanten Themen wohl eher weniger-
    aber ich bin der Überzeugung, dass das Kind z.b. beim normalen Elternsprechtag dabei sein soll-
    es geht immerhin um die Beziehung Kind und Lehrer, über die ich mich u.a. informieren will... für mich muss das Kind dabei sein,
    damit es seinen Standpunkt (mit mir als Verstärkung im Rücken) klarmachen kann, und damit es nicht nachher alles verdreht wird-


    Ebenso ist es bei meiner besten Freundin- natürlich reden wir über unsere Kinder- und sie dürfen gerne dabei sein... ich finde das wesentlich sinnvoller und effektiver, als hinter ihrem Rücken über sie zu reden- sie gehören einbezogen... was ich gar nicht mag, ist, dass manche Mütter über ihre Kids reden, als wären sie nicht dabei :kopf

    Lieber Gruss


    Luchsie


    Dein Denken kann aus der Hölle einen Himmel und aus dem Himmel eine Hölle machen.


    Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug. (Epikur)

  • Ich halte da (mittlerweile) nicht soviel von. Ich verstehe schon die Intention dahinter, Kind einbeziehen, wir sind ein Team usw. Aber viele Kinder haben oftmals fortwährend dieselben Probleme. Dann wird irgendwann ein Unter-die-Nase-reiben draus, selbst wenn es so nicht gemeint ist. Ob das nun positive oder negative Kritik ist, ist in meinen Augen nicht unerheblich. Kinder brauchen keine Lügen (ach, du bist toll in Mathe), wenn dem nicht so ist. Die meisten wissen ohnehin wo ihre Schwächen liegen. Aber viel wichtiger ist meiner Meinung nach Lob, wenn was besser läuft. Bist dahin ist Motivation wichtiger, bei jedem Elterngespräch zu hören: Mathe ausbaufähig, hilft da meiner Meinung nach nicht. Man macht sich auch was vor, wenn man meint das wäre ein Gespräch auf Augenhöhe für alle Beteiligten, nein, einer wird seziert und das ist nun ausgerechnet das jüngste Mitglied im Trupp, gegenüber 2 erwachsenen Autoritätspersonen, die tagtäglich bewerten, motivieren, kritisieren, und ja auch sanktionieren. Das läßt sich nicht wegschwätzen.
    Aus unserer Sicht: Wir sitzen zwischen Chef und Abteilungsleiter und die bewerten unsere Arbeit. Irgendwie kann da kein Teamgefühl aufkommen, oder?


    Jetzt mal auch Schulkind-Sicht, im Kiga waren die Kinder nicht dabei. Ist vielleicht auch eine Altersfrage, mein Grundschulkind interessiert es nicht, der bekommt nur glasige Auge vor Langeweile :frag. Und ich weiß nicht ob jeder Lehrer die Zeit erübrigen kann, soll, will im ungünstigsten Fall immer 2 Gespräche mit/ohne Kind zu führen. Das würde ich jetzt nicht erwarten.

    2 Mal editiert, zuletzt von Raanan ()


  • Ich habe das auch dann und wann mal gemacht über Töchterchen zu sprechen wenn sie neben mir stand oder so. Vor kurzem hat Töchterchen letztes Jahr zu während eines Gesprächs laut zu mir gesagt "Mama ich steh neben dir, heiße Emily und nicht SIE".


    Danke, Emmchen :-)
    Ich habe mich auch öfters dabei ertappt.
    Zwar hat Tochter noch nichts dazu gesagt, aber ich denke sie kommt langsam in den Alter, wo sie das merkt und total blöd findet.
    (Hat sie dann auch Recht!)


    Bei Elternsprechtagen oder Gespräche mit Erziehern haben Kinder nichts zu suchen, finde ich. Ich will mich dabei darauf konzentrieren, was die Lehrerin sagt und wie sie das meint. Nicht gleichzeitig denken müssen, ändert sie die Aussage weil Kind daneben sitzt, langweilt sich Kind, versteht Kind falsch, undsoweiter, undsofort.

  • Ich habe mich schon öfters dabei ertappt, dass ich auch von den Kindern vor den Kindern rede. Und sicher nicht immer nur positives.


    Eigentlich hätte draus gelernt haben müssen, wie es bei mir als Kind war. Mein Zimmer war damals genau über den Hauseingängen zwischen uns und den Nachbarn. Hier trafen sich meine Mutter und unsere Nachbarin täglich und rauchten.


    Meine Mutter hat oft abgezogen über mich. Als Teenie habe ich regelrecht an den Fensterscheiben gelauscht und dabei geheult.


    Ich hoffe mal, dass ich nie so gedankenlos bin, dass ich sowas schlimmes mache!!!

    Meeresstern


    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird.
    Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Danke, Emmchen


    Büddeschön :D


    Ist ja wirklich so heute habe ich mich auch wieder bei erwischt.

    "Wenn jemand einmal deine Seele berührt hat, wirst du immer wieder danach
    suchen es erneut zu erfahren. Und manchmal hast du Glück und erfährst
    es noch mal."