Vorlesen auch für Schulkinder noch sehr wichtig!

  • Ich war diese Woche bei einem sehr interessanten Vortrag vom Kinderbuchautor Guido Kasmann.
    Es ging darum, dass Vorlesen auch für ältere Kinder noch extrem wichtig ist.


    Lesen und Vorlesen fördert sowohl die kognitive als auch die kreative Intelligenz der Kinder: Lauschen Kinder über mehrere Tage hinweg einer fortlaufenden Geschichte aus einem Buch, müssen sie immer wieder rekapitulieren, was zuvor geschehen ist. Sie denken in Bildern und schulen somit das Gedächtnis.


    Wenn Kinder, die erst lesen lernen, sich anfangs mühsam durch eine Geschichte quälen müssen, verlieren sie schnell die Lust am Lesen.
    Klar, die Kinder müssen lesen üben - und zusätzlich sollten die Eltern aber auch noch vorlesen.


    Die Kinder können sich sehr schnell in die Hauptfiguren hineinversetzen (egal, ob Junge oder Mädchen).
    Man sollte sich Zeit zum Vorlesen nehmen (falls möglich täglich ca. 20 Minuten), und sich nicht durch TV, Telefon, ... ablenken lassen.
    Wenn ich als Mama meinem Kind eine schaurige Geschichte vorlese und es dabei im Arm halte, können die dunklen Gestalten der Geschichte meinem Kind nichts anhaben. Wenn das Kind jedoch alleine im Bett ein Hörspiel hört, in dem es evtl. gruselig wird, bekommt es Angst.
    Besonders empfohlen hat der Autor "Ronja Räubertochter" von Astrid Lindgren, weil in dem Buch ganz viele Ängste und Nöte (Verlustangst, ...) vorkommen, mit denen sich viele Kinder identifizieren können.
    Man sollte auch nur vorlesen, wenn man wirklich Zeit und Lust dazu hat und wenn einem die Geschichte auch selbst gefällt. Nur dann kann man in die verschiedenen Rollen schlüpfen und es wird nicht langweilig.


    Ich fand die Argumentation von Guido Kasmann sehr einleuchtend und werde nun meinem Sohn wieder mehr vorlesen.
    Er liest zwar schon recht gut und auch sehr viel, aber die letzten Tage hat er es auch sehr genossen, als ich ihm vorgelesen habe.

    Bevor ich das nehme, was ich kriegen kann,
    warte ich lieber darauf,
    bis ich das bekomme, was ich haben will!!!
    :tanz

  • Na dann mache ich es ja richtig.



    Meine Maus ist 7 und in der 1. Klasse und wir lesen uns abwechselnd vor. Ich ihr jeden Abend 1 Kapitel aus irgendeinem Buch (zZt. Pipi Langstrumpf) und sie mir aus ihrem Buch von Hexe Lilli für Erstleser.


    Es macht uns beiden Spass und sie liest schon wirklich recht flüssig.



    :wink

  • Meine Freundin hatte da ein paar tolle Bücher, als ihre Tochter in der 1. Klasse war. Die waren extra so konzipiert, das immer ein Stück vom Kind und ein Stück von dem Elternteil vorgelesen wurde. (abgetrennt durch Schriftbild).

    Einer muss mal anfangen mit dem aufhören...

  • Wir machen es auch so...erst liest meine Tochter (1. Schuljahr) ein paar Sätze und dann lese ich ihr vor.


    Genieße das auch noch sehr...denn ich denke, die Zeit, dass sie sich vorlesen lassen möchte, läuft schneller ab, als mir lieb ist. Ich lese aber auch sehr gerne vor und werde es auch noch so lange tun, wie meine Maus das auch möchte. Allerdings wird sie auch mir immer mehr vorlesen müssen....

  • Ich mache das ja auch oft, dass ich mit meinem Sohn abwechselnd lese - er eine Seite, dann ich eine Seite.


    Der Kinderbuchautor war jedoch der Meinung, dass man das trennen sollte, weil sonst das Lesen für die Kinder zur Pflicht werden würde und sie irgendwann die Lust daran verlieren. (Wobei das bei meinem Sohn nicht so ist - er hat eigentlich immer Lust zu lesen)
    Der Autor schlug vor: wenn Lesen-Üben-Zeit ist, sollen die Kinder laut vorlesen. Zum Entspannen und Genießen sollten die Eltern den Kindern vorlesen.

    Bevor ich das nehme, was ich kriegen kann,
    warte ich lieber darauf,
    bis ich das bekomme, was ich haben will!!!
    :tanz

  • Wir haben in den entsprechenden Grundschuljahren eine (fast) tägliche Familienlesestunde draus gemacht: Jedes Kind hat entsprechend seinem Können von ein paar Zeilen (die Jüngste) bis zu 15 min (die beiden Älteren) vorgelesen, dann habe ich zum Schluss ca. 20 min weitergelesen... War zwar eine Pflichtübung, aber eine durchaus beliebte. Auf diese Weise haben wir auch richtig dicke Bücher wie Momo usw. gelesen. Im Lauf der Jahre kam da einiges an etablierter Kinder- und Jugendliteratur zusammen.

  • Ich lese bei unserem Sohn (9) jeden Abend zum einschlafen ein Kapitel. Gehört zum Ritual.


    Großer Vorteil für mich: Ich lerne viele schöne Kinderbücher kennen oder lese albekannte Kinderbücher wieder :-) .