Ich war diese Woche bei einem sehr interessanten Vortrag vom Kinderbuchautor Guido Kasmann.
Es ging darum, dass Vorlesen auch für ältere Kinder noch extrem wichtig ist.
Lesen und Vorlesen fördert sowohl die kognitive als auch die kreative Intelligenz der Kinder: Lauschen Kinder über mehrere Tage hinweg einer fortlaufenden Geschichte aus einem Buch, müssen sie immer wieder rekapitulieren, was zuvor geschehen ist. Sie denken in Bildern und schulen somit das Gedächtnis.
Wenn Kinder, die erst lesen lernen, sich anfangs mühsam durch eine Geschichte quälen müssen, verlieren sie schnell die Lust am Lesen.
Klar, die Kinder müssen lesen üben - und zusätzlich sollten die Eltern aber auch noch vorlesen.
Die Kinder können sich sehr schnell in die Hauptfiguren hineinversetzen (egal, ob Junge oder Mädchen).
Man sollte sich Zeit zum Vorlesen nehmen (falls möglich täglich ca. 20 Minuten), und sich nicht durch TV, Telefon, ... ablenken lassen.
Wenn ich als Mama meinem Kind eine schaurige Geschichte vorlese und es dabei im Arm halte, können die dunklen Gestalten der Geschichte meinem Kind nichts anhaben. Wenn das Kind jedoch alleine im Bett ein Hörspiel hört, in dem es evtl. gruselig wird, bekommt es Angst.
Besonders empfohlen hat der Autor "Ronja Räubertochter" von Astrid Lindgren, weil in dem Buch ganz viele Ängste und Nöte (Verlustangst, ...) vorkommen, mit denen sich viele Kinder identifizieren können.
Man sollte auch nur vorlesen, wenn man wirklich Zeit und Lust dazu hat und wenn einem die Geschichte auch selbst gefällt. Nur dann kann man in die verschiedenen Rollen schlüpfen und es wird nicht langweilig.
Ich fand die Argumentation von Guido Kasmann sehr einleuchtend und werde nun meinem Sohn wieder mehr vorlesen.
Er liest zwar schon recht gut und auch sehr viel, aber die letzten Tage hat er es auch sehr genossen, als ich ihm vorgelesen habe.